Beiträge von Alexbonn

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    Eins verstehe ich nicht wirklich bei den Merkmalen des kifu. Wenn der DFB diese Merkmale als der Weisheit letzter Schluss darstellt, warum gibt es dann Tabellen? Warum gibt es Turniersieger? Warum werden in Spielen dann überhaupt Tore gezählt? Letzten Punkt versuche ich immer bei Trainingsspielen zu vermeiden, da sind die Kinder aber völlig anderer Meinung.
    Auch die ganzen Spielchen auf soccerdrills werden immer mit Punkten oder Toren gespielt. Z.B. Mit dem Kopf gibt es 5 Punkte, mit dem Fuß 3 u.s.w. Somit gibt es ja bereits im Training bei den meisten Übungen Wettkampf. Es gibt immer Verlierer und Gewinner und Samstags soll dann dieser Wettkampfgedanke völlig in den Hintergrund treten?


    Klingt in meinen Ohren sehr fragwürdig, ob das konsequent bis zum Ende durchdacht wurde. Einer Seits sagt man den Kindern, spielt einfach, habt Spaß, kümmert euch nicht um das Ergebnis, präsentiert ihnen aber dann eine Tabelle oder einen großen Siegerpokal beim Turnier.


    Du fragst, ob ich selber Fußball gespielt habe. Das habe ich, recht erfolgreich sogar, zeitweise unter einem bekannten drogenkonsumierenden Trainer, den du sicher kennst. Musste damals wegen einem Motoradunfall leider aufhören. Habe mich dann ca 20 Jahre vom Fußball abgewandt und seit einigen Jahren wieder gefallen dran gefunden.
    Heute bin ich sechs Tage die Woche auf dem Platz, machmal so wie gestern zum Beispiel über 8 Stunden und versuche jungen Menschen Fußball beizubringen. Sehe meine Rolle eher so, dass ich es ihnen beibringe und nicht nur als Übungsleiter.


    Aber um nochmal zum eigentlichen Thema dieses Threads zurück zu kommen, bin ich ein Narrzist? Auf jeden Fall! Der Erfolg meiner Mannschaften bestätigt mich sehr und ich gebe es zu, ich genieße die Bestätigung anderer sehr.


    Gruß Alex

    Hallo Andre,
    bin in diesem Thread absichtlich nicht auf Details eingegangen, da ich ihn nicht missbrauchen wollte.


    Zu deinen Punkten:
    Ich versuche jeden zu gleichen Teilen spielen zu lassen, auf die ganze Saison betrachtet. Sollten die Meisterschaftsspiele dafür nicht ausreichen, so plane ich Freundschaftsspiele und Turniere, bei denen die "Schwächeren" größere Spielanteile bekommen. Bedeutet aber, dass es auch Spiele gibt, bei denen sie garnicht zum Einsatz kommen.


    Ich rotiere auch Spieler auf verschiedenen Positionen, aber halte auch bestimmte Spieler auf ihren Positionen. Den quirligen Stürmer zum Beispiel, den souveränen Libero oder den Torwart. Hingegen entlaste ich den etwas unsicheren Verteidiger und nehme die Verantwortung von ihm und setze ihn ins Mittelfeld oder Sturm.


    Unbeeinflusst spielen lassen? Halte ich gerade im jüngeren Alter für völlig falsch. Gebe zu, dass ich sehr viel von aussen steure und manchmal vielleicht etwas zu viel. Aber frei spielen lassen ist meiner Meinung nach sogar eine Vernachlässigung des Trainerjobs. Da bin ich mindestens so vehement wie du dagegen bist.


    Loben und Positives hervorheben ist klar. Aber auch mal Kritik äußern muß sein. Ist eine Frage wann man das tut, sonst erreicht man genau das Gegenteil damit.


    Ich verlange meinen Mannschaften stets mehr ab. Immer wieder ein Stück mehr, das ist der Grund warum wir trainieren. So stellt sich natürlich auch der Erfolg ein und die Jungs macht es mächtig stolz. Mich natürlich auch.


    Ausbildung, Erfolg, Ergebnis, hängt das nicht alles zusammen? Ohne eine gute Ausbildung und gute Ergebnisse stellt sich auch kein Erfolg ein.


