Nun. ich sehe diese Übung nicht so positiv, wie ihr.
Klar zum Aufwärmen kann man diese Übung gelegentlich mal machen. Auch gewisse koordinative Komponenten werden damit geschult. Und schaden tut sie sicherlich nicht.
Aber, zu oft und viel, davon halte ich wenig, weil
- die Übung ist überhaupt nicht spielnah,
- sie ist sehr monoton, und die meisten Kinder finden sie irgendwann nicht mehr so motivierend, und absolvieren sie nicht mehr mit vollem Engagement
- selbst wenn man die Finten im Tannenbaum motorisch perfekt beherrscht, so fehlt völlig der Gegner- und der Zeitdruck. D.h. man macht das Training ja nicht zum Selbstzweck, sondern man will erreichen, dass die Kinder dann im Spiel einen Gegner ausdribbeln können. Aber ohne Tempoverschärfung und ein echtes Täuschgungsmanöver des ganzen Körpers funktioniert das nicht. Man muss ja erkennen, ob bzw. wie der Gegner auf die Finte/Täuschung reagiert und dementsprechend handeln. Das alles beinhaltet diese Übung nicht.
Ich kenne tolle Tannenbaumdribbler, die im Spiel keinen Gegner täuschen oder gar an ihm vorbei kommen.
- Jede Finte (Übersteiger, Revelinho, etc.) erfordert es, das man den ganzen Körper in das Täuschungsmanöver einbezieht. Wird nur mit dem Fuß der Übersteiger sauber ausgeführt, fintiert man damit keinen Gegenspieler. Oberkörper, Arme, etc. alles muss im EInklang sein. Außerdem muss ich, je nachdem wie der Gegner reagiert, verschiedene Anschlußmöglichkeiten ausführen (recht oder links vorbei, abrechen, etc.).
Das alles wird beim Tannenbaum vernachlässigt. Diese Übung trainiert meist nur die motorische Bewegung der Beine. Selbst bei sehr gutem Coaching, fehlt der Gegner und Zeitdruck und das situative Handeln je nach Gegnerreaktion. Es gibt kein Feedbeck, ob man am Gegner vorbei kommt.
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass, wenn ein Spieler koordinativ gut geschult wird, und die Körper- und Schußfinte (Messi benutzt fast außschließlich diese beiden Finten, wie die meisten Fussballer) sehr gut kann, also wirklich den ganzen Körper (Arme, Oberkörper, etc.) bewegt, er im D-Jugendalter alle anderen Finten scgnell erlernt.
Dazu muss man nicht wochenlang eine Finte im Tannenbaum schulen.
Wie gesagt, gelegentlich ganz gut, um begungserfahrungen zu machen, Ballgefühl zu vertiefen, und gewisse koordinative Fähigkeiten ein wenig zu schulen.
Aber 1gg1 Übungen, also mit Gegenspieler, sollten zeitlich wesentlich höher angesiedelt werden, um den Spieler die Fähigkeit zu vermitteln, im offensiven 1gg1 Erfolg zu haben.