allgemein zur Taktikdiskussion. ein herrliches Diskussionsthema für Trainer. bei der auch jeder Trainer seine ihm ureigene Fussballphylosphie unterbringen kann.
Klar, als Amateur-Kloppi haben wir doch alle unseren Spaß 
geh ich jedoch von dem hier Geschrieben aus, gehen mir die einzelnen Überlegungen und Gedanken zuweit.
ich vertrete hier eine andere Phylosophie-
Gerade D-Jugend-Jahre sind die Ausbildungsjahre.
das Erlernen gewisse taktischte Vorgaben (sowohl für den Einzelnen, aber auch schon für Mannschaftsteile und in gewissem Rahmen
auch schon für die gesamte Mannschaft) zu begreifen und versuchen dies umzusetzen stehen dabei für mich absolut im
Vordergrund.
diese Vorgaben sollten jedoch einfacherer Art sein und sich am Leistungsvermögen des einzelnen ausrichten.
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Das sehe ich genauso. Insofern gehen IMHO die "Überlegungen und Gedanken" nicht zu weit, weil entscheidend ist, wie sie der Trainer den Spielern vermittelt und was er fordert oder, von mir aus auch, was er vorschlägt. Ich stimme dir vollkommen darin zu, dass das detaillierte Verhalten auf bestimmten Positionen in spezifischen Situationen nicht Ausbildungsinhalt sein sollte. Aber ich denke, es ist gut, wenn der Trainer eine Vorstellung davon hat, wo die Reise mal hin gehen soll, und dementsprechend seine Inhalte so entwirft, dass sie dem Ziel nicht widersprechen.
In diesem Alter spielt es für mich da absolut keine Rolle. welches Spielsystem letzendlich gespielt wird, oder welches System für meine Mannschaft das beste ist (für mich ist das dann Leistungsdenken)
Hmm, ja, aber genau deshalb bevorzuge ich doch das 4-3-1 gegenüber z.B. dem 3-3-2, weil ich eben finde, dass es das Leben und die Ausbildung sowohl für die Kids als auch den Trainer erleichtert.
Ausbildung bedeutet möglichst vieles erlernen. Geschieht das noch in einem festgelegten System? Ist es nicht sinnvoller in diesen Ausbildungsjahren auch unterschiedliche Systeme mit weniger exakten Vorgaben und Erwartungen spielen zu lassen?
Ich denke zunächst nein. Vielmehr bin ich der Meinung, dass häufig wechselnde Spielsysteme die Kinder verwirren und überfordern können. Beim 7er-Fußball, wie er bei uns bis zur E-Jugend inklusive gespielt wird, bevorzuge ich eindeutig das 3-3 vor einem möglichst mit spielenden Torhüter, weil ich meine, dass darin jeder Spieler stärker ins Spiel eingebunden ist als in Systemen mit drei Reihen. Und nun, in der D-Jugend, möchte ich meine noch junge Spieler nicht mit dem Wechsel zwischen verschiedenen Systemen verwirren und überfordern, sondern möglichst ein System wählen, das funktioniert und auch unter Ausbildungsgesichtspunkten sinnvoll ist. Da erscheint mir nach der Erfahrung von ein paar Spielen das 3-2-3-System als recht schwierig für meine Spieler: die Dreierkette ist aus meiner Sicht komplexer als die Viererkette (wenn man nicht sogar lieber von Reihen sprechen sollte, denn Kettenbewegungen kennen meine Spieler ja noch nicht), zusätzlich fiel unseren Spielern, die wir im Mittelfeld einsetzten, die Abstimmung sehr schwer. Da scheint mir das 4-3-1 als Grundaufstellung den Fähigkeiten von jungen D-Junioren mehr entgegen zu kommen.
geh ich von dem hier Geschriebenen aus, entsteht bei mir jedoch der Eindruck, dass bereits bis ins letzte Detail ausgeklügelte Systeme eingefordert werden, wie man sie sich bei leistungsbezogenen Mannschaften vorstellt.
Dann trügt der Eindruck. Aber es ist natürlich schon so, dass gruppen- und mannschaftstaktische Verhaltensweisen immer wichtiger werden, je mehr Spieler sich auf dem Platz befinden. Insofern ist es, so meine ich, auch nicht sinnvoll, sie gänzlich aus dem Training zu verbannen. Letztlich ist die Frage entscheidend, wie man diese Inhalte vermittelt. Natürlich muss man dabei die Spieler, wie man heute so gerne sagt, dort abholen, wo sie stehen, sprich den Ausgangspunkt nach ihrem aktuellen Niveau richten, Schritt für Schritt vorgehen, und die Vermittlungstechnik kind- bzw. jugendlichengerecht gestalten. Und den Spielern auch Zeit lässt, selbst Erfahrungen zu sammeln, damit sie lernen, selber einzuschätzen, was wie wann und wo besser oder auch schlechter funktioniert.
