Zum Thema "Strenge" und "Akzeptanz" möchte ich nur wenig schreiben. Ich bin noch so sehr in der Entwicklungsphase als Trainer, dass manch ein Spieler sich wahrscheinlich bei der ein oder anderen Aussage fragen würde " Hat der ´nen Doppelgänger?"
Will sagen: Meine theoretisches Selbstbild (streng, aber gerecht und auch für´n Spaß zu haben, klare altersgerechte Anweisungen und Ansprachen, altersgerechte Trainingsziele sowieso, nicht ins Spiel brüllen) entspricht vermutlich dem Idealbild, mein praktisches Auftreten (noch) nicht (immer).
Kleine Bemerkung nebenbei aus eigener Erfahrung:
"Strenge" wird innerhalb der Mannschaft unterschiedlich bewertet. Ich weiß aus einer früheren Mannschaftssitzung, dass manche Spieler deshalb "nicht so mit mir können", andere wiederum ganz froh sind, mich als Gegenpart zu dem "netten" anderen Trainer zu haben. Insofern ist es gut, wenn man zwei verschiedene Typen als Trainer hat! Das System "guter Bulle, böser Bulle" funktioniert also nicht nur im Verhör, sondern auch beim Jugendtraining.
Das Thema Ansprachen vor Spielen bzw. in der Halbzeitpause ist ein echtes "Steckenpferd" von mir. Ich schrieb es schon mal in einem anderen Thread: Ich erinnere in den Ansprachen immer an die drei oder vier wesentlichen Aspekte "unseres Spiels", dabei mögen die Worte variieren, die Botschaft aber nicht. Mir persönlich ist es selbst in der C-Jugend noch (fast) egal, wie das Spiel ausgeht, wenn die Jungs die Grundsätze berücksichtigen: Laufbereitschaft, Dreiecksbildung, positiver Mannschaftsgeist und nicht mit Gegner, Schiedsrichter oder Mitspieler hadern. Dazu kommen spieltagsabhängige taktische Hinweise zu Gegner und Schiedsrichter (wenn ich von denen etwas weiß), Platzverhältnissen, Wetter etc. In der Halbzeitansprache spielverlaufsabhängig Zusatzinformationen zu Gegner und Schiedsrichter und Verbesserungsvorschläge, möglichst viel Lob - auch individuell.
Ich bin geradezu peinlichst darauf bedacht, die Jungs nicht mit unklaren, widersprüchlichen und endlosen Monologen und Handlungsaufforderungen zu berieseln oder zu bedröhnen. Entweder sie können es, weil wir es gut trainiert haben oder sie können es nicht. Dann lernen sie es aber auch nicht durch meinen Monolog, sondern ich muss unser Training überdenken! Und wenn der Trainerkollege bereits 10 Minuten geredet hat, dann muss ich gar nichts mehr sagen, es sei denn er hat einen der Grundsätze (s.o.) nicht genannt.
Spieler auf ungewohnten Positionen, mit wenig Einsatzzeiten, Formschwäche etc. nehme ich bei Aufwärmen kurz auf die Seite und versuche ihnen in drei Sätzen ihre Aufgabe zu erläutern und/oder etwas positiv Aufforderndes mitzugeben. (Ich vermute, so was braucht man in der F und E noch nicht)
Nach den Spielen: Grundsätzlich nichts Inhaltliches zum Spiel, nur Lob, Trost, Aufmunterung oder Ähnliches, aber sparsam.
Damit habe ich noch nicht alle Fragen aus Stefans Fragenkatalog beantwortet, aber ich muss noch arbeiten 