Beiträge von MichaMittelfeld

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    Drei Dinge sind mir noch nicht ganz klar:


    1. Ihr habt am Anfang der Saison beschlossen, die Spieler nicht einzuteilen und dies den Eltern auch so mitgeteilt. Wie läuft denn die Einteilung der Mannschaften für den Spieltag ab? Wahrscheinlich doch so, dass der D1 Trainer "nominiert" und immer auf die gleichen zurückgreift? Habt Ihr am Anfang der Saison nicht das Procedere geklärt und vielleicht sogar einen Plan erstellt, wie alle Spieler gleichmäßig auf D1 und D2 Spiele verteilt werden können?


    2. Laut Deinem Eingangsposting stammen drei Viertel der SG-Spieler von dem anderen Verein. Das ist leider für Dich und Deinen Verein eine etwas schlechte Ausgangsposition, weil der andere Verein notfalls eine eigene D betreiben könnte. Mittlerweile scheint Ihr aber 26 Spieler zu sein - wie ist denn da die Aufteilung auf die jeweiligen Vereinsmitgliedschaften?


    3. Die Bildung einer Spielgemeinschaft ist doch auch von den Jugendleitern/Jugendvorständen vereinbart worden. Welche Meinung haben denn die beiden Jugendleiter zu dem Thema?

    Ich habe letzte Saison mit meiner damaligen C-Jugend eine verteidigerspezifische Übung gemacht, die auch für einen Torwart hilfreich sein könnte (präziser Spielaufbau ohne Einsatz der Hände):


    Du steckst ein Feld ab , ungefähr 30 x 30 m, das zur Hälfte geteilt wird. In der einen Hälfte ist der Torwart postiert (ungefähr auf der Grundlinie). Auf der Grundlinie der anderen Hälfte stehen drei kleine Tore und ein Passgeber. Der Passgeber spielt den Torwart flach an, der nimmt den Ball in seiner Hälfte an und spielt aus seiner Hälfte heraus einen Flachpass in eines der kleinen Tore. Das ist die Grundübung für den präzisen Spielaufbau.


    Steigerungsformen:
    1. Der Passpieler rückt sofort nach Passspiel bis an die Mittellinie vor, um Passwege zuzustellen: Drucksituation erhöht die Schnelligkeit beim Spielaufbau
    2. Der Passpieler spielt auch springende Bälle
    3. Der Passspieler spielt auch hohe Bälle (ggf. Abstand von der Grundlinie vergrößern)
    4. Du verkleinerst die Spielhälfte des Torwarts, damit der Raum für die Ballverarbeitung kleiner wird.


    Meine (geschätzte) Altersempfehlung: frühestens ab ältere D-Jugend. Ich selber habe sie als C-Jugend-Übung gefunden.


    Und Torwartspezifisch (mit Händen)
    Der Torwart nimmt den Pass/Schuss mit den Händen auf und wirft in einen Zielsektor (z.B. KiFu-Tor)

    Mensch Fussiheld, hättest Du in dem von Dir letzte Woche eröffneten Thread


    Angriffsspiel in die Tiefe


    etwas von kurzfristig anstehender Lehrprobe C-Lizenz gesagt, die Rückmeldungen kommentiert und Fragen beantwortet, wäre das Feedback sicher etwas ergiebiger für Deine Lehrprobe ausgefallen.
    Allerdings hätte ich mich dann in dem Thread gar nicht eingebracht, weil ich keine C-Lizenz Leistungssport habe und sie auch nie machen werde (können).


    Trotz meiner deshalb eingeschränkten Kompetenz zu Deinen Fragen: Ich tendiere zu a) Thema verfehlt.
    Klar wird beim Hinterlaufen auch ein Pass tief gespielt, es ist aber sicher eher unter den Oberbegriff "Verbesserung des Angriffsspiels über die Flügel" zuzuordnen und nur ein kleiner Teilspekt von Angriff in die Tiefe.


