Beiträge von Sir Alex

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    Hab da mal eine Frage:


    Wie soll sich Ehrgeiz und Leistungsbereitschaft ausprägen, wenn der laufreudige, einsatzfreudige, fleißige, nie fehlende, sich immer sportlich verhaltene, etc. Spieler in der E-Jugend genau die gleiche Einsatzzeit bekommt, wie der junge, der wenig kämpft, sich kaum bewegt, nicht für das Team arbeitet, dem sein persönlicher Torerfolg wichtiger als der Mannschftserfolg ist, etc. ???


    Wie will ein Trainer einer E- oder D-Jugend dann solche Tugenden vermitteln ?????

    Rein fachlich gesehen könnte ich hier auch die Frage stellen, was die Spanier wohl in dem Spiel machen würden, wenn der Gegner nicht den Raum decken würde, sondern wieder den Mann? Geile oder dumme Frage??? Dazu noch ein feines Pressing....wo das den Spanier wohl hinführen würde...jedenfalls geht mir das so durch die Omme (Kopf). :D

    Ich will mich gar nicht groß zu diesem Thema äußern, da ich nicht die Zeit und Lust habe, dein ganzes Postung bzw. die ganze Thematik zu kommentieren.


    Aber, dieser letzte Satz von dir, bedarf eine Kommentares:
    Kein Team spielt eine Raumdeckung, kein einziges. Ein ballorientiertes Verteidigen, was alle Teams praktizieren, impliziert, dass es sehr wohl zu Zweikämpfen kommt. Aus Sicht der Verteidigung entstehen daraus sogar Zweikämpfe in Überzhal, also 2gg1 Situationen.
    D.h. auch der Spanier muss sich im Zweikampf behaupten, also die Spieler von Barcelona z.B. gewinnen regelmäßig Zweikämpfe, oft sogar 1gg2 Situationen (Z.B. Messi oder Iniesta).


    Deine Überlegungen, Manndeckung zu parktizieren, ist also überhaupt nicht durchdacht. SIe stellen außerdem keinen Gegensatz zur ballorientierten Verteidigung dar.




    Abschließend noch zwei Sätze zur spanischen Ausbildungsphilosophie.
    Viele tun ja so, als ob die Spanier (oder Barca) im Nachwuchs nur Passspiel betreiben würden. Ich durfte schon einige Male gegen Barca-Jugendteams spielen, bzw. diese bei einem Turnier beobachten (U11-U13). Sie praktizieren schon viel Passspiel, das ist richtig. (Machen aber einige Bundesligateams auch.) Aber trotzdem bleibt viel Raum für individuelle 1gg1 Aktionen. Sie versuchen nur durch viel Passspiel und breit angelegtes Offensivspiel isolierte 1gg1 Aktionen auf dem Feld zu schaffen. Denn auf dem Niveau der NLZ verschieben nahezu alle Mannschaften zum Ball, so dass selbst 1gg1 Situationen für die angreifende Mannschaft nicht so leicht herzustellen sind. Letzendlich entscheiden aber auch bei Barcelonas Jugendteams diese 1gg1-Könner dann offensiv die Spiele für sie, oder aber Barca verliert.
    Da ist jetzt kein so großer Unterschied zwischen Barca und anderen NLZ aus Deutschland o.ä. Barcelona bekommt halt auch Jahr für Jahr herausragende Talente aus ganz Spanien oder gar Europa/Welt (z.B. Messi) in ihre Teams.
    Klar bielden sie auch sehr gut aus, aber da ist jetzt kein extremer Unterschied zu den deutschen NLZs.
    Der große Unterschied scheint dann an der Schwelle zum Profiteam zu sein, wo man in Barcelona größeres Vertrauen und bessere Möglichkeiten gefunden hat, die Jugendspieler einzubauen, ihnen Einsatzzeiten auf hohem Niveau zu geben.
    Aber der BVB oder Stuttgart machen dass kaum schlechter, nur ihr Talentpool ist halt regional beschränkt und daher nicht ganz so groß.

    Also es gibt in der Didaktik der Sportwissenschaft ein paar grundlegende Feedbackregeln.


