Beiträge von holzi

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    Ich würde sagen, bei Bambini - und über die reden wir doch, oder - steht im Vordergrund die Vermittlung von Bewegungsfertigkeiten (viel Fangespiele ohne Ball) und der spielerische Umgang mit dem Ball. Selbst wenn es in unserer älteren Gruppe einige Kinder gibt, die schon sehr weit sind, würde ich nie auf die Idee kommen, die Kinder jonglieren zu lassen. Das heißt nicht, dass einfache Selbstübungen mit Ball (auch mal Boch hoch, aufspringen lassen, wieder hoch usw.) nicht auch mal kurz Thema sind, aber das ist schon sehr selten. Immer sollte es aber so sein, dass Erfolgserlebnisse für alle (auch im Dorfverein) möglich sein sollen. Viele meiner Kinder haben genug damit zu tun, einen Ball zu führen, diesen gegen eine Bank zu spielen und dann aufs Tor zu schießen. Deshalb steht die Ballführung an erster Stelle.


    guenter


    Bist Du bei Deinen Ausführungen wirklich bei Bambini? Den kleinen dicken Bambini-Paule (also der klassisch eher nicht so sportliche Fußballer), der es beim Jonglieren als Bambini von zwei auf drei schafft, habe ich noch nicht erlebt. Den kleinen dicken Paul, der einen Ball nicht aus der Luft trifft und mit dem Ball am Fuß - ich betone! - einigermaßen grob in Richtung Tor kommt, den kenne ich gut. Und finde es gut, wenn er es schafft. Und wenn nicht, dann halt mit dem Ball in der Hand.

    Wir spielen immer den Modus Sieger gegen Sieger, Verlierer gegen Verlierer. Wobei das Ergebnis nur dazu dient den Spielpartner für das nächste Spiel zu ermitteln.
    Bei zwei Toren Unterschied darf die unterlegene Mannschaft eine Spieler mehr aufs Feld schicken und dann immer einen mehr je Tor.
    Dieser Modus führt dazu, dass hohe Ergebnisse verhindert werden und spätesten aber dem dritten Spiel alle Teams auf einen gleichwertigen Gegner treffen!
    Geehrt werden übrigen alle teilnehmenden Bambini als Sieger...

    So ein Spielfest schwebt mir auch vor. Bin mal gespannt, ob wir genug Mannschaften für so etwas gewinnen können!!

    Nabend,


    die Frage, ob ich recht habe, kann jeder leicht für dich selbst beantworten. Man muss sich nur selbst die Frage stellen, ob man den Trainerjob auch ohne den wochenendlichen Spielbetrieb weiterhin ausführen würde. Ich schätze 9 von 10 beantworten die Frage mit "Nein!". Trotzdem muss man deswegen kein schlechter Trainer sein ;)
    Nichtsdestotrotz sollte man diesen Aspekt bei eine etwaigen Reformation des Kinderfussballs im Auge behalten. Weil ohne Ehrenamt geht`s halt nicht...


    Gruß, Christoph


    Ich bin jetzt unsicher, ob ich Dich richtig verstehe. Meinst Du mit Spielbetrieb nur, dass wöchentlich Spiele stattfinden sollen oder meinst Du tabellenorientierten Spielbetrieb? Kann ja sein, dass ich da falsch liege, aber gegen regelmäßige Spiele ist doch eigentlich niemand hier oder irre ich mich da?

