Beiträge von Toto2

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    Hallo zusammen,


    im Grunde hat aus meiner Sicht jeder von euch Recht. Ohne jegliche Koordination bekomme ich das andere auch nicht hin. Deshalb ist das als Grundlage zu sehen und wird auch z. B. vom DFB im unteren Jugendbereich als sehr wichtig und eigentlich nahezu zentrales Thema angesehen. Auch später soll ja immer wieder Koordinationstraining eingestreut werden.


    Da Fußball ein Mannschaftssport ist erhält das Abspiel, so nenne ich es mal ( gibt ja auch noch andere Möglichkeiten als den Fuß ), einen großen Anteil. Ziel ist doch letztlich ein geplanter Aufbau. Ein Schritt nach dem anderen. Zuerst die Grundlagen für das Paßspiel schaffen und sich dann dem Passen zuwenden. Und, wie Günter in einem anderen Thema auch schon schrieb, vom bekannten zum unbekannten und vom leichten zum schweren. Was die Trainingsintensität angeht kann auch das natürlich variabel sein. Es kennt ja jeder das Thema der Leistungsunterschiede in den Teams.


    Interessant finde ich auch Günters Unterscheidung von Passen und Paßspiel. Ich würde es allerdings anders bezeichnen. Für mich gibt es das Paßspiel und dann das Spiel ohne Ball, Freilaufverhalten, Spielintelligenz usw. Irgendetwas habe ich sicher noch vergessen zu nennen.


    Wichtig ist am Ende alles. Das endet in einer Endlosdiskussion. Ich finde es ist entscheident, dass immer erst die Grundlagen für den nächsten Schritt gelegt werden. Sonst macht es kein Sinn. Für den Hausbau muss ich auch erst das Fundament legen, bevor ich das Dach decken kann.


    Können wir dir dabei helfen?


    Vielen Dank, Tobn. Habe jetzt ein wenig ausprobiert und ich glaube ich habe es verstanden. Ich muss erst auswählen ( Absatz, Beitrag ) und dann auf antworten klicken. Dachte erst, dass sich die zu zitierende Nachricht direkt öffnet, wenn man Zitieren auswählt.


    Jetzt lesen sich meine Beiträge hoffentlich besser :thumbup: .

    Das ist in der Tat ein gar nicht mal so einfaches Thema, weil es für ein Forum eigentlich zu Umfangreich ist. Zuletzt gelesen zum Thema Üben ( also nicht nur Pässe, sondern auch Schuss ect.. ) habe ich einen Artikel über differenzielles Lernen. Ich versuche das mal ganz knapp so zu umschreiben: Erfolge werden im Grunde nicht durch viele Wiederholungen ( Einschleifen, möglichst viele Wiederholung von Bewegungsabläufen ), sondern eben durch schier endlose Varianten erzielt. Klingt jetzt erstmal einfach, ist es aber nicht wirklich. Zumindest nicht so einfach, dass ich es in wenigen Sätzen hier wirklich wiedergeben kann. Ist mal wieder eine Wissenschaft für sich. Deshalb schrieb ich auch es ist zu Umfangreich. Aber da könnte der Hund schon begraben liegen. In Bezug auf Andres Frage.


    Es geht also nicht darum ob man etwas übt, sondern wie. Somit würde ich abschließend sagen, dass es auf jeden Fall Sinn macht an den Schwächen zu arbeiten. Wenn man es richtig angeht werden schneller Erfolge erzielt und keine Zeit verplempert.

    Hallo zusammen,


    das leidige Thema ^^ .


    Günter: du schreibst was wäre, wenn der nächste Trainer wieder mit Libero spielt! Was wäre dann? Gar nichts. Für dieses "System" bedarf es nicht viel Übung und Erklärung. Das verlernen die Jungs nicht, wenn sie mal die ballorientierte Variante spielen.