    Bei Korrekturen des Bewegungsablaufs (im Fussball die Technik) gelten z.B. fogende:
    - sich auf 1-2 Hauptfehler beschränken und diese korrigieren.
    - die Fehlerquelle korrigieren, nicht die Symptome. Z.B. Wenn jemand, den Ball beim Torschuß weit übers Tor schießt, ist die Korrektur Oberkörper über den Ball schlicht falsch. Denn der Fehler ist , dass i.d.R. das Standbein zu weit hinter dem Ball aufsetzt. Dadurch ergibt sich automatisch, dass der Oberkörper nicht mehr über den Ball kommt.
    - Das Feedback sollte innerhalb von 8 sec erfolgen, da der Aktive die Bewegung (und damit die Korrektur) später nicht mehr gut nachvollziehen kann. Kinder wahrscheinlich noch weniger.
    (Das ist z.B. ein Grund, warum ich auch im Wettkampf der F-Jugend nicht nur still zuschaue. Von mir gibt es konstruktive Kritik, d.h. ich sage niocht falsch oder schlecht etc., aber ich sage was und wie er anders machen soll).
    - ...

    tobn:


    Ich schrieb ja auch, dass ich den Tannenbaum (oder die gleiche Übung mit anderem Aufbau) durchaus auch mal in meinem Training benutze.


    Nur wollte ich anmerken, dass diese Übung in meinen Augen eigentlich nur das Ziel erreicht, die Ballführung/das Ballgefühl zu verbessern.
    Den Schwerpunkt offensives 1gg1 bediene ich damit wenig, ganz gleich wieviele Finten ich trainieren lasse und wieviel Zeit ich dafür verwende. Die SPieler können dann zwar den Bewegungsablauf der FInten, die B-Note ist hervorragend, aber sie kommen trotzdem kaum am Gegner vorbei.
    Lieber 1-2 Finten richtig und gut können (also mit ganzem Körper, den Armen, etc.) als möglichst elegant aussehend 10 verschiedene, die der Spieler aber nicht zielführend benutzen kann.


    Und um die Ballbeherrschung etc. zu verbessern, eignen sich meiner Meinung nach Übungen, wie folgende bessser:
    - kleines Viereck, alle Spieler einen Ball und dann kreuz und quer dribbeln, durchaus mit bestimmten Anweisungen, besser. Man muss immerhin schauen, wo man hin dribbelt, die Übung ist weit weniger monoton, da auch die Hindernisse sich bewegen. Ist zwar wahrscheinlich ne uralt Übung und sieht nicht so spektakulär aus, erfüllt aber absolut den Zweck.

    Ich will mich gar nicht zu sehr in diese Diskussion einmischen.


    Aber eine Sache ist mir aufgefallen, und die muss ich mal kommentieren.


    Ein und dieselbe Übung kann völlig verschiedene Schwerpunkte trainieren. Man muss schon genauer hingucken, wie und was der Trainer coacht. (Und gerade das Coaching macht gute Trainer aus, gute Übungen finden können die meisten, aber richtig gut wird die Übung/der Spieler erst durch das richtige Coaching)


    Beispiel:
    ein einfaches 2gg1 auf Tore.
    je nach Coachingverhalten des Trainers ist diese Übung ideal um


    - gruppentaktisches Angriffsverhalten
    oder
    - individualtaktisches Abwehrverhalten
    zu trainieren.


    Auch der Schwerpunkt Technik, z.B. Ballan- und mitnahme oder Passspiel kann Schwerpunkt dieser Übung sein.



    Deswegen finde ich das Threadthema schwer zu diskutieren. Ob eine bestimmte Übung sinnvoll für eine Altersklasse ist oder nicht muss man meist differenzierter betrachten. Eher sinnvoll diskutieren kann man, wann bestimmte Schwerpunkte sinnvoll sind oder weniger zielführend.



    P.S.: Wenn man in einer leistungsschwächeren Mannschaft des F-Jugendalters ein Spiel macht, ist es da ein Unterschied, ob man 6gg6 oder 6gg7 spielen läßt?
    Hat man durch die Leistungsdifferenzen und das mangelnde taktische Verhalten der Kinder nicht eh immer Über-/ bzw Unterzahlsituationen???

    Nun. ich sehe diese Übung nicht so positiv, wie ihr.


    Klar zum Aufwärmen kann man diese Übung gelegentlich mal machen. Auch gewisse koordinative Komponenten werden damit geschult. Und schaden tut sie sicherlich nicht.


