Beiträge von Keller-Kicker

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    Doch genau diese Einsicht ist kein Muss, "muss" also freiwillig geschehen. Die Freiheit ist dem Not-Wendigen also vorgeschaltet (keine Punkte, Dimensionen eigener Seinsoptionen eröffnend) u immer zuerst zu be-achten, da man Einsicht nicht erzwingen, andere mit seinem Wohlwollen nicht bezwingen darf, zB der Realsozialismus. So (per latentem "Wir müssen zs-halten, um...") funktioniert Team-Geist eben nicht "echt". Oder?

    Macht es, ohne darüber nachzudenken, ob alles "richtig" ist.


    Wäre dies nicht Beliebigkeit in purem learing by doing, auf dem Rücken von Spielern als Versuchskaninchen? Und danach soll man sich "überprüfen"? Hätte man die Option, sich rational einfach überprüfen zu können, es gäbe keine Coaches o. Psychologen, oder? Man kann sich nur hinterfragen (lassen) - und dabei hilft ein Coach, evtl. ereignet sich kommunikativ ein neuer Wissensursprung (in Bezug auf Fragen sich selbst betreffend) oder nicht. (Top down per vorhandener Weisheit o. Patentrezept überträgt man nur ein fremdes Selbst, das mag angesichts viel innerer Desorientierung, Druck o. Schwächegefühlen nachgefragt sein, eine Zeit o. vllt gar das Leben lang "funktionieren", mehr nicht: zum eigenen Selbstsein findet man so kaum.)

    Jetzt wird's skuril: Mentala sprach von "wollen können", nicht von "wollen müssen", was motivational widersinnig wäre. Letzteres wäre ein Erfordernis durch äußere (beobachtbare: im Beobachter sich zeigende) Umstände und keine innere Befindlichkeit (dh Sich-verhalten), also gerade kein Muss (da liegt ein Sprachfehler vor): man hat die Wahl, das Notwendige anzunehmen, etwas zu tun oder zu lassen, um den Preis der Folgen natürlich. Es ging hier um den Umweg: Kann man "Wollen", hat man sodann individuell im Selbstbezug einen Zugriff aufs eigene Wollen derart, dass man dann es könnend dazu gezwungen werden sollte bzw. dürfte. Wäre der Zwang innen, läge ein unbewusster Automatismus vor, der als Selbsttechnik gar nicht rational zugänglich sein, eben nur von außen durch eine andere Person bearbeitet werden könnte. Eben deshalb ist Theorie vor der Praxis wichtig, um sich über solch Zusammenhänge im Matching von Selbstsein (psycho/sozio-)logisch klarer zu werden, um es mit Frau Schavan's Doktortitelworten zu sagen: Person durch Gewissen, dass man kein reines haben kann ;)

    Fordern, Tadeln, Strafen, Ausgrenzen, Erzwingen-wollen - das sind die immer wieder zu hörenden Muster, Spieler o. ganze Teams top-down, also "unter sich", disziplinieren zu wollen. Doch die Differenz zwischen rationalem u. irrationalem Motiv verstehe ich nicht: bisher hielt ich bereits jedes "Muss" im Bezug aufs (zum Ende hin offenen) Spiel für irrational, da es unberechenbar bleibt, hier wahrlich qua Ratio gilt: der Mensch muss nie müssen...

    Härter durchgreifen


    Das hört sich für mich tragisch an, da 10-jährige dir mental nicht gewachsen sind, es zu einseitig ist. So kann das Team schnell Spieler verlieren, die keine Lust mehr haben zu kommen, da sie manches uU ungerecht finden, sich aber nicht zu wehren wissen. (Daher hat grad der beste Freund meines 11-jährigen Sohnes, hatte viel Talent, mit Fußball aufgehört: da es nicht mehr seiner war.) Daher würde ich dies unbedingt nochmal bedenken, es ist auch eine Art Kapitulation, da du als Vorbild vom Positiv- zum Negativwirken umschaltest... Nun denn, bei einigen Revoluzzern geht's natürlich am Ende nur so.