    Zitat von »holzi« ...auch in der zusätzlichen freiwilligen FPL wird eine Tabelle geführt
    Da würde mich interessieren, wie das da so läuft. Das heißt ob man da mit "Gleichgesinnten" im Wettbewerb spielt. Ist ja freiwillig und hört sich wirklich nach einer guten Alternative an. Kannst Du mal beschreiben wie das so abläuft ? Wie viele Mannschaften spielen denn dort im Vergleich zum anderen Spielbetrieb ohne FPL ? Und wer entscheidet das ? Verein oder jeweiliger Trainer ?
    Zitat von »holzi« Nun bin ich ja wieder bei Bambini gelandet. Bisheriges Highlight war für die Kindern, als sie an einem Spielenachmittag Fußballspiele gegen einen anderen Verein gespielt haben. Und ich werde nun immer wieder von den älteren Kindern gefragt, wann wir das das nächste Mal machen. Wir können also davon ausgehen, dass Spiele gegen andere Teams eine Lieblingsbeschäftigung der Kinder sind.
    Das ist auch so und ist immer wichtig zu erwähnen. Gerne kommt ja von den Verfechtern des Meisterschaftsbetriebes das die Kinder auch den Wettbewerb wollen. Ja, absolut richtig. Der entscheidende Punkt ist der, dass wir Erwachsenen in der Pflicht sind, ihnen dies in einer entspannten und kindgerechten Atmosphäre zu ermöglichen. Dazu schreibe ich als ein mögliches Beispiel in einem nachfolgenden Posting etwas.


    Hier in unserem Verband herrscht die Vorstellung, dass zu Kinderfußball zwingend Tabellen und Meisterschaftsbetrieb gehören. In der F-Jugend wird unverändert in der Mannschaftsstärke 1:7 auf halbes Großfeld gespielt. Der Versuch, das sogenannte Kleinfeld (mit Mannschaftsstärke 1:5) einzuführen, scheiterte am massiven Widerstand der Vereine. Hauptargument war, dass man ja dann mehr Teams bräuchte, was zu einem Mehrbedarf an Betreuern führe usw. usw..


    Nun wurde also nach einem Testspielbetrieb, an welchem ich mit meiner E-Jugend teilnahm, eine freiwillige FPL für F- und E-Jugend zusätzlich zum Spielbetrieb in den "normalen" Ligen eingeführt. Die Vereine konnten vorher angeben, ob sie eine Mannschaft melden wollen. Dort wird nach FPL-Regeln auf verkleinertem Spielfeld gespielt. Spiele werden unabhängig von der Anzahl der jeweils erzielten Tore entweder 1:0 oder 1:1 gewertet. Die Tabellen sind über fussball.de einsehbar. Ich habe nach Gesprächen mit befreundeten Trainern den Eindruck, dass in dieser Liga vor allem die Vereine Mannschaften gemeldet haben, die ohnehin einen hohen Zulauf an Kindern haben. In der für viele Trainer als exotisch angesehenen FPL erhalten dann schwächere Kinder Spielpraxis. Die FPL wird von den Trainern als Möglichkeit gesehen, dass die Kinder über vom Verband organisierte Freundschaftsspiele Spielpraxis erhalten. Auch wenn das eigentlich nicht der Sinn und Zweck der FPL ist, finde ich das für die Kinder, die ansonsten vielleicht gar keine Praxis erhalten würden, weil sie im Ergebnisfußball nicht eingesetzt werden, gut (im Sinne von: besser als gar nicht!).


    Ob es Vereine gibt, die Teams nur in der FPL melden, weiß ich nicht. Das wäre für mich in der F-Jugend z. B. durchaus denkbar.

    @ Steini und guenter


    Allem, was Ihr schreibt, stimme ich zu.


    Ich habe 4 Jahre lang Kinder in F und E-Jugend begleitet, und zwar durch einen organisierten Spielbetrieb mit Meisterschaften und dem ganzen Tamtam. Ich fände es ohne Meisterschaften besser und habe auch schon mal dem hiesigen Verband (Jugendvorstand) per E-Mail einen Hinweis auf die aktuellen DFB-Seiten geschickt. Der DFB weist für F-Jugenden darauf hin, dass ein Meisterschaftsspielbetrieb unangebracht ist (finde ich erfreulich klar formuliert gegenüber früheren Verlautbarungen). Und wenn man die Leitlinien für E-Jugend anschaut, wird dort ein Spielbetrieb auf Kreisebene ohne Veröffentlichung von Ergebnissen propagiert und es wird deutlich darauf hingewiesen, dass hohe Ergebnisse weder für Verlierer noch Sieger einen Gewinn darstellen.


