Beiträge von Keller-Kicker

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    die FPL will keine Schiedsrichter nicht, weill die Schiedsrichter so schlecht sind. Sie sind nicht die Sündenböcke, wie es häufig gerne ausgelegt wird


    An dem Satz stimmt was nicht, aber egal, den Sinn hab ich wohl verstanden? Ich war min. 80-, eher 100-mal KiFu-Schieri u. kam mir oft als Sündenbock vor. Kritik gabs oft reichlich, Dank praktisch nie. Pfiff ich neutral, motzten alle, pfiff ich "antizyklisch" im nie ausbleibenden Zweifel für den Gast (Vorführeffekt bzw. Gastfreundlichkeit), wurde ich nachher von den eigenen Eltern zerlegt, die selbst nie pfeifen wollten. Toller Job: daher wollte ich den keinem anderen ungefragt aufdrücken und wollen tat fast nie irgendwer: nein, ich nicht, ich bau gern mit auf, aber Schieri - ne! Bei Auswärtsspielen stellte aber der Gegner die Schieris. Da gab es oft richtig Rambazamba, mitunter nach Spielen Rangeleien vor Kindern. Wieso ist da der Schieri nicht Sündenbock für alle? Ich glaube aus dem eigenen Erleben heraus, da liegt DSV richtiger mit seiner o.g. Einschätzung. Ich bin froh, dies hinter mir zu haben ;)


    PS Der DFB tut so, als ginge es ihm nur ums Kindeswohl: dass sie selbst entscheiden lernen etc., in Wahrheit aber soll KiFu vor allem nichts kosten u. darin alles bleiben wie es ist, fürchte ich

    das motto "den kindern den spaß am fußball zurückgeben" eher scheinheilig... wenn du einen guten schieri hast, GRADE im kinderbereich, so haben die kids auch sehr viel davon, da sie dadurch sehr viel lernen in sachen regeln und auch in gegenseitiger rücksichtnahme.


    Ich bin ja auch DFB-kritisch, da vieles uU in den Motiven scheinheilig ist: gute Schieris sind eben grad Zufall, Ausnahme, kaum die Regel - den Herren vorbehalten, wo man verbandsseitig Bezahlung/Ausbildung sicherstellt. Bei Kiddies pfeift bis zur D/C meist irgendwer, der sich die Pfeife in die Hand hat drücken lassen, oft genau die Eltern, die man andererseits doch auf 5 bis 15 m Abstand verbannen will. Die verpfiffen dann Spiele komplett, oft in Straßenklamotten und der Clou war einer, der sich völlig unbedarft während dem Spiel aufm Platz die Zigarette ansteckte. Für mich als Vater sind die Zeiten zum Glück vorbei, wo ich mich über "völlig parteiisch Unparteiische" ärgern u. die oft ob dem durch "Heimschieris" ganz offenbaren Unrecht aufgewühlten, aber eben Ohnmacht erlebenden Kinderreaktionen mit ertragen musste. Man konnte nur beruhigen, indem man sagte: "völlig egal, der Schieri ist ein armer Willi und gar keiner" - man konnte soviel Respektlosigkeit vor dem Fairplay nur durch Entzug jedes Respekts kontern, anders hätte man die vernünftige Ordnung im Kopf nicht wiederherstellen, hätten die Kinder nicht verstehen können, dass ihr Realitätssinn gesund, dies System aber krank war. Besser dies Ende mit auch manch Schrecken (wo es nicht klappt, da die Trainer nicht einvernehmlich fürs Fairplay sorgen) als jener Schrecken ohne Ende...
    Die Trainer sind immer der Schlüssel, daher Regel 2 am bedeutsamsten! Wo sie Team- und Fairplay, Respekt und Ruhe konsequent zwecks Lernerfolgen für Kinder vorleben, überträgt sich das auf alle anderen, außer sie hätten keinerlei positive Autorität. Ob man ihre menschliche Qualität aber per formaler Regel des Sich-zusammenstellen-müssens schon sichert, ist fraglich, doch ist es wie bei den Schieris, die keine waren: wenn der DFB nicht für vernünftige Qualität sorgen, sie per Ausbildung für alle und entsprechend uU eine finanzielle Kompensation sichern will (da nur kostenlos, den Schein gar noch selbst an den Verband bezahlend kaum noch wer zur Verfügung steht), dann bleiben nur solch formale Regeln übrig. Der Macher der FPL R.Klohr meint es sicher ehrlich, nicht scheinheilig: das kleinere Übel gemäß der realen Situation suchend...
    Die FPL-Effekte werden im Link gut u. prägnant erklärt, das sollte doch jeder verstehen. Mir schiene es auch wesentlich angebrachter, den anspruchsvolleren Job des Kindertrainers zu "vergüten" als den eines Herrentrainers im Kampf um die goldene Ananas. Doch diese Vorstellung pro Kinder ist in Deutschland völlig illusionär: Herrentrainern zahlt man min. 400 Euro in der 1. KKS, für Kinder ist nicht mal ein vorbildhaft leitender Schieri bei "wichtigen" Punktspielen drin - so ist es, so wird es bleiben, denn so geben die meisten Vorstände das Geld nunmal völlig gemein- statt eigennützig aus, da man mit den Herren in die Zeitung kommen könnte, Kinder aber als unwichtiger o. weniger wert unbeachtet vor sich hin spielen. In manch anderem Land gelten Kinder noch als 1. Glück statt nur als Last o. Kostenpunkt, das die tiefere Ursache der Lage in unserem oft eben scheinheiligen System Fußball: wo du Recht hast, hast du Recht :(

    die regelzusätze 2 und 3 sehe ich als relativ unsinnig an.


