Beiträge von holzi

Du bist noch kein Trainertalker? Registriere dich kostenlos und nehme an unserer Community teil!

Du bist Trainertalker? Zur Anmeldung

    Ich habe wirklich tolle Eltern - muss auch mal eine Lanze brechen - die mir da in meiner Vorgehensweise auch vertrauen und mich unterstützen. Dennoch merkt man bei einigen natürlich auch diese Ergebnisorientierung. Und hier und da werde ich durch die Blume immer wieder darauf angesprochen. Ich argumentiere dann auch genauso wie du es in deinem Beitrag gemacht hast. Dennoch beschleicht mich oft das Gefühl, dass ich ja doch vielleicht ein bisschen mehr Ergebnisorientierter denken könnte. Das ist echt schwierig! Noch bin ich standhaft...


    Ich wünsche Dir weiter viel Kraft, und zwar auch und vor allem dann, wenn Erfolge kommen. Es beginnt mit "durch die Blume ansprechen" und wird dann immer deutlicher und offener. Ganz schwierig wird es dann, wenn durch die Anwendung von KiFu-Prinzipien Spiele verloren werden und wenn sich für Kinder/Eltern Alternativen in Form von Ergebnistrainern und -vereinen eröffnen. Aber irgend jemand hat es ja bereits geschrieben: möglicherweise hat man diese Abgänge sowieso. Und je mehr Trainer sagen, dass ihnen das im Interesse aller Kinder egal ist, umso besser.


    Beitrag 81 von tobn würde sich hervorragend als Einleitung für ein Vereinsnachwuchskonzept anbieten, sehr beeindruckend.

    Es macht einen Riesenunterschied, ob etwas Spaß macht oder man etwas nur aus Spaß macht. Im Kinderfußball geht es doch auf jeden Fall vorrangig darum, dass es den Kindern und Eltern und Trainern Spaß macht.

    Dass im Sport dann Dinge wie Ehrgeiz, Disziplin usw. hinzu kommen, muss kein Widerspruch sein. Habe ich etwas übersehen?

    Zitat

    Zitat von »holzi« Die Frage ist aber doch die, ob dieses "während des Spieles immer wieder mal" in der F so richtig ist. Ich nehme mich damit nicht aus, auch ich habe dieses "immer wieder mal" gemacht, halt nett und nicht laut. Wie aber irgend jemand bereits an anderer Stelle angemerkt hat, kommen die Kinder auf dem Bolzplatz auf die Idee, aufzuteilen. Das kommt automatisch. Sollte man die Kinder dieses nicht auch beim vereinsmäßig organisierten Fußball selbst erkennen lassen? Vielleicht ist der - natürlich unter Trainerbegleitung geförderte - selbst gewonnene Erkenntnisgewinn mehr wert als der "beigebrachte"? Wenn man wie die meisten Betreuer hier in der F noch gar keinen Ergebnisdruck hat, müsste das doch schon mal praktiziert worden sein. Hat hier jemand Erfahrungen und kann darüber berichten?
    Was passiert, wenn man ohne Positionen spielt, sieht man jedes Mal im Abschlußspiel oder auf Kindergeburtstagen in der Soccerhalle. Einige kapieren es halt, andere denken nur an sich. Einigen ist der Mannschaftserfolg wichtig, anderen der persönliche. Meine Jungs fangen jetzt mit neun Jahren im Abschlußspiel langsam eigenverantwortlich an, eine eigene Ordnung herzustellen. Die Organsisation übernehmen aber meist die defensiv orientierten, taktisch reiferen Kinder. Ob sie darauf gekommen wären, wenn sie bis heute ohne Positionen spielen würden, wage ich zu bezweifeln.


    Fakt ist aber wohl auch, dass Du in diesem Punkt deutlich - nicht nur ein bisschen - von der Forumsauffassung abweichst, wenn Du darauf verweist, dass Deine 9-jährigen - wie Du ja auch - viel Wert auf Ordnung und Positionsaufstellung legen. Dann war das auch bereits in der Vergangenheit - also F - ein ganz wichtiges Thema. Und ob das in einer F so wichtig ist, bezweifle ich. Die Gefahr dabei ist, dass man im nächsten Schritt verführt wird, die vermeintlich für eine Position gut geeigneten Spieler auch auf diesen Positionen spielen zu lassen (wer A sagt.....).. Eine solche "positionstreue" Mannschaft hat unbestritten bis zu einem gewissen Alter den Vorteil, dass man Spiele gewinnt. Aber vielleicht hätte man den spielerischen Erfolg ja sowieso, weil z. B. ohnehin gute Fußballer am Werk sind. Und ich bin davon überzeugt, dass Kinder nahezu alleine auf die Idee kommen, dass eine gewisse Ordnung von Vorteil ist. .





