Beiträge von tobn

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    Nachdem die Threaderöffnung ja schon eine Weile her ist, möchte ich mal den Stand der Dinge mitteilen. Also, mein Sohn spielt und trainiert in der Kreisauswahl, zusätzlich zum Vereinstraining. Der Stützpunkt hat sich nicht gemeldet, ich gehe davon aus, dass da auch nichts mehr kommen wird. Bisher hat mein Sohn in einem Spiel der Auswahl mitgewirkt, die Qualität der Spieler ist schon nicht schlecht. Ich kenne nur zwei Spieler, bei denen ich mir sicher bin, dass sie noch auf dem Stützpunkt sind, ich sehe da, soweit ich es beurteilen kann, keinen wirklichen Unterschied zu den Auswahlspielern. Ich denke, es gibt auch bei uns im Kreis bestimmt auch noch einige Spieler, die für beides gut genug wären und 'nur' im Verein trainieren.


    Wie dem auch immer sei, die Auswahl scheint eine recht nette Truppe zu sein, der Trainer ist auf jeden Fall sehr freundlich und die Eltern der anderen Spieler sind es auch. Insofern gehe ich davon aus, dass unser Sohn sich dort wohl fühlen und seinen Spaß haben wird. Und solange das der Fall ist, soll er es mitnehmen, und wenn das mal aufhören sollte, dann kann man es ja auch wieder sein lassen.

    ich weiß nicht, ob diese Anweisungen wirklich immer die richtigen sind, sagen wir es mal so, sie sagt den anderen, dass sie nach hinten gehen sollen, geht sie nach vorne, damit hinten wer ist. Sie erklärt den anderen, wer jetzt Einwurf hat und warum (der Ton !) und sie meckert auch mal, wenn ein Fehler passiert (bei sich selbst aber auch).


    Die Beurteilung würde ich dem Trainer überlassen. Grundsätzlich hat man es als Trainer ja gerne, wenn die Spieler kommunizieren, aber wenn das zu einseitig stattfindet und einige Äußerungen fachlich falsch oder sozial daneben sind, dann ist es mir lieber, dass die Labertasche mal den Mund hält. Ich bin ja im Fußball so ein Gerechtigkeitsfanatiker und permanenter Gleichmacher. Wenn da die Stars im Team dann meinen, sie könnten permanent den anderen Spielern Anweisungen geben und sie praktisch die ganze Zeit herumkommandieren, so schreite ich ein und verbitte mir das. Um bei deinen Beispielen zu bleiben:


    "sie sagt den anderen, dass sie nach hinten gehen sollen, geht sie nach vorne, damit hinten wer ist" -- Das ist so in Ordnung, solange sie auch dazu bereit ist, hinten zu bleiben oder nach hinten zu gehen, wenn andere Spieler nach vorne gehen. Beansprucht sie hingegen für sich das Recht, jederzeit nach vorne zu gehen und dann andere nach hinten zu schicken, so ist das nicht in Ordnung.


    "Sie erklärt den anderen, wer jetzt Einwurf hat und warum (der Ton !)" -- Wie ist denn der Ton? Die Frage, wer Einwurf hat, überfordert nur die wenigsten Kinder, die Regel dazu ist sehr, sehr einfach. Insofern brauchen die anderen Spieler sie vermutlich nicht, um feststellen zu können, wer Einwurf hat, es sei denn, sie war eine der unmittelbar beteligten. Als Trainer würde ich sie in so einem Moment dann einfach fragen, ob sie denn meint, dass die anderen das nicht alleine hin bekommen. Vielleicht hätte ich das Geschehen kurz unterbrochen, dann die Spieler, die unmittelbar beteiligt waren, zu der Situation befragt, und anschließend sie danach, warum sie sich in eine Sache eingemischt hat, die ihrer Hilfe nicht bedurfte. Ich hätte dazu gesagt, dass ich es toll finde, dass sie offenbar dem Geschehen aufmerkam folgt und die Situation auch richtig erkannt hat. Und dass sie sich durchaus hätte melden dürfen, wenn die Entscheidung der anderen falsch gewesen wäre. Dass sie aber nicht dafür verantwortlich ist, was die anderen machen. Dass sie ihnen gerne helfen darf, ja, aber ihnen auch die Möglichkeit, eigene Erfahrungen zu machen und Entscheidungen zu treffen.