    Angriff in die Tiefe heißt "der schnellste Weg zum gegnerischen Tor". Der "Angriff in die Tiefe" kann bereits bei Balleroberung im eigenen Strafraum gegen den ungeordneten Gegner erfolgen, dann spielen die Innenverteidiger und die Sechser wichtige Rollen.


    Selbst wenn du Dich nur auf die Offensivkräfte konzentrierst, ist der Angriff durch das Zentrum der "schnellste Weg zum gegnerischen Tor". Eine Angriffsübung über den Flügel ist fast schon ein Umweg.


    Trotzdem tut es mir leid für Dich, denn es ist und bleibt hart, dass Dein Engagement letztendlich nicht erfolgreich war.

    Ich habe gestern mit meiner jüngeren D-Jugend im Schwerpunkt Dribbling folgende Spielform (4 gegen 4) ausprobiert


    Spielfeld mit zwei kleinen Toren und zahlreichen Hütchentoren im Feld. Als Tor gilt, wenn der Ball durch die Hütchentore oder in die kleinen Tore gespielt und dabei - ganz entscheidend - auf der Torlinie kurz gestoppt wurde.


    Die Durchführung hat meine Erwartungen weit übertroffen: Da war unglaublich viel drin: Neben der Unterstützung des Schwerpunkts durch die Torregel ergaben sich Passpiel miteinander einschließlich Bewegung ohne Ball, schnelles Umschalten, Verlagern des Spiels und intensive Zweikämpfe praktisch von selbst.


    (es handelt sich um eine kleine, heterogene Truppe mit einem guten Spieler und zwei Anfängern, der Rest irgendwo dazwischen)


    Könnte ich eigentlich auch unter "Meine Lieblingsübung" posten :thumbup:


    Ach so, die Alterseinteilung: ich habe bisher nennenswerte Trainererfahrung nur in der in der D und C und vermute, dass die Übung ab E-(zumindest älterer Jahrgang) aufwärts bis in den Seniorenbereich funktioniert.

    sel69:
    zu deinem ersten Post: Enno und Stella haben schon recht, man kann durch das Ballhalten auch andere Reize setzen. Es geht ja nicht um ein entweder - oder, sondern eine weitere Alternative.


    Zu deinem zweiten Beitrag: Die Übung habe ich so ähnlich auch gerade erst durchgeführt, mit folgender Abweichung: Die Bälle liegen in einem Hula-Hoop-Reifen oder ähnliches bereit, die Kinder holen ihn sich nach der Koordinationsleiter mit dem Fuß heraus ins kurze Dribbling (Slalom oder einzelne Markierung, die kannst du ebenfalls so ausrichten, dass Linksschüsse provoziert werden) und führen ihn nach dem Torschuss auch wieder in den Reifen zurück. Das hat zwei Vorteile: Du musst die Bälle nicht zurechtlegen und der Torschuss erfolgt mit bewegtem Ball statt mit ruhendem Ball. Das erscheint mir etwas praixisnäher bzw. wäre eine Ausbaustufe zum ruhenden Ball.

    Zur Diskussion vormachen oder nicht (wohlgemerkt im Breitensport)


    Es gibt Dinge, die sind einfach anschaulicher zum Vormachen. Habe es gestern wieder gesehen: Das 1:1 in der Defensive kurz als Trainerpaar vorzumachen geht deutlich schneller als zu erklären und zwei Spieler zu bitten es dann vorzumachen. Und effektiv schien es mir auch, die Jungs haben sofort Ansätze gezeigt, es gut umzusetzen.


    Nichtdestotrotz kann ich einige Dinge nicht vormachen, ich bin einfach als Kicker nicht gut genug, selbst mit einem ordentlichen B-Jugendlichen auf Kreisniveau technisch und läuferisch mitzuhalten. Ich muss also andere Mittel finden (wie auch der mehrfach zitierte Rollstuhlfahrer). Abgesehen davon ist das Vormachen lassen durch einen Spieler auch ein pädagogisches Instrument, das den so "geadelten" Spieler stolz macht. "Vormachen lassen" hat also auch seine Daseinsberechtigung.