    Nun bin ich ja wieder bei Bambini gelandet. Bisheriges Highlight war für die Kindern, als sie an einem Spielenachmittag Fußballspiele gegen einen anderen Verein gespielt haben. Und ich werde nun immer wieder von den älteren Kindern gefragt, wann wir das das nächste Mal machen. Wir können also davon ausgehen, dass Spiele gegen andere Teams eine Lieblingsbeschäftigung der Kinder sind.


    Wenn es weiter (Änderung ist nicht in Sicht) so bleiben sollte, dass in unserem Verband ein Spielbetrieb in Meisterschaften (auch in der zusätzlichen freiwilligen FPL wird eine Tabelle geführt) stattfindet und wenn ich davon ausgehe, dass ich in zwei bis drei Jahren auch wieder eine F-Jugend betreue, sollte ich dann "nur" weiter trainieren und mich - was schwierig wird - auf Freundschaftsspiele beschränken? Oder sollte man unter Beachtung aller hier vertretenen Grundsätze (gleiche Spielzeiten, Positionswechsel, kein Reinrufen usw.) eben doch am Spielbetrieb teilnehmen? Guter Kompromiss wäre vielleicht die FPL. Was meint Ihr?

    Karl


    Du hast Recht, dass es bei uns in Deutschland weniger darum geht, dass Kindern das Recht (und die Pflicht) des Schulbesuchs verwehrt wird. Insofern wird niemand ausgeschlossen. Fakt ist aber auch, dass wir bei dem Thema nicht so sehr über nahezu Erwachsene sprechen. Da wäre ich bei Dir und würde sagen, dass jeder selbst verantwortlich ist.


    Es geht aber doch auch um Kinder und deren Zukunftsaussichten. Denn Bildung geht ja nun einmal früh los. Fakt ist (wahrscheinlich), dass statistisch gesehen unterschiedliche soziale Herkunft zu unterschiedlicher Bildung führt. Man könnte nun sagen, "das ist halt so" und es dabei belassen. Man kann auch sagen, dass sich halt die Eltern drum kümmern sollen. Wer als Eltern "Trottel und soziale Nichtsnutze" hat, hat halt Pech.


    Vielleicht kann man aber auch gegensteuern und sich in irgendeiner Weise besonders oder anders effektiv um die sozial schwächeren Kindern kümmern, damit diese bildungsnäher aufwachsen. Vielleicht ist das eine Gemeinschaftsaufgabe. Wenn sich damit ein Rückgang von Gewalt verbindet, was ja auch noch zu klären wäre, wäre das doch ein Ansatz.


    Ich habe beim googeln zu dem Thema den Wikipedia-Eintrag gefunden:


    http://de.wikipedia.org/wiki/Bildungsbenachteiligung


    Wie gesagt. Ich denke auch, dass in Deutschland niemand staatlicherseits aktiv ausgeschlossen wird von der Teilhabe an Bildung. Faktisch gibt es aber eine Art "Chancenungerechtheit"

    Karl


    Wessen Selbstverständnis? Wen meinst Du damit. Welcher Mensch, der dumm ist wie ein Stück Holz, will Bankdirektor werden? Tja, und möglicherweise erhalten Kinder, die es bräuchten, doch nicht genug Bildung, wie es möglich wäre und werden damit - unabsichtlich und bildlich - eben vielleicht doch von Bildung ausgeschlossen. Vielleicht liegt da ein Potential, welches noch nicht ausgeschöpft ist Sollte man da nichts tun können, wäre das auch hinzunehmen.


    Bei allen anderen Überlegungen bin ich aber zu 100 % bei Dir. Strafkataloge sind bis zum Rand auszuschöpfen, um Holzköpfe und A...löcher, die einen Schiri verprügeln, zu bestrafen.