    Markess22: du bezeichnest dein System als Vorstufe zur Viererkette. Wie würdest du das begründen? Vielleicht liege ich da falsch, aber deine Aufstellung sieht für mich nach klassischem Libero aus. Ebenso könnte ich deine beiden IV´s mit RV und LV betiteln und deinen LV und RV als LM und RM bezeichnen. Entscheident ist doch wie sie sich auch dem Platz verhalten.


    @Stefan64: du schreibst: "eine 4er Kette beinhaltet mindestens 5 Spieler die auch Ahnung von Raumauteilung haben, daran hapert es oft schon. Dass man trotzdem insgesamt weniger mit einer 4er Kette läuft wird erst im Spiel klar, aber das dem Spieler zu erklären benötigt Zeit und Übezeugungsarbeit." Ja natürlich, aber das ist doch die Aufgabe des Trainers und Sinn der Ausbildung. Wenn sie keine Ahnung von Raumaufteilung haben muss man ihnen diese vermitteln. Warum man jetzt aber mindestens 5 Spieler dafür braucht erschließt sich mir nicht. Ich bin der Meinung, dass man mindestens 11 braucht. Wenn man mal wechseln will sogar 14. Das ist eine Mannschafts- und keine Gruppentaktik. Recht hast du aber ganz sicher wenn du schreibst, dass man Übung und Zeit dafür benötigt. Und es stimmt auch, dass man mit der taktischen Umstellung die Stimmung wegen des zunächst eintretenen Mißerfolgs trüben kann. Das kann man übrigens sogar in der Bundesliga immer wieder beobachten.


    Ich persönlich würde sehr gerne diese taktische Umstellung vornehmen. Allerdings musste ich erkennen, dass einfach zu viele andere Mißstände, oder besser gesagt ausbildungstechnische Defizite, vorhanden sind um die man sich kümmern muß. Schon das nimmt einfach viel Zeit in Anspruch, die man dann für die ballorientierte Verteidigung nicht nutzen kann. So ist es doch im Breitensport. Sicher nicht überall, aber Ausnahmen bestätigen die Regel. Zweimal in der Woche Training und ein Spiel. Am einen Trainingstag fehlt der und der, am nächsten 3 oder 4 andere. Zum Spiel können plötzlich Stefan, Peter und Ralf nicht erscheinen,weil die Oma Geburtstag hat oder etwas anderes wichtiger ist. Das ist die Realität und der Alltag. Ich glaube auch das in den Beiträgen von TW-Trainer versteckt gelesen zu haben. Auch wenn er das nicht expliziet so geschrieben hat. Meine Ansprüche sind auf jeden Fall im Breitensport zu hoch. Ich ertappe mich immer öfter, dass ich von den Kids zuviel verlange und muss mich selbst bremsen. Gott sei Dank habe ich das erkannt. Sonst würde es für die Spieler und mich zum Krampf werden. Aber das ist der Unterschied, der schon im Namen begründet liegt: Breitensport und Leistungssport.

    Hallo zusammen,


    die Spielform, die Günter erwähnt, habe ich auch schon öfter trainiert. Fördert eben auch noch die Aufmerksamkeit der Spieler. Finde ich nicht schlecht. Die Jungs (oder Mädchen) müssen eben nur schnell genug erkennen, dass sie aufmerksam sein müssen. Schnell aufgebaut, schnell erklärt.....ist immer gut.

    tobn: Zitat: Genau, so mache ich das auch. Je nach Spieler fällt die Kritik auch unterschiedlich aus. Bei meinen schwächeren Spielern lobe ich ausdrücklich die Alleingänge, selbst wenn sie hängen bleiben, eben weil sie sich dazu getraut haben. Von den stärkeren Spielern erwarte ich hingegen, dass sie versuchen, zu erkennen, ob die Situation ein Dribbling erfordert, oder ob ein Abspiel sinnvoller ist. Wenn letzteres der Fall ist, dann weise ich sie darauf auch hin. Natürlich immer freundlich. Es passt nicht mehr zum Thema Finten, aber einen schwächeren Spieler habe ich neulich auch, als er sich rechts durchgesetzt hatte, aber aus extrem spitzem Winkel dann aufs Tor hielt, wo der Keeper schon die kurze Ecke zu machte, und natürlich das Außennetz traf, obwohl zentral vor dem Tor ein (auch noch sehr guter) Mitspieler völlig frei stand, zugerufen: "<Name>, du darfst schon auch abspielen, dagegen habe ich nichts!". Da grinste er mich an und nickte. Zitat Ende