    Ich spiele auch selbst jede Woche in einer bunten Hobbytruppe mit vielen Straßenfussballern - ohne Positionen. Trotzdem ist das Verständnis für "Breite geben", gruppentaktische Elemente, ballorientiertes Verschieben, defensive Absicherung, etc. bei vielen überschaubar. Im Gegenteil gehören zwei meiner besseren E-Jugend-Kinder, die manchmal mitspielen, vom Spielverständnis zu den Stärksten.

    Wenn sie auch zu den starken Dribblern gehören, kein Problem. Ansonsten kann ich es kaum glauben, dass Deine Kinder zu solchen Dingen wie "ballorientiertes Verschieben" eine Meinung haben. Ich spiele auch in einer Hobbytruppe und mir ist Spielverständnis so was von egal. Ich bewundere aber Spieler, die gut dribbeln können oder brillante Tore schießen oder oder oder,.... Erst recht bewundere ich das bei Kindern....


    Der Straßenfussball alleine bringt es nicht. Die Mischung macht es.

    Gemessen an welchem Ziel?

    Zitat von »Schimanski« Mir ist ist in den zwei Jahren keine Mannschaft untergekommen, die ohne eine Grundaufstellung spielt. Das hat auch überhaupt nix mit Mannschaftstaktik, Laufwegen oder Taktikzwangsjacke zu tun, sondern beschreibt lediglich eine grobe Raumaufteilung.
    das sehe ich absolut genau so.

    Das geht mir zwar genau so, die Frage ist nur, ob es richtig ist.

    Hab noch keine einzige Mannschaft gesehen, die nicht in irgendeiner Grundaufstellung gespielt hat. sieht man beim Anstoss und nach jedem Tor doch wohl sehr deutlich.

    Klar, da ist man erst mal in der eigenen Hälfte und da sieht das etwas geordneter aus :]


    Und auf diese Grundeinstellung habe ich auch in der F-Jugend während des Spieles auch immer wieder mal wieder aufmerksam gemacht, anderes wäre doch unrealistisch..


    Der Eine lauter und erregter, der andere weniger laut.



    Die Frage ist aber doch die, ob dieses "während des Spieles immer wieder mal" in der F so richtig ist. Ich nehme mich damit nicht aus, auch ich habe dieses "immer wieder mal" gemacht, halt nett und nicht laut. Wie aber irgend jemand bereits an anderer Stelle angemerkt hat, kommen die Kinder auf dem Bolzplatz auf die Idee, aufzuteilen. Das kommt automatisch. Sollte man die Kinder dieses nicht auch beim vereinsmäßig organisierten Fußball selbst erkennen lassen? Vielleicht ist der - natürlich unter Trainerbegleitung geförderte - selbst gewonnene Erkenntnisgewinn mehr wert als der "beigebrachte"? Wenn man wie die meisten Betreuer hier in der F noch gar keinen Ergebnisdruck hat, müsste das doch schon mal praktiziert worden sein. Hat hier jemand Erfahrungen und kann darüber berichten? Vielleicht ist das "immer wieder mal in Erinnerung rufen" ja auch richtig, denn nahezu alle Eltern beknien einen Trainer ja, dass die Kinder das brauchen. Aber ist das so?





    Und auch für mich hat das nun nichts mit taktischen Vorgaben oder sonstwas in Richtung Taktik zu tun.

    Naja, kommt auf die Definition an


    In Diskussionen stellt es sich für mich nun so da , dass die einen bei angesprochenen Spielsystemen einfach nur diese
    Grundaufstellung sehen, während andere durchaus das taktische Spielen dieses Spielsystemes sehen.

