@ tobn
Mit der Salamitaktik des zitierens habe ich es nicht o, deshalb versuche ich anders als du meinen Post zu gestalten. Deshalb ist es wohlmöglich inhaltlich nicht optimal strukturiert, ich werde mich sukzessive durch deinen Post arbeiten und in der eihenfolge posten. Ich hoffe ich gehe auf alle deine Fragen/anmerkungen ein, war ja ein Mosterpost von dir.
Noch eine Eingangsbemerkung bzw,. Allgemeine Anmerkung von mir.
Ich finde die aktuelle Einteilung nicht passend. Für mich hat eine U8 mehr mit einer U7 gemein, als mit der U9. Ab spätestens Weihnachten haben die U9 Kinder mehr gemeinsam mit der U10, etc.
Da ich bei den Minis, also G-jugend erstens eher wenig fussballspezifische Ausbildung machen würde und da auch eher weniger eigene Erfahrungswerte habe, betrachte ich eher die Alterstufe ab U9. (U8 gehört für mich eben eher zu den Minis, auf jeden Fall weit weg von der U9)
1) Hat nur bedingt mit der Thematik zu tun, aber ist mir gerade in deinem ersten Absatz aufgefallen. Dort schreibst du, dass man beim Passen (mit dem Adidasball) mit deutlich mehr Wucht spielen muss.
Das finde ich einen interessanten Punkt. Den ich finde, dass das Passspiel bei vielen Kindern (vor allem in Ballungsgebieten mit ihren Kunstrasen) nicht gut ausgebildet wird.
Das liegt einfach daran, dass auch ein unsauber (und damit eigentlich zu lascher Ball) auf Kunstrasen oder Halle und vor allem bei kurzen Distanzen trotzdem ankommt und die Spieler so nicht das passende "Feedback" bekommen. (Ganz schlimm diese geshippten Bälle, mit dem Außenspann, anstatt einen sauberen pass zu spielen. Aber diese Chips über 2 Meter kommen ja an, im Kinderfussball, besonders in der Halle.)
Da ist der Trainer gefragt, aber bei den meisten gilt das selbe. er erkennt (und korrigiert) diesen Fehler nicht, da der Ball ja ankommt.
Ein Pass muss eine gewisse Schärfe haben. (Einen zu scharfen Ball kann ein guter Fussballer trotzdem verarbeiten.Er hat dabei alle Möglichkeiten, die Bewegungsrichtung zu bestimmen. Bei einen zu laschen Ball MUSS er entgegengehen, hat keine andere Handlungsoption und kommt dadurch fast zwangsläufig in unnötige Zweikämpfe.)
Anmerkung: Das Steckenpferd meines Ausbilders bei der C-Lizenz war das Passspiel (auch Doppelpass). Da hatte man vor allem dann in der Lehrprobe Probleme, wenn man den Passabstand zu gering hatte. Und gering war unter 20 Metern.
Entschuldige, ich habe das eigentliche Thema verlassen.
Aber wenn das das Argument gegen den schweren Futsalball ist, dann finde ich das aus obigen Gründen nicht negativ. (Wenn ein F-ling damit dann aber nicht richtig schießen kann, dann ist das wieder ein Argument).
2) Zum Filzball.
Also schon aus meiner eigenen Erfahrung weiß cih, dass ich mit diesem Ball meine Probleme hatte, bzw. er mir wenig Spaß bereitet.
Die Ballkontrolle ist ein wenig anders, man hat nicht so eine super Kontrolle mit dem Fuss.
Aber das entscheidnste ist, dass man damit nur ganz schwer wirklich gut schießen kann. Der Ball braucht aus 10 - 12 Metern einfach länger zum Tor, als ein normaler Fussball. Wirklich nur richtige Schützen können da außerhalb des Schußkreises wirklich Tore schießen, wenn da kein Gurkenfänger im Kasten steht. Und das auch in der U10 oder U11 auf 5 Metertore.
Da muss der Ball schon optimal engegengerollt kommen. Einen seitlichen Pass oder gar aus dem Dribbling schaffen das auch die besten Schützen kaum.
Das macht das Spiel langsamer und vor allem statischer. Ich habe früher ein paar Turniere in Filzballregionen gespielt. dadurch, dass es quasi für keinen E-jugendlichen möglich war aus 9-10 Metern Tore zu schießen - auch bei freier Schußbahn - sahen die Spiele, wie von mir beschrieben aus. Die Teams zogen sich in den eigenen Schußkreis zurück.
das ist, wie beim 5+1 Fussball. da ist man dann im Vorteil, wenn man hinten drin steht und kontert. Ganz anders, als bei 4+1 mit normalem Ball.
Da sind bei den Turnieren deutlich weniger Tore gefallen, das Spiel war langsamer und es hat sogar auch wesentlich weniger Spaß gemacht zuzugucken (also anderen Teams in den SPielpausen.)
Irgendwann habe ich solche Turniere nicht mehr gespielt.
3) Du sagst, ich treibe es zu weit. da muss ich ehrlich eingestehen, dass ich natürlich nicht vom Dorfniveau spreche. (In Turnieren sind ja auch immer Reginalvereine vertreten. DIe attakieren auch unseren Torwart bei 4+1 mit 2 Spielern, was wirklich kein anderes Team macht, idR nicht einmal mit einen Spieler)
Aber ich meine ausdrücklich eben nicht nur NLZ Teams. Meiner Erfahrung nach trifft das auch auf "normal gute" Teams zu.
3) Deine These Fussball erst als Steigerung, wenn Passspiel in Grobform beherrscht wird.
Das kann man diskutieren,. Allerdings ziehe ich die Grenze VOR der U9, nicht wie du erst nach der U9.
5) Futsalball und Dribbling.