Aber es ist schon so, und das entspricht durchaus auch der Weins-Denke, wie Andre sagt, dass man Kindern, wenn sie älter werden, durchaus als Trainer auch etwas beibringen kann, dass sie eben von sich aus nur bedingt kreativ sind, wenn man als Trainer keine Impulse setzt, so zumindest meine bisherige Erfahrung. In diesem Zusammenhang würden mich Dirk Coerverfans Methoden und Kinder sehr interessieren, weil in einigen seiner Beiträgen ja andere Erfahrungen und Überzeugungen durchklingen, was für mich im Moment aber noch zu gut, um wirklich wahr zu sein, klingt. Aber wieder zurück zu dem Punkt, den ich gerade machen möchte: es ist sicher nicht unser Thema, im Training mannschaftstaktische Überlegungen anzustellen, Laufwege einzuüben oder ähnliches. Aber die Vermittlung, am besten in gemeinsamer Erarbeitung, von geschickten und weniger geschickten Verhaltensweisen unter Berücksichtigung von Ort und Situation im Spiel durchaus.
auch ich hab mich stets mit taktischen augeklügelten Überlegungen befasst, diese dann jedoch in der Praxis erheblich zurückgefahren.
Was das Spiel unseres Teams anbelangt, so sind meine taktischen Überlegungen ziemlich elementar, siehe die Aufzählung in einem vorherigen Beitrag. Das sind die konkreten taktischen Überlegungen, die wir unserem Team mitteilen. Ganz sicher aber keine Laufwege, Vorschriften über Abstände, etc.
nach mir kamen andere Trainer, mit anderen taktischen Überlegungen, einer anderen Phylosphie. die von mir nicht einseitig taktisch geschulten Jungs, hatten wenig Probleme sich da umzustellen. bis zu Beginn der C-Jugend standen die Grundschulungen der Taktik im Vordergrund, nicht die Details, die kommen später.
Tja, was soll ich sagen, damit rennst du bei mir offene Türen ein.
die taktische Marschrichtung wird für mich im Kinder- und unteren Jugendfussball eindeutig zu hoch gehangen, zumindest sehen viele Beiträge hier so aus.
Vielleicht nennst du dann diese Beiträge und die konkreten Passagen dann mal direkt, damit wir wissen, woran du dich störst. Über diffuse Eindrücke lässt sich leider nur schwerlich diskutieren -- und das meine ich im eigentlichen Wortsinne, nicht im Sinne von streiten.
irgendwie ist das für mich ein Widerspruch zu sonstigen Forderungen die für diese Altersgruppe berechtigterweise hier immer wieder gestellt werden. aber jeder hat ja seine eigeine Fussballphylosophie. das ist auch gut so.
Das sollten sie nicht. Aber es ist halt so, dass der Weg von der G- bis zur A-Jugend ja einen stetigen Entwicklungsprozess darstellt. Da sind die Übergänge in der Entwicklung der Kinder und Jugendlichen fließend, ebenso müssen es auch die Inhalte sein. Ich bin absolut für die von dir propagierte ganzheitliche Förderung junger Fußballspieler. Ich behaupte sogar, dass die aus meiner alten Mannschaft stammenden Spieler in dem neuen Team in dieser Hinsicht besser dran waren als die Spieler, die aus den anderen zwei Teams kamen. Aber gerade sie darf ich dann auch nicht gleich überfahren, indem ich bspw. eine Spielerin, die in den letzten vier Jahren ausschließlich defensiv gespielt hat, als Stürmer aufbiete. Ich muss sie vielmehr allmählich fördern, ihre technischen Fähigkeiten am Ball fördern und sie sich z.B. gegen schwächere Gegner auch mal offensiv versuchen lassen, damit da nicht alles in die Hose geht und sie gleich wieder die Segel streicht.
Wobei ich da in dem neuen Team durchaus den Spagat zwischen meinen ausbildungstechnischen Idealen und dem durchaus von Vereinsseite vorhandenen Erfolgswunsch im Sinne von Siegen und Punkten hin bekommen muss.