Ich habe die Fairplay-Liga durchaus verstanden...es geht darum die Spieler spielen zu lassen...
Aber nicht nur das. Es besteht durchaus das Ziel, dass sie eigenverantwortlich, einvernehmlich und fair eine Partie Fußball bestreiten können. Es geht dabei nicht darum, sehenden Auges dem Einzug des Darwinismus im KiFu beizuwohnen.
bei jeder einzelnen Anmerkung hast du geschrieben, dass die Trainer eingreifen sollen...aber genau das ist ja der Punkt. Sie sollen NICHT eingereifen...also wo ist dann der Punkt an dem es okay ist einzugreifen.
Sie sollen eingreifen, wenn die Kinder es nicht mehr alleine regeln können, wenn es zwischen ihnen zu Schwierigkeiten kommt. Oder, wie gesagt, wenn sich abzeichnet, dass da ein Gewitter aufzieht, da sollten die Trainer einschreiten, solange es noch nicht blitzt.
Meine Erfahrungen decken sich mit denen von soccerbook. Wenn man den Kindern sagt, worum es geht, wenn man ihnen z.B. auch per Ansprache die Verantwortung überträgt, dann klappt das, so meine Erfahrung, allergrößtenteils sehr gut. Es gibt immer mal wieder einzelne Kinder, die man als Trainer einfangen muss, damit die anderen, die sich eben gut verhalten, nicht unter ihnen leiden, aber auch damit habe ich bisher keine Schwierigkeiten gehabt.
Wenn ich alles so reglementiere, wie von dir geschrieben, dann bin ich ja wieder bei der vollen Spielkontrolle...wenn sich Spieler erst bei jeder Szene eine Minute unterhalten müssen (im Streitton), bevor es weitergeht, muss ich in Zukunft 40 Minuten spielen, um noch etwas Spielzeit zu haben.
Nein, denn wenn ich das Spiel einmal unterbrochen habe, und den Spielern erklärt habe, wie es geht und wie nicht, am besten unter ihrer Kooperation, dann klappt das danach viel besser. Bei dem FPL-Turnier, das ich ansprach, spielten fünf Teams, von denen kein einziges zuvor ohne Schiri gespielt hatte, im Modus Jeder gegen Jeden, es gab also insgesamt zehn Spiele (à 12 oder 15 Minuten). Dabei gab es nur eine einzige Situation, in der die Stimmung etwas eskalierte, was wir aber schnell wieder eindämmen und in den Griff bekommen konnten. Ansonsten lief das gesamte Turnier wunderbar.
Es ist sogar, meiner Erfahrung nach, eher das Gegenteil der Fall, von dem was du erlebt hast, was die Spielzeit betrifft: sie steigt nämlich, weil die Kinder das Spiel seltener unterbrechen.
Den Trainern ist das Spiel nicht entglitten, sie haben sich einfach voll rausgehalten (wie gefordert).
Wer sagt denn, dass sie sich immer raus halten sollen?! Du sagst es doch selbst:
Da wird vorgeschrieben bei Unstimmigkeiten regeln die Traienr...
Genau.
es gab aber ständig Unstimmigkeiten. Wann regeln es die Trainer?
Bei den Unstimmigkeiten. Wenn sie das zu Beginn des Spiels machen, wenn sie erstmals auftreten, dann sinkt deren Häufigkeit im weiteren Verlauf. Ich finde auch soccerbooks Vorschlag mit der Ansage vor dem Spiel gut, ich habe das auch schon öfters so gehandhabt, und nur positive Erfahrung damit gemacht.
Wenn die Spieler über nen Einwurf diskutieren, über ein Foul, über ein Handspiel.
Wenn die Diskussion länger als eine gewisse Zeit dauert, dann sollten die Trainer einschreiten. Wie lange das ist, hängt auch vom Einzelfall ab, wenn eine Situation unangenehm zu eskalieren droht, weil ein jähzorniger Spieler beteiligt ist, würde ich notfalls auch direkt rein rufen und aufs Spielfeld sprinten. Da sollte jeder Trainer für seine Spieler verantwortlich handeln, finde ich. Hat man dann das Spiel unterbrochen, so kann man dann ja in Ruhe die Situation klären. Und wenn es fünf Minuten dauert, weil die Gemüter erhitzt sein mögen, dann ist das halt so. Es ist stets mein Ziel, in einer freundschaftlichen, kameradschaftlichen und fairen Atmosphäre zu spielen, auf Spielzeit, in der das nicht gegeben ist, verzichte ich gerne.