    Erst mal toll, wie ihr euch in jungen Jahren engagiert, weiter so. Ich würde es mal kommunikativ probieren: Wer fragt, der führt. Vor Spielen an alle die Frage richten: Wollen wir vorher übers Spiel ein bisschen reden, um vielleicht mal wieder zu gewinnen, oder sollen wir es lassen, egal, ob wir dann eben verlieren (wg Unordnung)? Da kommen einige vllt ins Grübeln. Die Jungs proben ein wenig den Aufstand, sehr früh, aber im Prinzip normal: Sie wollen sich offenbar aktiver beteiligt fühlen u. zeigen dies, indem sie die "selbstredende" Beteiligung zT verweigern. Daher zB die Teams nicht top-down einteilen, sondern die Jungs selbst wählen lassen: Kostet zwar etwas Zeit u. für Schwächere bedeutet es etwas Druck, entspannt aber die Lage: euch vorwerfen kann keiner mehr etwas u. jedesmal wählt vllt genau der mit aus, der zuletzt sich am meisten beschwerte (Mechanik x wählt zuerst einen, dann y zwei usw.)? Natürlich kann auch ein Trainer als Joker o. Libero mitspielen, falls ein Team 2 Tore hinten liegt. Ansonsten vllt mehr spielerische Wettbewerbe einbauen u. bei zuviel Dazwischenreden einfach abwarten, bis Ruhe einkehrt? Das nervt meist die Ehrgeizigen und Teamleader am meisten, da sie ja schon spielen wollen, und so helfen sie euch alsbald gegen die Störer u. Disziplin entsteht. Schrittweise delegiert ihr Verantwortung auf die, die dies positiv aufnehmen u. ausführen können. Strafen u. Druck könnten die innere Revolte verstärken, bis dass Austritte o. Abmelden die Folge wäre...

    aufbauend auf die 1. Halbzeit durch eine erweiterte Zielsetzung Anreize schaffen und somit die Konzentration/Anstrengung hochhalten


    Das ist schön positiv formuliert und richtig. Wenn nun die Zielsetzung auch die der Spieler in ihrem Fußballerherzen (also emotional passend) ist sowie der Trainer als Teil des Teams wahrgenommen Autorität besitzt ("inszenierter" Dialog statt Zutexten), ohne diese überzubeanspruchen, dann dürfte man die Spannung trotz Lob aufrechterhalten. Obwohl Kinder selbst Ziele meist noch wenig realisieren wollen können, sie sind so am ehesten bereit auf den Trainer zu hören, da die kommunikativ erweiterte Zielsetzung den Team-Flow nicht stören o. unterbrechen, sondern fortführen, eben aufbauen dürfte...
    PS Die Zielsetzung kann auch sozial positiv sein; so habe ich unser Team gegen ein Mädchenteam mal ein Tor kassieren lassen, da letzteres in 1 Jahr noch nie eines geschossen hatte. Da jubelte unser Team mit - und lernte: Es gibt auch Ziele jenseits des Gewinnens. So muss man es auch im KiFu vermitteln.