    Ich fürchte, bestimmte Bewegungsabläufe bringe ich meinen Jungs nicht oder falsch bei. Trotzdem sehe ich, dass mein Training auch bei den Trainerkollegen im Dorfverein akzeptiert wird ("macht ein super Training") und ein ehemaliger Leistungssportler nach einem Schnuppertraining seines Sohnes zufrieden war (ich weiß das einzuordnen, der erwartet kein Spitzentraining, aber zumindest ein ordentliches). Also sehe ich darin durchaus eine Daseinsberechtigung als Trainer.


    Die Verantwortung die ich habe, durch falsches Training ggf. bestimmte Muskelpartien nicht ordentlich aufzubauen, falsche Bewegungsabläufe einzuschleifen und so weiter, macht mir durchaus zu schaffen - ich sehe Dobrins Punkt. Als D- und C-Jugend-Trainer müsste ich die Technikausführung besser vormachen können. Aber was ist die Konsequenz? Wenn alle Fußballtrainer Dobrins Ansprüchen genügen würden (und müssten), hätten wir keine 6. Mio aktiven Fußballer in Deutschland, sondern vielleicht ein paar Hunderttausend. Und richtig gute Fußballer gibt es nur, wenn es auch schlechtere gibt. Sonst sind die Guten die Schlechten, weil die Sehr Guten die Guten sind. Denkt mal drüber nach. .

    Es gibt bei "Arbeitsplatzfragen" meiner Erfahrung nach immer zwei Betrachtungsweisen, die für mich absolut gleichwertig sind: Die rechtliche Seite und die Frage des Umgangs miteinander


    die rechtliche Sicht ist in den vergangegen Posts schon diskutiert worden.


    Die zweite Sicht: Selbst wenn Du nach rechtlichem Standpunkt die Nebentätigkeit nicht anzeigen musst, macht es den Umgang miteinander oft einfacher, wenn alle
    relevanten Mitarbeiter, Kollegen und Chefs Bescheid wissen. Wie ist die allgemeine Arbeitszeitkultur im Unternehmen? Wie sind Überstunden geregelt (vor allem in nichttariflichen oder außertariflichen Arbeitsverträgen)? Wann und wie kurzfristig werden Besprechungen angesetzt? Denn auch wenn Du 8 Stunden gearbeitet hast, kann es sein, dass andere Kollegen es merkwürdig finden, dass Du immer um 16.00 Uhr gehst, wo doch alle anderen bis 18.00 Uhr, 18.30 Uhr arbeiten. Es macht also bei vielen Arbeitsverhältnissen einfach Sinn, dass die Kollegen und Chefs Bescheid wissen, warum Du zwei mal die Woche früher gehst als üblich.

    Auch ich wünsche viel Glück.


    Vielelicht brauchst Du meinen Tipp gar nicht, weil alles viel besser läuft als befürchtet:


    Schwieriger fast noch als die Einstimmung auf das Spiel finde ich die Einflussmöglichkeiten von außen, wenn früh oder zu viele Gegentore fallen. Es geht mir nicht ums Dirigieren, sondern dass mir die Jungs leid tun, wenn sie die Köpfe hängen lassen und die Enttäuschung mit Händen greifbar ist. Da ist Deine Idee


    "Und ich werde die Elternschaft bitten, jede auch nur halbwegs gelungene Aktion frenetisch zu bejubeln, das haben die Jungs verdient." schon ziemlich gut, vielleicht sogar der entscheidende Kniff.


