Beiträge von thomasg

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    Ich bin ebenfalls der Ansicht, das ausreichende Einsatzzeiten in Wettkampfspielen absolut unabdingbar sind für die Entwicklung der Spieler. Training alleine wird die Technik schulen, aber um ein funktionierendes Mitglied einer Mannschaft zu sein und seine Rolle auf dem Platz zu finden muss man nun mal spielen.


    In unser diesjährigen Mannschaft (2. Jahr D-Jugend) haben wir einige Spielerinnen, die seit drei Jahren Fußball spielen, aber in den letzten Jahren zu den gehörten, die wenig Einsatzzeit hatten. Beim Training machen sie die Übungen so gut wie alle anderen, aber auf dem Platz müssen sie fast heran geführt werden wie Anfängerinnen. Sie müssen im Prinzip von Grund auf lernen, mit der Wettkampfsituation zurecht zu kommen und sich von der Nervösität nicht übermannen zu lassen. Sie spielen ihre erste 'richtige' Saison mit ordentlichen Einsatzzeiten, das merkt man deutlich. Sie fangen jetzt -mit drei Jahren Verspätung- erst an wirklich Teil einer Mannschaft zu sein und sich auf dem Platz zurecht zu finden. Allerdings ist es diesjahr auch leicht, da wir nur 10 Spielerinnen haben und der Mindesteinsatz von 30 Minuten bei dem übersichtlichen Kader keine besonderen logistischen Probleme bereitet, auch mal schön :)


    Das Problem mit den wenigen Einsatzzeiten holt einen irgendwann wieder ein, das merkt man im höheren Jahrgang. Und echte dicke Paules gibt es m.E. nur ganz wenige, nicht alle können Leistungsträger werden, aber ich bin mir sicher das man aus fast jeden ein funktionierenden Bestandteil im Mannschaftsgefüge machen kann.

    wird die A-Jugend mit der B-Jugend aufgestockt, sind dort Spieler die sonst keine Mannschaft hätten ? Sonst verstehe ich das Vorgehen gar nicht, wo ist denn das Problem mal 1 Jahr keine A-Jugend zu haben, wenn sonst alle Jugendklassen besetzt sind ? So ein 'Kraftakt' mit absehbaren Durststrecken (ergebnistechnisch gesehen) kann sich doch nur dafür lohnen, alle Spieler 'bei der Stange' zu halten, wenn einige sonst keine Mannschaft hätten.

    Um 14.00 Uhr mit ärztlichem Attest eine Sitzung abgesagt, die um 19.00 Uhr stattfinden sollte ? Warum erst ein paar Stunden vor der Sitzung ? Warum nicht zumindest ein Anruf vorher bei der Kammer, auch wenn vielleicht das Attest noch nicht vorlag ? Plötzliche Übelkeit, Überraschender Beinbruch ? Klingt für mich doch sehr nach einem Versuch des Ausreizens von formellen Möglichkeiten, um die Kammer oder den Streitgegner zu ärgern. Da würde ich mich nicht wundern, wenn die Verfahrenskosten trotzdem in Rechnung gestellt werden.

    Ich kann da kein wirkliches Problem erkennen. Dein Sohn hat eine solide Stellung in der Mannschaft, kriegt ordentliche Einsatzzeiten und Mannschaft und Trainer sind o.k. Fußballherz, was willst Du mehr ? Nicht jeder hat den Willen und die Mentalität, in einer Gruppe das Alphatierchen zu geben. Liegt nicht jedem, sollte man auch nicht künstlich erzwingen oder die Kids in Machtkämpfe hetzen.