    Günter: Es ging um das, was Kritik ist. Es gibt verschiedene Modelle, aber allg. gilt: "Da niemand seine Handlungen gern in Frage gestellt sieht, wird sie vom Empfänger meist als unangenehm empfunden. Umgekehrt erteilen Menschen auch ungern Kritik, weil sie wissen, dass diese kaum willkommen ist. Die erlernte Fähigkeit, Kritik nicht als Angriff gegen die eigene Person, sondern als nützlichen Hinweis für Handlungsverbesserungen aufzunehmen, und die erlernte Fähigkeit, Kritik so zu üben und zu formulieren, dass sie anstatt zu kränken im Gegenteil motiviert, wird als Kritikkompetenz bezeichnet." (Wiki) In der HZ-Pause Nichtkönnen zu kritisieren, wird nie befruchten, auch wo Gesprächspartner Kritikkompetenz haben: situativ fehlen Zeit u. Muße zur Verarbeitung! Ganz ehrlich: Ich hab bei Kritik in HZ-Ansprachen immer nur weggehört, Mitspieler auch. Wer nur ermahnt, sich aufs eigene Können zu besinnen, erinnert daran positiv .. Lästig ist den meisten auch dies. In der Pause den Kopf vom Spiel-stand frei bekommen, eigene geistige Beweglichkeit wiederherstellend, möglichst ungestört, darum geht's. Auch im KiFu bin ich am besten damit gefahren, Kindern "ihre" Pause einfach zu gönnen, sie in Ruhe zu lassen statt irgendwie auf sie einzudringen, was sie denn tun o. lassen "müssen" (negativ formuliert natürlich am kontraproduktivsten). Anfängliche HZ-Ansprachen dienten eher mir selbst als ihnen, was ich irgendwann per Selbst- u. Fremdbeobachtung bemerkte: all dies Gerede brachte nichts, eher Last denn Lust. In Ruhe gelassen entwickelten sie ihre eigene Gruppendynamik, mehr kann man ihr Teamplay kaum fördern.


    Noch ein Hinweis: der MT von S.Vettel hat 300 MT-Methoden aufgelistet: Kritik gehört nicht dazu (Anregen von selbstkritischer Einstellung im Training als notwendige Voraussetzung, dass Kritik im Training erhört werden kann: ja, mehr nicht etc.) Letztlich ein theoret. Problem, denn was du bzgl. 4er-Kette beschreibst, appelliert strenggenommen eher ans Können statt es zu kritisieren (du schließt ans Können positiv an, erweiterst es in dem, was man schon können kann...), aber das würde hier zu komplex.

    ich hab für mich nur eine leise Mahnung durch leichte Kritik ersetzt.
    Kommt aber auf dasselbe raus.


    Mahnung bleibt dem Adressaten formell-äußerlich, Kritik dringt nach innen: die Situation wird durch sie ja als Krise dargestellt, was Trägheit selten wahrhaben will (Folge: Reaktanz)). Kritik kann daher in der Halbzeit schnell tief verunsichern: Unlust, Widerwille o. Unfriede hervortreiben, abschalten lassen... Sie benötigt als konstruktive Abstand zum aktuellen Geschehen (vs riskanter Provokationsstrategie, die oft eher vom aktuellen Spiel ablenkt im Kopf), um verstanden werden zu können. Daher wandert im Alltag eine Mahnung auch schnell unbeachtet im Papierkorb (wirkt nur optimal), wogegen Kritik, wo sie trifft, aufregt u. diplomatisch verpackt werden sollte (wirkt als Angriff bzw. wird so wahrgenommen). Prüfe es mal bei dir selbst, wie du (bloß appellative) Mahnung, wie (echt treffende) Kritik aufnimmst...

    Nichtsagen zu dem Positiven der 1. Halbzeit


    Hier liegt vllt eher ein Selbst-Missverstehen vor. Plus und Plus ergibt bekanntlich gemäß mathem. Logik nie Minus. Wie entsteht es also? Über unseren falschen Eindruck von uns selbst, unserer Rolle im Spiel. Wir Menschen neigen zur selbstzufriedenen Trägheit. Wieso? Wir sind nie nur positiv. Unsere Kraftressourcen sind endlich, also realistisch betrachtet zur Schwäche neigend: kein rein Positives, im Spiel (des Lebens vs 'gegen' wen) unter der Oberfläche immer auch negativ, egal wie hoch man zu führen meint. Zur Halb-Zeit kann man also keine abschließend positive Urteile abgeben ("fällen"). Wo dieser Eindruck aber existiert, ist die Heuer scheinbar schon eingefahren, man schaltet den berühmten Gang zurück, egal, ob dies Beenden im Positiven bloß Kopfgeburt ist. Daher muss das Positive mental als nach vorn offener Prozess möglicher Selbstfindung angesprochen werden, individual: Klaus, so möchte ich dich sehen, immer, zeig mir in der 2. Halbzeit nochmal, dass das du bist oder sogar noch mehr geht! Man muss nicht das Haar in der Suppe suchen, falls es nicht da ist, da es zuviel Positives geben könnte, aber eine leise mit Lob verbundene Mahnung vor Selbstzufriedenheit, dh Abschluss in den Zielen schadet selten. Zeit spielt (anders als im Star wars) eine Rolle, die entscheidende ;)

