Beiträge von Sir Alex

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    Zwei spontane Ideen:


    1) Schlag den Raab
    zwei Teams bilden, die verschiedenste Wettkämpfe - angefangen beim Fangspiel, bis zu (mehreren) Fussballspielen und Elfmeter- Pinalty oder Lattenschießen gegeneinander antreten.
    Spiel 1 gibt einen Punkt, SPiel 2 2, etc. SPiel 15 15Punkte. Man braucht 61, um zu gewinnen.
    Frühestens nach SPiel 11 ist die Sache entschieden.



    2) zwei Fussballfelder.
    Jeder Spieler zieht ein Los (wo zB ein bekannter SPieler draufsteht).
    Jede Runde werden daraus 4 Teams gebildet (du musst ein SPielplan anlegen, der verschiedenste Konstellationen hervorbringt).


    Jeder Sieg bringt 5 (oder 10) Punkte, jedes Remis 2(oder 5). Und dazu zählt jedes Tor !!! einer Mannschaft auch noch einen Punkt für alle SPieler aus der Mannschaft.


    Am Ende hat ein Spieler gewonnen.

    Dem Argument, dass man im Rundlauf allen Spielen zu mehr Ballkontakten verhilft, als in Übungs -oder Spielformen, kann man ein Stück weit entgegenwirken, indem man stets die Gruppe teilt und der eine Teil 3gg3 oä spielt, während der andere Teil im Themenschwerpunkt agiert. Dafür muss man dann auch nichtmal zwingend zu zweit sein.


    Ich mache auch (fast) keine Rundläufe.


    Fürs Dribbling zB kann man auch ein Quadrat aufbauen, indem alle dribbeln oder 2-3 einteilen, die aufeinander zu dribbeln, um dann jeweils zur gleichen! Seite weg zu dribbeln nach der Finte.
    Ist alles ein stückweit spielnaher, als um feststehende Hütchen.
    Da muss der Spieler schon besser gucken, aufpassen, etc., der Kopf muss mitarbeiten.
    Im Rundlauf ist es mir zu sehr "abarbeiten". Da fehlen die Tempowechsel, etc.

    Ich kenne die Übung auch. Letztlich geht es dabei ja um das 1 gg. 1. Dass der Ball dabei initial dem Gegner zugespielt werden muss, ist nur die EInleitung der Übung. Wobei pfiffige Kids durchaus erkennen, dass es für das 1:1 ein Vorteil ist, wenn der Pass vom Empfänger eher schwer zu verarbeiten ist. Ob man das als Trainer will, sei mal dahin gestellt. Aber wie gesagt, das ist nur die Einleitung der eigentlichen Übung, nämlich des 1 gegen 1. Ich mag die Übung.

    Ich mag diese Übung auch. Sehr sogar. Die meist verwendete Übung in meinem Training.
    Für mich der Klassiker, die beste Übung für 1gg1 Schulung.
    Mache das als Teamwettbewerb; 2mal5 min je "Spiel".
    Man kann das auch mit einem flachen Pass starten, oder als 2gg2 spielen, dann verlagert sich der Schwerpunkt natürlich auch hin zum Passspiel.


    Diese Übung gehört für mich in jedes Alter und auf jedes Niveau.
    Trifft den Schwerpunkt, ist intensiv und dazu sehr motivierend für die Kinder.


    Und gerade in der Zeit der "Sichtungsspieler" ganz sicher in meinem Programm.
    Da kann man eine Menge bezüglich der individuellen Qualität eines Spielers sehen. Durch diese Übung muss jeder Kandidat.

    @ Andre


    Ich habe dich nicht nach einem Beispiel von einem Teilaspekt deiner Aussage gefragt.


    Wie du weißt, bin ich auch ein Gegner von frühem Training des Zusammenspiels und mache das selbst sogar in der E-Jugend nicht.
    Das periphere Sehen bildet sich aber so ab dem 9ten Geburtstag aus, ist also auch nicht der Grund, warum ich das nicht trainiere oder thematisiere.