    Bei mir in der Mannschaft verkaufen sich z.Zt. auch zwei Mädchen etwas 'unter Wert', weil ihnen ihre Schüchternheit im Weg steht. Sie sind spielintelligenter als einige andere, die aber viel beherzter und unbekümmerter zu Werke gehen. Eine will jetzt in der Hallenkreismeisterschaft nicht spielen, weil es ihr in der Halle zu hektisch zugeht und sie entsprechend gehemmt ist, obwohl sie eine der wenigen ist die auch schon mal einen Pass in die Tiefe spielen kann, wenn sie mal die Ruhe dazu hat, was andere noch gar nicht hinbekommen. Mehr als die Mädels im Training und im Spiel positiv zu unterstützen und zu loben und ihnen vernünftige Einsatzzeiten zu geben kann man nicht machen, der Rest kommt dann schon (hoffe ich). Besondere Motivationstricks möchte ich nicht anwenden, die Zeit muss das regeln.

    Ich bin in der glücklichen Lage, fürs Training und bei Spielterminen in der Woche entsprechend früh Feierabend machen zu können, dem öffentlichen Dienst mit Gleitzeitregeln sei Dank. Die normalen Spieltermine sind in den letzten Jahren immer Samstags gewesen, da ist es eh kein Problem. Insofern bin ich in unserem Betreuerteam (z.Zt. 2, wir waren auch schon zu dritt) derjenige, der immer Zeit hat =) Private Termine stehen bei Fußballplanungen immer hinten an, das akzeptiert auch meine Frau mittlerweile. Die weiß das mir das wichtig ist, auch wenn sie es nicht wirklich versteht. Dann komme ich halt später nach zum Geburtstagskaffee beim Schwager :)

    baileys3,


    hätte ich nicht besser ausdrücken können. Wir haben mittlerweile auch über 20 Mädchen dabei und haben nach drei Jahren erstmalig zwei Mannschaften gemeldet. Die Qualität des Fußballs ist sicherlich nicht das Gleiche wie bei den Jungs, aber bei Jungsmannschaften hätten von ihnen kaum welche angefangen, vielleicht die drei oder vier Fußballverücktesten. Und gerade spätere Einsteiger würde es gar nicht mehr geben, die kämen bei den Jungs doch gar nicht mehr zurecht und würden auch nicht akzeptiert werden. Ich kann nichts schlechtes an reinen Mädchenmannschaften sehen, Man muss es halt als eigene Sportart begreifen und darf nicht ständig Vergleiche zu den Jungs ziehen. Die hinken schon deswegen, da nur die wenigsten Mädchen in ihrer Freizeit außerhalb des Trainings auch noch mal bolzen. Da muss man dann was die technische Entwicklung betrifft eben auch Geduld mitbringen.

    Sehe ich als Trainer einer Mädchenmannschaft genauso. Gemischte Jungs-/Mädchenmannschaften sind doch jetzt schon zulässig, nur müssen sie halt bei den Jungs mitspielen. In ausdrücklich so gebildeten Mädchenklassen sollten keine Jungs auftauchen, mein Bauchgefühl sagt mir das würde schiefgehen. Die anderen Mannschaften würden sich benachteiligt fühlen, und gerade die schwächeren würden wieder einmal auf der Strecke bleiben und noch weniger eingesetzt werden um dagegen halten zu können.

    Wir haben leider im Winter auch nur eine kümmerliche Trainingsstunde in der Halle. Da diese Zeit für unsere Mädchen traditionell jedes Jahr auf den Samstag vormittag liegt, scheidet schon witterungsbedingt ein zweites Training in der Woche nach Feierabend aus. Dafür ist es in diesen Monaten abends wirklich etwas ungemütlich. Ich finde das aber nicht weiter schlimm, in der Saison wird 2 x trainiert, dazu Samstag das Spiel, macht für die Mädchen schon 3 x die Woche Fußball. Ich finde ein Herunterfahren nach der Saison und Training in reduzierter Form für alle ganz erholsam, bevor es im Früjahr wieder richtig losgeht.