    Da ticken wir ähnlich. Ich hatte auch einen sehr dribbelstarken Spieler, den ich nach einer gewissen Zeit immer mit dem Ruf "traue dir was zu" ermutigen mußte seine Stärken auch einzusetzen. Irgendwann fing er an sich zurück zu nehmen und versuchte einfach, so glaube ich, mannschaftsdienlicher zu spielen. War halt auch Thema bei uns, das Zusammenspiel. Auch das hatte er, oder vermutlich hat er das immer noch ( wurde abgeworben ), verdammt gut drauf. Ich war aber der Ansicht, dass er alles zeigen sollte und habe ihn ermutigt. Die Frage ist am Ende doch immer welche Entscheidung im bestimmten Augenblick die richtige ist. So wie TW-Trainer auch geschrieben hat. Und darauf weise ich dann auch hin. Denn nicht immer treffen die Spieler die richtige Entscheidung. Ich sage dann: "Das hast du gut gemacht. So oder so hättest du es aber noch besser machen können." Das in dem Fall, wenn eine ungünstige Entscheidung getroffen wurde. Wurde die richtige Entscheidung getroffen und das Ziel aber trotzdem nicht erreicht ( z. B. Ballverlust ) lobe ich trotzdem. Und wahrscheinlich liege auch ich als Trainer nicht immer richtig in den Entscheidungen. Ich denke so können die Spieler Situationen erst richtige beurteilen.


    Die beste Methode ist aber immer noch die Fragestellung, damit die Spieler selbständig auf die Lösung kommen. So bleibt am meisten hängen.

    La Krizz: vorab, ich habe keine B-Lizenz. Ich kann mir aber aus Sicht der Prüfer sehr gut vorstellen, dass die Aufgabenstellung als zu komplex beurteilt wird. Als Prüfling will man halt immer zeigen, dass man die Materie verstanden hat und sich diese Komplexität zutraut. Aber oft ist es eben so: weniger ist oft mehr. Die Übungen sollten intensiv sein. Mit vielen Ballkontakten und prüfungsrelevanten Situationen hinsichtlich der betroffenden Positionen.


    Immer interessant hier über solche Themen zu lesen....danke dafür.

    Hallo zusammen,


    ich finde Finten wichtig. Nicht so wichtig, dass ich sie überwiegend trainiere und andere Sachen dafür vernachlässige, aber ich finde sie wichtig. Die gehören doch genau so zur Ausbildung wie das richtige Zweikampfverhalten, Paßspiel und der ganze Rest.


    Ich selbst war auch nie der begabte Dribbler, was nicht zuletzt eventuell auch daran liegt, dass man sich damals bei meiner "Ausbildung" damit nicht wirklich beschäftigt hat. Und wahrscheinlich auch daran, dass ich in der Jugend mal eine lange Auszeit genommen habe. Meinen linken Fuß habe ich auch erst spät für mich "entdeckt". Diese Tatsachen haben mich aber irgendwann dazu gebracht über das Warum nachzudenken. Und dann dachte ich mir, dass meine Spieler diese Erkenntnis später möglichst nicht haben sollen.


    Ich bin der Ansicht, dass man das Fintieren recht früh trainieren sollte. Ich kann es nicht beweisen, doch ich denke, dass die E und D-Jugendzeit perfekt dafür ist. Zur Zeit trainiere ich eine C-Jugend. Auch da streue ich das Thema mal immer wieder in der leichten Aufwärmphase mit ein. Da habe ich festgestellt, dass die meisten Spieler, die ich vorher nicht trainiert habe, mit dem Thema durchaus Probleme haben. Also wurde es auch da vernachlässigt.


