Beiträge von MichaMittelfeld

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    Hallo Lubi,


    1. "Zickzackübung", vor den einzelnen Durchläufen sagst Du an, mit welcher Finte der Richtungswechsel eingeleitet wird.
    2. Spieler dribbeln frei im Viereck, 3 oder 4 verschiedene Finten erhalten Nummern (z.B. Übersteiger links 1, Übersteiger rechts: 2; Zidane-Trick: 3, Körperzäuschung 4 etc.) , die der Trainer ins Feld ruft und dann ausgeführt werden müssen. Die Intensität der Wiederholungen und der Abstände bestimmt der Trainer durch die Ansagen.
    3. Parcoursdribbling mit an einzelnen Stationen festgelegten Finten (der Zidane-Trick wird z.B. durch zwei relativ eng beieinander stehende Gummihüte (wie im Straßenbau verwendet) oder Stangen, markiert, die die Gegenspieler simulieren.


    das sind meine direkten spontanen Einfälle, vielleicht ist für dich was Neues dabei.

    habe die viererkette 3-4 wochen durchgenommen und glaube es beherrscht zu haben,

    Hast Du die Viererkette selber theoretisch für Dich durchgenommen oder mit der Mannschaft?


    1. Wenn Du es bereits mit der Mannschaft durchgenommen hast, musst Du beurteilen, ob noch soviel im Argen liegt, dass Du eine komplette Theoriestunde brauchst. Vermutlich macht eine Aufteilung in Einzelaspekte (Themenliste s. unter 2.) mehr Sinn. Für jeden Einzelaspekt brauchst Du aber keine Theorie"Stunde"


    2. Wenn Du es theoretisch Dir selber erarbeitet hast und die Mannschaft fast gar keine Ahnung hat, kann die Zielsetzung einer Theorie-Stunde allenfalls sein, der Mannschaft einen Eindruck zu vermitteln, um welche Themen es geht bei der Ausbildung zur Viererkette und dass weder der Trainer noch die Spieler den Trainingsaufwand unterschätzen:

    • Grundlagen Defensives 1:1
    • Grundsätzliches Bewegungsmuster der Viererkette bei gegnerischen Angriffen (Herausrücken, Doppeln, Verschieben)
    • Die Anwendung in Spielsituationen (z.B. Wohin umleiten?, wird gerade in einem anderen Thread diskutiert) in Abhängigkeit von gegnerischer Überzahl, gegnerischer Unterzahl , Position des Balles
    • Variable Anwendung in unterschiedlichen Spielsystemen (das ist dann schon die höhere Schule)

    Für komplett Ahnungslose wäre eine Theorie"stunde" zu viel, wenn Du erwartest, dass danach bei Training oder Spiel "Ergebnisse" kommen.

    Hallo Roger,


    ich schließe mich den anderen Beiträgen an. Hinzu kommt noch ein zusätzlicher "Klassiker" in der E-Jugend, der sicherlich nicht alle Niederlagen erklärt, aber viele: Wenn sich Euer Trainer an die Ausbildungsleitlinien des DFB hält und den Kindern vor allem die technischen Grundlagen und die Lust am Spiel vermittelt, führt das gerade bei den jüngeren E-Mannschaften noch nicht zwangsläufig zu dem kurzfristigen Ziel ("Spiele gewinnen"), sondern dient dem langfristigen Ausbildungziel "Kindern Spaß am Fußball zu vermitteln und im Wortsinne "auszubilden".


    Für die Eltern ist es dann ein echter "Genuss", am Wochenende mal einer Mannschaft zuzusehen und zuzuhören, wo der Trainer bereits in der E massiv das Spiel der "Großen" fordert und trainiert. Schau Dir mal hier im Forum die Diskussionen dazu an, das ist sehr aufschlussreich (wenngleich zeitaufwändig).


