Beiträge von tobn

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    Tja, Günter, aber da ich ja eine Ingenieurswissenschaft studiert habe, ist mir klar, dass jede real vorkommende, makroskopische, physische Repräsentation einer Kugel eben nicht perfekt rund sein kann, reichen mir die Bälle, die wir haben, zumindest viele von ihnen.


    Ich frage mich ja schon, ob du etwas bestimmtes meinst, wenn du von dem "ein oder andere Trainingselemt" schreibst, dass eine Umgestaltung bedürfe, vermute aber, dass du einfach nur ein bisschen Albernheit in die Tasten gehauen hast.


    Übrigens aus dem Ossenbrüggen-Link: "...so erhält man ein "abgestumpftes" Ikosaeder, den oben erwähnten Körper. Der ist aber noch etwas eckig, damit daraus ein runder Ball wird, müssen die Flächenelemente durch Treiben gewölbt werden. Wenn dieser Hohlball dann einen Umfang zwischen 68,5 und 71 cm hat, ist es ein Fußball, wie es das Reglement verlangt." D.h. dort wird das Ding schohn als rund bezeichnet, muss halt getrieben, d.h. aufgepumpt werden. Ich hatte vorhin versäumt, das anzubringen. Es ist keine Antwort auf dein Post, Günter.

    Richtig, Günter, man muss sich nach den Kindern richten. Ich halte nur bei vielen Kindertrainern die Gefahr dafür, dass sie sich an den Stärkeren orientieren, seien es die Talente im eigenen Team oder andere Mannschaften, die dem Anschein nach 'besseren' Fußball spielen. Die Versuchung, gegenüber den altersgemäßen Inhalten vorzugreifen, ist ja auch groß, der kurzfristige Erfolg begeistert ja auch erst einmal alle Beteiligten. Hat eine Mannschaft dann leider auch noch einen Trainer, der sich weniger gut in Kinder hinein versetzen kann, weniger Gespür für ihre teilweise sehr subtil augedrückten Regungen hat, so ist die Katastrophe schon fast vorprogrammiert. Mag sein, dass ich den Teufel jetzt etwas überdeutlich an die Wand male. Aber ich erlebe, wie bei uns in den Lehreinheiten zum Trainer C-Breitenfußball über Ergebnisse der Spieltage von Bambini und F-Junioren gefachsimpelt wird. Die Teilnehmer an einer solchen Qualifizierungsmaßnahme gehören zur Elite, was die Aufklärung über altersgerechtes Training anbelangt. Trotzdem wird da teilweise über F-Junioren gesprochen, wie es Jürgen Klinsmann seinerzeit über die Nationalmannschaft tat. Ich bin froh, dass diese Trainer in dem Kurs in der Minderheit sind, aber nach ca. zwei Dritteln des Weges zum Schein bin ich doch etwas konsterniert darüber, dass sie noch so drauf sind..

    Bei uns (E1-Junioren) ist auch am 19.5. der letzte Spieltag. Beginn der Sommerferien: 2.7., also erst ca. sechs Wochen später. Aber unsere Zehnjährigen mussten noch bis zum 3.12. draußen spielen und haben parallel dazu noch drei von vier Hallenturnieren in die Adventszeit gelegt bekommen... Stuss in der Terminplanung gibt es nicht nur bei Euch...

    Trotz aller verständlichen Begeisterung darüber, was talentierte Bambini alles können, bitte ich doch, nicht zu vergessen, das es sich hierbei um Ausnahmespieler handelt. Und da stelle ich mich mehr auf die Seite von Andre, wir als Kindertrainer müssen uns eher nach den normalen, d.h. schwächeren, als den stärkeren Kindern richten. Man muss sich auch darum bemühen, den Talenten gerecht zu werden, keine Frage. Das darf aber aus meiner Sicht nicht zu Lasten der anderen Kinder gehen. Mit dem Fangen von Bällen, überhaupt mit dem Einschätzen von Flugbahnen hoher Bälle, haben viele Kinder bis hinein ins F-Alter noch große Probleme. Meine Tochter spielt im zweiten F-Jahr Handball, ich weiß, wovon ich rede. Und ich denke, jeder Kindertrainer kennt das Phänomen, dass viele, viele jüngere Kinder hohe Bälle, die auf sie zu kommen, derart falsch einschätzen, dass letztere sie nach dem ersten Aufprall überspringen. Meiner Einschätzung nach ist das im F-Alter bei hohen Bällen eher die Regel als die Ausnahme.


