Beiträge von tobn

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    Will man gewinnen: 1-3-1, sollen die Kids sich begeistern u. viel voll Elan bewegen: 1-1-2-1, auf die Gefahr hin, hinten zu offen statt eng zu stehen... Die Defensive gewinnt, Offensive bringt Fun!


    Hmm, sind aber drei von fünf Spielern auf der Mittelachse nicht ein paar zu viele in der Tiefe? Bei fünf Spielern, so wurde bei uns in der F gespielt, habe ich immer wie die fünf auf dem Würfel spielen lassen (bzw. das war die Grundformation bei Anstoß), diese Formation ist den Kindern visuell gut bekannt. Und im Spiel rennen sie dann ja sowieso ziemlich wild durcheinander.


    also wann hat sich denn da was geändert. denn bis vor sehr kurzer zeit hiess das ja noch c trainer leistungsorientiert. nun heisst es hier auf der dfb-seite einfach c-trainer.


    So sehr lange her kann es nicht sein, mir ist es auch erst gestern aufgefallen, als ich die URL für meine Antwort suchte. Ich selbst habe keinen Einblick in die Hintergründe. Mich würde es auch eher überraschen, wenn auch positiv, wenn das viel mehr als eine reine Änderung der Bezeichnung ist. Dabei wünsche ich mir, dass zumindest ein Grund für die Änderung darin läge, dass der Ausbildungs- und Förderungsgedanke gegenüber dem (häufig als eher gnadenlos erscheinenden) Leistungsgedanken aufgewertet wird. Ich bin auch durchaus bereit, dem DFB hierbei ein paar Vorschusslorbeeren zu zu gestehen.
    Die Ausbildungspyramide auf http://www.dfb.de/index.php?id=11284 enthält übrigens auch noch die vorherige Bezeichnung.


    zweite frage. auf den regionalen seiten, wie in niederbayern ist das noch nicht geändert. [...]


    Hmm.. Nun, dazu kann ich als Hesse nicht viel sagen. Als ich über den letzten Jahreswechsel hier den Trainer C-Breitenfußball machte, habe ich aber gemerkt, dass zumindest hier der DFB zumindest nicht bei allen Vertretern unseres Landesverbands besonders beliebt ist. Den Hinweis auf Unterschiede der Beschreibungen des Trainer C-Breitenfußballs und der entsprechenden Seite auf dfb.de kanzelte der örtliche Vertreter des HFV ziemlich brüsk ab. Letztlich sind oder waren die Unterschiede auch eher marginal. Aber ich würde mich nicht wundern, wenn in einigen Landesverbänden eine gewisse Gartenzaunmentalität vorzufinden ist und Empfehlungen und Weisungen des DFB oftmals eher kritisch aufgenommen werden. Das ist halt die Kehrseite des Föderalismus und vielen Trainern aus ihren Vereinen (einzelne Mannschaft vs. Verein bzw. Abteilung) und Kreisen (Vereine vs. Kreisleitung) bekannt, nur sind wir Trainer da die Weisungsempfänger, die auch nicht über jede Vorschrift begeistert sind..


    Um dir aber eine vielleicht zumindest ansatzweise hilfreiche Antwort zu geben: frage doch einfach beim Landesverband (LV) unter Hinweis auf die Änderung beim DFB nach. Wenn du möchtest, kannst du ja vorher auch beim DFB nachfragen, Andre hat von dort scheinbar schon öfters Antworten auf seine Fragen erhalten. Wenn deren Auskunft für dich positiv ist, könntest du sie ja in die Anfrage an den LV einfließen lassen, da würde ich mir aber große Mühe bei der Formulierung der Frage machen, damit es dem LV nicht so vorkommt, als würdest du ihnen das Butterbrot schmieren wollen.

    Gegenargument ist, dass die Kinder sich dadurch eine schludrige Technik angewöhnen (der Futsal verzeiht das ja eher).


    Hmm, das glaube ich nicht einmal. Überprüfbar belegen kann ich es nicht, aber ich vermute eigentlich, dass der Futsalball die Kinder besser in die Lage versetzt, ihre Technik erst einmal überhaupt zu verbessern, eben z.B. weil ein Pass mit der richtigen Schärfe gespielt werden kann, ohne dass der sofort abhebt, und dass dieser dann auch angenommen werden kann, so dass der Ball anschließend am Boden bleibt. Wobei Follkao richtigerweise anmerkt, dass der Futsalball mehr Kraft erfordert, um ihn genauso zu beschleunigen wie einen Filzball. Das finde die Kinder teilweise natürlich auch doof. Aber wie auch immer die Frage der Technikförderung zu beantworten sei, der Schluss, mit verschiedenen Bällen Erfahrungen zu sammeln, ist sicher richtig.


    Denke mal, da trifft eher "Übung macht den Meister" zu, oder? Die Trainersöhne trainieren doch einfach häufiger. Und wenn das stimmt, bringt einen das doch dazu, dass eher das aktive Vormachen und die praktisch vermittelte Begeisterung Wunder wirkt als toffe Tips, oder nicht?


    Da kommen sicher mehrere Faktoren zusammen, ich denke, es ist nicht wirklich möglich, zwischen ihnen eine allgemeingültige Gewichtung zu finden, dazu sind die Betroffenen einfach zu unterschiedlich. Ich denke auch, dass an Don Quijotes an anderer Stelle aufgestellten Mutmaßung etwas dran ist, in der er postulierte, dass nicht selten wohl nicht so sehr die Kinder der Trainer gute Spieler werden, sondern es vielmehr so ist, dass die Eltern der guten Spieler überproportional häufig ein Traineramt bekleiden.
    Ich denke auch, dass daneben, dass Trainer mit ihren Kindern vermutlich öfter gegen den Ball treten als die meisten anderen Spielereltern, auch das Thema Fußball und die Unterstützung dieses Hobbys in Trainerhaushalten häufig größer sein dürfte als bei dem Durchschnitt, und dass das die Kinder in ihrem Sport nachhaltig positiv bestärkt.