    Die nichtsahnenden Eltern stehen dann am Spielfeldrand und erfreuen sich am Systemfußball der gegnerischen Achtjährigen, von dem sich 10 Sekunden ungefähr so anhören: "Spiel ab", "schieß drauf", "jetzt geh", "macht die Räume enger" (mein Lieblingsorginalzitat aus einem Spiel der F :thumbup: ) GEH GEH GEH , Marcel auf links, Marcel auf LINKS, M A R C E L A U F L I N K S, !!!!."


    Danach erzählen die begeisterten Eltern ihrem Trainer: "Du bist zu still. Der andere hilft seiner Mannschaft viel mehr." Ich versichere Dir (auch aus eigener leidvoller Erfahrung): Tut er nicht.


    Lass unter dem Gesichtspunkt auch mal die vergangene Saison Revue passieren. Was denkst Du?

    An Alle:
    Tolle Anregungen, sind die eigentlich auch im Ordner "Meine Lieblingsübung"?


    An Zamorra:
    Ich stehe übrigens vor der gleichen Frage: Ich werde ggf. eine D2 mitübernehmen, meinen Trainerkollegen habe ich gestern kennen gelernt. Der sagte auch etwas von Konditionstraining in der nächsten Saison, es gibt mehrere mögliche Reaktionen:


    1. Der Schlaumeier sagt: "Konditionstraining: wie bist Du denn drauf? Das ist ja völliger Humbug. Kennst Du überhaupt die DFB-Ausbildungsziele? Ich geh mal zum Jugendleiter."
    Der Schlaumeier schafft damit die solide Basis für eine dauerhaft fruchtbare Zusammenarbeit, das Konditionstraining wird trotzdem vermutlich so stattfinden wie ursprünglich geplant.


    2. Der Geschickte sagt: "Du hast Recht; Fitness kommt im D-Jugend-Alter nicht mehr ganz so von selbst. Ich habe zufällig zu dem Thema gerade ein paar Übungen zum Konditionstraining gefunden (logisch, dass Du nur Übungen mit Ballarbeit meinst). Was hast Du Dir denn vorgestellt?". Der Geschickte kommt in den Dialog und hat die Möglichkeit sich einzubringen.


    3. Der Boshafte (im Breitensport) sagt: "Klar: Kondition ist klasse. Ich bin total dafür. Würdest Du eher im aeroben oder anaeroben Bereich trainieren? Und welche unterschiedlichen Übungen schlägst Du vor für Grundlagen-, Schnelligkeits- und Kraftausdauer? Für welche Ziele bevorzugst Du die Dauer-, Intervall- und die Wiederholdungsmethode?" Entweder erreicht der Boshafte das Ziel am schnellsten, weil der "Konditionsfanatiker" ihm als Experten direkt die Verantwortung für das "Konditionstraining" übergibt. Oder "der Boshafte" gilt ab sofort als Schlaumeier - Ergebnis siehe oben.


    Mein Vorschlag: eine Kombination aus 2. und 3. Ich muss es aber selber auch noch ausprobieren :S


    Zamorra: Steht denn überhaupt an, dass D1 und D2 zusammen trainieren? Zur äußersten Not kannst Du den Kollegen ja seine Konditionsbolzerei machen lassen und danach trainiert er seine D1 und Du deine D2.


    Gruß


    Michael

    Ich habe einige Spiele der Frauen Fußball-WM gesehen, allerdings selten komplett. Am Samstag war ich bei Frankreich-England in der BayArena.
    Mir ist folgendes aufgefallen (auch anhand der Berichterstattung): Bisher gab es offenbar nur wenige Spiele (auch nicht von den Spitzenmannschaften USA, Deutschland, Brasilien), die wirklich gut waren.


