Beiträge von tobn

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    Individuelle Fehlerkorrektur U9 ????? ........................... habe eben noch mal das DFB-Handbuch durchgesehen ............... da steht nichts darüber.


    Da steht lediglich, dass die Techniken in ihrer Grobform erlernt werden sollen. Das müssten dann ja 20 Anti-Fußballer sein, die noch einen Schritt rückwärts laufen, bevor sie schießen.


    Auch die Grobform kann grob falsch gemacht werden. Wenn der "Pass mit der Innenseite" stattdessen mit der Pike geschossen wird oder immer ein halbhoher Innenristschuss ist, so sind, wie ich meine, kindgerechte Korrekturen durchaus angebracht. Man darf dann nur nicht den Fehler machen, zu erwarten, dass sämtliche Korrekturen eine Wirkung zeigen, und sollte den F-ling, wenn es einfach nicht klappen will, auch entsprechend früh in Ruhe lassen und den klitzekleinsten Fortschritt loben, damit kein Frust hängen bleibt.


    Da gebe ich dir völlig Recht. Meine Ausführungen zum Training waren zugegebenermaßen etwas überspitzt formuliert. Den motivationalen Aspekt bewerte ich ähnlich, ich denke dass hat auch mit der erwähnten Futsalstudie zu tun, das deutlich mehr Aktionen probiert werden wenn das Selbstvertrauen durch gelungene Aktionen steigt.


    Gerade diesem schreibe ich bei schwächeren und jüngeren Spielern aber eine große Bedeutung zu.


    Nehme ich einen Futsalball, der ja im Prinzip am Fuß klebt, verbessere ich dadurch weniger die Technik. In Bezug auf Ballannahme und eventuelle Kombinationen sind das Spiel besser aus von draußen, aber ob das wirklich ein technischer Fortschritt ist, ist eben die Frage die ich mir stelle.


    Ich denke schon. Gehorcht mir der Futsalball schon völlig, so wage ich zu behaupten, tut dies der konventionelle Fußball und der Hallenball auch schon fast ganz. Ich könnte dieses Stadium auch mit den beiden konventionellen Bällen erreichen. Aber ich behaupte, mit dem Futsalball geht es schneller. Ich würde die Gründe in der Kombination der günstigeren psychologischen Komponente wie auch der besseren bzw. einfacheren Berechenbarkeit des Futsalballs sehen.


    Das Herunterpflücken von hohen Bällen muss man hingegen wohl getrennt trainieren, beim Futsalball reicht es ja, ihn zwei mal dotzen zu lassen und schon liegt er. :)


    Außerdem würde ein Futsalball ja auch nur die Forderung verstärken, eigentlich nur zu spielen, weil ich denke die wenigsten Vereine verfügen über eine Anzahl Futsalbälle in Mannschaftsstärke (ich habe zwei, selbst angeschafft).


    Bei mir ist das leider auch so. Ich habe mittlerweile drei eigene, einen Erwachsenenball und zwei Kinderbälle, einen mit 290g und den anderen mit ~350g Gewicht. Ich hatte angefragt, aber dem Verein ist ein Satz Kinderfutsalbälle leider zu teuer, was ich natürlich sehr bedaure. Sie haben noch fünf Erwachsenenbälle, diese sind aber noch schwerer als meiner und für die Kids nur im Dribbeltraining geeignet, sobald Pässe ins Spiel kommen, sind sie zu schwer.


    Ich habe übrigens eindeutig die Individualtechnik am Ball und die Schnelligkeit zu den Schwerpunkten unseres Hallentrainings in diesem Winter erklärt. Das liegt aber nicht zuletzt auch daran, dass der Anteil der technisch Minderbemittelten in meinem Team gegenüber dem letzten Jahr deutlich zugenommen hat, während am oberen Ende ein Aderlass stattfand.


    Ich glaube zu beobachten, dass meine Jungs im technischen Bereich in der Halle größere Fortschritte machen als draußen.