    Kritisch wird es dann noch mal in der Halbzeit, wenn (glaube ich gar nicht) ihr hoch zurückliegt. Ich musste mal beim Stande von 0:9 eine Halbzeitansprache halten: (war allerdings C-Jugend, der Gegner hatte vergessen für Bezirksliga zu melden, war also 2 Klassen höher) Ich habe den Spielern gesagt, dass die 2. Halbzeit nur noch ein Lern- und Trainingsspiel ist. Sie sollen jeden gewonnenen Zweikampf, jede kleine Passfolge, vielleicht sogar einen gelungenen Trick als Erfolg sehen. Und den Torhüter habe ich erinnert, dass er nicht nur 9 Tore kassiert hat, sondern mindestens ebenso viele verhindern konnte. Die Jungs stürmten zwar nicht gerade hochmotiviert zurück aufs Feld, waren aber nachher positiv gestimmt, weil sie die 2. Halbzeit nur noch 0:7 verloren und sich die meisten Tore auch erst am Schluss wegen nachlassender Kondition fingen.


    Ich hatte die Halbzeitansprache auch extra in Hörweite der Elternschaft gemacht, damit die auch nochmal ein bisschen motiviert würden (wobei in der C die Elternschaft kaum noch anfeuert) . Ein Vater, der selbst höherklassig gespielt hatte, gefiel die Ansprache auch sehr gut, er meinte das wäre genau das Richtige gewesen.


    Sei also vorbereitet auf schwierige Situationen im Spiel. Und dann freu Dich wie Bolle, wenn sie nicht eintreten!!!

    Ein bisschen unpraktisch, dass man 2 Threads verfolgen muss, um auf Diskussionsstand zu bleiben.


    Es gibt im angelsächsischen Raum den Begriff "Leading by example": Du solltest Trainingsbeteiligung und Einsatzfreude auf dem Feld höher einstufen als die "Lautstärke auf dem Feld". Außerdem sollte der Spieler auch leistungsmäßig "gesetzt" sein, dann hat er eine natürliche Akzeptanz bei den anderen Spielern. Das, was Du Dir offensichtlich auch auf dem Feld erhoffst, nämlich das Dirigieren oder sich sonstwie bemerkbar machen, würde ich sogar explizit in dem Alter NICHT als Kapitänsaufgabe sehen, weil Du erstens ihn als Persönlichkeit überfordern könntest und zweitens es immer ein paar Spieler gibt, die sich dann hinter dem Kapitän "verstecken" können.


    In kritischen Spielsituationen die Ärmel hochzukrempeln, sich gegenseitig positiiv zu motivieren ist Mannschaftsaufgabe. Das kannst und solltest Du auch von anderen Spieler mit positiver Ausstrahlung erwarten. Die machen das sogar gerne, auch wenn sie nicht Kapitän sind.

    Bin leider kein sportmediziner, hatte den Post aber schon fertig:


    ZU 2: Als Sofortmaßnahme (kenne ich noch von früher) streckt der Spieler das Bein und zieht die Zehen nach oben. Da er das aufgrund mangelnder Erfahrung und der heftigen Schmerzen oft nicht selber hinkriegt, sollte das ein anderer Spieler oder am besten Du machen. Wenn der Schmerz nachlässt und sich der steinharte Krampf löst, kann die Muskulatur durch Massieren weiter gelockert werden.


    Was meinst Du mit "so schnell wie möglich einsatzbereit"? Als verantwortlicher Trainer von Jugendlichen würde ich den Spieler in diesem Spiel nicht mehr einsetzen. Wadenkrämpfe treten ja in der Regel ohnehin gegen Spielende auf und der Spieler brennt erfahrungsgemäß nicht auf den sofortigen Wiedereinsatz, oder?


    Ansonsten dürften Spieler nach Wadenkrämpfen am nächsten Tag wieder einsatzbereit sein. Allerdings würde ich dem Spieler immer einen Ernährungstipp mitgeben, da Wadenkrämpfe (so mein Wissen aus der eigenen Jugend) durch Magnesiummangel begünstigt werden.