    Ich bin nicht der Trainer, der das sogenannte "Fummeln" verbietet. Gerade zur D-Jugendzeit ( das waren in meinem Fall bisher 2 Saisons ) habe ich mich eigentlich immer ziemlich gefreut, wenn meine Spieler mal 2 bis 3 Gegner haben aussteigen lassen. Ich hatte und habe aber auch einen Spieler, der extrem ballverliebt ist, es oft übertreibt und dann den Ball verliert. Da kommen dann schon auch Einwände von meiner Seite, den Ball einfach mal an den freien Kollegen links oder rechts abzuspielen.


    Tatsache ist auch, dass gerade die dribbelstarken Spieler leider später von anderen Vereinen abgeworben wurden. Stellt sich da die Frage, warum gerade die?


    Ich denke hier sind sich alle einig, dass ein Spieler eigentlich das komplette Rüstzeug haben sollte. Was später bei den Senioren letztlich zum Erfolg führt ist eine andere Sache. Aber was man nicht gelernt hat kann man eben auch nicht anwenden.


    Aber machen wir uns da im Breitensport mal nichts vor. Zumindest bei mir ist es so, dass Anspruch und Wirklichkeit eben recht weit auseinander liegen. Was will man nicht alles trainieren? Und was schafft man wirklich zeitlich umzusetzen? Welche Ziele muss man nicht alle "verschieben", da einfach zu viel Nachholbedarf auf anderen Gebieten besteht? Da wären wir dann am Ende eigentlich wieder bei den Ausbildungsinhalten und den Zielen, wie sie auch der DFB propagiert.

    In der Tat ein sehr komplexes Thema. Aber sollten wir nicht auch berücksichtigen, dass die Plätze im Profibereich relativ rar sind?


    Wenn man überlegt wie viele Kinder- und Jugendliche in Vereinen kicken und wie viele davon letztlich im professionellen Fußball "gebraucht" werden ist es doch eigentlich logisch, dass viele durch das Raster fallen.


    Wenn dann die Förderung an der Basis schon recht gut ist entscheiden am Ende nur noch Feinheiten oder eben die subjektive Meinung des jeweiligen Entscheidungträgers. Aber vielleicht habe ich da auch einen Denkfehler. Ich denke mal, dass die Anzahl der zu besetzenden Plätze im Profibereich sich über die Jahre nicht wesentlich verändert haben.


    Wenn die Förderung sich jetzt insgesamt gebessert hat dürfte die Auswahl doch immer schwieriger werden, da nun mehr Spieler infrage kommen. Das würde dann bedeuten, dass das Konzept eigentlich fruchtet. Aber was passiert dann mit denen, die durch das Raster fallen? Sind die so gefrustet, dass sie gar nicht mehr spielen? Oder geben sie sich dann mit dem anderen Niveau zufrieden und kicken weiter? Dann müßte das Niveau allgemein, also auch im semi-professionellen bis hin zum Kreisliganiveau steigen, oder?


    Das Konzept ist eigentlich noch nicht besonders alt. Meine subjektive Ansicht ist aber schon, dass das Niveau gestiegen ist. Zumindest im professionellen Bereich. Den Rest kann ich nicht beurteilen, da mir dafür schlicht die Übersicht fehlt. Und das ist doch das einzige Ziel, dass vom DFB damit verfolgt wird. So glaube ich zumindest.


    Ich hätte es auch mit einem kurzen Satz zusammenfassen können: steigt das Niveau in der breiten Masse, dann steigt es auch in der Spitze. Aber TW-Trainer hat wohl auch logisch dargelegt, dass es besser geht ( Beispiel Twent Enschede ). Das ist natürlich schon auch meßbar. In der Spitze geht es, was den psychischen Aspekt angeht, eben nicht unbedingt immer "menschlich" zu. Da sind, wie Günter auch schrieb, natürlich Ellenbogen gefragt. Ein Abbild unserer Gesellschaft. War das Fußball nicht auch schon immer?