    Nur d[ies]er [...] Satz berührt halt die grundsätzliche Frage die ich mir stelle. Sehen wir in der Halle wirklich die starken technischen Verbesserungen im Vergleich zu draußen oder sieht das Spiel einfach besser aus?[/quote]
    Ich habe mit meiner Truppe nun vier Hallensaisons hinter mir, wir sind gerade in der fünften. Ich meine, jedes mal festgestellt zu haben, dass die Kinder beim Wechsel nach draußen im technischen Bereich deutlich besser waren, als sie es waren, als wir in die Halle gingen. Und ich meine, die Steigerung war größer als in einem ähnlich langen Zeitraum auf dem Feld. Dabei fehlt aber natürlich die Kontrollgruppe. Und gemessen habe ich es auch nie.


    Andererseits gab es natürlich auch Schwierigkeiten in der Umstellung von den geringen Hallenmaßen auf das viel größere Feld. Die gab und gibt es aber auch beim Wechsel in die Halle auch.


    Dabei fällt mir übrigens noch etwas zu den technischen Fähigkeiten speziell der Ballannahme ein: selbst unsere guten Spieler hatten letztes Jahr deutliche Probleme in den ersten Hallenturnieren. Unheimlich viele Pässe kamen nicht an, selbst bei flach gehaltenem Spiel war der Ball unheimlich oft im Aus. Das hatte verschiedene Gründe:
    1. Unpräzise Pässe oder Pässe in den Rücken -- diese nahmen im normalen Lerntempo langsam ab
    2. Pässe in den Lauf mit zu viel Druck: da der Filzball auf dem glatten Hallenboden deutlich weniger abbremst, fiel die Dosierung der Kraft zunächst schwer und viele eigentlich tolle Pässe gingen ins Seiten- oder Toraus. Hier gab es einen deutlichen Gewöhnungseffekt, in den späteren Turnieren klappte die Dosierung schon deutlich besser.
    3. Guter Pass, der Stürmer nimmt den Ball aber nicht an, sondern läuft hinterher, weil die Richtung des Balles schon ziemlich optimal ist. Dabei unterschätzt er aber das Tempo des Balls bzw. wieder dessen geringere Reibung gegenüber der Situation im Feld. Ich hatte einen Spieler, der es sich angewöhnt hatte, kaum einen Steilpass anzunehmen, sondern stattdessen hinterher zu hechten. Da er klein und flink war, klappte das draußen auch gut. Außerdem trainierte er auch noch in einer Soccer-Hall, wo die Bande noch dafür sorgte, dass ein Ball nie ins Aus ging. Er musste, obgleich einer meiner stärksten Spieler, sich in der Folge in seiner Spielweise ganz schön umstellen. Und seine Fähigkeiten in der Ballannahme steigern, da zeigte sich nämlich, dass ihm der Ball recht oft zu weit vom Fuß sprang.


    Ich sehe das idR eben so, dass die Fortschritte nicht so raumgreifend sind wie oft dargestellt. In sofern finde ich es sehr interessant, dass ihr da eher anderer Meinung seid.


    Es ist wie so oft: um diese Frage abschließend beantworten zu können, müsste man eine ordentliche empirische Untersuchung durchführen. Das übersteigt aber natürlich die Möglichkeiten des einzelnen Trainers. Das, was ich zu beobachtet haben glaube, stützt aber eher die traditionelle These.

    Guter Beitrag! Leider ist es bei uns so, dass der Spielbetrieb im Kreis es sehr schwierig macht, Kindern zu vermitteln, dass Fußball vor allem Spaß machen soll. Meine E1-Junioren spielen in Gruppen mit zwölf Mannschaften, das ergibt 22 Partien alleine in der Feldrunde, dazu kommt noch eine Pokalrunde unter den ca. 40 im Kreis gemeldeten Mannschaften, die ich mittlerweile für völlig kinderfeindlich halte. Im Rahmen der Feldrunde hatten wir an so gut wie jedem Samstag außerhalb der Schulferien Spieltermine, sogar am Samstag zum Beginn der Herbstferien lag ein Spiel -- das haben dann fast alle Teams in die bei vielen Kindern sowieso schon voll gestopfte Woche verlegen müssen. Kein Wochenende war einfach mal frei.. Und unser letztes Felrdundenspiel 2011 fand am 3.12. statt. Ende Oktober hatte schon die Hallenrunde begonnen, von vier Turnieren fanden bei allen drei noch im Zeitraum Ende Oktober bis Mitte Dezember statt. Hätten wir nicht die Reißleine gezogen und die Hallenrunde sausen lassen, wir hätten an zwei Adventswochenenden samstags ein Spiel und Sonntags ein Turnier gehabt. Daneben haben viele Kinder noch Musikunterricht, mit G8 hat der Umfang des Schulunterrichts auch noch zugenommen, im Dezember wurden noch jede Menge an Arbeiten geschrieben, das ist für viele Kinder und auch ihre Eltern dann in der sogenannten 'besinnlichen Jahreszeit' dann Stress pur.


