Beiträge von Don Quijote

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    Vorab: Ich antworte gerne, habe aber die Weisheit sicher nicht mit Löffeln gefressen, zumal ich noch recht wenig Erfahrung im Trainerjob habe.


    Mit "techn. Mängeln" meine ich, dass manche meiner Spieler schon noch recht große Schwierigkeiten haben, überhaupt den Ball zu führen oder eine überraschende Finte auszuüben. Oft mache ich daher gezielt techn. Übungen, wo ich versuche, diese Bereiche zu schulen. Bei dem 1:1-Turnier gefällt mir aber, dass diese Aktionen
    a) vom Spieler selbst geplant und durchgeführt werden müssen (statt einer vorgegebenen Übung zu folgen) und
    b) durch die Wettkampfsituation ein starker Gegner- und Zeitdruck herrscht.
    Bei den Technikübungen habe ich manchmal den Eindruck, dass manche Spieler die Übung zwar machen, aber eben extrem langsam. Gestern waren sie genötigt, schneller zu handeln, das fand ich richtig gut. Und die Spieler auch :). Ich will damit aber nicht ausdrücken, dass ich das 1:1-Tunier als Ersatz für Technikübungen ansehe.


    Grüße
    Oliver

    Bei uns in Mittel-Hessen werden offiziell Schiedsrichter bestellt, schon für G-Jugend. Die bleiben dann oft den ganzen Nachmittag und pfeifen 3 oder 4 Jugendspiele nacheinander. Die Heimmannschaft muss die Schiedsrichter bezahlen.


    Grüße
    Oliver

    Ich sehe da (aus meiner beschränkten Perspektive) keinen Widerspruch. Im Training muss man doch die Kinder fordern, auch mal Dinge zu tun, die ihnen nicht so recht passen. Z.B. den Ball mit dem schwächeren Fuss spielen, auf einer ungeliebten Position spielen, oder auch, sich noch mal richtig reinzuhängen, wenn sie eigentlich schon schlapp sind. Mal erreicht man das alleine durch Anspornen, das ist der optimale Fall. Aber ab und an muss man auch klare Anweisungen geben. Aber wie gesagt: Aus meiner Sicht kein Widerspruch zu den Merkmalen des KiFu, ganz im Gegenteil.


    Grüße :)
    Oliver

    Irgendwie ist das doch ein Schweinezyklus: Erst kommen die Kuschelpädagogen, um gegen die schlimmsten Auswüchse der autoritären Erziehung vorzugehen. Haben die sich einigermaßen durchgesetzt, kommen die Autoritären wieder, um das hohe Lied der Disziplin zu singen. Einen echten Neuigkeitswert kann ich nicht erkennen.


    Es muss doch jeder Vater, jede Mutter, jeder Trainer den richtigen Mix finden zwischen Nestwärme und Disziplin, zwischen sanfter Förderung und Forderung, die auch mal weh tun kann (natürlich nicht körperlich zu verstehen). Und dieser Mix kann bei jedem Kind anders aussehen und sich auch von Situation zu Situation ändern. Das Lesen von Büchern über Kindererziehung habe ich aufgegeben.


    Grüße
    Oliver

    Habe das heute mit meiner F ausprobiert, das war super :thumbup:. Den Jungs hat's Spass gemacht, gerade durch den Auf und Abstieg. Und sie wurden so richtig gefordert, auch die, die sich gerne mal ein wenig im Schatten der besseren Spielern ausruhen. Hatten ganz schön rote Köpfe zum Teil :love:. Klasse Übung, danke für die Anregung, die werde ich sicher noch öfter durchführen.


    @Fusballgott
    Zu Frage 1: Ja, mangelnde Technik war (und ist) auch bei uns ein Problem. Aber für mich ist das umso mehr Grund, dieses 1:1 zu üben.


