Beiträge von koeppchen

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    Andre, dein Hinweis auf das Niveau meiner Mannschaft war gut. In unserer Gegend haben viele Vereine nur eine C-Jugend, die Leistungsunterschiede innerhalb der Mannschaften sind dann natürlich größer als bei großen Vereinen mit drei oder mehr C-Jugend-Teams.


    Das von dir empfohlene Buch habe ich mir vor einiger Zeit bereits zugelegt und ich schaue immer wieder rein. Mein Problem ist gar nicht, dass ich ratlos bin, was zu trainieren ist. Im Gegenteil, mein Team hat sich in den letzten vier Monaten nach meinem Empfinden enorm weiterentwickelt und ist im Training oft mit großem Ehrgeiz und Engagement bei der Sache. Auch konditionell haben wir keine größeren Schwierigkeiten, meist können wir gegen Spielende noch mal zulegen!


    Ich sehe zu allererst ein mentales Problem, dass das Team offensichtlich Angst vor der eigenen Courage hat, wenn ein Sieg greifbar ist. Obwohl wir von außen hier keinen Ergebnisdruck mitgeben. Das kommt eher von den Spielern selbst.


    Die zweite Frage ist aus meiner Sicht eine mannschaftstaktische. Ist es möglich, ein ganzes Spiel "Angriffspressing" zu spielen? Wie gelingt es, den Raum im Mittelfeld eng zu machen, und trotzdem nicht durch eine aufgerückte Abwehr ständig Angst vor langen Bällen zu haben? Und wie bringe ich die Taktik mit der geforderten Einstellung ("offensiv in die Zweikämpfe gehen") in Verbindung?

    Germancoach, bei deinen Tipps denke ich spontan an die Spielweise des BVB. Am Sonntag wurde bei sky gesagt, Klopp lässt jeden Tag das umschalten trainieren. Ich habe vor Augen, wie nach Ballgewinn 4-5 Spieler in die Tiefe starten und Mats Hummels einen 40m-Flugball mit dem Außenrist spielt... Ich bin absolut begeistert davon, und habe große Freude, da zuzusehen. Aber ich habe keinen Mats Hummels, der solche Flugbälle spielen kann. Da wir häufig auf Kunstrasen spielen, bevorzuge ich Kombinationsspiel gegenüber langen Bällen (welche auf dem Kunstrasen sehr schnell werden).


    Die Spanier gelten doch auch als Meister der Ballzirkulation, warten geduldig, bis sich die Chance zum Pass in die Tiefe ergibt? Es wundert mich, dass gerade dort auf das schnelle Umschalten so geachtet wird. Oder werden dann lange Bälle nach vorne eher ausgeschlossen?


    Ich werde die Ideen in mein Training einfließen lassen. Bisher haben wir das umschalten eher in kleineren Passspielformen trainiert. "Von Anspieler zu Anspieler", 3-Farben-Spiele und die Lieblingsübung von BJL, welche ich sehr gut finde: Junioren Frage nach eurer häufigst verwendeten Übung

    Hey da, keine Nebenkriegsschauplätze :)


    Danke für eure Tipps, ich werde darüber nachdenken...


    Wobei - Germancoach, das mit den 10 TE etwas zu einfach klingt. Ich habe nur eine Vermutung worauf du hinaus willst. Kannst du das vielleicht noch einmal etwas ausführlicher erklären, bzw. ein paar typische Übungen hier reinschreiben?


    Zamorra, offensiv in alle Zweikämpfe gehen, das ist interessant. Wir spielen ein ballorientiertes System, und vereinbaren Zonen, in denen wir "Pressing" spielen. In dem erwähnten letzten Spiel haben wir in der ersten Hälfte ab ca. 10 m vor der Mittellinie angegriffen, in der zweiten Hälfte dann Angriffspressing ganz vorne versucht. Letzteres hat insgesamt ganz gut geklappt. Ich befürchte nur, wenn wir von Anfang an Angriffspressing spielen, dass die Kraft nicht ausreicht und wir vielleicht am Ende einbrechen!?

    Hallo Trainerkollegen,


    wie viele hier im Forum stelle ich grundsätzlich die langfristige Ausbildung vor den kurzfristigen Erfolg.
    Ich möchte und werde den Erfolg einer Saison nicht danach beurteilen, wieviele Punkte auf dem Konto sind und welchen Platz wir in der Tabelle belegen - sondern nach der Weiterentwicklung der Mannschaft und der einzelnen Spieler, ob wir die Jungs beim Fußball halten können usw.
    Trotzdem fällt es mir in der aktuellen Situation schwer, eine gewisse Enttäuschung zu verbergen...