    Diese beiden Überlegungen (Sanktionierung von Fehlverhalten einerseits, Bekämpfung von Ursachen andererseits) möchte ich auseinanderhalten. Wer über Ursachen nachdenkt, verharmlost damit nicht automatisch schlimme und verabschauungswürdige Handlungen.....

    guenter


    Da sind wir einer Meinung. Über Gewalt und Fußball und was man dagegen tun kann, kann und muss man diskutieren. Ich bin auch ein Befürworter drastischer Maßnahmen. Hier wurden viele Dinge angesprochen, die aus meiner Sicht bedenkenswert sind. Ich werde das auch weiter verfolgen-

    Ich halte Sätze wie (Zitat Karl)


    "Vielleicht ist dann einfach ihr Selbstverständnis etwas unrealistisch. Wer dumm ist, wie ein Stück Holz, wird nun einmal kein Bankdirektor.
    Es wird doch niemand von der Bildung ausgeschlossen, sofern er sich bilden möchte. Wenn man jedoch beispielsweise nicht einmal die Sprache des Landes, in dem man lebt, lernen möchte, weil man sich nicht wirklich mit diesem Land und seiner Bevölkerung identifiziert, darf man auch keine Karriere in diesem Land erwarten."


    für sehr problematisch und im übrigen auch recht kurz gegriffen. Nur mal als Denkanstoß


    http://www.spiegel.de/schulspi…-ungerecht-a-1007737.html


    Ich möchte eigentlich gar nicht, dass hier politisch diskutiert wird. Plakativ formulierte und stark abgekürzte Argumente oder Zwischenrufe führen schnell dazu, dass sich jemand angegriffen und/oder verletzt fühlt. Ich fand deshalb die Beiträge von fak und Don Quijote mir ihren mäßigenden Formulierungen angenehm. Verstöße insbesondere wie die im Ausgangspost geschilderten Vorgänge müssen hart, aber natürlich im Rahmen der geltenden Regeln, bestraft werden. Wenn jemand über härtere Maßnahmen diskutieren will, die das geltende Regelwerk noch nicht hergibt, aber auf rechtsstaatlicher Grundlage eingeführt werden sollen, dann ist das auch in Ordnung.


    uzunbacak hat völlig zu Recht darauf hingewiesen, dass man sich mit Ursachen von "Gewaltneigung" beschäftigen sollte, die ja vielfältiger Natur sein können. Das ist zumindest ein Weg, um Lösungen zu finden. Er wurde mehr oder weniger abgewatscht, weil ihm eine - für mich gar nicht erkennbare - Verharmlosungsabsicht unterstellt wurde. Mir persönlich ist es suspekt, wenn zwar scheinbar sachlich diskutiert wird über Gewalttaten und deren Bestrafung, dann aber immer wieder und unnötig ein "Migrationshintergrund" o. ä. erwähnt wird. Selbst wenn es da einen signifikanten Zusammenhang geben sollte, ist das doch für die Frage, dass hart bestraft werden soll, völlig belanglos. Oder soll wegen dieses Zusammenhangs noch härter bestraft werden?


    Jetzt habe ich doch - ohne es zu wollen - diskutiert. Wird das letzte Mal bleiben, versprochen.

    Leistungsunterschiede ganz normal und nicht zu verhindern.
    Als G/F-Jugend Trainer sieht man seine aktuelle Truppe und träumt insgeheim davon daraus eine tolle Mannschaft zu formen. Die Positionen der Kinder kann man sich natürlich auch schon vorstellen. Leider vergisst man erst mal, das sich im Breitensport so ein Jahrgang verändert. Wenn dann der erste 'Leistungsträger' in einen anderen Ort umzieht ist man dann erst mal sehr enttäuscht. Die Kinder der besonders ehrgeizigen Eltern machen schon in der F-Jugend das ein oder andere Probetraining in den 'höheren' Vereinen. Besondere Talente sind in der Regel auch spätestens in der E-Jugend auf dem Sprung.
    Statt dessen kriegst Du neue Spieler hinzu, die mit 9 oder 10 erst mit dem Fußball anfangen. Deshalb ist es leider so, das man versuchen muß aus der aktuellen Situation das beste zu machen und alle gleichermaßen zu fördern. Die Kinder die Du heute beim Spiel daheim lässt, weil sie zu schlecht sind, sind in zwei Jahren vielleicht unverzichtbar.