    Zu Frage 2: Das ist schwer. Wir hatten 7 Felder mit 2 Trainern und haben sicher nicht alle Aktionen gesehen. Wobei es da m.E. auch nicht darum geht, den Schiedsrichter zu spielen, sondern in erster Linie darum, grobe Unfälle zu vermeiden. Was ein wenig kurz kommt, ist die individuelle Korrektur. Aber dafür sind alle mächtig in Bewegung.


    Zu Frage 3: Es gibt ja Tore, nur halt ohne Schuss. Ich finde, dass das gerade der Gag der Übung ist. Wenn man das Schiessen nicht ausschließt, hat man Ruck.Zuck ein gnadenloses Gebolze, gerade bei denen, die sich ein Dribbling nicht so recht zutrauen. Aber klar: Wenn Dein primäres Ziel das Einüben des Torschusses ist, dann gibt es sicher geeignetere Übungen.


    Grüße
    Oliver

    Ich glaube jeder Spieler spielt besser, wenn er gleichstarke Mitspieler hat, die ihn auch mal in Szene setzen können oder die (so wie Du ja auch schreibst) helfen, seine vorhandenen Schwächen zu kompensieren. Sieht man ja oft auch bei den Herren Nationalspielern :). Aber daraus würde ich nicht den Schluss ziehen, dass er in der F1 "besser aufgehoben" ist. So wie es läuft, hört es sich doch ganz vernünftig an: Er spielt (als einer der Besseren) die F2 und schnuppert ab und an in die F1 rein. Anders würde ich es nur machen, wenn er wirklich so herausragend spielt, dass er in der F2 nicht angemessen trainieren und spielen kann.


    Grüße
    Oliver

    Lesefutter zur Rechtsprechung -> http://www.ksta.de/html/artikel/1233584150539.shtml . Das deckt sich mit Willis Angaben. Zitat daraus:

    Zitat

    Wird ein Kind entgegen der Regel nicht abgeholt , muss der ÜL eine angemessene Zeit warten und ggf. telefonisch nachfragen. Kleinere Kindern sind im Notfall in öffentliche Obhut zu geben (Polizei)! Der ÜL darf ein Kind auch selbst nach Hause bringen oder bringen lassen. Hierüber muss an der Sportanlage aber eine Benachrichtigung hinterlassen werden. Sofern vorgeschrieben sind Kindersitze zu benutzen.

    Demnach hättest Du die 20 min warten müssen (das fällt sicher noch unter "angemessen").


    In der Praxis sehe ich da aber große Risiken für den ÜL. Bei uns sind oft 3 bis 4 Jugendmannschaften gleichzeitig auf dem Sportplatz, mit entsprechend vielen Eltern, Geschwisterkuindern usw. Manche werden abgeholt, andere fahren alleine mit dem Rad oder laufen nachhause. Da verliert man schnell den Überblick. Einfacher ist es in der Halle, da schalte ich das Licht aus (und horche, ob jemand schreit ;)).


    Grüße
    Oliver

    Interessantes Thema. Meine erste Reaktion: Das kann doch wohl nicht wahr sein 8o . Aber mit ein wenig nachdenken sehe ich das differenzierter:


    Eine absichtliche Attacke, die nur das Ziel hat den Gegenspieler zu verletzen, muss auch straf- oder zivilrechtliche Folgen haben. Man kann doch zu einem Spieler, der von einem Gegner z.B. zum Invaliden getreten wird, nicht sagen "Pech gehabt". Denn das hiesse doch, dass man sich auf dem Platz austoben darf und im schlimmsten Falle eine rote Karte und eine mehr oder weniger lange Sperre befürchten muss.


    Umgekehrt darf ein Foul, welches im Eifer des Gefechtes unabsichtlich passiert, keine Schadensersatzansprüche nach sich ziehen. Insofern würde ich die Grenze auch weiter ziehen als der zitierte Rechtsanwalt "Der Richter stehe immer vor der Frage, zu beurteilen, ob kampfbetonte regelkonforme Härte vorliege oder eine unzulässige Unfairness - letzteres ist schuldbegründend."