    Die permanent oder - wie Du es formulierst - "immer wieder mal" in Erinnerung gerufene Grundformation ist schon eine Art Taktik. Kannste in jeder Bundesliagspieltagsvorschau als "taktische Formation" oder so ähnlich nachlesen.

    Ich denke, die Kritik mancher Forumsuser ist gerade deshalb so hart, weil sie das, was sie hier an Auffassungen vertreten, auch in der Praxis umsetzen. Gerade weil sie dabei erhebliche Widerstände überwinden müssen und eben nicht die Könige der Kreisklasse (oder was auch immer) sind, vielleicht sogar von den "Erfolgstrainern" und "Erfolgseltern" belächelt werden, reagieren sie sensibel. Das vermute ich jedenfalls und kann es auch verstehen.


    Andererseits gibt es eine ganze Menge Kindertrainer, die vielleicht an der Grenze stehen und erkennen, dass der "Erwachsenenfußball" nichts für die Entwicklung der Kinder ist, aber trotzdem im Wettbewerb mit den "Erfolgstrainern" stehen. Die sollte man in der Tat nicht vergraulen. Aber man sollte nun nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen, talentschmiede-svs diskutiert ja weiter im Forum, was ich schon mal sehr gut finde.


    Eine gewisse Grundordnung (z. B. Reihe vorne - Reihe hinten) wird in der F-Jugend zumindest als grobe Vorgabe schon förderlich sein und ich kann mir tatsächlich nicht vorstellen, wie das ansonsten funktionieren kann. Wer das aber zu ernst nimmt und gar als System diskutiert und vorgibt, der steht mit 100%iger Sicherheit da und pfeift dann das Kind zurück, welches eigentlich "hinten" stehen soll, aber dann nach vorne läuft (analog: links und rechts). Um genau dieses "Herumdirigieren" geht es relativ häufig beim "Herumbrüllen" in der F. Und genau das hat in der F-Jugend nichts verloren.

    Der DFB hat momentan die Webseite: Gleiche Spielzeiten für F und G-Jugend gesperrt! (Nicht, dass da ein übereifriger Mitarbeiter am Werke war?)

    Habe es gerade probiert, der Link funktioniert wieder!


    Unser Problem ist jedoch nicht die F und G-Jugend allein, sondern ein Sinneswandel bei den generellen Einsatzzeiten im Jugendbereich. Die Nachteile einer Aufteilung der Mannschaft in Stamm- und Auswechselspieler werden von Jahr zu Jahr deutlicher, weil zum einen durch den demografischen Wandel die Jahrgangszahlen rückläufig sind und desweiteren die Bereichschaft der schwächeren Kinder und Jugendlichen wenig zu spielen, schwindet.

    Ja. Und vielleicht auch, weil Eltern solche Dinge - anders als früher - nicht mehr einfach als von Gott gegeben hinnehmen.


    Der eigentliche Sinneswandel ist jedoch erst dann vollzogen, wenn man versteht, dass es mittel- und langfristig mehr Vorteile gibt, allen Spielern während der Ausbildungsphase gleiche Spielanteile zu gewähren. Dazu ist es natürlich wichtig, geeignete Zeiträume zu wählen. Denn im Breitensport sind die Jahrgangszahlen pro Team stark schwankend, sodass es auch für größere Teams gute Lösungen geben muß!

    Man muss dann Spiele als Eltern, Kinder und Betreuer bewusst und zielgerichtet - und das mitunter sehr hoch!! - verlieren können. Man muss sehr überzeugend vermitteln können, dass sich das zu irgendeinem späteren - aktuell nicht prüfbaren - Zeitpunkt auszahlt.


    Wenn der Spaß für alle Beteiligten im Mittelspunkt stehen soll, so besteht der Sinneswandel im Breitensport darin, dass zukünftig der Trainer seine Mannschaftsaufstellung nicht mehr allein nach dem Gewinn von Meisterschafts- und Pokaltitels auszurichten hat, sondern nach dem aktuellen Bedarf an Spielzeiten für seine Mannschaft. Schließlich liegt es an ihm, alle Spieler bestmöglich auszubilden. Das wird am besten gelingen, wenn über gleiche Spielanteile ausreichend Erfahrungen gesammelt werden.