    Die Hallenkreismeisterschaften der Mädchen werden hier im Kreis immer ganz zum Schluß ausgetragen, für uns ist der letzte Vorrundenspieltag Anfang März ! Das ist ne lange Zeit nur mit Training ohne Wettbewerbsspiele, da sollte man schon was zur Abwechslung einstreuen. Ich kann sehr empfehlen, statt 'richtiger' Turniere einfach zur Trainingszeit mal eine andere Mannschaft einzuladen, 4 Mannschaften zu bilden und ein Miniturnier zu spielen. Das haben wir dieses und letztes Jahr ein paarmal gemacht und hat gegenüber einem 'richtigen' Turnier mit vielen Mannschaften den Vorteil, bei kurzem Zeitaufwand viel Spiel- und wenig Wartezeit zu haben. Auch Ersatzspieler gibt es bei der Aufteilung auf jeweils 2 Mannschaften dann kaum. Wettbewerb ist trotzdem da, immerhin geht es im richtigen Trickot gegen 'fremde' Mädchen, und auch das 'interne' Spiel untereinander sieht plötzlich anders aus als das Abschlußspiel im Training. Und keine Hektik durch zuschauende und anfeuernde Eltern, da das ganze als Training und nicht als Turnier 'verkauft' wird. Wir jagen zwar niemanden aus der Halle, aber es schauen kaum welche zu, offenbar da es eben kein Turnier mit Siegerehrung o.ä. ist.


    Die Mädchen sind im jeweiligen Spiel genauso 'heiß' wie bei den Punktspielen draußen auch, aber interessanterweise gab es anschließend noch nie eine Nachfrage nach einem Gesamtsieger. Beim ersten Miniturnier hatte ich die Ergebnisse der Mannschaften noch mitgeschrieben, aber es war völlig überflüssig. Auch vielleicht ein Zeichen dafür, dass Tabellen bis zu einem gewissen Alter eher was für Erwachsene und den Kids eher egal sind.

    Im letzten Stern ist ein Beitrag 'Und übrigens: schwul'. Im Artikel findet sich der Hinweis, das nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen die sexuelle Orientierung schlichweg im Erbgut jedes Menschen verankert ist: Wird die epigenetische Markierung in der befruchteten Eizelle einer heterosexuellen Mutter gelöscht, wird der Sohn heterosexuell. Wird sie nicht gelöscht, wird er homosexuell (was offenbar seltener vorkommt).


    Eine medizinische Erklärung klingt mir sehr einleuchtend. Ich jedenfalls habe mir sicherlich nie bewußt ausgesucht, auf Frauen zu stehen. Es war einfach so. Das wird bei einem homosexuellen Mann nicht anders sein. Man kann hier nicht wertend argumentieren, es ist nicht moralisch richtig oder falsch, auf ein bestimmtes Geschlecht zu stehen, kann es gar nicht sein.


    Ausuferungen wie auf dem CSD haben meiner Meinung nach wenig mit dem Schwulsein zu tun. Grund dürfte eher sein, dass Männer ihre Sexualität generell lauter und agressiver leben, auch hererosexuelle Männer können in Gruppen sehr unangenehm werden (schon mal auf Mannschaftsfahrt gewesen und eine hübsche Frau geht durchs Zugabteil ? Fremdschämen pur, wenn die richtigen Strategen dabei sind. Oder auf auf einer Jungesellenverabschiedung und als Höhepunkt tritt eine Stripperin auf ? Erstaunlich, wie geil und peinlich plötzlich auch heterosexuelle Männer werden können)


    Was gar nicht geht, ist die einfache Gleichung Schwul = dauergeil und aufdringlich = pädophil aufzumachen. Ich stehe auf Frauen und kriege es trotzdem fertig, den Arbeitstag zu überstehen, ohne meine weiblichen Kolleginnen anzuspringen. Und auf kleine Mädchen stehe ich auch nicht. Warum also den Homosexuellen anderes unterstellen ? Gut, Keller-Kicker, meine Kolleginnen müssen nicht mit mir Duschen. Aber das sich ein homosexueller Fußballer aus Selbstschutz nicht outet, halte ich trotz allem für mehr als verständlich. Hitzlsperger jedenfalls würde ich nicht unterstellen wollen, sein unerkanntes Schwulsein freudestrahlend dafür genutzt zu haben, sich unter der Dusche nackte Männer anzusehen. Ich denke es wäre ihm lieber gewesen, sich angstfrei outen zu können.