    Aber, zu oft und viel, davon halte ich wenig, weil
    - die Übung ist überhaupt nicht spielnah,
    - sie ist sehr monoton, und die meisten Kinder finden sie irgendwann nicht mehr so motivierend, und absolvieren sie nicht mehr mit vollem Engagement
    - selbst wenn man die Finten im Tannenbaum motorisch perfekt beherrscht, so fehlt völlig der Gegner- und der Zeitdruck. D.h. man macht das Training ja nicht zum Selbstzweck, sondern man will erreichen, dass die Kinder dann im Spiel einen Gegner ausdribbeln können. Aber ohne Tempoverschärfung und ein echtes Täuschgungsmanöver des ganzen Körpers funktioniert das nicht. Man muss ja erkennen, ob bzw. wie der Gegner auf die Finte/Täuschung reagiert und dementsprechend handeln. Das alles beinhaltet diese Übung nicht.
    Ich kenne tolle Tannenbaumdribbler, die im Spiel keinen Gegner täuschen oder gar an ihm vorbei kommen.
    - Jede Finte (Übersteiger, Revelinho, etc.) erfordert es, das man den ganzen Körper in das Täuschungsmanöver einbezieht. Wird nur mit dem Fuß der Übersteiger sauber ausgeführt, fintiert man damit keinen Gegenspieler. Oberkörper, Arme, etc. alles muss im EInklang sein. Außerdem muss ich, je nachdem wie der Gegner reagiert, verschiedene Anschlußmöglichkeiten ausführen (recht oder links vorbei, abrechen, etc.).
    Das alles wird beim Tannenbaum vernachlässigt. Diese Übung trainiert meist nur die motorische Bewegung der Beine. Selbst bei sehr gutem Coaching, fehlt der Gegner und Zeitdruck und das situative Handeln je nach Gegnerreaktion. Es gibt kein Feedbeck, ob man am Gegner vorbei kommt.


    Ich habe die Erfahrung gemacht, dass, wenn ein Spieler koordinativ gut geschult wird, und die Körper- und Schußfinte (Messi benutzt fast außschließlich diese beiden Finten, wie die meisten Fussballer) sehr gut kann, also wirklich den ganzen Körper (Arme, Oberkörper, etc.) bewegt, er im D-Jugendalter alle anderen Finten scgnell erlernt.
    Dazu muss man nicht wochenlang eine Finte im Tannenbaum schulen.


    Wie gesagt, gelegentlich ganz gut, um begungserfahrungen zu machen, Ballgefühl zu vertiefen, und gewisse koordinative Fähigkeiten ein wenig zu schulen.


    Aber 1gg1 Übungen, also mit Gegenspieler, sollten zeitlich wesentlich höher angesiedelt werden, um den Spieler die Fähigkeit zu vermitteln, im offensiven 1gg1 Erfolg zu haben.

    Grundsätzlich richtig.
    Allerdings, wenn der offensive den Ball auf Höhe des Strafraums ( oder Nahe davon hat), und somit eine Flanke, ein Durchbruch in den Strafraum oder ein Torschuß möglich ist, so sollte der rechte Mittelfeldspieler in Tornähe, also das Zentrum gelangen.
    Dort steht das Tor, dort ist der torgefährliche Bereich und von dort werden die meisten Tore erzielt. Also muss dieser Raum auch besetzt werden. Da reicht ein Mittelstürmer alleine nicht aus.
    Gelangt man also in den torgefährlichen Bereich, muss man das Spielfeld nicht mehr bedingungslos breit machen, jedenfalls nicht auf Kosten der Torgefahr, d.h. Spieler müssen in den gefährlichen Bereich.


    Es ist also schon entscheidend auf welcher Höhe sich der Ball befindet.

    wenn ich mich recht entsinne:


    die abwehrreihen rücken weit auf um durch abseits das spielfeld eng zu machen und dem gegner wenig platz zu lassen ;)


    OK alles klar.
    Abwehrpressing für Euch.
    Catenaccio, Mauern, Betton anrühren oder zurückfallen lassen für mich ;)
    --> Ist übringens modern so zu spielen. 90% machen das so. Ich kenne nur Barca und Juve, die aktuell über die Mittellinie Pressing machen also ist das die Ausnahme und wohl eher nicht so modern.

    Nein, gängig ist meist Mittelfeldpressing. Irgendwo in der Nähe der Mittellinie (ca. 10 Meter in der gegnerischen Hälfte) wird der Gegner angelaufen, attahiert und das Pressing eingeleitet, indem man einen bestimmten Pass erzwingt, z.B. in das Zentrum, oder auf eine Seite, und dann diesen Pass surch gezieltes Verschieben im Verbund aggressiv attakiert mit dem Ziel der Balleroberung.
    Die Abwehrkette steht dazu aufgerückt, ca.20-25 Meter hinter dem Stürmer, um diesen Raum möglichst klein zu halten.


    Beim Abwehrpressing steht die Abwehr und der ganze Verbund kurz vor dem Strafraum.



