Beiträge von MichaMittelfeld

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    Hallo Super-Trainer,


    vielleicht ist das Problem "Übereifer" und sich einfach für alles verantwortlich fühlen. Ich hatte mal einen ähnlichen Fall - allerdings ohne die vielen Eigentore.


    Ich habe einen Spieler seit 3 Jahren (E-Jugend), über den frühere Trainer sagten, "der läuft das Spiel tot". Egal wo der Ball war, der Junge war in der Nähe. Das ist in der E-Jugend ja auch noch irgendwie o.k., ich hatte aber das Gefühl er macht das aus einer Art Übermotivation (Druck der Eltern, mangelndes Vertrauen in die Mitspieler oder was auch immer, was auch schon eismann andeutete) . Auch wenn er keine Eigentore produziert hat, wurde das auf dem großen Feld in der D-Jugend dann zum taktischen Problem: Obwohl im Mittelfeld aufgestellt, hat er sich beim gegnerischen Ballbesitz immer in der Abwehr (teils dahinter) aufgehalten, konnte nur noch wenig für den eigenen Spielaufbau tun und hat dann bei einem D-Ligaspiel auch mal völlig unnötig (weil der Torwart den Ball locker erlaufen hätte) den Elfmeter zum 2:1-Siegtreffer des Gegners kurz vor Schluss verschuldet. Danach ein heulendes Häufchen Elend (Keine Sorge, nicht weil ich ihn angemacht habe, der hat das selber gemerkt).


    Im nächsten Spiel dann meine taktische Anweisung:


    "Lieber Junge, wenn ich Dich während des Spiels einmal in unserem Strafraum sehe, wirst Du sofort ausgewechselt".


    Er hat dann noch gefragt (er ist nämlich clever und war damals schon kopfballstark, obwohl wir es natürlich nicht trainiert haben) ob das auch für gegnerische Ecken gelte, dann haben wir das als Ausnahme festgelegt und das war´s. Vor den nächsten Spielen haben wir ihn auch ab und zu noch einmal individuell gebrieft und erinnert. Seitdem (fast 2 Jahre her, jetzt jüngerer Jahrgang C-Jugend) kaum noch ein Problem, wir beobachten sein taktisches Verhalten natürlich, aber es funktioniert gut und man kann ihn auch schon gefahrlos :P im defensiven Mittelfeld aufstellen.


    Viel Erfolg

    TuB92


    aus vier Gründen übe ich kein Grätschen


    1. Möglichkeit: Ich wüsste gar nicht wie - wir haben einen Hartplatz.


    2. Effizienz: Auch die meisten anderen Vereine im Kreis haben Hartplätze. Insofern würde ich etwas üben, was schon rein statistisch nur ganz selten zum Einsatz kommt. Deshalb übe ich doch lieber Sachen, die praktisch immer gebraucht werden


    3. Qualität der fußballerischen Ausbildung (Nicht dass ich das perfekt beherrsche, aber man darf ja noch Ideale haben): Selbst wenn wir - wie in Bayern - nur Rasenplätze hätten, würde ich es nicht üben: Grätschen ist, wenn man zu langsam ist und/oder Probleme mit dem Stellungsspiel hat.


    4. Verletzungsgefahr: Es kommt ab und zu vor, dass Spieler im Punktspiel auch auf Asche grätschen (Vielleicht einmal in drei Spielen), und sie treffen eigentlich auch immer den Ball (haben aus irgendeinem Grund das richtige Auge, Timing, Koordination etc.) . Ich lobe denjenigen Spieler zwar für den Einsatz, versuche ihn aber auch wieder "runterzuholen". Ich erwarte kein Grätschen und will es auch nicht - wegen Verletzungsgefahr für sich und die anderen. Interessanterweise sind die Schürfwunden beim Grätschenden oft weniger schlimm als die vom Gegenspieler (auch wenn der Ball gespielt wird, stürzt der Gegenspieler oft.).


    Es gibt eine Ausnahme zu 4: Torhüter-Grätschen im Laufduell dem Stürmer entgegen sind legitim: Hier kommt die Grätsche mit "Ankündigung" gut sichtbar von vorne als letztes Mittel, vor dem Stürmer am Ball zu sein. Ich kann nicht erwarten, dass ein mitspielender Torhüter den Gegner im Zweifelsfall schneller am Ball sein lässt oder den Ball sauber abläuft und den Gegner noch ausspielt :D . Macht er allerdings auch manchmal 8o . Trotzdem "üben" wir diese Art der Zweikämpfe nicht .