    Tja, und warum? Gegen Eltern wird immer gern geschossen, aber die zuerst Verantwortlichen o. sich selbst will man nicht an die Kadarre nehmen lassen, oder wie soll man dies Feststellen relativen Unsinns verstehen? Ohne Schieri klarkommen zu müssen, friedlich nebeneinander, so als Vorbild für "gut Sport" gemeinsam coachen zu sollen, ist sicher anspruchsvoll für viele Kindertrainer, so wie ich sie so über Jahre beobachten musste. Aber grad dies trifft den Kern: Kurieren an Symptomen bliebe sinnlos, wenn die Verantwortlichen, die Macher, die Oberen (die - wenn sie wollten u. nicht zT die Obermeckerer wären, dann andere ansteckten - ja immer auch die Macht hätten, bereits die sich daneben benehmenden Elternteile zu disziplinieren o. des Platzes zu verweisen, weshalb wenn Regel 1 unnötig wäre) sich außen vor hielten, oder? ;)

    Vertrauen ist erstmal gut, wo es ehrlich sein darf, nicht als blindes existieren soll. Kontrolle ist aber sprichwörtlich meist besser. Was bedeutet das? Man kann dazu mal in das neue Buch des Hirnwissenschaftlers Hüthner hineinlesen: "Jedes Kind ist hochbegabt... und was wir daraus machen". Wichtiger als Vertrauen für die Selbstwerdung ist, dass möglichst viele Erwachsene Misstrauen zulassen, Abstand gewähren. Das tut oft weh, wenn (etwa pubertierende) Kinder uns hinterfragen, auf ihre needs und Ziele hin kontrollieren wollen: wollen die wirklich unser Bestes oder ist das Lüge? Oft geht darüber Vertrauen familiär kaputt, wenn dann Macht ins Spiel gebracht wird, oder kann nur als "moralische" Verpflichtung gerettet werden: wir haben bisher alles für dich gemacht; wer nicht macht, was ich will, meinen Vorgaben folgt, der fliegt raus, ist dann die unterschwellige Botschaft. Dann ordnet der jugendliche Spieler sich zwar pro forma unter, spielt Vertrauen, doch kaum ist der Trainer aus der Tür raus, kommt die Wahrheit auf den Tisch. So habe ich es als mentaler Teamcoach - dank des Vertrauensbonus des Trainers, der mich meine Diagnose ohne jede Aufsicht mit dem Team (der 16-jährigen) machen ließ - erleben dürfen. Meine "brutalehrliche" Diagnose um des Teams und der Spieler willen hat dann trotzdem nicht geschmeckt, verständlich, aber fatal, denn den Spielern wurde so signalisiert: auch der MTC hatte keine Chance, also schweigen wir weiter, was aber Teamplay in Kopf und Herz blockieren muss. Niederlagen folgten erstmal wie zwangsläufig. Das meint natürlich nur eine theoretisch-allgemeine Erwägung, nicht dich oder andere in ihren persönlichen Verhältnissen, konkrete Fallbeispiele kann man immer nur vor Ort 'annäherungsweise' beurteilen: auch in jenen Trainer konnte ich ja nicht "hineinblicken", nur spekulativ seine Motive mir vorstellen und letztlich feststellen: nichts zu machen, ich bleibe außen vor. Wenn man nicht schon vorher als Coach geflogen ist, sollte man dann abbrechen, statt eine Alibifunktion auszufüllen, aber "erstmal" nichts bewegen zu können. Offenheit ist das A und O, sie bedeutet aber auch Abstand zwischen sich, lebensechter Widerspruch, wo Interessen differieren....

