Beiträge von thomasg

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    Wir hätten nach der Hinrunde auch aufsteigen sollen als 2. der Kreisklasse in die Kreisliga. Gehören da aber definiv nicht hin und konnten auch nach Rücksprache mit dem Staffelleiter 'tauschen' gegen den 2. Absteiger aus der Kreisliga, der gerne in der Kreisliga bleiben wollte. Haben jetzt in der Rückrunde die ersten beiden Spiele 2:0 und 6:3 gespielt gegen Gegner, die uns gefordert haben und wo mit Sicherheit kein Klassenunterschied zu sehen war. In der Kreisliga hätte es mit Sicherheit hohe Niederlagen gegeben gegen Gegner, gegen die wir kaum die Mittellinie überschritten hätten.


    Ich kann jedem in vergleichbarer Situation nur raten,es mit einem Tauschen der Klasse wenigstens zu versuchen. Fußball spielen lernt man durch Fußball spielen, für mich bedeutet dass defensive und offensive Aktionen zu haben und auch Ballbesitz zu haben. Von übermächtigen Mannschaften permanent hinten rein gedrängt zu werden und kaum mal am Ball zu sein bringt m.E. nicht ganz viel.


    Wir sind in der E-Jugend nach einem 2. Platz in der 2. Kreisklasse im nächsten Halbjahr auch plötzlich mal in der Kreisliga gewesen. Gab lauter hohe Niederlagen so um die 0:8 rum. War als Trainer letztlich ein sehr entspanntes Jahr, da ohnehin völlige Chancenlosigkeit vorlag und eine Aufregung über irgendwas nicht gelohnt hätte. Aber ich glaube nicht, dass die Mannschaft in der viel zu starken Gruppe viel gelernt hat, ganz im Gegenteil ich denke das war ein verschwendetes Halbjahr, da wir kaum eigene Aktionen hatten.

    Ich denke dass man den Breitensportgedanken vom Leistungs- und Profisport sauber trennen muss. Den Bayern aufgrund ihrer wirtschaftlichen und sportlichen Entwicklung in den letzten 20-30 Jahren permanent unsauberes Geschäftsgebaren vorzuwerfen, ist purer Populismus. Im Haifischbecken Profifußball haben sie sich einfach in Deutschland zum dicksten Fisch entwickelt. Die Begleiterscheinungen (Ankauf von Fußballsöldnern, Deals mit dem Kapitalismus zwecks Generierung von Finanzmitteln) sind bei allen deutschen Profivereinen gleich, nur mangels Masse eine Nummer kleiner und (nur ?) gezwungenermaßen mitunter auch kreativer. Aber die bloße Gleichung 'die kaufen mit ihrem Geld einfach die besten Spieler' langweilt irgendwann und ist auch keine Erklärung für den dauerhaften Erfolg, mit kurzfristigem erhöhtem Geldeinsatz sind schon einige Vereine wieder abgeschmiert, so einfach ist es eben nicht.

    Mensch Chef-Ausbilder,


    die nachhaltige dauerhafte Erfolgsbilanz der Bayern auf nationaler und internationaler Ebene mal eben so abqualifizieren, dass hat schon was. Hat der große Fußballgott die Bayern also einfach so ganz nach oben katapultiert ohne deren eigenes Zutun. Was für ein Glück für die Jungs, hätte ja auch jeden anderen treffen können. Hätte der Fußballmanitu anders gewürfelt, dann wäre jetzt vielleicht der HSV die Mannschaft der Stunde.


    Der größte Unterschied der Bayern zur CL-Konkurrenz mit Siegchancen in diesem Wettbewerb (Barca, Real, Paris, Chelsea etc.) ist die Schuldenfreiheit bei gleichzeitigem Standortnachteil (50+1 Regel, also keine durchgeknallten Scheichs und Oligarchen mit der Geldpumpe; deutlich weniger Fernsehgeld s. Spanien etc.pp.). Irgendwas haben die Bayern also verdammt richtig gemacht.