    Nochmal der Hinweis: Das ist mein Wissen von vor 20 Jahren. Wenn sich daran was geändert hat, bitte Rückmeldung von den Leuten, die es besser wissen.

    Die 7er-Mannschaften spielen voraussichtlich nur bis zum Ende der Qualifikation, sprich Winter, mit.

    Das ist immerhin die halbe Saison - und Du hättest mit der Dreierkette ein System, das Du auf beiden Spielfeldgrößen anwenden kannst. Selbst wenn es nur 1 oder 2 Spiele sind auf 7er Feld, scheint es für mich Sinn zu machen, bei beiden Spielfeldgrößen Dreierkette ohne Libero zu spielen.

    Kein Mitdenken' wird dich als Trainer immer begleiten. Da kannst Du nur gebetsmühlenartig immer wieder drauf hinweisen. Die Handlungsgeschwindigkeit unterscheidet m.E. den guten
    vom weniger guten Spieler. Inwieweit sowas trainierbar ist, bin ich mir nicht sicher. Denke, entweder ein Spieler kann es oder eben nicht.

    Das glaube ich nur mit Einschränkung., siehe hierzu auch den aktuellen Thread "Trainingsplan" und die Anmerkungen von Tirus (Trainingsplan). Der Grundsatz, fast jede Übung nach Möglichkeit mit Anschlussaktionen zu konzipieren und einzufordern (z.B. dass beim 1:1 in der Offensive der Verteidiger nach Balleroberung in ein kleines Tor passen muss und dafür auch einen Punkt erhält, den der Angreifer trotz Ballverliust natürlich versucht zu verhindern) wird auch die meisten Spieler verbessern können, die es "nicht können". Diese Anschlussaktionen sind ja das, was Koner vermisst.


    Dass es trotzdem Unterschiede geben wird zwischen Kreisniveau und Talenten will ich gar nicht bestreiten. Mir wäre Dein "der Spieler kann es oder eben nicht" nur zu sehr ein Freibrief für alle die Trainer im Dorfverein, die eine Mannschaft seit der F betreuen und dann ab der D oder C lauthals lamentieren, die Spieler seien alle "zu langsam im Kopf". Fehlt dann nur noch der Hinweis auf das leider nicht zur Verfügung stehende "Spielermaterial" ;)

    Vermutlich hast Du Recht. Ich habe nur als (meist Co-Trainer) in den letzten Jahren festgestellt, dass die Schusstechnik eher zufällig ausgebildet war: Aber mit dem Verzicht auf den Trainingsblock "Schusstechnik" könnte ich die von Dir angeregten längeren Trainingsblöcke unterbringen.


    Zitat

    Zu Punkt 4: Hier hatte ich noch 2 zusätzliche Punkte.

    • Technikschulung
      Sachen wie Coerver Drills oder auch Basisbewegungen vom DFB sowie Jonglieren. Kann man mitunter auch schön in einen Parcours/Rundlauf mit einbauen oder einfach isoliert trainiert.
    • Schnelligkeit, und hier vor allem die Handlungsschnelligkeit. Ich habe versucht immer auch Übungen einzubauen, die dann vor allem in Wettkämpfen nicht nur die technisch stärksten Spieler begünstigen (große Heterogenität der Truppe) sondern auch diejenigen, die sich schnell orientieren oder schnell schalten können.