    Andre: Das hört sich alles etwas zu leicht und positiv an - wenn man das Gras wachsen hören will ;) Obwohl ich es aus der Ferne nicht beurteilen kann, könnte das schon wiederholt aufgetretene Problem damit nicht gelöst sein: erneut bzw. in anderer Form wiederkehren. Es geht dabei ums Beeinflussen: sicher im Teamsport nötig, doch wie erreicht man sein Ziel, das ja immer ein gemeinsames sein müsste, da es sonst dem Teamgeist widersinnen würde? Das nur als Frage zur Anregung.
    (Etwas Theorie, da es hier ja um sie gehen soll: zur Trainierbarkeit individueller "Mängel" legt etwa Prof. Mester (VV des Deutschen Forschungszentrum für Leistungssport u. Leiter des Instituts für Trainingswiss. an der DSH in Köln) contra Fremdbeeinflussung in "Sport IST Spitze" dar, wie die Option der Selbstbeeinflusung epigenetisch so weit geht, dass individuelles Verhalten - auch "kurzfristig - einen deutlichen Einfluss auf die eigenen Gene nehmen kann" (21), daher eben gilt: wo ein Wille, da ein Weg. Dies belegt zB die Zwillingsforschung u. wäre der richtige Ansatz auch im KiFu. Selbst-Veränderung geht aber nie vom Trainer als Außenstehenden aus. Wer sich im Unbehagen an äußerer Einflussnahme beschwert, der lebt folglich nie verkehrt, wenn Individualisierung ex post statt ex ante, also vor- statt rückwärtsgewandt zu betrachten ist. Das erläuterte Mester schon zuvor in einer Kritik an Universalvorstellungen: deren Fehlen "führt zu immer wiederkehrenden Äußerungen, dass jeder Athlet anders sei und die Reaktionen individuell. Wäre dem so, könnte man vieles das Team betreffend nur noch dem Zufallsprinzip oder 'Versuch und Irrtum' überlassen" (20). Erst wenn der Teamgeist energetisch "fließt", kann es zwischen Individuen reell zu dem Kontakt kommen, den du im Sinn hast. Beschwerden aber zeigen, dass dies zumindest in einem Fall nicht der Fall ist. Wo es aber keinen wirklichen Kontakt zum anderen Individuum gibt, existiert es gar nicht bzw. nur in der eigenen Fantasie. Doch muss jeder für sich prüfen, inwieweit dies zutreffen könnte, hier kann es nur um den theoretischen Zusammenhang der Falschannahme eines Teams als Grundgesamtheit gehen, nicht mehr...)

    guenter: Das Problem war wieder mal ein Begriffsproblem, da einer von objektiven, der andere von subjektiven Interessen sprach ;) Dennoch meine ich, dass jedes Kind, dass seine subjektiven Interessen enttäuscht sieht, schnell die Flinte ins Korn werfen kann. Daher gilt es da, wo man seine subjektive Interessensverfolgung blockt, zB ein höheres Ziel wie eben Teamgeist zu vermitteln oder seine Gedanken aufzunehmen und weiterzuführen. Beispiel: Ein Kind dribbelt und bolzt viel für sich allein, bleibt bei Ballverlust stehen etc. Sein Trainer macht es während dem Spiel motzend runter, holt es dann demonstrativ vom Platz. Für die meisten Eltern ein toller Effekt, sie nicken: "endlich", "am besten der bleibt jetzt ganz draußen" usw., natürlich so laut, dass dies Kind es hört, das dann völlig verstockt auf der Bank schmort, mit inneren Tränen. Im nächsten Turnierspiel wird es dann nur eingewechselt, verliert wieder beim Alleingang den Ball und ich rufe ihm zu: "Komm Linus, den holst du dir zurück!" Sofort startet das Kind, ja es rast so los, dass es den Gegner schon nach 5 Metern einholt, den Ball abnimmt, sich durchdribbelt und das Tor macht. Alle Kinder klatschen es jubelnd ab, doch der Trainer wechselt es mit rotem Kopf aus: Du hast wieder alles nur allein gemacht - und einige Eltern heben anerkennend den Daumen. Man möchte hier offenbar den "Eigenwillen" des Kindes, sein Interesse, im Hauruckverfahren brechen, natürlich nur zu seinem Besten, wird man sagen. Doch man schaut gar nicht hin, vermittelt die verschiedenen Interessen nicht, sieht nicht das Positive, nur das Negative, da man eigene Interessen verfolgt: die Eltern wollen die Chancen ihrer Kinder in der Teamhierarchie verbessern, der Trainer vielleicht nur das Interesse seines Teamganzen schnellstens erreichen, keine Ahnung.


    Für mich wäre da das Team - seine reale Reaktion der Anerkennung - und der kleine Anfang zu sehen wichtig gewesen: das Kind blieb nicht wie sonst nur stehen, sondern versuchte den einen Fehler: Ballverlust wieder gut zu machen. Gleich zu erwarten, dass es auch den anderen: Alleingang sofort seht, nur weil eine andere Person dies will u. fordert, geht nur vom eigenen, nicht vom fremden Individuum aus. Das Kind übrigens möchte nun Tennis spielen, wie ich hörte: mancher wird meinen: prima, Einzelsport, da gehört es hin. Doch wäre es nicht grad für dies fußballerisch begabte Kind viel besser, sein Wohl, zu erlernen, wie es im Team sich zurechtfinden kann? Wie würdest du das Fallbeispiel beurteilen: Müsste man nicht erstmal den motivationalen Anschluss beachten, also sein Interesse mit bedienen, statt gleich nur sein sog. Wohl zu avisieren u. dann uU das Kind mit dem Bade auszuschütten? Denn im Tennis wird das Kind lernen, sein Interesse durchzusetzen, also wurde das Wohl nicht verwirklicht, da das Interesse missachtet wurde, oder?