    Du hast die Aussage getroffen, dass (nahezu) kein Kind in der Lage ist, einfachste !!! taktische Inhalte aufnehmen zu können. (Und du kannst mich gerne Korrigieren, dass das sogar bis mindestens einschließlich U11 gilt).
    Da ging es nicht, um den Teilaspekt des Zusammenspiels (was für mich auch nicht einfachste" wäre) oder das periphäre Sehen. Vielmehr wurden hier sogar andere Beispiele diskutiert.
    Und das hast du sogar als Fakt deklariert.




    Du hast eine allgemeingültige Aussage getätigt und da interessiert mich, worauf sich diese Behauptung stützt.

    Eins noch:


    Wenn man etwas dogmatisch und kategorisch ablehnt, dann kann man zumindest ja keine Erfahrungswerte haben.


    Wenn sich die Meinung also nicht auf Emperie und/oder Erfahrung stützt, dann interessiert mich schon, wie dies zustande kommt. Vor allem, wenn sie so absolutistisch und klar als Fakt formuliert ist.

    @Sir Alex


    Kannst Du belegen und begründen, dass die allermeisten Kinder in der Lage sind einfache taktische Elemente zu verstehen und das sie dieses Wissen ein Leben lang behalten und umsetzten können?


    Sorry, ich mache es nur ungern Fragen mit Fragen zu beantworten.

    Was soll denn das?
    Umkehrung der "Beweisführung"? Das ist schlechter Diskussionsstil!!!!


    Ich habe keine Behauptung aufgestellt.
    Ich habe nur eine Behauptung (die dazu als allgemeingültiger Fakt dargestellt wurde) hinterfragt.
    Warum sollte ich also irgendetwas darlegen, wo ich doch gar keine Aussage getroffen habe?



    Und davon ab, "überhöhst" du auch noch dazu die Anforderungen an mich, indem du von allermeisten - das ist nicht die einzig bleibene Alternative von (nahezu) keiner - und "ein Leben lang behalten und umsetzten" sprichst.



    Wirklich, so setzt man sich nicht sachlich und kontrovers auseinander.

    In meinem imaginären Verein würde kein bezahlter Mini oder F Trainer die wertvolle Zeit mit Taktiktraining oder Anweisungen an die Kinder eingestellt bzw. wieder entfernt, sollte er sich daran versündigen.
    Es ist Zeitverschwendung, das die allerallerallerallerallerallermeisten Kinder dazu nicht in der Lage sind.


    Kannst du die Behauptung, dass die allermeisten Kinder nicht in der Lage sind, einfache und einfachste taktische Elemente zu verstehen, auch irgendwie begründen oder belegen?
    Vor allem, wenn wir auch über U9, U10 oder U11 sprechen.


    Denn du kommst ja nicht mit dem Argument, dass es zuviel Zeit kostet, die man besser anders im Training nutzen könnte. Das wäre ein Argument.



    Einfach eine Behauptung als Fakt darzustellen, finde ich suboptimal.

    Die Verbandsmassnahmen haben ja nichts mit dem NLZ zu tun, die wären auch bei einem anderen Verein (mindestens) in der Höhe vorhanden.


    Ich finde 25-30 Tage auch extrem und auch unnötig viel.
    Und das in der U14, wo Nationalmannschaft (und Lehrgänge) noch nicht stattfinden. Denn diese fressen dann wirklich Zeit und Schultage.
    In U15 noch überschaubar, da wenig Länderspiele, aber in U16 (wobei da auch viel getestet wird, also auch die Spieler der zweiten Reihe Länderspiele bekommen) und U17 (Qualifikation plus EM, dazu sogar Trainingslager zur Vorbereitung, Lehrgänge sowiso) kommt da schon etwas zusammen.