    Der Fußball ist hier nur ein Puzzle-Teil. Aber ich kann es derzeit nicht anders sehen, als dass die Verantwortlichen für den Spielbetrieb die Realität vieler Kinder überhaupt nicht mehr im Blick haben und davon ausgehen, dass Fußball bei allen Vereinsmitgliedern eine ähnliche Priorität haben sollte wie bei Ihnen. Ich empfinde die geschilderte Form des Spielbetriebs als Katastrophe und neige mittlerweile dazu, ihn als gesundheitsschädlich für die betoffenen Kinder einzustufen.

    Gerade bei der Einführung einer neuen Technik halte ich es für hilfreich, äußere Einflüsse zunächst mal weitgehend zu eliminieren. "Vom Einfachen zum Schweren". Das erhöht die Chance auf schnelle Erfolge (mit entsprechender positiver Rückkopplung auf die Motivation).


    Genau.


    Aber Du hast Recht, dass das nicht hinreichend ist, um die Technik zu festigen und dann auch unter widrigen Umständen einsetzen zu können. Ich sehe z.B. immer wieder, dass manche Teams, die auf Kunstrasen trainieren auf unserem holprigen Naturrasen echte Nachteile gegen uns haben. So hat der Acker auf unserem Gelände halt doch noch sein Gutes ;).


    Klar, das ist bei uns auch so, mein Team tat sich gegen ein Team, das auf Asche spielt und trainiert, dort deutlich schwerer als bei uns. Umgekehrt liest man in deren Spielberichten immer mal wieder, sie seien halt eine Hartplatzmannschaft und hätten ihre Schwierigkeiten auf anderen Belägen. Das ist natürlich so, ich spiele auf gewohntem Belag bzw. auf Plätzen mit gewohnten Eigenschaften besser als auf anderen. Dass da die Unterschiede noch so deutlich sind, liegt aber, wie ich meine, hauptsächlich am Alter und dem dadurch bedingten geringeren Erfahrungsschatz unserer Schützlinge. Die von mir beschriebenen Effekte dürften dann aber, so meine ich, beginnen, sich im E-Bereich zu zeigen und im Jugendbereich dann deutlich zu werden.

    Andre, ich befürchte, du verstehst Tirus falsch, er meint es, wie ich es lese genau anders herum, überspitzt formuliert wäre das: ein Spieler lernt am besten Fußball spielen, wenn er die widrigsten Bedingungen hat. Der Futsalball hingegen erleichtert die Ballkontrolle in der Halle und verbessert die Bedingungen noch stärker als in dem in Tirus' Einleitung genannten Satz von ChrisB.


