Beiträge von Keller-Kicker

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    Na ja, ich differenziere schon immer, gemäß möglichen Motiven. Aber hier ging's ja um Manu's Trainer-Befund "Profi-Syndrom" am Vater - als "schwerer Fall". Wiki: "Das Syndrom ist in der Medizin und Psychologie das gleichzeitige Vorliegen verschiedener Krankheitszeichen..." Das ist zunächst ja mal harter Toback. Wir können den Fall nicht wirklich beurteilen und vielleicht hat hier der Trainer völlig Recht, ist hier wirklich nur einer der Übeltäter. Dennoch ist Manu weder Psychologe noch Arzt, um solch Befunde festzustellen, sei's auch ironisch gemeint. Er ist nur Kindertrainer, so dass darin auch etwas von einer sich als unfehlbar inszenierenden Alleinherrscher-Pose liegt, die ich oft beobachtete. Man meint plötzlich, Dinge zu können, zu dürfen, nur weil man einen Posten innehat, der scheinbar über andere stellt, Macht verleiht. Das ist aber für sich eine Art in unterklassigen bzw. "Dorf"-Vereinen grassiernde Krankheit der Selbstüberschätzung, die fatale Folgen haben kann: für Kinder!
    Klar, dass der Vater seine Für-krank-Erklärung nicht nur mit einem netten Danke und Lächeln quittiert. Die Sprache zeugt von einiger Eskalation zwischen beiden - Erwachsenen. Dazwischen steht dann wie von Manu geschildert ein an zunehmender Lustlosigkeit leidendes Kind, auch oft so beobachtet. Insofern waren hier etliche typische Elemente vorhanden, die Kindern schaden, aber auch Vereinen. Und das wird wiederum oft unter der Decke gehalten bzw. wehe dem, der es offen anspricht. - Lies mal beim Dachverband aller Vereine und Verbände, dem BDVV, zB das Interview "Mobbing im Ehrenamt" nach - das würde da nicht zu finden sein, wenn dies Phänomen nicht bereits von Offiziellen vielerorts als üblich wahrgenommen werden müsste, denke ich, oder? Wer nun gegen wen und warum oder wieso, das ist letztlich zweitrangig, entscheidend ist, dass tiefe Konflikte, Querelen, Intrigen, Mobbing, Schikanen bei uns fast normaler Alltag sind, und zwar vor allem im KiFu - das sollte einfach allen sehr zu denken geben. Denn von Kindern geht dies nie aus: oder? Sie aber bezahlen fast immer zuerst die Zeche, leiden. Dabei gilt: Es ist ihr Fußball, nicht der der den Stress anzettelnden Erwachsenen! Alle Schuldzuweisungen untereinander im einzelnen gehen insofern ins Leere, vernünftiges Miteinanderreden wäre 1.Pflicht und der Verweis auf verlässliche Quellen als sachliche Beweismittel, wie Manu ja auch geraten wurde, so jener Vater so wie beschrieben ist :(

    In der Schule akzeptieren die Eltern doch auch, das der Lehrer seine Maßnahmen, Methoden und Entscheidungen nicht permanent mit den Eltern ausdiskutiert!


    Sorry, aber das Beispiel passt ganz und gar nicht: 1. Sind Lehrer per Uni und Praxis-Referendiat über 6 + x Jahre wiss. überprüft ausgebildet, Wildwuchs ist da ausgeschlossen; 2. regen sich da genug Eltern über vieles auf. Im KiFu kriegen viele Trainer anfangs nicht mal ne minimale Einweisung (bei mir zB, obwohl ich drum bat), der Rest obliegt ihnen selbst in Eigenverantwortung, die nunmal bei Menschen bekannterweise nicht immer nicht so groß wie ihre Aufgabe ist. Vertrauen ist im Glücksfall gut, Kontrolle aber in der Regel besser, sicherer, wo etwas wichtig und was wert ist: weshalb im Profi-Bereich überall auf sie statt blindes Vertrauen gebaut wird. Gerade bei Kindern, die selbst recht wehr- und stimmlos, zugleich aber unser höchstes Gut sind, sollte man also auf Kontrolle setzen, nicht mal eben riskieren, dass sie in schlechte Hände geraten (was viele natürlich trotzdem sorglos, da bequem tun: der Verein wird Trainer schon kontrollieren u. der Verein sagt: Eltern werden schon hinschaun). Wenn ein Kind zum Fußball will, kann man nicht einfach Nein sagen (wie beim Babysitter, der sich erstmal ne Kippe ansteckt o.ä.: auch da wird garantiert sorgfältig ausgewählt, wen man ins Haus lässt!). Hinschauen, was da wie abläuft, sollte man aber unbedingt! Warum soll ein "Zwischending" unehrlich sein? Wie war das denn zB bei all den Missbrauchsskandalen, die sicher nur die Spitze vom Eisberg sind: da haben alle immer schön vertraut, Kinder schön mit ihrer Not allein gelassen, oder? Daraus sollten wir gelernt haben, dass man eben nie blind vertrauen darf, nicht mal institutionell über Jahre ausgebildeten wie kontrollierten Pfarrern o. Lehrern. Guenter hat nun klargemacht, dass eben manches sich anders liest, als es real vor Ort ist. Aber dem Eindruck: alles ist gut, immer und überall, sollte bitte keiner fröhnen, so sind Mensch und Welt nunmal nicht bzw. nur in Wunschträumen.

    Ich habe in vielen Jahren Trainerdasein gelernt, dass es immer wieder einzelne Eltern (nicht Kinder) gibt, die nicht zufriedenzustellen sind. Ich habe aber auch das Selbstbewusstsein zu behaupten, dass ich sehr gute "Arbeit" im Kindertraining anbiete.


    Ich habe aus guenters Posting nicht herausgelesen, dass sich der Trainer vor den Kindern nicht erklärt. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass er die Kinder auch überzeugen kann.


    Das 1. auch in jeder Trainerschulung vermittelte KiFu-Gesetz: Kinder sind keine kleinen Erwachsenen! Kinder sind nun mal Kinder, sie haben Erziehungsberechtigte/-verpflichtete, die folglich im Verein auch ihre gesetzlichen und stimmlichen Vertreter sind oder die Beiträge bezahlen. "Seine" Spieler auf isolierte Kinder zu reduzieren, wird ihnen also nicht gerecht. Eltern 1mal im Jahr zu verkünden, was man sagen will, und dann ihnen gegenüber generell (so die Aussage) seine Ohren nur "auf Durchzug" zu stellen, ist unter Mitmenschen respektlos. Und wie man in den Wald hineinruft, so schallt es irgendwann heraus: sei es zuhause, wo dann über den Eltern zuwider geworden Trainer abgelästert wird. Die so im Zwiespältig befindlichen Kinder werden belastet, müssen dies dann verkraften, verarbeiten o. bewerten: weil Erwachsene nicht miteinander reden können oder wollen.