    Also bei uns kommen auch mit Auslandsreisen und anderen Turnieren kaum Fehltage für die Schule zustande. Und große Turniere spielen unsere Mannschaften viele, aber die sind ja am Wochenende, da muss man eventuell mal Freitags 1-2 Stunden eher aus der Schule.
    Auslandsreisen über das Wochenende hinaus finden wenn dann in den Osterferien, Ende der Sommerferien oä statt.

    Die Frage, die sich viele Eltern - gerade im Kinderbereich - stellen, ist doch die, ob man nicht etwas verpasst oder der Zug schon abgefahren ist, wenn man nicht schon im Grundschulalter ins NLZ wechselt. Die Statistiken sprechen da eine ziemlich deutlich Sprache, weil die wenigsten der U9-U11-Spieler "oben" ankommen und die wenigsten der derzeitigen Profifussballer schon in der U9-U11 in einem NLZ gespielt haben. Die meisten sind mit 12-14 Jahren gewechselt.

    Es gibt zumindest kaum noch Spieler, die Bundesligaspieler sind, die nicht wenigstens mit 12-14 schon in einem NLZ aktiv waren.
    Noch deutlicher wird es, wenn man die Spitze der "Nicht-NLZ-Teams" noch dazu zählt.
    Wie zB RW Essen (Özil), Oberneuland (c-Jugendtegionalliga Julian Brandt).


    Ich habe das mal hier im Forum für alle Nationalspieler niedergeschtieben.
    Und da gab es ab Jahrgang 85 keinen Nationalspieler, der nicht wenigstens in der c-Jugend in einem selektierten Tean spielte.
    Viele deutlich eher:
    Draxler, Götze Hummels, Neuer und andere ab der F-Jugend im NLZ.


    Man muss diese Daten "andersherum " lesen, um sie analysieren zu können.
    Sonst ergibt das kenen Sinn, da eben 10-15 Jahrgänge zusammen Männer spielen, also schon quantitativ nur die wenigstens Jugendspieler Platz im Profifußball haben.
    Richter, am besten Bundesverfassungsgericht , werden ja auch die wenigsten Jura-Absolventen, noch weniger Jura-Studenten, prozentual noch weniger Abiturienten, noch weniger Schüler.
    Aber jeder Richter hat Abitur und mit Topnote examiniert.


    Niemand liest die Statistik so, dass man sagt, es schaffen ja nur 0,00...01 % der Abiturienten das Richteramt.


    Und zwar sich die angucken, die es geschafft haben und da gucken, wann sie welchen Weg gegangen sind.

    @TW-Trainer


    Keine Ahnung, wie das bei euch ist, aber bei uns ist Stutzpunkttraining einmal die Woche montags.
    Und dafür bekommen alle Trainer mehrere hundert Euro pro Monat.


    Das ist Geld pro Zeit doch mehr, als man im Verein bekommt.


    Davon abgesehen kann man beides ja sogar gut verbinden, was (nahezu) alle Stützpunkttrainer auch machen.


    Deshalb wechselt wegen des Geldes kaum ein Trainer Weg vom Stützpunkt.

    Habt Ihr noch ne Idee, wie ich das Druckvolle passen üben bzw. fördern kann. Meistens verhungern die Pässe von meinen Jungs?

    Veranstalte freundschaftsspiele auf (hohem) Rasen.


    Halle und Kunstrasen "verzeihen" Fehler in der Passtechnik. Ein druckloser geschipter Außenristpass kommt auf kleinem Feld genauso an, wie ein druckvoller Innenseitstoß.


    Deshalb auch in Halle und auf Kunstrasen "coachen", auch wenn der Ball ankommt, aber eben eigentlich nicht scharf genug war.
    Das machen die wenigsten Trainer, die eben nur unterscheiden zwischen angekommen und nicht angekommen.