    Ganz schwierig finde ich das Thema Religion. Ein Leben lang gegen die Homosexualität ankämpfen und damit als homosexueller Mann quasi ständig im Kampf mit sich selbst zu stehen, um ohne Sünde zu sein ? Kann ich mich nicht mit anfreunden, jeder hat das Recht auf ein selbstbestimmtes Leben. Ich lebe meine Sexualität gerne aus, warum soll ich das nicht auch den gleichgeschlechtlich orientierten Männern gönnen.


    ballgewinnski,
    um nochmal auf den Sport zurück zu kommen, das Beispiel mit der Torhüterin im Eishockey war mir bekannt. Aber ich halte das nicht für übertragbar auf den Fußball. Im Eishockey ist der Torwart viel mehr ein reiner Linien-/Reaktionstorwart als beim Fußball und damit sind die körperlichen Unterschiede nicht so gravierend. Ich bin davon überzeugt, wenn sich ein Fußballprofiverein eine Verbesserung der Mannschaftsqualität davon versprechen würde, dann würde längst die erste Frau in einer Bundesligamannschaft spielen. Aber selbst eine Fußballnationalspielerin könnte vermutlich nicht einmal unterklassig in der sagen wir mal Regionalliga bei den Männern mithalten. Das Experiment Frauen einzusetzen lohnt sich einfach nicht. Und ich bin kein Chauvi, ich bin mit großer Freude Mädchentrainer.

    PS: Ich provoziere ja gern zwecks Nachdenken - warum dürften trotz Emanzipation niemals Frauen in der Herren-Bundesliga mitspielen (in Bunten Ligen schon: weil man Fußball dort nicht so ernst nimmt)?


    Das ist einfach: Weil sie nicht mithalten können. Im Profisport undenkbar, das man leistungsschwächere mitspielen lässt. Hat nun so gar nichts mit Ausgrenzung zu tun, nur weil sie Frauen sind.

    keller Kicker,


    ich habe einen Bekannten, der war früher verheiratet und hat später gemerkt, dass er sich zu Männern hingezogen fühlt. Hat sich scheiden lassen und lebt jetzt seit Jahren mit einem Mann zusammen. Man kann doch nicht über sexuelle Ausrichtungen diskutieren, man ist entweder homosexuell oder hetero (oder bi), das sucht man sich doch nicht bewußt aus. Und mit einer Vorliebe für Kinder hat das nun schon gar nichts zu tun. Schwer bedenklich, das einfach so in einen Topf zu werfen. Und solange es die Aussage 'Hitzelsberger: ich bin schwul' in die Nachrichten schafft und nicht die Aussage 'Effenberg: ich stehe auf Frauen' ist es notwendig, daran zu arbeiten dass die sexuelle Ausrichtung eben keine Nachricht mehr wert ist (Solange es sich um Erwachsene handelt). Outings aus Macho-Sportarten sind daher alles andere als billige Effekthascherei. Trotzdem natürlich unverschämt, dass H. einfach auf deine Mail nicht antwortet, der macht es sich wirklich einfach........

    Ich hoffe, wir sind uns alle einig, das die sexuelle Ausrichtung eines Fußballers eigentlich keine Rolle mehr spielen sollte. Sollte, tut es in der Realität aber offenbar. Sonst würde man die gleichgeschlechtlich orientierten Profis ja kennen, da sie dies offen ausleben würden. Das sich niemand traut, so offen zu sein, spricht für sich.


    Insofern finde ich positiv, dass jetzt ein Exprofi bereit war, seine Homosexualität bekannt zu machen. Ein Schritt in die Normalität. Aber ich fürchte es wird noch lange dauern, bis auch aktive Profis offen dazu stehen werden, und vemutlich haben sie Recht mit diesem Verhalten.

    Zitat von Steini: Man muss nur die wichtigesten Protagonisten fragen, die Kinder und Jugendlichen.