    Kann das wirklich gut sein, nur weil ein Trainer es vielleicht nie live miterlebt? Vieles läuft hintenrum, wenn geradeheraus nicht miteinannder geredet werden darf. Eltern werden niemals ihren Einfluss komplett abgeben und verlieren wollen, außer ihre Kinder sind ihnen völlig gleichgültig, was aber kein Trainer ihnen aus Eigennutz wünschen sollte, im Gegenteil: da rutscht er schnell in eine Ersatzvorbildrolle fürs Leben rein: was zuerst schmeicheln mag, ist zuviel des Guten. Kein Trainer sollte diese Rolle anstreben, so verführerisch es ist, derart wichtig geworden zu sein. Denn Eltern ersetzen o. verdrängen kann ein Trainer nie wirklich. Daher sollte er auch nicht ins Private hinein wirken wollen, sondern sich zurückhalten, wie guenter es ja auch beschrieb. Bei Problemen wie bei Manu darüber mal miteinander reden ist aber unabdingbar fürs Teamplay und kindliche Wohl: wo 2 prägende Erwachsene sich widerstreiten o. gar kompromisslos bekämpfen, ist es für Kinder immer schrecklich und es zerspaltend. Daran sollte man denken, auch wenn Folgen sich erst lange Zeit später zeigen mögen. Denn was heisst "im beidseitigen Interesse"? Es geht hier um 3 Personen/Menschen - und die beim Beidseitigen o. Sich-trennen vergessene Person ist grad die wichtigste, oder? Mir haben auch schon Trainer gesagt: "Nimm doch deinen Balg und geh!" Damit hatten sie mir nur gezeigt, dass sie das Kind als Balg statt Mensch, als Person gar nicht sahen u. sehen wollten - und so konnte man wirklich nur gehen. Ähnliches bei anderen Eltern auch schon beobachtet. Daher finde ich diese Sicht von Interesse unter Erwachsenen sehr problematisch bzw. grad den Kern des Problems, auch bei Manu: wobei da gemäß der Schilderung der Vater der Bösewicht zu sein scheint. Verallgemeinern sollte man dies aber nie und ich will dich auch nicht missverstehen, aber es klingt in meinen Ohren da einfach ein Kinderschmerz zwischen den Fronten durch, der evtl. nicht gesehen wird, oder? Also bitte nicht böse sein, aber drauf hinweisen "musste" ich...

    guenter: Es hörte sich nur nach Alleinherrscher-Pose an, wobei auch so jemand fachlich durchaus gut arbeiten kann. Wer gut ist, der kann aber auch überzeugen, muss nicht zB verbreiten: Hier redet nur einer, das bin ich. Dieser Trainertypus ist im Profi-, auch Erwachsenen-Bereich quasi ausgestorben, im KiFu laufen aber davon noch viele herum. Kinder können nichts erwidern und Eltern dürfen sich in die Dinge ihrer Kids nicht einmischen, dafür dann aber will vielleicht der Trainer noch bis ins Private hinein bestimmen oder stellt eben Eltern-Diagnosen... Manu kann da durchaus richtig liegen, aber generell sollte Macht nie einseitig verteilt werden. dann steht Team drauf, ist aber geistig nicht drin. Natürlich ist eine gewisse Autorität notwendig, wo Störmanöver das Team negativ beeinflussen, Trainer können nicht ständig Eltern mit coachen, wenn die Probleme produzieren etc., es gibt aber auch den umgekehrten Fall, wo qualifizierte Elternteile einfach nur wenig Zeit haben, ein anderer früher da war oder der evtl. Bessere als Rivalen fürchtet, verkennt oder außen vor halten will, was dann Kinder um Lernchancen, Animation o.ä. bringt - das wäre der Fall, wo "Profi-Syndrom" eine Fehldiagnose wäre. Etwas anmaßend oder zwiespältig klingt es ja schon, so andere quasi als Krank abzuqualifizieren: es gibt solche Leute, die sich in ihre Kinder projizieren, ihren Traum auf diese Art verwirklichen wollen, Trainer ihrer Kids am liebsten beerben wollen, aber nicht, da sie das Wohl des Teamganzen im Sinn haben, sondern nur um alles in ihrem Interesse zu manipulieren und den Sohn weiter zu pushen. Daher sollte ein guter Jugendleiter evtl. als Schlichter mal bei den Spielern nachfragen, wie die alles real bewerten, was die sich wünschen würden, da sie eben durchaus am besten beurteilen können, was gut für sie ist, oder?


    Kompetenzrangeleien zwischen Erwachsenen mit allen Intrigen, Mobbing- und Hinterzimmermanövern, Seilschaften, Eifersüchteleien nerven doch, schaden letztlich Vereinen wie Kindern. Man soltle sich unter "Sportsmännern" da zusammen reissen, die Dinge auf kleinem Dienstweg untereinander klären statt große Fässer aufzumachen, gar die Kinder hineinziehend, was ja oft vorkommt, oder? Wieso kam Britta Steilmann zB damals die Fußballwelt wie die Steinzeit von machohaften Männerbünden vor? Vieles davon ist immer noch Usus und Frauen tun sich den Trainerjob kaum mal an, auch in der Jugend, sonst sowieso - woran liegt dies? Sind sie zu klug dafür? ;)

    guenter: Deinen Kollegen verstehe ich nicht: das ist doch kein Teamplay! Mein Älterer hat auch so einen Trainer, der meint, er lasse sich nicht reinreden, da er ja die C-Lizenz (Breitensport) habe... Doch grad da lernt man es komplett anders: Eltern gehören natürlich als Erziehungspflichtige wie -berechtigte voll zum Team, stetes Miteinanderreden ist also unabdingbar! Sonst verderben die Sitten u. Fassaden prägen das Bild. Tür zu, Ohren auf Durchzug stellen, kenn ich, finde ich aber nur machtarrogant. Insbesondere, falls es "nicht so gut" läuft, werden Eltern sich völlig zurecht zu Wort melden, also etwa, wenn die vom Trainer einst selbst gesetzten Ziele nicht erreicht werden (bei uns zB Kreisligaaufstieg). Ansonsten sollten Trainer immer klären, was jeder für gut befindet (alle gleichviel, auf allen Positionen o. als Team erfolgreich spielen zB), s.o.: die einen wollen nur Freizeitgekicke, andere ein Vorwärtskommen in der Leistungs- und Motivationsentwicklung. Was dann an Kompromissen möglich ist oder ob man nur ehrlich einräumen kann, wofür man als Trainer nicht stehen kann, kann nur von Fall zu Fall gelten, muss im offenen Dialog auseiandergesetzt werden.


