Das klingt nicht schlecht. Abgesehen davon, dass die Erkenntnis "Joggen macht langsam" so richtig wie uralt ist, muss man allerdings schon differenzieren: Auch Fußballer profitieren von einer guten Grundlagenausdauer und die kriegt man durch langsam laufen. Wer allerdings NUR langsam läuft, der wird nie schnell. Grundlagentraining ist was anderes als Grundalgenausdauertraining. Das wird sehr(!) oft verwechselt und dann wundert man sich, wenn keine Performance raus kommt.
Im Wesentlich geht es beim Grundlagenausdauertraining darum, den Fettanteil des Energiestoffwechsels im Körper bei konstantem Energieoutput zu erhöhen. Die neuerdings ab und an anzutreffende Sichtwiese, dass die VO2max Erhöhung durch Tabata Intervalle mit der Verbesserung der Grundlagenausdauer einher geht ist falsch. Aber das nur am Rande.
Was mich allerdings wundert ist, dass man sich für dieses Thema eine (ist wohl eine) Koryphäe holt!? Das was da so erzählt wurde, weiß eigentlich jeder, der von Training grundlegende Ahnung hat. Im Grunde weiß man das sicher auch im Stützpunkt.
Anyway.
Ich empfehle die geschilderte Art des Trainings von je her grundsätzlich meinen Schützlingen (ich betreue ein paar Athleten nebenher u. a. auch zwei junge Fußballer die leistungsbereit sind). Ich habe mich hierzu auch im "Rundenlaufthread" schon geäussert (Post 89)
Unter anderem habe ich dazu geschrieben ("...darauf aufbauend..." meint eine gute Grundlagenausdauer):
Zitat
Darauf aufbauend die speziellen Anforderungen für den Sport Fußball:
- kurze Wiederholungsläufe (200er/400er) zur Schulung von Kraft u. Koordination
- Bergläufe ebenfalls Kraft und Koordiantion
- Steigerungsläufe am Berg bis submaximales Tempo (dito)
- Liniensprints (volle Presse)
- Sprünge (Hock-Streck, Ausfallwechsel, Treppen, beidbeinig Kasten, Burpees etc.) und Treppenläufe/-sprints und alles mit Power und Explosivität - volle Besorgung! So werden die Typ II (a) Muskelfasern rekrutiert. Darum geht es in solchen Einheiten.
Viele der Übungen kann man in einem Zirkel kombinieren und/oder (sehr Effektiv) als Tabata-Intervalle ausführen (Belastung/Pause im Verhältnis 2:1). z.B. 20sec Sprint/10Sec Pause. Volle Presse bis man komplett platzt und der Kopf nicht mehr mitmacht bzw. man Vollgas nicht mehr machen kann. Am Anfang reichen meist 2-3 Wiederholungen bei einem Trainierten später 7-8 Wiederholungen. Wen man mehr schafft, gibt man i.d.R. zu wenig Gas.
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Interessant wäre noch zu wissen, welcher Abstand zwischen euren 40-50 Sprüngen war, welche Sprünge es genau waren und ob sie plyometrisch waren oder nicht und welchen Trainingszweck sie genau verfolgt haben.
Aber Vorsicht! Das ist eigentlich kein(!) Aufwärmtraining - es sei denn es wurde eher lasch durchgeführt. Dann ist es aber gerade bei jungen männlichen Sportlern recht schnell nicht mehr reizwirksam, denn der Anfangsfortschritt ist riesig und kommt schnell. Das ist vielmehr ein athletischer Hauptteil. Wenn meine Sportler sowas machen, sind die hinterher bratfertig. Ideal als zweite Einheit am Tag (vorausgesetzt die erste Einheit war nicht heftig), wenn am nächsten morgen eine regenerative Einheit folgt.
Ich denke, da der Trainer euch nicht gekannt hat, ging er auf die sichere Seite um keine Überlastungsprobleme zu erzeugen. Sprünge tendieren dazu passive Strukturen (Bänder, Sehnen, Gelenke) recht stark zu belasten. Vor allem wenn man nicht regelmäßig trainiert, älter (30+) oder zu schwer ist. Die Empfehlung 2x pro Woche deutet darauf hin.
Hier liegt übrigens auch ein Hauptunterschied zwischen Breitensport und Lesitungssport: Der Breitensportler baut sowas halt in die 2x in denen er am Platz ist als "Aufwärmtraining" ein, der Leistungssportler mit täglichem Training macht sowas als zweite Einheit und besorgt es sich so dermaßen, dass hinterher sicher kein Training mehr machbar ist, sondern aktiver Regeneration nötig wird. Das (regenerieren) kann er aber (u. a. durch gezielte Ernährung nach der Einheit oder regenerativen Sport) so gut, dass er am nächsten Tag wieder fit ist.