    Stimme mit Koeppchen überein. Gut gemeint ist noch nicht gut gemacht. Ich bin erst mit 38 beidfüßig geworden, alles ist eine Trainingssache. Auch der Antritt. Dazu positiv motivieren. Kritik muss keiner ungefragt erdulden, daher habe ich nie wen einfach von mir aus kritisiert, sondern aus Respekt vor der fremden Persönlickeit erst gefragt ;)

    @Kicker: Du kochst Dinge im Topf, die beim Essen einen bitteren Beigeschmack haben... Wenn Du mit einem Trainer nicht zufrieden bist, rede mit ihm...
    300 Methoden beim Mentaltraining? Wer hat Dir denn das erzählt???????


    Wieso bitter? Keiner muss essen, was andere kochen, außer... Hast du reale praktische Erfahrungen im KiFu, mit eigenen Kindern, o. redest du rein theoretisch? Wer seine Kinder in Obhut gibt, da Fußball nunmal Team-, nicht Einzelsport ist etc., hat da ein Problem, das ihn nicht nur gleichgültig lassen sollte, so er Verantwortung tragen will: er muss essen, was ihm vorgesetzt wird - und Dialog kann man keinem Menschen (zumal, wo Posteninhaber von Macht über dich, dein Kind) aufzwingen, funktioniert oft nicht mal in Dienstleistungsfirmen! Ich will dazu aber nichts mehr schreiben, ist zu frustrierend u. nicht Thema. Aber heute scheinen mir Homunculus-Fantasien (auch im MT übrigens zT, wie im u.a. Lexikon nachlesbar) wieder recht populär zu werden, grad im KiFu... Zu den 300 Methoden kannst du im "Lexikon der Mentaltechniken" einiges nachlesen, hat nicht irgendwer erzählt... Jede ist vermutlich von überzeugt engagierten Mitmenschen konzipiert: nicht unbedingt zu teilen, aber in Vielfalt (da jeder eben individuell ist!) zu respektieren, sonst wäre jede kaum aufgenommen ;)

    Günter: Hier ging's (mir) um die mentale Grundvoraussetzung beim Training, dass es erstmal Freizeit-, nicht Leistungs-/Profisport sei, also wo man als Trainer seinen Hebel ansetzt, beim Wollen oder Müssen. Wer etwas auf ein Müssen aufbauen will, wird nie das Optimale herausholen, freiwillig zur "Höchstleistung" (ver)führen und immer unterschwellig Rebellen, ihn ablehnende Misstöne usw. mit produzieren, was oft verdrängt wird und sich erst bei Niederlagenserien oder schon Rückständen zeigt: man hält nicht 100% zusammen, es kommen Schuldzuweisungen, demonstrative Unlust o. hängende Köpfe greifen Raum, obwohl der Spielstand noch offen, zu verändern wäre, halt all das, was ja im Amateurbereich durchaus üblich ist. Bei den Herren wird dann bald der (für positive Vorleistung pro Teamgeist bezahlte) Trainer als Ursache "ausgemacht, fliegt raus, im KiFu schleppen sich Team mangels Alternativen hin u. lösen sich dann zu D, C oder B hin auf, wenn die mental zur Passivität verurteilten Kinder zu (in aktivem Widerstand) mündigen o. mobileren Jugendlichen werden, da sie nicht wissen, was sie tun: nämlich sich selbst ihre körperlich wie geistig wichtige Beweglichkeit raubend. Dann verarmen diese Jugendlichen im Kopf ("mental"), ihre gestauten Aggressionen suchen sich anderswie Bahn und Weg zur Abreaktion etc. und ein kleiner Teufelskreis hat begonnen, aus dem man uU so leicht nicht mehr raus kommt...


    Diese bei uns oft beobachtete Entwicklung war ein Anlass, sich mal "theoretisch" zu MT/MC bzgl. Jugendarbeit auszutauschen, alle im "Team" als prägender "Geist-Qualität" unter die Lupe zu nehmen, niemand aussparend. Also Probleme wie "wer bin ich im Team", wo, wann, wie: als Spieler, Trainer, Elternteil, was kann o. soll ich fürs im Geiste Ganze leisten. Im Team hat man ja verschiedene Rollen, mal Kumpel, mal Tröster, mal Antreiber, mal "Zur-Ordnung-Rufer" etc. Es ging dabei nicht so sehr um alle einzeln möglichen Fälle oder Fragen bzw. Methoden (von denen ein MT-Profi eben unüberschaubare 300 auflistet), sondern um den Blick aufs Ganze des Teams. Der Anspruch, wie man wen mental pushen kann/soll, um mehr Siege (über andere) o. Titel zu erringen, aufzusteigen ist dann eher eine Frage der Praxis, welche Ziele man konkret für sich und "sein" Team sieht, ob man sie fest setzt, wie man sie verfolgt o. bearbeitet. Allem voran aber steht die Einsicht, dass dies äußerst komplex ist, man also nie sagen sollte, ich bin ich, der und nicht der, wem es nicht passt, der kann ja gehen, und ansonsten folgt man meinen Anweisungen. Das wäre eine unreflektierte Ich-Erweiterung und so kann man kein Team innerlich formen. Leider scheint dieser Ansatzpunkt nicht funktioniert zu haben, ich bedaure das sehr, obwohl ich einiges draus lernen dürfte... :(