    Barca spielt zeitweise sogar Angriffspressing, das spielt sonst wirklich niemand so (Juve habe ich seit 10 Jahren nicht mehr spielen sehen), d.h. sie agieren mit ihrer kompletten Mannschaft in der gegnerischen Hälfte und pressen den Gegner sogar an dessen eigenem Tor.

    Mittelfeldpressing mit oder ohne Unterstützung der Stürmer?


    Gruss
    TRPietro

    Zum Mittelfeldpressing gehört das ganze Team, also auch die Stürmer. Es handelt sich um eine mannschaftstaktische Maßnahme. Der Zusatz "Mittelfeld" bezieht sich auf den Ort, wo das Pressing dann von der ganzen Mannschaft ausgeübt wird (in der Mitte des Spielfeldes), und nicht auf die begrenzte Anzahl der Akteure (hier Mittelfeldspieler).


    Bei mannschaftstaktischen SChwerpunkten empfiehlt sich immer 8gg8-Spielformen zu nehmen.
    16 Spieler sind auch im Breitensport nicht unmöglich (22 i.d. Regel schon), und durch die Reduzierung um drei Spieler sind die Aktionen klarer, häufiger und jeder Einzelne hat mehr Aktionen, man kann aber trotzdem noch den mannschaftstaktischen Schwerpunkz gezielt trainieren.
    4gg4 als Spielform zum Thema Mittelfeldpressing halte ich für absolut daneben. (Die hier vorgeschlagene 4gg4-Spielform ist wenn überhaupt eh Angriffspressing, aber mit so wenigen Spieler kann man keine mannschaftstaktischen Schwerpunkte trainieren.



    Außerdem wollen die beim Verband 8gg8 Sachen sehen.

    Die klareren Torchancen hatten meines Erachtens über die gesamte Spieldauer die Münchner, trotz statischem Tip Kick Fußball - und trotz allem war es ein Rotz den sie gespielt haben.
    Was mir im Nachgang noch auffällt ist, dass Heynckes eine sehr untypische Aufstellung gewählt hat mit Kroos auf Links und Müller im Zentrum, was gerade bei einer so kompakten Mannschaft wie Gladbach nicht ratsam wäre.


    Grüße
    Zodiak

    Dann hast du das Spiel ganz anders gesehen als ich.
    Ich habe auf Bayernseite nur den Gomezkopfball in der 12 min als echte Torchance wahrgenommen. Und dann vielleicht noch 1-2 Szenen am Ende des Spiels, als selbiges längst gelaufen war.
    Das Bayernspiel war langsam, pomadig und Zug. Da kann man 95% Ballbesitz haben, wenn man so langsam spielt, kreiert man gegen eine gut organisierte Defensive halt nur wenige Torchancen. War ja gegen Mainz, BVB und Hannover ähnlich.


    Dagegen hatte Gladbach in der zweiten Halbzeit aber auch noch ein paar Szenen. Man denke daran, als Gladbach einen Konter beim letzten Pass (der eigentlich einfach war) nicht gut zuende gespielt hat, Da wäre ein Gladbacher allein vor Neuer gewesen.

    Hallo Leute


    Verstehe nicht, was Abwehrpressing bedeutet?
    Bitte um Aufklärung.


    Grüsse
    TRPietro


    Abwehrpressing bedeutet nichts weiter, als dass man sich in die eigene Hälfte zurückzieht, und dann im Bereich ca. 25-40 Meter vom eigenen Tor entfernt versucht, als Mannschaft den Ball zu erobern.
    Man kann es beschreiben, dass man den gegnerischen Spielaufbau nicht behindert, sich komplett zurückzieht, und dann sehr weit hinten agiert.


    Die Alternative ist das Mittelfeldpressing, dass sich darin unterscheidet, dass die Mannschaft höher steht, und 20-30 Meter weiter vorne versucht den Ball zu erobern, also den Gegner weiter vorne attakiert.


    Alle Mannschaften, die defensiv strukturiert agieren, spielen eins der beiden.
    Angriffspressing, also den Gegner bereits in/an deren Strafraum attakieren, ist kaum 90 min möglich. Also besteht diese Option eher nur für die Endphase, und/oder zeitlich begrenzte Phasen des Spiels.

    es ging mir jetzt mehr um den Jugend leistungsbereich
    lg
    hans


    Also in der a- oder b-Jugendbundesliga bekommt jeder Spieler Geld. Wahrscheinlich auch die meisten in den jeweiligen Regionalligen und die Sitzenspieler bei Teams, die in die Regionalliga aufsteigen wollen. Die finanzielle Zuwendung wird hierbei schwanken und liegt sicherlich bei mehreren 1000 Euro für die besten U16 oder U17 bei Bayern oder Hoffenheim. In der A-Jugend spielen die besten U18 oder U19 Spieler ja i.d.Regel in diesem Alter nicht mehr, da sie schon Amateure oder gar bei den Profis agieren und somit dann nochmals ganz andere Verträge erhalten.


