Ich habe ja schon einiges zum RAE geschrieben, eben dass es ihn gibt und dass es keinen praktikablen Weg gibt, dem entgegen zu wirken.
Und das sich der RAE eben nicht mit dem Alter völlig ausgleicht, dass kann man (wahrscheinlich) an Hand der Daten der Profi- oder Nationalteams verifizieren. KLar, der RAE ist dort weniger ausgeprägt, aber er ist eben noch vorhanden.
Irgendjemand schreib ja, dass der RAE sowiso erst mit 23/24 quasi behoben ist.
Ich habe das ja, wie gesagt, für die Nationalteams der WM 14 rausgesucht.
AUch die wenigen Länder, die einen anderen Stichtag haben (England zB) hatten diesen RAE, nur eben auf andere Monate bezogen.
Bei den Afrikanern ist der Stichtag mir nicht immer klar gewesen, außerdem muss man dort auch oft schauen, wo hat der Spieler seine Jugend verbracht, bzw. welcher Stichtag war dort.
Von dieser Tatsache ausgehend, werfe ich mal erneut folgende Behauptung in den Raum.
Dass der RAE auch im Erwachsenenalter noch zu beobachten ist, hat den Grund, dass ein Spieler, der stets zu den besten gehörte, so viel selbstvertrauen sammeln konnte, dadurch auch eine bessere Entwicklung nimmt.
Die physiologischen Unterschiede sind längst ausgeglichen, aber die ENtwicklung läuft eben unterschiedlich.
Und den Grund nur bei den Trainern und Vereinen größerer und kleinerer ELiten zu suchen, weil diese diese Spieler nicht auswählen, ist mir zu eindimensional gedacht.
Denn ein SPieler, der sich über Jahre im letzten Viertel der Mannschaft bewegt, entwickelt sich idR nicht so gut weiter, wie die Leistungsspitze.
Selbstvertrauen, (echte) Annererkennung der Mannschaftskameraden und auch der Respekt der Gegner, etc. ist eine Komponente, die nicht nur für die sportliche Entwicklung entscheidend sein kann, Selbstvertrauen ist auch ein extrem wichtiges Talentkriterium. ALle sprechen immer nur von Technik, Taktik oder Physiologie. Mentale Stärke ist dabei so bedeutend, wenn es darum geht, ob ein Spieler in Liga eins landet oder in Liga3 oder 4. Kicken können die beiden hervoragend, aber um sich möglichst weit nach oben durchzusetzten bedarf es mentaler Stärke, die mehr ist als eine "Trainer muss den Spieler viel loben"- Floskel.
Nicht nur, dass kaum ein Weg eines Talents linear verläuft, es kommen immer mindestens kleinere Rückschläge,sallerspätestens beim Übergang in die Profimannschaft ist man in der Hirachie und Wertigkeit mal weit hinten, auch der Alltag einer Saison bedarf mentaler Stärke, nicht zuletzt wegen der Fans, der Medien, des öffentlichen Drucks.
Und, wie schon angerissen, kann der Trainer zwar dabei helfen dieses Selbstvertrauen aufzubauen, aber da gehört eben auch einiges mehr dazu.
Im Gegenteil, wenn ein Spieler, den die Mannschaftskameraden als schlechtesten wahrnehmen ständig und ausschließlich von Trainer gelobt wird, kann der Schuß schnell nach hinten losgehen, spätestens in der Pubertät oder Vorpubertät. Dann wird man schnell der Trainerliebling.
Ich will damit die Trainer nicht aus der Pflicht nehmen, im Gegenteil, er hat hier enormen Einfluss, vor allem in negativer Hinsicht, aber ohne Akzeptanz der Leistungen bei Mitspielern und Gegnern ist das eine Herkulesaufgabe.
Ein SPieler, der (noch) nicht die Leistungsfähigkeit hat (bei hypotethisch überragendem Potential), sich nicht klar im letzten Viertel/Fünftel der Mannschaft zu befinden, wird dauerhaft nur bei ohnehin schon überragenden mentalen Fähigkeiten innerhaln dieser Mannschaft die entsprechende sportliche Entwicklung nehmen.
Da kann der Trainer ihm die meiste SPielzeit und das meiste Lob geben...
Oft ist es besser, im Sinne des Kindes, wenn er einen Schritt zurück geht, in eine Mannschaft, wo er zu den besten 2-3 gehört, als jahrelang das letzte Rad zu bilden. ALso bewusst wenigstens ein Jahr mal wirklich eine klare Niveaustufe runter zu gehen, um dann wieder gestärkt nach oben zu wechseln.
Und im alten Thread hatte ich auch schon Beispiel genannt. Beispiele von SPielern, die gesichtet wurden, da auffällig, obwohl sie sogar noch einen Jahrgang jünger waren (was ich nicht wusste).
Habe da ein Januar und ein Märzkind vor Augen. Beide sind als U9 Spieler für die U10 aufgefallen. Und beide waren dabei erst U8 Spieler. DIe haben nicht alles in Grund und Boden gespielt, aber sie waren auffällig. Und nicht physisch auffällig, zwar schon schnell genug, aber nicht groß oder kräftig.
Die hätte ich wahrscheinlich sogar geholt, wenn sie ein Jahr älter gewesen wären, ins Training einladen habe ich sie ja.
Aber aufallen müssen die Spieler eben.
Und noch eine ANmerkung zu dem Beitrag, wo SPieler wohl clever den Ball gut und vorrausschaund abspielen, etc. und deshalb nicht gesichtet werden.
Auch von dieser Sichtweise halte ich wenig.
- ich gucke auch, wer Selbstvertrauen, mentale Stärke hat.
- ich will mutige Spieler, keine Wegspieler, um ja nur keinen Zweikampf zu verlieren bzw. Fehler zu machen. (wegspielen vs abspielen).
- die Cleverniss wird von dem User nur auf die Offensive bezogen. In der Defensive kann ich aber eben auch erkennen, ob ein Spieler "Spielintelligenz" hat oder ob er offensiv nur weinig Mut und/oder zu wenig Fertigkeit im 1gg1 hat.
- auf höherem/höchten Niveau kann man auch offensiv nicht ohne Gegnerdruck agieren. Auch in der U9 oder U10. Zumindest irgendeiner muss da auch mal ein 1gg1 gbestreiten gewinnen, daamit die anderen dann Platz zum kombienieren haben.
- in der Defensive kann man sich den Zweikämpfen nicht entziehen. Auch wenn man die Mehrzahl verliert (da körperlich unterlegen) darf ein Spieler diesen nicht aus dem Wege gehen, im Gegenteil.
- Echte Spielintelligenz in der Offensive finde ich vor allem im Spiel ohne Ball, nicht im (übertriebenen) Abspielen. Wer mal einen Spieler hatte, der sich ohne Ball und in höchsten Tempo auf sehr hohem Niveau bewegt hat (sogar ohne die Absicht selbst den Ball zu bekommen, sondern um Räume zu öffnen), der wird das wahrscheinlioch ähnlich sehen. In dieser Fähigkeit gibt es gigantische Neveauunterschiede und man erkennt die komplette Genialität eines Spielers oft auch erst, wenn man ihn selbst trainiert.
(Thomas Müller zeigt zum Beispiel, das auf allerhöchtem Niveau ein Spieler hier noch oben rausgucken kann.)