    erlebt, dass einige sogar gar nicht mehr darauf reagieren


    Reagieren tut man immer (á la "man kann nicht nicht-komunizieren), aber zB per Weghören/Ignorieren, da zuviel Lob nie umsonst auf wen einprasselt: damit will der doch was von mir u. erreichen! Jedes Zuviel - auch des Guten - wird alsbald bedrängend o. betäubend. Über- vs runterloben: wer soviel Lob benötigt, kann nicht gut sein!? Und jeder Eingriff, der Beachtung fordert, raubt auch Eigensouveränität. Unser Jüngster wurde bei einem Gastspiel vom abwerben wollenden Trainer massivst gelobt, spielte dann immer schlechter, war am Ende gar nicht so begeistert. Der durchaus "supernette" Trainer hätte da die Welt nicht mehr verstanden, wäre er vom vielen (ex-zentrischen) Lob nicht selbst so super eingstimmt geworden, dass er es bzw. die Reaktion des Kindes gar nicht mehr bemerkte.


    Es geht also um mehr als bloß Abnutzungseffekte; Lob wie Spaß sind kein Motiv, also "in" uns belanglos, würde Mentala wohl bestätigen. Grad ein Sich-quälen-wollen kann reizvoll Höchstleistung dank Wille evozieren, wogegen Spaßfußball schnell einschläfert, Trägheit zulassend (soziale Faulheit eben): Standfußball wird. - Selbst-Reflexion ist für Erwachsene das Schwierigste des Menschenmöglichen, daher im Alltag selten möglich: Im Grunde will jeder sich beim Kinderspiel austoben, auch Erwachsene, Zuschauer. Da sie es aufm Platz nicht können/dürfen, kommt's ohne Choreografien der Liebe, des Hasses, der Wut, des Jubels beim Danebenstehen zu Triebstau im Hirn u. spontanen "Ausrastern". Von normalen Eltern kann man Reflektion weniger erwarten, da sie keine Verantwortung für alle bewusst übernahmen. Trainer aber sollen sich "mental" im Griff haben, auf die Zunge beißen o. wie ein Freiburger Streich auf lustiges Rumpelstilzchen machen: lenkt zwar Kinder auch ab, raubt optional ihre Präsenz, aber sie lachen eher als zu weinen - und wer trotzdem aufm Platz konzentriert bleibt, der hat schon viel für sich gelernt, ist fokussiert: ich spiele, es ist mein Spiel, die draußen sind ohne Belang, bloße Störfaktoren im Spiel: falls man da seine Auswechslung überhört, ist das eigentlich "mental" ein gutes Zeichen ;)

    Kindern- und Jugendlichen sind ihre eigenen Ziele gar nicht bewusst bzw. noch nicht einmal bekannt bzw. diese wechseln noch zu häufig


    Daher sehe ich hier MT auch kritisch: vieles wird eher in Kinder projiziert, manipulativ einsuggeriert: sie sind naturgemäß noch stark prägungsoffen, beeinflussbar - im Guten wie Schlechten. So kann MT effektiv verfangen, wie man in LZ sieht: auserwählte Talente machen alles, den ganzen Stress ohne Mosern lange bereitwillig mit, nehmen Forderungen als ihre eigenen Wünsche auf, glauben in der Praxis an ihren Spaß dabei - und plötzlich fehlt ihnen dann die Lust, hören sie auf, da eigene "needs" vernachlässigt wurden, sich übergroß melden. Daher bin ich bei Kindern stärker bedürfnis- statt zielorientiert, aus Vorsicht, nicht "eindringlich" so zu wirken, wie es eben nicht sein sollte.