    Ich glaube, dass wir den DFB da nicht vorverurteilen sollten. Und da lasse ich jetzt mal die menschliche Komponente aussen vor. Es gibt Luft nach oben. Die gibt es aber eigentlich immer. Man kann immer etwas verbessern - wenn man will. Die Bereitschaft muss natürlich da sein. Aber vieles braucht eine Menge Zeit, weil in so einem großen Verband viele Räder ineinander greifen müssen. Ein logistische Herausforderung.


    Aber wie bereits geschrieben: es ist ein komplexes Thema.

    Hallo,


    hätte da auch noch eine eventuell indiskrete Frage, die du natürlich nicht beantworten musst: wie sieht es mit der Finanzierung aus? Mußt du selbst voll blechen oder beteiligt sich dein Verein? Wenn ja, mit wie vielen Dollars? Das ist ja ein nicht ganz unwichtiger Faktor. Wenn dein Verein sich beteiligt gehe ich davon aus, dass du dich verpflichten mußt eine gewisse Zeit "treu" zu bleiben?

    Hallo Zw3rG,


    auch von mir einen Dank für deine sehr interessanten Berichte. Für mich aktuell sehr interessant, weil ein Trainerkollege aus meinem Verein ebenfalls jetzt diese Lizenz angehen wird. Ebenfalls in Kaiserau. Und mich reizt das auch ungemein. Allerdings bin ich ( vielleicht noch ) nicht sicher, ob ich überhaupt den Test bestehe. Mir fehlt im Augenblick definitiv das Selbstvertrauen.


    Der Kollege hat ihn bestanden, ist einige Jahre älter als ich, spielt nicht mehr aktiv und ist eigentlich nicht sonderlich fit. Trotzdem plagen mich da Zweifel. Zukünftig kann ich ihn ja dann interviewen.


    Würde mich freuen noch mehr von dir zu lesen und wünsche dir, dass du viel mit nimmst und mit Bravour bestehst.

    Hallo Eckman,


    es gehört sich zwar nicht, aber ich möchte zu deiner Frage mal eine Gegenfrage stellen: wie haben deine Jungs sich denn vor der Umstellung auf die ballorientierte Verteidigung verhalten? Du trainierst eine B-Jugend. Ich denke mal, dass sie sich vorher schon auch ohne Ball bewegt, an Offensivaktionen beteiligt und z. B. den Deckungsschatten der Gegenspieler gemieden haben.


    Es regt sich bei mir der Verdacht, dass sie sich nach der Umstellung so auf die Defensivaufgaben konzentrieren, dass sie den Rest vernachlässigen. Es wäre möglich, dass sie Angst davor haben Fehler zu machen. Im allgemeinen trainiert man bei der Umstellung zunächst das Defensivverhalten ( Stichworte Sichel- und Dreieckbildung ect.). Vielleicht müssen sie sich auch darauf immer noch recht stark konzentrieren. Schließlich dauert es ja eine gewisse Zeit das alles zu verinnerlichen.


    Hast du die offensiven Aspekte der Umstellung ebenfalls schon in Angriff genommen? Ich denke mal, dass du dich vor der Umstellung mit dem gesamten Thema beschäftigt und event. auch Literatur zur Hilfe genommen hast. Wenn das der Fall ist müßtest du wissen wie man die Offensive trainieren kann. In jedem Fall würde ich vorher ein wenig Theorie an der Tafel vorschlagen, bevor es auf den Platz geht. So haben sie vor Augen worum es geht. Danach Schritt für Schritt die Offensive mit Übungen auf dem Platz erarbeiten. Nicht alle Aspekte auf einmal ansprechen. Das könnte überfordern.


    Wichtig finde ich auch, dass man den Spielern klar macht, dass sie Fehler machen werden und auch dürfen. Daraus lernen sie letztlich.