    Karl: "Bauchschmerzen" hatte ich auch, als es zB bei der Bundeswehr immer hieß: was dich nicht tötet, macht dich härter (i.S.v. besser - für wen?). Blutige Füßen voller Blasen beim Marsch in den nagelneu ausgegebenen Stiefeln: mir nicht gemäß, nicht in meinem vordergründigen Interesse, aber doch zu meinem Wohl? Danke! Ob o. wie hart ich werden soll, hätte ich da gern selbst bestimmt statt solch Weisheit aufgedrückt zu bekommen. Früher meinte man auch, dass ein "kleiner Klaps" noch keinem Kind geschadet hätte: ihm nur helfe einsichtig schneller zu lernen: wir wollen ja nur dein Bestes! Mit Bauchschmerzen kommen heute auch viele Kinder aus der Schule u. Eltern sind dagegen machtlos, können es dann nur zum Psychotherapeuten schicken - was die Schule dann zT empfiehlt, oder ADHS-Tabletten, damit das Kind nur still u. ruhig dem Unter-Richt "folge", gehorche... Es reicht aber schon, zweckrational das vorzukauen, was Kinder von sich aus erfahren und einsehen sollten: "gut gemeint": " Du hörst jetzt zu, ich erkläre dir das mal, damit wir schneller vorankommen", aber eigendynamisches Selbst-Was-Erlernen, eigene Mentalität oft im Keim erstickend, da alles vorwegnehmend. Wenn nun auch noch Kindertrainer meinen, sie dürften gegen das Kinderinteresse o. Kindgemäße handeln, wo haben Kinder dann noch ein Ort für die Freiheit sozialen bzw. 'autogenen' Lernens, den sie selbst bestimmen? Oder wie hattest du es gemeint, günter? Es ist auch nicht böse gemeint, ich bin dir für dein offenes Wort vielmehr sehr dankbar, da so eben viele denken, aber nur wenige trauen sich, es auch direkt zu sagen (mit Kritik musstest du ja dafür rechnen)... ;)

    dass man Erfolg haben kann ohne Leistungen zu bringen


    Genau: Glück kommt zu dem, der ihm nicht hinterher läuft... Wer es für sich von Siegen abhängig macht, der kann gar nicht mehr mit ihnen 'beschenkt' werden, fühlt sich ja zuvor verpflichtet, sie per Höchstleistung sicherzustellen. Leistungswollen bedeutet oft grad nicht Leistungbringen, kann in für einen selbst unerklärlichen Abwärtsspiralen o. mental bedingten Formschwankungen enden. Im Team greifen hier hochkomplexe Zusammenhänge, wenn Leistung von Trainern (also noch nicht auch allen Spielern) wie ein Fetisch des Erfolgsdenkens obenan gestellt wird, um einem Obsiegen über andere zu dienen: daher hier nur der Hinweis auf die Problematik, wenn man Glück (seiner selbst o. seines Teams) von durch maximale o. "positive Leistung" sicherzustellenden Siegen abhängig macht. Da läuft vieles unterbewusst ab, so dass man es aus dem Stand heraus gar nicht bemerkt, meint, man sei ganz entspannt, in Wahrheit aber alles längst auf den Sieg hin ein- und verspannt hat. Etwas anderes ist gemeint bei dem, der Leistung für sich definiert, also zB ein Läufer, der sich selbstbestimmt eine Laufzeit zu knacken vornimmt, dies aber nicht auf Termin (des Erreichens wie beim Spieltag o. Endspiel) fixiert und so verkrampft. Ob es nun Leistung sei, die 10 km überhaupt o. unter 60 min zu schaffen oder in max 45 min, das ist dann nur selbstrelational von Bedeutung. Im Teamsport u. Punktrunden fällt dieser Bezug aber aus, daher ist Leistung (von Trainer in der Verantwortungs-Position fürs Teamganze) als Anspruch grundlegend anders zu denken, meine ich.

    Trainer ruft beim ruhenden Ball zu seinen Spielern: "Zeigt euch!" Daraufhin rennen die Spieler im nächern Bereich zum Trainer und heben den Finger!
    Trainer ruft beim Einwurf zu seinen Spielern, die sich regungslos verhalten: "Angebote!" Als nichts geschieht, ruft eine Mutter: "Bei Aldi gibts jetzt Klopapier für 0,79 ?!"


    Das könnte man glatt zu einer Slapstickkomödie als wirksamen Lehrfilm erweitern, mal als Idee an den DFB schicken? Worum es mir aber ging, wohl schlecht ausgedrückt: zu verstehen, warum das pro-aktive Coachen im Spiel bei Klopp, Tuchel o. Streich mental so gut funktioniert, dass junge Spieler daraus wie aus dem Nichts erwachsen können, die vllt anderswo "nichts" geworden wären? Hab da noch Sternkopf im Kopf, wie der unterging: vllt damals das hoffnungsvollste Talent, am Ende: niemand. Was tun jene in ihrer Trainerpraxis, was beobachtet ihr dabei? Geben sie ruhig und rational richtige Anweisungen? Machen sie nicht eher alles verkehrt - und trotzdem leisten sie das Unglaubliche, wieso?