    Um einen Spieler nicht nahezu umsonst zu verlieren, können NLZ den Spielern ab 15 (kann man den wohl unterschreiben, gültig wird er dann mit dem 16.Geburtstag) Amateurverträge (die Eltern müssen mitunterzeichnen) geben. Dadurch ist der Spieler dann an den Verein gebunden, und es wird beim Wechsel eine verhandelbare Ablöse auf den neuen Verein zu.


    Dies hat wiederum zur Folge, dass viele Bundesligavereine mittlerweile versuchen, die Spieler zu holen, bevor sie einen sochen Vertrag woanders unterschreiben. Da diese Ablösesumme (wir reden auch hier von sechstelligen Summen) gespaart wird hat man genug finanziellen Spielraum, um auch den 13 und 14 Jährigen (also C-Jugendspielern) Geld zu geben, damit diese kommen.


    Gerade Hoffenheim tut sich hier hervor, haben sie doch die halbe N11 des 96er Jahrgangs verpflichtet, von Hertha, BVB, Stuttgart, TeBe, etc, bevor diese bei ihren Vereinen einen solchen Vertrag unterzeichnen konnten. Diese Spieler bekommen sicherlich ne ganze Menge Geld, denn bei ihren abgebenen Vereinen in ihrem Wohnbereich (wo sie also zuhause wohnen können) hätten sie sicherlich nicht umsonst gespielt.


    Vor der U13/U14 zahlen die meisten Vereine kein Geld. Mir sind da lediglich einige Fälle von Leverkusen und Bayern bekannt, wo bereits U10 oder U11 Spieler Geld bekommen.
    Wahrscheinlich auch von Hoffenheim (ich weiß allerdings in diesen Fällen nichts von Geld), haben diese jedoch während eines U11 oder U12 Turniers, als man die Kabine mit dem KSC teilte, in der Kabine deren Spieler angesprochen, und mehrere zu einem Wechsel (ich glaube sogar in der WInterpause) "überreden" können. Da Hoffenheim in diesen unteren Jahrgängen leistungsmäßig extrem schlechter ist als der KSC wird es wohl auch nicht ohne monatliche Euros gehen. Ist aber ne Mutmaßung von mir. Jedenfalls spielt der KSC nun keine Turniere mehr in diesen Altersklassen, bei denen auch Hoffenheim mitspielt.




    P.S.: Es wird immer Barcelonas Talentschmiede gelobt, was sicherlich nicht ganz unbegründet ist.
    Allerdings sucht sich Barca die besten Jugendspieler Spaniens und Europas auch schon in ganz jungen Jahren aus, und gibt dann, wenn es notwendig ist, einem 10jährigen auch 3000 Euros monatlich (genau soviel bekommt er wohl), damit er mit seinem Vater aus Frankfurt nach Barcelona umzieht. http://www.faz.net/aktuell/rhe…t-elf-jahren-1894557.html
    Der Vater ist mit dem jungen bei einigen Vereinen gewesen, um vorzuspielen. Hat auch, über mich, bei meinem Verein angefragt (Bundesligist in D). Allerdings war mein Verein nicht bereit für einen so jungen Spieler Geld zu bezahlen oder schon einen Internatsplatz zu vergeben. (Mal abgesehn davon ist er ohne Frage sehr gut gewesen, allerdings gab es genügend Spieler in D, die mindestens ähnliches Niveau hatten)


    Da gebe ich dir recht.


    Zweites Grundübel ist, dass Passschleifen aufgebaut werden, in denen maximal 5 Meter-Pässe gespielt werden müssen. DIese kommen bei schlechter Fußhaltung und ohne Druck mit einer Streuung von 1-2 Metern in beide Richtungen an.
    Die Trainer coachen aber nicht, und wenn diese Bälle lasch "hingerotzt" werden, bleibt die Abwicklung der Übung halbwegs erhalten, da jeder Ball vom nächsten trotzdem irgendwie erlaufen wird.


    Macht man größere Passabstände, dann wird es wesentlich offensichtlicher deutlich, wenn Tempo und Technik nicht stimmen. Auf längere Distanzen ist die Ungenauigkeit dann wesentlich größer. (gleicher Winkel, ergibt wesentlich mehr als 1-2 Meter daneben.)

