ich unterteile die Tätigkeit eines Jugendtrainers im unteren Bereich in 2 Hauptfunktionen:
1.- Mannschaftsführung und -leitung
2. handwerkliche Trainertätigkeit auf dem Platz
zu 1:
hierzu verdeutlicht Andre in seiner Aufstellung fast alles, wird in diesem Forum immer wieder deutlich hervorgehoben und gibt es hier eigendlich nur in Nuancen Meinungsunterschiede. müsste Pflichtlektüre für jeden Neutrainer (halt wohl doch auch noch für viele Alttrainer) sein.
hält man sich an die Vorgaben, ist das im unteren Jugendbereich relativ einfach zu gestalten.
B und A Jugend bei Dorfvereinen gestalten sich da schon wesntlich schwieriger, vor allem dann, wenn sie vorher nach obigen Kriterien nicht geführt wurden.
zu 2:
das ist das Handwerk des Trainers. man kann es auch den praktischen Teil der Trainertätigkeit nennen.
und hier sind für mich praktische handwerkliche Fähigkeiten des Trainers erforderlich.
das heisst nicht, dass der Trainer selbst ein guter Fussballer sein muss, er sollte jedoch die Grundelemente der Technik vormachen können.
das heisst nicht den Jojo zu machen und 50 mal mit dem Ball jonglieren, aber er sollte schon zeigen können, wie es geht (richtig!)
wie zeigt man dem 9jährigen den richtigen Spannstoss, wenn nicht durch vormachen?
wie willst du einem E-Jugendspieler beibringen, den Ball mit der Brust anzunehmen, mit dem Fuss weiterverarbeiten und eine neue Spielsituation eröffnen?
es beisst sich doch: die Kinder vom Rauchen abhalten geht nicht durch Worte sondern durch Vorbildfunktion, also vormachen - könnte jetzt ellenlang
fortgeführt werden - nur beim handwerklichen Teil des Training soll es mit Worten gehen.
dann bräuchten unsere Lehrlinge nicht mehr in die Betriebe, sondern Berufsschule würde vollkommen ausreichen - so naiv denkt aber keiner.
Theorie und Praxis ergänzen sich und können sich nicht gegenseitig ausschliessen.
vielleicht spricht aus mir die heimliche Arroganz des Fussballers der Trainer wurde, und nicht als Trainer zum Fussball kam.
aber getrost, ich konnte auch nicht alles vormachen. ich hab mir fremde Hilfe genommen: Leichathletiktrainer, Aerobic-Trainerin, 1. Mannschaftstrainer und
auch Spieler und zwar für den Bereich wo meine Schwachpunkte waren wie z.B. Koordination.
und das ist mein Tip an alle, die selbst keine Fussballer waren:
nehmt einen Fussballer als Co-Trainer dazu, das kann durchaus ein B- oder A-Jugendlicher im unteren Jugendbereich sein.
der muss auch nicht unbedingt in jedem Training anwesend sein
Kinder lernen durch vormachen nicht durch vorerzählen.
ein guter Jugendtrainer muss nicht unbedingt vom Fussball kommen, er sollte aber reflektieren, seine Nachteile erkennen, und sich hierzu Hilfe nehmen.
das geht nicht (!) theoretisch.
warum werden wohl bei den Trainerlizensierungen auch praktisches Eigenkonnen verlangt??
Lieblingsspruch eines Kollegen: die Wahrheit liegt auf dem Platz
GG