    Wir reden hier über den Jahrgang 2005. Fände ich grundfalsch, in dem Alter schon grundsätzlich 'gib ab, gib ab' zu fordern. Ein Spieler, der mit dem Ball am Fuß mal was alleine macht und seiner Mannschaft dadurch Überzahlsituationen und Räume verschafft, den kann ich doch in höheren Jahrgängen mit der Lupe suchen. Wie sollen die sich heraus bilden, wenn ich schon von frühester Fußballjugend nur Pässe sehen will und das 'fummeln' grundsätzlich verteufele ?


    Sicher müssen sie irgendwann lernen, den richtigen Moment abzupassen, in dem der geschaffene Raum zum Passen genutzt wird und nicht in den nächsten, zweiten oder dritten Gegenspieler reinrennen. Aber zunächst mal müssen sie sich doch auch einfach mit dem Ball am Fuß ausprobieren können. Wenn nicht in der F-Jugend, wo denn dann noch ? Ich würde das in der Altersstufe noch nicht so eng sehen. Wer sich in überhaupt in den Zweikampf traut und nicht gleich den Ball wieder loswerden will, der kann für seine Mannschaft mal sehr wertvoll werden.


    Bei mir kommen auf jede 'dribbelwillige' Spielerin ca. 5 Spielerinnen, die sich bei Ballbesitz niemals von sich aus in einen offensiven Zweikampf stürzen würden. Also zwei Dribblerinnen und 10 andere, die sich das nicht trauen. Beiden Gruppen möchte ich vermitteln, das je nach Situation das dribbeln oder das abspielen richtig sein kann. Aber ganz sicher kann ich zweikampf- und dribbelstarke Spielerinnen irgendwann noch vom Paßspiel überzeugen als umgekehrt Kindern, die sich das nie getraut haben, mit 12,13 Jahren noch zu Dribblern machen.


    Bei so jungen Kindern (Jahrgang 2005) besteht denke ich die Gefahr, künftige Stärken zu verhindern, wenn man schon zu bestimmt das Abspiel fordert.

    Hoeneß hin oder her, schon geil als Bayern Fan die CL gucken zu können und zu wissen, die Mannschaft ist gegen jeden Gegner, auch den absoluten Krachern wie Real, Barca und co. mindestens auf Augenhöhe. Haben wir doch noch vor ein paar Jahren nicht mal von zu träumen gewagt. Das war das große Ziel der Bayern, und das haben sie geschafft. Hut ab dafür und Respekt. Das man damit für die Bundeslige gleichzeitig eine Nummer zu groß wird, dafür können die Bayern nichts. Sollen die anderen doch besser werden, ist ein offener Markt. Sollen sie in der BL mit einer B-Mannschaft antreten ?


    Hoeneß ist angemessen bestraft worden, und damit ist gut. Häme ist doch ein sehr unschöner Wesenszug. Wie heißt es noch, Mitleid kriegt man geschenkt, Neid muss man sich verdienen, gelle ? Und irgendwie kann ich mich noch an einen Bestechungsskandal erinnern, in den auch sehr viele Schalker Spieler verwickelt waren, aber ist wohl schon sehr lange her, vielleicht habe ich auch nur geträumt. Auf Schalke ist der Fußball noch ehrlich und bodenständig, jaja, und die Spieler arbeiten unter der Woche noch halbtags als Kumpels im Bergbau.....

    Wir sind gerade bei der Saisonvorplanung. Schon ein erster Vergleich des Spielplans mit dem heimischen Kalender zeigt: Von 10 Spielterminen passen gleich 3 nicht (1 x örtliches Schützenfest, 2 x Kollision mit Schulterminen). Also angefangen rumzutelefonieren mit den anderen Trainern, 1 x ne Woche vorgezogen, 2 x verlegt auf Mittwoch. Heute beim Hallentraining Austeilung der Zettel, gleich die Meldung des Torwarts: Mittwoch kann ich nicht wg. anderem Hobby. Also schon Mittags wieder am Telefon um neue Termine abzustimmen.......Dazu kommt die Vorplanung und Organisation des Trainings, der Ablauf am Spieltag (ach ja, wieder Jungschiedsrichter organisieren für die Heimspiele, fast vergessen, gleich mal ans Telefon.....)