    Das ist doch mal insbesondere für uns Dorftrainer eine sehr schöne und griffige Begründung dafür, dass alle Kinder gleichermaßen mitgenommen werden müssen!!


    Ich akzeptiere, dass man da anderer Meinung sein kann: Aber dem vermeintlich besseren Fußballer in der F-Jugend sollte man keinerlei Sonderbehandlung zukommen lassen. Wer sich als F-ling über andere Kinder beschwert oder gar wütend wird, sollte nur geringe Chancen erhalten, das weiter tun zu dürfen. Schon gar nicht sollte man ihm bestätigen, dass er "besser" ist. Das kann dauerhaft nur in die Hose gehen.

    Wird eigendlich bestätigt, wenn ich sehe, dass die Kids, die im Spiel den Ball nicht abspielen sich auch bei Entscheidungen wie Einwurf oder Eckball druchsetzen.


    Kann ich so nicht bestätigen.


    Zunächst: Bei F-Lingen ist es noch - soweit sie nicht von außen umgesteuert werden - absolut normal, dass sie den Ball nicht immer abspielen. Deshalb wundert mich ein wenig, wenn das nun (nur von mir gefühlt?) "leicht negativ" bewertet wird.


    Gänzlich falsch ist es, zu behaupten, dass ein Kind, welches sich vollkommen altersgerecht verhält, eher geneigt sein soll, Regeln zum eigenen Vorteil falsch anzuwenden. Im Gegenteil ist es nach meinem Empfinden so, dass Kinder, die im F-Alter gerne dribbeln und sich im 1:1 durchsetzen wollen, dem Fußballspiel und -Sport und seinen Regeln (Fair-Play) möglicherweise näher stehen als Kinder, die sich das eher nicht trauen. Das Gegenteil ist jedenfalls nicht belegt und deshalb - gilt natürlich auch für mich - sollte man sich mit Verallgemeinerungen aufgrund eigener Beobachtungen zurückhalten. Anders ausgedrückt: Spiel/Sport ist das Eine, Regeln akzeptieren und anwenden ist das Andere.


    Die Diskussion contra FPL läuft so in die falsche Richtung.

    Fernsehturm


    Nein, mit Ball laufen und aufs Tor schießen machen wir jede Stunde, das ist schon absolut in Ordnung.


    Aber das Ganze muss halt spielerisch ablaufen. Die Kinder sollen als Bambini immer spielerisch ihre Bewegungs- und Koordinationsfähigkeit verbessern und den vielfältig möglichen Umgang mit Ball kennenlernen. Die Spielstunden, die der DFB "anbietet", sind meiner Meinung sehr gut, auch wenn man hin und wieder anpassen muss. Dort findet man genug Anschauungsmaterial.


    Wenn Ihr spielerisch an die Sache herangeht, spricht aus meiner Sicht zumindest grundsätzlich auch nichts gegen Deine geschilderte Übung.


    Bei uns würde die Übung definitiv nicht klappen, auch wenn einige Kinder das durchaus schon könnten. Wir nehmen generell Abstand von Übungen, bei denen wir Anzeichen von Langeweile (führt immer zu großer Unruhe) und/oder Überforderung (führt ebenfalls immer zu Unruhe) bei den Kindern feststellen. Manchmal muss man halt auch einsehen, dass Übungen (noch) nicht geeignet sind. Und das wäre bei "Kopf-hoch-nehm-Übungen" sicher bei etlichen unserer Kinder der Fall. Und auch die "Überfliegerkinder", die das können, brauchen das eigentlich noch nicht. Ganz guter Gradmesser für die Tauglichkeit von Übungen ist eigentlich immer die Stimmung bei den Kindern.

    Fernsehturm


    Ich glaube, guenter will mit etwas knapper Formulierung zum Ausdruck bringen, dass er die Übung ganz grundsätzlich für Bambini ungeeignet hält, und dass man bei Bambini zurückhaltend sein sollte bei der Vermittlung und nachhaltigen Übung von fußballspezifischen Fertigkeiten. Stimmt das so in etwa, guenter?

