natürlich ist der zeitliche Aufwand nicht gering, aber wenn ich mir überlege, wie viele Stunden diese Trainer vor dem Fernseher verbingen um sich Fußballspiele anzusehen, dann denke ich kommen da deutlich mehr Stunden zusammen.
Erlaube die Frage: bist du berufstätig? Hast du Kinder? Als Schüler und Student hätte ich die Zeit für den Trainerschein auch locker gehabt, wenn man aber berufstätig ist, sich um die eigenen Kinder kümmert, dann noch Fußball-Training und Spielbetrieb begleitet, wird es mit der zur Verfügung stehenden Zeit schon sehr mau. Ich mache ja gerade den Breitenschein dezentral, glaube mir, da gab es schon zwei Wochen, in denen ich ziemlich auf dem Zahnfleisch ging..
Ich finde auch, dass es absolut erstrebenswert ist, dass viele, wenn nicht alle Trainer zumindest insoweit qualifiziert sind, dass sie ein kindgerechtes Training anbieten können. Der Trainer C-Breitenfußball ist dazu aber meiner Meinung nach zeitlich zu anspruchsvoll. Außerdem habe ich bei uns im Kreis derzeit eher den Eindruck, dass der Fisch vom Kopf her müffelt...
Das finanzielle Problem istellt sich für mich wie folgt dar:
Die Vereine haben keine Probleme den Spieler der 1. und 2. Mannschaft finanzielle Anreize zu schaffen.
Für die Jugend - die ja nach Meinung einiger Vorstände eh nur Geld kostet - ist da nichts übrig.
Das wird oft kolportiert, kann auch schon sein. Ich kann dazu nur sagen, dass ich nicht weiß, wie bei uns das Geld verteilt wird. Bis ich es weiß, erlaube ich mir kein Urteil.
Wenn sich die Trainer mal wirklich einig wären und die Landesverbände entsprechend den Schein fordern, wird sich das auch ändern. Allerdings müssten die Landesverbände dann auch mehr dezentrale Ausbildungsangebote schaffen.
Die dezentralen Angebote gibt es doch.. Aber 50% der Teilnehmer brechen doch ab, bevor sie den Schein haben, ich vermute den Hauptgrund darin, dass sie die Termine nicht schaffen. Zur Auftakteranstaltung kamen bei uns noch fast fünfzig Mann, zum ersten Termin Basiswissen waren es dann noch ~36, inzwischen sind wir kurz vor Ende des Moduls Kinder, danach kommen noch Modul Jugend und die Lehrprobe, und wir sind noch ~20 Teilnehmer.
Ich ziehe hier mal als Vergleich die Schiriregelung hinzu: Seht mal nach, welche Vereine Jahr für Jahr Strafen bezahlen, weil das Schirisoll nicht erfüllt wird. Das Geld ist da!! Und da meckert kein Vorstand, weil es ist halt so!!
Unser Verein sucht händeringend nach Schiedsrichtern, die Strafen schmerzen sehr. Aber wenn ich mir anschaue, welcher zeitliche Aufwand mit dem Schiri-Amt verbunden ist, ist mir klar, warum das nicht viele machen können oder sogar wollen. Kommt noch dazu, dass man heutzutage zunehmend als Schiri Angst um seine körperliche Unversehrtheit machen muss...
Selbst wenn man jetzt nicht den Breitensprtschein als Muss ansetzt, warum werden dann nicht wenigstens die Trainer - egal ob Schein oder nicht - dazu verpflichtet die für eine Verlängerung erforderliche Fortbildungstunden abzuleisten???? Die gibts dezentral oder zentral und da ist es doch für die Vereine kein Aufwand, die Trainer beim jeweiligen Verband zu benennen. Und dann gibts eben auch hier eine Starfe, wenn die Stundnezahl nicht erreicht wird.
Einfach nur zu irgendwelchen Fortbildungsstunden verpflichtet zu werden empfinde ich als der Sache nicht dienlich, im Gegenteil. Wichtig ist doch das Ziel: es sollten möglichst alle Trainer kindgerechtes und fachlich qualifiziertes Training anbieten (können). Dazu ist wichtig, dass die entsprechenden Grundlagen vermittelt werden. Wenn man erst einmal den Schein hat, muss man ja nur eine gewisse Anzahl an Stunden nachweisen, die Themen sind da, wenn ich mich nicht täusche, völlig irrelevant. Und ich war im Mai letzten Jahres mal auf so einer sogenannten Fortbildungsveranstaltung, das war ein D-Jugendtraining beim nächsten DFB-Stützpunkt. Da haben wir Trainer einem D-Juniorentraining zugeguckt und ein wenig mit einem Stützpunkttrainer gequatscht, es gab ein bisschen Gefachsimpel und viel Gelaber (so klang es jedenfalls für mich) über die Talente, die jeder schon mal so gehabt haben wollte und wo sie jetzt spielen und so'n Kram. Nee, das wäre völlig für die Füße, ich meine sogar kontraproduktiv.
Zugegeben ist das nicht von jetzt auf gleich zu leisten, aber ich bekomme immer wieder einen Fön, wenn ich mitbekomme, wie einige Trainer zwar an den Ball treten können, aber schon beim Lesen der Regeln scheitern. 
Da bin ich wiederum ganz deiner Meinung. Ich sehe es durchaus als Problem an, dass die meisten Personen, die sich im Fußball ehrenamtlich engagieren, diesen selbst über lange Jahre betrieben haben und dabei viele Opfer gebracht haben. Das an sich ist völlig in Ordnung, ich befürchte jedoch, dass viele ihre Ansprüche auf den Fußballbetrieb und die Kids übertragen. Aber Fußball ist nun mal für viele Kinder nicht einziger Lebensinhalt. Und ehrenamtliche Unterstützer findet man sicher auch nur, wenn die Rahmenbedingungen stimmen, d.h. wenn sie Unterstützung erfahren und sie auch die Ansprüche, die an sie gestellt werden, erfüllen können.