    Ich möchte dir jedoch widersprechen, Tirus. Du hast sicher Recht, dass die Fehlpassquote bzw. ganz allgemein die Quote technischer Fehler beim Übergang zu besseren Bedingungen sinkt. Das ist so, unabhängig von der Leistungsklasse der Akteure, auch BuLi-Spieler können auf einem Acker kein ordentliches Kurzpassspiel aufziehen. Interessant ist aber die Frage, wo und bei welchen Bedingungen die größten Fortschritte beim Erlernen der Technik gegeben ist. Die von DFB in Auftrag gegebene Futsalstudie kommt zum Ergebnis, dass Fußballanfänger sich mehr steigern, wenn sie den Futsalball verwenden. Es ist einfach leichter, diesen Ball zu beherrschen, so dass die Ballkontrolle weniger Zeit und Mühe in Anspruch nimmt und man dadurch mehr Zeit und Aufmerksamkeit für die Folgeaktion hat. Gerade in der Halle finde ich den Futsalball den anderen Ballarten deutlich überlegen. In der Halle steht gewöhnlich weniger Raum zur Verfügung, so dass ein Spieler nach der Ballannahme viel schneller unter Gegnerdruck kommt als draußen. Habe ich nun technische Mängel bei der Ballannahme, so verspringt der Ball dabei mal mehr, mal weniger. Er dotzt ein bisschen, prallt ein bisschen zu weit nach vorne oder in eine von mir nicht so ganz antizipierte Richtung. Draußen ist das häufig nicht ganz so schlimm, weil ich den Platz hatte, um mich entsprechend frei zu laufen. In der Halle ist die Gesamtfläche aber viel geringer, da sind die Lücken, in die ich mich frei laufen kann, auch entsprechend kleiner. Bei uns ist es auch so, dass die meisten Spieler in der Halle, in der wir trainieren, eine bessere Bodenhaftung haben als auf unserem alten Kunstrasen, der eigentlich mittlerweile eher ein Betonplatz mit Sandauflage ist.


    Ich glaube zu beobachten, dass meine Jungs im technischen Bereich in der Halle größere Fortschritte machen als draußen. Und ich bin dir genau entgegen gesetzter Überzeugung: am besten lernt man den Fußball unter optimalen Bedingungen, und kann sich dann später schneller auf widrige äußere Umstände einstellen. Andererseits ist meiner Meinung nach die Qualität des erreichbaren technischen Niveaus deutlich durch die Güte der Bedingungen begrenzt.

    Danke für die Ergänzuung, MichaMittelfeld, und du hast mit deinem Beitrag natürlich Recht. Wenn man die Übung, ausgehend von dem von Sir Alex geschilderten Grundaufbau, erweitert, wird sie auch vielfältiger und reizvoller.

    Ich würde es einfach mal probieren, mehr als schief gehen kann es ja nicht. Wichtig ist, dass die Übungen kindgerecht sind. Ich würde dir also vorschlagen, den natürlichen Wettkampftrieb zu nutzen und bspw. Staffeln über kurze Strecken mit vielen Richtungswechseln durchführen zu lassen. Ich will keine Werbung machen, aber ich nutze mit meinen E-Junioren seit einem Vierteljahr auch gerne die beiden DVDs zur Schnelligkeit der Münchner Fußballschule. Dort ist gut, dass zum Abschluss der meisten Übungen noch die Ballkontrolle und der Torschuss kommen, das motiviert meine Kids unheimlich.

    Ich schrieb ja auch, dass ich den Tannenbaum (oder die gleiche Übung mit anderem Aufbau) durchaus auch mal in meinem Training benutze.


    Ja, wie ich auch verwendest du ihn nach eigener Aussage "gelegentlich". :)


    Nur wollte ich anmerken, dass diese Übung in meinen Augen eigentlich nur das Ziel erreicht, die Ballführung/das Ballgefühl zu verbessern.


    Richtig, das sehe ich ja auch so. Aber während du der Übung gegenüber eine eher kritische Haltung einnimmst, kann ich ihr durchaus Positives abgewinnen. Ich fühlte mich zu meiner Erwiderung auf dein Posting dadurch aufgefordert, dass du im Verlauf deines Beitrags, wie es mir schien, immer härter mit dem Tannenbaum ins Gericht gingst, am Ende kam eher rüber, dass die Übung ziemlich ungeeignet sei. Das wollte ich etwas relativieren.


    Den Schwerpunkt offensives 1gg1 bediene ich damit wenig, ganz gleich wieviele Finten ich trainieren lasse und wieviel Zeit ich dafür verwende. Die SPieler können dann zwar den Bewegungsablauf der FInten, die B-Note ist hervorragend, aber sie kommen trotzdem kaum am Gegner vorbei.