    Kurzer Rückblick: Letzte Saison waren wir eine sehr junge C-Jugend-Mannschaft, körperlich und spielerisch sehr unterlegen. Von 16 Spielen haben wir 13 verloren, mehrere zweistellig, und wurden auch Tabellenletzter. Dennoch konnte man der Mannschaft meist keinen Vorwurf machen, sie hat nicht aufgegeben und auch die Trainingsbeteiligung war durchgängig hoch. Das ballorientierte Spiel mit Viererkette hat immer besser funktioniert, auch wenn im Laufe der Saison beide Spieler des Altjahrgangs weggeblieben sind.
    Daher haben wir schon eine gewisse Hoffnung in diese Saison gesteckt, unsere Mannschaft konnte komplett zusammenbleiben und wurde zahlenmäßig noch verstärkt. Natürlich waren die Gegner etwas schwächer, dennoch verloren wir in der Hinrunde fünf von acht Spielen, teilweise deutlich. Seit Januar ist die Mannschaft jedoch noch engagierter geworden, es gab ein tolles Hallenturnier und gute Freundschaftsspiele, wir fühlten uns gut gerüstet für die Rückrunde. Jetzt das Zwischenergebnis: ein Punkt nach sechs Spielen. Alle verlorenen Spiele waren knapp, teilweise waren wir die überlegene Mannschaft. Mehrfach spielte die Mannschaft auf einem echt guten Niveau.
    Aber irgendwie stehen wir uns selbst im Weg. Gerade in Spielen gegen gleichwertige oder gar schwächere Gegner können wir unser Potenzial nicht richtig abrufen. Ein gutes Beispiel ist das Heimspiel am Samstag, als wir mit wenig Engagement und Selbstvertrauen starteten, schließlich kurz nach der Halbzeit 0:3 zurücklagen und dann - als wir "nichts mehr zu verlieren" hatten, noch auf 2:3 zurückkamen.


    Meine Fragen:
    1. Ist es aus eurer Sicht möglich, in einer C-Jugend die Ergebnisse komplett auszublenden, wenn man von einer "erfolgreichen" Saison spricht? Irgendwie haben wir ja in der vergangenen Saison auch darauf hingearbeitet, jetzt mehr Erfolgserlebnisse zu haben...
    2. Habt ihr Ideen, vielleicht Tricks, wie man die Mannschaft dazu bringen kann, die Spiele gegen gleichwertige/schwächere Gegner genauso selbstbewusst und engagiert anzugehen? V.a. in der aktuellen Situation, wenn es ein paarmal schief gegangen ist...

    Ja, die Teambuilding-Übungen sind gut, ich würde sie aber nur dann mit meiner Mannschaft machen, wenn ich schon einige Erfahrung damit hätte! Nur dann helfen sie wirklich, es geht nämlich darum, die Situationen nachher auch richtig mit dem Team zu besprechen, damit ein Aha-Effekt aufkommt.
    Außerdem ist die Gefahr einer Verletzung nicht zu unterschätzen!

    Da bekommst du von mir ein entschiedenes nein.
    Man kann Ausbildung und Freude (ich finde diesen Begriff deutlich treffender als Spaß, weil oft Spaß eben als Gegensatz zu leistungsorientiert interpretiert wird) beides maximal fördern.
    Ich sehe hier ganz deutlich keine Notwendigkeit von Kompromissen in eine Richtung.

    ... wenn man eine lernwillige ("leistungsbereite"), einigermaßen homogene Mannschaft hat.

    Klar, dass jeder gute Trainer die Ausbildung und den Spaß im Blick haben sollte.
    Ich bin allerdings der Meinung, dass es nicht immer klappt, alle Ziele gleichrangig zu behandeln.
    Daher geht man zwangsläufig Kompromisse in die eine oder andere Richtung ein.

    Mir ist nicht klar, ob sich alle Beteiligten einig sind, was das Hauptziel des Kinderfußballs ist:

    • Den Kindern möglichst viel Spaß an der Bewegung vermitteln, Drop Out verhindern, den sozialen Aspekt in den Vordergrund stellen oder
    • Die Ausbildung in dem Sinne, dass wir die optimalen Voraussetzungen legen wollen, um später gute oder sehr gute Fußballer aus den Kindern werden zu lassen!

    Diese beiden Ziele führen aus meiner Sicht nicht direkt zu den gleichen Konsequenzen.
    Kann es sein, dass deswegen in diesem Thema so viele aneinander vorbeireden?