    Es kommt also meines Erachtens immer auf den Einzelfall an. Da werden sich viele Richter die Köpfe zermartern und viele Rechtsanwälte ein feines Zubrot verdienen, Die Haftpflichtversicherung ist ja ohnehin ein Muss, gerade bei Kindern. Sollte man allen Spielereltern vielleicht nochmal explizit sagen.


    Grüße
    Oliver

    Die Diskussion ist ziemlich akademisch, finde ich. Wie soll denn ein rechtsextremer Trainer eine durchschnittliche Kindermannschaft 100% nach den Richtlilinien des KiFu trainieren können? Bei mir in der Mannschaft habe ich ein bunten Nationalitäten- und Hautfarbenmix (Deutsche, Türken, Holländer, Eritreer...), da kann ich mir das wirklich nicht vorstellen.


    Grüße
    Oliver

    Keine Ahnung ob die Zahl stimmt, aber in der Zeitung stand, dass ca. 10% aller Fussballprofis nach der aktiven Karriere ausgesorgt haben. Demnach sind die tragischen Fälle nicht die, die sich mit 20 verletzen, sondern die, die bis 35 dabei bleiben, aber immer nur soviel verdienen, wie sie zum Leben brauchen.


    Grüße :)
    Oliver

    Entscheidend ist doch, was man von der Schulbildung erwartet:


    Erwartet man "nur" die Vorbereitung auf einen Beruf, bei dem es um's Geldverdienen geht, dann hat der Junge alles richtig gemacht. Denn mit einem Vertrag bei S04 wird er mehr Geld bekommen als in einer klassischen Berufskarriere. Also hat er seine Ressourcen effektiv eingesetzt. Nicht risikolos (Verletzung!), aber was ist schon risikolos.


    Erwartet man aber von der Schule, dass sie Allgemeinbildung vermittelt und so einen Menschen auf das eigenverantwortliche Erwachsenenleben vorbereitet, dann sieht's ganz anders aus. Dann war der Entschluss falsch, zumal ein offenbar pfiffiger Junge sicher das Abi auch nebenher machen könnte.


    Wäre es mein Sohn, hätte ich ihn nicht abgehen lassen.


    Grüße
    Oliver

    Was ist schlimmer?


    1. Ein Kindertrainer, der die "Philosophie im Kinderfußball" nicht anwendet und Kinder trainiert?
    2. Kein Trainer?

    Meine Antwort:
    Entscheidend ist, dass die Kinder Freude am Fussball entwickeln und dauerhaft haben. Daher freue ich mich über jeden Trainer, dessen Kinder diese Freude zeigen. Diese Trainer wenden in der Regel (bewusst oder unbewusst) die "Philosophie" an.


    Kommentar:
    Die Ausgangsfrage ist aus meiner Sicht unglücklich gestellt. Denn wer ist denn ein Kindertrainer, der die "Philosophie im Kinderfußball" nicht anwendet? Nach Meinung einzelner hier im Forum trifft das auf >95% aller Trainer zu, weil sie schonmal einen Spieler bei einem Spiel einer Turnieres nicht eingesetzt haben. Wenn man das so exklusiv auslegt, lautet meine Antwort: 2 ist schlimmer (denn dann sind die meisten, der unter 1 gefassten Trainer vollkommen in Ordnung).


    Sind aber unter 1 die Trainer gemeint, die ihre Kinder bedenkenlos auf Leistung trimmen, sie anschreien, niedermachen und auf der Bank versauern lassen, dann lautet meine Antwort: 1 ist schlimmer. Denn dann ist es mir lieber die Trainerstelle bleibt vakant, so dass ein angenehmerer Zeitgenosse in die Bresche springen kann.


    Grüße :)
    Oliver


    PS: Eure fairplay-Initiative gefällt mir gut!