    Das ist richtig, aber das als Einzelner umzusetzen, ist in allen Bereichen sehr schwierig. Ich finde die deutlichere Formulierung des DFB in diesem Punkt sehr wichtig. Die früheren Formulierungen konnten nie als Argument verwendet werden, jetzt aber schon!! ich denke, schon mit einer verbindlichen Vorgabe in G und F wäre da viel geholfen, denn auch da geht es zu, als sei die Champions League das Ziel. Und dann geht es Schritt für Schritt weiter.


    Zwar war es auch schon früher das hohe Ziel den Kindern den Spaß am Fussball zu vermitteln, so dass sie dem Fussball ein lebenlang treu bleiben, gleich geblieben. Die Frage, wie dies am besten zu geschehen habe, hat sich durch die Veränderungen signivikanter Eckpunkte jedoch verändert und bedarf deshalb auch sinnvoller Anpassungen.

    Alles richtig, aber siehe oben..

    Was ich nicht ganz verstehe, Guenter, ist Folgendes.


    In einem Dorfverein ergeben sich nicht zwangsläufig die von Dir genannten idealen Kinderzahlen. Wenn es z. B. in der F oder E für zwei Teams nicht reicht, kommt es - gar nicht mal selten - vor, dass man auch mal 16 oder 17 Kinder für eine E-Mannschaft hat. Manchmal fehlen auch einfach Betreuer für eine zweite F oder E. Wie hast Du über einen ja sehr langen Zeitraum immer dafür gesorgt, dass die Mannschaft trotzdem - in Deinem Sinne - ideal klein bleibt? Stelle ich mir gerade nicht so einfach vor.

    Nur ergänzend möchte ich darauf hinweisen, dass der DFB sich nunmehr beim Thema "Einsatzzeiten" jedenfalls für G- und F-Jugend sehr deutlich für gleiche Spielzeiten für alle Kinder ausspricht und betont, dass sich Wechsel niemals an Ergebnissen orientieren sollten!


    Nachzulesen unter


    www.dfb.de/trainer/f-juniorin/…ielanteile-fuer-alle-143/


    Das finde ich insoweit äußerst bemerkenswert und auch hilfreich, als sich bislang die "Erfolgstrainer" hinter weicheren DFB-Formulierungen verstecken konnten wie "auch mal die Guten draußen lassen". So deutlich hatte ich das bislang nicht gelesen oder habe ich da in der Vergangenheit etwas überlesen?

    stimmt, das Wort Leistungsträger in einer E-Jugend ist wirklich totaler Quatsch. Wollte nur beschreiben, wie es für meinen Sohn im Laufe der Jahre war. Erst durfte er sehr wenig spielen (da Dezemberkind, weniger entwickelt, auch noch recht verträumt), dann durfte er auf einmal fast immer durchspielen (hätte er meiner Meinung nach natürlich auch nie gebraucht, er hat aber wirklich auch 100% Trainingsbeteiligung gehabt, weit weg von dem nächsten) jetzt darf er so gut wie gar nicht spielen.

    Ich kann Eure Situation sehr gut nachvollziehen. Das ist wirklich großer Mist. Gibt es denn bei Euch in der Nähe einen Verein, von dem Du weißt, dass er Einsatzzeiten anders verteilt? Das wäre doch im Winter eine Überlegung wert, wenn es im aktuellen Verein nicht zu ändern ist.

    Ich bin jetzt nur noch betroffener Vater. Mein Sohn spielt nun 6 Jahre in unserem Verein. Am Anfang durfte er wenig spielen, da er ein Dezemberkind ist, und auch noch recht verträumt war. Fußball hat er schon immer geliebt. Zwischendurch gehörte er zu den Leistungsträgern der E2;E4 und durfte fast immer durchspielen. Jetzt haben wir wahnsinnig große D-Jugendmannschaften und er ist Bankdrücker (5-Minuteneinsätze). Jetzt in der D-Jugend haben schon viele Kinder aufgehört. Ich habe alle gefragt, warum. Viele kenne ich ja auch schon Jahre. Alle haben sie gesagt, weil sie eh nicht spielen dürfen. Viele 12 Jährige tun sich die Bankdrückerei nicht lange an. Mir tut es um jeden leid, der aufhört, denn ich weiß viele würden gerne Fußballspielen, wenn sie eben nicht immer nur Bankdrücken müssten. Jetzt spielen sie halt nur noch Videospiele. Klar müssten sich mehr Eltern engagieren, aber das ist auch keine Pauschalentschuldigug dafür, das ich die Schlechteren einfach auf der Bank sitzen lasse, da ich die eigentlich eh nicht brauch und eigentlich die eh nicht will und jetzt in der D-Jugend der Leistungsgedanke o.k. ist.