    Nur eine kurze Antwort jetzt:


    Ja, es gibt Kinder in der E-Jugend, die nicht mit zurücklaufen. Wenn das passiert, kann man als Trainer das schon ansprechen.


    Den Begriff Antihaltung finde ich etwas hart. Es ist nur so, dass hier viele Trainer deine hohen Ansprüche mit ihrer Realität nicht immer zusammenbringen, und deswegen nicht voll zustimmen können.


    Ich finde deinen Kampf für den KiFu insgesamt sehr positiv. Den Punkt mit der Mannschaftstaktik sehe ich nur nicht so radikal...


    Übrigens ist hier die Meinung des wfv auch etwas anders, als das was du propagierst. Stichwort Ballorientiertes Spiel. Zum DFB kann ich nichts sagen.

    Andre, aus meiner Sicht (durch keine Links bestätigt) ist es zunächst mal klar, dass Fußball ein Mannschaftsspiel ist. Die Spieler der Mannschaft spielen es, um gemeinsam Tore zu schießen und Tore zu verhindern. Es spielt nicht jeder für sich, sonst bräuchte man mehr Bälle!
    Wenn das klar ist, kommt man schnell zur Überlegung, wie sollen sich die Spieler als Mannschaft auf dem Platz verhalten? Sollen sie bei ihrem Spiel berücksichtigen, dass neben ihnen ein Mitspieler ist? Sollen sie beim Spiel berücksichtigen, dass der Gegner gerade auf ihr Tor zuläuft, und es wichtig wäre, schnell zurückzukommen? Aus meiner Sicht ein klares Ja.
    Und wenn die Spieler in einer E-Jugend das komplett ignorieren, d.h. sie bleiben bei gegnerischem Ballbesitz einfach stehen und hoffen, dass der Ball von selber zu ihnen kommt, dann muss ich das als Trainer - in aller Ruhe und möglichst im Training, aber deutlich - ansprechen, und die Spieler dazu anhalten, dieses Verhalten zu ändern. Dies nicht aus taktischen Gründen, oder um das Spiel zu gewinnen. Sondern einzig und allein zu dem Zweck, ihnen klarzumachen, dass sich in einem Mannschaftssport ein Spieler nicht einfach ausklinken sollte, wenn er in der Situation gerade keine Lust hat zu laufen. Sondern, dass alle Spieler sich gemeinsam bemühen, Tore zu schießen und Tore zu verhindern.

    Ich bin dringend auf der Suche nach Übungen zum Doppeln. Habe aber auch im Netz außer Zw3rgs Vorschlag praktisch nichts gefunden.
    Könnt ihr mir weiterhelfen? Aus meiner Sicht gehört das Doppeln unbedingt zum Ballorientierten Spiel dazu, ich habe es aber bisher nicht "isoliert" trainiert...

    Tom, du hast ganz recht.


    Und die meisten deiner Punkte sind genau der Grund, warum Städte und Gemeinden die Fußballvereine fördern, ihnen Plätze, Sporthallen usw. zur Verfügung stellen. Das geschieht nicht wegen der Kreisklasse-Herrenmannschaft, sondern um Jugendlichen die Möglichkeit zu geben, einen Mannschaftssport zu betreiben. Dieses indirekte Sponsoring der Gemeinden kommt immer auch den Herrenmannschaften zu Gute und wird in den meisten Vereinen natürlich ignoriert.

    Ich gebe die Unterlagen den Spielern mit. Ist ja in ihrem eigenen Interesse, dass sie sie ausgefüllt zurückgeben. Ich trainiere allerdings eine C-Jugend, mit 13-14 Jahren kann man die Selbstständigkeit von den Spielern auf jeden Fall erwarten.

    Das Problem kannst du als Trainer nicht lösen. Das kann nur die Mannschaft selbst.


    Ich habe in meiner Mannschaft gute Erfahrungen mit Mannschaftsbesprechungen gemacht. Du solltest dich unbedingt, evtl. statt Training, mit der Truppe zusammensetzen. Die Mannschaft soll diskutieren, was gut und schlecht läuft. Du musst das aber ein bisschen steuern und "moderieren".
    Wir haben unsere Mannschaften in Gruppen aufgeteilt, und sie sollten jeweils überlegen, was "unsere Stärken" sind, und was für "Regeln" wir einführen sollten. Da kamen einige gute Ideen und Diskussionen zu Stande. Schließlich haben wir die wichtigsten Punkte gemeinsam festgehalten. Wir merken seitdem eine ziemlich positive Entwicklung der Mannschaft.
    In deinem Fall wäre es sicher auch wertvoll. Hol dir die Meinung der Spieler ein, und versucht gemeinsam das Problem zu lösen.