    Fernsehturm


    Die von Dir geschilderte Übung ist - nach meiner Erfahrung - klasse (statt Farben auch Zahlen denkbar), allerdings nach meiner Meinung vielleicht eher für F-Jugendliche oder auch E-Jugendliche (z. B. Auftaktübung)? Unsere Bambini sind z. B. unterschiedlich entwickelt. Die meisten Kinder - auch die 6-jährigen - haben noch genug zu tun haben mit der Ballführung an sich. Leidet nicht der Bewegungsfluss stark, wenn ein 5-jähriger sich dann plötzlich die Frage stellen muss, durch welches Hütchentor er dribbeln muss? Und wenn ein 5-jähriger eigentlich motorisch noch gar nicht so weit ist (Deine Worte), den Kopf zu heben, um Mitspieler zu sehen, müsste man dann nicht möglicherweise von Übungen absehen, die das fördern?


    Ich will damit gar nicht kritisieren, dass die Übung überhaupt nicht funktionieren kann bei Bambini. Wir lassen z. B. immer gerne und viel frei dribbeln und die Kinder kleine Zusatzaufgaben ausführen. Wer weiß, vielleicht probieren wir die Übung einfach mal.

    Wenn die Jungs und Mädchen etwas aufgezeichnet sehen verstehen sie es viel einfacher und man spart sich viele Worte.
    Ich nutze eine Plastiktafel mit aufgedrucktem Spielfeld und zeichne vor dem Anstoss die Spieler und ihre jeweiligen Positionen ein. Dann zeige ich jedem mit sehr wenigen Worten sein Aufgabengebiet. Die Jungs haben so sehr schnell gelernt welche Position für was zuständig ist.
    Bei Teams bei denen die Spieler noch keine Positionen und Aufgaben kannten konnte man den Unterschied sehr deutlich sehen.
    Ball links, alle 7 Gegner links - bei uns hingegen einer rechts, einer links, einer Mitte. Pass auf die andere Seite und schon stand der Spieler frei vor dem Tor.


    Die Aussagen provozieren naturgemäß Widerspruch.


    Ich vermute mal, dass Du ältere Bambini betreust, die altersmäßig kurz vor dem Sprung in die F-Jugend stehen. Ich weiß aus meiner Erfahrung heraus auch, dass man älteren Bambini schon die Ergebnisvorteile einer gewissen Positionstreue vermitteln kann. Ob das dann die Ursache für gewonnene Spiele ist oder ob man bei einer älteren Bambini-Truppe nicht einfach ein paar gute (eben ältere) Kinder hat, die alles niederspielen, weiß ich bis heute nicht.


    Die große Frage, die sich halt stellt, ist die, ob man wirklich ein System bei Bambini braucht oder ob es da letztlich um andere Dinge geht. Bei einer derzeit wohl empfohlenen Spielform 4:4 wären lange Ausführungen zu einer Zuordnung auch eher albern, wenn es über ein "2 vorne, 2 hinten" hinausgeht.


    Ich kann aber zumindest nachvollziehen, dass, wenn man sich als Bambini-Betreuer dazu durchringt, an Platzierungsturnieren oder gar an einem Spielbetrieb teilzunehmen, man halt nicht nur verlieren will. Die Versuchung ist dann groß, den Kindern Vorgaben zu machen, um zu einem erfolgreicheren Spiel zu kommen. Also landet man vermutlich wieder bei der Erkenntnis:


    Mit Bambini keine Turniere im "klassischen Sinn" und erst recht kein Spielbetrieb.

    Hochziehen könnte aber auch Neid im Freundeskreis auslösen

    Das ist richtig, wäre aber beim Wechsel in ein NLZ auch so, oder? Ich hatte damit nur überlegen wollen, in welcher Form ein Verbleib im Verein - außer dem Verbleib in der Mannschaft - noch sinnvoll sein könnte. Ich stimme aber zu, dass das ein Punkt ist, der ebenfalls in die "Abwägungsliste" gehört.