    Vorab: vieles über Futsalbälle wurde hier im Forum schon besprochen, ich gehe davon aus, dass der von Don Quijotes gepostete Link diesbezüglich sehr informativ sein sollte.


    Ich hätte gerne gewußt ob es wirklich so ist das man mit den Futsalbällen eine bessere Ballkontrolle hat.


    Auf jeden Fall, da der Ball einfach weniger dotzt. So rollt er eher als über den Hallenboden zu springen, und auch die Ballannahme ist einfacher bzw. mit weniger Ballverlusten verbunden, weil der Futsalball nicht so weit weg vom annehmenden Fuß wegspringt.


    Welche weiteren Vor-oder Nachteile haben diese Bälle?


    Neben den physikalischen Eigenschaften, empfinde ich im Juniorenbereich als vorteilhaft, dass sie sind kleiner als die bei uns häufig in der Halle verwendeten Filzbälle (Gr. 4 gegenüber Gr. 5) und so besser zur den Größenverhältnissen der Kinder und Jugendlichen passen. Sie fördern die Technik, es kommt nur ganz selten zu der von mir gefürchteten und in der Halle im Kinderbereich oft anzutreffenden Ping-Pong-Rückkopplung, womit ich meine, dass, sobald der Filzball anfängt zu dotzen, d.h. nach fast jeder unsauberen Berührung, sich das unheimlich schnell immer weiter aufschaukelt und die Kugel binnen Sekunden nur noch unkontrolliert herum geschlagen wird, wobei bei fast jeder Ballberührung mehrere Kinder mit Füßen auf Kopfhöhe agieren...
    Einziger Nachteil, der mir einfällt, und ich sehe ihn nicht mal als solchen, ist, dass sich Kinder, die den Futsalball gewöhnt sind, evtl. Umstellungsschwierigkeiten haben könnten, wenn sie dann in Turnieren mit einem Filzball spielen müssen. Die Futsalstudie lässt es jedoch auch als möglich erscheinen, dass mit dem Futsalball trainerte technisch besser als die mit konventionellen Bällen trainierte Kinder sind, so dass sich dieser vermeintliche Nachteil wieder aufheben könnte. Mir wäre es egal. Wobei man noch sagen sollte, dass es ja durchaus eine gute Idee ist, gerade im Kinderalter auch mit verschiedenen Bällen zu arbeiten. Ich hatte mir dazu ein paar Billigplastikbälle (ein Euro das Stück) aus der örtlichen Drogerie gekauft und mir gebrauchte Tennisbälle besorgt. Auch die Kissen in Fußballform von IKEA habe ich ab und zu mit genommen, da wurde dann in der Halle barfuß gespielt.
    Übrigens sind viele Kinder erst mal ein bisschen enttäuscht von den Futsalbällen, eben weil sie nicht so viel herum dotzen. Viele Kinder lieben ja durch die Luft segelnde Bälle, das macht der Futsalball zwar auch, aber man muss ihn dazu fester treten und eben richtig treffen. Und dann fängt er ziemlich schnell wieder an zu rollen, sobald er auf dem Boden aufkommt. Das irritiert einige Kinder zunächst einmal. Aber meine Spieler haben die paar Futsalbälle, die ich besorgt habe, am Ende geliebt.


    Ich trainiere Jugendmannschaften seit 1996 aber wir haben noch nie mit diesen Bällen gespielt,betreten also absolutes Neuland.


    Probiere sie mal aus und gib ihnen mehr als fünf Minuten, bevor du dir ein Urteil bildest.

    Na ja, mit dem Wort einimpfen solltest Du hier vorsichtig sein ;) Ist sicherlich auch anders gemeint. Letzten Endes müssen die Spieler doch zu den Erkenntnissen von selbst kommen, sonst machen sie doch nur das, was der Trainer gesagt hat. Und sprinten tut, wer sich sprinten zutraut und nicht, wer zum sprinten getrieben wird.


    Ich gehe mittlerweile davon aus, dass ich hier nicht mehr so schnell missverstanden werde, und habe eben auch schon versucht, mich geeignet auszudrücken. Ich bin jedoch durchaus zu der Erkenntnis gekommen, dass der eine oder andere Ratschlag des Trainers den Kindern mehr hilft, als wenn man sie sich völlig selbst überlässt. Wir sind ja als Trainer durchaus Lehrende, es ist halt nur die Frage, in welchem Umfang und in welcher Form wir unser Wissen vermitteln. Sicher freue ich mich ganz besonders über die Kinder, die völlig selbstständig optimale Fortschritte erreichen, aber das sind ja bei weitem nicht alle. Und einzelne (!) Kinder reagieren durchaus auch ganz gut auf den gelegentlichen (!) verbalen und freundlichen (!) Arschtritt. Das muss die Ausnahme sein und setzt ein intaktes Vertrauensverhältnis voraus. Diese Aussage soll sicherlich nicht zur Legitimation irgendwelcher KiFu-Gegner dienen.