    Ich denke, dass auch im Frauenfußball die "Breite an der Spitze dichter geworden" ist (Originalzitat Berti Vogts 1996 :-)). Auch Mannschaften, die technisch nicht in der kompletten Kaderbreite gut aufgestellt sind, haben sich taktisch und läuferisch soweit entwickelt, dass sie gegen eine technisch überlegene Mannschaft das Spiel offen halten können. Das sieht im Spiel oft nicht gut aus, funktioniert aber einigermaßen. Da wird der Frauenfußball neue Wege finden müssen, um diese Situation wieder aufzubrechen und den Fußball attraktiver zu machen. Die Räume für die technisch überlegenen Spielerinnen sind so eng geworden, dass sie Ihre Qualitäten im Spiel seltener umsetzen können.


    Die Situation erinnert ein wenig an den Männerfußball in den Neunzigern. Taktisch gleichwertige Mannschaften neutralisieren sich soweit, dass das Spiel vergleichsweise unattraktiv wird. Unter taktischen Gesichtspunkten sind die Partien vielleicht interessant, aber der Unterhaltungswert leidet doch.


    Dazu kommt der gewachsene Druck - ich denke, dass der besonders bei der deutschen Mannschaft ein zusätzliches Problem gewesen ist. Auch hier eine Parallele zum Männerfußball: Auch im Männerfußball hatten Heimmannschaften anfangs Schwierigkeiten, mit den neuen akustischen Verhältnissen einer ausverkauften modernen, engen Fußballarena klarzukommen - so dass der Heimvorteil oft gar keiner war.

    Nicht nur verlieren, auch gewinnen will gelernt sein. Und Chris hat hier schon den Weg vorgegeben. Wir sind uns eigentlich einig: Es muss alles im angemessenen Rahmen bleiben. Ich denke, wer die Grundsätze fairen Sportsgeistes beherzigt und nicht am Spieltag sein Hirn zu Hause lässt, für den und dessen Gegner wird sich die Frage nach der Provokation kaum stellen.


    Mit einigen selbstverständlichen Maßnahmen kann man die Wahrscheinlichkeit eines unangemessenen Verhaltens der eigenen Mannschaft und auch des Gegners deutlich reduzieren:

    • Schon vor dem Spieltag überlegen: wie ist die jeweilige Situation der beiden Mannschaften, s. Chris' Beitrag "und trafen auf eine Truppe, der es ähnlich ging. Für beide war klar, dass man wenn überhaupt nur dieses Spiel gewinnen könnte". Das gehört ggf. auch in die Mannschaftsbesprechung
    • Als Gastgeber: Persönliche und freundliche Begrüßung der gegnerischen Mannschaft, die gerade auf dem Sportgelände eintrifft. Und wenn der Schiedsrichter kommt, auch ihn begrüßen. Fällt einem etwas Besonderes an dem Schiedsrichter auf (sehr klein, sehr nervös, sehr jung, stark übergewichtig, sehr klapprig, je nach Altersklasse auch "Geschlecht"), kann es sinnvoll sein, die Mannschaft darauf "vorzubereiten"
    • Als Gast, wenn der Gastgeber die eigene Mannschaft selber nicht begrüßt: Beim Aufwärmen persönlichen Kontakt zum gegnerischen Trainer suchen, ein paar freundliche Worte wechseln.
    • Auch zu den Eltern der gegnerischen Mannschaft ein freundliches Hallo, vielleicht ein bisschen Flachs.
    • Und während des Spiels ist immer (!) Zeit für einen netten oder selbstironischen Kommentar zu Eltern oder gegnerischem Trainer.
    • Bei allen Emotionen sicherstellen, dass die eigenen Spieler nicht übertreiben mit der Härte und sich nicht anstecken/provozieren lassen. Das ist aber ein Thema losgelöst vom Spieltag, darauf muss man generell und langfristig hinarbeiten.
    • Und immer wieder: Vorbild sein (der schwerste Punkt)

    (Die Liste ließe sich verlängern, vielleicht mal ein neuer Thread "Checkliste für die ganz alltägliche Konfliktprävention auf dem Fußballplatz")


    Angenehmer Nebeneffekt: Bei einem solchen Verhaltenskodex braucht man sich nicht mehr den Kopf zu zerbrechen, ob der "einarmige Torwart" als Ausdruck von Fairness oder einer besonders perfider Variante der Vehöhnung ankommt. Da denkt der Gegner gar nicht drüber nach, wenn er von Anfang an das ganze Umfeld als nett, fair, respektvoll und gastfreundlich empfunden hat.


