Ein wesentlicher Punkt (und in diese Richtung verstehe ich Pauls Spiegel-Link oben) ist sicher, von wem die Initiative für die Leistungssportkarriere ausgeht. Ist das wirklich das Kind oder wird das von den Eltern vorgegeben (gefordert)? Hier muss ganz klar der Wille des Kindes den Hauptausschlag geben.
Dobrin, Deine Ausführungen sind für mich sehr erhellend, weil ich die z.T. nachvollziehen kann. Ich habe ebenfalls Leistungssport (kein Fussball, daher zum Broterwerb nicht geeignet
) betrieben und nebenher erfolgreich Abi+Studium abgeschlossen. Ok, die Regelstudienzeit habe ich überzogen (ein wenig
). Aber es war eine geile Zeit! Mein Kleiner ist jetzt 8, recht talentiert und ich frage mich jetzt, ob ich ihn in Richtung Leistungssport fördern soll. Wenn ich ihn frage (habe ich noch nicht getan), würde er das wollen, da bin ich sicher. Allerdings hat er noch viel weniger Ahnung als ich, auf was er sich da einlässt. Fördere ich ihn nicht entsprechend, ist irgendwann der Zug abgefahren. D.h. aus meiner Sicht fällt so oder so in den nächsten 2 bis 6 Jahren eine Entscheidung. Einerseits will ich ihn nicht unnötigem Druck aussetzen. Andererseits weiss ich gerade aus meiner eigenen Historie, wie schön eine Sportkarriere sein kann (selbst wenn sie wie in meinem Fall nur bis in die zweite Liga geführt hat) und wie viel Positives man daraus auch für ganz andere Lebensbereiche saugen kann. Diese Chance will ich ihm auch nicht nehmen.
Offenbar hast Du klar entscheiden, dass Schule (Gymnasium) an erster Stelle steht. Das finde ich sehr gut. Ich glaube auch, dass ein D-Jugendlicher, der in der Schule Probleme bekommt, sich nicht auf den Leistungssport konzentrieren sollte. Das Risiko ist viel zu hoch. Wenn beides klappt, ok, aber Schule muss klappen. Für mich ist spannend, ob das bei den Anforderungen im heutigen Fussball noch funktionieren kann oder ob das praktisch ausgeschlossen ist.
Grüße
Oliver