    Es sind Kinder, keine Profis. Das Hintenherum ist genau das, was die Kinder dann voll mitkriegen, wenn zB bei uns nach den (allzu oft verlorenen) Spielen Eltern die Traineranweisungen zerpflücken: was geht da in Kindern vor? Auf jeden Fall einiges zu Bruch! Erwachsene sollen ihre Konflikte gefälligst untereinander abklären, nicht auf dem Rücken von Kindern austragen, indem sie nicht mit-, sondern übereinander sprechen. Wenn Trainer aber so wie von dir geschildert jeden Dialog abwürgen, dann sind sie die Ursache, denn Eltern reagieren sich eben dann so ab. Ich finde das nicht souverän: man muss schon inhaltlich o. per Erfolg überzeugen statt einfach auf seinen Posten zu setzen, oder? Fühle dich bitte nicht runtergemacht: mich interessiert deine Position, da sie in etwa die des Trainers unseres Ältesten ist, den ich daher auch den Wechsel nahelege. Wenn du ein erfolgreicherer Trainer bist, würde ich bei dir ja auch gar nicht auf die Idee kommen, was kritisieren oder zu ergänzen zu wollen. Nur Ziele setzen (wegen der wir kamen), dann einfach vergessen und arrogant jedes Gespräch abblocken, so habe ich als Trainer nie agiert, zB Väter, die meinten, es besser zu können, einfach mal 2, 3 Trainings machen oder ein Spiel coachen lassen. Danach war dann jedes Mal Ruhe, da es nicht gut ankam. Wären sie aber besser o. beliebter gewesen, hätte ich ihnen sofort gern meinen Posten freigeräumt: weil die Kinder den Bestmöglichen verdienen! Konkurrenz unter Trainern ist ihr Gewinn! Pauschal zu meinen, dass alles richtig und besser sein müsse, da wer Trainer, die anderen nur Eltern seien, sorry, das lehne ich komplett ab, da wir alle Menschen und keiner ein Gott, über anderen stehend ist: nur reelle Leistung in fairem. freien Wettbewerb kann den einen über andere sportlich erheben und auch nur auf Zeit, nicht "absolut". Solch Sportlichkeit/-sgeist kann nicht beim Trainer aufhören, er sich nicht auf einen Sockel stellen. Während des Spiels verwirrt wildes Geschrei aller im Durcheinander, da sollte nur einer reden, da hast du 100% Recht. Nachher aber muss man uU mal Rede und Antwort stehen, vor allem bei Misserfolg: wie im TV auch. Wenn der Stuhl mal wackelt, bewegen sich die Gehirnzellen eben eher, daher ist ehrliche Konkurrenz in Wort und Tat das Beste, was Kindern unter Betreuern passieren kann.


    Kinder haben ein natürliches Gespür, was für sie gut ist, man sollte öfter auf sie hören statt nur bevormunden, s. auch Manu. Wenn das Kind lustlos wirkt, stimmt was nicht. Dem muss man nachgehen. Ob es aber am Vater o. Trainer selbst liegt (der dem Kind auch erst einreden könnte, dass das, was Zusatztraining ist, nur Quälerei sei), können wir Außenstehende nie beurteilen, daher nicht einseitig Partei ergreifen, - außer es gilt: § 1 der Trainer habe immer Recht.Falls er mal im Unrecht wäre, tritt § 2 in Kraft: Hat der Trainer Unrecht, tritt automatisch § 1 in Kraft. So wird es ja mitunter praktiziert, aber das ist nicht professionell: in der Bundesliga hätte solch Trainer ja auch keine Chance, oder? ;)

    Was wir können ist jedoch zur Förderung der Jugend unseren Beitrag leisten - ob bezahlt oder unbezahlt!!!


    Das Problem ist, dass es nur freiwillig geht: zu unbezahlter Arbeit kann man keinen zwingen, auch nicht "moralisch". Doch rein ehrenamtliche Arbeit nimmt ab, man fragt halt vermehrt danach: was bekomme ich dafür, wieviel Geld kann ich "verdienen". Geld ersetzt Kindeswohl als Ziel, anspruchsvolle Trainer wandern zu den Herren ab: denn dort gibt es eher ein Trainergehalt, wird Trainerarbeit wertgeschätzt, sogar in tieferer Liga. Da Herren den Vereinen offenbar generell deutlich mehr wert sind als Kinder...? Was nichts wert ist, wird weniger gepflegt, verwahrlost schneller. Umso wichtiger: die Motive dafür zu untersuchen und zu erkennen, warum überhaupt noch wer unbezahlt Kinder betreut. Nicht alle menschlichen Motive sind immer hehre, das muss auch unbedingt beachtet werden, da es um Kinder geht, die sich (im Gegensatz zu Erwachsenen, die den Mund aufmachen, wenn es unrund läuft) kaum zu wehren wissen. Generell gilt: wer nichts oder zu wenig bekommt, fühlt sich ungerecht behandelt, sinnt auf Rache, bedient sich uU selbst. Wie kann dies aussehen? Man verfolgt zB eher die eigenen Ziele statt das Wohl der Mitglieder oder des Teams, sieht es nicht mehr ein, sich dauernd zu hinterfragen o. hinterfragen zu lassen, macht einfach sein Ding. Und die, die nichts Zählbares als Honorar geben möchten, werden für sich kein Recht beanspruchen wollen o. können, kontrollierend oder kritisch hinzuschauen, so dass alles den Lauf nimmt, den Einer will etc. Darin begründet sich im Verein uU eine Art Teufelskreis für die Jugendarbeit, wogegen bei Herren reeller Erfolg und objektive Qualität eher das Maß ist, Trainer ausgetauscht werden, falls es schlecht läuft. In der Jugend ist dies absolute Ausnahme, was aber eben auch eine Art von "Gehalt" o. Bonus bedeutet: man darf per Freibrief tun und lassen, was man will, eigenen Ehrgeiz befriedigen, sich ausprobieren oder wie in Schreitherapie auf dem Rücken duldsamer kleiner Kinder austoben, auch mal keine Lust haben und Trainings ausfallen lassen, dann aber trotzdem Kinder runtermachen, wenn die verlieren, schlechte Leistung bringen bzw.muss man gar kein reeller, ausgebildeter Trainer sein, zT nicht mal Fußballspielen, etwas praktisch vorführen können: alles egal, Hauptsache umsonst.


