Wie ansteckend seit ihr?

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  • Hallo,
    schade der Skiurlaub ist zu Ende.
    Hab aber im Hotel ein tolles Buch gelesen "Spitzensport in Südtirol". Inhalt ist der Werdegang von Einzelsportlern oder Mannschaften aus der Region (Z.B. FC Südtirol) während der letzten 20 Jahre.
    Des öfteren war im Buch die Rede von ..."der Trainer steckte das Team mit seiner Begeisterung an..." oder ...." riß mit seiner Begeisterung das Team mit......".
    Deshalb die Frage, wenn Begeisterung wirklich ansteckend ist, wie begeitstert sollte der Trainer sein?

    Zitat


    Jedes Ding hat drei Seiten: Eine die du siehst, eine die ich sehe und eine die wir beide nicht sehen.

  • Das ist eine aufschlussreiche Zitatensammlung, inkl. der Tatsache, dass es dabei ums manipulative Verkaufen geht. Das bedeutet: Bonmots sind aus ihrem ursprünglichen Zusammenhang heraus geklaut, zweckentfremdet. Begeistern meint ja: Geist als Geschenk anderen eröffnen, ihn so allererst für sich erfinden, das Fragile in Demut beachten. Andere anstecken(-wollen) u. ihnen etwas so überzeugt wie überzeugend vorleben, das ist ähnlich u. doch verschieden: in ersterem gibt es keinen wesentlichen Unterschied, s. Krankheiten, in letzterem wirkt gerade dieser befruchtend. Man sollte nie spiegelhaft sein Abbild in anderen suchen, sondern grad die Differenz zwischeneinander in ihrer Spannung als bewegend empfinden und offen lassen, falls reell Geist entstehen soll. Erfällt uns vom Himmel zu, ist nicht unser Werk. Wer also andere - besser als sie anzuöden, das ist allemal richtig - nur ansteckt, Anhänger findet, wird sie kaum 'echt' befruchten, dazu gehört mehr: der eigens in sich überlebensfähige Hauch von Geist, der sich nicht kurzzeitig wieder verliert, falls das Vorbild irgendwann fehlt, wechselt etc, irgendwie fortlebt, so komisch das klingt.
    Ein Trainer, der nicht vor Begeisterung in einer Aura sprüht, der kann wenig bewirken, schon gar nicht befruchten. Wie Kids aber davor bewahren, dass man sie 'nur' ansteckt statt zum sportlich mündigem, dynamischen Eigenleben ermuntert, ermutigt? ZB per 'schwachem Denken' (G.Vattimo), das nie einseitig auf Wirkung aus ist, sondern von selbst wirkt, oder fragend statt dozierend, dabei andere biografisch in ihrem Wesen als Potential statt selektierend nach äußerem Gusto so sein lässt, wie sie sind. Oder in Auseinandersetzung (polemos) wechselseitig alles auf wie in sich wirken lässt. Ein guter Lehrer erzwingt nichts, lernt erstmal gründlich: sich selbst, die Sache, den anderen kennen... Sich 'verkaufen wollen' (früher: überreden vs überzeugen) würde der nie, der andere be-geistern möchte. Oder? Biografien sind immer aufschlussreich, falls sie authentisch statt 'aufgehübscht' sind: leider gibt es praktisch kaum etwas öffentlich zugänglich, was die turning points von Karrieren erahnen ließe. Sichten von außen kann Geist u. Seele ja niemals erfassen...


    PS: Natürlich weiß ich was, wie du es meinst, das Anstecken seines Teams mit der eigenen "Begeisterung". Es ist ein guter Anfang, im Staunen (taume... irgendwie so nannten es schon die alten Griechen, was noch heute ein Taumeln indiziert vs feste Standpunkte) der Kinder, dann im Nachahmen, aber wenn es dabei bleibt, hängen sie dem an, der sie damit ansteckte, werden nicht sie selbst. Ich hoffe, es ist deutlich, was ich meine? Ich habe viel zu oft nur angesteckt,und als ich dann weg war, zerbrach zB ein Team innerhalb 2 Monaten völlig. Ich war wohl am Ende mehr von mir begeistert als den Jungs... :(

    Jeder Erwachsene kann nur so gut spielen, wie er als Kind trainiert wurde....

    5 Mal editiert, zuletzt von Keller-Kicker ()

  • Ich bin nicht so der extrovertierte Typ. Ich müsste mich schon sehr verstellen, wenn ich meine Mannschaft durch einpeitschende Ansprachen vor dem Spiel in Stimmung bringen soll. Ich glaube, die würden das auch merken und es würde nicht so gut kommen. Man sollte sich nicht verstellen, denke ich.Ich glaube, dass auch ein ruhigeres Vorgehen erfolgreich sein kann. Aber wer extrovertiert verlanlagt ist, warum nicht ? Hauptsache, man bleibt authentisch. Ich denke, man sollte die Kinder ernst nehmen und nichts vorspielen, was man nicht selbst so empfindet.

  • Würde ich persönlich trennen wollen nach Spiel- und Trainingsbetrieb.


    Spielbetrieb: Von G-F hat es mich nur genervt. Fand das Gehabe und Geschreie am Rand peinlich. Ich saß die meiste Zeit und habe meine Spieler beobachtet. Von daher war ich wohl eher weniger mitreißend. Ich habe versucht es mir nicht anmerken zu lassen und die Jungs ( und damals auch Mädels ) haben es glaub ich auch nicht gemerkt. Aufgrund des Spielbetriebes werde ich nie wieder eine G-F betreuen.
    Ab E hatte man einige Mannschaften, auf die man sich richtig gefreut hat. Mit Emotion am Rand, aber immer motivierend und viel Spaß am Spiel. Da war auch ich anders bei der Sache, weil es eben Spaß gemacht hat. Ab D wird es ohnehin ruhiger am Rand und man kann den Jungs schon gezielte Punkte für das Spiel mitgeben. Da ist natürlich auch manchmal Motivationsförderung angesagt und die wirkt nur, wenn sie authentisch rüber kommt.


