etwas schwierig praktische Ratschläge zu geben, ohne die Spieler näher zu kennen
Das ist es, warum ich Mentalcoaching hier aufs Theoretische beschränken will: man kann nur allgemeine Ratschläge erteilen, Fragen als Aufgabe mitgeben: Ob sie passen, kann dann nur der Trainer vor Ort ausprobieren, indem er zuerst versteht, dass er physischer, technischer, gruppentaktischer wie mentaler Trainer ist. Woher kommt der Druck, unterschwellig doch vom Trainer selbst (latente Erwartungshaltung), von Eltern, von einzelnen Kindern oder aller als Gruppe mit "Ansprüchen" an sich, eher von außen (leichter zu verändern, zu entspannen) o. innen... Ja, die berühmte Suche nach schwächeren Aufbau-Gegnern, die man in aller Freundschaft schlagen kann, die sind oft beliebt, aber nicht vorhanden. Viele Teams lösen sich mangels Erfolgserlebnissen auf, da sie eben Spannung ins Spiel bringen: Vorfreude, Thrill, Ambition, Anstrengung. Es gibt mental energetische Auf- und Abwärtsspiralen und die Schwächsten sterben quasi von selbst weg, mit der Zeit, sie hungern aus. Dagegen kann man wenig tun, außer vllt Misserfolge weglachen, indem man über sich selbst zu lachen lernt...
Praktische Beispiele also aus meinem Leben dazu, damit es nicht zu abstrakt bleibt: Ich spiele in einer Bunten Liga altersbedingt bei den sog. "Kellerkickern": da ist der Name Programm, sorgt für gute Stimmung trotzdem und innere Homogenität im Kopf: Wer über andere obsiegen will, der geht woanders hin! Für mich ist's mitunter schwer, da ich eigentlich und früher gern um Titel mit kämpfte und jetzt etwas scheinheilig zu mir selbst sage: Ich war dreimal Meister, auch Pokalsieger, das reicht nun - in Wahrheit würde aber auch ich gern nochmal um einen Titel mitspielen. Analog hatte ich im Kinderbereich die Coolen Kidz initiiert, die als vereinsfreies Förderteam zumeist gegen LZ/NLZ-Teams antraten u. zwangsläufig oft verloren. Denn wir waren ja ein Möchtegern (Auswahl durch sich selbst: eigene Motivation vs Fremdselektion per Sichtung/Scouts), wollten gern wie jene sein, die Besten werden, waren es aber "noch" nicht. Ich habe dies Noch-nicht in den Fokus gestellt und den Kindern reichte es, den Eltern aber nicht: die maulten solange herum oä, bis auch ihre Kinder die Lust verloren. So ist der Gang der Dinge im Sport, bei irgendwem bricht doch der Geist des Sports: dass es ums Gewinnen gehe, hervor und zwar gegner- statt selbstbezogen, will sagen: eigentlich ist es das Worumwillen, dass man sich fitter als ohne halten, verbessern o. sich in Form des inneren Schweinehunds besiegen will (abnehmen, schneller werden, kräftiger o. jünger wirken), aber man verkennt dies, projiziert sich und seine Fitness auf andere als äußere Gegner. Dann wird man ohne Siege "über" sie unmotivierter, wenn sie als der Vergleichsmaßstab falsch, zu überlegen und mental unerreichbar scheinend bleiben. Nun beginnt man nach Schwächeren zu fahnden. Doch die demoralisierende Subbotschaft ist bereits, dass man zu schwach für die ist, die eigentlich der Maßstab sein sollen, laut Liga, laut Nachbarschaft etc.
Mental zeigt sich hier ein Teufelskreis wie ein gordischer Knoten, den man nur abrupt: mit sich in seinem fremdbestimmtem "Wersein" zerschlagen kann! Das gelingt eben per radikalem Humor, indem man über sich selbst zu lachen lernt und übt: Mann, sind wir blöd, dass wir erst dann "wer" zu sein meinen, wenn wir andere als Gegner haben, die wir besiegen können, um uns daran, dann auf ihre Kosten (wie es aktuell andere Teams auf unsere tun), aufzubauen! Das ist zwar nicht mies, sondern eigentlich die Grundidee im Sport als Bewegungsform gegeneinander, als Wettbewerb der je eigenen Leistungen in Vergleichstabellen, aber für die, die unten stehen, bleibt es eben eine recht miese Idee, dazu zu dienen, andere statt sich selbst aufzubauen. Es mag dennoch recht abstrakt wirken, dass Lachen als grundloser Akt sich selbst "trotzdem" aufzubauen helfen kann, da man die konkreten Ausformungen dieser Methode nur im konkreten Miteinander "erfinden" kann, aber mehr als solch psychologischen Hinweis halte ich halt für unrealistisch. Denn aus der Ferne kann man nicht wissen, woran die Verkrampfung liegt: eben an Einzelnen, Eltern im Hintergrund, dem eigenen "sich verheimlichenden" Selbst (das sich dennoch unterbewusst artikuliert u. mitteilt) - es gibt in concreto einfach zuviele Optionen zzgl. allen Querverbindungen als sozialer Eigendynamik in Gruppen. Ob nun gilt, weniger kann auch mehr sein, musst du beurteilen 