Ich finde nicht dass Günter so danebenliegt. Aber ich find auch nicht dass ihr anderen so danebenliegen.
Die Art wie man Kinderfußball in der Praxis ausübt, hängt viel vom Umfeld, und natürlich von den Kindern ab.
Vorweg: für mich ist das wichtigste, dass die Kinder Spaß haben. Ich will das möglichst vielen Kindern dem Sport lieben und im Alter dem Fußball treu bleiben, egal auf welche Art und Weise. Ob jetzt als Zuseher, Trainer, Spieler, Funktion oder Sponsor. Das ist die Hauptaufgabe eigentlich.
Ich versuche möglichst gerecht die Spielzeiten auf alle gleich zu verteilen. Da ich 2 Mannschaften bei 23 Kindern habe, tue ich mir da natürlich sehr leicht Woche für Woche alle gleichviel spielen zu lassen.
Ich finde, dass es wichtig ist für ein Kind, mit Kindern zusammen zu spielen und gegen Mannschaften zu spielen die auf demselben Leistungsniveau sind. Weil es da viel mehr Erfolgserlebnisse hat und dadurch das Selbstbewusstsein steigert. Es hat viel mehr Ballkontakte und muss viel mehr Verantwortung im Spiel übernehmen. Es entwickelt sich besser als wenn es sich hinter leistungsstärkere Spieler versteckt.
Das bezeichne ich dann als Alibi Kinderfußball ein Kind einzusetzen nur damit es am Platz steht ohne die Möglichkeit eines Ballkontaktes, nur damit ich sagen kann: „ich habe alle eingesetzt“.
Viele reden davon, es ist so wichtig das Kinder frei spielen wie früher im Park. Das ist im Grunde ja richtig, aber das muss man genauer definieren.
Wie war es den früher im Park bei uns… Da hat es mal die echt guten Kicker gegeben. Die haben die Mannschaften eingeteilt. Warst nicht gut oder zu klein, haben sie dich ins Tor gesteckt oder du hast von draußen zusehen müssen. Gespielt hast nicht wirklich.
Also hat man sich eine Gruppe gesucht mit kleineren, schwächeren Kindern wo man mitspielen konnte und wo man da eher einer der besseren war. Dort hat man dann selber die Mannschaften eingeteilt. Dort hat man aber auch gespielt und viel von dem ausprobiert, dass man bei den besseren abgeschaut hat. Lang genug hat man dort ja zusehen können. Und so ist man durch das viele Spielen mit Kindern in derselben Leistungsstufe besser geworden.
Ja ich bin der Meinung: Kinder werden nur besser und haben Spaß wenn sie viel spielen und dabei viele Erfolgserlebnisse haben. Das werden sie aber nur bekommen wenn sie gegen Kinder spielen die in etwa auf demselben Niveau sind wie sie selber. Mit dem gewonnen Selbstbewusstsein steigert es sich und kann gegen Leistungsstärkere Kinder spielen und von diesen lernen. Ich halte nichts davon Kinder bei einem Freizeitsport zu überfordern.