    Hallo Don Quijote,


    viel Spaß beim Kampf gegen die Windmühlen :P (Elternansprüche, "Erfolgsdruck", weitverbreitete Irrmeinungen etc.). Ich würde mich gern als Dein Sancho Panza zur Verfügung stellen, habe aber keine F-Erfahrung.


    Trotzdem natürlich ein herzliches Willkommen

    Hallo Stella,


    ich habe den Schein gemacht, allerdings in NRW. Hat im Jahr 2009/2010 110,- Euro gekostet, dazu noch die Kosten für den 1. Hilfe-Lehrgang.


    Mein Verein hätte das übernommen, man geht dann natürlich auch davon aus, dass der Trainer dann ein paar Jahre dabei bleibt. Ob und wie das rechtlich geregelt wird/würde/werden könnte, habe ich mich nicht weiter drum gekümmert, denn ich habe die Übernahme der Kosten nicht eingefordert. Dadurch fühle ich mich "unabhängiger". (Auch wenn ich nicht vorhabe, den Verein zu wechseln). Ich finde den Lehrgang auf jeden Fall empfehlenswert und würde eine Teilnahme nicht von der Kostenübernahme durch den Verein abhängig machen (wenn Du das finanziell leisten kannst).


    Wenn Du ihn machst: Viel Spaß dabei!

    So wie Du ihn beschreibst ist er ja fast scheintot. Das kann ich mir aber nicht vorstellen.


    Vielleicht hält er sich auch so zurück, weil er Deine Führungsrolle als Haupttrainer nicht in Frage stellen will. Er sieht sich wirklich als "Co" und überschätzt auch nicht seine Kompetenz als Trainer. Von Trainingslektüre und Trainingsvorbereitung fühlt er sich ggf. überfordert. Es kann sogar sein, dass er auch nicht zufrieden mit der Situation ist, aber keine genaue Vorstellung hat, was Du erwartest und was nicht.


    Frag ihn also erstmal in einem ruhigen persönlichen Gespräch nach den Gründen für seine Zurückhaltung. Versucht gemeinsam herauszufinden, wo er sich einbringen kann. Wenn meine Vermutung stimmt, würde ich seine Rolle anders sehen: Er ist mitnichten ein "Kind", sondern ein "Trainer-Schüler", bring es ihm schrittweise bei. Und sieh es einfach positiv: Das ist auf jeden Fall besser als einer der jetzt schon alles besser weiß als Du.


    1. Training musst du vorläufig selber vorbereiten und durchführen. (Es hat auch Vorteile: Du kannst Deine Philosophie umsetzen, stell Dir mal vor, du hast einen Co, der ganz andere Vorstellungen hat) Versuch Übungen so auszuwählen und zu organisieren, dass Dein Co sie vielleicht auch mal übernehmen kann. Führ ihn Schritt für Schritt in den Trainingsbetrieb ein. Lass ihn mal für das Abschlussspiel die Mannschaften einteilen und ihn das Spiel alleine beaufsichtigen. Alles so kleine Sachen.


    2. Das gleiche gilt für das organisatorische - auch schrittweise. Er könnte am Anfang mal die Telefonliste erstellen oder die Trikot-Waschliste. Alles kleine Dinge, die ihn schrittweise in den "Betrieb" einführen.


    Sollte ich total falsch liegen mit meiner Einschätzung, macht´s wirklich wenig Sinn.


    Und erzähl mal beizeiten wie es weiterging

    Die meisten Jungs meiner C habe ich dieses Jahr dazu bekommen, die kannten die 4er Kette auch nicht. Ich kann aber schlecht sagen wie lange die Umstellung dauert: Einige Sachen funktionieren ganz gut, andere noch nicht so gut und manche nur manchmal. Und da ich die C2 zu den Spielen begleite (Training haben C1 und C2 gemeinsam) ist und einige Spieler wirklich ein Trainingsdefiit aus den letzten Jahren mit sich rumschleppen, würden manche Niederlage vielleicht mit Libero nicht ganz so drastisch ausfallen - aber die Jungs sich auch nicht entwickeln. Deshalb folgende Tipps aus meiner Praxis:


    1. (wie Gunther sagt: Testspiele)


    2. Im Training mit der ganzen Mannschaft die Viererkette üben und durchgehen, nicht nur die Abwehrspieler schulen. Übungen dazu findest Du auf Soccerdrills.