    Trainingsbetrieb: Nur wenn ich selber mit Begeisterung bei der Sache bin, kann ich in den Spieler auch den Spaß an diesem Sport vermitteln. Das ist mir zum Großteil gelungen, mit dieser Begeisterung und Motivation auf den Platz zu kommen. Wenn ich gestresst war, war auch mein Training Scheiße. Sprich ich habe die Leistung auf dem Platz nicht gebracht und das merkte man dann auch den Jungs an. Ich bin später dazu übergegangen an solchen Tagen einfach nur ein Turnier zu spielen. Hab mir im Vereinsheim ein Kaffee gekocht und an den Rand gesetzt. So habe ich den Jungs ihren Spaß gelassen und habe sie nicht mit meiner schlechten Laune belästigt. Und das soll ja auch ansteckend sein -).

  • Man sollte nie spiegelhaft sein Abbild in anderen suchen, sondern grad die Differenz zwischeneinander in ihrer Spannung als bewegend empfinden

    das ist ja gerade das Schwierige, zu kapieren, daß die eignene Begeisterung und Zielsetzung nicht dieselbe sein muß wie die jedes einzelnen Spielers. Was wissen wir eigentlich über die Art der Begeisterung unserer Spieler?

    Man sollte sich nicht verstellen, denke ich.Ich glaube, dass auch ein ruhigeres Vorgehen erfolgreich sein kann.


    Glaube ich auch. Begeisterung des Trainers (auch eines Spielers) muß nicht "laut" nach außen dringen. Kinder merken, ob man als Trainer konzentriert auf die Sache ist oder lieber mit allem Anderen beschäftigt ist.

    Zitat


    gute Idee !


    Jedes Ding hat drei Seiten: Eine die du siehst, eine die ich sehe und eine die wir beide nicht sehen.

  • [font=&quot]Hi,
    [/font]



    [font=&quot]sehr
    umfangreiches Thema. Hmm….[/font]



    [font=&quot]Wer
    begeistern möchte, soll selber begeistert sein, sicher. Wenn einer sich aber
    nicht begeistern lässt, da kann man lang rummachen. Passiert überhaupt nix. Ich
    habe mich 4 Jahre lang für die Jungs sonntags auf den Platz gestellt (fast ohne
    Ausnahme) und die Aufsichtsperson gemacht. Ich habe mich nicht eingemischt und
    sie nach der alten Schule - Streetsoccer- spielen lassen. Ich habe 2 Jahrgänge
    gehabt, die älteren haben sich zum größten Teil zusammengetroffen (auch fast
    jeden Sonntag, es sei denn Sturm und Schnee) und -jetzt nicht untertrieben- da
    kam von den Jüngeren kein einziger. Woran lag es? Ich habe mich oft gefragt. An
    den Eltern? An dem Tag? Ich habe die Antwort danach schon herausgefunden: Es
    liegt an den Jungs selber. Sie haben nie die Begeisterung gehabt in ihrer
    Freizeit zu kicken. So das war die Antwort. Es ist dann auch egal, ob ich eine
    Begeisterung ausstrahle. Und ich habe Begeisterung ausgestrahlt. [/font]



    Aber es kann natürlich sein, dass sie mich nicht anerkannt haben, die Kinder, auch nicht
    meine Ausstrahlung und Begeisterung.



    [font=&quot] [/font]



    [font=&quot]Mit
    den Zitierten Personen habe ich teilweise auch Schwierigkeiten. Der erste, der
    Hippo, sagt "wer selber brennt, kann bei den anderen auch Feuer
    entfachen". Die Metapher "brennen" lässt bei mir Alarmglocken
    leuten: Bei mir gibr es beim viel Brennen: BURN-OUT. Da sollte man dann auch
    etwas vorsichtig sein. [/font]



    [font=&quot]Bei
    dem zweiten und dritten entnehme ich leider nur "Körpersprache" als
    Thema. Alle anderen Themen sind viel zu viel ehrgeizig. Für mein Hobby kommt so
    ein Ehrgeiz nicht infrage (war nicht immer so). Sonst könnte die "Dunkle
    Seite" in mir zu stark werden (ich kenne es). Beim Beruf, ok, wo ich Geld
    verdiene, kann ichs nachvollziehen aber beim Hobby und in der Freizeit? Lieber
    nicht.[/font]



    [font=&quot] [/font]



    [font=&quot]Der
    letzte zitierte Mensch ist der Vater des dt. Absolutismus / Nationalismus. Ich
    lese ihn nicht gerne. Fichte ist mir durchaus bekannt.[/font]



    [font=&quot]Bei
    seinem absolutistischer Einstellung, möchte ich von ihm nix lernen. Für weiter
    interessierte:[/font]



    [font=&quot] [/font]



    [font=&quot]http://de.wikipedia.org/wiki/J…eutsche_Nation_.281808.29[/font]



    [font=&quot] [/font]



    [font=&quot]ok,
    selbst die kaputte Uhr zeigt 2x die richtige Uhrzeit an einem Tag. Aber
    trotzdem ist er mir nicht geheuer.[/font]





    Wenn mein
    Beitrag zu off-topic war, sorry.





    [font=&quot]Gruß,[/font]



    [font=&quot]Uzunbacak
    [/font]