    Hallo,


    ich kann da die Meinung der anderen nur bekräftigen. Die Körpergröße- bzw. Masse kann man eben nicht antrainieren. Ich habe übrigens oft feststellen können, dass gerade in diesem Alter (D/C-Jugend) die kleinen Spieler letztlich einen Vorteil daraus ziehen können. Wie können sie sich gegen die Riesen behaupten? Durch Witz, Köpfchen und Technik. Die "Riesen" verlassen sich auf den körperlichen Vorteil und versäumen eventuell damit andere Dinge.


    Ich habe es bisher immer einfach so gesehen: ich arbeite mit dem, was ich habe. Ich mache mir über Dinge keine Gedanken, die ich nicht beeinflussen kann. TRPietro hat es gut auf den Punkt gebracht. Nimm den "Großen" ihren Vorteil. Kommt es erst gar nicht zu Zweikämpfen, dann können sie ihn auch nicht nutzen.

    Ich sehe das eher wie Günter. Die Angebote werden zu wenig angenommen.


    Und da reite ich weiter auf meinen Argumenten Spaß, Motivation und damit Eigeninitiative rum. Ich würde liebend gerne mein Geld damit verdienen im Jugendbereich als Trainer tätig zu sein und habe quasi sehr spät meine "Berufung" gefunden. Da ich aber realistisch bin weiß ich, dass es weiterhin "nur" mein Hobby bleibt.


    Aber ich vermute mal, dass es von einem Großteil der Trainer so nicht gesehen wird. Sie nehmen den Job nur mal kurzfristig an, weil Tochter oder Sohn im Team spielt oder weil man dem Verein einfach mal aushelfen will. Daher ist das Interesse an der Sache eben einfach nicht so ausgeprägt. Es ist nicht das Hobby. Was tun Menschen sonst nicht alles für das Hobby. Wie viel Geld wird dafür sonst in anderen Bereichen investiert? Die Leute sind nur bereit zu investieren, wenn dabei entweder Geld oder Spaß heraus springt. Wäre das anders, dann wäre auch in der Breite eine andere Qualität vorhanden, da das Interesse an Fortbildung folglich wesentlich höher wäre.


    Dass die Förderung des DFB ab einem gewissen Punkt stark nachlässt kann ich aber durchaus nachvollziehen. Natürlich möchte der seine Vorteile daraus ziehen. Sind die irgendwann nicht mehr gegeben, dann wird auch nicht mehr investiert. Hier geht es eben auch um viel Geld. Ich will nicht behaupten, dass der DFB sich ausschließlich wie ein Wirtschaftsunternehmen verhält. Da ist sicher auch eine Menge Idealismus dabei. Aber beides geht hier Hand in Hand. In dieser Größenordnung, so glaube ich zumindest, ist das nicht mehr anders möglich. Will man seine Ideale verwirklichen, dann braucht man Geld. Und kann man seine Ideale verwirklichen, dann fließt auch wieder Geld.

    Hallo zusammen,


    eigentlich ist man hier ein wenig vom Thema abgekommen. Geht es doch um die Frage des Paradigmenwechsel. Finde ich aber nicht schlimm, sonst würde ich nicht auch einen Beitrag verfassen.


    Meiner Ansicht nach hat der DFB schon viel für eine bessere Ausbildung getan. Nach oben hin ist allerdings immer alles offen. Es geht immer noch ein wenig besser. Auf der anderen Seite finde ich, dass man die "Verantwortung" nicht unbedingt ausschließlich beim DFB sehen sollte. Eigeninitiative ist da schon auch gefragt. Wenn einige meinen, dass viele Trainer im Kinder- u. Jugendbereich alleine gelassen werden kann ich das so nicht ganz akzeptieren. Grundsätzlich werden vom DFB die Möglichkeiten gegeben sich zu informieren. Es gibt Lehrgänge, Lizenzen u. das DFB-Mobil. Schon da kann jeder Verein viel organisieren, um seine Trainer auszubilden. Es muss ja nicht gleich eine Lizenz sein.


