Beiträge von Toto2

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    Hallo SCA_Benni,


    Fragen zu Lehrproben findet man hier öfter. Wenn das bei euch Prüfungsthema ist, dann werdet ihr in den Lehrgängen wahrscheinlich auch Möglichkeiten, wie man das trainieren kann, behandelt haben. Daran würde ich mich dann orientieren.


    Mich würde mal interessieren wie die Lehrgangsleiter das Thema mit euch behandelt haben.

    Also ich weiß nicht, was daran Mauertaktik sein soll. Wenn man mit viel Laufarbeit im Mittelfeld presst um den Ball schnellsten zurück zu erobern ist das in meinen Augen keine Mauertaktik, solange man anschließend sofort umschaltet und den Pass in die Tiefe oder auf die Aussen sucht und die Mitspieler aufrücken. Das tut man dann, um die event. entstandene Unordnung in der Defensive des Gegners zu nutzen. Eine Mauertaktik wäre es eigentlich nur dann, wenn ich nach Balleroberung den "sicheren" Rückpass spiele und den Ball in den eigenen Reihen halte ohne eigene kreative Versuche zu unternehmen ein Tor zu erzielen. Oder ich formiere mein komplettes Team um den eigenen Strafraum.


    Wenn du auf die Begegnung Gladbach gegen Bayern anspielst sehe ich da eigentlich keinen Vergleich zu Dortmund. Die Gladbacher haben in meinem Augen in der Tat sehr defensiv gespielt. Und das sehr gut. Aber im Profi-Fußball ist es zunächst wichtig zu gewinnen. Wie ist dann erstmal egal. Der Fehler von Neuer hat den Gladbachern natürlich absolut in die Karten gespielt. Man muss eben auch bedenken, dass hinsichtlich der Kreativität die Bayern den Gladbachern noch einiges voraus haben. Der Trainer muss mit den Spielern haushalten, die ihm zur Verfügung stehen. Und das hat Favre auch getan.


    Vor allem sollte man Konter und Kontertaktik unterscheiden. Das sind schon zwei Unterschiedliche Dinge.

    Sicher haben Profis mehr Erfahrung. Keine Frage. Aber bei den Kinder u. Jugendlichen sollte der Ausbildungsgedanke im Fordergrund stehen. Den hemme ich aber mit Reglementierung. Ich nenne das immer gerne Hilfe zur Selbsthilfe. Die Spieler dazu bringen, dass sie meine Reglementierung überhaupt nicht nötig haben.


    Ich will nicht in Frage stellen, dass auch Profis noch etwas von ihren Trainern lernen ( besonders im taktischen Bereich ). Aber ich kann mir gut vorstellen, dass Trainer im professionellen Fussball eine sehr genaue Vorstellung davon haben, wie ihre einzelnen Spieler und letztlich das Team zu agieren haben. Tun sie das nicht werden sie ausgewechselt. Wozu brauche ich denn sonst noch einen Trainer im professionellen Bereich, wenn die Mannschaft bereits mit gut ausgebildeten Spielern bestückt ist? Damit der Platz auf der Bank nicht leer ist? Die Reglementierung ist da, so glaube ich, sicherlich höher.


    Aber soll ja auch schon Fälle gegeben haben, wo die Spieler sich selbst eingewechselt haben ( G. Netzer ) ;) .


    Zu diesem Thema gibt es auch sehr interessante Ansichten von Jorge Valdano in seinem Buch "Über Fußball". Will hier keine Werbung machen. Kann das dem geneigten Leser aber nur empfehlen. Da stellt er die Reglementierung durch die Trainer in Frage und ist der Ansicht, dass sie die Kreativität zu sehr beschneidet.

    Kurz und knapp: man muss meiner Ansicht nach immer zwischen professionellen Fussball und Ausbildung unterscheiden. Sonst spricht man von bzw. vergleicht man Äpfeln und Birnen. Ich denke mal, dass wir hier eher über Kifu/Jugendfussball diskutieren. Da will ich meine Spieler sogar dazu bringen, das sie eigenmächtig Spielsituationen lösen und nicht sturr Vorgaben folgen. Im Profi-Geschäft sieht es, so denke ich, etwas anders aus.