    Wenn ich lese, dass Dein Sohn zwischendurch "Leistungsträger" in der E2, E4 war und fast immer durchspielen konnte, stellt sich mir die Frage, wie nachhaltig Deine Gedanken um alle Kinder in Eurem Verein wirklich sind. Denn wenn Dein Sohn fast immer durchspielen konnte, waren es entweder so wenige Kinder, dass dieser Umstand sich nicht nachteilig auf die Einsatzzeiten anderer Kinder auswirkte (was ich ehrlich gesagt nicht glauben könnte wegen der Verwendung des im E-Jugend-Bereichs suspekten Begriffs "Leistungsträger") oder ob nicht die - für mich durchaus nachvollziehbare - Sorge eines Vaters durchkommt, dass der eigene Sohn eben nicht mehr durchspielt, sondern sogar unterdurchschnittlich hohe Einsatzzeiten erhält. Ich will Dir nicht zu nahe treten, aber ich nehme an, dass Du nicht protestiert hast, als Dein Sohn durchspielte, oder?



    Ich bin aber grundsätzlich Deiner Meinung, dass das Ausgrenzen von Kindern bei Einsatzzeiten absolut daneben ist.



    Weiteres Zitat House:


    "Für mich hat ein gemeinnütziger Dorfverein die Aufgabe, allen Kindern, die Fußballspielen wollen, das vernünftig zu ermöglichen. Als Trainer muss ich schauen wie ich a l l e Kinder die ich habe, am Besten einsetzte. Viele Trainer in unserem Verein wollen hauptsächlich ihre Söhne gut platzieren und als große Meistertrainer dastehen (schon in der F-Jugend!!). Das ist aber meiner Meinung kein großartiges ehrenamtliches Engagement, wenn's mir nur um meine Söhne und das Siegen geht und nicht um alle Kinder. Ich möchte nicht, das so etwas auch noch steuerlich gefördert wird. Warum?"


    Auch bei unserem Verein gibt es viele "Vatertrainer" (ohne die es nicht funktionieren würde). Ich kann definitiv für keinen dieser Trainer bestätigen, dass es denen nur um ihre Söhne geht. Ein Problem ist eher, dass auch in jungen Jahren wegen der Tabellen usw.. die Ergebnisse eine große Rolle spielen und das Training vielleicht nicht immer so vorbereitet wird, wie es für uns oder den DFB wünschenswert wäre. Das betrifft aber unterschiedslos viele Trainer. Aber immerhin: es findet Training statt und wird von Menschen ohne finanzielle Interessen organisiert.


    Im übrigen ist es auch selbst für junge Trainer, die sich mit den DFB-Vorgaben auseinandersetzen, nicht ganz einfach, wenn - z. B. weil vorher nicht ausgetüftelt wurde, wie die gleichen Einsatzzeiten zu organisieren sind - im E-Jugend- oder D-Jugend-Punktspielbetrieb in engen Spielen bewusst die Entscheidung getroffen werden muss, ein Spiel zur Ermöglichung einer fairen Einsatzzeit auch zu verlieren. Ohne dahinter stehendes Vereinskonzept und ohne permanente Belehrung aller Eltern (die so viel theoretisches Zeug vielleicht gar nicht hören wollen?) erlebt man da schnell eine Revolution.