    3. Die einzelnen Mannschaftsteile auf ihre Rolle vorbereiten, sowohl einzeln als auch im rahmen der gesamten mannschaft: a) Dem Torwart seine Rolle erklären: er ist jetzt der Libero, immer wieder das Mitspielen einfordern und missglückte Ausflüge nicht tadeln. Er muss sich an diese Rolle gewöhnen und sein ganz eigenes Spielgefühl entwickeln. Darauf achten dass er bei Ballbesitz der eigenen Mannschaft in der generischen Hälfte auch weit vor seinem Tor steht und das Spiel aufmerksam verfolgt.


    b) in einer Viererkette sollten meiner Meinung nach mindestens ein Innenverteidiger und ein Außenverteidiger überdurchschnittlich schnell sein. Es kann sein, dass das bisherige Spiel mit Libero dazu geführt hat, dass die Langsamsten in der Abwehr spielen. Ihr müsst ggf. Mittelfeldspieler oder sogar Stürmer auf Abwehr umschulen - oder die Abwehrspieler gezielt schneller machen.


    c) bei Mannschaftsbesprechungen vor dem Spiel male ich die Aufstellung in 2 Varianten auf : Bei eigenem Ballbesitz Viererkette, Außenverteidiger nach vorne verschoben, Mittelfeldraute und 2 Stürmer, so kann ich die eingeforderte Dreiecksbildung illustrieren. Bei gegnerischem Ballbesitz bildet auch das Mittelfeld eine Viererkette (so habe ich auch praktisch 2 6er) und kann so die ballnahe Verteidigung der gesamten Mannschaft am besten nahebringen (natürlich ergänzt durch Training). Sogar die Stürmer stelle ich dann als "Zweierkette" auf und fordere von ihnen die entsprechende Abwehrarbeit durch "Verschieben" zum Ball ein.


    4. Erfahrungsgemäß musst Du in den Spielen häufiger die Abstände zwischen den Spielern der Kette(n) korrigieren. Der ballferne Außenverteidiger wird ein paar Spiele lang aus Gewohnheit seinen Mann decken und daurch den Abstand zur Innenverteidung zu groß werden lassen.


    Es mag noch 2-3 zusätzliche Kernpunkte geben: aber die Konzentration darauf in Training und Spiel führt schnell zu Ergebnissen in Form von verbessertem Stellungsspiel. Ich variiere in diesen taktischen Dingen die Mannschaftssbesprechung und auch sonstige Erklärungen nur gerade so viel, dass es nicht langweilig für die Jungs wird, aber die Kernaussagen (Torwart spielt mit, Abstände nicht zu groß werden lassen, zum Ball verschieben) sind immer dieselben.


    Viel Erfolg!

    Hallo Tom,


    zu 16jährigen kann ich noch nichts sagen, im Moment sind meine 13-14. Aber Du fragst ja für Deine Jungs, also 11-Jährige.


    Nach einem Spiel in der D saß mal einer meiner Jungs heulend in der Kabine, der Gegenspieler hatte ihn "H****sohn" genannt. Wir haben das im Training angesprochen und spaßeshalber über möglichst kreative Antworten nachgedacht: "Oh, wir sind Brüder?". Hintergedanke war , dass das nächste Spiel bei einem "berüchtigten" Verein stattfand. ich wollte die Jungs darauf einstellen, dass da "H****sohn" eventuell noch ein Kompliment ist. Die Jungs - auch der betroffene Spieler - haben viel gelacht, es waren 10 lebhafte Minuten. Danach habe ich aber klargemacht, dass die Benutzung der schlagfertigen Antworten im Spiel auch tabu ist. wir sollten uns auf keinen Fall in Wortgefechte einlassen, sondern im Falle des Falles möglichst nur in sich hineingrinsen (eingedenk der möglichen Antworten). Das haben wir auch nochmal in der Mannschaftsberepchung unmittelbar vor dem Spiel kurz thematisiert. So vorbereitet waren unsere Jungs fast schon enttäuscht, als sich der Gegner im Endeffekt als relativ harmlos und gastfreundlich darstellte.