    Zusammenfassend denke ich, dass Andres Einschätzung der Ergebnisse von ihm aufgeführte wissenschaftliche Studie zu Kindern im Straßenverkehr als absolut in dieser Form falsch ist, und es durchaus Ausnahmen geben kann. Betrachtet man empirische Studien, so stellt man ja stets fest, dass ihre Daten einer Streuung unterliegen. Dennoch gibt es zumeist einen einigermaßen engen Korridor, innerhalb dessen sich der Löwenanteil der Probanden bewegt. So ist das auch mit Kindern und ihrer Entwicklung und nach diesem Löwenanteil müssen wir Trainer uns richten.

    Ich sehe es mal wieder genauso wie Don Quijote. Ich habe auch mal die gezielten Pässe bis Filmzeit 5:32 min. gezählt, ich gehe davon aus, dass die restlichen vier Minuten eine ähnliche Quote aufweisen. Da habe ich jedenfalls jeweils fünf gezielte Pässe auf beiden Seiten gezählt. Drei oder vier der fünf Pässe der grünen Mannschaft, das war auffällig, hat der Spieler mit der Nr. 11 gespielt, er setzt Pässe häufig, gezielt und sinnvoll ein. Ihn sehe ich als den Typus des Ausnahmespielers, wie ihn Günter auch erwähnt und wie man ihn durchaus öfter mal sieht. Die anderen Spieler dieser Mannschaften spielen gelegentlich gezielte Pässe, meistens dribbeln sie aber drauflos, wie man es in diesem Alter auch erwarten würde. Schüsse über größere Distanzen, die dann von anderen Spielern erlaufen werden, zähle ich übrigens nicht als Pässe, das sind in meinen Augen eher mehr oder weniger blinde Schüsse nach vorne in der Hoffnung, ein Spieler der eigenen Mannschaft möge den Ball bekommen. Hinter diesen Bällen steckt zwar durchaus Absicht, aber sinnvolle Pässe sind es nicht.

    Guter Vorschlag, Günter, so verfahre ich auch schon lange und bin von dem Erfolg überzeugt. Die Idee mit dem Treffen aller Trainer einer Jugend ist gut, wird hier aber leider nicht praktiziert. Außerdem werden die Trainer auch nicht in irgendwelche Prozesse oder gar Entscheidungen zum Spielbetrieb einbezogen. Die Verantwortlichen im Kreis bzw. der Hauptverantwortliche möchte auch nicht direkt mit den Trainern kommunizieren, sondern sieht nur die Jugendleiter als Ansprechpartner an. Von diesen scheint erwartet zu werden, dass sie alle Entscheidungen des Jugendausschusses akzeptieren und umsetzen. Vor drei Jahren gab es mal vor dem Beginn der Feldrunde eine Pflichtveranstaltung für alle Trainer von G- bis E-Jugendmannschaften und Jugendleiter. Dort wurden dann aber nur Formalitäten bei permanenter Ankündigung von Strafen verkündet und Regelfragen geklärt...


    Aber über die vergangenen Jahre konnte ich doch zumindest eine ganze Reihe guter Kontakte sammeln. Als sehr positiv in diesem Zusammenhang empfand ich den hessenweiten Tag der Qualifizierung vor anderthalb Jahren, wenn man in Kleingruppen miteinander trainiert wird, dann kommt man anschließend doch viel besser ins Gespräch als nach einem Spiel, wenn sich der Gästetrainer vor allem auch darum kümmern muss, dass seine Kids sich umziehen und die Kabine ordentlich hinterlassen..