    Zitat House:


    "Das predige ich eigentlich schon seit 10 Jahren so in unserm Verein. Anfangs war ich selber Trainer und wurde echt von den anderen belächelt, als ich sagte, ich lasse alle Kinder gleich lange spielen. Völliges Unverständnis von den Meisten. Seit einigen Jahren bin ich selber kein Trainer mehr, da ich es einfach wirklich nicht mehr schaffe. Es gibt in unserm Verein immer noch Trainer, die Kinder nie zu Spielen mitnehmen oder nur 5 Minuten spielen lassen und auch noch klar zu Ihnen sagen: du bist einfach zu schlecht (auch zu 10 jährigen). Viele sagen aber inzwischen auch wir setzten die Kinder nach Leistung und Trainingsbeteiligung ein und jeder muss vernünftige Spielzeiten haben. Das sagen sie zwar dann, machen es aber trotzdem nicht. Die Guten, die wenig zum Training kommen, spielen trotzdem durch, die Schlechteren, die immer beim Training sind, bleiben trotzdem die Bankdrücker."
    Mit anderen Worten gibt es eigentlich bei Euch keinen Trainer, der angemessene Einsatzzeiten verteilt. Ehrlich gesagt sind mir die Trainer, die behaupten, jeder müsse vernünftige Spielzeiten haben, dies aber nicht umsetzen, noch unsympathischer als die, die das klar kommunizieren.


    Die Kinder merken das auch selber sehr schnell und hören dann halt oft ganz mit Fußball auf. In der Freizeit muss ich mir doch nicht auch noch negative Erlebnisse (Banksitzen) antun. Oder? Bin gespannt, wie lange das mein Sohn noch mitmacht.

    Ob das immer und ausschließlich der Grund fürs Aufhören sein muss, ist nicht sicher. Bei uns im Verein gibt es Kinder, die unterdurchschnittliche Einsatzzeiten haben und trotzdem stolz und glücklich sind, dabei zu sein. Es ist zwar schlimm, wenn man vor Augen hat, wieviel mehr Spaß und Entwicklungsmöglichkeiten diese Kinder gehabt hätten bei mehr Einsatzzeit. Aber sie sind augenscheinlich so motiviert, dass dieser Umstand für sie nicht entscheidend ist. Genau so gibt es Kinder, die ausreichend Einsatzzeiten hatten und "trotzdem" aufhören (einfach keinen Spaß mehr haben).

    Genieße diese Zeit, lernte so den Trainerjob von der Pieke auf und mach dir keine unnötigen Gedanken. Wenn du einmal in Schwierigkeiten bist, dann hilft es dir meistens, dich kurz in die Gedankenwelt der dir anvertrauten Kinder hineinzu versetzen, um eine gute, gemeinsame Entscheidung zu treffen.

    Gerade mit den Bambini rsgermacht es derzeit tierisch Spaß, was ich so gar nicht erwartet hätte. Nahezu uneingeschränkte Bewegungsfreude und -spaß.

    Die unnötigen Streitgespräche finden meist nicht zwischen Kindern und Trainern, sondern zwischen Trainern und Eltern statt, weil selbstverständlich jeder genau weiß, weil leistungsorientiert heißt ...!

    Stimmt! Wobei mir gerade auffällt, dass es eigentlich gar nicht so viele Eltern sind, die stänkern. Die sind allerdings recht meinungsstark. Bei Bambini spielt das offensichtlich eine vollkommen untergeordnete Rolle....


    es dir Spaß macht, dann werden sie dir ohnehin die Bude einrennen, denn dann brauchst du dir um deine Leistung keine Sorgen zu machen! Wenn der Frust dauerhaft überwiegt, dann nützt dir selbst dieses Forum nichts mehr!

    So ist es! Obwohl das Forum besonders auch in trüben Situationen geholfen hat.....

    TW-Trainer


    Da ich nicht vorhabe, mit Kindern über F, maximal E-Jugend hinaus, zu "spielen", beschäftigen mich ältere Jahrgänge eher weniger. Für die Kinder bis E möchte ich schon wissen, ob ich richtig liege, wenn alle Kinder zu möglichst gleichen Einsatzzeiten kommen, auch wenn es um Meisterschaften, Auf- und Abstieg usw. geht. Das sehen in unserer Region geschätzte 99 % der "Übungsleiter" definitiv anders. Deshalb hatte ich Guenter noch einmal um Klarstellung gebeten. Es ist immer wieder faszinierend, wie weit weg wir hier im Forum entfernt von der Realität sind.


    Deinen Ausführungen kann ich im Übrigen nur bedingt folgen. Freitag halt; Ist aber vielleicht auch nicht so wichtig.....

