In der oben zititerten Regel gibt es 2 Bedingungen für die "Notbremse":
a) Foul, welches mit Freistoß oder Strafstoß bestraft wird
UND
b) der gefoulte Spieler war auf dem Weg zum Tor und hatte eine offensichtliche Torschance
Wenn es kein Foul war, gibt es weder Karte, noch Elfer. Soweit ist es einfach :). Wenn es Foul war, dann gibt es laut Regel Ermessensspielraum nur noch bei b. Wenn der Schiri keine "offensichtliche Torchance" erkennt (z.B. weil der Spieler sich den Ball zu weit vorgelegt hat und ihn wohl nicht mehr auf's Tor hätte schießen können), dann gibt's halt nur Gelb oder gar keine Karte. Absicht oder nicht, ist vollkommen egal (im gegensatz zum Handspiel).
Klar hat ein TW ein erhöhtes Risiko, weil 1:1 bei ihm eigentlich immer bedeutet, dass eine "offensichtliche Torchance" vorliegt. Das muss er bei seinen Aktionen bedenken. Die Regel soll ja gerade den Angreifer schützen, der sich die Chance auf ein Tor erspielt hat und diese nicht unfair genommen bekommen soll.
Insofern finde ich, dass die oben wider gegebene Aussage des Schiriobmanns NICHT regelkonform ist. Aber offenbar ist das schon eine Reaktion auf die Diskussion um die vermeintliche Doppelbetrafung. Das kann man machen, aber dann muss eigentlich erst die Regel entsprechend angepasst werden, sonst gibt's noch mehr Grauzone.
Grüße
Oliver
Nachtrag: Gerade gefunden: http://newsticker.sueddeutsche.de/list/id/1219218
-> die Schiris würden es gerne bei Gelb belassen, sehen sich im Moment aber durch die Regel gezwungen, Rot zu geben.