    Günter, ich bin ganz bei dir, wenn es darum geht, dass gerade die Ballan- und mitnahme völlig unterbewertet ist. Fragt man Trainer, Eltern, etc. nach Grundtechniken fallen Passen, Dribbling immer, Torschuß meist, eventuell noch Kopfball. DIe fünfte Basistechnik wird häufig vergessen und somit auch zuwenig trainiert, bzw. nicht gut genug erlernt.



    Wenn man aber nun das Dribbling bei der Ausbildung fokussiert, so hat das den Nebeneffekt, dass die Ballan- und mitnahme gleich mitgeschult wird, weil der direkte Pass kaum gespielt wird.


    Ich finde deine Ausführungen/Frage zwar schlüssig, setzte den Schwerpunkt aber trotzdem in der U9-U11 aufs Dribbling. Ich will mutige, selbstbewußte Spieler, keine "Ball-weg-Spieler". WIe oft sehe ich, dass Kinder den Ball eigentlich nur wegspielen (auch wenn der sogar häufig ankommt), also feste Muster haben, oft das typische Klatschenlassen, für mich hat das mit aktivem Passspiel wenig zu tun. DIese "Pässe" in der U9-U11 gehen nur über wenige Meter, bei mangelhafter Technik kommen diese also auch oft an. Dieses "Passspiel" hat aber mit dem "richtigen" Pass auf größerem Feld über längere DIstanzen wenig zu tun. Plotzlich kommen diese nicht mehr an, auch bei Spielern (und Mannschaften) die den Fokus aufs Passen gelegt haben.
    Deshalb trainiere ich das Passspiel zwar im Training, aber im Wettkampf ist es mir eher unwichtig, da setzte ich die Prioritäten anders.


    Im Gegensatz zu vielen, spiele ich in Trainingsspielen oft mit 3 Pflichtkontakten, nie mit begrenzten Kontakten, weil ich das Ballverarbeiten, genau wie du, als elementar sehe.


    Mein Beitrag ist jetzt schnell und unstrukturiert hingeschrieben, ich hoffe man kann meine Ansätze trotzdem erkennen.

    Im Kinderfußball bin ich da bei dir, nur die D-Jugend gehört für mich doch eher zum Juniorenfußball, oder ist zumindest der Übergang zu diesem. Der Stürmer kann also für mich ganz unterschiedliche Aufgaben haben.


    Gerade bei der Defensivarbeit gehören das Lenken des gegenerische Spielaufbaus sowie das clevere An- und Nachlaufen auf jeden Fall dazu. Das Anforderungsprofil eines Stürmers geht für mich also ab der D-Jugend über das reine Toreschießen hinaus, was für mich grundsätzlich eine Formation mit einer Spitze möglich macht

    Sehr guter Beitrag. Eine Sturmspitze heißt ja nun ganz sicher nicht, dass dieser sich vorne parkt, auf den Ball wartet und nur agiert, wenn er den Ball hat. Sowohl bei eigenen Ballbesitz eines Mitspielers (Freilaufen oder Räume freilaufen: steil, kurz, entgegenkommend, auf den Flügel, etc.) als auch bei gegnerischen Ballbesitz (Lenken des gegnerischen Angriffs, Angriffspressing) sind doch Inhalte, die auch eine alleinige Sturmspitze erfüllen können.
    Damit ist diese permanent ins Spielgeschehen eingebunden.
    Und in der D.Jugend gehört das für mich auch zur Ausbildung dazu.


    Außerdem kann doch eine Sturmspitze sehr wohl am eigenen Spielaufbau teilnehmen. Gerade durch die Anspielmöglichkeit in der Tiefe, ergibt sich doch die Möglichkeit diese zu suchen, damit dieser den Ball kontrolliert und dann die nachrückenden Spieler in deren Vorwärtsbewegung ins Spiel bringt.
    Oder aber der Gegner muss diese tiefe Anspielstation zustellen, und somit kann der SPielaufbau in andere Räume leichter erfolgen, da der Gegner ja auch nur eine begrenzte Spieleranzahl aufs Feld schicken darf.



    Ich bevorzuge, wie gesagt, das 4-2-2. In der E-Jugend ein 3-1-2 oder 3-2-1. Tiefenstaffelung, offensive AV und flexible (also keine starren bzw- statischen) Positionen in Mittelfeld und Angriff sind mir wichtig und versuche ich zu vermitteln.