    Ich erwäge in diesem Zusammenhang auch, bei unserem Hallenturnier zur Mitte des Turniers ein Spiel der Trainer einzufügen. Was meint Ihr dazu?

    In MilkyWays Thread schrieb ich eben, dass wir gestern trainierten, da lagen die Temperaturen aber noch um den Gefrierpunkt. Und es war ein Training. Ein ganzes Spiel, bei dem die Jungs alles geben und sich die Lunge so richtig durchpusten, würde ich bei Temperaturen, wie sie heute sind, nicht so gerne durchführen.

    Wir haben gestern trainiert, allerdings von 16 bis 17.30 Uhr, nach Einbruch der Dunkelheit wird es ja noch eine ganze Ecke kälter.. Ich achte als Trainer an kalten Tagen darauf, dass sich die Kinder viel bewegen, da geht das dann schon. Der Witterung angepasste Kleidung ist aber natürlich auch unbedingt notwendig.

    Bei uns im Trainerlehrgang (C-Breitenfußball) gibt es ein paar Bambini-Trainer. Mindestens einer von ihnen berichtet (stolz...), er würde 'schon' Passspiel trainieren und das würden seine Kids auch machen. Ich habe da auch so meine Zweifel ob der Richtigkeit der Aussage sowie der Sinnhaftigkeit des Trainings, habe seine Truppe aber noch nie gesehen. Bei meinen Kids liegt die Bambini-Zeit mittlerweile leider so weit zurück, dass ich mich nicht mehr gut genug daran erinnern kann, es verschwimmt alles ein bisschen. Allerdings glaube ich nicht, dass sie schon absichtlich und/oder gezielt Pässe spielten. Das kam aber in den F-Jahren. Wie ich glaube vorhin geschrieben zu haben.

    Zum Thema Paradigmenwechsel sehe ich es ähnlich wie Follkao: Passen als Technik ist schon in der F-Jugend ein Thema, gemäß DFB-Konzept dort noch in der Grobform, in der E schon mit detaillierteren Korrekturen. Daneben gilt dem Dribbling, der Ballbeherrschung und Ballkontrolle aber noch das größere Augenmerk.


    Was passende Bambini anbelangt, so ist meine Beobachtung die, dass talentierte Spieler früher das Passspiel entdecken und beherrschen (im altersgemäßen Rahmen), insbesondere wenn sie mit anderen stärkeren Spielern zusammen spielen, die eben auch in der Lage sind, den Pass zu verarbeiten, die sich entsprechend für den Pass anbieten, die auch selbst den guten Pass spielen. Die Bambini-Zeit liegt bei meinen Kids schon zu lange zurück, aber im zweiten F-Jahr hatte ich schon ein paar Spieler, die sehr sinnvoll Pässe einsetzen konnten.


    Daneben gab es aber auch viele andere Spieler, die noch nicht so weit waren, sie waren so begeistert davon, den Ball zu bekommen und nicht gleich wieder abgenommen zu bekommen, dass sie immer ins Dribbling gingen und ihre Umwelt scheinbar komplett ausblendeten. Ich habe den Eindruck, dass diese Spieler, wenn sie sich weiter entwickeln, dann irgendwann auch den Pass als ab und an durchaus probates Mittel entdecken.


    Zu guter Letzt gibt es dann leider auch noch die Gruppe der Überforderten, die sich so wenig zutrauen, dass sie auch in der E1 den Ball nur irgendwie weg treten, wenn er in die Nähe kommt und so gut wie keine sinnvolle Aktion vollführen...

    Meinst du evtl. Übung/Spiel Nr. 1 auf Seite 142: "Abspiel nach links und Ballannahme und -mitnahme in Lauf"? Ich zitiere:
    "- Zwei Spieler starten im selben Spielfeld auf ein optisches Signal hin von der Grundlinie aus auf das breite, gegenüberliegende Tor. Der rechte Angreifer dribbelt den Ball vorwärts und bevor er das Tor erreicht hat, spielt er den Ball mit dem Innenrist seines linken Fußes nach links zum Mitspieler, der fast auf gleicher Höhe im Abstand von 10 m mitgelaufen ist. ..."