    Ansonsten ist das Thema "provozieren lassen" immer wieder ein Thema für die Mannschaftsbesprechung. das betrifft sowohl Beleidigungen als auch den Umgang mit (vermeintlichen) Fehlentscheidungen des Schiedsrichters. Ich konnte Jungs anhand von ganz speziellen Szenen "nachweisen", dass ein Spieler aus Ärger über eine entsprechende Situation nicht mehr voll konzentriert war und deshalb eine Ballannahme oder ein Pass misslang. Ich hatte schon den Eindruck, dass das so nach und nach auch zu mehr Gelassenheit führte. Einen besonders hitzköpfigen Spieler habe ich zum stellvertrenden Kapitän gemacht (aber auch nur, weil Trainingsbeteiligung, -einsatz etc immer stimmte), der nimmt seine Rolle total ernst und bleibt fast immer ruhig.


    Weiteres wichtiges Thema in dem Zusammenhang: "Vorleben": Ich begrüße immer den gegnerischen Trainer mit Handschlag, spreche ein paar launige Worte mit ihm und achte darauf, dass das möglichst auch die beiden Mannschaften mitkriegen. Als Gastgeber begrüße ich möglichst persönlich die gegnerische Mannschaft beim Eintreffen auf unserem Gelände und zeige ihnen die Kabine. Auch mit Eltern des Gegners mache ich immer vor dem Spiel (z.T. noch während) ein bisschen Flachs, da geht man schon mit einem Lächeln oder Lachen an die Seitenlinie.


    Es ist ein Prozess, funktioniert sicher nicht von jetzt auf sofort und auch nicht garantiert mit jedem Spieler. Spezielle Kandidaten aus meiner Mannschaft beobachte ich besonders aufmerksam, spreche sie teilweise vor dem Spiel nochmal gesondert an - trotzdem kann ich es auch nicht immer vermeiden.

    Wir waren mal mit unserer E mit 13 Spielern bei einem Hallenturnier und dann ist eine Mannschaft nicht erschienen. Was haben sich unsere Jungs und die Turnierorganisatoren gefreut, dass wir kurzerhand eine zweite Mannschaft abstellen konnten.


    Kleine Anekdote am Rande: Im Turnierverlauf passte dann auch wirklich alles zusammen: Die 2. Mannschaft hätte im letzten Gruppenspiel durch ein Unentscheiden gegen den Turnierfavoriten und Gastgeber erreichen können, dass unsere erste Mannschaft ins Finale kam. Das war die Ausgangslage vor dem Spiel. Und die Spieler der gastgebenden Mannschaft fragten auch noch, wieviele Tore unsere 2. denn fangen wollte. In der winzigen Halle flog fast das Dach weg, so dramatisch war das Ganze - Stimmung wie bei einem Finalspiel im Profifußball Gesang und Anfeuerung von den Zuschauern, keiner blieb neutral. Und alles immer fair. Und atemberaubend spannend - Einbahnstraßenfußball - aber am Ende stand es 0:0.


    Ich will mit dieser Geschichte nicht dem Ergebnisdenken das Wort reden, aber das war ein Ereignis woran sich heute (3 Jahre später) noch die Spieler und Eltern gerne erinnern - und übrigens auch Vertreter des gastgebenden Vereins - man ist sich in Freundschaft verbunden.


    So etwas wirst Du vermutlich nicht erleben bei Deinem Turnier in Polen, aber wenn Du nicht alle mitnimmst, wirst Du es definitiv nicht erleben!

    Beim Aufwärmen setze ich folgende Übung gerne bei meiner C ein, müsste auch für A auf dem Viertelplatz gehen: Stelle ungefähr 8 - 12 Hütchentore auf. Spieler bilden Pärchen mit einem Ball, ein Spieler muss die Hütchen durchdribbeln (nie das gleiche Tor hintereinander) , der andere ihn daran hindern. Das machen alle Pärchen gleichzeitig ca. 1 Minute lang, dann tauschen in den Pärchen die Rollen ohne große Pause, jetzt dribbelt der, der vorher verteidigt hat, anschließend kurze Pause. Die ganze Übung noch zweimal, dann hat jeder 6 Minuten Vollgas gegeben.


    Variationen:
    Zählen der erzielten Tore: Wettbewerb
    Tore vergrößern/verkleinern, Zahl der Tore variieren
    Gesamtspielfläche vergrößern/verkleinern
    Tore dürfen nur mit links durchdribbelt werden
    etc.
    etc.