    Trainer wechselt 10 Minuten vor Schluss. Spieler, der immer sein letztes gibt, immer im Training voll engagiert dabei ist, auch einer ber Besseren wird ausgewechselt gegen einen Jungen, der nicht immer im Training anwesend und auch dort nicht immer die richtige Einstellung mitbringt. Trainer hat die Einstellung, dass wir uns ja im Breitensport bewegen und er jeden Spieler bei der Stange halten will.
    Spieler jedoch stinksauer: ich verstehe es nicht, ein Anderer , ebenfalls leistungsstärkere Spieler: der Trainer wechselt, als ob es ihn nicht interessiert, ob wir gewinnen

    Die Spieler, die sauer werden, weil man um den Preis des möglichen Sieges andere Kinder einwechselt, hat man schon in jungen Jahren, allerdings mehr beeinflusst durch Eltern.


    Hier gibt es aber nicht wenige Schreiber, die das anders sehen, bis hin zur Stoppuhr für gleiche Einsatzzeiten, auch wenn es z.B.
    um Meisterschaften, Aufstieg oder Abstieg geht.

    Ja, und das eigentlich völlig zu Recht!!

    Den Kifu sehe ich nicht in dem Bereich, den ich hier angesprochen habe. Dort gelten andere Kriterien, weil es für mich
    der Zeit der Findung ist, und keiner weiss wohin der Weg geht.
    Trotzdem sehe ich es hier bereits wichtig kleine Hinweise, kleine Eckpfeiler in die zukünftige Richtung zu setzten. Ist halt die Lernphase.


    Guenter, wie würdest Du es denn mit den Einsatzzeiten halten, wenn es in G, F und E bereits um Aufstieg, Meisterschaften usw. geht? Gleiche Einsatzzeiten für alle, die beim Spiel anwesend sind oder schon mal so eine leichte Differenzierung mit Kompensation durch Freundschaftsspiele? Ab welchem Alter geht es denn mit der "leistungsorientierteren" Einsatzzeit los?


    Das ist eine ganz ehrliche Frage meinerseits, weil ich weiß, dass erhebliches Konfliktpotential schon zu F-Jugend-Zeiten gegeben ist, wenn es eben um solche Dinge geht wie Meisterschaften usw.. Und bitte jetzt nicht antworten, dass es in diesem Alter so etwas nicht geben dürfe. Das ist leider so.

    @ personalityX


    Was ich damit meine: Bei Dorfvereinen ist es den Eltern ziemlich egal, wie ihre Kinder "bespasst" bzw. trainiert werden, kommen wir dann auf eine höhere Ebene , z.B. NLZ sind die Eltern meisst ehrgeiziger wie die Spieler, ob gerechtfertig oder nicht, wird sich zeigen. Hier versuchen sich Eltern unter dem Motto zu profilieren "Mein Sohn kann... ! Da wird dann auch nicht mehr über das Kuchenbacken und die vergessenen Hausaufgaben diskutiert. Leider....

    Doch, es wird. Kuchenbacken, Hausaufgaben, Schule. Alles überall gleich, überall dieselben Gespräche. Eltern haben möglicherweise in ihrer Gesamtheit überall ähnliche Probleme....

    Und noch eine Ergänzung. Mit angemessener Spielzeit meine ich schon gleiche Spielzeit für alle Kinder, halt nur ohne Stoppuhr. Weil man aber dann u. U. Spiele nicht gewinnt, obwohl man es könnte, muss man vorher Eltern einbeziehen und über Ziele informieren. Und das wird sicher einfacher, wenn man sich auf ein Konzept berufen könnte. Was meint Ihr?

    @fan
    Großes Kompliment. Steht da ein Nachwuchskonzept dahinter?


    Wir teilen bei den Übungsstunden schon nach Alter auf. Wir trainieren überwiegend in Orientierung an DFB-Spielstunden. Funktionieren eigentlich mit Variationen für alle Kinder. Bei den jüngeren lässt nach einer gewissen Zeit die Konzentration nach, na und?
    Turniere und Spielbetrieb nur mit angemessener Spielzeit für alle Kinder des gleichen Alters. Wenn das nicht funktioniert, weil man z. B. nur hoch verlieren würde, lässt man es halt. Wird doch ohnehin von Fachleuten abgelehnt.