Irgendwie kommt es mir vor, als hätten fast alle (mich eingeschlossen), das falsch verstanden. Als ich das Buch, das erste mal gelesen habe, hatte ich das Gefühl, dass es am besten sei, die Kinder möglichst viel spielen zu lassen, ohne selbst großartig einzugreifen.
Ich habe das dann auch eine Zeit lang so praktiziert, kam dann aber relativ schnell zu dem Entschluss, dass das "zu wenig" ist. Ich glaube nach wie vor, dass es richtig ist, das Steuer durchaus den Kindern zu überlassen, aber die Richtung in die gefahren wird, gibt der Trainer vor.
Jetzt nach nochmaligem Anlesen muss ich feststellen dass unser hochgeschätzter Hr. Wein durchaus der Meinung ist, das explizite Übungen und angemessenes Coaching durchaus essentiell sind. Es ist halt wichtig ständig den Bezug zum Spiel herzustellen und die Spieler mit "Problemen" zu konfrontieren, bei denen sie sich selbst die Lösung "erarbeiten" können.
Mal unabhangig von diesem Thema:
Wenn man sich mit etwas beschaftigt, aber schon im Vorfeld eine klare, felsenfeste Meinung dazu hat, dann wird man zwangsläufig selektiv lesen/wahrnehmen. Das lässt sich schwerlich verhindern. Man "sucht" ja - mindenstens unterbewusst - quasi nur nach Argumenten, die die schon vorhandene Meinung festigen.
Deshalb finde ich es immer schade, wenn in Diskussionen erst die (extreme) Meinung kundgetan wird, bevor man sich den Pro- UND Contraargumenten widmet.
Denn für eine wirklich fundierte Meinung braucht man die Kenntnis möglichst alle Argumente, die man dann erst gewichtet und sich seine Meinung bildet.
Davon abgesehen, bringt die Zeit und der Austausch mitunter neue Erkenntnisse, neue Erfahrungen, neue Argumente, die eine Meinung verändern können, wenn man sich die Mühe macht, halbwegs offen für alle Argumente zu diskutieren.
KLingt logischerweise einfacher, als es ist und das wird kaum jemand so klar umsetzten können.
Aber aufgrund eines Argumentes oder nur einer Erfahrung sich sofort eine extreme Meinung anzulegen und so zu "diskutieren" finde ich nicht gut und hilfreich ist so etwas zumeist für niemanden.