    Sowiso gilt, lieber zu scharf, als zu lasch. Einen zu scharfen Ball kann man verarbeiten (wenngleich es schwerer ist), man kann ihm entgegen gehen, aber auch den körper reinstellen und direkt in die Passrichtung verarbeiten.
    bei einem zu laschen Pass hat man nur eine Option, dem Ball entgegen gehen. Das bringt einen sofort in einen Zweikampf, wenn der Gegenspieler gut verteidigt und das auch erkennt. Ab einem gewissen Niveau ist das immer so.


    Außerdem sollten die Entfernungen in Passübungen nicht zu knapp gewählt werden, deshalb eigentlich dieser schwerpunkt eher weniger für die Halle.
    MM machen die meisten trainer zu kurze Abstände bei Passübungen. Unabhängig von der Alterklasse.
    Denn Passsspiel ist wesentlich mehr ne Technik- als ne Kraftfrage.

    Wenn dein einen Spieler auf die Torlinie stellst, dann fällt das Abseits weg.
    Dann platziert der Gegner seine halbe Mannschaft direkt vor dem Tor und Torwart.


    Zum anderen, ich will auch, dass mein Fänger die lange Ecke besetzt und Bälle dahin hält.
    Geht ein Ball gut getreten über die Mauer, dann ist das eben so, das nehme ich auf mein Konto.
    Wenn der Fänger aber auf diese Bälle spekuliert und sich so stellt, dann gehen auch Bälle ins lange Eck rein.
    Und das sind die Bälle, die mein Fänger unbedingt halten soll.

    So wollte ich das auch sagen.
    Auch, dass das quasi nebenher gut geschult werden kann, wenn man das passabel coacht.
    Dafür braucht man sicherlich keine 15+ volle Trainingseinheiten zu dem Schwerpunkt.

    @Dirk


    MM eher nein, offene Spielstellung ist einem U12 Spieler besser vermittelbar.
    Ich will keine Aussage über die Qualität eines Trainers tätigen, aber irgendwas lief da suboptimal, in Training oder Kommunikation mit dir.


    1) bei aller Diskussion, aber in der D-Jugend ist Individualtaktik ganz sicher nicht verfrüht.


    2) ich habe mit zahlreichen Teams ( U9 und aufwärts) auf unterschiedlichsten Niveaustufen, zB auch Fußball-AG in der Schule keine 15 Trainingseinheiten genötigt, um offene Spielstellung in Grundzügen der breiten Masse zu vermitteln.
    Und bei Spielern, die nicht mehr den allergrößten Streit in der Ballannahme haben - das sollte bei Stützpunktspielern meist der Fall sein - den allermeisten.


    Und ich habe eine Trainerscheinverlangerung mal bei einem 2-tägigen Lehrgang verschiedener Stützpunkte gemacht, den der Stutzpunktkoordinator und der Verbandstrainer machten.
    Da war Individualtaktik auch ein großer Schwerpunkt im Coaching, auch die offene Stellung.
    Und das klappte auch vernünftig.

    Ich muss mich etwas korrigieren lassen. Im genannten Beitrag, den das Goethe-Institut veröffentlicht, steht:

    Tatsächlich war dies auch bei uns so, als wir im Ausland war: zu Hause haben wir deutsch gesprochen bzw. haben wir (also meine Brüder und ich) mit unseren Eltern und anderen deutschen Erwachsenen deutsch gesprochen. Untereinander unterhielten wir uns allerdings, zumindest beim zweiten Auslandsaufenthalt, auf Englisch, das war praktischer und universeller.

    Beim Erlernen der (ersten) Sprache ist es schon wichtig, dass das Elternteil in seiner Muttersprache mit dem Kind kommuniziert.
    Denn die Sprache muss absolut sicher gesprochen werden, vor allem auch in Sachen Grammatik, denn mit der ersten Sprache bildet sich auch die Grammatik, etc. und es ist wichig, dass die Kinder diese richtig und gut erlernen.
    Dinge kann man noch in Bildern denken, abstraktere Begriffe schon nicht mehr, dafür braucht es die sichere und vollständige Sprache.