    über


    In einer VHS muss man mit MT-Seminaren, noch dazu für Kids, erstmal real reinkommen, sie haben eine wiss. u. pädagog. Leitung, ohne reelle Ausbildung u. Inhalte geht da nichts, nach jedem Kurs wird das Kunden-Feedback eingeholt. Wenn man sich "über" andere belustigt, kann das beide nie weiterbringen. Bzgl. H96 bezog ich mich auf den realen Eindruck im Werderstadion u. wollte mich sicher nicht über deren MT amüsieren. Es ist aber im Vorher-Nachher-Abgleich (Interview vs Praxis aufm Platz) so, dass da Fragen aufkommen, auf deren Beantwortung man gespannt wäre. Bitte projizier keine Schuld für den H96-Auftritt in mich: Ich hab nur gesehen, was alle Zuschauer u. Kommentatoren so äußerten,hab Interesse an einer Auflösung/Erklärung; es gilt da nunmal: am Erfolg in der Praxis sollt ihr euch messen lassen, nicht an Versprechen - so lästig es ist, dies Prinzip ist auch nicht von mir ;)



    falls ich ihn richtig interpretiere


    Danke für die Einschränkung: ich glaube nicht, ich hoffe eher. Wäre schön, wenn man nicht nur Körper, sondern auch Geist in Hochform bringen und den Willen dazu unterstützen könnte. In der Praxis hab ich manch Erfolg (auch bei Kindern) gesehen, Profis schwören heute oft drauf, das macht dann "hoffnungsfroh" ;)


    Andre: Menschen sind mE auch in ihrem (Seins-)Charakter (ver-)formbar. Die Rede vom Ausraster gibt schon den Hinweis aufs Unfeste unserer Selbst (wider alle Ich-Hypostase): der friedfertigst wirkende Charakter kann plötzlich in die Luft gehen, eine ungeahnt andere Seite ausleben, sich nicht mehr unter Kontrolle haben, mit der Chance, sich hernach zu "reflektieren", zu verändern. Denn alles Mögliche ist in jedem angelegt, in jedem ersten Eindruck o. Einzelfall zeigt sich so zwar auch das Ganze, aber nicht in einem "realen" Ausprägungsgrad, sondern in unserem Eindruck davon - Irrtum nie ausgeshlossen. Nun mag mancher sofort wiedersprechen, aber die Realität hat viele traurigste Beispiele parat, wie Menschen sich auf unglaublichste Weise, eben "grundlegend" (bekannter meist zum Negativen, aber auch Positiven) verwandelten. Bekehrbar aber ist selten wer, es muss von eigener Einsicht wie Veränderungswillen her kommen. Wie dies ablaufen kann (per transzendentaler Einbildungskraft: aus Sehen wächst da Kraft zu statt verschluckt zu werden) ist in der Theorie zu komplex, um es hier auf die Schnelle darstellen zu können...

    Karl: ohne über "deutsche Sprache, schwere Sprache" diskutieren zu wollen zur Erklärung: hier war die Anspielung auf Marketingprofis der Sinn, indem die zwar perfekt wissen, wie sie Dinge gut verpacken, z.T. aber nur dies. Weniger be-achten sie, WAS sie verpacken. Bezug: die hier anfängliche Angst, dass MT Scharlatane seien. Das Bedauerliche ist, dass diese sehr viel Gewicht darauf legen, ihr Produkt gut zu verpacken, dass das Produkt selbst oft kaum mehr als diese Mogelpackung "ist"! Aber dadurch kommen sie bei Laien "blendend", weitaus besser,an als die, die sich "skrupelöser" vorstellen, eben Theoretiker als in Wesen wie Wissen NUR "Fragende und Suchende" (eingedenk des 1. Philosophen Sokrates, der nur eins genau wusste: dass er im Prinzip nichts weiß - und dafür den Giftbecher zu trinken hatte). Nun denn, Mentala hatte in einer ihrer Mails an mich Recht: ein Theorie-Thread ist wohl "tot". Hatt's mir auch gedacht, wollt's aber bewiesen sehn, nur: wo einer hüh, der andere hott sagt, ist es ohne Theorie schwer, die Richtung zu kennen u. schnell eiert man im Kreis herum zwischen all den Marketingprofis, was oft genau als Problem von MT erscheint: man macht dann eben gar nichts, schließt sich der öffentlichen Meinung an, alles sei nur teuer, Murks, überflüssig, Unsinn... ;)

    Bei den Zielen von Jugendlichen und Kindern geht es hauptsächlich um naheliegendes, was morgen ist, was sie bewegt.