Die Spieler haben sich nicht fair miteinander geeinigt, sondern die Cleveren, die den Mund aufgebracht habe, hatten einfach immer Recht, auch wenn sie an sich gefoult haben. Die Schüchteren waren dann der Meinung das sie im Unrecht waren, auch wenn sie recht hatten.
Es ist aber auch hier Aufgabe der Trainer, die Schüchternen dazu zu bringen, sich zu wehren, d.h. zumindest ihren Mund aufzumachen. Ihre selbstbewussteren Mannschaftskameraden können ihnen dann ja zu Gehör verhelfen. Andererseits kann die FPL genauso wenig wie ein Schiri dafür sorgen, dass es in jeder Sekunde auf dem Platz gerecht zugeht. Das können nur die Trainer. Allerdings müssen sie sich darum vor allem auch im Training bemühen, die Spieltage alleine reichen dafür keinesfalls aus.
Die Trainer standen nicht dabei, da sie ja auf Höhe der Mittellinie standen und z.B. ein Foul an der Auslinie war. Ich hab es bestens gesehen,weil ich Fotos einen Meter vom Geschehen weg gemacht habe. Die Szene war circa drei Meter ausserhalb des Strafraumes, es gab dann Freistoß, [...]
Das ist doch aber richtig. Wo ist also das Problem? Evtl., dass die Trainer es nicht sehen und daher nicht beurteilen konnten, wie du weiter schreibst?
[...] als ich zurückkam, haben mich alle (Eltern und Trainer) gefragt, ob das nicht ein Elfer war. Sie hatten es anders gesehen, da sie alle weit weg standen, also wie sollen sie von ausserhalb des Spielfeldes das Spiel regeln. Da hätten die Trainer völlig falsch entschieden.
Nun, es klingt nicht so, als ob diese Entscheidung unter den Kindern strittig war. Da greifen sie eben nicht ein. Ich muss als Trainer auch nicht jede strittige Situation von oben entscheiden, tatsächlich will ich das zumeist auch nicht. Stattdessen moderiere ich ein Gespräch zwischen den Spielern, die an der Situation unmittelbar beteiligt waren, die anderen dürfen das ruhig mitbekommen. Und da klären wir dann, wie die Situation war und was sich daraus ergibt. Das haben sie dann hoffentlich, aber auch erfahrungsgemäß gelernt und können das nächste mal, wenn es eine solche Situation gibt, selbstständig entscheiden.
Ansonsten greife ich nur bei eklatanten Verstößen von wichtigen Regeln ein. Falscher Einwurf oder nicht geahndetes Handspiel gehören aus meiner Sicht aber z.B. nicht dazu.
Im Endeffekt gab es Freistoß, weil ich zu den Kindern gesagt hatte das es Foul war. Hätte ich gar nicht tun dürfen.
Eigentlich hättest du es ihnen nicht sagen können, weil du ebenso weit entfernt hättest sein müssen wie die anderen Erwachsenen. Wäre die Situation unter den Kindern strittig gewesen, so hätten die Kinder das Spiel anhalten sollen, um anschließend gemeinsam mit den Kindern die Situation zu klären.
Darum bin ich für einen Schiedsrichter auf dem Spielfeld, da wie auch mein Nachredner angemerkt hat die Kinder zum großen Teil gar nicht wissen was ein Foul ist. Woher sollen sie es denn wissen.
Sie sollten das von ihren Trainern aus dem Training wissen. Und wenn mal ein Foul ungeahndet bleibt, weil kein Spieler es als solches erkennt, dann ist das nicht schlimm, ja, sogar in Ordnung so. Wie ich handeln würde, wenn eine Mannschaft einseitig unfair spielt, habe ich ja schon beschrieben.
Es gibt keine Heile-Lebkuchen-Welt. Fußball ist ein Spiel mit Regeln, und je eher ich das den Kindern vermittle umso besser...müssen es ich jetzt die Kinder auf dem Fußballplatz auch noch streiten, weil keiner eingreift. Ich stell mir das gerade mal im Schulunterricht vor. Der Lehrer ruft nicht mehr auf, sondern die Kinder regeln, wer spricht...das wird lustig
Wie gesagt, es ist falsch, dass keiner eingreifen soll oder gar darf. Warum beharrst du darauf?