    Mir schleierhaft, wie man alles, was mit Vereinsstruktur zu tun hat, in Bausch und Bogen so verdammt. Da müssen ja wirklich schlimme Dinge passiert sein. Es wird andere Organisationsformen geben, aber allen im Verein organisierten Trainern und Ehrenamtlern wie Jugendobmänner etc. immer die negativsten Beweggründe zu unterstellen, damit bist Du einzigartig, KK. Ich frage mich wirklich, was Dir so zugestoßen ist bei Deinem Ausflug ins Vereinsleben. Nur Idioten, Schreitrainer und Brüllaffen kennen gelernt ? Um Macht über Kinder auszuüben und mein Leben dadurch aufzupeppen, weil ich's nötig habe wäre es mir echt zu anstrengend, mich als Jungendtrainer zu verdingen (s.o.). Und den meisten anderen wird es auch so gehen. Ich kenne einige, die am Spielfeldrand zu viel Ehrgeiz zeigen, weil es mit ihnen durchgeht. Aber das ist es dann meistens auch, die von Dir beschriebenden Charaktere habe ich jedenfalls so nicht kennen gelernt. Und Jugendleiter werden, dafür hätte ich bei weitem nicht die Nerven, das ist ja fast ein zweiter Vollzeitjob. Und sowas machen nur wegen Wichtigtuerei ?

    Bin ich der einzige Vatertrainer mit einem nur durchschnittlich begabten Kind ? Vielleicht habe ich viele der angesprochenen Probleme nicht, da meine Tochter nicht zu den besten Spielerinnen der Mannschaft gehört, das erscheint mir dann eine besondere Thematik zu sein. Meine Tochter spielt schon alleine deswegen nicht mehr als andere oder hat andere Sonderrechte bei der Ausführung von Ecken, Freistößen, Kapitänswahl etc., weil sie eben deutlich sichtbar nicht besser ist als der Durchschnitt der Mannschaft. Da würde eine Bevorzugung bei diesen Dingen sehr merkwürdig aussehen. Vielleicht sollte man es bei dieser besonderen Konstellation (besonders begabtes Kind) mit einem internen Tausch von Mannschaften versuchen, um als Trainer aus der Schusslinie zu sein ?

    Was meine persönliche Situation als Vatertrainer betrifft, ist die Diskussion auch eher theorethischer Natur. Es gibt einfach keine Alternative. Als meine Tochter mit ein paar Freundinnen mit Fußball angefangen hat, bin ich als Vatertrainer nach dem ersten Halbjahr dazu gekommen, weil ansonsten niemand Zeit für das am Samstag vormitttag stattfindende Hallentraining gehabt hätte. Ich bin dann dabei geblieben (damals 1. E-Jugend Jahr), jetzt sind wir im 2. D-Jugend Jahr. Mein Mittrainer ist auch ebenfalls Vater einer der Spielerinnen.


    Ich habe mir mehrfach gesagt, die Mannschaft meiner Tochter bis maximal zum 2. D Jugend Jahr zu trainieren, danach hätte ich eher Lust wieder eine E-Jugend zu übernehmen. Ich glaube eine Mannschaft sollte auch nicht zig Jahre durch die Jugend von den gleichen Personen betreut werden. Aber wie sich bei den ersten Vorgesprächen für die nächste Saison zeigt, will die derzeitige C-Jugend Trainerin als Co-Trainerin in die B-Jugend wechseln und ich und mein Partner müssen zwangsläufig mit unseren Mädchen mit hoch in die C-Jugend, damit die Mannschaft überhaupt weiter betreut wird. Erst ab der B-Jugend gibt es jemanden, der schon seit Jahren immer schon die B-Jugend trainiert hat (aber irgendwann auch die Damen übernehmen will, vielleicht in 2 Jahren weil es dann zwei Dussel gibt die die B-Jugend übernehmen).