    Wenn ein Kind dann aber (mindestens)eine Sprache samt Grammatik wirklich beherrscht, dann kann es auch andere Sprachen leicht(er) erlernen.
    Grammatik als Grundgerüst von Sprache ist sicher und vor allem richtig erlernt und diese lässt sich dann einfacher in andere SPrachen adaptieren. Ein neues Wort in einer anderen Sprache für ein bekanntes Wort in der Muttersprache ist dann einfach.



    Ds alles ist aber zum Erlernen von Sprache wichtig, also vor allem in jüngsten Jahren.

    15 Trainibgseinheiten, um zu erreichen, dass ein qesencher Teil die offene Spielstellung in Grobform beherrscht? In der D-Jugend.
    Dh ja gute 4 Monate, da der Stützpunkt nur eine Einheit pro Woche hat.



    Da frage ich mich erstens, was genau da trainert wurde, bzw. kann das ja nicht der größte Schwerpunkt gewesen sein.
    Zweitens stelle ich da die (Coaching-)qualität des Übungsleiters in Frage.
    Und das auch, wenn Ich zu bedenken gebe, dass ich es auch als großes Problem sehe, dass selbst in den meisten guten, selektierten Mannschaften außerhalb der NLZs- also die Vereine, die den Stützpunkt füllen - die Trainer solch mM elementarer Dinge, wie offene Spielstellung völlig vernachlässigen.
    Das hat dann zur Folge, dass man nicht nur einfach dieses Element erlernen muss, sondern eine falsche Form, die automatisiert wurde erstmal "rausbekommen" muss.
    Und das ist wesentlich schwieriger.


    Ich sehe eigentlich überall, das bei Torabschlag, sich Spieler "lösen" (oder seitlich neben dem Fänger stehen), die dann angespielt werden und (fast) ausschließlich den Ball direkt zum Fänger zurückballern. Ein Automatismus, der dazu noch den Fänger in Probleme bringt, weil er ungenaue, hohe, zu lasche, etc. Valle bekommt und wenn der Gegner da aktiv mitdenkt, klingelt es regelmäßig hinten.
    Da fehlt meist jede Form der Handlungsalternative.
    Die "Problemlösung" wird dem Fänger auferlegt.
    Und dann heißt es, wir oder sogar der Fänger hat sich die Bälle selbst reingehauen, nur deshalb die Tore.


    Dabei ist das so dermaßen einfältig, eindimensional und vorhersehbar, dazu kontraproduktiv in Bezug auf Spielintelligenz, verschieden Lösungsoptionen, Ballkontrolle/Kontakte der Spieler.



    Deshalb meine oben genannte temporäre "Auflage", wenn ich ein Team neu übernehme.
    Gerade in der Hallensaison, wo Abschlag des Fängers eine permanente Spielsituation ist, kann man selbst ohne spezielle Trainingseibheiten, die offene Spielstellung in Grobform einfach und schnell " ercoachen".
    Und nicht nur mit dem obersten Prozent.

    Klar, auch ich habe schon Trainerkollegen erlebt, die in einer E-Jugend einen kompletten Spielzug vom Anstoß weg über zahlreiche Stationen wirklich trainiert haben.
    Und dann in Jubelstürme ausgebrochen sind, wenn das Ding dann einmal geklappt hat. - das klappt gegen gute Gegner allerhöchstens einmal.



    Das ist schon alleine deshalb unsinnig, weil es viel Trainingszeit verschwendet, die für andere Sachen fehlt, die bedeutend wichtiger sind.
    Trainingszeit ist nunmal endlich und rar.



    Aber, das Argument, dass Kinder kognitiv grundsätzlich nicht in der Lage sind einfache taktische Hilfen zu verarbeiten, das finde ich diskutabel.
    Und viele Sachen kosten auch kaum/keine Trainingszeit, die kann man durch gutes Coaching erreichen. ZB mit dem Spieler während des Spiels sofort sprechen, auch wenn das Spiel dann kurz in Unterzahl weiterläuft.