    Tatsächlich bin ich ja auch ein Besserwisser. Insofern würde ich es vielleicht sogar mal auf ein Duell mit ihr ankommen lassen, um ihr dann zu zeigen, wie blöd das ist, wenn man ständig verbessert wird. Das muss man natürlich mit Augenzwinkern und ausgesprochen freundlich machen, damit es nicht falsch rüber kommt.


    "sie meckert auch mal, wenn ein Fehler passiert (bei sich selbst aber auch)" -- Da kommt es auf die Häufigkeit an. Wobei ich das Anmeckern anderer Spieler stets recht schnell unterbinde. Ich habe da meine Kids immer mal wieder gefragt, wie sie es denn empfinden, wenn sie angemault werden. Es gibt ja keinen, der das gerne hat. Und dann gebe ich zu bedenken, dass keiner im Team absichtlich schlecht spielt oder bewusst einen Fehler macht, insofern ist Meckerei erstens nicht angebracht. Und zweitens führt sie ja eigentlich immer nur dazu, dass der angemeckerte Spieler anschließend noch unsicherer spielt und daher eher mehr als weniger Fehler macht. Ich habe dann immer an den Team-Geist apelliert und dass ich möchte, dass sie sich gegenseitig unterstützen. Und zwar mit Taten und Worten.


    Ich habe auch stets Wert darauf gelegt, dass sie sich gegenseitig nicht zu beurteilen haben, dass das eben mein Privileg ist.


    Mein Mann meinte gestern, es wäre ein riesiger Fehler gewesen, sie zum Fußball gehen zu lassen, da sie (wegen dieser Rechthaberei und Rumkommandiererei) für Mannschaftssportarten nicht geeignet sei und die anderen sie alle nicht leiden können.


    Nun ja, es ist aber halt auch Aufgabe des Trainers, sie diesbezüglich einzufangen. Er soll nicht versuchen, ihr diese Eigenschaft vollständig auszutreiben, das wird er auch nicht schaffen. Aber er kann sie in für alle Beteiligten erträgliche Bahnen lenken und ihr Mitdenken von einem Ärgernis zu einem positiven Beitrag für die Mannschaft machen.

    [...] da ich [...] mein eigentlich verfolgtes Ziel beschrieben habe:


    "ich möchte aber klarstellen das es mir bei der von mir geschilderten Hilfesuche nicht darauf ankommt Europameister mit diesem Team zu werden. Vielmehr denke ich das wenn die Jungs diese negativen Eigenschaften
    ablegen, sie viel mehr Spass und Lust für diesen Sport entwickeln werden. Das ist es doch was wir in diesen Altersklassen als Ziel verfolgen sollten."


    Dabei sind die "negativen Eigenschaften" Träumereien sowie Angst vor dem Ball. Was die Träumerei anbelangt, so haben ja schon eine Reihe von Protagonisten dargestellt, dass das in diesem Alter ganz normal ist. Man kann es im Training auf das Mindestmaß reduzieren, wenn man Übungen und Spielformen wählt, in denen die Kinder wenig Leerlauf haben, also indem man kleine Gruppen bildet und dafür sorgt, dass die Kids, außer in den Trinkpausen, permanent mit für die interessanten Inhalten beschäftigt sind. Dabei ist es sicher hilfreich, wenn man, wie Andre es beschrieb, sich ihre Phantasie zu Nutze macht und die Übungen in Geschichten verpackt. Und am Spieltag könnte man mal versuchen, recht häufig zu wechseln, so nach Eishockey-Manier. Die Möchtegern-Mourinhos werden dann zwar vielleicht einwenden, man habe die Kinder ja nie ins Spiel und zusammen finden lassen, aber so haben die Kids vielleicht eher die Chance, ihre doch begrenzte Konzentrationsspanne in Gänze auf dem Feld zu erleben.


    Die Angst vor dem Ball nimmt man Kindern am besten, indem man ihnen viele Ballkontakte gibt. Führe Spiele in kleinen Gruppen durch, vom 2:2 bis maximal 4:4. Stelle dabei die Mannschaften so zusammen, dass kein Spieler seine Mannschaftskameraden dominiert, und lasse ungefähr gleich starke Teams gegeneinander spielen. Verwende in der Halle den (leichten) Futsalball, der dotzt nicht so herum, um dann, wie die gelben Filzkzugeln, recht schnell oberhalb Hüfthöhe durch die Gegend zu sausen. Verwende auch mal andere Bälle, z.B. Fußballkissen, wie es sie bei IKEA gibt, und lasse dabei barfuß spielen. Es gibt viele Möglichkeiten...