    Sicher - es gibt Schockschädel, da hilft fast gar nichts. Für mich unvergessen aber der Kommentar einer gegnerischen Mutter nach einem sehr unfair-emotionalen Auftritt des gegnerischen Trainers und der meisten gegnerischen Zuschauer und einer "Siegesfeier" , die durchaus als provozierend gesehen werden konnte: "Ich muss mich bei Ihnen wirklich mal entschuldigen für unser Verhalten hier und Ihnen ein großes Kompliment machen, wie Sie und Ihre Mannschaft damit umgegangen sind". Das war mir mehr Wert als der Ärger über den restlichen Haufen - und mit etwas zeitlichem Abstand auch den Jungs.
    P.S. Kurz danach schritt der Kreis ein (Auslöser waren noch schlimmere Vorgänge bei einem der nächsten Spiele), der gegnerische Trainer fraß mir beim Rückspiel fast aus der Hand.

    Könnt ihr mir ein paar Argumente gegen reines Konditionstraining in der E-Jugend geben? Also ich spreche jetzt mal von langweiligen Waldläufen oder ähnliches.

    Konditionstraining nur durch Laufen ist nicht nur das Training der Ahnungslosen (weil Konditionstraining in dem Alter unnötig ist), sondern auch der Einfallslosen (um nicht zu sagen Einfältigen): Es gibt so viele Übungen und Spielformen, bei denen die Kinder ordentlich ins Powern kommern, dass das stumpfsinnige Laufen ein fahrlässiger Umgang mit derm Faktor "Zeit" ist: Die Technikschulung steht in der E im Vordergrund, und je mehr Ballberührungen, desto höher der Übungseffekt. Bayernmuch und Don Quijote haben in diese Richtung ja auch argumentiert.

    Klasse Antwort von Steini, mein erster Eindruck war: Dem ist nichts hinzuzufügen. Dann fiel mir aber doch noch etwas ein, das löst zwar nicht das ganz große Problem, führt aber ggf. schon schnell zu kleinen Verbesserungen:


    Wenn Ihr einen relativ großen Kader habt (ab ca. 15-16 Leute regelmäßig beim Training), kannst Du dem Trainer folgendes vorschlagen (ich liefere es mal direkt als Formulierungsvorschlag mit, wie der Trainer dabei der Chef bleibt :P )


    "Was hältst Du davon, wenn wir die Jungs nach dem Aufwärmen in 2 Gruppen teilen. Dann kannst Du mit der einen Gruppe Deine Trainingsziele [ich weiß er hat keine, aber so wahrt er sein Gesicht] und Deine Übungen besonders effizient durchführen. Ich mache mit den anderen in der Zeit ein paar technische Grundlagen - Du hast ja letztens im Spiel wieder festgestellt, dass die Jungs keinen Pass zum Mitspieler bringen/jede Ballannahme schief geht/jeder Zweikampf verloren wird/die Abwehrspieler ein falsches Stellungsspiel haben [Oder was auch immer solche Trainer ins Spiel reinschreien oder nach dem Spiel wehklagen]. Wenn Du Deine Übung mit der ersten Gruppe durch hast (20-30 Minuten) tauschen wir und Du arbeitest intensiv mit den anderen Jungs".


    So kannst Du zumindest teilweise Deine Trainingsziele einbringen und durchsetzen.