    Das leuchtet schon ein... Also bleibt doch nur das geforderte Trikot als materielles Nahziel zu versprechen? Ich hatte mir vom Mentalen grad versprochen, auch bei Kids Fernziele, Immaterielles zu vermitteln, in den Kopf zu bekommen, eben zu "begeistern". Bei fremden Kindern in besagten VHS-Kurs "Dein Spiel gewinnst du im Kopf" hat das auch zT gut geklappt trotz großer Gruppe, indem einige Kinder nun die begehrten Stammplätze erreicht haben, zwei andere wohl im LZ sind gemäß dem zs. erstellten Plan. Liegt's nicht doch vllt daran, dass die eigenen Kinder zuerst Papa, dann den (gar "Mental"-)Trainer wahrnehmen? Nun denn, vllt bin ich da halstarrig, irgendwie will mir dieser Glaube nicht aus dem Kopf ;)

    das Gegenteil ist ober auch sehr häufig der Fall.


    Damit sind wir an dem Punkt, wo man darauf kommt, dass Theorie not-wendig ist: wenn rationale Leute Gegenteiliges vertreten ;)


    Was wäre wenn ist eine Frage, die ich stelle, wenn die Ziele deutlich herausgearbeitet worden sind. Was will jeder für sich erreichen, wie sieht das Ziel aus, wie fühlt es sich an? Ich habe das schon mal im anderen Chat ausführlicher formuliert. Wichtig ist, dass jeder einzelne nach seinem persönlichen Ziel befragt wird und das vor seinem inneren Auge visualisiert.


    Wir fragen unsere Jungs schon ab u. an, was sie erreichen, später werden, wo sie spielen etc. wollen, aber da kommt eigentlich immer ein "Ich weiß nicht" o. "würd gern mal bei Werder spielen". Funktioniert das Fragen nicht, da es noch Kinder sind, wir die Eltern sind, verhakt so Empathie? Zeig ich auf, dass sie "zweckrational" dies u. das tun, trainieren müssten, um ihr Ziel "Werder" vielleicht mal erreichen zu können: nur staunende Augen, Unwille, Verweigerung. Da deckt sich meine Wahrnehmung mit der vom TW-Trainer. Manch Eltern schließen "Verträge mit ihren Kids, gibt aber auch nur Ärger. An Mündliches jedoch erinnern sich sogar Bundeskanzler nicht ;)


    PS: Fokussierung hat auch viele Nachteile, da sie eben (selbst-/ziel-/lust-/erfolgs-)fixierend wirkt.

    warum gewinnen wir nicht, wenn der Gegner einen Mann vom Platz gestellt bekam. da hatten wir ja auch 10%
    mehr?