    Das Problem ist, dass die Kritik von Elternseite kommt (nicht von allen), der Trainer kritisiert auch, aber halt nicht so direkt.


    Siehst du, und genau das ist vollkommen verkehrt, und der Grund, warum wir uns hier immer mal wieder über Eltern echauffieren. Das ist einer der Gründe für die Entstehung der Fair-Play-Liga, nämlich das Bestreben, den Kindern ihr Fußballspiel zurück zu geben. Leider gibt es genügend Eltern, von denen man meinen könnte, sie schauten gerade Bayern gegen Barca an, wenn ihre Lütten spielen, nur, dass sie mit noch viel mehr Emotionen und Ansprüchen dabei sind. Oft genug hat man dabei das Gefühl, sie würden sich über ihre Kinder identifizieren, als müssten ihre Kinder da alles besonders toll machen, damit sie dann darauf stolz sein können. So ein Sch**ß!


    Vielleicht möchtest du ja mal das Gespräch mit dem Trainer suchen, in einer entspannten Atmosphäre bei einem kühlen getränk oder so, und dich einfach mal mit ihm austauschen. Ein paar von uns Eltern gehen z.B. immer nach den Elternabenden noch mit den Trainern unserer Handball spielenden Kinder in die Vereinswirtschaft. Da ist es dann unverkrampfter, der Trainer ist nur noch halber Amtsträger, man kann ihn auch mal erzählen lassen, ohne dass viele andere Eltern zuhören. Da kriegst du dann vielleicht heraus, wie er tickt, was er von den Kindern erwartet, wie er die ganze Sache sieht, wie er zu den Eltern und zum Spielbetrieb steht, was er den Kindern vermitteln möchte, usw. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es nicht bei ihm gut ankommt, wenn du ihm versicherst, dass zumindest Ihr keine ergebnistechnischen Erwartungen an ihn habt. Schließlich sieht sich ja doch jeder Trainer einem gewissen Erfolgsdruck ausgesetzt, es bedarf schon eines guten Selbstbewusstseins, Persönlichkeit, einiger Erfahrung und guten kommunikativen Fähigkeiten, um Eltern vermitteln zu können, dass Niederlagen kein Problem sind. Wichtig ist, dass das Gesamtgebilde aus Trainer, Spielern und Eltern sich als Team begreift, in dem sich alle gegenseitig helfen, um das Bestmögliche zu erreichen. Und das ist vor allem auch, ein harmonisches und gut funktionierendes soziales Gebilde zu sein, das zusammen hält, auch wenn es mal schwieriger wird. Dieses Zusammengehörigkeitsgefühl fehlt vielen der leistungsorientierten Mannschaften, eben weil da häufig ein großer Schnitt zwischen den starken und den schwächeren Spielern sowie ihren jeweiligen Eltern durch das Team geht. Aber es ist langfrsitig viel befriedigender als es der achte Sieg in Folge jemals sein kann, zumal man sich dann ja auch gleich wieder unter Druck setzt, auch ja das neunte Spiel gewinnen zu müssen. Nee, nee, sowas macht auf Dauer unglücklich und krank.

    Ich habe mich ja auch schon mal mit den Vorgaben des DfB beschäftigt, was die Bambini betrifft - seltsamerweise macht es keiner in unserem Umfeld so.


    Das verwundert hier niemanden. Trotzdem ist es so, dass die große Masse, die nicht den Empfehlungen des DFB folgt, es falsch macht. Und seien sie noch so viele.


    Oder es liegt wirklcih an der Disziplin und dem Training, dass es bei den anderen läuft und bei uns so gar nicht.


    Nun, das kann ich aus der Ferne natürlich in keiner Weise beurteilen. Allerdings würde ich bei einer G-Jugend, um die es hier, wenn ich mich nicht täusche, ja geht, das Wort "Disziplin" noch nicht verwenden. Da sollte ja alles noch sehr spielerisch und spaßig ablaufen, mit viel Phantasie und viel Bewegung.


    Nicht, dass mich jemand falsch versteht, mir geht es nicht um Ergebnisse oder darum, hoch zu gewinnen. Ich hätte nur gerne mal ein Erfolgserlebnis für die Kleinen (wenn ich immer sehe, wie meine beiden vom Platz schleichen, wenn sie wieder verloren haben und wie die danach drauf sind).