    Eine Einschränkung muss ich natürlich machen. Jeder Verein sollte, sofern möglich, mindestens eine weitere Jugendmannschaft im selben Jahrgang haben. So kann man eine erfolgsorientierte Mannschaft stellen und eine, bei der es nicht um Erfolg geht. Kann man aus Mangel an Spielern oder Trainern das nicht darstellen, dann muß man den Erfolg hinten anstellen.


    Probiert habe ich schon viel und wie es jetzt läuft ist das Ergebnis meiner Erfahrungen. Die Kinder kommen gerne zum Training und zum Spiel, die Eltern sind meistens dabei und verstehen sich als Fanclub, anfeuern ja, aber nicht mehr.


    Gruß Alex


    P.s. Eine Bitte noch, es muss nicht jeder meiner Meinung sein, aber es wäre schön wenn man sachlich bleiben könnte ohne zu beleidigen. Damit bist nicht du gemeint Andre.

    Hallo,
    das Schlimme bei solchen Abwerbeversuchen ist ja, dass die Jungs sich geehrt fühlen, von wegen " die wollen mich haben". Rede mit ihnen, mach ihnen klar, dass du und die Mannschaft sie genau so haben wollt. Den Eltern erklärst du, dass es der Extrainer ist und da noch andere Beweggründe eine Rolle spielen. Wenn sie sich dann für eure Mannschaft entschieden haben, sollen die Eltern beim nächsten Anruf deutlich zu verstehen geben, dass sie keine weiteren Anrufe dieser Art von ihm bekommen möchten und gegebenenfalls rechtliche Schritte einreichen werden. Der ruft dann bestimmt nicht mehr an.


    Gruß Alex

    Hallo Koeppchen,
    Auf 90% komme ich, weil du geschrieben hast, dass ihr von 30 Spielen 23 verloren und ein Unentschieden gespielt habt. Ich sprach aber auch von "gefühlten" 90%.
    Wie gesagt, versteh mich bitte nicht falsch, ein Trainerwechsel ist kein Weltuntergang und sollte auch nicht als persönliche Niederlage gesehen werden. Dass deine Mannschaft in den letzten 2 Jahren besser geworden ist, liegt vielleicht daran, dass sie älter und reifer geworden sind. Das wären sie aber auch, wenn sie in keinem Verein spielen würden und 2 mal die Woche auf den Bolzplatz gehen würden.
    Du sprichst von Trainern, also bist du nicht alleine? Was ist mit deinem Co, lass ihn doch mal für 3 Spiele das Zepter übernehmen und gib ihm freie Hand. Vielleicht macht er Dinge ja nur ein wenig anders und findet den goldenen Weg.
    Ich kenne eure Situation nicht und weiß nicht ob sich ein neuer Trainer finden würde, bei uns herscht angeblich auch Trainermangel, seltsamer Weise könnte ich heute mindestens 5 neue bringen ohne Probleme.
    Auch ich habe mal so eine C übernommen. Sie verloren jedes Spiel im Zweistelligen Bereich. Nach ca 5 Spielen kam dann der erste Sieg und seit dem konnten sie jeden schlagen, ausser den Tabellenführer. Ich halte nicht viel bis garnichts von den DFB Konzepten, manchmal muß man auch etwas weiter schauen als nur bis zur Grenze.
    Wie gesagt, wollte dir nicht auf die Füße treten. Neue Besen kehren besser sagt man doch, und das trifft beim Fußball auch oft zu.


    Gruß Alex

    Hallo Koeppchen,
    sei mir nicht böse, aber an deiner Stelle würde ich mir mehr Gedanken darum machen, ob ich der Richtige für diesen Job bin.
    Klar verliert man mal ein Spiel, obwohl man die bessere Mannschaft ist, aber bei euch sind es ja gefühlte 90%. Wenn es sich um eine E oder F handeln würde, dann kann man darüber streiten, ob Erfolg wichtig ist, aber bei einer C? Das sind junge Männer und keine Kinder mehr. Bin mir sicher, dass die auch gewinnen wollen wenn sie können und auch mit Druck umgehen können. Sorry, aber das hat mit Fußball nichts mehr zu tun, egal was ein DFB davon hält.


    Gruß Alex

    @ Impulse
    Ich liebe schnelle Innenverteidiger!