    Nun kann man sicher argumentieren, dass es für die Vereine grundsätzlich schwer ist Trainer zu finden, da es für die jeweilige Person schon recht viel Zeitaufwand bedeutet. Wenn man da noch mit Fortbildung oder gar Lizenz kommt winken die schnell ab oder werfen sogar das Handtuch.


    Auf der anderen Seite wird es oft ein wenig so dargestellt, als sei es ein notwendiges Übel ein Trainer einer Kinder- oder Jugendmannschaft zu sein. Man kann als Verein froh sein jemanden zu finden, der die Aufgaben übernimmt. Jetzt denke ich mal an meine Anfänge zurück, die gar nicht mal so lange her sind. Ich kam quasi, wie so viele andere auch, wie die Jungfrau zum Kinde. Hatte nicht einmal ein eigenes Kind in der Mannschaft, sondern damals einfach relativ viel Zeit und eben Interesse am Fußball. Es machte mir dann unglaublich viel Spaß und das Interesse am Trainerdasein stieg an. Somit bin ich dabei geblieben. Und da ist der Punkt, wenn ich von Eigeninitiative schreibe. Bevor ich überhaupt eine Mannschaft übernahm habe ich mich umfassend informiert. Was ich nämlich von Anfang an wußte war, dass ich wahrscheinlich nichts weiß. Ich wollte nicht unvorbereitet sein. Das ging so weit, dass ich eigentlich zum Zeitpunkt der Erwerbung der Lizenz mir so viel angeeignet hatte, dass ich mir den Lehrgang fast hätte sparen können. Und der war sehr zeitaufwendig. Natürlich habe ich auch da noch viel mitgenommen, aber der größte Teil war mir bekannt. Und Spaß hatte ich auch.


    Da ist der Punkt. Wenn mir die Sache keinen Spaß macht, dann sollte ich es lassen. Sonst ist es schnell einfach nur eine Belastung. Für mich und die Kinder. Und wenn mir etwas Spaß macht, dann setze ich mich damit immer mehr auseinander. Will mehr wissen und ergreife immer mehr Eigeninitiative. Fehler werden gemacht - keine Frage. Aber aus denen lerne ich.


    Natürlich kann man jetzt auch argumentieren, dass es immer noch diese Jugend- u. Kindertrainer gibt, die keifend und eigentlich unwissend am Spielfeldrand stehen und offensichtlich auch Spaß daran haben und vom DFB nicht wirklich erreicht werden. Die, die im Grunde Bundesligaspieler und nicht Kinder auch dem Platz sehen und Erfolg anders definieren, als der Großteil hier im Forum. Aber da stelle ich mir die Frage: haben die wirklich Spaß an der eigentlichen Sache oder geht es im Grunde da nicht um andere Dinge? Und wenn es diese Trainer immer noch gibt, dann muss die von mir genannte Eigeninitiative eben vom Verein ausgehen. Immer kann man keine Lösung finden. Wie auch in anderen Bereichen gibt es immer Unbelehrbare. Aber die werden bei entsprechenden Gegenwind eben ihre Lust u. Freude irgendwann verlieren und sich anderen Dingen zuwenden.

    Hallo,


    ich wage mal zu behaupten, dass alle Bundesligisten eine gute Jugendförderung betreiben. Die Frage ist nur: welche Chance hat die Jugend nach der guten Ausbildung nachher im ersten Team? Das ist dann immer eine Frage des Anspruches.


    Ein Beispiel: der FC Barcelona wird immer für la Masia gelobt, die so viele Talente hervorbringt. Real Madrid dagegen wird seit Jahren für seine Einkaufspolitik und dafür gerügt, dass die eigene Jugend keine Chance bekommt. Das bedeutet aber nicht, dass die Ausbildung schlecht wäre. Die Tatsache ist nämlich, dass die halbe zweite und erste Liga mit Spielern aus der Jugend Real Madrids "versorgt" wird. Viele Spieler aus dem Nachwuchs fassen später bei anderen Vereinen im professionellen Geschäft Fuß.