    Exakt, das ist doch das wichtigste. Wenn ich die sehr ehrgeizigen Trainer so erlebe, kann man sich schon fragen ob die für ihre Ziele arbeiten oder ob es tatsächlich um die Kinder geht. Ich betreue derzeit eine sehr inhomogene Mädchen D-Jugend. Alle spielen ungefähr gleichlang, bei den schwächeren hapert es nicht an einer rückständigen Technik o.ä., sondern an der mentalen Kampfbereitschaft und dem Willen sich unbedingt durchsetzen zu wollen.


    Ich habe eben ein paar Sensibelchen dabei, die sich auch nach drei Jahren Fußball noch schwer tun mit der Wettkampfsituation. Wenn wir jetzt im Winter statt Training mal eine andere Mannschaft einladen für ein Mini-Turnier sind die schon nervös, anstatt einfach Bock aufs Spiel zu haben. Ich habe aber auch ein paar absolute Kampfschweine, die die Mannschaft trotz der Unausgeglichenheit mit vielen 'Zitterspielen' und engen Ergebnissen in der Hinrunde auf den 2. Platz in der 1. Kreisklasse gezogen haben. Den eigentlichen fälligen Aufstieg in die Kreisliga konnte ich durch einen Antrag bei der Staffelleitung verhindern, da würde es aufgrund der Unausgeglichenheit in der Mannschaft vermutlich nur Klatschen geben. Damit würde man das gerade sich entwickelnde Selbstbewußtsein der schwächeren Spielerinnen komplett torpedieren.


    Als Trainer würde es mich schon interessieren, mal in der örtlich höchsten Spielklasse unterwegs zu sein. Wäre vielleicht auch gegangen, da wir für die Kreisliga eventuell 2 Mädchen aus der C-Jugend hätten dazu bekommen können (spielen als D-Jugendlich z.Zt. schon bei der C-Jugend mit). Dies wäre aber automatisch wieder zu Lasten der Einsatzzeiten der schwächeren Mädchen gegangen, und mir ist die Entwicklung der schwächeren Mädchen wichtiger.


    Bis auf die drei stärksten Mädchen waren alle in den letzten Jahren eher wenig eingesetzt und spielen im Grunde ihre erste 'richtige' Saison mit entsprechenden Einsatzzeiten und einer festen Rolle im Team. Mir macht das sehr viel Spaß, diese Entwicklung zu begleiten, auch wenn es vermutlich über mehr als mal im örtlichen Kreisklassenfrauenteam zu landen vermutlich nicht reichen wird (aber wer weiß ?). Außerdem ist die Gruppendynamik in so einer Mannschaft durchaus spannend, bei allen spielerischen Unterschieden muss ein entsprechender Respekt untereinander herrschen. Es hat mich z.B. sehr gefreut, dass ein Mädchen zum Mannschaftskapitän gewählt wurde, die eben nicht zu den stärksten Spielerinnen gehört, die aber aufgrund ihrer sozialen Kompetenzen von allen respektiert wird.


    Eine Aussage aus diesem Thread, mich interessieren nur die besten 2-3 %, kann ich nicht nachvollziehen. Das soll keine Kritik sein, die Arbeit der Trainer in Leistungszentren, in Auswahlmannschaften etc. ist wichtig für die Entwicklung der stärksten Spieler. Aber sie richtet sich eben nur an einige Prozent aller Fußballer und hat nichts mit Breitensport zu tun. Da sollte man als Trainer schon wissen, wo man sich befindet und in der Lage sein, entsprechende Prioritäten zu setzen.

    Ich bin nicht so der extrovertierte Typ. Ich müsste mich schon sehr verstellen, wenn ich meine Mannschaft durch einpeitschende Ansprachen vor dem Spiel in Stimmung bringen soll. Ich glaube, die würden das auch merken und es würde nicht so gut kommen. Man sollte sich nicht verstellen, denke ich.Ich glaube, dass auch ein ruhigeres Vorgehen erfolgreich sein kann. Aber wer extrovertiert verlanlagt ist, warum nicht ? Hauptsache, man bleibt authentisch. Ich denke, man sollte die Kinder ernst nehmen und nichts vorspielen, was man nicht selbst so empfindet.