    nicht wundern, wenn die leistungsbereitschaft immer mehr abnimmt


    Richtig, aber darüber würde ich mich freuen, wenn die Jungs bei meinem Training ein wenig vom Leistungsstress der Schule ab- und entspannen können, ich ihnen dies ermögliche. Wozu manipulativ irgendwem Leistung abzwingen, sie füpr alle zum Grundgesetz erklären? Entweder ist die Bereitschaft als Motiv da oder nicht! Will man als Trainer natürlich Erfolg per Leistung, überträgt sich dies, die Jungs fühlen dies als Druck auf sich lasten, Niederlagen als Schande für sich - oder nur den Trainer und seine Erwartungen an sie? Eben dies würde ich anstelle von Gustavo zuerst prüfen: mich selbst. Denn sein Problem war wohl nicht, dass er siegen will, dafür ein Team braucht, sondern dass er Angst hat, dass Spieler aufhören etc. Dafür erbat er Rat, oder?

    @TW: Ich erlebe immer nur Trainer, die ewig gestikulieren, sich die Seele aus dem Leib schreien und motivieren wollen. Ich meine damit Aufforderungen, sich zu bewegen, ihnen noch mal mitzuteilen, wo das Tor steht, mal besser auf die Mitspieler zu achten, hinzuschauen, auf Laufwege zu achten, sich an Eingeübtes zu erinnern u.s.w...


    Geht mir ähnlich. Daher heisst's: was Trainer nicht im Training vermitteln konnten, werden sie sicher nie während des Spiels erreichen. Interessant aber: woher kommt der Glaube, dies im Spiel zu können, zu "müssen", wieso rattert es 5 min vor der HZ so im Kopf, dass man sich - da kein Freund langen Redens - quasi bezwingen muss, dem nicht zu sehr nachzugeben? Nur Mitteilungsbedürfnis o. mehr? Da mir als Spieler immer mitteilungsbegierige HZ-Ansprachen u. ihre Texter nur auf die Nerven gingen, ebenso die Anweisungen von außen (wie gesagt: die Wahrheit ist aufm Platz, nicht daneben, dies Bonmot hat's nicht grundlos in die Annalen des Phrasenschweins geschafft!), ich nur weghörte, um mir meine Pause bzw. Konzentration aufs Spiel nicht rauben zu lassen (Auswechslungen wg Ungehorsam o. Nichtbefolgen in Kauf nehmend), war ich als KiFu-Trainer wohl seit jeher dagegen gefeit u. kam mir die Galle hoch, wenn es ein Kollege zu sehr übertrieb. Mental ist klar: in der Praxis (dem Spiel) zählt die Praxis (das Spiel), nicht die Theorie - ein theoretischer Imperativ? Nein, meine gelebte Praxis und anderen gern zur Nachahmung empfohlen, falls sie es wollen, dass jedem seine Mentalität sich aufm Platz entfalten darf, möglichst ungestört und eingriffsfrei: dass MT in die Psyche eingreife, war ja im Theoriethread ein gern genannter Vorwurf, doch dies vorschreibende "Anweisen" greift eben immer ein, zT sicher aus grupentaktischer Erwägung zurecht, aber immer den Einzelnen in seiner Motivation, seiner Konzentration, seiner "Sammlung" störend, daher wohl am besten zu minimieren. Denn jeder Trainer ist bereits auch MT, ob er will, dies sich bewusst macht und reflektiert o. eben nicht. Das ist für mich die reale Praxis. Ziele waren aufm Platz oft nur die der anderen, derer am Rand des Platzes - und das störte das Spiel darauf "mental" ungemein...

    dann kann ich auch alleine um den see laufen...........


    wenn ich aber mannschaftssport betreibe, kommt der spaß auch aus dem gewinnen und nicht nur aus der betätigung als solcher.


    Wo steht denn das für alle (vor)geschrieben, die mit "kicken" wollen? Also im Beispiel Kellerkicker gebe ich gern zu, dass mir persönlich es auch schwer fällt, quasi verordnet zu verlieren (nomen est omen), indem bei Führung o.ä. Mitte der 2. HZ einige wie "Berufsverlierer" im Egotrip nach vorn eilen, dann nach unmotiviertem Ballverlust dort prustend festkleben u. mit Achselzucken das beobachtete Gegentor quittieren... Nun denn, Joggen mit Ball und Team macht trotzdem noch mehr Spaß als allein um den See u. immerhin lern ich - besser spät als nie, dass Verlieren nicht wehtun "muss" und man beim Smalltalk grad deshalb mehr zu lachen hat. Schade nur, dass Kindern diese Erfahrung meist verwehrt wird u. es dann in Situationen wie von Gustavo geschildert enden: muss und man sich im Kollektiv davon da, wo es nötig wäre, kaum mehr zu befreien weiß. Auch bei Volksläufen gibt es übrigens Siegerurkunden: die Alternative "Fußball o. Joggen" existiert vllt nur in deinem Kopf, da man es dir so als unabdingbar beibrachte? Oder wie würdest du den Denkzwang in dir analysieren, dass Sport (allen inkl. Kindern) nur Spaß machen dürfe, wenn's auch darum geht, als Sieger andere zu schlagen? Ist diese Verbindung als Vorstellung nicht im Grunde sogar sehr abwegig, da es jedem Menschen doch um sich selbst zuerst geht bzw. gehen sollte? Nur wer oben ist, ist gut?