    Du hast natürlich Recht. Ich habe noch eine weitere "Liste" von Punkten, anhand derer ich die Qualität der Übungen kritisch prüfen will. Handlungsschnelligkeit gehört unbedingt dazu, mit den Basisbewegungen und Coerver Drills müsste ich mich noch mal auseinandersetzen (wir fangen erst nächste Woche mit dem Training an)

    Zitat

    Nach jedem Block habe ich einen kleinen Wettkampf veranstaltet. Hier habe ich meistens über 2 Trainingstage ca 8-10 1v1 Wettkämpfe eingebaut, bei denen die korrekte Technikausführung des aktuellen Blocks zum Gewinnen notwendig war. Die Spieler konnten Punkte sammeln, der Beste hat Belohnung bekommen ( Capitano für nächsten Monat, Wunschpositionen nächstes Spiel etc).
    Diese Wettkampftests empfand ich also besonders hilfreich. Zum einen abe ich als Trainer nach dem Block nochmal eine Rückmeldung wie weit die Spieler waren, und wo eventuell noch Probleme lagen. Diese habe ich dann auch in den nächsten Trainingseinheiten nochmals aufgegriffen bevor ich weiter gegangen bin. Zum anderen sind die Spieler motiviert, die Übungen konzentriert auszuführen, wenn ihnen klar ist, dass eben genau diese Fähigkeiten im überschaubaren Zeitraum getestet werden. Wobei ich gestehen muss, dass sich die Motivation erst nach dem ersten „Test“ entwickelte. Spieler die beim Dribbling noch gemault hatten, wofür man denn mit links dribbeln können müsste, haben nachdem sie im Test dann auch mit dem schwachen Fuß durch einen Parcour stolpern mussten im nächsten Block ganz von alleine angefangen mit links zu schießen oder zu passen.
    Gerade in diesen Wettkampftests habe ich fast 50-50 auf beide Füße verteilt, weil es für die Fußballanfänger gerade beim schwachen Fuß deutlich leichter war die Vorsprünge der Erfahrenen einzuholen und dadurch auch Erfolge zu feiern.

    Hört sich toll an, das werde ich bestimmt als Blockabschluss einplanen.

    Zitat

    Neben dem Grundsatz vom Leichten zum Schweren hatte ich noch die Einteilung "Ohne Druck", "Zeitdruck" und "Gegnerdruck" in der zweiten Saisonhäflte hinzugenommen. Wenn man vom Leichten zum Schweren nur als Zunahme des Komplexitätsgrades einer Technik versteht, fehlt für mich oftmals die Spielnähe. Das war ein problem was ich bei den Jungs besonders gesehen hatte, dazu aber gleich mehr

    Da hast Du völlig Recht - ein absolutes Muss. Habe ich auch als Prinzip der Übungssteigerung im Kopf, nur in meinem etwas zu kurzen Beitrag weggelassen - auch weil das bei meiner neuen D2 für mich auch noch etwas fern ist (ich muss die erst noch etwas kennenlernen) und sehen muss wie sich die ersten beiden geplanten Trainingseinheiten entwickeln.

    Zitat

    Mein wichtigster Tipp ist, du brauchst einen wirklich langen Atem. Nicht zu schnell von einem zum nächsten Block springen. Ich hatte für meine Blöcke mindestens einen Monat also 8 Trainingseinheiten geplant

    Das werde ich beobachten und ggf. meine bisherige Kalendereinteilung anpassen. Problem ist die relative Kürze der Spielzeit (Nächste Woche erst Trainingsbeginn und nächsten Sommer wieder früher Ferien) und die vielleicht wieder lange Winterpause. Aber ich ich könnte auch versuchen, jeden Technikschwerpunkt nur einmal als Block zu machen, dann aber entsprechend länger. Und dann bliebe noch der Verzicht auf den Trainingsblock "Schusstechnik" als zusätzliche Zeitreserve.


