Es ist ja nie so eindeutig, auch nicht das Motiv "Hobby". Anlass war für mich, dass ich will, dass unser Kinder überhaupt bzw. gut trainiert werden: Da der vorhandene Trainer allein mit 25 Kindern stand u. mich fragte. Ursache in mir selbst ist aber auch, dass es mir Freude macht, Kindern was beizubringen, aber auch ich mir selbst, wohl auch anderen (im alten Verein unseres Kindes ging sein Team kaputt, ohne dass man ihm helfen dürfte) was beweisen will: dass es anders geht, man auch z.B. aus einer Zweiten mit vielen Kindern, die aktuell mangels "Leistung" sonst keiner trainieren will u. auch selbst z.T. nicht echt was leisten/trainieren wollen. Kann man da etwas aufbauen, "Erfolge" realisieren kann, z.B. ein Blitzen in ungläubigen Augen, wenn man ihnen ihr Ziel nennt: auch mal "Meister" in der eigenen Staffel werden? Man kann! Umgekehrt im LZ: da werden Routinen trainiert, abgespult, bei Turniersieg nur kurz abgeklatscht, kein freies Lachen (außer man darf/soll jubeln), schon wie im Business: wie geht es da eigentlich Trainern? Ich würde mich bedrückt fühlen, arbeite lieber ohne soviel Druck, mit Lachen und notfalls auch Weinen...
Mal sehen, ob es weiterhin klappt, was in diesen Kindern zu bewegen, auch sie voran zu bringen: raus aus ihrem verinnerlichten Status der ewigen Zweiten: die "zu schlecht" für die Erste seien, die immer ängstlich schauen, da sie so oft angeschrien und angemotzt wurden, die keiner will: wo man erstaunte Reaktionen kriegt, dass man sie betreuen will, obwohl das eigene Kind doch in die Erste gehört. Zeichen setzen und wenn es gelingt, zur C hin einige Kinder in die Erste zu bringen u. zugleich noch 5 weitere Kinder anzuziehen, die anderswo rausgeboxt wurden o. reaktiviert werden, wäre das ein Erfolg, der mehr wert wäre, als irgendein Titel. Denn so könnten viele 30 statt nur 15 Kinder aktiv in Bewegung bleiben, ihren Fußballsport weiter betreiben statt zum Zuschauen o. gar "Behindertenstatus" (aktuell wurden im Verein grad 3 bislang in ihrem Jahrgang 1999 normal mitspielende, schwächere Kinder dazu getrieben zum Arzt zu gehen, sich als "behindert" mit besonderer Genehmigung einen Jahrgang tiefer, also 2000 einstufen zu lassen) verurteilt zu werden.
Honorar für Trainer kann also sein: Geld (mit dem man sich dann was kaufen kann, das Unverkäufliche aber vllt verliert), Erfolg ("Ruhm" vor Ort über tabellarische Titel u. Triumphe), Macht über andere, positiv beglückende Kommunität oder mitmenschliche Anerkennung, breite Beteiligungschance für möglichst viele junge Mitmenschen, glückliche Kinderaugen, positiv leistungsmotivierter statt frustriert aggressiver Nachwuchs, Unkontrolliertheit (positiv: Gestaltungsfreiheit o. kurze Wege, negativ: keine Maßregelung bei groben Verfehlungen o. Laissez-faire) u.a. Irgendeinen Lohn braucht meiner Meinung nach jeder Mensch, um tätig zu werden. Würde ich als Trainer befriedigend/kostendeckend bezahlt (statt dass ich ca. 100 Euro im Halbjahr kriege, was nicht mal jetzt zu Beginn für einen guten Traineranzug reicht), wäre ich schon motivierter, mehr Zeit o. Mühe einzusetzen, meine anderen Motive o. eben Lässigkeiten beim Betreuen mehr zurückzunehmen, z.B. auch meinen Ehrgeiz bzgl. Erfolgen, die bei allen anderen Trainern vornehmlich zählen: um auch als Ego im Trainerteam, Verein o. Umfeld gut dazustehen, denn so erfüllend es ist als Art "sozialer Arbeiter" frei tätig zu sein, andere bzw. ich selbst im Institut bekommen dafür Geld, können so ihren Kindern auch mal etwas mehr bieten (Beispiel: eine Mutter, die so verhandelt hat, dass ihre Kids in 2 Teams von 15.30 bis 19.00 Uhrbetreut trainieren dürfen, damit sie in der Zeit "richtig" arbeiten geht, sprich: Geld verdien.,Iihre Kinder tragen dann Adidas, fahren immer toll in Urlaub, wogegen meine das Billige von Kik o. nur eine Fahrt zum Baden kriegen. Da fragt man sich schon, wieso man kostenlos arbeitet, ohne die in unserer Gesellschaft eben übliche Wertschätzung für "Arbeit"...)
Wer nichts kriegt, schmeißt eben einfach den "Job", wenn er keine Lust hat - oft erlebt. Nur haben Vereine eben kein Geld, um Arbeit auch so zu honorieren, dass jeder sich antrengen, kontrollieren lassen müsste... Wer Geld (und "Ruhm" als Aussicht o. per gesponserten TR-Anzug) im LZ kriegt, erträgt auch eher interne Differenzen statt eigene Interessen durchsetzen zu wollen in Verein o. Trainerteam (Vereine, die bezahlen, können eben mehr erwarten u. Ansprüche stellen): man kann eben auch was verlieren. Wenn z.B. der bisherige Trainer eh die Erste behalten will, tabellarische Erfolge für sich haben u. eher nur die Zweite loswerden, zugleich aber dort offiziell rein auf Freizeitspaß setzt, so mit der Begründung des Zeitaufwands sein wohl von Leistung wie Motivation in die Zweite gehörendes Kind fest gesetzt verankert, also einen merkwürdigen Zwitter von Fun/Freizeit- und Leistungs/Erfolgs-Team aufstellt, wäre es leichter, die Kröte zu schlucken, wenn man etwas dafür bekäme. Wenn man aber sogar draufzahlt, neigt man dazu, Konflikte vorschnell lösen zu wollen. Denn ich würde klar trennen wollen: zwar sollen alle als ein "Vereinsteam" (Kinder wie wir Trainer) zusammen gehören und wo möglich trainieren, aber im Team A mehr/besser/"härter" auf Erfolg/Leistung/Disziplin hin, im Team B wird dann auf Freizeitspaß, soziale Gleichheit im Team, auch mal Quatschmachen etc. gesetzt: Hauptsache alle bleiben in Bewegung - und wer mehr will, der sollte Chancen kriegen, aufzurücken, aber über Leistung, keine Besitzstände. Gibt es daher im Verein oft Zoff grad unter Trainern: keiner kriegt Geld, jeder will folglich seine Vorstellungen o. kleine Privilegien ungeduldig durchsetzen oder haut eben ab, wenn er sich nicht selbst "belohnen", "verwirklichen" kann (dein "Hier kann ich mal Chef sein" trifft ein starkes Motiv,, denke ich, hat grad meine unbedarfte Frau am WE auch gesagt, als wie in einem Jugendgästehaus eine Gruppe der freiwilligen FW beobachten mussten: wie da die etwas älteren Pickelgesichter, die sonst nichts zu melden hätten, plötzlich ganz groß u. laut bei Befehligen der Kleineren wurden - erstaunlich! Oder?)