    Aber das liegt doch daran, dass sie wegen der Niederlage meinen, versagt zu haben. Und das ist doch Quatsch. Du und die anderen Erwachsenen könnt und müsst ihnen dabei helfen, das richtig zu sehen. Natürlich möchte man das Fußballspiel gewinnen, klar. Aber bloß weil man das nicht geschafft hat, hat das Spiel doch hoffentlich trotzdem Spaß gemacht. Da gab es doch bestimmt Situationen, die gut waren, die gut geklappt haben. Auf diese sollte man sich besinnen. Mal abgesehen von dem Sonderfall Unentschieden muss ja auch immer eine Mannschaft verlieren. Ich habe noch nie verstanden, warum einige Eltern es als Katastrophe empfanden, wenn dieses Los ihren Kindern beschieden war, während es sie überhaupt nicht gejuckt hat, wenn die andere Mannschaft verlor.


    Baut sie nach einer Niederlage auf, das ist Eure originäre Aufgabe als Eltern. Sagt ihnen, was sie toll gemacht haben, und ruhig auch, was die anderen gut gemacht haben. Unterlasst aber Äußerungen wie "hättet Ihr mehr aufgepasst, dann wären drei Tore nicht gefallen" oder "da darfst du halt nicht träumen" oder ähnliches. Macht ihnen auch keine Versprechungen, die ihr nicht halten könnt, also bspw. dass das nächste Spiel bestimmt gewonnen wird. Das ist auch Unsinn, darum geht es nicht, diese bescheuerte Fixierung darauf, dass nur gewonnene Spiele gute Spiele waren, müsst Ihr aktiv bekämpfen.


    Im letzten Spiel haben sie verloren, aber die Kleine hat ein Tor geschossen - da war sie trotz der Niederlage besser drauf, weil sie ihr Erfolgserlebnis hatte.


    Genau. Und ein anderer hat vielleicht ein Tor verhindert, oder hat den Ball noch erreicht, bevor er ins Aus gerollt ist. Oder, oder, oder. Achtet auch auf die kleinen Dinge, die Einzelaktionen. Die Kinder erleben sie, an sie können sie sich erinnern. Und wenn Ihr sie darauf ansprecht und sie lobt, da solltet Ihr mal sehen, wie plötzlich ein Lächeln über das Gesicht huscht, vielleicht sogar ein Strahlen.


    Gestern hat es leider nur für einen Lattentreffer gereicht - und danach kam die Kritik...


    Von wem kam welche Kritik?

    Gerade gestern hat man wieder gesehen, dass unsere noch lange nicht soweit sind.


    Moment, erlaube die Frage: wie weit? Die ganze Jugend ist ein einziger Lernprozess, da gibt es noch lange keinen Abschluss, bei dem man sagen könnte, nun seien die Spieler soweit, im Sinne von fertig. Wichtig ist, dass die Kinder sich entwickeln und dass ihr Trainer ihre Entwicklung fördert. Ich rate dringend davon ab, die eigenen Spieler mit anderen, scheinbar besseren teams zu vergleichen, das führt nur in die Depression. Erstens weiß man nicht, welche Voraussetzungen sie haben. So gibt es einfach talentiertere, ehrgeizigere und früher entwicketle Kinder und solche, die das halt nicht sind. Natürlich ist dann ein Team, das mit vier Spielern der ersten Art gesegnet ist, stärker als ein Team, das nur aus durchschnittlichen Spielern besteht. Zweitens erreichen einige Trainer in G- und F-Jugend Erfolge, indem sie bereits das Passspiel fordern, einen festen Stamm spielen lassen und diesen dann auch auf festen Positionen einsetzen. Dann wird eine normale Truppe tatsächlich auch von den zwei starken Stürmern zerlegt und sieht gegen die resoluten Abwehrspieler, die unerschrocken jeden Ball wegbolzen kein Land. Es dürfte sogar möglich sein, den Abwehrspielern einzutrichtern, dass sie den Ball nach Möglichkeit nicht ins Aus pölen sollen, sondern flach in die Spitze donnern. Da die Stürmer ja schön schnell sind, kriegen sie da dann auch einige dieser Bälle, was dann unbedarfte Zuschauer bereits für planvolles Zusammenspiel, guten Spielaufbau oder gar Spielkultur halten mögen.