    Wir setzen auch regelmäßig jüngere Spielerinnen ein. Ich habe festgestellt, dass das auch kein großes Problem ist. Bei den Jungs wäre das schwierig, bei den Mädchen ist der Leistungsunterschied aber nicht so groß. Da kann man auch als 10- oder 11-jährige mithalten, wenn man zumindest mit dem nötigen Kampfgeist in die Partie geht. Wenn man allerdings technisch ein Problem hat und dann auch noch vor Ball und Gegner stiften geht, dann wird es schwer.


    Ich glaube nicht, dass bei den Mädchen das unterschiedliche Alter grundsätzlich kein Problem darstellt. Ich habe dagegen festgestellt, dass der überwiegende Teil der Mädchen nur beim Training oder Spiel gegen den Ball tritt und es nur wenige Spielerinnen gibt, die auch in Ihrer anderweitigen Freizeit noch gegen den Ball treten. Auch die Mentalität, mit der man auf den Platz geht, ist oftmals völlig unterschiedlich. Es gibt einige Kämpferinnen und viele, die es nicht mit 100 % Einsatzbereitschaft betreiben oder sehr schüchtern an die Sache heran gehen, auch nach den ersten Spieljahren noch. Die wirklich 'Fußballverückten' können die Altersunterschiede zu ihren älteren Mit- und Gegenspielerinnen, die nicht mit gleichem Einsatz und Trainingsfleiß (insbesondere außerhalb des regulären Trainings) bei der Sache sind, ausgleichen. Das gilt nach meinen Beobachtungen aber nicht für die breite Masse. Ein 'normal' interessiertes Mädchen wird 1-2 Jahrgänge über ihrer Altersgruppe überfordert sein. Da gilt es abzuwägen, ob die jüngeren Mädchen tatsächlich den nötigen Einsatz bringen, um bei älteren mitzuspielen.

    Halo Steve-O,


    möchte mich meinen Vorrednern noch einmal anschließen. Bei einem geschlossenen Wechsel der Mannschaft in die nächsthöhere Altersklasse ist man als dann rein jüngerer Jahrgang i.d.R. nicht in der Lage, die Vorjahreserfolge zu wiederholen. Das ist völlig normal, meistens spielt man dann ja gegen im Schnitt ältere Mannschaften, die körperlichen Unterschiede in dieser Altersgruppe bei nur einem Jahr Unterschied sind schon sehr erheblich und gleichen spielerische Vorteile meist mehr als aus. Die Fußballszene bei den Mädchen hier im Kreis ist sehr übersichtlich, da kann man das gut beobachten. Z.B. steht der letztjährige Kreisligameister der E-Jugend als jetzt rein jüngere D-Jugend dieses Jahr z.Zt. auf Platz 5 der 1. Kreisklasse, also ergebnistechnisch ein ziemlicher 'Absturz'. Tatsächlich ist das aber rein körperlich bedingt und hat von der Entwicklung der Mannschaft her keine Aussagekraft. Mach einfach weiter so, hört sich doch gut an was du so veranstaltest im Training. Da könnten sich viele ne Scheibe abschneiden.

    Hallo Dani2,


    der Altersunterschied ist schon gewaltig. Spielerinnen, die schon in der D-Jugend aufgrund des Alters große Probleme haben mal an den Ball zu kommen noch eine Altersklasse darüber in der C-Jugend spielen lassen ? Klingt nach enormen Frustationspotential bei allen Spielerinnen, auch die 'guten' bzw. älteren müssen ja akzeptieren, permanent quasi mit 2-3 Spielerinnen weniger auf dem Platz zu sein, wenn alle ihre Einsatzzeiten bekommen sollen. Da ist eine lange Durststrecke hinsichtlich von erfolgreichen Spielen (und sei es nur die Begrenzung von Niederlagen, auch mal Tore schießen, das würde ich da schon als großen Erfolg sehen gegen körperlich weit überlegene Mannschaften). Ich weiß nicht. ich bin zwar auch im Mädchenfußball unterwegs und weiß, das bei Mädchen der sportliche Erfolg weniger als bei den Jungs maßgebend ist für das Funktionieren einer Mannschaft. Aber so absehbar in eine Serie hoher Niederlagen zu gehen, hält die Mannschaft das wirklich aus ?