    Offenbar ist Dein Trainerkollege auch noch sehr jung - hier sollte vielleicht ein älterer Trainer mal "zufällig" am Platz mitkriegen und ihn dann sanft darauf ansprechen, dass "halt Dein Maul" nicht der übliche Stil ist, wie man miteinander umgeht. Es gibt Leute, die sind so sozialisiert, aber junge Menschen können sich da noch ändern.


    Und noch ein Hinweis aus eigener Erfahrung: es ist unglaublich schwierig, ein einheitliches Bild von der Meinung der Jungs zu einem Trainer zu bekommen. Ich kannte einen, dessen Mannschaftsansprachen ich immer unter aller Kanone fand und wo ich dachte: der raubt den Jungs aber auch wirklich jedes Selbstvertrauen. Trotzdem hatte ich auch Rückmeldungen von Eltern: "Mein Sohn hält ganz große Stücke auf den Trainer." - da bin ich echt aus allen Wolken gefallen.

    Aber ja, vielleicht sollte man das passen als technische Übung intensivieren (ist bisher nicht unbedingt mein Schwerpunkt), statt es schon in einem Spiel abzuverlangen, auch wenn meine Kinder den Eindruck machen, dass sie genau das das wollen.



    Nicht nur "vielleicht" :) : Das Passspiel als technische Übung gehört zu den methodischen Reihen, die der DFB für die technische Grundausbildung zumindest ab E (oder auch F?, ich habe es gerade nicht aktuell auf dem Schirm, weil ich eine C trainiere) vorsieht.

    Hallo Beck,


    dann hast Du sie für die 2. Halbzeit bestimmt schon tüchtig gelobt, oder? Das war doch schon mal was!! Halt das fest


    Interessant die Info, dass Du hinter dem Tor stehst. Das kann ich verstehen, da meinst Du, Du kannst die Abwehrarbeit am besten unterstützen. Versuch´s aber trotzdem mal an der Seitenlinie, aus drei wichtigen Gründen:



    1. Wenn du hinter dem eigenen Tor stehst, signalisierst Du der Mannschaft (zu?) deutlich, wo du die meiste Action erwartest und dass Du ihr kaum zutraust über die Mittellinie zu kommen. Das würde ich nicht tun, egal wie hoch das Ergebis ausfällt. Ich habe mit der C2 in der Hinrunde ein 0:16 und ein 0:10 erlebt und bin an der Seitenlinie geblieben.
    2. Wenn Du an der Seitenlinie stehst, kannst Du auch das Abwehrverhalten der Stürmer und der Mittelfeldspieler besser beobachten und beurteilen. Vielleicht liegt es zum großen Teil daran, dass es diesen Spielern nicht gelingt, den Dauerdruck auf die Abwehr zu unterbinden.
    3. Es gibt Schiris, die einen Trainer hinter dem Tor gar nicht dulden. Habe ich zwar erst einmal gesehen (wahrscheinlich weil die meisten Trainer ohnehin an der Seitenlinie stehen), aber immerhin.

    Hallo Beck,


    gib uns doch einmal eine Rückmeldung, wie Du das mit dem Konditionsthema siehst (s. Beitrag von Rene1978 ). So ganz ist das ja nicht von der Hand zu weisen, wenn die Jungs trotz hohem Pausenrückstand die ersten 10-15 Minuten nach der Halbzeit wieder gut spielen.


    Ergänzend zu Renes Beitrag noch folgende Anregungen: setze kleine Ziele: z.B.