    Zitat

    Und lege dir eine klare Argumentationskette zurecht warum du was zu welcher Zeit trainierst. Andere Trainer, Eltern aber vor allem Spieler sehen das durchaus völlig anders. Wenn du die Ideen die hinter deiner Trainingsplanung stecken in einer Minute jedem erklären kannst der es hören (oder nicht hören ;)) möchte, wirst du auf viel Verständnis und auch Wertschätzung dafür treffen, wie du dich engagierst

    Ja, habe ich bereits begonnen indem ich nicht nur dem Trainerkollegen den Trainingsplan (auch mit der Bitte um Rückmeldung und ggf. Diskussion) zugeschickt habe, sondern auch den Betreuer der Mannschaft in "cc" gesetzt habe und in Zukunft setzen werde. Der Betreuer ist ein Spielervater und in der Elternschaft gut vernetzt. So bleibt er informiert - und damit besteht ein (!) fester Draht in die Elternschaft. Was nicht heißen soll, dass ich mit den anderen Eltern mich nicht unterhalten werde so oft wie möglich.

    Zitat

    Hoffe du kannst einiges aus meinen Ausführungen ziehen. Gerade wenn es deine erste Saison ist, in der du dein eigenes Konzept durchziehst, wirst du sicherlich auch viele Fehler machen. Mir ging es zumindest so. Ich habe mich einfach alle 1-2 Monate hingesetzt, mir Feedback und Austausch von Eltern, Spielern oder anderen Trainern geholt, und dann einfach geschaut ob das was ich da fabriziere auch weiterhin gut genug für mich ist oder wo ich Veränderungen anbringen kann

    Das seh ich ähnlich. Die richtige Mischung aus guter Vor- und Nachbereitung (auch der einzelnen Trainingseinheiten), Flexibilität, Kommunikation mit allen Beteiligten und Fähigkeit zur Selbstreflexion wird ein Schlüssel zum Erfolg sein.


    D A N K E !

    Hallo Tirus,


    schon jetzt einmal vielen Dank für Deine umfassende Antwort. Ich lese es mir nochmal in Ruhe durch, schau mir meinen Trainingsplan an und gebe Dir Rückmeldung, das ist es unbedingt wert. Bin nur gerade in der Arbeit und habe meinen Post in der Mittagspause geschrieben ;) und auch in den nächsten Abenden engen Terminkalender - kann also etwas dauern.


    Bis später


    Michael

    Ich habe in der kommenden Saison erstmals die Möglichkeit, meine Idee von einem Trainingsplan umzusetzen und mache es so:


    1. Zuerst habe ich mir nochmal die Ausbildungsziele einer D vergegenwärtigt.
    2. Dann habe ich einen Kalender erstellt um zu sehen, wieviel Trainingseinheiten überhaupt zur Verfügung stehen (auch Feiertage und Ferien habe ich direkt aus dem Kalender herausgelassen) Da wir kein Hallentraining bieten können und in den letzten beiden Jahren eine lange Winterpause hatten (bis Ende Februar), habe ich zwei Monate erstmal nicht eingerechnet - um so besser wenn wir sie doch noch haben.
    3. Dann habe ich die technischen Schwerpunkte (Passen, Dribbling/Ballführung, Schusstechnik, Ballannahme und -weiterleitung, Fintieren) mit jeweils 4-6 Einheiten ("Trainingsblock") in dem Kalender verteilt und jeweils einen flexiblen Tag zwischen den Schwerpunkten gelassen. Auf einen Trainingsblock "Kopfballtechnik" verzichte ich bei der D2 noch, das streuen wir ab und zu in den Übungen ein oder bauen den Bewegungsablauf in einem Parcours ein. So habe ich festgestellt, dass wir für jede Grundtechnik zweimal einen Trainingsblock einbauen können, so viel/so wenig Zeit haben wir im Jahr. Wenn die Winterpause kürzer ausfällt, haben wir etwas mehr Zeit.


    4. Im vierten Schritt habe ich mir vier Punkte notiert, die im Training regelmäßig umfassend Berücksichtigung finden sollten:

    • Koordinationsübungen
    • Torschussübungen
    • Übungen zur Stärkung und Nutzung der gesamten Muskulatur
    • Übungen zum 1:1 (sowohl Defensiv wie auch offensiv).