    Man hat als unbezahlter KiFu-Trainer dafür im Gegensatz zu Herrenteams seinen Posten eben sicher und keinerlei Konkurrenzdruck bei Versagen oder Entgleisung. Und wer dann als Elternteil etwas sagt, ist undankbar, da man schließlich kostenlos arbeitet u. dem Verein ja nur ein paar Euro im Monat bezahlt. Dass es um Kinder, unsere Zukunft geht, spielt oft kaum eine Rolle als "Wertmaß" bzgl. Verantwortung. Oder ist so nicht oft die "Gehaltslogik" bzgl. Kindertraining? Daher versuche ich verbands/vereinsintern schon lange dafür zu werben, dass uns KiFu mehr wert werde, ziemlich vergeblich. Einzelne verstehe ich natürlich, dass die dahin gehen, wo sie auch etwas in dem, worum sich heute alles dreht, für ihre Leistung im Gegenzug bekommen...

    Ist es nicht offensichtlich, dass da Menschen schlicht verschiedene Interessen haben, das wenig mit den Rollen Trainer vs Vater zu tun hat? Meine Jungs zB haben - im selben Verein, da völlig konzeptlos gearbeitet wird - jeweils in der "Ersten" ihres Jahrgangs hier einen L-Trainer, der unbedingt aufsteigen wollte, dafür zB sogar unserem Sohn untersagte, am Vortag des Punktspiels bei einem Freizeitspiel mitzumachen, da er 24 Stunden vorher Ruhe haben müsse (ziemlicher Eingriff ins Privatleben, aber unser darin "hörige" Sohn wollte danach selbst nicht mehr), dort einen F-Trainer, dem es angeblich vor allem um Spaß und Soziales geht, was sich aber vor allem auf seine Person bezieht: sein Sohn u. dessen Freund spielen in der Ersten als Stamm, obwohl ihnen von der Leistung dies kaum in der Zweiten (in die andere dann müssen, wo der in Erster festgespielte Sohn aber auch noch aushilft: Proteste der anderen Kids dagegen, weil er keine Verstärkung ist, werden überhört) zustünde, doch der Trainer will halt die daher meist verlierende Erste für sich usw. Freundschaftsspiele aber machen beide fast nie, Trainings fallen öfter mal aus (da einspringen darf kein Elterntei, wohl da es beliebter werden könnte) etc. Das Schlimme bei vielen Personen ist doch die große Lücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit, zwischen ihrer Leistung und dem, was sie anderen, Kindern dann an Leistung abfordern, bzw. dem, was eine Erste als Leistungsteam vs der Zweiten als Freizeitteam an fußballerischen Input bräuchte, was objektiv zu leisten wäre.


    Trainer sollten ihre Ziele klarmachen, sich darauf beschränken, fußballbezogen die sportlichen Interessen im Rahmen des Teamganzen zu vertreten, sich dabei an für alle transparente Regeln halten etc. Wir haben es mit im Geiste auf ihre Interessen beschränkte Menschen zu tun, die fürs Kindeswohl über ihre Schatten springen können sollten, aus Verantwortungsbewusstsein. Jeder muss da sich selbst prüfen: wo endet mein Horizont interessenfixiert? Doch viele können dies nicht, wie eben ein Vater mit "Profi-Syndrom". Als Trainer wäre er sicher für ein ambitioniertes Leistungsteam ok, falls er fußballerisch was kann und sein Sohnverhältnis mehr reflektieren lernt. Wenn aber Manu eher ein Freizeitteam will, Zusatzförderung negativ sieht, würden beide nie zusammen harmonieren, zum Schaden aller. Der Vater dürfte mehr von Ehrgeiz besessen sein und im Machtkampf sein Interesse durchsetzen wollen, so er es kann. Falls viele Kinder diesen Ehrgeiz teilen, wäre es für sie eher gut, für andere aber schlecht etc. Da man beide aber nicht persönlich kennt, sind dies theoretische Aussagen. Die Kunst ist es, Interessen eben im Teamgeist auf Ziele hin zu "vereinen"...


    Manu: Noch eine Anmerkung zum Profi-Syndrom wäre, dass es in Fachkeisen längst anerkanntes Wissen ist, dass jede Bewegung und Arbeit eine Neurogenese befördert, sprich: jedes Training mehr, macht das Kind intelligenter. Sehr aufschlussreich dazu war der Workshop "Individualisierung im Leistungssport" im Juni 2011 an der DSH Köln, Beispielzitate von Prof. W.Bloch: Talente "sind jedoch nicht fesgeschrieben, sondern verändern sich... deutlich, so dass auch Talent und die individuelle Anpassung modulierbar sind. Dazu gehören auch Veränderungen unserer Gene im Laufe des Lebens, die als epigenetisch... bezeichnet werden". Unsere gesamte Physis inkl Gehirn und Genen ist im Fluss statt 1 zu 1 identisch, wobei Prof. Strüber (Referat "Brainraining") flankierend verdeutlichte, dass und wie jedes Mehr an körperlicher Bewegung unser Gehirn beschleunigt und vergrößert. Physiologisch ist es dabei unerheblich, ob diese Bewegung aufgezwungen oder freiwillig ist, dies ist nur ein pädagogisch-ethischer Aspekt, der inhaltlich prägend wirken kann, formal gilt: mehr Bewegung = mehr Gehirn! So gesehen sollte nicht vorschnell von Übermotivation des Vaters geredet werden, sondern die Motivation im Dialog nachgeprüft werden. Keinesfalls sollte sein Ansinnen beim Kind hintertrieben werden, da dies innerpsychische Konflikte bedingen dürfte, die dann zur Lustlosigkeit führen müssen. Selbst wenn einem selbst die Zusatzförderung nicht in den Kram passt, sollte man sie beim Kind unterstützen, insbesondere das Laufen, das im Prinzip nur positive Auswirkungen hat und Entwicklung fördert, so die wiss. Fachleute der DSH. Wie der DFB mehr auf Leistung als Talent setzt, wurde hier als falsch erwiesen, ist wohl interessenbedingt: man setzt auf Siege statt konsistent organische Individualentwicklung, obwohl dies wiss. wohl Unsinn ist. Eins aber ist auch klar: ein Kind, das laufen will, läuft auch mehr und schneller, also muss daran - positiv - gearbeitet werden.