Hier muss ich eventuell zurückrudern und dir recht geben. Das geht mit Futsalball in der Tat auch gut.
Da sind es eher die Futsalregeln, die mich im Punkt Ausbildung "stören". zumindest bei einer kompletten Hallensaison. (natürlich nicht bei der G-jugend)
Für mich gehört Körperkontakt (im Oberkörper) zu einen echten 1gg1 - auch offensiv dazu). Es soll eben nicht nur ein weiträumiges Umkurven des Gegenspielers sein.
Und damit mich der Abwehrspieler duch einen Kontakt nicht aus der Balance bringt, muss ich oft auch als Offensiver diesen Körperkontakt herstellen.
Mal ganz abgesehen davon, dass man nach der Finte eben auch schnell den körper zwischen den Ball und den Gegenspieler bringen muss, und dazu gehört auch der kontakt.
Dazu kommt auch , den Ball sichern mit Gegner im Rücken, der Kontakt herstellen darf und dies auch tut.
etc.
Gerade dieser Umstand macht dann irgendwann einen doch erheblichen Unterschied, der sich in den unterschiedlichen Ligen widerspielgelt.
Futsal, auf Handballtore mit Futsalball, aber eben mit normalen Fussballregeln ist aber aus obigen Gründen auch nicht empfehlenswert.
6) mit Futsalball wird mehr gedribbelt als mit dem Filzball.
Kann sein, scheint plausibel.
Ich sehe den Filzball aber eben auch sehr kritisch, da ziehe ich den Futsalball auch vor, keine Frage.
Und nochmal: Hier wurde ja nicht nur von Futsal bei den kleinsten gesprochen. Hier war auch E- oder D-jugend (gar C-Jugend) das Thema.
Und mittels Futsalball, fällt eben die Ballan- und mitnahme fast völlig weg. Die von hohen oder halbhohen Bällen - in der Halle eh geringer - erst recht.
Aber das ist in meinen Augen so dermaßen elementar, dass man das gar nicht ausgiebig genug trainieren kann, ganz sicher nicht vernachlässigen sollte in der Ausbildung.
Wenn der normale Fussball nach einen flachen Ball "dozt", dann war der erste Kontakt nicht sauber. Und das muss in meinen Augen dann unbedingt verbessert werden. zumindest ab der E-Jugend.
Für mich ist die Ballan- und mitnahme halt die wichtigste Technik. Hier gibt es die größten Unterschiede zwischen den Spielern. (Dazu noch die meist unterschätze und vernachlässigste Technik)
Und, wenn man diese Technik wirklich gut beherrscht, dann bringt das eben viele Vorteile (Zeit und Raum) für die Anschlußaktion. Dann kann man wesentlich besser ins Dribbling gehen oder Passen.
Wenn ein Spieler, den Ball mit dem ersten Kontakt sauber in die Bewegung (weg vom Gegner, bzw. in die gewünschte Richtung) verarbeiten kann, im besten Fall noch mit einer Täuschung in/vor der Aktion, dann ist alles andere so viel leichter...
7) Zu den Regeln.
das kam jetzt nicht von dir, aber irgendwo wird auch das Fehlen der Bande kritisiert.
Das finde ich einen klaren Pluspunkt, ich finde die seitliche Bande nicht förderlich im SInne der Ausbildung. (Anders als die Rundumbande und dabei vor allem die Bande hinter dem Tor).
Ich will NICHT, dass meine Spieler die seitliche Bande viel einsetzten. schon gar nicht, sollen sie den Ball erst gegen die Bande prallen alssen, bevor sie den Ball Verarbeiten, sondern immer vor der Bande annehmen.
geht der Ball erst gegen die Bande, so verliert man ersten sZeit, zweitens springt der Ball nicht 100% kontrollierbar ab und verliert viel Tempo und man braucht dadurch auch mehr als einen Kontakt, um den Ball in die gewünschte SPielrichtung zu verarbeiten.
Und das Argument: Seitliche Bande ist, wie ein Mitspieler. Man kann Doppelpass spielen, etc. finde ich überhaupt nicht treffend. Im Gegenteil. Das betrifft nur ganz wenige Situationen und sicherlich nicht die, wenn amn den Ball auf der einen Seite vom Gegner gg die Bande sielt, während man auf der anderen Seite langläuft.
Erstens, funktioniert das nahezu nie gg einen vernünftigen Gegenspieler, also einen der nicht blind und frontal angreift.
Zweitens hat das auch wenig mit (gutem und gezieltem) Passspiel zu tun. der Ball wird ja nur irgendwie gegen die Bande geballert, die Streunung ist dabei groß, aber in dem Fall, wo man den Gegner ausspielen kann (weil diese übereifrig und frontal angreift) auch egal, da ja ein riesiger Raum entstanden ist und der "Pass" gar nicht so genau sein muss.
(Ich möchte mal sehen, wo ein Spieler einen Mitspieler über 10 meter gezielt und präzise über die Bande anspielt. )
So ein Ball wird ja auch selten mit der Innenseite gespielt, dazu müsste man ja die Hüfte aufdrehen. Nein irgendwie mit der Außenseite gegenchippen hat nichts mit echtem Passspiel und dem erlernen der Technik) zu tun.
Die Bande hinter dem Tor, kann man dagegen sehr gut nutzen. Auch zielgerichtet. gegen die kann man auch mit der Innenseite (da frontal nahezu frotal/schräg darauf zulaufend) und aus einiger Entfernung (fehlt beim PAss gg die seitliche Bande auch stets) anspielen, mit dem Ziel, den Mitspieler vor dem Tor zu bedienen.
Das ist dann nicht nur in der Nähe von einem "echten" Pass, das kann man auch taktisch wirklich zielführend einsetzten.