    Genau hier greift auf rational unerklärliche Weise wohl "das Mentale": man fühlt sich numerisch (quantitativ) unterlegen, kann u. will nun gerade beweisen, was man persönlich (o. qualitativ) drauf hat. Denn wer mit 10 gegen 11 gewinnt, besiegt den Gegner quasi doppelt. Was entscheidender ist - das Gewinnen- o. das Nichtverlieren-wollen - ist auch eine interessante Frage, wenn man die Spieltheorie o. das Faktum beachtet, wie ungern man Schwächen, Fehler, Niederlagen zugibt. Die FPL ist zB vom Ansatz her sicher kindgerecht und gut, im Mentalen könnte man sie aber so missverstehen, dass es völlig gleichgültig sein solle, ob man verliert o. gewinnt, ob für o. gegen einen entschieden wird, ob man stark o. schwach spiele. Das Ergebnis könnte schnell allgemeine Demotivation, ein Ausbremsen im Leistungswillen sein, falls das Gut-/Sieger-sein-wollen entscheidender Stimulus fürs Training an sich selbst ist. Gute Laune o. Spaß allein scheinen mir eher schwächere "Motive" bzw. als bloße Befindlichkeiten sportlich gar keine herzugeben (also Durcheinander: Chaos, gar Anarchie o. auch Lauffaulheit in den Köpfen begünstigend), oder? Teams, die reine Spaß-Trainer hatten, fielen mir eher durch trägen o. auch egozentrischen Stand- bzw. Solofußball auf. Ansonsten denk ich, ist es genau dies Mitziehen/-reissen der anderen in der Gruppe, das mental viel Potential für Teamsport eröffnen könnte. Wie man dies Potential genau stimuliert o. in der Praxis "bearbeiten", sprich: mental trainieren soll, scheint mir aber sehr strittig: konkrete übers Mechanische hinausgehende Übungen...? Ich hatte hier zB mal die Übung "Passanten" (s. Lieblingsübungen) veröffentlicht, die sichtbar viel in den Kinderköpfen zu bewegen schien.

    Aber kann man das bei dem jungen wieder gutmachen?


    Die Frage wäre, ob der Trainer/JL dies überhaupt ernsthaft wollen täte, da er offenbar zwischen Vater u. Kind weder unterscheiden kann noch will. Solche Leute sind zwar komplett ungeeignet, um schutzbefohlene, sehr verletzliche Kinder verantwortlich zu betreuen, mangels Interesse der Mehrheit, Ängsten Betroffener, fehlender Solidarität der Elternschaft mit einzelnen Kindern bzw. Eltern, eigenen Machtstrategien im internen Klüngel etc, wird es ja überhaupt erst möglich, dass solch Leute Trainer und zugleich noch Jugendleiter werden.* Eigentlich müsste es ja jedem in Seele u. Herz so wehtun, solch Szenen im KiFu sehen, mit erleben zu müssen, dass man sich direkt einmischte, aber die abstruse Angst vor den "Oberen" im Verein ist meist viel zu groß: da es dem eigenen Kind dann ja sofort 'gewaltsamerweise' genauso ergehen könnte u. in der Regel die Oberen eh bleiben, die einzelnen Mitglieder nur wegwechseln können. Wenn du solidarisch bist, kannst du für jenes Kind streiten, ohne dass man dir gleich Eigeninteresse (wie dem Vater von nun an) unterstellen kann. Vllt werden mehr Eltern o. das ganze "Team" solidarisch u. verweigern dieser Person die Gefolgschaft? Sofern der Trainer aber über gnügend willig mitlaufende Spieler-Eltern verfügen kann, sollte man wechseln, da Kinder unter so jemand über die Jahre viel mitmachen werden, was ihnen nicht gut tut: lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende! Den neuen Verein sollte man aber gut auswählen, damit es nicht zu einer Odyssee fürs Kind wird. Toitoitoi ;)


    PS: Natürlich gehe ich davon aus, dass der Bericht "in etwa" der Wahrheit entspricht (subjektiv nimmt jeder Vorfälle wahr, das ist klar) und da tut mir schon echt das Fußballerherz weh, so etwas wieder mal lesen zu müssen - die armen Kinder!!! Doch vllt sieht jene Person ihr Fehlverhalten ja wieder Erwarten ein, man weiß nie...