    Selektionsprozess


    So ganz werde ich nicht aus deinem Beitrag schlau: was ist deine Intention? Der leidige Selektionsprozess wird doch von ganz oben, vom maßgeblichen DFB in Verbindung etwa mit sog. "Eliteschulen" angeheizt. Meist völlig willkürhaft werden da angebliche Talente ausgewählt, wobei es in Wahrheit eher um die aktuell verwertbare Leistung wie künftige "Mehrwerterzielungen" geht. Für Eltern und Kind verständlich offene Kriterien: Mangelware. Nur die Besten sollen zählen in der kleinen Menschenzuchtfantasie, egal ob in Sport, beim Modeln oder Schule. Das macht etliche Eltern verrückt: sie befürchten, dass ihr talentiertes Kind durch intransparente Fehlauswahl den Anschluss verlieren könne (ähnlich wie du es teamintern beschreibst, nur ist nicht das Team das Maß, sondern das Systemganze) und lassen den Dingen nicht mehr ihren Lauf. Auch sind aber Traineransprüche oder Trainingsqualität höchst verschieden. Daher ist deine Eingangsansicht schon ganz zutreffend: es obliegt den Eltern, ob sie hier oder dort ihre Kinder mitmachen lassen wollen, sie haben Erziehungs-Pflicht wie -Recht. Ein Trainer kann Kindern nur helfen, falls SIE Probleme mit dem elterlichen Verhalten haben: so hatte ich Manu auch verstanden. Wenn es am Ende in einem von beiden Seiten her oft erlebten Machtkampf nur um die Interessen der Erwachsenen geht, ist das Kind in der Mitte meist der 1.Verlierer: "Das Drama des begabten Kindes" (wie ein treffender Buchtitel heisst)! Wen Trainer (ohne Fortüne o. Qualität) als Eltern o. Eltern (ohne Interesse bzw. wie üblich Gegenleistung) als Trainer verdienen, ist da sekundär: sie mögen sich streiten, aber das Kind darf nicht involviert werden, was aber oft geschieht: Eltern verfügen den Wechsel, Trainer benachteiligen das Kind, laute Konflikte schmerzen in den Ohren usw.


    Nachtrag: Wer soll denn im Fußballverein den DFB nicht kennen? Wer sollte denn am DFB sein Kind am DFB vorbei zum "Profi" machen wollen? Ehrlich, du hast ja Recht, dass Eltern allein die Entscheidung obliegt, aber...Wenn Manu nen zunehmend lustloseren Spieler sieht, scheint das väterliche Fördern kontraproduktiv zu wirken. Es geht ja um die Motivation des Kindes, mit der des Vaters wird keiner Profi. Wenn der Vater ernsthaft diesen Plan verfolgt und sich nicht nur in seinem Kind bespiegeln will, muss er umdenken, um nicht zu schaden, aber der DFB u. all sein Selektieren der Besten sitzt jedem Vater mit Profi-Syndrom im Nacken ;)

    Aus dem bisher geschilderten, sehe ich den von DSV geschriebenen Vorschlag, den Vater in die Verantwortung (Mittrainer, oder Berater) für die Mannschaft
    mit einzubinden, als sinnvollsten und erfolgsversprechendst.

    Das sehe ich komplett anders, da ich einen Kollegen (B-Lizenz!) kenn, der in ganz ähnlicher Situation nach einem Halbjahr vom Vater/Sponsor/Co (der es dann bis heute zum LZ-Leiter und U19-Trainer geschafft hat) raus gedrängt wurde, so seine Erzählung. Er aber ist frustriert, hat die Lust am Trainerjob komplett verloren, sich aufs Motzen verlegt - eine in vielerlei Hinsicht bloß traurige, bedenkliche Entwicklung für ihn, die Jugend (da er ein sehr guter Trainer war) und uU den Verein (der Geld vor Qualität - auch des Umgangs - setzt und falls jener V/S/C kein guter Leiter und Trainer ist: er soll auch nur das Interesse am Pushen seines Sohnes gehabt haben, der nun wohl U19 ist). Daher kann ich nur warnen, die Tür zu öffnen, "Macht" zu teilen, wobei ich den Vater-Charakter natürlich nur gemäß dem Bericht kenne. Hört sich aber nicht so an, als wäre er in seinem "Syndrom" besonders team- u. sozialverträglich, einsichtsvoll, auf "gut Sport" (statt Geld/seine privaten Ziele) fixiert... Oder?

    zunehmend Lustlosigkeit


    Das ist es eben: aber er will ja das Gegeneil, nur sieht er dann wohl die Wirkung seiner Bemühungen nicht, weil er seinen Traum auslebt, in ihm lebt. Daher engagiert er sich auch finanziell, um alles in seine Richtung zu beeinflussen, ist schnell ärgerlich, bevormundend gegen sein Kind etc. Es ist schwer, so jemand die Augen zu öffnen: wer wacht schon gern auf, wenn er in späten Jahren noch zum Profi wird, übers Kind! Das steckt doch bei vielen hinter all den Züchtungsfantasien.* Ich habe aber noch keinen erlebt, der es auf Hinweis auf die Folgen beim Kind eingesehen hätte, dass er uU mehr schadet als nutzt - und das waren im "Syndrom" minderschwere, der Vernunft noch zugängliche Fälle, falls dies ernst gemeint war: wer wacht gern aus schönen Träumen auf ;)


    *Zucht und Ordnung ist ja nicht nur schlecht, aber es muss zuerst um die gehen, die gefördert werden sollen, nicht die Förderer...