    Das ist ein Fehler. Der rechte Spieler kann den Pass mit dem Innenrist des linken Fußes nur nach links spielen, wenn er den Fuß und damit sich selbst auch nach hinten dreht. Das ist natürlich Unfug. Von solchen Fehlern gibt es in dem Buch übrigens leider eine ganze Reihe...

    Ich lasse bei solchen Übungen auch ganz gerne die Torhüter weg -- das hat auch den Motivationsvorteil, dass der Torschuss auch eher zum Torerfolg führt -- oder rotiere im Tor, d.h. die Spieler, die gerade im 1:1 waren, gehen nach der Aktion ins Tor, die Torhüter stellen sich an. Den Torhüter im seitlichen Tor könnte man aus der dort wartenden Gruppe rekrutieren, ebenfalls rotierend, oder man macht eine Zielpassübung daraus.

    Generell ist, wenn es um die Beziehung zu den Eltern geht, alles an Sozialkompetenz gefordert, was man als Trainer aufbringen kann, zumindest im Kinderbereich. Wichtig ist dabei, dass man versucht, die Eltern auf seine Seite und Linie zu bekommen, indem man Überzeugungsarbeit leistet, die Kommunikation mit ihnen sucht, sich ihnen gegenüber offen zeigt, und authentisch, gerecht und zuverlässig handelt. Dazu gehört, dass man ihnen erklärt, was man man warum und wie macht, welche Regeln es gibt, wonach man sich richtet, welches die Entscheidungskriterien sind, die man anwendet.


    Hier geht es ja um Fragen rund um das Amt des Torhüters im F-Jugendbereich. Wir hatten damals drei Torhüter, die im Wechsel dran waren, wobei einer im zweiten F-jahr den Wunsch äußerte, nur noch im Tor zu spielen, dem wir dann auch nachkamen, auch wenn ich damals damit gewisse Bauchschmerzen hatte. Mit drei Torspielern lagen wir schon über dem Schnitt dessen, was ich in anderen Mannschaften an Flexibilität sah. Dennoch würde ich heutzutage noch deutlicher als damals so verfahren, wie es der DFB empfiehlt, d.h. im F- und E-Bereich:
    - noch keine festen Torhüter
    - In Training und Spiel auf der Torhüter-Position wechseln
    - In einer Ballschule lernen alle das Spiel mit den Händen


    Mittlerweile würde ich dem Wunsch eines Spielers, nur im Tor zu spielen, nur noch im absoluten Ausnahmefall nachgeben. Und ich würde auch versuchen, jeden Spieler mal im Tor spielen zu lassen, d.h. auch im regulären Spielbetrieb. Natürlich zwinge ich keinen Spieler dazu, der das überhaupt nicht will. Allerdings sehe ich schon einen großen Wert darin, dass jeder mal im Tor spielt, sowohl für jeden einzelnen Spieler als auch für die Mannschaft als ganzes. Geschickterweise setze ich dabei einen schwächeren Torhüter auch gegen eher schwächere Mannschaften ein. Nach meiner Beobachtung können fast alle Spieler im F- und E-Alter auch gut im Tor spielen. Ich habe aber auch gemerkt, dass viele im E-Alter sich das nicht mehr zutrauen, wenn sie vorher zu wenig Erfahrung mit dieser Position gemacht haben. Da wird es dann schwierig, sie dazu zu motivieren, es dennoch mal zu probieren, obwohl ich damit in dieser Saison bisher, wie ich meine, sehr gut fahre. Soweit würde ich es aber in Zukunft nicht mehr kommen lassen wollen. Das heißt jetzt nicht, dass jeder am Saisonende auf die selbe Zahl an Minuten im Tor kommen soll, die Spieler, die sich im Tor hervortun dürfen da gerne etwas heraus ragen. Aber es sollten auch nicht nur sie dran gewesen sein, sondern möglichst viele.