    Lassen sich die jüngsten evtl. bei befreundeten Nachbarvereinen 'parken' für 1 oder 2 Spielzeiten ? So könnten sie Spielerfahrungen sammeln in Mannschaften, in denen sie auch körperlich eine Chance haben und gehen dem Fußball nicht verloren. Alternativ würde ich in den Punkspielen die absolut chancenlosen Jüngsten nicht einsetzen, das kann meiner Meinung nach für keinen Beteiligten viel bringen. Stattdessen vielleicht zusätzlich Freundschaftsspiele arrangieren speziell für die Jüngeren gegen gleichaltrige Mannschaften. Wenn man deren Trainern das Problem erklärt, kann man ja vielleicht auf verkleinertem Feld 5:5 Spiele machen anstatt 7:7 oder so. Hauptsache Trickot an und 'richtig' spielen statt Training. Die Jüngsten gegen 5-7 Jahre ältere antreten zu lassen würde ich nicht machen.


    Aber Hut ab vor Deinem Einsatz, so einen Altersdurchschnitt in der Truppe muss man erst mal managen und alle bei Laune halten.

    Uzunbacak hat völlig recht, spongebob wird gänzlich unterschätzt. Habe mit meinen Kindern auch einige Folgen gesehen (ist allerdings einige Jahre her), durchaus hintersinniger Humor, den die Kinder so gar nicht erkennen können. Überhaupt gibt es mittlerweile viele Animationsfilme, da man als Erwachsener gut mitgucken kann (z.B. 'Die Unglaublichen', 'Toy Story', 'Monster AG', um einige zu nennen).


    Mal zum Thema zurück. Ich glaube, dass wir als Erwachsene nicht wirklich beurteilen können, was Kindern Spaß macht oder wie sie ticken. Jeder empfindet auch anders. Z.B. wird die Durchführung vieler Übungen als Wettbewerb empfohlen, es gibt aber auch viele Kinder die dies ausdrücklich nicht wollen. Vielleicht auch ein Mädchenproblem, aber wurde bei mir im Training schon mal seitens einiger Mädchen angesprochen......Wie auch immer, solange die Trainingsbeteiligung gut ist und die Mädchen offenbar gerne kommen und dann auch noch die Ergebnisse stimmen (o.k., nur in der Kreisklasse und nicht in der Kreisliga, aber ich hab die Ausrede inhomogene Mannschaft) läuft so viel nicht falsch, denke ich. Ich hoffe ich würde zumindest mitkriegen, wenn die Mädchen keine Motivation mehr hätten oder nicht gerne kommen würden.

    Und zum Thema: Meinem Sohn macht jede Trainingseinheit Spass (Verein und Stützpunkt), denn Fussball ist seine Leidenschaft. Der Spass wird getrübt, wenn das Team zu inhomogen ist!


    Aber das inhomogene ist ja nun mal gerade die normale Situation jeder Dorfmannschaft, wenn man pro Jahrgang nur eine Mannschaft zusammen bekommt. Mannschaftsgeist und gegenseitige Akzeptanz kann man aber gerade da lernen, in erfolgsorientierten Auswahlmannschaften eher weniger, Stichwort Auslese und Haifischbecken. Gestern noch in der neuen 11Freunde in einem Interview die Aussage eines ehemaligen Profis gelesen : Wenn Du als Profi 2 Minuten überlegst, bist du tot (Ging um Behauptung und Selbstbewußtsein, als Vorbild für eine passende Profieinstellung mit der nötigen einschüchternden Ausstrahlung auf die Kollegen wurde Ibrahimovic genannt. Als Gegenteil wurde Deisler angeführt (hinterfragt sich zu sehr, zu grüblerisch und damit zu weich fürs Profigeschäft). Warum nur ist mir Deisler viel sympatischer ?