    Ja ja, auf meine Anfrage nach Futsalbällen vor einem Jahr bekam ich auch vom Abteilungsvorsitzenden (und Ehemann der JL) die Antwort, dass einige Futsalbälle ja vorhanden wären. Ich habe sie mir also mal angesehen und es waren auch Herrenbälle, viel zu schwer für meine damaligen E-Junioren. Ich habe sie dankend aber ablehnend zurück gegeben und von der Mannschaftskasse ein paar eigene gekauft.

    Ich denke mal, effektiver ist die Schaffung spezieller Grundprinzipien, die in dem Video auch gut erklärt werden.


    - Einbeziehen des Torwarts als 5'ten Feldspieler
    - Lösen der Drucksituation über Dreieck
    - Breite und Tiefe schaffen


    Vollkommen richtig. Ich finde nur, dass das mit der Grundaufstellung der Raute besser geht bzw. den E-Junioren leichter fällt.


    Ob dann Deine Spieler in Raute stehen oder als 2 - 2, da findest Du bestimmt mal eine Momentaufnahme, in der das so oder so ist...


    Natürlich. Je weniger Spieler es gibt, desto flexibler muss der einzelne agieren. Das muss man den Spielern auch unbedingt einimpfen. Auch ganz wichtig ist die Förderung der Einsatzbereitschaft. Denn je weniger Spieler auf dem Platz sind, desto gravierender wirkt es sich aus, wenn einzelne sich zu wenig bewegen. Nicht selten bewegen sich die schwächeren Spieler jedoch weniger, weil sie sich unsicher fühlen.Dem sollte man mit viel Lob entgegen wirken, zwischendrin kann man dann auch mal zu dem einen oder anderen Sprint animieren.

    Ich muss sagen, dass ich, im Gegensatz zur Münchner Fußballschule (MFS) das 1-2-1 in der Halle bevorzuge, also die Grundformation der Raute vor dem Torhüter. Schaue dir dazu mal folgenden Artikel an: http://www.training-wissen.dfb.de/index.php?id=500014&tx_dfbnews_pi1[showUid]=44&tx_dfbnews_pi4[cat]=12. Der zentrale Defensivspieler bringt viel Stabilität ins Spiel und gibt den Außenspielern, die ja definitiv ganz viel laufen müssen, um sowohl Offensive wie Defensive nachdrücklich zu treiben, Zeit, um bei Vorstößen des Gegners nachzusetzen. Ich finde es dabei aber ganz wichtig, dass kein Spieler nur vorne oder hinten zentral eingesetzt wird, da wünsche ich mir unbedingt eine Rotation, damit man eben nicht hinten nur den grobmotorischen Ausputzer und vorne den wieselflinken Stürmer stehen hat. Dieser ergebnistechnisch sicher verlockenden Versuchung muss man als Kindertrainer unbedingt widerstehen.

    Willkommen im Forum, Leonardo.


    Zu deiner Frage: unter http://www.dfb.de/index.php?id=11284 gelangst du zu den Informationen zu den Trainer-Lizenzen des DFB. Wenn du rechts im Menü eine Lizenzstufe (oder -vorstufe) anklickst, kommst du auf eine Seite, auf der die Voraussetzungen für die Teilnahme an den Kursen, die zur Lizenzstufe qualifizieren, aufgeführt werden.


    Aber um es kurz zu machen: Man kann sowohl die Lizenz zum Trainer C-Breitenfußball als auch zum C-Trainer, der bis vor kurzem noch Trainer C-Leistungsfußball hieß, direkt machen, d.h. man benötigt nicht eine untergeordnete Lizenz. Das ist ab dem B-Trainer so, für diesen braucht man die Lizenz C-Trainer.

    Danke für den Vorschlag, guenter, die Idee war mir in der Vergangenheit durchaus auch schon gekommen. Mal sehen, ob ich unsere Jugendleitung dazu motivieren kann, so besonders offensiv tritt sie bisher nicht gegenüber der allerdings auch recht autoritär agierenden Kreisjugendleitung auf.. Du hast schon Recht, die Quali-Variante dürfte auf deutlich weniger Skepsis und Vorbehalte treffen, schließlich wird sie in der näheren Umgebung bereits länger praktiziert. Ich müsste mich halt schwer dahinter klemmen, bis dahin Verbündete zu sammeln. Aber mit deiner anderen Aussage hast du auch Recht, bisher hat noch jeder Trainer, mit dem ich sprach, für die überdeutlichen Ergebnisse nichts übrig gehabt..


    Der Grund dafür, die Idee der Quali nicht zu forcieren ist, dass ich den Gedanken des Schweizer Systems für noch besser hielt. Da aber eine Lösung, die von den meisten als gut genug empfunden wird (die Quali-Runde), einer (potenziell) noch besseren Lösung (das Schweizer System) im Wege stehen wird, habe ich mich da noch nicht entschieden.

    Micha71: Ich halte deine Entscheidung, aufzuhören, auch für die richtige. Das wäre mit dem JL nie etwas geworden. Ich würde jetzt aber tunlichst der Versuchung widerstehen, verbrannte Erde zu hinterlassen oder übel über ihn zu reden, auch wenn du dazu bestimmt genug Stoff hättest. Wenn dir aber vorschwebt, in einem anderen Verein wieder Trainer zu werden, würde ich das durchaus mal bei den dir wohlgesonnenen Eltern beiläufig fallen lassen. Ich würde an deiner Stelle wohl auch mal mit deinem Sohn die Trainings anderer Vereine angucken, um zu sehen, wie grün das Gras denn anderswo ist, sollte sich die Situation in der Mannschaft nach deinem Abgang verschlechtern. Damit scheinst du ja durchaus zu rechnen. Wer weiß, vielleicht wollen Euch dann ein paar andere Familien folgen. Das möchte ich jetzt nicht als Aufruf zum Fahnenverrat verstanden wissen, aber von Nibelungentreue halte ich nicht viel. Man sollte sich mit seinem Verein zumindest halbwegs identifizieren können, wenn das nicht geht, sollte man getrennte Wege gehen. Das geht auch ohne schmutzige Wäsche zu waschen.

    dabei wäre es doch so einfach.


    bis zu den Herbstferien Quali, danach Einteilung nach Leistungstärke.