    Dieses Vorgehen würde ich auch unbedingt den Eltern mitteilen. Und dann wäre es egal, wenn ein Papa seinen Spross für den künftigen Manuel Neuer hält. Ich halte es nicht für sinnvoll, Kinder mit sieben Jahren bereits auf eine Position, die dazu noch auch innerhalb des Fußballs eine deutliche Sonderstellung einnimmt, zu spezialisieren. Das zu tun wäre aus meiner Sicht für das Kind nicht förderlich, im Gegenteil.

    wenn man oben steht, einen in etwa ausgeglichenen Kader hat, kann man gut argumentieren.


    Ich muss zugeben, der Gedanke kam mir auch. Im Konjunktiv lässt sich vortrefflich ideal handeln. Ich möchte dir, Andre, nicht in Abrede stellen, dass du auch unter widrigeren Umständen entsprechend deiner Überzeugungen handeln würdest. Die Realität ist aber halt doch nicht immer so, wie man sie sich wünscht. Und die Rahmenbedingungen sind auch verschieden.


    Zum Beispiel: (Pause, weil ich Argumentation anhand von Beispielen eigentlich nicht so sehr mag, findet man doch Beispiele, die jeden Standpunkt stützen...)


    Ich hatte ja vor ein paar Monaten mal gefragt, wie ich meine Kids vor einem Spiel gegen einen absolut übermächtigen Gegner einstellen solle. Ich habe dann die Devise "weniger ist mehr" beherzigt, unsere Kids haben mutig gespielt, sind ins Messer gelaufen und 2:18 abgefertigt worden. Ich habe bei dem Spiel alle positive Energie, derer ich mich bemächtigen konnte, zusammen genommen und versucht, sie den Kindern zu vermitteln. Ein Trauma wurde es dann auch nicht. Aber als wir dann ein paar Wochen später wieder auf diesen Gegner treffen sollten und gerade zwei hohe Niederlagen, dazwischen ein hart erkämpftes Unentschieden hinter uns hatten, fragten mich meine Spieler, ob wir denn wirklich antreten müssten. Sie hatten kein Bock darauf, sich nochmal den Hintern versohlen zu lassen. Da kannst du noch so positiv gestimmt sein, niemand lässt sich gerne zur Schlachtbank führen. Naja, Ende vom Lied war dann, dass ich ihnen die Marschroute auf den Weg gab, sich als Tannenbaum zu formieren, also in einer 3-2-1-Formation zu spielen. So haben wir das Spiel dann nur noch 1:9 verloren, das haben die Jungs zwar durchaus als Erfolg gesehen, empfanden das Spiel aber trotzdem eher als Tortur denn als Spaß. Für den Tipp mit der taktischen Marschroute waren sie aber sehr dankbar, auch wenn er dem Grundsatz des "einfach spielen lassen" widerspricht.

    Ein verpflichtender Kindertrainer-Führerschein wäre gut, 3 Stunden Einweisung, Vorlage Führungszeugnis, eigentlich ganz einfach, aber die Praxis sieht anders aus.


    Ja, das fände ich auch gut. Dazu noch kostenloses Lehrmaterial vom DFB und man wäre schon deutlich weiter. Dann noch entsprechende Verpflichtungen für die Verantwortlichen und eine Reform des Spielbetriebs, hach, was wäre das schön..

    natürlich ist der zeitliche Aufwand nicht gering, aber wenn ich mir überlege, wie viele Stunden diese Trainer vor dem Fernseher verbingen um sich Fußballspiele anzusehen, dann denke ich kommen da deutlich mehr Stunden zusammen.