    Ich würde den Tannenbaum auch selbst weniger für das Training von Finten als für Übungen des Richtungswechsels verwenden, konkret bei mir also im Moment den Satz an "Change-of-Direction"-Moves des Coerver-Programms. Das sind dann keine Finten, sondern Richtungswechsel. Diese haben zwar auch zum Ziel, den Gegner abzuschütteln und können daher nur dann effektiv sein, wenn sie zum richtigen Zeitpunkt erfolgen, präzise ausgeführt werden und wenn eine schnellen Anschlussaktion folgt. Ich bin ganz deiner Meinung, dass zu einer tatsächlich gut ausgeführten Finte mehr gehört als nur die richtige Bewegung der Beine. Und der echte Test der Finte oder des Richtungswechsels kann nicht im Tannenbaum erfolgen, da fehlt, wie du richtigerweise anmerkst, der Gegnerdruck. Aber die Kids müssen ja erst einmal die Bewegung ohne und mit geringem Gegnerdruck erlernen, sonst werden sie die Finte oder den Richtungswechsel nie gut genug beherrschen, um sie auch unter hohem Gegnerdruck erfolgreich, d.h. ohne Ballverlust, anwenden zu können.


    Lieber 1-2 Finten richtig und gut können (also mit ganzem Körper, den Armen, etc.) als möglichst elegant aussehend 10 verschiedene, die der Spieler aber nicht zielführend benutzen kann.


    Ja, ich finde auch, dass eine Finte erst dann 'sitzt', wenn mit ihr der Gegner erfolgreich getäuscht wird. Bei besser werdenden Gegnern wird dazu zunehmend der Einsatz des ganzen Körpers benötigt. Die Kids müssen aber nach und nach erst dahin kommen.


    Und um die Ballbeherrschung etc. zu verbessern, eignen sich meiner Meinung nach Übungen, wie folgende besser:
    - kleines Viereck, alle Spieler einen Ball und dann kreuz und quer dribbeln, durchaus mit bestimmten Anweisungen, besser. Man muss immerhin schauen, wo man hin dribbelt, die Übung ist weit weniger monoton, da auch die Hindernisse sich bewegen. Ist zwar wahrscheinlich ne uralt Übung und sieht nicht so spektakulär aus, erfüllt aber absolut den Zweck.


    Diese Übung mache ich auch, da sie deutlich weniger aufwendig im Aufbau ist, ist sie sogar deutlich bequemer als der Tannenbaum. Für weniger monoton halte ich sie indes nach der Beobachtung meiner E-Junioren nicht. Naja, vielleicht hat das weniger mit Monotonie zu tun. Ich beobachte jedenfalls, dass es ein paar bequemere Spieler gibt, die dazu neigen, bei der Übung in der Gruppe im Engagement recht schnell herunter zu schalten und sich die entlegeneren Ecken des Übungsfeldes zu suchen. Dieses Phänomen ist in freieren Übungen stärker zu beobachten als in solchen mit einer größeren Anzahl an Orientierungspunkten. Soll heißen: ein Tannenbaum muss durchlaufen werden, nach jedem Hütchen hat der Spieler gleich das nächste Ziel in Form des nächsten Hütchens vor Augen, und er muss den Parcours durchlaufen, da ist ein festes Ziel vorhanden. Wenn die Spieler hingegen einfach nur wild durcheinander dribbeln, fehlt das Ziel, wenn sie nun langsamer dribbeln und dabei ins Gehen verfallen, wird es einfacher, der Ball ist leichter zu spielen und fliegt auch nicht so oft weg. Dabei verspüren sie als Übende auch keine unmittelbaren Nachteile. Und sie haben auch kein Ziel, an dem sie sich messen können. In der Folge beobachte ich, dass solche Übungen bei typischen Breitensportmannschaften unheimlich schnell an Tempo einbüßen. Bei talentierteren Spielern, die von sich aus Spaß an ihren technischen Fähigkeiten haben, sehen sie hingegen oft sehr schick aus, keine Frage.