    Soweit ich mich erinnere ist Hertha BSC Berlin auch recht erfolgreich in der Nachwuchsabteilung. Der VFL Wolfsburg konnte mit seiner A-Jugend zuletzt die Meisterschaft feiern. Wenn das ein Indikator für gute Nachwuchsarbeit ist sollte das dann wohl so sein. Auf der anderen Seite war zuletzt zu beobachten, dass Herr Magath, Trainer des ersten Teams, wohl weniger auf die Jugend setzt. Er war aussergewöhnlich aktiv auf dem Transfermarkt. Um also wirklich feststellen zu können wer denn die meisten Jugendlichen in den professionellen Fußball bringt müßte man über Jahre eine Statistik führen. Wahrscheinlich gibt es die sogar, aber ich habe sie nicht griffbereit. Tatsache ist allerdings, dass die Ausbildungsoffensive, die der DFB in Zusammenarbeit mit den
    Vereinen vor Jahren ins Leben gerufen hat, eine allgemeine Belebung in den deutschen Fußball gebracht hat. Das kann man an der Nationalmannschaft sehen. Sie besitzt den niedrigsten Altersdurchschnitt seit Jahren und zeigt ansehnlichen Fußball, der zudem auch noch relativ erfolgreich ist oder noch sein wird?! Das setzt somit natürlich voraus, dass die Bundesligen eine entsprechend gute Nachwuchsarbeit leisten müssen.

    Ja, unbedingt.....das ist ein sehr wichtiges Thema. Wie irgendwer in einem anderen Thread schon erwähnte kann so gut wie jeder Trainer sich aus Büchern oder Internet gute Übungen suchen. Das entscheidene ist aber dann das Coaching. Und dazu zählt natürlich auch die Korrektur.


    Ich kann sehr häufig beobachten, dass eigentlich ganz brauchbare Übungen absolviert werden, aber so gut wie gar nicht oder sogar falsch korrigiert wird. Und was hat man dann davon? Gar nichts oder sogar negative Einflüsse.


    Ich pers. bin schon seit langer Zeit ein "Anhänger" der Horst Wein Philosophie. Ich kann nicht sagen, ob er der alleinige Urheber ist oder andere schon vor ihm da waren. Wahrscheinlich schon, denn solche Dinge bauen doch meist aufeinander auf. Ist aber auch völlig nebensächlich, denn für mich ergibt es im Großen und Ganzen einfach Sinn. Deshalb schließe ich mich den Aussagen von euch an.


    Mir fällt aber noch ein, dass ich mir mal vorgenommen habe "Kritik" positiv zu verpacken. Wir sprechen hier von Kinder- und Jugendfußball, daher schreibe ich auch aus dieser Sicht. Obwohl ich mir eigentlich sicher bin, dass es bei den Großen auch nicht fehl am Platz wäre. Wenn also ein Döppken einen Fehler macht korrigiere ich ihn nicht mit den Worten "das hast du nicht gut" oder "das hast du schlecht gemacht", sondern z. B. "das war im Ansatz schon ganz gut, aber so kannst du es noch besser machen". Also letztlich die Wortwahl, die Ansprache ist wichtig. Wenn jemand bereits mit Worten angesprochen wird, die negative Assoziationen hervorrufen können (z. B. schlecht, nicht gut, grottig und was weiß ich nicht alles ), dann ist die Möglichkeit größer, dass er innerlich direkt abblockt und sich auf eine sinnvolle Korrektur nicht wirklich einlässt.


    Natürlich kommt es vor, dass ich mich dabei ertappe, dass ich mich hin und wieder nicht an meine guten Vorsätze halte. Aber ich versuche es bestmöglich umzusetzen, so dass ich irgendwann automatisch die richtige Wortwahl treffe. Aber der Weg ist das Ziel und schließlich entwickeln sich nicht nur die Spieler, sondern auch die Trainer.