    Wegen dem Kick and Rush, ist sicher nicht die schönste Art Fußball zu spielen, aber gerade bei älteren Mannschaften mit niedrigem Niveau die einzig gewinnbringende Methode. Bei einer Kindermannschaft spielt man auch nur gegen eine andere Kindermannschaft. In diesem Fall spielt die Mannschaft aber gegen andere, die schon zig Jahre Fußball spielen. Ich denke das kann man nicht vergleichen.
    Aber du hast sicher Recht beim Ziel. Will man erst eine Saison lernen und sich nicht um das Ergebnis kümmern, dann am besten richtig lernen. Will man aber auch mal ein Spiel gewinnen oder zwei, dann so einfach wie möglich alles halten und perfektionieren.


    Beim Kinderfußball bevorzuge ich einen Mix aus beidem.


    Gruß Alex

    Hallo,
    ich würde mit so einer Mannschaft erst mal mit Kick and Rush anfangen. Ist zwar nicht das Gelbe vom Ei, aber wenn die Qualität einer Mannschaft noch so bescheiden ist, dann die einzige gewinnbringende Art. Auch würde ich eine Viererkette spielen, mit den zwei schnellsten Mädels in der Innenverteidigung und einem intensiven Crashkurs. Das Wichtigste dabei ist, dass sie auf einer Linie bleiben und bei 95% Spielanteil auf eurer Seite wird so mancher Angriff ins Abseits laufen. Besser als ein Mädel als Libero zu stellen, die stets das Abseits aufhebt und völlig unter geht. Dann 2 sechser, einer defensiv der andere offensiv fast wie ein Zehner. Zwei im Mittelfeld auf den Seiten und 2 zentrale Stürmer. Also beide auf der breite des Sechzehners. Und dann den Ball am besten nach einem gegnerischen Angriff so schnell wie möglich nach vorne schlagen und die Stürmer bedienen. Das Aufrücken der Viererkette nicht vergessen um das Mittelfeld zu verkürzen. Und dann bleibt nur die Hoffnung, dass deine Stürmer sich auch mal durchsetzen und treffen. Ihr werdet so zwar einiges an Toren kassieren, aber auch einige schissen. Mit etwas Glück mehr als ihr bekommt.
    Wenn ihr das erst mal drauf habt, dann kannst du ihnen langsam fußballspielen beibringen.


    Gruß Alex

    Hallo zusammen,
    ich finde es lustig, als ich dein posting gelesen habe musste ich sofort an Messi denken. Ein unbestritten großartiger Fußballer, vielleicht der zur Zeit beste der Welt. Und wenn man dann mal etwas genauer hin schaut, dann fällt einem sehr schnell auf, dass er eine furchtbare Arroganz hat, in keinen einzigen Zweikampf geht, sofern er nicht ballführend ist. Wäre er mein Mitspieler, würde ich ihm nach jedem Spiel die Ohren lang ziehen.
    Dein Sohn mag vielleicht kein Messi sein, aber er hat zumindest eine ähnliche Einstellung. Wie du sagst, bekommt er einen guten Pass, dann bringt er Einsatz und Leistung. Ich als Trainer bin ein Fan davon, die Stärken der Spieler zu erkennen und zu fördern. Dabei stellt sich die Frage, ob man so ein Verhalten fördern sollte, wenn er kein Überflieger wie Messi ist?


    Körpereinsatz kann und sollte man trainieren, auch schon in jungen Jahren. Fußball ist ein körperbetonter Sport bei dem es zum Glück auch heute noch erlaubt ist seinen Körper einzusetzen. Um Gottes Willen nicht falsch verstehen, ich meine fairen Körpereinsatz. Ich bin nicht nur stolz darauf wenn wir gewinnen, sondern auch wenn wir super fair gespielt haben.


    @ Andre,
    das was mit deinem Sohn gerade passiert ist das Normalste der Welt. In dem Alter kommen so viele neue Dinge in sein Leben, dass der Fußball oder Sport nicht mehr die erste Rolle spielt. Vielleicht zum ersten Mal in seinem Leben. Was denkst du wie viele wirkliche Talente rumlaufen, die sich gegen den Sport in dieser Phase entschieden haben. Ich wage sogar zu sagen, dass es die Mehrzahl aller Talente tut. Und ich wage es weiterhin zu behaupten, dass die Mehrzahl derer, die sich gegen den Sport entschieden haben es später bereuen. Mit Sport meine ich in dem Zusammenhang Leistungssport.
    Wie soll man sich als Elternteil verhalten, wenn der Punkt gekommen ist? Zwingen? Bringt glaube ich garnichts. Reden? Auf jeden Fall und wenn man Glück hat, dann kennt man auch den ein oder anderen, der Eine, der den Sport vorgezogen hat und auf eine erfolgreiche Karriere zurück blicken kann und den Anderen, der aufgehört hat und sein Leben lang mit einem weinenden Auge zurück blickt. Wenn die bereit sind auf ein Gespräch mit ihm, dann hat man als Elternteil das Bestmögliche getan.