    Wir spielen im regulären Punktspielbetrieb des SFV (Stadtverband Dresden) im Pool 4 - das heißt im mittleren Leistungsniveau. Da es bei uns - im Gegensatz zu anderen Organisationen - Tabellen und Punkte gibt (lediglich die Tore werden de facto ignoriert, da immer nur 0:0 bzw 1:0 gewertet wird) und die Kinder auch gewinnen WOLLEN, sind bestimmte Übungen wie Dribbling, Pässe und Finten unerlässlich, um hin und wieder ein Spiel zu gewinnen und den Kindern ein bestimmtes Erfolgserlebnis zu garantieren.


    Ich würde dir empfehlen, zu versuchen, dich dennoch von den Tabellen und Punkten zu lösen. Sie haben in meinen Augen im F-Bereich nichts zu suchen und verführen nur, der Dunklen Seite der Macht nachzugeben. Ich muss gestehen, diesbezüglich aus eigener Erfahrung zu sprechen. Ganz wichtig dabei ist, dass du den Eltern vermittelst, dass Punkte und Tabellen völlig egal sind und weshalb das so richtig ist. Die Kinder wirst du viel leichter überzeugen können als einige Elternteile..


    Was mich persönlich am meisten stört, ist die Tatsache, dass leistungsstarke Spieler auch die disziplinierteren und zuverlässigeren Spieler sind. Nicht nur, dass sie regelmäßiger zum Training erscheinen - sie sind auch disziplinierter, konzentrierter und engagierter (Anstregung und Leistungswille). Gerade die Spieler, die es von ihren fußballerischen Fähigkeiten am nötigsten hätten, bringen nicht (immer) die nötige Disziplin mit und scheinen das Training als (reinen) Spaß zu betrachten. Natürlich soll Fußballtraining gerade in den unteren Jahrgängen VOR ALLEM Spaß machen, weshalb ich die meisten Übungseinheiten als Staffelwettkämpfe mit Punkten durchführe und natürlich ein Spiel (welcher Art auch immer) dazu gehört. Aber meiner Meinung nach sollten auch grundlegende fußballerische Fähigkeiten im F-Jugendbereich vermittelt werden.


    Du hast es mit Kindern zu tun, dem musst du dich stellen. Du kannst von Kindern nicht dasselbe Verhalten erwarten, wie es Jugendliche und Erwachsene zeigen können und überwiegend auch sollten. Kinder musst du begeistern, du musst sie positiv motivieren, musst Geduld und Verständnis haben, musst in allen Situationen Vorbild sein. Du musst dich auf sie einstellen, musst dich darum bemühen, die Welt durch ihre Augen zu sehen.


    Zu deiner Wunschvorstellung: Überleg mal, es ist doch völlig normal und eigentlich leicht zu erklären, dass die Stärkeren gleichzeitig aufmerksamer sind, sie sind einfach vom Fußball begeisterter. Dadurch, dass sie aufmerksam, diszipliniert und zuverlässig sind, bekommen sie positives Feedback: sie werden gelobt und es flutscht. Dadurch werden sie bestärkt, bauen Selbstvertrauen auf, es entsteht eine positive Rückkopplungsschleife. Wenn den anderen Spielern das positive Feedback fehlt, so bleibt ihre Leistungssteigerung im besten Fall hinter dem Optimum zurück, im Normalfall stagnieren sie und die Leistungsschere tut sich auf. Und im schlimmsten Fall erfahren sie negatives Feedback, büßen an Selbstvertrauen ein, flüchten sich in Hampeleien und anderes Gekasper und werden immer schlechter.


    Deine Aufgabe als Trainer ist es in meinen Augen gerade im Kinderbereich, zu versuchen, alle deine Schützlinge so zu fördern, dass sie eine positive Rückkopplungsschleife aufbauen. Bei den Stärkeren ist das naturgemäß viel leichter als bei den Mittelmäßigen. Und bei den Schwächeren ist es die wahre Herausforderung an den Kindertrainer.