    • Pro Halbzeit ein Tor schießen
    • in der 2. Halbzeit weniger Tore kassieren als in der 1. Halbzeit
    • in der Rückrunde das Ergebnis besser als in der Hinrunde gestalten (nicht zu oft einsetzen, Du kannst es auch als Ziel verschweigen und dann die Kinder loben, wenn es in einem Spiel geklappt hat!!)
    • An Trainingsinhalte erinnern - und dafür loben wenn es gezeigt wird. Da habe ich ganz gute Ergebnisse (nicht Spielergebnisse, sondern individuell) mit Einzelansprachen oder Hinweisen an kleine Gruppen erzielt: Z.B.Erinnere einen oder mehrere Verteidiger an die Trainingsübung im defensiven 1:1 und dann lobst Du ihn in der Halbzeit für die 1 Situation, wo er es wie geübt umgesetzt hat - und vergisst einfach die anderen 9 "Patzer" :rolleyes: . das passt vielleicht auch zu Renes "Der Weg ist wichtig".
    • Freundschaftsspiele gegen schwächere Gegner organisieren. Man kann dann auch mal 3 x 15 oder 3x20 Minuten spielen.
    • Der letzte Tipp mit ganz viel Vorsicht und ganz selten: Stell Deinen zweikampfstärksten und schnellsten Mittelfeldspieler als eine Art Libero hinter die Abwehr (nur für die letzten 10-15 Minuten vor der Pause oder vor dem Abpfiff). Mach das wirklich nur als allerletztes Mittel, wenn Du glaubst, es könnte der Mannschaft mental helfen, weniger Gegentore zu kassieren. In der D war ich Co und der Trainer hat es vielleicht 2-3 mal gemacht (aber eher um eine knappe Führung über die Zeit zu retten) - es hat mich immer gegraust, aber ich habe es verstanden. Jetzt habe ich eine C2 und mache das nicht einmal bei den größten Klatschen, allerdings hilft unser stärkster Mittelfeldmotor von selber in der Abwehr aus. Das korrigiere ich dann nicht, ich achte nur drauf, dass er es nicht in allen Spielen mit schöner Regelmäßigkeit macht.
      In diesem Sinne viel Erfolg.

    Zamorra: Manchmal gibt es trotzdem Ansätze zusammenzuarbeiten: Trainingsausschluss wegen mangelnder fußballerischer Entwicklung geht gar nicht, da gebe ich Dir Recht: Finde aber Wege, wie Du das verhindern kannst: Mit Deiner Aufgabe fliegt der Junge ja nun tatsächlich aus der Mannschaft.


    Und sieh es mal so: Der andere Trainer hat auch nicht grundsätzlich mit allem Unrecht: Die Jungs dürfen und sollen nach dem Training ausgepowert sein. Das sollte sicher nicht mit Rundenlaufen etc. erreicht werden: Eine für Dich zielführende Strategie wäre: Denk Dir Trainingseinheiten aus, die beides kombinieren: Dein Training nur mit Ball (bzw. ohne Ball sind Koordinationsparcours auch sinnvoll) und die Jungs sind danach tatsächlich fix und alle: So könnt Ihr beide "das Gesicht wahren".


    Ich habe mich gerade in den letzten 4 -5 Monaten sehr viel über meine beiden Trainerkollegen (wir haben 26 Spieler) geärgert, die keinen Schein haben und manches anders sehen als ich - und einiges auch schlichtweg nicht wissen. Aber ich habe drei Dinge daraus "gelernt":


    1. Auch durch den Schein habe ich nicht die Weisheit mit Schaumlöffeln gefressen. Und in manchen Situationen habe ich Diskussionen auch einfach schlecht aufgezogen/angefangen. Ich muss also meine Konfliktstrategien weiter entwickeln. Vielleicht entwickele ich mich sogar als Mensch/Trainer/Kommunikator weiter - huch!


    2. Auch Trainer ohne Schein sehen im Training und auf dem Spielfeld Dinge, die ich nicht sehe/mitkriege. Diesen Input möchte ich nicht missen, selbst wenn ich in der Bewertung dieser Dinge anderer Meinung bin.


    3. Beide anderen Trainer werden von der Mannschaft akzeptiert. Solange es menschlich eigentlich stimmt und auch die grundlegenden Philosophien ähnlich sind, kann ich den Jungs auch eine Menge vermitteln.