    Talent alleine ist nur eine kleine Grundvoraussetzung. Um wirklich bei den Grossen mithalten zu können braucht es noch viel viel mehr, z.B. Disziplin, Ehrgeiz, Verzicht und ein unbedingter Wille, der einem über den Schmerz hinweg hilft, den Trennungsschmerz von seinen Teamkammeraden, Eltern, Freunden und nicht zuletzt der Freundin.


    Gruß Alex

    Hallo,
    also ich sehe das etwas anders. Das was am meisten zieht, und das nicht nur bei den kleinen, nach mehrmaligem ermahnen das Training abbrechen. So zu sagen ein Trainerstreik. Equipment einpacken, den Platz verlassen und am Rand Platz nehmen. Schon alleine wegen der Aufsichtpflicht kann man nicht ganz gehen, aber hauptsächlich, weil alle fragend und bittend kommen werden, man möchte doch bitte weiter machen.
    Bis jetzt hat es immer funktioniert, auch weil die Mehrzahl der Spieler ja weiter machen möchten und die Störenden dies wissen lassen.
    Versuch es doch mal, schaden kann es denke ich nicht.
    Gruß Alex

    Hallo zusammen,
    ich denke, das vorgehen der Eltern ist meist falsch. Der Werdegang eines Torwartes sollte in meinen Augen so aussehen. Heimatverein, dann Auswahlmannschaft. Auf keinen Fall ein früher Wechsel in einen großen Club und wenn doch, dann nur in eine Jahrgangsmannschaft. Ab der C relativiert sich das ganze, aufgrund der Körpergröße. Soll heißen, ein Torwart, der in der c noch Auswahl spielt, der ist eh körperlich meist größer als die Norm und wird sich auch in einem grossen Verein gegen den Jahrgangsälteren durchsetzen.
    Und wenn man das nun auf einen grossen Landreis ausdehnt, dann kommt man pro Jahrgang auf 1 bis 2 Torwarte die es schaffen. Alle anderen werden verheizt, aber in erster Linie durch ihre Eltern, die keinen Plan haben. Verfolge gerade genau das bei einem E Jugend Torwart bei uns. Ich verwette mein Haus, dass er spätestens in 2 bis 3 Jahren mit Fußball aufhört.


    Gruß Alex

    Hallo Willi,
    vorweg gesagt, ob ich ein Narzisst bin war keine Frage, sondern eine Aussage. Ich bin ganz sicher einer. Und sind Narzissten nicht auch Selbstdarsteller? Bin ich auch. Langweilig? Ich hoffe nicht.


    Wollte diesen Thread nicht dazu missbrauchen Trainingsmethoden oder taktische Ausrichtungen zu diskutieren, da es ja hauptsächlich darum geht, ob manche Trainer Narzissten sind. Ich kenne ,wenn überhaupt, nur ganz wenige, die es nicht sind.


    Habe schon viele Beiträge von Andre gelesen und finde es großartig wie er sich für eine bessere Fußballwelt einsetzt. Ich bin aber leider genau die Art von Trainer, die ihm am meisten Sorgen bereitet. Ob ich es ändern kann oder werde? Ich glaube nicht. Die einzige Hoffnung die ich ihm machen kann ist, dass ich eine Mannschaft ungern länger als 2 Jahre trainieren möchte. Somit bekommen die Spieler auch andere Sichtweisen und andere Methoden beigebracht.