    Dass sich kein Spieler (weder Stürmer noch Abwehr) aus dem Spielgeschehen rausnimmt, also nur agiert (also sich bewegt oder rennt) wenn der Ball in seiner unmittelbaren Nähe ist, ist für mich eine bzw. DIE Grundvoraussetzung des Fussballspiels. Das erwarte ich von jedem meiner Spieler, ganz gleich wie gut er ist. Und das ab der U9 (jüngere hatte ich noch nicht, allerdings sehe ich U8 und jünger auch als "Minis", bei denen man wirklich nur den Ball in die Mitte schmeißen sollte).

    Ich sehe das ähnlich, wie Chris. Im Sinne der Ausbildung bin ich ganz klarer Befürworter der Viererkette.


    Wie man nun die übriegen vier Spieler positioniert, da kann man variieren.


    Um den Offensivgeist der AV zu fördern bevorzuge ich ein 4-2-2. D.h. Zwei zentrale Mittelfeldspieler und zwei Stürmer, die ebenfalls keine Außenstürmer sind. Auf den Außenbahnen sollen (und müssen) die AV agieren, reine Flügelspieler (egal ob Mittelfeld oder Sturm) stehen diesen im Wege, sie stehen dort, wo sich der Raum für den AV ergibt.
    Natürlich tauchen beide Stürmer immer mal wieder außen auf, aber ich versuche ihnen zu vermitteln, dass es kein linken bzw. rechten Stürmer gibt. Beide sollen im Zentrum und auf beiden Seiten mal auftauchen. (Sie müssen nur erlernen, dass beide stets verschiedene Optionen anbieten, also z.B. nicht beide gleichzeitig steilgehen oder entgegenkommen o.ä.) Ich bin im Offensivspiel ein Verfechter von viel Bewegung ohne Ball, u.a. auch Laufwegen in hohem Tempo, um Räume für die Mitspieler zu öffnen (ohne selbst den Ball zu haben/bekommen).
    Meine Maxime an die Offensivspieler beim Erlernen, lieber "falsch" laufen/sprinten, als statisch agieren.


    In der Defensive müssen die Stürmer auf den Seiten agieren. Das kommt dann einem 4-4-0 ziemlich Nahe.



    Beim 4-4-0 in der Offensive, bemängel ich neben der angesprochenen Tatsache des Zustellens des AV-Raumes durch die Außen mittelfeldspieler noch die fehlende Tiefenstaffelung.
    "Hat der Gegner den Ball, macht den Raum klein (kurz und schmal) ´, bei eigenem Ballbesitz groß (breit und tief/lang)", diese Maxime des Fussballs läßst sich im 4-4-0 nicht optimal vermitteln. Ist im 11gg11 aber elementar, im Offensivspiel in Breite und Tiefe zu agieren.

    Mal fern ab von Qualität des Trainers und Trainings.
    Also angenommen dies ist annähern ähnlich und auch die Bedingungen (Platz, Material, etc.) sind vergleichbar, natürlich entwickelt sich ein Kind in einer Mannschaft mit besseren Mitspieler besser.


    Eine normale Woche in der D-Jugend, sieht 3 mal 90 min Training plus 60min Wettkampf vor. D.h. das Training nimmt zeitlich den weit höheren Teil der Ausbildung ein, und dort muss sich ein SPieler dann im NLZ gegen bessere Gegenspieler durchsetzten. In jeder Minute, in jedem Zweikampf, in jeder Aktion im Training.
    Ds kann eben der beste Trainer und das beste Training in einer schelchten Mannschaft nie bieten oder auf Dauer kompensieren.



    Optimale Ausbildung wird man wahrscheinlich nirgend bekommen. Man sollte besser von best möglicher oder optimalster Ausbildung sprechen. Und natürlich reicht das SPielen in einer besseren Mannschaft nicht aus für eine optimale Ausbildung.
    Aber ohne dies, ist sie eben ausgeschlossen.

    Das Zukunftsmodell ist ganz offensichtlich die flächendeckende Anordnung von Leistungszentren, wie es derzeit in Bayern getestet wird. Denn es gibt keinen Grund, warum besonders viele Talente in unmittelbarer Nähe von Profi-Vereinen wohnen sollen.