    Nicht optimal, aber nicht zu ändern, die einzige Alternative wäre einfach aufzuhören mit der durchaus realen Gefahr, das die Mannschaft dann ganz vom Spielbetrieb genommen wird (und sich auch wohl nicht mehr anderweitig zum freien Fußballspielen treffen wird, ohne einen gewissen organisierten Rahmen). Aus meiner Sicht deutlich die schlechtere Alternative. 2 oder 3 Mädchen würden vielleicht zu einem anderen Verein wechseln, aber der Rest würde vermutlich aufhören und dem Fußball verloren gehen.

    Das der Thread sehr ausgeufert ist und letztlich mit Fußball nichts mehr zu tun hatte, ist klar. Aber der Fußball ist hier ja auch nicht der Auslöser der Probleme, sondern nur ein Ventil. Trotzdem kann es durchaus sinnvoll sein, sich auch mal abseits von fußballerischen Dingen auszutauschen, gerade weil der Fußball eben auch Austragungsort dieser Sachverhalte ist. Geprägt ist das Miteinander von In- und Ausländern (wird sicherlich kein rein deutsches Problem sein) häufig von gegenseitigen Mißverständnissen und Mißtrauen, da kein echter Austausch stattfindet und jeder den anderen mißtrauisch beäugt, sich übervorteilt fühlt oder benachteiligt sieht usw.


    Wer mal konkrete Probleme und Fragen zu rechtlichen Grundlagen des Aufenthaltsgesetzes hat oder über diesbezügliche Probleme seiner Spieler informiert ist (der schwammige Aufenthaltsstatus, oft befristet, der ganzen Familie oder Teile der Familie kann ja beispielsweise als ungerecht empfunden werden und ein Grund sein für eine negative Grundhaltung gegenüber den Bio-Inländern, um mal ein Beispiel zu nennen, Andre nannte z.B. das Arbeitsverbot bei geduldeten Personen) kann mich gerne fragen, gerne auch per PN, warum die rechtliche Situation so ist wie sie ist -das Einverständnis des Spielers bzw. dessen Eltern natürlich voraus gesetzt. Vielleicht kann es in dem einen oder anderen Fall ja gelingen, die rechtlichen Ausgangslagen zu erklären bzw. darzustellen, ob tatsächlich eine Ungerechtigkeit vorliegt und etwas Verständnis für das Handeln der 'Staatsmacht' zu vermitteln.


    Wie Zodiak schon richtig bemerkt hat, gehört das natürlich nicht in einen Fußballthread. Deshalb das Angebot per PN. Wenn nichts kommt, na ja ist auch gut.

    Ich denke wenn Du jetzt Teile der Mannschaft ausschließt und mit einzelnen Spielern redest bauscht Du die Sache immer mehr auf. Wichtig ist wie die Kinder das empfinden, und die können das schwer einordnen und reden ja auch untereinander drüber. Ich würde Geheimniskrämerei vermeiden, wenn es den einen oder anderen der Mannschaft nicht interessiert schadet es ja trotzdem nicht, die ganze Mannschaft zusammen zu rufen und das Thema anzusprechen.


    Da die Situation ja sehr verfahren ist, würde ich die Kinder per Wahl alles entscheiden lassen: Soll überhaupt ein fester Kapitän gewählt werden oder soll der Kapitän wechseln (reihum oder nach Trainingsleistung, damit meine ich Disziplin und Anstrengung im Training -nicht fußballerische Leistung, dann werden es ja immer die gleichen beiden, wäre bei mir jedenfalls so-), sollen doch die Kinder bestimmen was sie wollen. Für die Kinder ist es am wichtigsten, das alles als gerecht empfunden wird. Als Trainer wäre mir in einer E-Jugend (auch D-Jugend) völlig egal, wär die Binde trägt.