    PS Wenn du das beschreibst, hilft es G. vllt zu erfahren, was in seinen Spielern abgeht, oder?

    ich halte auch nichts davon, die spiele zu einer reinen 'gaudiveranstaltung' verkommen zu lassen


    Nun, jeder kann sich selbst definieren in dem, was ihm wichtig ist, dh sein soll - und fürs Team bzw. Vereine geben es erstmal Funktionäre vor. Ob dies dann auch mit jedem o. einem selbst innerlich übereinstimmt, hat jeder mit sich auszumachen. Bevormundung ist aber unangebracht, obwohl üblich, das reale Problem wäre jedoch: wenn die Teilhaber des Teams allzu verschieden definieren, die einen über Erfolg, andere bloß über Ausleben im Bewegungsdrang, Dritte übers "Soziale" (bei den Herren oft: das Bier u. Quatschen NACH o. gar neben dem Spiel) etc. Oder wenn man früher ganz scharf aufs Siegen war, nun aber so tut, als sei dies völlig egal, da man schlechter, schwächer, unfitter, älter geworden ist: dann muss man den Selbstbetrug bewusstseinsmäßig im Wollen schon gut absichern wie in meinem Selbstbeispiel: im Alter geht es nicht mehr bergauf, nur noch bergab - so lautete mal das resignierte Resume in einem Film. So geht es schon manch Jugendlichem, der als Bambini noch dank moralischem Rückgrat (oft Trainersöhne) alle ausdribbelte u. dann mit 15 hinterher hecheln muss - diesen Einbruch im Selbstwert muss man erstmal mental verkraften! Wenn dann irgendwelche Kiebitze draußen noch Witze reißen über keine Gaudiveranstaltung, Loser o. das berüchtigte Mädchenpensionat, dann gute Nacht, da ist mal wieder ein junger Mensch für den Sport und dieser Sport für ihn verloren: and the winner is - die Spielkonsole oder Glotze. Na da lob ich mir lieber die Gaudi, die du offenbar gern für alle vom Fußballplatz verbannen willst, sorry, aber wo du so provokant schreibst - es entscheiden aber tut eh Gustavo ;)
    PS Aus dem Ackergaul macht man aber nie einfach so ein Rennpferd, daher...

    etwas schwierig praktische Ratschläge zu geben, ohne die Spieler näher zu kennen


    Das ist es, warum ich Mentalcoaching hier aufs Theoretische beschränken will: man kann nur allgemeine Ratschläge erteilen, Fragen als Aufgabe mitgeben: Ob sie passen, kann dann nur der Trainer vor Ort ausprobieren, indem er zuerst versteht, dass er physischer, technischer, gruppentaktischer wie mentaler Trainer ist. Woher kommt der Druck, unterschwellig doch vom Trainer selbst (latente Erwartungshaltung), von Eltern, von einzelnen Kindern oder aller als Gruppe mit "Ansprüchen" an sich, eher von außen (leichter zu verändern, zu entspannen) o. innen... Ja, die berühmte Suche nach schwächeren Aufbau-Gegnern, die man in aller Freundschaft schlagen kann, die sind oft beliebt, aber nicht vorhanden. Viele Teams lösen sich mangels Erfolgserlebnissen auf, da sie eben Spannung ins Spiel bringen: Vorfreude, Thrill, Ambition, Anstrengung. Es gibt mental energetische Auf- und Abwärtsspiralen und die Schwächsten sterben quasi von selbst weg, mit der Zeit, sie hungern aus. Dagegen kann man wenig tun, außer vllt Misserfolge weglachen, indem man über sich selbst zu lachen lernt...
    Praktische Beispiele also aus meinem Leben dazu, damit es nicht zu abstrakt bleibt: Ich spiele in einer Bunten Liga altersbedingt bei den sog. "Kellerkickern": da ist der Name Programm, sorgt für gute Stimmung trotzdem und innere Homogenität im Kopf: Wer über andere obsiegen will, der geht woanders hin! Für mich ist's mitunter schwer, da ich eigentlich und früher gern um Titel mit kämpfte und jetzt etwas scheinheilig zu mir selbst sage: Ich war dreimal Meister, auch Pokalsieger, das reicht nun - in Wahrheit würde aber auch ich gern nochmal um einen Titel mitspielen. Analog hatte ich im Kinderbereich die Coolen Kidz initiiert, die als vereinsfreies Förderteam zumeist gegen LZ/NLZ-Teams antraten u. zwangsläufig oft verloren. Denn wir waren ja ein Möchtegern (Auswahl durch sich selbst: eigene Motivation vs Fremdselektion per Sichtung/Scouts), wollten gern wie jene sein, die Besten werden, waren es aber "noch" nicht. Ich habe dies Noch-nicht in den Fokus gestellt und den Kindern reichte es, den Eltern aber nicht: die maulten solange herum oä, bis auch ihre Kinder die Lust verloren. So ist der Gang der Dinge im Sport, bei irgendwem bricht doch der Geist des Sports: dass es ums Gewinnen gehe, hervor und zwar gegner- statt selbstbezogen, will sagen: eigentlich ist es das Worumwillen, dass man sich fitter als ohne halten, verbessern o. sich in Form des inneren Schweinehunds besiegen will (abnehmen, schneller werden, kräftiger o. jünger wirken), aber man verkennt dies, projiziert sich und seine Fitness auf andere als äußere Gegner. Dann wird man ohne Siege "über" sie unmotivierter, wenn sie als der Vergleichsmaßstab falsch, zu überlegen und mental unerreichbar scheinend bleiben. Nun beginnt man nach Schwächeren zu fahnden. Doch die demoralisierende Subbotschaft ist bereits, dass man zu schwach für die ist, die eigentlich der Maßstab sein sollen, laut Liga, laut Nachbarschaft etc.
    Mental zeigt sich hier ein Teufelskreis wie ein gordischer Knoten, den man nur abrupt: mit sich in seinem fremdbestimmtem "Wersein" zerschlagen kann! Das gelingt eben per radikalem Humor, indem man über sich selbst zu lachen lernt und übt: Mann, sind wir blöd, dass wir erst dann "wer" zu sein meinen, wenn wir andere als Gegner haben, die wir besiegen können, um uns daran, dann auf ihre Kosten (wie es aktuell andere Teams auf unsere tun), aufzubauen! Das ist zwar nicht mies, sondern eigentlich die Grundidee im Sport als Bewegungsform gegeneinander, als Wettbewerb der je eigenen Leistungen in Vergleichstabellen, aber für die, die unten stehen, bleibt es eben eine recht miese Idee, dazu zu dienen, andere statt sich selbst aufzubauen. Es mag dennoch recht abstrakt wirken, dass Lachen als grundloser Akt sich selbst "trotzdem" aufzubauen helfen kann, da man die konkreten Ausformungen dieser Methode nur im konkreten Miteinander "erfinden" kann, aber mehr als solch psychologischen Hinweis halte ich halt für unrealistisch. Denn aus der Ferne kann man nicht wissen, woran die Verkrampfung liegt: eben an Einzelnen, Eltern im Hintergrund, dem eigenen "sich verheimlichenden" Selbst (das sich dennoch unterbewusst artikuliert u. mitteilt) - es gibt in concreto einfach zuviele Optionen zzgl. allen Querverbindungen als sozialer Eigendynamik in Gruppen. Ob nun gilt, weniger kann auch mehr sein, musst du beurteilen ;)