    Im Nachbarkreis läuft das auch so, bei uns aber nicht. Bei uns gibt es auch in der E einen Kreispokal, d.h. eine Pokalrunde nach dem K.O.-Prinzip.


    Zum Spielbetrieb: ich persönlich fände es ja noch besser, wenn alle Mannschaften einer Altersklasse in einer Liga nach Schweizer System spielten. Das würde ich zumindest gerne mal ausprobiert sehen. Bei unserem Minifußballturnier in der letzten Saison hat das Schweizer System jedenfalls sehr gut funktioniert. Aber es wäre sicherlich etwas aufwendiger als das von dir vorgeschlagene oder das bei uns aktuelle Vorgehen.

    MichaMittelfeld, so ähnlich wie du hatte ich meine Spieler auf das zweite Spiel eingestellt. Meine Erfahrungen waren dann ähnlich wie deine. Die Kinder haben sich über einfache Sachen tatsächlich deutlich mehr gefreut und hielten die Moral länger oben, als wenn sie 'unvorbereitet' in die Partie gegangen wären. In letzterem Fall hätten sie vermutlich noch deutlich höher als beim ersten Spiel verloren und das Team wäre innerhalb von wenigen Minuten in seine Einzelteile zerfallen. Das ist beides zum Glück weitestgehend nicht eingetreten. Aber wie bei dir ließ sich die Spannung eben nicht über das gesamte Spiel halten, zur Halbzeit lagen wir noch 'nur' 0:3 zurück. In der zweiten verließ dann einzelne Spieler die Kraft, die Konzentration, die Motivation oder eine Kombination daraus, was ja auch nur zu verständlich ist. Immerhin machten wir da noch unser Tor, das ausgerechnet unser Mannschaftsküken, ein wahrer Floh von einem Spieler, erzielte.


    Was ich mich nur frage: wenn ich in die aktuellen E-Tabellen unseres Kreises gucke, sehe ich wieder das gleiche Bild. Oben sind drei Mannschaften, die nur siegen, außer, sie spielen gegeneinander, unten das genau umgekehrte Bild. Tordifferenzen von +/- 60 nach sechs oder sieben Spielen.


    Was soll das?


    Als Hintergrundinfo: bei uns wird in der E schon mit vererbtem Auf- und Abstieg gespielt. Es gibt keine Umsortierung der Ligen/Gruppen während der Saison.

    Wie rotiert ihr? Während des Spiels? In der Halbzeit? Jedes Spiel? So wie Steini über 2-3 Spiele oder gar in noch größeren Intervallen?
    Wir haben meist in der Halbzeit rotiert. Das lag vor allem auch daran, dass ich eigentlich fast nur Stürmer in der Mannschaft hatte :), die es mir nur schwer verziehen, wenn ich sie nicht wenigestens eine Halbzeit vorne aufgeboten habe..


    Bei mir spielten auch von neun Spielern sieben deutlich lieber offensiv als defensiv. Einer machte beides gleich gerne, ein einziger war eher defensiv orientiert. Und das eher aufgrund von geringer ausgeprägtem Selbstbewusstsein, dafür aber deutlich vorhandenem Team-Geist.


    Wo liegt der goldene Mittelweg zwischen Routine, Stabilität und Sicherheit auf der einen und flexibler Ausbildung auf der anderen Seite?
    Was ist wirklich kindgerecht und bietet sowohl Spaß am Spiel als auch bestmögliche Förderung?

    Wie im Eingangsthread ja schon zitiert: Mir erscheint die Vorgehensweise, 2 bis 3 Wochen einigermaßen konstante Positionen zu haben plausibel. Wir hatten oft Probleme durch die Rotation. Die Jungs brauchen ja jeweils ein paar Minuten, um sich an die neuen Aufgaben zu gewöhnen.


    Je öfter man rotiert und je flexibler man sie im Training einsetzt, umso kürzer ist die Umgewöhnung. Wobei auch diese, meiner Erfahrung nach, von Spieler zu Spieler sehr unterschiedlich ist. Ich hatte da einen, den ich nur selten innerhalb eines Spiels auf unterschiedlichen Positionen eingesetzt habe, eben weil er sich mit der Umgewöhnung ziemlich schwer tat. Ein anderer hatte am Ende der E2 erst angefangen, ihm fehlte die Erfahrung der anderen Spieler, so dass ich ihn auch weniger häufig rotiert habe. Der Rest kam gut damit klar. War aber auch E-Juniorenaltjahrgang (bis auf zwei).


    Da haben wir dann oft ruck-zuck ein paar vermeidbare Gegentore kassiert. Ist egal. ich weiss, aber zeigt dennoch, die Situation.


    Die KiFu-Prinzipien in Ehren, aber Gegentore sind den Kids nicht egal. Dir und mir als Trainer ja, aber den Spielern nicht. Sie sind doch auch nur Menschen: klappt etwas, dann surfen sie auf der Euphoriewelle, geht etwas in die Hose, so läuft schnell gar nichts mehr. Ich halte es durchaus für KiFu-gerecht, das zu berücksichtigen, sowohl bei dem eigenen Team als auch bei dem des Gegners.