    Vielleicht leidet dein Team ja auch unter dem passiven Kapitän. Dann sollte das diskutiert werden. Es kommt vielleicht dann die Frage auf, ob er denkt, dass er auf dem Spielfeld aktiver sein kann - wenn das Team es möchte - oder nicht. Wenn nicht, sollte vielleicht doch ein anderer die Binde übernehmen.


    Erarbeitet gewisse Regeln. Eine Regel bei uns war z.B. "alles geben, auch bei Rückstand".
    C-Jugend-Spieler können selbst eine gewisse Verantwortung für ihr Team übernehmen. Ich finde es enorm spannend, die Jungs in diesen "Team-Situationen" zu sehen, wie sie sich verhalten....

    Siebener, du provozierst ein paar ketzerische Fragen:
    zu 2. Kann meiner Meinung nach nur daran liegen, dass du an "richtig" spielen eine sehr hohe Messlatte ansetzt. Sonst kann ich nur empfehlen, mal einen anderen Trainer unvoreingenommen deine Spieler beurteilen zu lassen. Mit der Zeit wird man nämlich betriebsblind!
    zu 3. Naja, Vorgabe Verein... Die Frage kann man sich trotzdem stellen, ob die Ausbildung der Spieler oder der Verbleib in der LK wichtiger ist. Du hast sie wohl für dich beantwortet.


    zum Fazit - Fantasy-Vorstellungen und die anderen Vereine...
    Zunächst mal traue ich dir zu, deine Meinung zu bilden, ohne zu schauen, was "alle" machen.
    Dann ist die Frage, was du mit Fantasy meinst. Sind die Verfechter hier nicht ehrlich? Diskutieren alle aus der Theorie? Oder ist der Ansatz aus deiner Sicht nicht umsetzbar? Dann stellt sich die Frage warum?

    Ich habe das gestern mal nachgeholt und mit jedem Spieler gesprochen. Alle, und zwar ausnahmslos, waren derselben Meinung: Rotation ist blöd.
    Gefragt nach dem Warum, meinte die Mehrheit, dass sie sich 'sicherer' auf der angestammten Position fühlt und das Wechseln der Positionen als unangenehm empfindet.


    Ich werde nun nicht mehr rotieren lassen.

    Das finde ich nicht gut. Das Aufgeben der Rotation bedeutet gleichzeitig, einen Teil der Ausbildungsziele aufzugeben. Das finde ich so nicht in Ordnung. Ganz abgesehen von germancoachs absolut berechtigtem Einwand:

    1 Torhüter, 1 Verteidiger und 10 Stürmer.

    Würdest du eine solche Aufstellung auch wählen, wenn deine Spieler das wollen??


    Ich praktiziere in der C-Jugend durchaus eine gewisse Flexibilität der Positionen. Einer meiner Spieler hat in der letzten Saison jede Feldspielerposition gespielt, Viererkette innen und außen, Mittelfeld innen und außen und vorne.
    Als ich vor anderthalb Jahren die Mannschaft übernommen habe, waren vor dem Spiel Diskussionen selbstverständlich. "Aber ich bin doch Stürmer", "diese Position kann ich nicht spielen" usw. Inzwischen ist es sehr selten geworden...
    Ich finde auch, dass du dich als Trainer arg einschränkst, wenn du Spieler möglichst nur auf Lieblingspositionen einsetzen willst. Ich nehme für mich in Anspruch, einen besseren Blick dafür zu haben, wo ein Spieler spielen kann (und das sind immer mehrere Positionen!) als der Spieler selbst!

    In letzter Zeit bin ich manchmal ein wenig von meiner sonstigen Trainingsgliederung abgewichen. Nach dem Aufwärmen habe ich zunächst ein Spiel mit Schwerpunkt (z.B. Flügelspiel, d.h. Tore nur nach Durchspielen eines Hütchentors am Flügel) gemacht, ca. 25 Min., dann einen Übungsteil eingestreut, z.B. Flankenübungen, noch mal 20 Min. und anschließend das Abschlussspiel 20 Min., ziemlich frei, aber Tore nach Flanke zählten doppelt.


    Hat jemand von euch schon mal Erfahrungen damit gemacht, zwei getrennte Spielphasen ins Training einzubauen? Ist dies von der Steuerung der Belastungsintensität besser oder schlechter als eine "lange" Spielphase am Schluss des Trainings?