    Hhm, entscheidend ist, was man Kindern so zu vermitteln weiß, dass sie es als eigene Ziele anerkennen und wollen. In unserer D starten die Trainer auch grad mit zusätzlichem Waldlauf, freiwillig. Bin auf die Resonanz gespannt, aber: in der Gruppe macht das vielen Spaß, der beste Trainer im Verein macht es schon in der E und seine Jungs spielen Fußball auf Topniveau, da es sie keinerlei Überwindung mehr kostet, in freie Räume zu laufen - auch wenn es der Mitspieler mal nicht gleich beachtet. Hirnwissenschaftler haben nachgewiesen, dass jedes Mehr an Bewegung neurogenetisch positiv wirkt etc. Überehrgeiz seh ich da nicht. Krafttraining ist problematischer, sollte ärztlich abgesichert werden. Wir ein Kind gegen seine intrinsische Eigenmotivation zu Training gezwungen, wird diese erstickt, damit auch seine kreative Bereitschaft und Befähigung. Dies ist Standardwissen und ich würde es dem Vater wissenschaftlich auf Basis von für ihn verständlichen Pädagogikratgebern vermitteln, falls du fürs Kind den Aufwand treibst. Wenn du aber zu provokant redest, wird der Vater dicht machen: zu faul ist im Prinzip jeder Sportler, sagten mir schon etliche Trainer - es ist normal, dagegen was zu unternehmen, oder? ;)

    1. Kreisklasse. Das bezahlen die hier so ziemlich alle in den Kreisklassen. Ab Bezirksklasse gibt es 800€ - 1500€


    Nichts gegen dich, danke für die offene Auskunftfreude! Aber in der Jugend gibt es meist auch für Kreisliga nicht einen Cent in meinem Umfeld. Das ist doch im Grunde skandalös, da es hier um unser aller Zukunft geht, die Jugend noch nicht schon "eingenordet" ist, noch erzogen werden muss - und Eltern gibt es noch obendrauf, die natürlich auch viel Zeit und Mühe kosten. Leider hat dies zur Folge, dass alle ambitionierten Trainer mit Selbstwertgefühl alsbald zu den Herren wechseln und in der Jugend außer in bezahlenden Leistungszentren fast nie jemand mit Trainerausbildung arbeitet, sondern viele, die nicht mal Fußball spielen können, sich über Jahre als Trainer versuchen dürfen. Ist das nicht so, als sollte wer Kindern Englisch beibringen, der nicht mal die Aussprache von "Cheece-Burger" richtig vorführen kann? Doch Vereinsobere sind dankbar: sie kosten nichts und so kann man alle Power in die Herren stecken! Eltern sind meist gleichgültig und desinteressiert: Hauptsache billige Betreuung und mal 1,5 Stunden Freizeit, da Kinder weg. Nur wo bleibt da die Lernchance im Fußball, die Motivation, die Intensität? Ich sehe viele Kinder, die nach Vorbildern begierig streben, sie aber nicht erhalten - und wer es verändern will, ist ganz schnell der Buhmann. Für mich ist und bleibt das eine verkehrte Welt mit der Folge: wer nicht spätestens mit 10, 11 Jahren ins Visier der LZ oder Stützpunkte geraten ist, kommt unweigerlich ins Hintertreffen. Ich verstehe jeden jungen Trainer, der auch ein "Honorar" möchte, übersetzt kommt es aber von "Ehre". Wir sollten sie als Honorar vielleicht wieder mehr schätzen lernen, damit auch Kinder qualifizierte Trainer bekommen: denn bis mehr Vereine die Fußball-Welt zurechtrücken und in Jugend statt Siege investieren wollen, das kann wohl leider dauern. auch der dicke Paule ist Mitmensch, kann Mitmenschlichkeit aber nur erfahren, wo nicht auf Geld geschaut wird, da seine Förderung in der Regel Vereinen kein Geld wert ist - egal, was das über unsere Gesellschaft sagt: nur der Einzelne kann was, sich ändern ;):(


    Karl: Ich habe mich als Vater zB immer nur eingemischt, wenn ich sah, dass es deutlich nicht um die Kinder und ihr Wohl zuerst ging - meist vergeblich. Daher dürfte sich in FS dies erübrigen: wer Geld verdienen will, muss Leistung und Qualität bringen, sonst ruiniert er zuerst mal sich (daher aber nicht die Kinder und ihre Lernchancen).

    Ein Versuch zur Ergänzung, falls sich das Thema wegen der Komplexität nicht gut erschließt:
    1. Das Nähebedürfnis ist im Menschen elementar: in jeder Bewegung möchte er (in der Welt als Unzuhause) vor allem nach Hause kommen (universalistische Alleinheitsfantasmen vom Kosmos)...
    2. Es treibt und, wirkt unterbewusst. So wird (Passiv!) Bewegung in der Regel auf den Ich-Leib als Ausgangspunkt reduziert und statuiert.
    3. Das gesamte Feld als Spielplatz erscheint demnach zu groß, überfordert, so dass es mental naheliegt, kleinere Einheiten für Lauf- und Passwege anzubieten...
    4. Dies erleichtert Antizipation oder initiative Offensive als Schlüssel zum kreativ-spontanen Teamplay (vs zB defensive Mauertaktiken).
    5. Letzteres erhöht die Leistungsfreude (élan vital) und Erfolgswahrscheinlichkeit im Ganzen: Spielfluss befeuert sich im Team selbst.
    6. Gehirnwiss. scheint belegt, dass unser Geist individuell in steter struktureller Umwandlung befindlich per offensiver Aktivität als Leiter wächst.
    7. Cluster funktionieren auf dem Spielplatz wie Freundschaftsnetzwerke per Attraktoren als Fixpunkte. Sie gilt es zu gestatten und bewusst zu machen/zu kultivieren.


    Falls ich Kreativität im Teamplay förderndes Clustering (quasi als Bewegung in realmenschlichen Maßen) richtig verstehe, findet es latent schon immer statt und steigert durch bewusste Kultivierung teambezogen das Braintuning des einzelnen Spielers. Wie dies trainingstechnisch innovativ zu gestalten wäre, ist mir aber nicht klar und noch ein Buch mit 7 Siegeln. Wie könnte man es als social engineering auffassen und als Connecting-Trainingsfeld beackern? So wie ich das letzte Spiel von Barca gesehen habe, kann es aber auch an Grenzen stoßen bzw. geführt werden. Wie der ACM es geschafft hat, die Barca-Wirbel lahmzulegen, darüber grüble ich noch, oder war es nur Zufall bzw. schlechte Tagesform? Oder ist das alles Unsinn, Hineininterpretieren, Fake? Danke für jede Einschätzung!