    Mir geht es dabei weniger darum, dass sich eigespielte Blöcke bilden (das traue ich der F-Jugend ohnehin noch nicht so recht zu), [...]


    Hört hört! Was hört man aber dennoch häufig für einen solchen Unsinn von der Eingespieltheit bei Kindermannschaften. Das ist Quatsch, ganz großer. Im Gegenteil, ich sehe in gelungenen Kombinationen zwischen einzelnen Spielerpärchen mittlerweile eher die Gefahr, dass diese Spieler sich recht bald nur noch gegenseitig den Ball zuspielen, dem ich unbedingt durch häufigeres Einteilen der fraglichen Spieler in unterschiedliche Mannschaften entgegen wirken würde. Längerfristig resultiert aus meiner Erfahrung aus der angeblichen Eingespieltheit zumeist die einseitige Bevorzugung bestimmter Positionen.


    [...] sondern vielmehr, dass die Stürmer ihre Rolle annehmen und die Verteidiger ebenso. Es macht eben einen Unterschied, ob ich als letzter Mann in eine Zweikampf mit dem Ballführenden einsteige oder als Stürmer. Ich habe wegen der häufigen Rotation die Jungs auch nie gezielt auf ihre Aufgabe im Spiel vorbereitet. Wenn man nur alle 3 Wochen rotiert, kann man ja in den 3 Wochen die Verteidiger udn Stürmer jeweils auf diese Rolle intensiv schulen (und die nächsten 3 Wochen dann anders herum).


    Problematisch an der Beibehaltung der Positionen über mehrere Wochen finde ich, dass die Spieler, die eine Position spielen sollen, die sie nicht mögen, nachhaltig demotiviert werden könnten. Ich hatte einen (sehr guten) Spieler, der tatsächlich unglaublich ungern in der Abwehr spielte, er empfand es als Bestrafung. Letztlich habe ich ihn mit aus diesem Grund an einen Nachbarverein verloren (dort spielt er in dem Team, das uns mit 18:2 abfertigte), aber dazu kann ich gleich noch mehr schreiben, es geht ja in Steinis Sub-Thread um eben das Thema. Wenn man häufiger rotiert, hält man die Spieler eher bei der Stange, schließlich sind zwei, drei Wochen in dem Alter eine gefühlte Ewigkeit.. Der Trainingserfolg dürfte weniger nachhaltig sein, das stimmt. Allerdings wird man sich im Training ja doch ohnehin einen Schwerpunkt setzen, der halt entweder defensiv oder offensiv ist, und alle seine Spieler in ihm schulen, anstatt parallel die eine Gruppe in der Defensive und die andere in der Offensive zu trainieren, und dann nach zwei, drei Wochen die Rollen zu tauschen. Das halte ich für nur wenig praktikabel und wollte es auch nicht, weil ich stets versucht habe, die Bildung von Grüppchen innerhalb der Mannschaft zu vermeiden..


    Die "Gefahr" bei der mehrwöchigen Konstanz sehe ich darin, dass die Rotation an sich jeweils neu erkämpft werden muss (so nach dem Motto "klappt doch gut die letzten Wochen, warum willst Du die gerade eingespielte Mannschaft jetzt wieder durcheinander würfeln?"). Das ist leichter zu verkaufen, wenn man ohnehin permanent rotiert.


    Ja, das denke ich auch. Meiner Erfahrung nach sind auch Kinder noch mehr im Hier und Jetzt verhaftet als es schon Erwachsene sind. Wenn man da Pech hat und auf den starken Gegner trifft, wenn man gerade rotationsbedingt in der Defensive spielt, so wird man sich als schlechterer Verteidiger fühlen als der Nebenmann, der gegen das schwache Team in der hinteren Reihe stand. Ich kann also kürzeren Rotationsintervallen auch etwas abgewinnen, obwohl ich Euch zustimme, dass längere Intervalle nachhaltigere Erfahrungen vermitteln dürften.

    Ich muss zwischen der letzten Saison unterscheiden (E1-Jugend, E7), als ich alleine am Rand stand, und dieser (D2-Jugend, D9), in der ich einen Mittrainer habe, mit dem ich Ein- und Auswechslungen abstimme. Ich hatte und habe nahezu ausschließlich Spieler des Jahrgangs 2001.


    Wie rotiert ihr? Während des Spiels? In der Halbzeit? Jedes Spiel? So wie Steini über 2-3 Spiele oder gar in noch größeren Intervallen?
    E7: Sowohl während des Spiels als auch in der Halbzeit. Wir spielten 3-3, es gab ein paar Spieler, die darin alle Positionen bekleiden konnten und durften, einige setzte ich hingegen nur außen ein, zumindest hinten. Wichtigste Position war die hintere zentrale, der Spieler dort musste ja quasi unser Spiel zusammen halten, ähnlich wie es auf dem großfeld das defensive Mittelfeld ist. Für diese Position hatte ich vier Kandidaten (von neun Spielern im Team). Auf den übrigen fünf Positionen wurde jeder mal eingesetzt, wobei ich einen Spieler hatte, der etwas mehr vorne zentral spielte, und einen, den ich nach einem Gespräch mit ihm nur noch hinten außen spielen ließ. Ersterer war unser Mannschaftsküken, ein junger 2002er, der selbst für sein Alter klein war, und für den die Defensive gegen ein Jahr ältere und zumeist einen Kopf größere Gegenspieler entsprechend schwierig war. Der andere Spieler hatte drei Jahre mit dem Fußball ausgesetzt und war von einem anderen Verein gekommen, wo es ihm nicht gut ergangen war. Er war technisch völlig hinten dran und in der Offensive gelang ihm daher leider nur sehr wenig, er agierte dort auch unheimlich nervös. Also suchte ich das Gespräch mit ihm, in dem er dann sagte, ihm wäre es lieber, wenn er nur hinten spielen dürfe. Alle anderen meiner Spieler war es lieber, wenn sie offensiv sein durften. Im Tor haben wir meistens von Halbzeit zu Halbzeit rotiert, so dass jeder Spieler im Verlauf der Saison zumindest eine Halbzeit im Tor verbracht hatte. Einigen machte die Aufgabe im Tor mehr Spaß als den anderen, sie hatten am Ende bis zu fünf oder sechs Halbzeiten im Tor verbracht.