    Die Frage ist nun, wenn die Kids beim Bundesligisten 3 x die Woche auf diesem hohen Niveau zusammen trainieren und unser Sohn weiterhin 2 x hier zuhause mit seiner Mannschaft, die natürlich nicht vergleichbar ist, kann er die Kids beim Bundesligisten denn überhaupt noch wieder einholen. Diese Situation, die beim Bundesligisten herrscht, können unsere Trainer doch gar nicht simulieren. Allein was das Thema Disziplin angeht, bei uns zuhause machen die Jungs wesentlich mehr Quatsch (sie sind Kinder :) ), als wir das beim Bundesligisten beim Training beobachten konnten.

    Ich denke, das permanente Training mit gleich starken Kindern ist tatsächlich eine ständige Herausforderung. Ich vermute zudem, dass in NLZ nicht nach reiner DFB-Lehre trainiert wird, sondern Inhalte für ältere Jahrgänge vermittelt werden. Ob das gut oder schlecht ist, mögen Andere beurteilen. Disziplin ist ebenfalls groß geschrieben. Kinder, die Leistung bringen wollen, sind hier sehr gefordert. Ich glaube auch nicht, dass das generell "schädlich" ist für Kinder. Ist doch gemessen an anderen Erzieungssorgen eher ein "Luxusproblem".


    Hm, eigentlich denken wir, dass es zu früh ist, zu einem Bundesligisten zu wechseln, andererseits haben wir Angst, dass wir ihm damit die Chancen rauben und er den Vorsprung der anderen Kids nicht mehr einholen kann.

    Hierzu wurden ja bereits Meinungen geäußert. Ob Eure Angst berechtigt ist, ist offen und sie lässt sich wissenschaftlich vermutlich nicht belegen.


    Stellt sich weiter die Frage, was unser Sohn selber will - ich denke, er würde es ausprobieren, wäre aber genauso einverstanden, erst einmal noch zuhause weiter zu spielen.


    Kann ein 9-jähriger abwägen, was auf ihn zukommt (einerseits 3 x die Woche Training + Spiele/Turniere, "Leistungsdruck", Risiko, ausgemustert zu werden; andererseits aber auch wirklich tolle Erlebnisse wie z. B. große internationale Turniere und anspruchsvolles Training usw.) bzw. auf was er verzichtet (einerseits - hoffentlich - freies Spiel + Entfaltungsmöglichkeiten, kein Leistungsdruck, der kleine "King" sein, mehr sonstige Freizeit, andererseits fehlender Leistungsansporn, Unterforderung usw.)? Letztlich werdet Ihr als Eltern das entscheiden (müssen), aber ich persönlich denke, dass bei entsprechender elterlicher Begleitung beide Wege für das Kind ok sind. Der Umstand, dass der Werdegang im NLZ vermutetermaßen ein endlicher ist, bedeutet doch keinesfalls, dass er zu schwerwiegenden Entwicklungsstörungen führt.


    Bei einem Verbleib im alten Verein sollte allerdings der Gedanke, dass die Entwicklung des Kindes "verbaut" sein könnte, keine Rolle mehr spielen. Denn das wäre weder für das Kind noch für die Mannschaft dauerhaft gut. Wenn Ihr Euch da sozusagen frei machen könnt, wäre das meiner Meinung nach sehr hilfreich.





    Alternative Gedanken, wenn er NICHT zum Bundesligisten wechselt:


    - sportlich ganzheitlich fördern --> vielseitige Bewegungsangebote (Tischtennis, Tennis, Badminton, Frisbee, Turnen, usw.) schaffen
    - hin und wieder beim höheren Jahrgang aushelfen oder auch mittrainieren
    - zusätzlich privat auf den Fußballplatz gehen
    - an Talenttagen u.ä. in der Region teilnehmen, damit er hin und wieder ein höheres Tempo spielen kann
    - Fussballcamps in den Ferien
    - Fußballcamp beim in Frage kommenden Bundesligisten


    Warum als Alternative nur hin und wieder beim höheren Jahrgang aushelfen/trainieren? Das könnte doch dauerhaft eine ganz gute Lösung zu sein. Damit simuliert Ihr doch ein bisschen die Situation im NLZ. Der Verein selbst hätte doch damit sicher kein Problem, oder?