    4. Dass beide Trainer sehr aktiv am Spielfeldrand mitfiebern - und schon direkt nach dem ersten Fehlpass der erste Zwischenruf folgt: Erstmal (!) geschenkt: Bis vor einem Jahr habe ich genauso agiert, da wäre ich als Klugscheißer nicht wirklich glaubwürdig. Und meine wenigen, nach meiner Überzeugung positiv aufmunternd gemeinten Rufe ins Spiel kommen manchmal doch falsch an. Meine neue ruhigere Art am Spielfeldrand ist Spielern und sogar dem einen Trainer schon aufgefallen ich glaube so erreiche ich auch mehr. Durch Reden kann ich Leute, die seit 45 Jahren Fußball spielen, trainieren und bewerten, sicher nicht mehr ändern - eher durch Handeln und Vormachen.


    Oh, das waren sogar 4 Dinge, aber umso besser.

    Genau!!!!
    Und da er dort nicht mehr erwünscht ist bitte schriflich geben lassen darf er in den neuen Verein sofort spielen.

    Wenn das so funktioniert, wäre das toll: Vermutlich muss eine solche Erklärung von der Jugendleitung unterschrieben bzw. an den Kreis eingereicht werden, das genaue Procedere musst Du klären (oder weiß jemand hier Bescheid?). Falls es nicht funktioniert, beim Jugendleiter ein Gespräch verlangen: Du, der Junge, der Trainer und der Jugendleiter (vielleicht auch ohne Deinen Jungen). Falls der Jugendleiter sich aus irgendwelchen Gründen weigert, die gleiche Forderung an den Vorstand. Wenn das auch nicht funktioniert: Melde Dich nochmal.


    Viel Glück und Erfolg! ich drücke Deinem Jungen die Daumen.

    Zum Thema "Strenge" und "Akzeptanz" möchte ich nur wenig schreiben. Ich bin noch so sehr in der Entwicklungsphase als Trainer, dass manch ein Spieler sich wahrscheinlich bei der ein oder anderen Aussage fragen würde " Hat der ´nen Doppelgänger?"


    Will sagen: Meine theoretisches Selbstbild (streng, aber gerecht und auch für´n Spaß zu haben, klare altersgerechte Anweisungen und Ansprachen, altersgerechte Trainingsziele sowieso, nicht ins Spiel brüllen) entspricht vermutlich dem Idealbild, mein praktisches Auftreten (noch) nicht (immer).


    Kleine Bemerkung nebenbei aus eigener Erfahrung:
    "Strenge" wird innerhalb der Mannschaft unterschiedlich bewertet. Ich weiß aus einer früheren Mannschaftssitzung, dass manche Spieler deshalb "nicht so mit mir können", andere wiederum ganz froh sind, mich als Gegenpart zu dem "netten" anderen Trainer zu haben. Insofern ist es gut, wenn man zwei verschiedene Typen als Trainer hat! Das System "guter Bulle, böser Bulle" funktioniert also nicht nur im Verhör, sondern auch beim Jugendtraining.



    Das Thema Ansprachen vor Spielen bzw. in der Halbzeitpause ist ein echtes "Steckenpferd" von mir. Ich schrieb es schon mal in einem anderen Thread: Ich erinnere in den Ansprachen immer an die drei oder vier wesentlichen Aspekte "unseres Spiels", dabei mögen die Worte variieren, die Botschaft aber nicht. Mir persönlich ist es selbst in der C-Jugend noch (fast) egal, wie das Spiel ausgeht, wenn die Jungs die Grundsätze berücksichtigen: Laufbereitschaft, Dreiecksbildung, positiver Mannschaftsgeist und nicht mit Gegner, Schiedsrichter oder Mitspieler hadern. Dazu kommen spieltagsabhängige taktische Hinweise zu Gegner und Schiedsrichter (wenn ich von denen etwas weiß), Platzverhältnissen, Wetter etc. In der Halbzeitansprache spielverlaufsabhängig Zusatzinformationen zu Gegner und Schiedsrichter und Verbesserungsvorschläge, möglichst viel Lob - auch individuell.