    Kurzpassübungen mit Spirnts und zunehmend komplexem Aufbau hätte ich auch vorgeschlagen, wie von Andre und Toto2 empfohlen.


    ggf. funktionieren sogar einige taktische Spielvarianten (z.B. One-touch-Fußball auf mehrere Hütchentore (pro Mannschaft 3 oder 4, habe ich allerdings selber noch nicht ausprobiert)

    Spielintelligenz hat meiner Meinung nach zu tun mit "taktischem Verständnis": Mein Definitionsvorschlag greift die Punkte von Andre und Germancoach auf, wobei Germancoachs Darstellung schon eine "hohe" Spielintelligenz beschreibt.


    "Spielintelligenz ist die Fähigkeit, in Spielsituationen die individualtaktischen, gruppentaktischen und mannschaftstaktischen Möglichkeiten zu erfassen und das eigene Handeln danach auszurichten, und zwar sowohl bei eigenem als auch gegnerischem Ballbesitz."


    Wie weit die Spielintelligenz eines Spielers ausgeprägt bzw. ausgebildet ist (und sein kann), hängt von vielen Dingen ab: Alter, kognitive Fähigkeiten, Qualität des Trainings und der Trainer, Ausbildungsstand als Fußballer, Talent . . .


    Für Tom Bombadil: Spielintelligenz ist ein Bestandteil des Gesamtbildes "Fußballer", neben den anderen Bestandteilen wie Technik, Schnelligkeit/Körperliche Fitness, Mentalität . . . etc.

    Hallo Dinho 80


    als Traineranfänger wirst Du mit so einer Situation fast immer überfordert sein.


    Deshalb in jedem Fall zuerst das Problem ausführlich mit dem erfahrenen Trainerkollegen führen und Lösungsmöglichkeiten besprechen. Die sollte auch der Kollege verantwortlich leiten, mit Deiner fehlenden Erfahrung ist die Gefahr viel zu groß, dass von Dir in Eigenregie entwickelte Ideen und Maßnahmen wirkungslos bleiben oder sogar das Gegenteil erreichen.


    Wenn es häufiger vorkommt, dass der Trainerkollege nicht beim Training ist, müsst Ihr beide Maßnahmen und Reaktionen besonders gut absprechen, weil die Jungs sofort austesten werden, wie Du alleine klar kommst.


    Ein paar Ideen wurden genannt - ich kann die Wirksamkeit nicht beurteilen, weil ich einen solchen Fall noch nicht hatte.


    Aber was würde ich tun, wenn ich den Fall hätte?


    1. Mit dem Trainerkollegen abstimmen: Wenn der das gar nicht oder ganz anders sieht, ist das Problem sogar richtig schlimm. Gib uns hierzu mal bitte Rückmeldung.


    2. der Mannschaft in Ruhe erklären (ob mit oder ohne den beteiligten Spieler, bin ich mir noch nicht sicher), dass er als Fußballanfänger (ich gehe einfach davon aus, dass er noch nicht so lange dabei ist) nun mal (noch) nicht mehr können kann. Erzähl irgend eine Geschichte, dass ein bekannter Fußballer oder Sportstar erst spät mit der Sportart angefangen hat (Die Fechtolympiasiegerin Britta Heidemann hat erst mit 13 mit dem Fechten angefangen. Dass sie vorher erfolgreich Schwimmen und Leichtathletik als Leistungssport betrieben hat, würde ich in so einem Zusammenhang unterschlagen). Die Geschichte die Du erzählst, muss übrigens gar nicht stimmen, sie muss nur gut rüberkommen. Darauf hinweisen, dass die Mannschaft spätestens in der D-Jugend (wir spielen da mit 11) einen wesentlich größeren Kader braucht und der Junge dann auch gebraucht wird, weil die Positionen/Aufgaben dann auch ganz anders definiert sind. Und schließlich ganz wichtig: auch die Mannschaft mal fragen, was sie denn vorschlägt für den Umgang mit dem Jungen. Ideen gemeinsam entwickeln und sich auf bestimmte Maßnahmen und Verhaltensweisen einigen.