    (Zitat von CCC Foundation: Clustering is similar to another process called Brainstorming. Clustering is something that you can do on your own or with friends or classmates to try to find inspiration in the connection between ideas. The process is similar to freewriting in that as you jot down ideas on a piece of paper or on the blackboard, you mustn't allow that ugly self-censor to intrude and say that your idea (or anyone else's) is dumb or useless....)

    Wenige verstehen, dass Fußball auch "Glücksspiel" ist. Folgerichtig wird die BVB-Aktie in dieser Branche eingeordnet. Das muss jeder akzeptieren lernen, falls es ihn mal negativ betrifft. Nicht immer gewinnt der, der besser spielt und Glück kann man sich nie "zwingend" erarbeiten, ihm nur versuchen, per Training auf die Sprünge zu helfen. Dass auch mal der unterlegen Glücklichere gewinnt, macht gerade Spannung und Reiz aus...

    dass ich demnächst den Jungs mal den Vortritt überlasse.Die machen sich gegenseitig auch heißer,


    Probiere das auch mal ein paar Spiele aufm Platz, sage mal nichts. Bald fangen die ersten untereinander zu reden an, sofern alles im Team passt. Die peer group wird wichtiger als jeder Trainer genommen. Es sollte natürlich bei bloßen "Signalen" bleiben, aber so dynamisiert sich der teamgeistige Prozess dann interaktiv. Nur wo, bei wem er hakt, muss man als Trainer "eingreifen": moderierend, als Mediator zwischen Interessen(-gruppen) o.ä. Man kennt Beckenbauer's angebliche, oft zitierte Ansprache "Geht's raus und spielt Fußball!" B. hatte ja damals auch keinen Trainerschein ;) Aber daran lag's wohl weniger, Subtext war eher: Ich pumpe nicht eure Köpfe mit Anweisungen voll, denn sie sollen frei für spontane Impulse, das Spielerische eben, bleiben. Heute wird natürlich bei den Vorbildern in den Bundes- und Champions-Ligen viel mehr auf Taktik gespielt, aber die mentale Spritzigkeit, die Iniative, die kreative Eingebung braucht da meist schon einen Messi... Übrigens, grad dann, wenn wir die Kids nicht für "fähig" halten, sollten wir sie entscheiden, dies selbst erlernen o. ausprobieren lassen, nie zuviel vorgeben, außer sie haben drei Spiele hintereinander kläglich verloren, dann benötigen sie wohl ein Signal, wir unterstützen euch, schenken euch alle Aufmerksamkeit, lassen niemand fallen. Natürlich habe ich auch schon mal was "souffliert" in einen Kinderkopf hinein: wenn zB einer den Ball verdribbelte und dann nicht zum 1.Mal irgendwie träge, frustriert, faul stehen blieb, aber nicht als Forderung, gar im Befehlston, sondern nur "aufmunternd" ("Peter, den Ball holst du dir doch zurück!?" - also halb auffordernd, halb nachfragend...).


    Man muss als Trainer da eben den Ton wie latente Gedanken im Kinderkopf situativ treffen: Hat das Kind schon selbst im Kopf, dass es eigentlich nicht stehenbleiben sollte, funktioniert's. Sonst wäre der innere Weg zu weit, es folgt keine spontane Aktion. Dann lauter zu schreien, kann das Kind zwar in erzwungener Reaktion zum Losrennen bewegen, aber es tut dies aus Angst und äußerem Druck statt eigenem, freien Willen - und daher fruchtet es nicht "nachhaltig", erzeugt Unlust, Trotz, Geistesabwesenheit aus innerem Widerstand o. verkrampften Aktionismus, um was zu beweisen. Es kämpft zwar, aber wenig gelingt. Das nur ein Beispiel von vielen, denn jedes reagiert individuell: wer da immer nur pauschal von sich, seinem Rezept für alle aus "instruieren" will, erreicht das Team letztlich kaum, nach meiner Selbstbeobachtung. Findet man aber einen "Führungsspieler", der erkennt, dass Trainerideen was bringen, und sie weiterträgt ins Team, dann dürften wieder mehr ihnen folgen, was irgendwann Pull- bzw. Sogeffekte bringt. Pushen muss man dann von außen praktisch nie mehr, die Spieler motivieren sich im Team selbst... ;)

    Es ist bekannt, dass es oft Gruppen o. "Teams" im Team gibt. Meist versucht man, diese aufzulösen, teils unter Druck, Drohungen, Strafen, idR vergeblich: sie verlagern sich nur in "Unsichtbare", werden so uU teils erst "böse"! Clustering versucht das Gegenteil, indem das Team sich im Spiel durchaus, und sei es nur temporär, in selbstständig und näher agierende Teile aufgliedern (nicht: aufspalten) darf. Die Gründe können dabei vielfältigst sein. Hat jemand bereits mit dieser Methode gearbeitet? Wie hat es auf Dauer funktioniert: haben sich die Cluster u. ihre virtuellen, mentalen Synapsen verfestigt o. blieben sie bedürfnisorientiert und fließend, dh lösten sie sich wieder auf? Bei einigen Bundesligateams kann man ganz gut spieltechnische Cluster auf dem Feld beobachten, so dass dort offenbar diese Methode schon länger zur Anwendung kommt, wie ich meine sehr erfolgreich (vgl. auch Blockbildung) - daher das Interesse, mehr darüber u. die Praxis zu erfahren und sich auszutauschen, falls möglich. (Im Grunde halte ich von Schwarmintelligenzen wenig, da sie grad von Teamintelligenz zu trennen wäre. Die Verdichtung findet hier aber mental vorgängig statt: die Haufenbildung ist Folge, nicht Ursache. Daher dreht sich Schwarminterlligenz quasi um sich selbst: "man" folgt nicht geistlos Schwarmimpulsen, vielmehr diese dem Geist des Teams als Zielgröße, oder???)