    Ich bin geradezu peinlichst darauf bedacht, die Jungs nicht mit unklaren, widersprüchlichen und endlosen Monologen und Handlungsaufforderungen zu berieseln oder zu bedröhnen. Entweder sie können es, weil wir es gut trainiert haben oder sie können es nicht. Dann lernen sie es aber auch nicht durch meinen Monolog, sondern ich muss unser Training überdenken! Und wenn der Trainerkollege bereits 10 Minuten geredet hat, dann muss ich gar nichts mehr sagen, es sei denn er hat einen der Grundsätze (s.o.) nicht genannt.


    Spieler auf ungewohnten Positionen, mit wenig Einsatzzeiten, Formschwäche etc. nehme ich bei Aufwärmen kurz auf die Seite und versuche ihnen in drei Sätzen ihre Aufgabe zu erläutern und/oder etwas positiv Aufforderndes mitzugeben. (Ich vermute, so was braucht man in der F und E noch nicht)


    Nach den Spielen: Grundsätzlich nichts Inhaltliches zum Spiel, nur Lob, Trost, Aufmunterung oder Ähnliches, aber sparsam.


    Damit habe ich noch nicht alle Fragen aus Stefans Fragenkatalog beantwortet, aber ich muss noch arbeiten :O

    Hallo Jose,


    wir hatten vor kurzem (2-3 Monate) schon mal ein ähnliches Thema, habe es aber auch nicht mehr gefunden. Da schrieb jemand sinngemäß, dass schlechte Wochenspiele keine Gesetzmäßigkeit sein können, weil der Gegner ja das gleiche Problem hat. Folgende Gründe könnten aber die Leistungsunterschiede (ob nach oben oder unten) erklären:


    1.: Unterschiede in der schulischen Belastung
    Unsere Spiele in der Woche sind auch meistens mäßig, man sieht, dass einige Spieler Schwierigkeiten haben, ihr "normales" Leistungsvermögen abzurufen. Da ein Großteil der Jungs auf eine Schule geht, die als sehr anspruchsvoll gilt, gehe ich davon aus, dass sowohl die allgemeine schulische Belastung und Notendruck als auch die konkrete (Lernen für Schularbeiten) die Tagesform stark beeinflusst. Das ist "unter der Woche" auch nicht so leicht abzuschütteln . Sicher gibt es Mannschaften, wo der Anteil von Spielern deutlich kleiner ist, für die die Schule so im Vordergrund steht wie bei meinen Jungs und die deshalb unter der Woche immer besser gegen uns aussehen als am Wochenende - vielleicht haben sie einfach einen größeren Kader und können Kicker mit starker schulischer Belastung "kompensieren".


    2.: Unterschiede im Umgang mit dem anderen Spielrhythmus:
    Ein Spiel "unter der Woche" ist für die Jungs alles andere als Routine. Einige können nicht pünktlich kommen oder erscheinen total abgehetzt. Oder wir können uns tatsächlich erst eine halbe Stunde vor Spielbeginn treffen, weil in der Schule Langtag ist. Insofern ist die Routine von Ansprache und Aufwärmprogramm bereits empfindlich gestört. Da muss man sich als Trainer drauf einstellen und besonders viel Ruhe und Gelassenheit ausstrahlen (was ich auch nicht immer schaffe) und möglichst ein schlüssiges verkürztes Aufwärm- und Ansprachekonzept haben. Trotzdem sind die Jungs noch nicht ganz bereit fürs Spiel wenn bestimmte Teile des Aufwärmprogramms ausfallen.


    Soweit die theoretischen Überlegungen. An der praktischen Umsetzung von 2 hapert es bei uns auch, gegen 1 kann man nicht viel machen.