    Ich versuchte also, die Fähigkeiten und Interessen der Spieler mit dem Gedanken der Rotation auf allen Positionen in Einklang zu bringen. Das klappte, wie ich meine, eigentlich ganz gut. Zumindest bin ich der Meinung, dass die Mannschaft (und auch die Eltern) die Rotation am Ende als sinnvoll und auch gerecht empfand.


    D9: In dieser Saison rotieren wir bisher weniger, als ich es in der letzten Saison tat. Das hat mehrere Gründe:

    • Mein Mittrainer ist ergebnisorientierter als ich und der Rotation gegenüber noch skeptisch eingestellt
    • Bis auf meine alten (fünf von sechzehn im jetzigen Kader) sind unsere Spieler die Rotation nicht gewöhnt, so dass die gewohnheitsmäßigen Stürmer noch überhaupt keine Lust haben, in die Defensive zu wechseln. Außerdem interpretierten sie zumindest zu Saisonbeginn die Offensiv- und Defensivpositionen noch sehr ausgeprägt, d.h. diejenigen, die sich als Stürmer fühlten, beteiligten sich überhaupt nicht an der Defensivarbeit, die Abwehrspieler blieben nur hinten stehen. Das bessert sich inzwischen zwar unter intensivem Coaching-Einsatz, aber eine radikale Rotation würde erst einmal das Gefüge deutlich stören.
    • Im D9 gibt es mehr Positionen als im E7 (zumindest, wenn man in letzterem 3-3 spielt) und die Aufgaben werden auch spezifischer. Es gilt zwar immer noch die Devise, dass die Mannschaft gemeinsam angreifen wie verteidigen soll, die Methodik dazu ist aber auf den unterschiedlichen Positionen differenzierter als im 7er-Fußball, zumal D-Junioren auch zu mehr taktischen Verhaltensweisen fähig sind als E-Jugendliche.


    Ich strebe durchaus an, dass alle unsere Spieler sich auf fast allen Positionen zurecht finden können. Allerdings halte ich einen etwas behutsameren Weg als in der E-Jugend für angebracht, vor allem, weil ein Großteil der Spieler eben noch nicht so vielfältig eingesetzt wurde, wie es die meisten Spieler schon waren, als ich die Rotation zum festen Bestandteil der Aufstellung in Pflichtspielen machte.
    Jetzt haben wir einen festen Torhüter, er ist auch als Torhüter am DFB-Stützpunkt. Die übrigen Spieler sind zwar auch im Training alle abwechselnd im Tor, er spielt im Training auch auf dem Feld, aber in den Pflichtspielen ist eigentlich nur er im Tor. Als er einmal nicht konnte, hat mein Mittrainer den Ersatzkeeper der D1 ausgeliehen, was für ihn eigentlich ganz gut war, da er in seiner Mannschaft wohl nur ganz selten zum Zuge kommt.


    Trennt ihr zwischen Abwehr und Angriff, d.h. wird hinten weniger rotiert als vorne?
    E7: Nein, da gab es keine großen Unterschiede. Ich hatte aber ohnehin nur einen Kader von maximal neun Spielern, da wir zwei Mannschaften gemeldet hatten, davon waren selten alle da, insofern musste ich ohnehin während der Spiele recht freigiebig wechseln. Ich habe oft auch Spieler im Spiel zwischen vorderer und hinterer Reihe wechseln lassen, weil sie ja vorne mehr laufen müssen. Wenn sie fertig waren, kamen sie nach hinten. Das gefiel eigentlich allen ganz gut so.


    D9: Ja, vorne wechseln wir deutlich mehr aus als hinten. Am stabilsten sind dabei häufig die Innenverteidiger. Dafür spielen sie auch am ehesten durch.


    Bildet ihr "Blöcke", z.B. feste Dreierreihen, die über Wochen zusammen bleiben und zusammen ein- und ausgewechselt werden?
    E7: Das ging gar nicht, weil unser Kader so klein war. Ich hatte oft keinen, ebenso oft nur einen und eher selten mal zwei Auswechselspieler.


    D9: Im Moment haben wir noch eine Hauptposition für jeden Spieler, fast jeder hat noch eine Zweitposition. Dabei spielt die Seite keine Rolle, wir haben also, da wir ein 4-3-1 spielen, die Positionen: TW, IV (2x), AV (2x), ZM, MA (2x), ST. Ich fände es gut, wenn jeder unserer Spieler auf drei, wenn nicht vier dieser Positionen gut zurecht käme.