    Der zitierte kategorische Imperativ von Kant, jeden so zu behandeln, wie man selbst behandelt werden wolle, kann ja im KiFu schon mal nicht greifen, da es das ethische Grundgesetz ist zu erkennen, dass Kinder nicht wie Erwachsene behandelt werden sollen. Wenn man selbst psychisch robust ist, gern mal laut schreit, wird man auch sonst nichts dabei finden, sich eben mal robust Luft zu machen. Wie dies aber auf sensiblere, passiv erduldende o. kleinere Menschen wirkt, darüber macht man sich dann keine (bösen) Gedanken, da man sie nur so behandelt, wie man auch selbst behandelt werden wollte und es ab könnte, ist "alles gut". Genau hier liegt der für die unter einem großen Selbst trainierenden Anderen u. ihr kleines "selbst" der Denkfehler: jeder Mensch ist anders, soll demgemäß als Mitmensch gelten, nicht von einem-selbst aus betrachtet. Genau das zeigt zB das Reiss-Profile, so wie ich es verstehe, und deshalb hilft es vielen Trainern auch noch im Profibereich effektiv (auch wenn es manch "Philosophen" vllt zu banal erscheint), oder? Also hieße der kategorische MT-Imperativ eher: behandle jeden so, wie er es von sich aus benötigt, nicht wie du von dir aus es als richtig beurteilen magst. Oder gibt es auch Einwände dagegen?

    dass ich der liebe, nette Trainer bin und wenn man von wenig ausgehend, härter durchgreift, ist das immer noch nicht so viel :-), das könnte ich auch gar nicht...


    Es geht auch darum, ob sie dir das Harte abnehmen: wenn nicht, lachen sie nämlich hintenrum drüber u. das reizt dann uU noch mehr, den Aufstand zu proben: den Trainer provozieren u. austesten, wie er nun reagiert etc. Du denkst, du disziplinierst sie, dabei manipulieren sie dich - spielerisch, zum Spaß, nicht aus bösem Willen (weshalb "hartes Durchgreifen" auch zuviel wäre). Daher würde ich an deiner Stelle "du selbst" bleiben, nur vor Augen führen, dass u. wer dabei verliert o. man weniger disziplinierte Spieler ungern aufstellt: ist dabei logisch u. klar, also weniger Strafe denn Notwendigkeit, daher hab ich dies Mittel lieber angewendet als Strafen: das Team soll gewinnen u. wer es runterzieht, von dem rückt es auch ab: außer eben, alle "wollen" verlieren - dann lass sie, das nervt sie bald selbst an u. dann haben sie von selbst begriffen, was Team bedeutet ;)