    Wobei es natürlich auch eine Idee wäre, alle europakritischen Stimmen einfach mal aus Europa abzuschieben. Würde dem Problem mit rechten Gedankengut auch entgegenkommen, denn an welchem Rand europakritische Parteien und Organisationen gerne fischen gehen ist ja bekannt.


    Nanana, EU-kritisch-Denkende einfach abschieben, sprich mundtot machen zu wollen, spricht auch nicht gerade für eine menschenfreundliche Grundhaltung, die man doch aber gerne für sich in Anspruch nimmt, erinnert mich an schlimme Zeiten in Deutschland.........


    EU-kritisch=rechts, kühne These. Man sollte nicht vergessen, das alles auch ökonomisch funktionieren muss. Und einen riesigen Binnenraum zu schaffen zwischen Ländern, die deutlichste Unterschiede in der Wirtschaftsleistung, Gehaltsgefüge, Sozialversorgung haben ist problematisch. Schon mal was von Lohndumping gehört, um mal eins der Probleme zu nennen, womit man es im hiesigen Bereich (viel fleischverarbeitende Industrie) massiv zu tun hat. Da werden ganze Belegschaften ausgewechselt. Und wieso soll es die vom Funktionieren der Sozialversicherungskassen abhängige Bevölkerung (Deutsche und Ausländer, wohlgemerkt) eigentlich akzeptieren, dass man durch bloßen Zuzug nach Deutschland einen Anspruch auf ALG II bekommt, ohne je Beiträge ins System gezahlt zu haben, wie jetzt einige Gerichte entschieden haben ? und wie lange kann das gut gehen, wenn es in einigen Staaten Unterstützung gibt und in einigen nicht ?


    Hat jetzt nichts mehr mit dem Ausgangsthread zu tun, aber es ärgert mich einfach wie schnell alles kritische nach rechts geschoben wird. So einfach ist das alles nicht.


    Fußballerisch bleibe ich bei meinem ersten Beitrag: Wenn es zu heftig wird, runter vom Platz. Ist ein Hobby das Spaß machen sollte. Und viel ändern kann man am Samstag nachmittag am Spielfeldrand sowieso nicht.

    Wenn ihr Dienstags (Heimspiele) und Samstags (Auswärtsspiele) spielt, würde ich bei einem Training die Woche bleiben. Bei einem Spiel in der Woche (wie bei uns) würde ich 2 x Training anstreben. Mehr als insgesamt 3 Fußballtermine in der Woche sind denke ich nicht so gut. Ich würde es auch für besser halten, wenn nicht auf 2 aufeinanderfolgenden Tagen trainiert und gespielt wird. Aber nicht aus körperlichen Gründen, das ist in dem Alter denke ich noch zu vernachlässigen mit der Regeneration. Aber damit nach einer kleinen Pause alle wieder richtig Bock haben


    Egal wie man die Mannschaften einteilt, ob nach Alter oder nach Leistung, jede Mannschaft sollte in ihrer jeweiligen Klasse 'mitschwimmen' können, das ist das wichtigste denke ich. Nicht eine 'Supermannschaft' und die anderen kriegen nur Klatschen.

    Fußballbaron,


    dann doch noch ein Beitrag in diesem Thread. Jedes Land hat meiner Meinung nach das Recht, die Regeln für die Einwanderung selbst zu bestimmen. Was denn sonst ? Ist mir sehr suspekt, dass die Inanspruchnahme dieses natürlichen Hoheitsrechtes eines Staates für viele schon als politisch inkorrekt gilt. Habe da einige Diskussionen gesehen, kann ich nicht nachvollziehen.