    Ohne dir zu nahe treten zu wollen klingt bei dir heraus, dass du noch dazu lernen kannst, was kindgemäßes Training anbelangt. Ich möchte dich dazu einladen, dieses Forum aufmerksam zu studieren, es hat mir und vielen Anderen in der Vergangenheit sehr geholfen. Darüber hinaus empfehle ich dir zum Thema Kindertraining die Angebote des DFB zu nutzen.

    UK1967: ich kann DonQuijote nur beipflichten. Mit so vielen Kindern kannst du kaum individuell korrigieren bzw. auf den Einzelnen eingehen. Sicher kann und sollte man mit so einer großen Gruppe viele Spielformen einsetzen, aber ganz ohne Übungsformen kommt man ja auch nicht weiter..

    Wenn es zu arg wird, kann es auch ein hilfreicher Schock sein, wenn man den Quatscher nach der Erklärung dazu auffordert, die Übung zu demonstrieren. Eine solche Bloßstellung sollte natürlich nur sehr selten zum Einsatz kommen, Ultima Ratio sein, und setzt ein intaktes Vertrauensverhältnis voraus. Aber sie kann sehr wirksam sein..

    Ich denke, die Übung soll weniger das 1:1 an sich als die Ballbeherrschung und enge Ballführung mit vielen Richtungswechseln schulen. Der Aufbau der Hütchen im Tannenbaum erlaubt eine effiziente Nutzung von Raum und Material. Der Tannenbaum hat seinen speziellen Satz an Winkeln für die Richtungswechsel, Peter Schreiner bietet in seinem Buch ("Perfekte Ballbeherrschung" oder so ähnlich) ja auch noch andere Aufbauformen, wie den Kamm oder die Raute, an. Gemäß dem Paradigmas "vom Einfachen zum Schweren" und auch einem der Grundsätze der Coerver-Methodik folgend ist es auch durchaus sinnvoll, eine Fertigkeit zunächst ohne Gegnerdruck zu üben, später dann leichten und zum Schluss schweren Gegnerdruck hinzu zu nehmen. Insoweit gebe ich dir Recht, Sir Alex, dass die Übung suboptimal ist, wenn nicht andere Übungs- und/oder Spielformen folgen, in denen der Gegner- und Zeitdruck dazu kommt. Letzteren könnte man übrigens durchaus auch mit einem gleichzeitigen Staffellauf von zwei Teams in zwei Tannenbäumen mit jeweils einer festen Anzahl an Bällen durchführen. Man könnte sich die Tannenbäume vielleicht sogar teilweise überschneiden lassen, damit sich die Spieler auch gegenseitig ausweichen müssen.

    Mit den Inhalten habe ich mich noch nicht auseinander gesetzt, aber den Begriff "Life Kinetik" finde ich abstoßend, mal wieder so ein hohler Mischmasch aus Englisch und Deutsch, bei dem mir gleich der Verdacht kommt, dass er hauptsächlich dazu gewählt wurde, um gut und hyperneu, also gut vermarktbar zu klingen...


    [Spätere Ergänzung:] Das soll jetzt nicht heißen, dass der Inhalt, der sich hinter dem Begriff "Life Kinetik" verbirgt, nicht taugt, nicht im geringsten. Es riecht nur so ein bisschen nach älterem Wein in neuen Schläuchen.. Der Tropfen kann dabei durchaus ein edler sein.

    Abklatschen nach Fouls in der E1 8o? Hört sich ja echt gruselig an!