    3. ggf. (E-Jugend vielleicht noch schwierig) den Kapitän und seinen Stellvertreter besonders in die Verantwortung nehmen


    4. tatsächlich den Jungen so einsetzen, dass er vielleicht sogar nicht nur nicht schadet, sondern auch seine begrenzten Fähigkeiten auf eine Aufgabe konzentrieren kann. Die Trainer kommentieren auch seine Erfolge im Spiel lautstark ("Klasse Einsatz" , "gut gesehen", irgend was gibt es immer (!)), aber weiterhin auch die gelungenen Aktionen der anderen Spieler


    Erfahrene Pädagogen kennen bestimmt auch noch Rollenspiele, in denen die anderen Spieler in die Lage des Außenseiters versetzt werden: Gibt´s da jemanden im Forum?

    Hallo Hans,


    wir haben in der letzten Hallensaison bei der D-Jugend mal probiert, vom gewohnten 2:2 auf 1:2:1 zu wechseln. Vielleicht waren wir zu vorschnell (und auch zu ehrgeizig), wir haben das "Experiment" aber nach dem ersten Spiel wieder beendet und auf 2:2 umgestellt. Die Unsicherheit bei den Verteidigern war mit Händen zu greifen (obwohl sie ansonsten auf dem großen Feld beide technisch, läuferisch und taktisch sehr ordentliche Innenverteidiger spielen). Aber das Gefühl einen Partner zu haben auf den man sich verlassen kann, geht denen als "einziger Verteidiger" dann erstmal völlig ab).


    Ich sehe aber die Vorteile des 1:2:1. Ein Umstellen dauert - vor allem wenn man wie wir nur wenig Hallentrainings-Möglichkeiten hat. Ich würde mal sagen, die ersten beiden Turniere sollte man dann nicht unbedingt gewinnen wollen.

    Hallo TW-Trainer,


    freut mich, dass sie Dir gefällt. Ich habe sie auch erst letzte Woche erstmals durchgeführt, um gezielt an den läuferischen bzw. mannschaftstaktischen Defiziten einiger Offensivspieler zu arbeiten. Insofern habe ich selber noch nicht genügend Erfahrungen mit allen Variationen. (erst seit drei Jahren Trainer, C-Jugend erst diese Saison)


    Ich würde sagen, dass man die Übung mit und ohne Torwart spielen kann, ohne Torwart nimmt man ggf. kleinere Tore oder sogar nur Hütchentore. Wenn Du die Übung mit Torhütern spielst, kannst Du gleichzeitig das Torhüter-"Mitspielen" trainieren - die Bewegung des Torhüters nach vorne und zurück "mit dem Spiel". Funktioniert aber für die Torhüter vermutlich nur dann effektiv, wenn Du eine Zusatzregel einführst: Erzielte Tore zählen nur (oder doppelt), wenn alle Feldspieler in der gegnerischen Hälfte sind und der Torwart nicht mehr als x Meter (hängt von der Spielfeldgröße ab, ggf. kann man eine Zone markieren) hinter den Verteidigern.


    Beim taktischen Trainingsspiel (max. 5 gegen 5) ist die Spielfeldgröße ca. 30 x 15-20 m (mache ich nach Gefühl) , beim Abschlussspiel richtet es sich nach der Zahl der Trainingsteilnehmer: bei max. 16 Spielern reicht eine Spielhälfte, bei normaler Trainingsbeteiligung (i.d.R. 22-24 Spieler) möglichst der ganze Platz.

    Hallo Rene,


    ein relativ simples Mittel kannst Du sowohl in taktischen Trainingsspielen (bis max. 5 gegen 5) wie auch im Abschlussspiel einführen: Gegentore zählen doppelt, wenn die verteidigende Mannschaft beim Gegentor nicht komplett in der eigenen Hälfte war. Habe ich erst letzte Woche gemacht und hat auch ganz gut funktioniert (vorallem sparst Du Dir das "Eingreifen", das regelt die Mannschaft dann selber. Und als ich festgestellt habe, dass die ganz cleveren Stehgeiger nur bis genau zur Mittellinie laufen (bzw. spazieren, weil sie ohnehin nicht weit weg waren) und abrupt stehen bleiben, habe ich die wandernde Mittellinie eingeführt: Spieler der verteidigenden Mannschaft mussten mindestens auf meiner Höhe sein, um keinen 2-Punkte Gegentreffer zu kassieren (Ich stand an der Seitenlinie und bin zum Teil tief in die verteidigende Hälfte zurückgegangen).