    Meine persönliche Meinung ist halt, dass ein Asylant arbeiten sollen dürfte und wir ein Einwanderungsgesetz benötigen, dass die Zuwanderung und Vorraussetzungen hierfür fair UND in Verantwortung für die die da kommen möchten und sollen im Vorhinein regelt. Das würde das Asylgesetz stärken (das finde ich besonders wichtig) und eine Akzeptanz erzeugen. Wer das sagt, wird oft schnell als Rechts verurteilt. Wenn das Rechts ist, bin ich Rechts...glaube ich so aber nicht, denn ich bin nicht Ausländerfeinlich.


    Andre,


    volle Zustimmung für Deinen Beitrag. Sicherlich gibt es im Umgang miteinander jede Menge Mißverständnisse, jede Seite glaubt dabei im Recht zu sein. Man lebt eben im Regelfall nicht miteinander, sondern nebeneinander ohne echte Berührungspunkte und Einblicke in die andere Lebenswelt. Ich weigere mich aber immer wieder die Position zu hören, wir Deutschen alleine müssten uns mehr bemühen. Wir sind nur allzu bereit diese Rolle immer wieder anzunehmen. Nach meiner Beobachtung hat so ziemlich jede Kultur ihre Schwierigkeiten, andere als gleichberechtigt anzuerkennen. Wie akzeptiert wäre denn ein Biodeutscher Schwiegersohn in einer türkischen oder irakischen oder syrischen Familie ? Kann man ja mal stellen die Frage.


    Nur eins noch zu Deinem obigen Zitat, auch wenn es nichts mit Fußball zu tun hat und meine Ausführungen jetzt vielleicht den Rahmen eines Fußballthreads sprengen. Auch hat die Situation abgelehnter Asylbewerber nichts gemein mit der Situation von Ausländern mit geregelter Aufenthaltserlaubnis (oder Deutschen mit Migrationshintergrund). Aber es passt jetzt hierhin, weil auch dieses Zitat die landläufige Meinung wiederspiegelt, hier behandeln die Deutschen ihre ausländischen Mitbürger schlecht.


    Wir haben ein Aufenthaltsgesetz, dass die Zuwanderung (Familienzusammenführung, Arbeitsmigration etc.) verbindlich regelt. Wir wenden auch die international üblichen Regeln für Asylbewerber an. Wer aber nicht im Rahmen einer Visumserteilung (= z.B. für Ehegattennachzug, genehmigte Arbeitsaufnahme) eingereist ist, ist illegal eingereist. Im Regelfall wird nach einer illegalen Einreise ein Asylantrag gestellt. Falls dieser positiv beschieden wird, gibt es kein Problem. Der Ausländer erhält eine entsprechende Aufenthaltserlaubnis, Arbeitserlaubnis etc. Probleme hat aber der Ausländer, der weder mit einem genehmigten Visum eingereist ist noch dessen Asylantrag positiv beschieden worden ist. Dieser Ausländer ist illegal hier. Was passiert ihm ? Im Regelfall nichts, abgeschoben wird mangels Indentitätsklärung (99 % aller Asylanträge werden ohne Vorlage von Identitätspapieren gestellt) meistens nicht. Da der Ausländer auch im weiteren Verfahren nichts zu seiner Identitätsklärung beträgt (er wird schon wissen wo sein Pass liegt bzw. wo seine Botschaft steht, in der er sich neue Papiere besorgen kann; bin ich jetzt böse ?) kommt es zur sogenannten Ketten-Duldung. Mangels Abschiebemöglichkeit wird eine Duldung erteilt, der Ausländer erhält eine Grundversorgung, aber eben keine weitergehenden Rechte (z.B. eine Arbeitserlaubnis, um die mangelnde Kooperation nicht auch noch zu belohnen). Und nein, als Amt hat man i.d.R. keine Möglichkeit, gegen den Willen des Ausländers Heimatpapiere zu besorgen (es sei denn, mit dem betreffenden Herkunftsland gibt es ein Rücknahmeabkommen wie z.B. mit Vietnam oder dem Kosovo).