    Aber solches Verhalten kann sich später leicht rächen. So tut man gerade den Spielern keinen Gefallen, die nur in der Defensive eingesetzt werden. Ihre technischen Fähigkeiten werden nur unzureichend gefördert, so dass sie es später, wenn ihre Gegenspieler eben technisch zugelegt haben, es unheimlich schwer haben, sie vom Ball zu trennen. Und gegen einen Gegner, der den eigenen Spielaufbau offensiv bekämpft, haben sie es auch unheimlich schwer, da ist dann nämlich eine gute und schnelle Ballan- und -mitnahme elementar wichtig. Und auch die Stürmer leiden, sie lernen es nie, richtig mit in die Defensive zu gehen. Das ist aber spätestens ab der D-Jugend wichtig, da sind viele Mannschaften schon in der Lage, so gut zusammen zu spielen, dass man in Unterzahl nur noch schwerlich verteidigen kann. Und schließlich vernachlässigen diese Mannschaften die Breite ihres Kaders, da ja immer nur die selben Spieler zum Einsatz kommen. Die anderen werden dadurch weniger gefördert und verlieren den Anschluss, außerdem werden sie demotiviert und verlassen sicherlich zum Teil auch den Verein oder kehren gar dem Fußball ganz den Rücken.


    Daher: Turniersiege sind in G, F und E nicht wichtig. Sicher kann man sowas auch mal mitnehmen, wenn man dabei die Grundsätze des Kinderfußballs nicht verletzt. Und sicher sollte ein Trainer auch versuchen, seinen Spielern auch Siege zu ermöglichen. Allerdings sollten ihm selbst, wie ich finde, die Resultate völlig schnurz sein, die Spiele dienen vielmehr für die Kinder dazu, das, was sie trainiert haben, zu zeigen, und sich gegen fremde Kinder auszuprobieren. Für das Mannschaftsgefühl sind sie auch wichtig. Und der Trainer kann seine Schützlinge beobachten und sie besser kennen lernen. Dadurch, dass er ihnen Siege ermöglicht, hält er ihre Motivation hoch und stärkt ihr Selbstvertrauen. Er lässt sie aber auch verlieren, damit sie daraus lernen, dass:

    • sich die Erde auch nach einer Niederlage weiter dreht,
    • es andere Mannschaften gibt, die besser sind (was aber nicht dazu führen darf, dass man keinen Spaß mehr hat),
    • auch mal die eigentlich schlechtere Mannschaft gewinnt,
    • es trotz der Niederlage gute Aktionen im Spiel gab,
    • etc.


    Sie waren nicht wirklich schlechter als die andere Mannschaft, haben aber wieder verloren.


    Wenn sie nicht schlechter waren, dann ist doch alles in Ordnung. Was ist denn das Problem daran, ein Fußballspiel zu verlieren?


    Irgendwie steige ich nicht so ganz durch. Einerseits soll der Leistungsgedanke in der Altersklasse völlig außen vor bleiben, andererseits sollen die Kinder etwas leisten.


    Nun, in der G müssen die Kinder gar nichts leisten, sie sollen einfach drauf los spielen und ihren Spaß haben. Wenn die Erwachsenen sie in Ruhe lassen, machen sie auch genau das. In der F fängt es dann an, dass von ihnen erwartet wird, sich anzustrengen, ähnlich wie das auch in der Schule der Fall ist. Aber dabei ist es wichtig, dass man ihnen vermittelt, dass sich die Anstrengung lohnt, dass es Spaß macht, sich anzustrengen und dann auch viel mehr zu erreichen, als wenn man nur den anderen zuschaut. Man fördert die Aktivität und 'bekämpft' die Passivität. Man verlangt dabei nichts von den Kindern, sondern feuert sie an und lobt sie, wenn sie Einsatz zeigen.


    Gestern sind sie eher rumgelaufen wie Falschgeld.


    Das musst du mir erklären.


    Der Trainer des Gegners hat die Kleinen richtig angepfiffen, unser zwar nicht, er hat nur Anweisungen gegeben.


    Tja, und trotz der Tatsache, dass Euer Team verloren und das Team des Anpfeiftrainers gewonnen hat, macht er es falsch und Eurer es richtig -- wobei das auch noch auf die Anweisungen ankommt. Richtig zumindest, was diesen Punkt anbelangt. Anpfiffe an G- und F-Junioren, das ist der ganz falsche Weg.