    Erlaube die Frage: bist du berufstätig? Hast du Kinder? Als Schüler und Student hätte ich die Zeit für den Trainerschein auch locker gehabt, wenn man aber berufstätig ist, sich um die eigenen Kinder kümmert, dann noch Fußball-Training und Spielbetrieb begleitet, wird es mit der zur Verfügung stehenden Zeit schon sehr mau. Ich mache ja gerade den Breitenschein dezentral, glaube mir, da gab es schon zwei Wochen, in denen ich ziemlich auf dem Zahnfleisch ging..


    Ich finde auch, dass es absolut erstrebenswert ist, dass viele, wenn nicht alle Trainer zumindest insoweit qualifiziert sind, dass sie ein kindgerechtes Training anbieten können. Der Trainer C-Breitenfußball ist dazu aber meiner Meinung nach zeitlich zu anspruchsvoll. Außerdem habe ich bei uns im Kreis derzeit eher den Eindruck, dass der Fisch vom Kopf her müffelt...


    Das finanzielle Problem istellt sich für mich wie folgt dar:
    Die Vereine haben keine Probleme den Spieler der 1. und 2. Mannschaft finanzielle Anreize zu schaffen.
    Für die Jugend - die ja nach Meinung einiger Vorstände eh nur Geld kostet - ist da nichts übrig.


    Das wird oft kolportiert, kann auch schon sein. Ich kann dazu nur sagen, dass ich nicht weiß, wie bei uns das Geld verteilt wird. Bis ich es weiß, erlaube ich mir kein Urteil.


    Wenn sich die Trainer mal wirklich einig wären und die Landesverbände entsprechend den Schein fordern, wird sich das auch ändern. Allerdings müssten die Landesverbände dann auch mehr dezentrale Ausbildungsangebote schaffen.


    Die dezentralen Angebote gibt es doch.. Aber 50% der Teilnehmer brechen doch ab, bevor sie den Schein haben, ich vermute den Hauptgrund darin, dass sie die Termine nicht schaffen. Zur Auftakteranstaltung kamen bei uns noch fast fünfzig Mann, zum ersten Termin Basiswissen waren es dann noch ~36, inzwischen sind wir kurz vor Ende des Moduls Kinder, danach kommen noch Modul Jugend und die Lehrprobe, und wir sind noch ~20 Teilnehmer.


    Ich ziehe hier mal als Vergleich die Schiriregelung hinzu: Seht mal nach, welche Vereine Jahr für Jahr Strafen bezahlen, weil das Schirisoll nicht erfüllt wird. Das Geld ist da!! Und da meckert kein Vorstand, weil es ist halt so!!


    Unser Verein sucht händeringend nach Schiedsrichtern, die Strafen schmerzen sehr. Aber wenn ich mir anschaue, welcher zeitliche Aufwand mit dem Schiri-Amt verbunden ist, ist mir klar, warum das nicht viele machen können oder sogar wollen. Kommt noch dazu, dass man heutzutage zunehmend als Schiri Angst um seine körperliche Unversehrtheit machen muss...


    Selbst wenn man jetzt nicht den Breitensprtschein als Muss ansetzt, warum werden dann nicht wenigstens die Trainer - egal ob Schein oder nicht - dazu verpflichtet die für eine Verlängerung erforderliche Fortbildungstunden abzuleisten???? Die gibts dezentral oder zentral und da ist es doch für die Vereine kein Aufwand, die Trainer beim jeweiligen Verband zu benennen. Und dann gibts eben auch hier eine Starfe, wenn die Stundnezahl nicht erreicht wird.