    Sind wir jetzt die bösen Deutschen, weil wir illegal Eingewanderte so behandeln ? Gegenfrage: In welchem weiteren Land der Welt erhält ein illegal Eingewanderter eine Grundversorgung auf dem Niveau wie hier ? Alles nicht so einfach. Die Menschen verlassen ihre Heimat sicherlich nicht aus Spaß, aber wir sind auch nicht die bösen Deutschen. Ich habe letztens wieder so einen gut gemeinten Beitrag im Fernsehen über eine geduldete irakische Familie gesehen, die im Rahmen eines Integrationsprojektes betreut wird. Es wird in solchen Beiträgen gerne auf die Schwierigkeiten mit dem Amt verwiesen. Wieso fragt eigentlich niemand in diesen Beiträgen, wieso eine illegal aufhältige Familie eine Wohnung, Krankenversicherung und den Lebensunterhalt finanziert bekommt, obwohl nach der Ablehnung des Asylantrages eine Ausreiseverpflichtung besteht und jede Mitwirkung bei der Identitätsklärung verweigert wird ?


    Keine Sorge, war mein letzter Beitrag in diesem Thread, aber bei Debatten dieser Art geht es berufsbedingt gerne mit mir durch.


    .

    TRPietro,


    es geht nicht um Gewaltbereitschaft von Ausländern. Wenn ich die Akten von 2.000 Deutschen führen würde, würden dort auch jede Menge Strafdelikte einsehbar sein. Das ist nicht der Punkt.


    Der Punkt ist, warum bleibt es auf dem Sportplatz in vielen Fällen beim üblichen Imponiergehabe wie Rumschubsereinen (Stichwort Rudelbildung), voreinander aufbauen u.ä. und warum geht es in einigen Fällen weiter bis hin zu Gewalt, Einschüchterungen (das Aufbauen einer ganzen Mannschaft samt Zuschauern vor der Gastkabine habe ich auch schon erlebt, da war ich selber drin. Unser Fehler war, 1:0 zu gewinnen, ein Spieler hat sich beim Runtergehen vom Platz, nicht im Spiel wohlgemerkt, einen Kieferbruch eingehandelt). Tja, da kann man schon mal voreingenommen werden. Nochmal: Wenn man sich durch eine sportliche Niederlage oder drohende Niederlage so in seiner Ehre gekränkt fühlt, dass man sich nicht im Griff hat, darf man gar nicht erst auf dem Platz. Nationalität egal.

    uzunbacak,


    Du kennst mich auch nicht. Die Frage war auch nicht an Dich persönlich gerichtet, sondern ich wollte deutlich machen, dass sich jeder der sich in den Wettkampf begibt auch eine ordentliche Portion Selbstkontrolle haben sollte, ja sogar haben muss, sonst hat er auf dem Sportplatz nichts verloren. Ich unterstelle nicht Dir persönlich irgendwas. Es ist auch keine Generalanklage an alle Türken (bzw. an alle Deutschen mit türkischem Migrationshintergund). Aber es ist mit Sicherheit keine Einbildung, dass Eskalationen mit einer besonderen Anfälligkeit für die Verletzung des Ehrgefühls einhergehen und dies bei Biodeutschen weniger ausgeprägt ist als bei Deutschen mit türkischem Migrationshintergrund. Und zu Deiner Beruhigung: Ich glaube da nicht an genetische Unterschiede, sondern der Mensch wird durch seine Kindheit und Jugend geformt; durch die Dinge, die ihm in der Familie und seinem sonstigen sozialen Gefüge als Werte vermittelt werden. Da liegt der Unterschied, und da muss man ansetzen (mit welchem Einfluß das einem als Trainer im begrenzten Umfeld Fußball auch möglich ist, bleiben wir mal beim Fußball).


    Wenn man sich mit diesem Sachverhalt aufgrund von Politischer Korrektheit nicht beschäftigen mag, dann kann man eben nicht darüber diskutieren. Leugnen lässt sich das aber nicht.