    Wenn man zB zum Zwecke der schwacher Fußachulung die Devise ausgibt Torabschlüsse mit dem schwachen Fuß auszuführen, so ist diese Anweisung ja auch Taktik.



    Ich zB Weise meine Spieler gerne an, keinen Ball direkt zum Torwart zurückzuspielen, wenn ich eine Mannschaft neu übernehme.
    Das Risiko des Ballverlustes nehme ich gerne in Kauf, weil ich dieses automatische "Wegspielen" des Balles aus einer nicht offenen Spielstellung erstmal rausbekommen will.

    Taktik wird ja vielfach sehr negativ bewertet, wenn man von Ausbildung vor allem unterhalb der C- oder gar D-Jugend spricht.


    Dabei habe ich das Gefühl, dass Taktik dabei gleichgesetzt wird mit komplexen Mannschaftstaktiken.


    Mal abgesehen davon, dass alleine schon das Spielen nach Regeln, per Definition in den Bereich Mannschaftstaktik gehört, und wohl niemand das diskutabel findet.
    Dazu ist Technik eigentlich zwingend an Taktik gekoppelt, weil jede Anwendung einer Technik, ja einem taktisches Zweck dient. Deshalb spricht man auch von technisch-taktischen Bereich, nicht von Technik.



    Aber ich möchte jetzt mal ein Szenario skizzieren und dazu ein paar Fragen aufwerfen.


    In Taktik inbegriffen ist zB auch die Individualtaktik.
    Dazu gehört auch die Ballan-und Mitnahme.
    Wenn ich jetzt Spieler dahingehend coache, dass sie bei der Ballannahme, eine offene Spielstellung einnehmen, ist das nicht in vielerlei Hinsicht sinnvoll?
    Wird nicht die Ballannahme einfacher, besonders die Spielfortsetzung (Pass/Dribbling/Schuß)? Hat dadurch nicht jedes Kind mehr Ballkontakte, vor allem kontrollierte Ballkontakte?
    Außerdem auch mehr gelungende Aktionen, was wiederum zu mehr Selbstvertrauen führt?


    Ob das jetzt in der U8 erfolgen kann/muss, keine Ahnung, aber deutlich vor der D-Jugend mM ganz sicher.
    Das ist ja auch kein kopmpliziertes Hexenwerk und man muss ja nicht von null auf hundert in einer Woche gelangen.
    Auch kann man das mit wenigen kurzen Hinweisen (SPieler rausnehmen im SPiel, im Trainingsspiel anhalten) auch gemeinsam mit den Kindern erarbeiten.


    Und diese "Kleinigkeit" ist mM elementar in der Ausbildung und hat auch riesige Auswirkungen.



    Soll man erst in der D-Jugend anfangen, die offene Spielstellung zu thematisieren, weil vorher Taktik nichts in der Ausbildung zu suchen hat?

    Da ich gerade ein kleines Zeitfenster habe und mich der mitunter infaltionär, pauschal und zur negativen Wertung mM falsch benutzte Begriff Narzisst hier ein wenig stört, mal 2 Worte dazu.


    Gesunder Narzissmus ist erstmal nichts schlechtes, im Gegenteil, jeder Mensch braucht ein gesundes Maß an Selbstliebe, damit er Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein hat.
    Das ist ein wesentlicher Bestandteil, um als Mensch glücklich sein zu können.