    Ich habe auch mit meinem Sohn im "Party"-Keller, bei uns heißt er Hobby-Raum, mit verschiedenen Bällen gekickt, auf geschätzten 4 x 6 Metern und diversen Hindernissen in Form von Tisch, Taschen, Rasenmäher, Wäscheständer, etc. Als er sechs oder sieben Jahre alt war, hat er sich auch immer wieder mal alleine nach unten verzogen und dann einen Kissen- oder Softball gegen die Wand gedroschen. Als wir bei der nächsten Weihnachtsfeier seiner Mannschaft im Soccer Park waren und die Animateure ein Ballradar ausgepackt haben, hatte er dann auch prompt den härtesten Schuss. :D

    Genau, Zodiak, so sehe ich das auch. Bei uns ist es leider, wie mir scheint, der Fall, dass die meisten Trainer mit C-Leistungslizenz vorher nicht den C-Breitenschein gemacht haben, der wird offenbar als minderwertig angesehen. Dabei bildet er, wie ich finde, ür den C-Leistung eine überaus sinnvolle Grundlage. Und wenn ich mich für den Kinderbereich qualifizieren möchte, ist es sogar so, dass mir der C-Leistung so gut wie nichts bringt, der C-Breiten hingegen sehr hilfreich ist.


    Eine Umbenennung fände ich auch nicht schlecht. Bei uns ist es halt auch so, dass einige sich zu Höherem berufen fühlen, seit die ersten Mannschaften der jeweiligen Altersklassen in höheren Ligen spielen. Da passt dann ein Schein mit der Bezeichnung "Breitensport" natürlich nicht, da muss es schon "Leistung" sein, die bringt man ja selbst (das ist übrigens die Phrase, die ich mittlerweile am wenigsten gerne hören mag) und von den Spielern verlangt man das auch... Dagegen, dass man sich dann qualifiziert, ist ja auch überhaupt nichts zu sagen, im Gegenteil, aber meiner Meinung nach sollte man dazu noch darauf achten, im Kinderbereich durch ebenfalls und zwar geeignet qualifizierte Kräfte dafür sorgen, dass eine Nachhaltigkeit gegeben ist.


    Ich würde den C-Breiten, egal, wie er dann heißt, zur notwendigen Voraussetzung für den C-Leistung machen.

    Der C-Breitensport ist nicht schlecht. Ja, er dürfte gerne aktualisiert werden, überhaupt finde ich die Vorschläge von TW-Trainer sehr nützlich. Im reinen E-Learning würde ich ihn aber nicht anbieten, den Austausch mit anderen Trainern und auch die praktische Arbeit auf dem Sportplatz empfand ich doch als sehr bereichernd. Die Einbeziehung der Wettspiele halte ich für sehr sinnvoll, auch wenn das tatsächlich etwas schwierig sein könnte, betreute doch jeder Teilnehmer des Kurses, den ich besuchte, eine Mannschaft, so dass wir alle am Spieltag gefordert waren. Eigentlich fände ich es optimal, wenn jeder Teilnehmer mal von seinen ganzen Kollegen besucht würde und diese ihm und seiner Truppe beim Spiel zugucken.


    Ansonsten war mir bei uns die Fixierung auf die Lehrprobe zu stark, letztlich ging es schon recht bald darum, eine Lehrprobe hin zu bekommen, die abnahmebereit ist. Dabei geht es dann ja vor allem darum, das Thema gut zu treffen, die methodische Reihe einzuhalten und gut zu korrigieren sowie zu coachen. Zielaltersstufe ist wohl typischerweise auch eine C-Jugend, jünger als D wird es, soweit meine Erfahrung, eher nicht. Ich würde mir aber wünschen, dass der Kinderbereich auch von der praktischen Prüfung abgedeckt wird, ich halte ihn für diese Trainerzielgruppe sogar wichtiger als die älteren Jugenden.


    Was den C-Leistung anbelangt: da ich ihn nicht besitze, kann ich es nicht mit Bestimmtheit sagen, aber meinem Eindruck nach ist er tatsächlich eher für die Altersstufen ab der D-Jugend gedacht und vertieft deutlich stärker den mannschaftstaktischen Bereich. Dieser ist im C-Breiten kaum vorhanden. Damit ist aber der C-Leistung meiner Meinung nach für KiFu-Trainer kein Ersatz für den C-Breiten, schon gar nicht ist es in diesem Bereich der 'bessere' Schein. Vielleicht kann dazu aber auch ein Teilnehmer etwas sagen, der sowohl den C-Breiten wie den C-Leistung absolviert hat.

    Ich bleibe mal bei der Abkürzung SI, denn die passt ja praktischerweise sowohl auf Spielintelligenz als auch auf Schwarmintelligenz.


    Ja, ich denke auch, dass man sich von dem Begriff als solchen lösen sollte, um stattdessen über das durchaus interessante Ideal einer Mannschaft zu sprechen, die tatsächlich dadurch aus mehr als den Summen ihrer Teile besteht, indem diese Teile harmonisch und stimmig gemeinsam agieren.