    Mir egal welchen Pass Du hast. Die Frage ist doch wie hast Du Dich im Griff wenn Du Dich in Deiner Ehre gekitzelt fühlst. Ich für meinen Teil bin durchaus Stolz darauf, noch nie eine körperliche Auseinandersetzung gehabt zu haben bei aller Agressivität und emotionalen Hochschaukelei, die beim Fußball passiert. Und Du kannst es drehen und wenden wie Du willst, die Statistik der Straftaten lügt nicht, und oft genug kann man nur den Kopf darüber schütteln aus welchen idiotischen und belanglosen Anlässen solche Dinge oft genug geschehen. Mein persönliches Highlight war letztes Jahr ein Vorfall mit mehreren Mordanklagen nach einer türkischen Familienfeier, wo jemand aufgrund eines Streites des Saales verwiesen wurde und anschließend mit ein paar herbeitelefonierten Kollegen mit Messern und Totschlägern wieder reinmarschiert ist. Was mich am meisten entsetzt hat, es waren alles keine jugendlichen Heißsporne mehr, und keiner hatte ein Vorstrafenregister. So ein Hochfahren bis man nur noch Rot sieht von bis dato unbescholtenen Männern hat auch was mit der Mentalität, bzw. mit einem sehr stark ausgeprägtem Ehrgefühlt zu tun, oder hast Du eine andere Erklärung ? Und bezogen auf den Fußball ist das nun mal ne schlechte Basis dafür, auch mal sportlicher und fairer Verlierer zu sein.

    Ich arbeite seit drei Jahren als Sachbearbeiter auf dem Ausländeramt. Rechts neben mir steht ein großer Aktenschrank mit dem Buchstaben N, zu 80 % lautet der Nachname Nguyen. Hinter mit steht ein großer Aktenschrank mit den Nachnamen C und A, also viele Türken darunter. Insgesamt verwalte ich ca. 2.000 laufende Ausländerakten, kann also sagen, dass ich durchaus einen umfangreichen Einblick in die Anzahl und Schwere von Straftaten bekomme.


    Im Aktenschrank mit dem Buchstaben N sammelt sich auch so manche Anzeige wegen Urkundenfälschung, Verdacht auf Schleusung, Schwarzarbeit u.ä. Aber kaum Körperverletzungen. Das sieht beim Aktenschrank C und A anders aus. Sieht man sich die Strafanzeigen und Verurteilungen so an, scheint es an einem -mit (Bio-)deutschem Maßstab gemessen- sehr übersteigertem Ehrgefühl zu liegen, was immer wieder zu sehr heftigen Reaktionen führt, falls sich jemand in seiner Ehre gekränkt fühlt. Da gerade der Fußball sehr dazu geeignet ist, in kurzer Zeit sehr heftige Emotionen auszulösen, ist es für mich kein Wunder, dass auch beim Fußball immer wieder Vorfälle dieser Art auftreten. Ich habe persönlich einige Spiele gegen 'türkische' Mannschaften miterlebt, die unerfreulich verlaufen sind. Ein Zufall ist das nicht, und ich habe auch keine Lust mehr da drum herum zu reden und mal wieder der Gesellschaft den schwarzen Peter zuzuschieben. Auslöser dieses Threads ist die Schilderung über eine Mannschaft gewesen, die sich sehr unsportlich verhalten hat. Und wir landen wieder in einer Diskussion darüber, was wohl die Gesellschaft diesen Kindern schlimmes angetan an, bis sie dieses Verhalten quasi als Gegenreaktion zeigen. Das hängt mir echt zum Hals raus.


    Auch zur unterschiedlichen Schullaufbahn von Vietnamesen und Türken (deren Eltern gleichermaßen wenig in die Bio-deutsche Gesellschaft integriert sind, gleichermaßen schwache Sprachkenntnisse haben etc.) könnte ich einiges schreiben, aber der obige Absatz reicht vermutlich schon, mich als Nazi zu outen.........