    Ohne das jetzt genau nachzuprüfen glaube ich schon, dass die Wahrscheinlichkeit, dass ein Talent in der Nähe eines Profivereins wohnt, höher ist, mindestens aus folgendem Grund


    Denn, die Profiklubs befinden sich in der Regel in Ballungsgebieten, wo nun mal die Besiedlung dichter ist. Deshalb erreicht ein Profiklub in einem Umkreis (sagen wir 50km) deutlich mehr Talente, als das irgendwo in Bayern der Fall ist.
    Abgesehen davon, spielt ja auch die Verkehrsanbindung eine Rolle. 50km sind nicht 50km. 50 Autobahnkilometer, sind locker in 30 min zu schaffen. Im Ruhrgebiet gibt es Routen, da braucht man für 10km im Berufsverkehr deutlich länger.


    Nimmt man sogar alle Drittligisten, so erreicht man schon einen sehr großen Teil der Bevölkerung.
    (Hertha BSC alleine erreicht ca. 5 Mio Menschen in Berlin samt Speckgürtel. Nordrhein-Westfalen mit seinen ca 10 Profiklubs knapp 18 Mio, das ist schon mehr als ein Viertel der Gesamtbevölkerung. Mit Jena, Erfurt, Rostock, Leipzig, etc. ist auch der Osten ziemlich gut "aufgeteilt", was einen großen Teil derer 20 Mio bringt. etc.)


    Was sollen also diese Leistungszentren in Nordrhein-Westfalen?
    Klar, dort, wo weit und breit kein Profiklub ist, dort mag so etwas Sinn machen, woanders übernehmen die Profiteams diese Arbeit doch hervorragend.


    Es sei noch angemerkt, dass das Interesse an "guter Arbeit" für die Profiklubs mittlerweile aus mehreren Gründen hoch ist. Die Zertifizierung dieser NLZ bringt den besten jährlich hohe sechstellige Summen in den Etat. Gerade für Zweit- oder gar Drittligisten ein ordentlicher Teil im Etat.



    Erfolgsprognose ist immer möglich. Du meinst wohl eher eine Erfolgsgarantie, aber die ist auch in der U16 nicht möglich.
    Richtig ist, dass die Wahrscheinlichkeit, mit der die Prognosen auch eintreffen, mit zunehmenden Alter steigt. Logisch. Allerdings sehe ich zwischen U12 und U11 nicht den abnormen Sprung. Ich she ihn mittlerweile eher 1-2 Jahre eher, so zwischen U9 und U10, eventuell U10 und U11.


    Ich befürworte die NLZ, allerdings würde ich mein Kind wohl erst ab U10 in ein solches lassen. (Hier arbeiten allerdings nicht alle fleich seriös, Wolfsburg oder Hoffenheim z.B. die Arbeit kann man vor U14 oder U15 vergessen. Dortmund, Stuttgart oder Hertha sind da schon andere Kaliber).

    Das obige Beispiel bezieht sich ausschließlich auf aktuelle Nationalspieler.
    Wenn man sich diese Auswertung http://www.imspiel-magazin.de/pdf/dfb_ppp_bilanzII.pdf ansieht, sieht das schon ganz anders aus. Natürlich ist mir klar, dass die NLZ vor 10 Jahren noch nicht die Qualität hatten, die sie jetzt haben.
    Seite 41: Ca. 7% der U19-Spieler im LZ waren bereits in der U12 im LZ. Der Rest kam später.
    Seite 12: Lediglich 5 Spieler aus dem WM-Kader waren schon vor der U11 in einem

    Ich habe mir mal die Seite 12 angesehen, also die Werdegänge angesehen.
    Hier werden Vereine, wie TeBe, RW Essen, Waldhof Mannheim eben nicht als NLZ geführt, was ja stimmt. Allerdings sind es ja wohl sehr wohl Vereine, die trotzdem eine Elite im Nachwuchsfussball bedienen. ein fehlendes Internat o.ä. hat aber eben zur Folge, dass sie kein Status NLZ haben.
    (Aogo, zB. wird dort erst mit dem Wechsel in die U16 zu Freiburg geführt, dabei war er in die U8 zum KSC, dann in die U14 zu Waldhof Mannheim gewechselt.)


    Ausgangsfrage war/ist aber, wann von einem kleinen Verein zu einem großen Wechseln? Und da zähle ich RW Essen, SpVgg Unterhaching, Waldhof Mannheim, TennisBorussia Berlin und den SSV Ulm ganz klar mit in die Kategorie "große Vereine".


    Außerdem hast du ja selbst erkannt, das sie NLZ vor 10 Jahren ne ganz andere Qualität hatten. Und man muss sich nur mal angucken, wer bei deiner Auswertung ab U14 gewechselt ist. Das sind fast ausnahmslos die "alten Spieler" . Die mittlerweile aktuellen Nationalspieler (Benders, Gündogan, Götze etc) sind alle deutlich eher gewechselt.