    Am spannendsten ist dabei für mich, WIE man die SI seinen Spielern beibringt, bzw. wie man die optimalen Rahmenbedingungen schafft, dass die Spieler sich diese Fähigkeiten selbst aneignen.
    [...]
    Aber wie trainiere ich so etwas? Aktuell würde ich versuchen, den Kindern permanent wechselnde Spielsituationen zu bieten. Also viele Spielformen, permanent wechselnde Provokationsregeln, viel Rotation.


    Als nicht ernst gemeinter Einwurf zur Auflockerung: Dabei muss man aber aufpassen, dass man nicht mit einem mal Calvinball spielt: http://www.calvin-und-hobbes.com/calvinball.html


    Ich stelle mir vor, dass die Kinder so einerseits daran gewöhnt werden, ständig wechselnden Herausforderungen gegenüber zu stehen. Außerdem bauen sie so einen Fundus von "Erfahrungen" auf, so dass auch neue Situationen jeweils nur ein klein wenig von etwas abweichen, was sie schon mal ausprobiert haben.


    Ja, man muss dabei aber auch darauf achten, die Kinder nicht zu überfordern. Sie müssen schon noch in der Lage bleiben, ihre Erfahrungen sinnvoll einzusetzen, d.h. man sollte z.B. nicht mit einem mal komplett neue Provokationsregeln einsetzen, die den bisher bekannten vollkommen zuwider laufen. Auch mit der Menge an Unbekanntem in den neuen Situationen muss man haushalten, um die Kinder nicht zu überfordern. Und dann gilt es auch zu beachten, dass gerade in diesem Bereich man doch Unterschiede in der Intelligenz der Spieler deutlich werden. Das kann so weit führen, dass es Spieler gibt, die mit dieser Methode nur schlecht zurecht kommen, die klare Anweisungen fast schon brauchen..


    @FB's Idee scheint mir zu sein, dass noch mehr zu kanalisiereren, d.h. das Lernen noch effektiver zu machen. Wer hat eine Idee, wie?


    Ich bin, wie du, der Meinung, dass Horst Wein schon die Richtung aufzeigt. Aufgrund der großen Verschiedenheit der Spieler, die man in einer Trainingsgruppe hat, ist es, glaube ich, aber nicht leicht, den optimalen Weg zu finden. Einen reichhaltigen Fundus an Spielformen und Provokationsregeln sowie die Pflege der Kommunikation und die Anregung der Spieler dazu, sich über ihr Spiel Gedanken zu machen und diese sowohl untereinander als auch mit dem Trainer auszutauschen, halte ich auch in diesem Zusammenhang für sinnvoll. Gleichezeitig muss aber der Trainer eine Vorstellung davon haben, wo die Reise hin gehen soll und welches die sinnvollen Etappen auf dem Weg dorthin sind.

    Nur als Ergänzung, und vermutlich hast du das sowieso vor, aber ich finde es nach wie vor schwierig, anhand von typischerweise vier Einzelbildern den genauen Ablauf einer Finte zu begreifen. Eine Demonstration oder bewegte Bilder würde ich also auf jeden Fall hinzu ziehen, wenn es geht.

    Passe aber auf, dass du die Bildrechte nicht verletzt. Auf der sicheren Seite wärst du auf jeden Fall, wenn du selbst die Bilder machen würdest. Das würde ich in Erwägung ziehen, du brauchst dazu ja eigentlich nur eine geeignete Kamera, ggf. eine HD-Filmkamera, ein Stativ und einen Spieler, der die Finte(n) gut vormachen kann.

    Ja, da bin ich echt froh, wie vernünftig unser Sohn ist. Allerdings ist er auch ein Stück weit gebranntes Kind, weil er ein halbes Jahr lang nach Fußballspiel und -training Fersenschmerzen hatte, die sich dann beim Arzt als auf einen beginnenden Fersensporn zurückzuführen heraus stellten. Seitdem trägt er Einlagen und ist glücklicherweise wieder beschwerdefrei. Und seine Nike Free darf er auch nicht mehr tragen, was ihm aber scheinbar gar nicht mal so viel Kummer bereitet.