    Die Übung werde ich bei einer der nächsten Trainingseinheiten noch modifizieren (so dass ich nicht die "magische" Linie bilden muss) : Zwei Spieler befinden sich an den Außenlinien außerhalb des Spielfeldes. Sie nehmen nicht am Spiel teil, müssen aber permanent möglichst auf Ballhöhe bleiben. Sie bilden dann die Linie, hinter der sich die verteidigende Mannschaft befinden muss, damit Gegentore nicht doppelt gezählt werden. Diese Spieler werden jeweils nach wenigen Minuten getauscht.

    Tut mir leid, so wie die Anfrage aufgebaut ist, fehlt mir jedes Verständnis: Da geht der Trainer "z.B. auch mal mit ein paar aus meiner Mannschaft ins Kino [. . .] und so" und wundert sich, dass einer von denen, die nicht mitgenommen werden, versucht, sich die Aufmerksamkeit des Trainers zu sichern? Ich fasse es nicht. Bei einer C-Jugend?? Kinder in der Pubertät, Orientierungsphase, Selbstfindungsphase, mit schwankenden Selbstbewusstsein etc etc. Wie gesagt, ich fasse es nicht.


    Wenn ich irgend etwas nicht mitbekommen habe, klärt mich bitte auf.

    Hallo Dinho 80,


    hier die gewünschte Antwort auf Deine Rückmeldung im anderen Thread:


    Welche Trainerscheine worauf aufbauen und wofür Voraussetzung sind, habe ich mich bisher nicht beschäftigt, ich habe erstmal meine C-Lizenz Breitensport gemacht und damit noch genug zu tun, das alles umzusetzen :)


    Klasse, dass das mit dem Co-Trainer bei einer E geklappt hat. Viel Erfolg (damit meine ich nicht den Tabellenstand der Mannschaft) und Spaß wünsche ich Dir. Und Vorsicht, nimm Dir und den Kindern nicht zuviel vor.

    Also ich habe nur Erfahrung mit der Permanent-Gewichtsweste :P - geht auf Dauer auf die Gelenke und ist deshalb schädlich. Dinho80; Dein Engagement in allen Ehren, aber Du hast Dich in einem Deiner Beiträge vor ein paar Wochen vorgestellt als jemand, der ohne Vereinsfußball-Erfahrung Trainer werden will.


    Da würde ich zunächst mal auf die meisten Hilfsmittel verzichten und wie folgt vorgehen:


    1. Schritt: Co-Trainer einer D2 (wurde schon mal vorgeschlagen, was ist eigentlich draus geworden?). alternativ geht auch eine E. Ganz wichtig, wirklich nur Co-Trainer machen. Ich habe schon als Co-Trainer viele Fehler gemacht, weil ich zu ungeduldig war, kein Gefühl für das tatsächliche Leistungsvermögen der Kinder hatte, teiweise keine Vorstellung hatte, wie man fußballerisches Wissen auch vermittelt (!) und taktische und technische Inhalte munter drauflos mischte..


    2. Anmeldung zur C-Lizenz-Breitensport: wird dir wahnsinnig viel bringen, das verspreche ich Dir. Die Lehrgänge (zumindest bei uns im Kreis) fangen Mitte November wieder an). Spaß machts übrigens auch (meistens). Die 120 stunden sind auf jeden Fall eine sinnvolle Beschäftigung und bei Deinem Engagement genau das Richtige. Man lernt auch wie man Übungen vorbereitet und wie man flexibel reagiert , wenn´s nicht so klappt und noch weitere viele Dinge, die sich ein Trainer ohne Schein mühsam in Jahren erarbeiten muss (und selbst dann vielleicht noch nicht kann). Mit dem Trainerschein hat man die beste Grundlage, ist dann aber immer noch nicht unbedingt automatisch ein guter Trainer (gerade wenn man nie selber im Verein gespielt hat)


    3. Die Grundprinzipien (z.B. Techniktraining in "methodischen Reihen", wenn es denn eine E- oder D-Jugend ist ) mal umsetzen und schauen wie´s funktioniert


    Ich würde soweit gehen und sagen: Im ersten Jahr brauchst Du kaum mehr Hilfsmittel als Hütchen, Koordinationsleiter und ausreichend Bälle.


    Toi, toi, toi - und erzähl uns mal von Deinen Erfahrungen als Trainer. Dann können wir Dir direkt noch viel konkretere Ratschläge geben