    Gruß Alex

    Hallo zusammen,
    lese schon sehr lange in diesem Forum mit, habe mich aber stets zurück halten können zu antworten. Der Hauptgrund dafür ist, dass ich einer von den Trainern bin, die ihr am liebsten auf den Mond schissen würdet. Ein Narzist? Ganz bestimmt. Erfolgsorientiert? Auf jeden Fall. Entgegen den Vorgaben oder Empfehlungen des DFB? Ja, ich entscheide ganz alleine was und wie ich mein Training, Spiel und Umgang mit Spielern, Eltern und Verein gestalte. Ich wäre aber kein Narzist, wenn ich für meine Art, meinen Job und meinen Erfolg kein Lob und Anerkennung bekommen würde. Natürlich gibt es von Seiten einzelner Eltern auch mal Kritik, weil ihr Sohn weniger Spielzeit bekommen hat als Andere, aber damit kann ich als Narzist gut leben. Am Ende eines Turnieres oder einer Meisterschaft, wenn die gesamte Mannschaft den Pokal in Händen hält, ist das alles wieder vergessen.


    Bin ich jetzt wirklich so schädlich für den Sport oder die Jugend?
    Das Frage ich mich schon seit Anfang an, aber spätestens, seit dem ich dieses Forum kenne. Seltsamer Weise sehe ich, egal bei welchem Spiel ich zuschaue, oder gegen wen wir auch immer spielen nur Narzisten. Naja, vielleicht nicht nur, die die es nicht sind, stehen aber meistens sehr weit unten in der Tabelle. Vielleicht irre ich mich, aber meistens habe ich das Gefühl, dass sie es nicht sind, weil es dem Ideal entspricht, sondern weil sie aufgrund der schlechten Ergebnisse schon aufgegeben haben.


    Leben wir nicht in einer erfolgsorientierten Welt? Fängt das streben nach Erfolg nicht schon in frühester Jugend an? Vielleicht ist das nicht das, was man seinen Kindern wünscht, aber wer nicht mitmacht wird immer den Kürzeren ziehen. Warum sollte man den Fußball da raus nehmen? Warum gerade den Fußball? Nur weil es der am meisten betriebene Sport der Welt ist?
    Warum soll es bei diesem Sport keine Elite geben? Deshalb sollen und werden die Anderen ja nicht aufhören Ball zu spielen. Darum gibt es viele Spielklassen, von der Hobbymannschaft bis hin zur Weltmeistermannschaft.


    Wie viele Themen hier immer wieder in Leitsätzen enden. Das Eine ist gut, das Andere schlecht. Was früher mal gut war, ist nach heutigem Wissen schlecht und jeder Trainer, der es anders macht ist der Teufel. Meine Trainingsmethoden sind anders als es im Lehrbuch steht. Meine Aufstellungen entsprechen keinem festen System, sondern richten sich nach dem individuellen Spielvermögen meiner Spieler. Ich versuche nicht, einem Torjäger Defensivverhalten beizubringen oder einem 10er irgendwelche Laufwege oder Zwänge zu verpassen.
    Sind Trainer, die immer alles nach dem gängigen Leitfaden machen nicht total berechenbar? Sind sie nicht sogar langweilig? Warum soll ein Trainer nicht auch mal mutig genug sein und etwas entgegen dem "so macht man das" zu machen?
    Ich glaube viele haben einfach auch nur Angst damit zu scheitern und können am Ende immer sagen, dass es an ihnen nicht gelegen hat, da sie ja nach Lehrbuch vorgegangen sind. Muß also am Potenzial der Mannschaft gelegen haben. Wenn ich aber scheitere, dann bin einzig und alleine ich daran schuld, dann stehen alle da und sagen, dass es wohl an meinen nicht artgerechten Methoden liegt.


    Ich interpretiere Fußball sicher anders, als es die meisten hier tun, oder sich wagen zu schreiben. Wenn ich hier zu vielen Themen meine Ansichten schreiben würde, dann würde ich sicher nach kürzester Zeit ein Schreibverbot bekommen. Aber die Realität ist eine Andere. Wenn ich jede Mannschaft trainieren würde, die mir angeboten wird, dann müßte ich am Tag 10 Stunden auf dem Platz stehen und mich am Wochenende teilen.


    Bin ich ein Narzist? Ja, ganz bestimmt. Bin ich erfolgreich damit? Auf jeden Fall. Kann ich damit leben? Bestens. Schade ich damit dem Fußball oder den Spielern? Ich denke und hoffe, dass ich es nicht tue. Sollten die Verantwortlichen anderer Meinung sein, überlasse ich die Aufgabe gerne jemand Anderem und ziehe mich zurück.


    Gruß Alex