    "Experte" will ich nicht sein, aber informationsinteressiert. Echtheit (Ehrlichkeit/Authentik/Leidenschaft/Präsenz) der Trainer spüren Spieler, ist am wichtigsten, um etwas zu bewirken: der Ruhige schweigt o. nickt nur, der Redselige erzählt halt schon mal Geschichten. Zuviel "Fremdkommentieren" sehe ich kritisch. Kleine, konkrete Tipps werden aber meist direkt aufgenommen. Doch schon kleine Korrekturen an Spielweise und im Kopf bewirken oft in der Spitze der komplexen Spielleistung hohe Defizite (nach Ferrauti), daher besser fragen und reden lassen (baut auch nicht erfolgreich abgebaute, aufgestaute Energien der Spieler ab, sofern im Teamgeist: nicht negativ gegen andere gerichtet - so wird die Energie positiv umgewandelt). Wer viel sich interaktiv äußern = agieren darf, erkennt eher sich selbst als der, der zuhören = re-agieren soll/muss. Pro-aktives Fragen kann dann in die nötige Richtung führen, zwanglos. Spielpausen dienen vor allem der Sammlung, sie benötigt erstmal Ruhe zur Selbst-Verarbeitung (Freiheit dazu) statt Impulse von außen (gab's genug im Spiel). Auf-Muntern ist weder Lob noch Tadel oder Kritik, fordert keine Verarbeitungsenergie, weckt nur, ist daher am positivsten kurz vorm Start (daher die "Kreisbildung" zum Schlachtruf, der aber nicht nur ein "Rausschreien" vondanach eher erschöpfter Energie sein darf, sondern ein Sich-Hineinschreien in die Interaktivität als erste Teamaktion mit Power). Also in Pausen alles vermeiden, was übers nötige Ruhen-in-sich in Passivität versetzt (Lob wie Tadel), ein "kollektiv einträchtiges Mist"-Brüllen ist zwar wenig konstruktiv, aber rein emotional, kann so eher Kraft in Gang setzen als "Inhalt".


    Bedeutungsschwangere Inhalte gehören im Training beigebracht, können in Spielphasen nur per Signal abgerufen werden: wo dies nicht klappt, ist im Training nachzubessern, da es noch nicht automatisierend fruchtete. Im Spiel belastet extrinsich motiviertes Verstehen, kann man also wenig tun (HZ-Ansprachen dienen mehr dem Energiestau-Abbau u. Hilfe-Fantasien von Trainern als Spielern, wurde erwiesen: ohne HZ-Ansprache spielen Teams besser, sammeln u. organisieren sich selbst präsenter!). Wo das Abrufen nicht klappt, vielleicht noch mal kurz erinnern, aber meist ist dies zwecklos, da Spieler zu involviert und aufgeregt sind. Was nicht von selbst kommt, würde im bewusst angestrengten Vollziehen andere Defizite nach sich ziehen, zB wenn ein Team auf Aufforderung leidenschaftlich kämpft o. die Taktik offensiv umstellt, dann aber die Präzision o. Ordnung nach hinten fehlt und der Gegner im entscheidenden Konter eiskalt zuschlägt, den Sack zu macht. Wichtig nur: wenn es einmal läuft, unbedingt laufen lassen, nicht auf "Vorsprunghalten" umschalten, wie es ja noch ständig in der Bundesliga praktiziert wird. Da verliert man den Faden, kommt aus seinem Flow raus, macht den Gegner stark: ihm und dem Spiel ist dies zu gönnen zwecks Spannung, aber nicht unser Wollen (vgl. auch FIFA-Kodex mit entsprechender Passage). Relativer Erfolg wie in deinem Fall gibt mittelfristig immer Recht, du dürftest es also besser wie viele Kollegen machen, aber Luft nach oben gibt's bekanntlich immer. Vllt ist eine Anregung für dich dabei... :]

    die FPL schafft den Schiedsrichter nicht ab, weil er so schlecht ist. Zuschauern und Trainern soll der Sündenbock fehlen und gerade die Trainer übernehmen so die Verantwortung fürs Spiel und können sie nicht abgeben


    Ok, also ist er ja doch Sündenbock u. mein Gefühl war richtig. Danke! Schieris im unteren KiFu sind faktisch aber schlecht, auch ich war es, trotz aller Mühe, immer: wo ich als Trainer/Vater allein pfiff, da konnte ich gar nicht "wirklich" neutral sein!!! Neutrale gab es eh nie: Bloße Eltern als Alternative sind schon fachlich diffizil u. könnten nie neutral sein: sie pfiffen zu über 90% natürlicherweise ein bisschen fürs eigene Kind, sein Team - verständlich! Wer will schon zuhause vom Kind hören: warum hast du uns den Elfer nicht gegeben, du bist so gemein! Da pfeift man lieber einmal mehr als zu wenig. Aber ein "guter" Schieri soll, müsste echt neutraler Unparteiischer sein statt 1em Team zugehören, nur so wäre er gesichert Vorbild! Doch ein neutraler Schieri im KiFu würde nicht kostenlos zur Verfügung stehen, das ist der Haken, oder? Und wieso spielt man dann so nicht bei den Herren, gar in der Bundesliga, mit Co-Trainern o. Eltern als "Schieri" - bzw. ohne? Da es so nie gut ginge! Ausnahme: Bunten Ligen! Warum es dort seit Jahrzehnten klappt und beim DFB nicht, das wäre auch mal ne schöne Frage. Käme man danach aber drauf, dass Bunte Ligen für Kinder das Beste wären, wäre ja der DFB plötzlich überflüssig, außen vor - das darf natürlich niemals angedacht werden, dafür ist die Jugend denn doch plötzlich zu wichtig ;)

    Der "nettere" Trainer mit der "netteren" Mannschaft wird dabei gerne mal untergebuttert. Aber das war ja vorher auch schon so...


    Wenn Kids von ihm lernen, dass der Klügere nachgibt, Verlieren kein Weltuntergang ist, man am besten über übertriebenen Ehrgeiz lachen sollte, haben sie viel fürs gute Leben gelernt, wichtiger als ein Sieg für den Moment... Falls sich ohne Schieri durch aggressive Trainer und ihre "Truppe" mehr und rüdere Fouls durchsetzen, wäre Regel 3 natürlich kontraproduktiv. Doch scheinbar kommt's in der Praxis dazu kaum je, da alle letztlich entspannter werden, sich runter fahren, da ja nun die Trainer gemeinsam auch Schieri sein müssen?Mal ein gutes "Muss"! Es scheint im Kopf manches zu bewirken: plötzlich keiner mehr da, auf dem man lauthals einprügeln kann. Ob der Effekt für Kinder so groß wie vom DFB beschrieben ist, wage ich zu bezweifeln, da nun die sich abstimmen, miteinander schiedlich-friedlich reden müssenden Trainer vorgeben dürften, wann ein Foul o. Regelverstoß vorliegt. Dieser Anspruch wird hoffentlich situativ schon bewirken, dass sich zumindest ein Klügerer, notfalls auch nur Netterer o. Schwächerer, findet u. nicht plötzlich die Fetzen fliegen ;)