    Da bin ich ganz deiner Meinung. Leider habe ich das schon bei zwei Teams mit bekommen, die gegen uns spielten. Die eine Partie war ein Heimspiel, da hat dann unser Schiri die Schuldigen im Spielverlauf noch halbwegs einnorden können. Im anderen Fall war es ein Auswärtsspiel mit Schiri der Heimmannschaft. Das war nicht schön... Die Spieler waren schlimmer als der Schiri, vielleicht war er auch nur ein bisschen überfordert. Er hat auch nicht jede Schwalbe gepfiffen und ließ auch nicht alle Fouls gegen uns durchgehen. Aber die Erfolgsquote der unfairen Spieler war für meinen Geschmack dennoch viel zu hoch, so dass sie in ihrer Handlungsweise eher bestätigt wurden.. Das Abklatschen erfolgte in diesem Spiel nach dem Tor zum Ausgleich der Gäste. Es gab einen sehr fragwürdigen Freistoß gegen uns, der Ball ging direkt aufs Tor, unser Torhüter stand gut, wollte gerade hoch gehen und wurde dabei zur Seite gestoßen, der Ball fliegt ins Tor. Die gegnerischen Spieler klatschen sich ab, meine Spieler berichteten von einem Wortwechsel unserer Kontrahenten, so nach dem Motto: "Alter, geil, wie du da den Torwart weg geknockt hast!", "Ja, so ging dann auch das Tor rein, geil..." In einer anderen Situation bedrängt mein Spieler den Ballführenden keine zwei Meter entfernt von mir, da geht letzterer plötzlich unter lautem Geschrei zu Boden. Mein Spieler ist völlig perplex und weiß nicht, was los ist. Schiri pfeift, ich gehe zum Verletzten und helfe ihm auf, da guckt er mich an wie ein Auto, ist urplötzlich völlig still und läuft völlig beschwerdefrei davon. Ich fühle mich an ein Spiel bei der Frauem-WM erinnert, in dem sich eine Brasilianerin nach viel Lamento mit der Trage vom Platz transportieren ließ und keine zwei Sekunden, nachdem sie vom Platz war, quicklebendig von selbiger aufsprang. Sie bekam dann folgerichtig gelb.


    Das FPL-Konzept geht ja gerade davon aus, dass die Kinder selbst entscheiden. Bei einer bewusst foulenden Mannschaft ist das Kind schon in den Brunnen gefallen - ich sehe nicht, wie man die ohne Eingriff von außen wieder einfangen kann. Hoffentlich hast Du nicht so eine Mannschaft bei Deinem Turnier.


    Danke. Ich glaube, da kann ich zuversichtlich sein. Wir haben uns schließlich ausgesucht, wen wir einladen. Dass bei Teams wie dem, dessen Verhalten ich oben schildere, der Zug leider abgefahren ist, glaube ich auch. Obwohl, das sind auch bei denen nur ein paar Spieler, der Rest ist in Ordnung...

    Ich mache gerade auch den Trainer C-Breitenfußball, wir kommen gerade zum Ende des Kindermoduls. Es wurde schon häufig erwähnt, dass viele Ballkontakte und geringe Wartezeiten im Kindertraining von großer Bedeutung sind. Disziplin im Training wurde nicht direkt thematisiert, dieser Bereich kam eher in der Diskussion unter den Trainern zur Sprache, allerdings nur recht wenig.

    OK, danke für die Erläuterungen, jetzt verstehe ich besser, was TW-Trainer meinte. Und inzwischen bin ich auch an der Hälfte der von Uwe eingangs verlinkten Diplomarbeit angelangt. Nun bin ich von der Absicht gepackt, unser am zweiten Februarsamstag stattfindende Fairplay-Turnier ohne Schiedsrichter stattfinden zu lassen. Meine Vereinskameraden stimmen dem Vorhaben hoffentlich zu. Im Vorfeld werden wir dann natürlich die Gastmannschaften davon in Kenntnis setzen, wie das dann ablaufen soll.


    Ich bin mal gespannt, ob in der o.g. Diplomarbeit auch auf die schwierigen Fälle eingegangen wird, d.h. auf Mannschaften, die tatsächlich absichtich unfair spielen. Von diesen faulen Äpfeln kenne ich in unserem Kreis und Jahrgang (2001, ältere E) schon ein paar. Sie sind in der Minderheit. Aber es gibt sie, und ich frage mich, wie ein Spiel nach FPL-Regeln abliefe, wenn ein solches Team teilnähme. Was macht man gegen den schreienden Trainer und die nach teilweise bösen oder zumindest hinterhältigen Fouls grinsende und sich abklatschende Spieler?


    Vielleicht ist das aber eine rein akademische Frage, denn bevor ein Spiel oder Turnier nach FPL-Grundsätzen durchgeführt wird, müssten ja alle beteiligten Teams darüber entsprechend informiert werden.