    Orientiert ihr euch an der Gegnerstärke?
    Auf jeden Fall. Wichtig für die Stabilität des Teams ist das defensive Zentrum, also bei der von mir gewählten Aufstellungen im E7 der hintere, zentrale Spieler, und im D9 das Team aus IV und ZM. Im E7 habe ich gegen die stärksten Teams drei defensiv recht starke Spieler nach hinten gestellt, meinen stärksten hingegen als zentralen Offensivspieler aufgestellt, da er bei uns mit Abstand die größte Torgefahr ausstrahlte und außerdem auch nach hinten arbeitete. Gegen mittelstarke Gegner habe ich versucht, zwei von den vier Defensivstärksten hinten zu haben. Und gegen schwächere reichte einer. Zwischen diesen habe ich dann mal während des Spiels, mal von Spiel zu Spiel rotiert.
    Im D9 gehen wir jetzt ähnlich vor. Wir haben, wie gesagt, ein paar Spieler, die als IV und als ZM in Frage kommen. Gegen ganz starke Gegner setzen wir da das insgesamt stärkste Tripel ein, evtl. auch zu Lasten der MA-Position, welche aber in der Defensive auch die geringste Bedeutung nach dem ST hat -- bitte das jetzt aber nicht so verstehen, als seien sie für die Defensive unbedeutend. Es ist nur so, dass die Spieler, die bei uns als IV und ZM am wirkungsvollsten sind, auch potente MA, teilweise auch ST sind. Gegen schwächere Gegner reicht auch ein starker ZM-Spieler vor mittelmäßigen IV oder ein mittelmäßiger ZM vor guten IV.


    Ich muss aber hinzu fügen, dass die Stärken der Gegner bei uns im Kreis innerhalb der Gruppen wahnsinnig weit auseinander liegen. So haben wir in der E1-Saison mal mit 2:18 verloren, ein anderes Spiel mit 8:1 gewonnen. Und das alles trotz meiner Versuche, extreme Ergebnisse mittels der Aufstellungen zu vermeiden...


    Wo liegt der goldene Mittelweg zwischen Routine, Stabilität und Sicherheit auf der einen und flexibler Ausbildung auf der anderen Seite?
    Meiner Meinung nach gibt es nicht den einen goldenen Mittelweg für alle, weder für Mannschaften, Spieler, noch Trainer. Ich halte die Rotation für unbedingt erstrebenswert, nach meiner Erfahrung hilft sie den einzelnen Spielern als auch der Mannschaft in ihren Entwicklungen. Allerdings kann sie nur erfolgreich praktiziert werden, wenn die Spieler im Training ganzheitlich ausgebildet werden. Dazu gehört aus meiner Sicht unbedingt das häufige Spiel in kleinen Teams. Ich halte Minifußball in dieser Hinsicht nach wie vor für hervorragend. Man kann es auch abwandeln, indem man bspw. Jugendtore statt der Minitore einsetzt und anstatt den Auswechselspieler den Torhüter rotiert, und gleichzeitig, um auch Torschusstraining ins Spiel einzubauen, welches ja im Minifußball eher leidet, Tore von außerhalb der Strafräume mehrfach zählt. Meine Kids wollten oft aber auch gerne das Abschlussspiel übers halbe Feld machen, dann kann man immer noch, wie ich in einem anderen Beitrag schrieb, bei jedem Tor oder spätestens alle paar Minuten im Raupenmuster rotieren. Die Kinder stellen sich schneller darauf ein, als viele Erwachsene es glauben.


    Im Training würde ich also ganz viel rotieren, im Pflichtspiel hingegen weniger. Dort stehen die Kinder unter einem viel größeren Druck, ich würde ihren individuellen Fähigkeiten deshalb durchaus mehr entgegen kommen. Für stärkere Rotation und evtl. auch mal das eine oder andere Experiment würde ich eher Freundschaftsspiele gegen vermutet gleich starke oder etwas schwächere Mannschaften ausmachen.


    Was ist wirklich kindgerecht und bietet sowohl Spaß am Spiel als auch bestmögliche Förderung?
    Ich denke, das, was ich zur vorherigen Frage geschrieben habe.


    Welche Rolle spielt dabei das Alter?
    Hmm, eigentlich würde ich sagen, es spielt keine besondere Rolle. Mit zunehmendem Alter verfestigen sich jedoch die individuellen Fähigkeiten, außerdem werden die Anforderungsprofile der Positionen differenzierter, so dass zwar keine Spezialisierung, aber doch zumindest eine gewisse Orientierung wohl unvermeidlich und unter Berücksichtigung der beschränkten zur Verfügung stehenden Zeit wahrscheinlich auch sinnvoll ist.

    Premutos, ich weiß nicht, ob Ihr Euer Spiel nicht vielleicht schon hattet, aber es ist eine echt blöde Situation. Ich kann Andre nur beipflichten: die für den Spielbetrieb Verantwortlichen sollten sich mal die Ergebnisse angucken und aus der Vielzahl an überdeutlichen Ergebnissen den Schluss ziehen, dass da etwas nicht stimmt, dass der Spielbetrieb eben keinem gerecht wird, wenn offensichtlich riesige Leistungsunterschiede innerhalb der Gruppen vorhanden sind.


    Wir trafen letztes Jahr dreimal auf denselben, uns haushoch überlegenen Gegner. Vor dem ersten Spiel fragte ich hier im Forum um Rat und ging das Spiel dann an wie jedes andere zuvor, ließ die Jungs spielen und lobte frenetisch jede Aktion, die auch nur ansatzweise positiv war. Ergebnis: 2:18 verloren. Unsere Spieler wurden wie Slalomschlangen umkurvt, der Gegner spielte mit ihnen Katz und Maus. In der ersten Halbzeit hielten sie noch dagegen, in der zweiten lief dann aber kaum noch etwas. Danach hat zwar kein Spieler geheult oder so, gut die Hälfte konnte das schon erstaunlich gut einschätzen, aber Spaß gemacht hat ihnen das Spiel auch nicht.