    Ja, Stefan70, so haben wir das auch schon gehandhabt. Meiner Meinung nach ist die Marke weniger wichtig, wichtig ist, dass man den Schuh findet, der gut passt. Wenn man das geschafft hat, so liegt man typischerweise mit diesem oder einem ähnlichen Schuh beim nächsten mal wieder richtig. Zu beachten ist aber, dass sich die Passform der Schuhe zwischen den Marken und auch zwischen den verschiedenen Schuhreihen einer Marke durchaus eklatant unterscheiden können. Und auch bei den Größen gibt es erhebliche Unterschiede.

    finde es ein interessantes Thema. Würde hier gerne noch mal exakter nachfragen, da mein Sohn auch "undrund" läuft und eventuell die Schuhe einfach nicht richtig passsen. Wodran erkenne ich gute Fußballschuhe? Worauf muss ich achten?


    Wenn dein Sohn sichtbar 'unrund' läuft, dann würde ich mal erwägen, mit ihm zum Arzt zu gehen, so bekommt Ihr entweder Gewissheit, dass alles in Ordnung ist, oder aber er erhält eine geeignete Therapie.


    Nun aber zu den Schuhen. Meiner Meinung nach ist das allerwichtigste Kriterium die richtige Passform. Der Schuh muss einfach gut sitzen, sollte also die richtige Länge und Breite haben, die Ferse muss richtig fixiert sein und der Fuß darf nur minimal nach vorne rutschen. Außerdem darf der Knöchel nicht an den Schaft stoßen, auch, wenn der Fuß seitlich angewinkelt wird. Was das Material anbelangt, so bevorzuge ich eindeutig weichere Oberschichten gegenüber den gar nicht bis kaum nachgebenden glatten Kunststoffoberflächen. Bei kleineren Kindern und dementsprechend geringerem Gewicht spielen, so denke ich, Unterschiede in der Beschaffenheit der Sohle zwischen verschiedenen Herstellern noch keine so große Rolle. Wichtig ist aber, dass die richtige Sohle für den überwiegend bespielten Untergrund gewählt wird. Für Kinder gibt es praktisch keine Metallstollensohlen (Soft Ground), das wäre auch Unsinn. Wenn auf Kunstrasen mit langen 'Halmen' (also einem eher weichen Kunstrasen) oder Rasen gespielt wird, sind Nocken (FG oder AG) geeignet, für gelegentliche Einsätze auf einem Hartplatz oder einem älteren Kunstrasen sind sie auch noch OK. Dort sind aber Multinocken, auch bekannt als Hundert- oder Tausendfüßler (Herstellerbezeichnung Turf: TF) besser. Die Multinocken sind auch weicher als Nocken und bieten auf diesen eher harten Plätzen eine bessere Dämpfung, Nockenschuhe sind da schon ganz schön hart. Für die Halle ist die Wahl ja einfach: Schuhe mit Hallensohle.


    Ein weiterer Punkt ist die Frage der Schnürung. Für kleine Kinder mögen Klettverschlüsse noch praktischer sein, aber ich bevorzuge eindeutig Schnürschuhe, da man meiner Meinung nach nur damit den richtigen Druck und eine gute Gesamtdruckverteilung hin bekommt. Wichtig ist, dass die Schuhe nicht zu locker geschnürt sind. Man darf keinen Fuß abschnüren, aber meiner Erfahrung nach schnüren viele Eltern ihren Kindern die Schuhe nicht fest genug, so dass sie nicht richtig sitzen und sich die Schnürung wieder löst. Zur Abhilfe kommt fann oft ein Doppelknoten zum Einsatz. Das hat mich immer gestört. Wenn man einen Schuh richtig schnürt, so geht er kaum von selbst auf. Andererseits lässt sich die Schnürung schnell nachjustieren. Wenn man aber auf einen zu locker geschnürter Doppelknoten trifft, so kann es passieren, dass der Schuh mitten im Spiel vom Fuß fliegt und man dann erst ein paar Minuten braucht, um den Doppelknoten zu lösen, bevor der Schuh wieder angezogen werden kann.


    Es gibt übrigens auch Schnürsenkel, die eher zum Aufgehen neigen als andere.. Diese könnte man dann auch für wenig Geld durch andere, weniger rutschige Exemplare ersetzen.

    Nur, dass wir uns nicht falsch verstehen, siebener, ich bin auch keiner anderen Meinung als du. Ich bin auch eher der Typ, der versucht, stets Überzeugungsarbeit zu leisten, bisher ist mir das auch noch ganz gut gelungen. Aber für hartnäckige und uneinsichtige Fälle braucht man vielleicht auch mal dann doch eine härtere Gangart bzw. feste Regeln, auf deren Einhaltung man im Extremfall bestehen kann.