    Einfach nur zu irgendwelchen Fortbildungsstunden verpflichtet zu werden empfinde ich als der Sache nicht dienlich, im Gegenteil. Wichtig ist doch das Ziel: es sollten möglichst alle Trainer kindgerechtes und fachlich qualifiziertes Training anbieten (können). Dazu ist wichtig, dass die entsprechenden Grundlagen vermittelt werden. Wenn man erst einmal den Schein hat, muss man ja nur eine gewisse Anzahl an Stunden nachweisen, die Themen sind da, wenn ich mich nicht täusche, völlig irrelevant. Und ich war im Mai letzten Jahres mal auf so einer sogenannten Fortbildungsveranstaltung, das war ein D-Jugendtraining beim nächsten DFB-Stützpunkt. Da haben wir Trainer einem D-Juniorentraining zugeguckt und ein wenig mit einem Stützpunkttrainer gequatscht, es gab ein bisschen Gefachsimpel und viel Gelaber (so klang es jedenfalls für mich) über die Talente, die jeder schon mal so gehabt haben wollte und wo sie jetzt spielen und so'n Kram. Nee, das wäre völlig für die Füße, ich meine sogar kontraproduktiv.


    Zugegeben ist das nicht von jetzt auf gleich zu leisten, aber ich bekomme immer wieder einen Fön, wenn ich mitbekomme, wie einige Trainer zwar an den Ball treten können, aber schon beim Lesen der Regeln scheitern. :!:


    Da bin ich wiederum ganz deiner Meinung. Ich sehe es durchaus als Problem an, dass die meisten Personen, die sich im Fußball ehrenamtlich engagieren, diesen selbst über lange Jahre betrieben haben und dabei viele Opfer gebracht haben. Das an sich ist völlig in Ordnung, ich befürchte jedoch, dass viele ihre Ansprüche auf den Fußballbetrieb und die Kids übertragen. Aber Fußball ist nun mal für viele Kinder nicht einziger Lebensinhalt. Und ehrenamtliche Unterstützer findet man sicher auch nur, wenn die Rahmenbedingungen stimmen, d.h. wenn sie Unterstützung erfahren und sie auch die Ansprüche, die an sie gestellt werden, erfüllen können.

    Hi Christoph


    Ich weiß ja nicht, wie stark dein Team tatsächlich ist, aber ein Jahr macht im KiFu eine ganze Menge aus, so dass ich die Bedenken deiner Kids schon verstehen kann. Ich befürchte auch, dass Ihr mit der Anmeldung zu einem F-Turnier etwas zu viel abbeißen könntet. Stattdessen wäre vielleicht die Anmeldung bei einem bekanntermaßen stark besetzten Turnier besser gewesen... Dass dir das Ergebnis gleichgültig ist, ehrt dich. Du bist auch in der Lage, das Turnier als Herausforderung und Standortbestimmung zu sehen. Deine Kids wollen aber vermutlich einfach nur Fußball spielen und es macht ihnen vermutlich nicht so viel Spaß, wenn ihre Gegner sie in den Boden stampfen (bewusst überspitzt, denn so empfinden es evtl. die Kinder). Im Bambinialter spielt für die Kinder das Alter noch eine unheimlich große Rolle, da muss ein anderes Kind nur einen Monat älter sein und schon ist bei vielen erst mal ein großer Respekt da. Dein Team wird also vermutlich schon (zumindest leicht) skeptisch in die erste Partie gehen, wenn sie dann noch ein frühes Gegentor kriegen sollten, dann könnte das Turnier in einer Negativspirale enden.


    Ich möchte nicht den Teufel an die Wand malen und dir auch keine Vorwürfe machen, aber ich denke, dein Team könnte schon einen Dämpfer erhalten.. Vom Handballspielbetrieb meiner Tochter kenne ich eine Mannschaft, die alle anderen Teams abserviert und dadurch mittlerweile ziemlich arrogant daher kommt. Einem solchen Team täte ein Dämpfer mal ganz gut.


    Ein kleines Beispiel dazu, was ein Jahr im KiFu-Alter ausmacht: wir haben in unserer E1-Feldrundengruppe eine Mannschaft, die letztes Jahr bereits E1 spielte. Damals landeten sie in ihrer Gruppe im hinteren Mittelfeld. In diesem Jahr führen sie souverän die Gruppe an, haben elf von zwölf Spielen bei einem Unentschieden gewonnen und ein Torverhältnis von 109:11.


    Für das Turnier wünsche ich Euch dennoch alles Gute.


    Beste Grüße,
    tobn