    Krankhafte Narzissten sind aber abhängig von der Bestätigung anderer. Sie haben ein schwaches Selbstbewusstsein und sind vor allem auf ihre eigenen Bedürfnisse und Wünsche konzentriert.
    Ein Narzisst ist dabei ständig auf der Suche nach "Bewunderung" von anderen.(bei Trainern: Nicht nur Ergebnisse sind da wichtig, es gibt auch Trainer, die wollen für ihre Art Fussball spielen zu lassen, ihre Art der Ausbildung, etc. bewundert werden. ). Diese Suche nach Bewunderung ist ihre Triebfeder.
    Dabei überschätzt er sich maßlos und hat eine überzogene Anspruchshaltung. Die eigene Person wird hoffnungslos überbewertet, während alle anderen Personen entwertet werden.
    Die enorme Empfindlichkeit bei Kritik an der eigenen Person sowie einem völligen Mangel an Einfühlungsvermögen gegenüber seinen Mitmenschen kennzeichnet ihn dabei in besondere Weise.
    Einfühlungsvermögen/Empathie beinhaltet, dem anderen zuzuhören und ihn zu verstehen. Das heit nicht, dass man dessen Meinung teilt, aber man muss sie eben verstehen können.
    Um jemanden verstehen zu können, muss man aktiv zuhören. Das beinhaltet dann auch mitunter nachfragen. Ganz sicher nicht, auf die Sprechpause warten, um dann einzelne Sätze rauszupicken und dem Gegenüber zu sagen, dass dessen Meinung falsch ist.


    Und ja, ich finde das Pauschalurteil (nahezu) alle Trainer sind Narzissten, abgesehen von den wenigen, die aber die einzig und beste Ausbildung machen, nicht gut und richtig im Sinne eines guten und zielorientierten Ausstausches, ich finde sogar, dass das nicht mal richtig ist. Siehe meine Ausführungen oben.
    Auch das Pauschalurteil, das Trainer, die gute Ergebnisse erzielen, schlecht ausbilden und/oder Narzissten sind, ist einfach nicht haltbar, mM.
    Das heißt nicht, dass der Umkehrschluss gilt, und gute Ergebnisse immer gute Ausbildung bedeuten.




    Ich persönlich glaube zB, dass Pep oder Wenger weit narzisstischer sind, als Mourinho. Klar, das kann man als Außenstehender schwer einschätzen, aber Mourinho macht auch bewusst Dinge, die ganz klar auf wenig Bewunderung und Anerkennung in der breiten Masse stoßen. Gerade nach Niederlagen hat er sich gerne in den negativen!!! Mittelpunkt gestellt, damit über ihn medial berichtet wurde, seine Spieler aber Ruhe hatten und nicht medial zerissen wurden.


    Pep und Wenger wollen da mM mehr geliebt werden, von allen. Nicht nur für den sportlichen Erfolg, sondern vor allem auch für die Art, wie sie Fussball spielen lassen.
    Das soll jetzt aber keine Wertung sein, wer der bessere Trainer ist, nur meine Meinung zum Thema Narzissmus.




    Und, dass Narzissten ihr Verhalten selbst so nicht erkennen können, ist auch mindestens umstritten.
    Manch ein Fachmann vertritt die Meinung, dass man einen Narzissten alleine durch die Frage erkennt, ob er ein Narzisst sei, da er diese mit ja beantwortet.
    Sie sagen, ein Narzisst kann sehr wohl erkenne, dass er zB kein Einfühlungsvermögen hat.





    Und nein, ich bin kein Psycholige oder ähnliches, aber mein 08/15-Wissen diesbezüglich ist nicht deckungsgleich, mit dem Begriff, wie er hier mittlerweile permanent eingesetzt wird.
    Deshalb wollte ich das mal niederschreiben, dann kann jeder sich selbst Gedanken machen und übernimmt nicht irgendetwas einfach unreflektiert.




    Mal abgesehen davon, finde ich es eh wichtiger, über Verhalten zu sprechen, als (sofort), die angeblichen Motive dieses Verhaltens in den Mittelpunkt zu rücken. Denn da irrt man sich erstens sehr leicht, als außenstehender Laie im besonderen, und zweitens ist das dann auch nicht hilfreich im Sinne der Diskussion.