Hallo Super-Trainer,
vielleicht ist das Problem "Übereifer" und sich einfach für alles verantwortlich fühlen. Ich hatte mal einen ähnlichen Fall - allerdings ohne die vielen Eigentore.
Ich habe einen Spieler seit 3 Jahren (E-Jugend), über den frühere Trainer sagten, "der läuft das Spiel tot". Egal wo der Ball war, der Junge war in der Nähe. Das ist in der E-Jugend ja auch noch irgendwie o.k., ich hatte aber das Gefühl er macht das aus einer Art Übermotivation (Druck der Eltern, mangelndes Vertrauen in die Mitspieler oder was auch immer, was auch schon eismann andeutete) . Auch wenn er keine Eigentore produziert hat, wurde das auf dem großen Feld in der D-Jugend dann zum taktischen Problem: Obwohl im Mittelfeld aufgestellt, hat er sich beim gegnerischen Ballbesitz immer in der Abwehr (teils dahinter) aufgehalten, konnte nur noch wenig für den eigenen Spielaufbau tun und hat dann bei einem D-Ligaspiel auch mal völlig unnötig (weil der Torwart den Ball locker erlaufen hätte) den Elfmeter zum 2:1-Siegtreffer des Gegners kurz vor Schluss verschuldet. Danach ein heulendes Häufchen Elend (Keine Sorge, nicht weil ich ihn angemacht habe, der hat das selber gemerkt).
Im nächsten Spiel dann meine taktische Anweisung:
"Lieber Junge, wenn ich Dich während des Spiels einmal in unserem Strafraum sehe, wirst Du sofort ausgewechselt".
Er hat dann noch gefragt (er ist nämlich clever und war damals schon kopfballstark, obwohl wir es natürlich nicht trainiert haben) ob das auch für gegnerische Ecken gelte, dann haben wir das als Ausnahme festgelegt und das war´s. Vor den nächsten Spielen haben wir ihn auch ab und zu noch einmal individuell gebrieft und erinnert. Seitdem (fast 2 Jahre her, jetzt jüngerer Jahrgang C-Jugend) kaum noch ein Problem, wir beobachten sein taktisches Verhalten natürlich, aber es funktioniert gut und man kann ihn auch schon gefahrlos
im defensiven Mittelfeld aufstellen.
Viel Erfolg