    Zwei Wochen später spielten wir wieder gegen dieses Team. Diesmal schlug ich dem Team vor, deutlich defensiver zu spielen und hierfür die Tannenbaumformation, also das 3-2-1 zu wählen. Dabei sollten sich die hinteren drei Spieler bei gegnerischem Ballbesitz bis auf die Höhe des Strafraums fallen lassen, die zwei Spieler davor die Schnittstellen dicht machen und quasi als Doppelsechs fungieren. Der Stürmer sollte keine Defensivaufgaben übernehmen, fünf Spieler sollten reichen. Er sollte Anspielstation für schnelle Konter sein, in die sich jeweils einer der beiden Doppelsechser mit einschalten sollte. Distanzschüsse nahm ich bewusst in Kauf, sie sollten gar nicht unterbunden werden, da ich unserem Torhüter da größere Chancen zutraute als der weniger kompakten Hintermannschaft gegen einen technisch in jeder Hinsicht unheimlich starken Gegner.


    Dieses Experiment ging dann 1:9 aus. Spaß gemacht hat es meinen Spielern nur wenig mehr als das erste, wir waren genauso chancenlos. Aber immerhin freuten sie sich darüber, dass sie nur noch halb so viele Gegentore bekommen hatten.


    Beim dritten Spiel war ich leider nicht anwesend. Es ging, glaube ich, nur 0:6 verloren, obwohl unser stärkster Spieler nicht dabei war. Aber es war das allerletzte Saisonspiel, die Runde war entschieden, ich denke, der Gegner hat sein schwächstmögliches Team aufgeboten. Denn sie mochten uns durchaus, wir hatten auf persönlicher Ebene ein gutes Verhältnis.

    Ach ja, was gibt es ähnliche Geschichten. Bei uns begab es sich zum Saisonwechsel so, dass die E-Jugendaltjahrgänge -- bei uns bleiben bis zur E-Jugend nach Möglichkeit die Mannschaften jahrgangsrein -- meines und des Nachbarvereins im Rahmen einer Jugendkooperation zusammen genommen wurden, um aus ihnen zwei D-Jugendmannschaften für die jetzige Saison zu bilden. Klar war von vornherein, dass diese Mannschaften nach Leistungsgesichtspunkten gebildet werden sollten. Es sah auch so aus, als ob das für zwei D9-Mannschaften eher zu viele würden, da wir 18 Spieler im Kader hatten, der Nachbarverein immerhin neun (auch wenn es traurig ist, dass das der klägliche, wenn auch fußballerisch starke Rest von einst mindestens 20 Spielern war). Und es hieß, aus der fünften D-Jugendmannschaft, einer 7er-Mannschaft, kämen noch ein paar 2000er dazu -- meine Spieler sind 2001er. Man wollte mich als Trainer behalten, was mir auch recht war, solange ich das Team weiter trainiere, in dem mein Sohn landet -- dazu gibt es unterschiedliche Meinungen, ich weiß, möchte ich aber hier nicht vertiefen. Es war so von vornherein Allen klar, dass ich die stärkere der zwei Teams betreuen würde. Wir vom Trainer- und Betreuerteam meiner alten Mannschaft machten aber deutlich, dass wir nicht wollen, dass beide Mannschaften in einer Gruppe (und daher auch gegeneinander) spielen, außerdem sollte die schwächere Mannschaft am besten in einer niedrigeren Liga spielen, wenn das nicht möglich ist, dann höchstens auf gleicher Ebene. Grund dafür war der zu erwartende große Leistungsunterschied. Das stärkere Team sollte D3, das schwächere D4 heißen.


    Was ist nun passiert? Mein Team heißt D4 und spielt eine sog. D2-Kreisklasse, das andere Team läuft nun unter der Bezeichnung D3 und ist in der D1-Kreisklasse gemeldet. Wir spielen gegen überwiegend 2001er stark unterschiedlicher Stärke und stehen bei einer Bilanz von bisher 6-0-1 und einem Torverhältnis von +28 (wobei +22 alleine aus zwei Spielen gegen ganz schwache Mannschaften stammen) auf Platz 3 unserer Tabelle, die D3 auf dem achten und vorletzen mit 1-0-5 und -17 Toren. Ich verstehe beim besten Willen nicht, warum dieses Team doch höher gemeldet wurde als meines. Laut Jugendleitung wurde sie vom Staffelleiter darum gebeten, eine weitere D1-Mannschaft zu melden, damit es in den Gruppen passt. Und es sei sehr schwer zu prognostizieren, welche Gruppen tatsächlich wie stark würden. Das sehe ich beides ein, halte aber letzteres Argument eher für einen Versuch, sich in die eigene Tasche zu lügen. Schließlich muss man doch davon ausgehen, dass eine D1-Runde typischerweise mit mehr Altjahrgängen besetzt sein wird als eine D2-Runde. Und da kann man mir mit noch so vielen Beispielen kommen, die das Gegenteil eben nicht belegen, im Schnitt sind in der Jugend Spieler, die ein Jahr älter sind eben doch stärker.


    Naja, hilft alles nichts, gemeldet ist gemeldet, ich hoffe nur, dass die Trainer dieses Teams die Weisheit besitzen, ein paar Freundschaftsspiele gegen schwächere Teams zu vereinbaren...