    Diese vier Punkte zu definieren war mir sehr wichtig, weil sie bei der Planung einzelner Trainingseinheiten nach dem technischen Schwerpunkt schnell mal zu kurz kommen. Ich lege mir diese vier Punkte zur Planung jeder Trainingseinheit daneben, um sie bei der Zusammenstellung der Übungen nicht zu vergessen (nicht jeden der 4 Punkte kriege ich in jeder Einheit unter)


    5. Im vorläufig letzten Schritt habe ich die ersten beiden Trainingseinheiten vorbereitet (mit allen Übungen, voraussichtlicher Dauer, Variationen, möglichen Übungsentwicklungen von leicht zu schwer etc.) .
    6. Auch danach bereite ich immer nur 1-2 Trainingseinheiten detailliert vor in Abhängigkeit vom Fortschritt in den vorangegangenen Trainingseinheiten. Muss-Bestandteile in jeder Trainingseinheit sind Spielformen in
    kleinen Teams (bei einem Kader von 10 Spielern leicht zu realisieren).


    Jetzt bin ich gespannt wie es funktioniert. Sollte jemand Anregungen, Fragen, Ergänzungen oder Verbesserungen haben, bin ich sehr dankbar.

    Bin zwar mit 4 Jahren Trainererfahrung kein "alter Hase", habe das aber in meiner letzten Mannschaft erlebt, die ich von E1 bis C2 betreut habe:


    Ein Spieler war in der E noch ziemlich verträumt, trainierte nicht besonders intensiv und hatte damit nicht das Niveau anderer Spieler, die ähnlich lange Fußball spielten ( "Richtig schlecht" würde ich bei den Kleinen nie sagen). Der hat in der D eine sehr ordentliche Entwicklung gemacht und einige besondere Stärken entwickelt (Schnelligkeit, Schusskraft, Einsatzfreude, Beidfüßigkeit). Besonders stark im Mannschaftsvergleich war er in der Fähigkeit, in unübersichtlichen Spielsituationen mal einen richtig guten und überraschenden Pass zu spielen.


    Ein anderer Spieler war von den Anlagen her in der E einigermaßen talentiert, aber mit seinem notorischen Hang, im Training seinen eigenen Spaß in den Mittelpunkt zu stellen, ist er mittlerweile in der C (auch wenn Du es nur bis zur D wissen wolltest) im status des fußballerischen Mitläufers angekommen.


    "Nicht mehr aufholen können" ist im Breitensport so eine Sache, man will ja eigentlich niemanden aufgeben. Es hängt von so vielen Faktoren ab:
    Dem Anspruch des Trainers an die Qualitäten seiner Spieler: wenn er nur Messis haben will, wird´s schwer
    Der Fähigkeit des Trainers, Spieler im Rahmen ihrer besonderen Stärken und Schwächen einzusetzen und zu motivieren
    Der allgemeinen Qualität des Trainings


    Ein ganz wichtiger Punkt ist auch die Persönlichkeit des Spielers: Ich hatte mal ein Jahr lang einen sehr selbstbewussten Spieler mit fußballerischer "Inselbegabung" (sehr schnell und schussstark), aber fundamentalen Defiziten bei Ballannahme und -weiterleitung und beim präzisen Passspiel. Mir gelang es nicht (insofern ist es auch wieder eine Frage nach der Qualität des Trainers), ihn dazu zu bringen, im Training die Pass- und Ballannahme-Übungen mit dem Engagement und der Ernsthaftigkeit auszuführen, die für eine Verbesserung notwendig gewesen wäre. In Spielformen hat er die Regeln (z.B. "nur Flachpässe erlaubt") mehr oder weniger konsequent ignoriert und seinem Unmut freien Lauf gelassen, wenn es deshalb einen Freistoß für den Gegner gab. Den habe ich am Schluss wirklich aufgegeben und bin froh, ihn nicht mehr trainieren zu müssen.