    *Nachsatz zum Warum: Ausflippen vor Kindern u. Eltern (zügelloses Ausleben eigener Emotion statt vorbildhaftes Maßhalten), kein ruhig sachlicher Dialog miteinander (also: kein Teamplay, sondern erst und über allen komme ich), scheinbar klares Bevorzugen des eigenen Sohnes (aber kein Teamformen), Bestrafen eines Kindes an Vaters Statt, demonstrative Machtausübung (was nur der Einschüchterung aller dienen kann)... Worauf da vertrauen? Dass man elterlichen Unmut über Diskriminieren/Benachteiligen vs Privilegieren/Protegieren besser in ruhiger Situation unter 4 Augen anspricht, ist klar, nur: der Vater ist nur Vater, unterlegen, hat keine Verantwortung fürs Ganze zu tragen, ist schon gar nicht mit dem Kind gleichzumachen, macht sich immerhin Vorwürfe: ob aus Einsicht o. nur Angst vor "der Macht", ums Kind, das bleibt unklar. Doch ein Kind hat keine Wahl, so beim "Vollhorst" seine Freunde sind...

    Da du im Profil Sozialverhalten hast: Gruppendynamik o. Konkurrenz - was ist wohl der Schlüssel? ZB laufen einzelne Sportler im Sog beim 5km-Volkslauf ca. 1, 2 Minuten schneller als sonst. Beim Fußball aber ist es außer bei knappem Spielstand kurz vor Schluss genau andersherum: man verlässt sich auf den anderen, bleibt gern erstmal stehen. Das ist also meist die negative Ausgangsbasis zum Teamplay, grad in Jugendteams, wo der Wille sich: eigene Trägheit zu überwinden, noch nicht so ausgeprägt ist. Nur wenige rennen ganz von sich aus viel. Als Herrentrainer habe ich früher meinen Teams immer "rational" vorgerechnet, dass wir einen Mann mehr auf dem Platz haben, wenn jeder 10% mehr läuft, u. in der Folge fast jeden sonst gleichstarken Gegner schlagen. So war die generelle Bereitschaft dann dank Einsicht bei fast allen da, doch viele haben zugegeben, dass sie es nicht wirklich schaffen, immer da zu laufen, wo es gut wäre: zwischen Wille und Realität blieb eine Lücke und ich wusste auch nicht mehr weiter zu helfen. Danke jedenfalls, bei unserem Jüngsten bin ich jedoch nicht der Trainer. Daher kann ich halt nur im privaten Rahmen was überlegen...

    Karl: Unser Sohn hat letztens ins riesige, leckere Schokocroissant gebissen u. erstaunt festgestellt, dass in der Mitte mehr als der halbe Raum nichts als (die berühmte heisse) Luft war, also viel (Mogel-)Packung, wenig Gehalt. Hätte er sich die Theorie (Arist: Wesenschau vs alltägliches Erscheinen) des Brötchenbackens vorher bewusster gemacht, hätte er es vllt erahnt: per Gewichtsprobe, mitgeteilter Erfahrung anderer, Zweifeln etc. Er hätte es trotzdem kaufen können wg. dem Geschmack, aber er wäre nicht so enttäuscht gewesen. - Wiki spricht (abwertend) vom unübersehbaren "Psychomarkt": zT sei sein Wesen "Geldmachen", sich o. andere beeindrucken, etwas-bewirken-wollen uä; wo ihm aber auch positiv ein etwas-bewirken-können entspricht, kann ein Laie nicht so einfach wissen. Daher die Angst vor Scharlatanen hier zu Beginn, aber das Kind solltte man auch nicht mit dem Bade ausschütten. Auch die oben erwähnte Engels-Mentaltrainerin kann vllt zT was bewirken, Kinder leistungssteigernd (darauf läuft's á la BSP statt Glücksindex hierzulande ja stets hinaus) pushen, ok. Aber "Theoriearbeit" schützt vor manch Illusion. - Das Unverständliche ist "latent" überall: wer wüsste schon zu sagen, wie unsere Welt - Politik, PCs, Autos, TV, Kraftwerke etc, und auch der heutige Fußball o. MT in den treibenden Kräften - wirklich funktioniert? Man kann sich nur suchend u. fragend bemühen, in manchem täglich ein wenig mehr hinter Kulissen o. Verpackungen zu blicken, darüber austauschen - falls man einigen Dingen genauer auf den Grund nach-gehen will... Oder? Tja, und des Deutschen ist jeder nur bedingt mächtig ;)