    Hallo,


    möchte einfach mal ein Lob für die neuen Videos, die für einige Übungen auf Soccerdrills zur Verfügung gestellt werden, los werden. Das macht alles noch anschaulicher. Sehr schön - es wird alles kontinuierlich verbessert. Danke dafür.


    Besonders schön auch die Hintergrundmusik. Wurde die von Helge Schneider eingespielt ;) ?

    Hallo Manne86,


    zunächst finde ich es super, wenn jemand seine Erfahrungen und Beobachtungen hier mitteilt. Ist immer interessant zu lesen. Davon träumt wahrscheinlich jeder Jugendtrainer. Einmal den Großen über die Schulter schauen zu können.


    Da bin ich dann aber auch schon bei ein wenig Kritik. Die Betonung liegt auf einmal. Du konntest vereinzelte Trainings begutachten. Auch wenn ich es nicht beweisen kann glaube ich doch, dass bei der E-Jugend des FCB Taktik ein Thema ist. Das muss nicht auf dem Platz geschehen, sondern hinter verschlossenen Türen mittels aller möglichen Medien, die so einer Organisation zur Verfügung steht. Da geht es natürlich höchst professionell zur Sache und die Trainer haben es ausschließlich mit ausgesuchten Talenten zu tun. Das erinnert mich dann auch immer ein wenig an die Onlinetrainingsbank des DFB, von denen dann viele Trainer aus dem Breitensport teilweise sagen: "Das kann ich mit meinen Jungs ( oder auch Mädchen ) so nicht umsetzen". Die Voraussetzungen sind einfach ein himmelweiter Unterschied. Man müßte schon die Möglichkeit haben die Ausbildung beim FCB über Monate und im Zusammenhang aus nächsten Nähe zu beobachten und sich mit den beteiligten Trainer unterhalten. Würde ich unverschämt gerne mal machen. Muss nicht Barca sein. Mir würde ein Bundesligaverein schon reichen :P .


    Aber trotzdem: würde mich freuen mehr von deinen Beobachtungen hier lesen zu dürfen.

    Hallo zusammen,


    das ausufern der Diskussion kann ich nicht verstehen. Das passiert ja recht häufig. Um bei der Begrifflichkeit und dem eigentlichen Thema zu bleiben: natürlich spielt Taktik im Kinderfussball eine Rolle. Schon wenn ich das 1 vs 1 oder Dribbling trainiere nennt sich das Individualtaktik. Und das tun wir doch auch im Kinderfussball.



    Hallo,


    das habe ich hier im Forum schon oft in ähnlicher Form gelesen. Ich glaube allerdings, dass der DFB da falsch verstanden wird. Die angebotenen Trainingseinheiten/Übungen/Spielformen usw. sollen nur Hilfen und Leitlinien sein. Das glaube ich zumindest. Es wird sogar begrüßt wenn man in der Lage ist das Angebot für sich, sein Team und den entsprechenden Gegebenheiten anzupassen. Den Leuten, die das beim DFB auf die Beine gestellt haben, ist ganz sicher klar, dass diese Trainingseiheiten nicht allgemein gültig sein können. Wie denn auch? Es ist dem DFB einfach nicht möglich das Training so individuell und breit gefächert anzubieten.


    Insofern ist deine Einstellung da schon richtig wenn du schreibst: Generell suche ich meinen eigenen Weg, der zu mir und meiner Mannschaft passt.


    Ich selbst bediene mich überhaupt nicht bei den Onlineangeboten des DFB. Das habe ich anfangs getan. Dann war ich aber sehr schnell in der Lage das für mich zu individualisieren.


    Aber: mit Grundeinstellung und Philosophie nicht vereinbar? Ist das wirklich dein Ernst?

    Ah....richtig, Tobn. Ich praktiziere die Tschenrolle etwas anders. Somit kann man diese Spielform auch für das Umschalten von Angriff auf Abwehr nutzen. Hätte ich am besten sofort genauer ausführen sollen.


    Man hat 4 Mannschaften. Zwei auf dem Feld und zwei, die jeweils hinter den Toren auf ihren Einsatz warten. Erzielt die angreifende Mannschaft jetzt ein Tor oder der Ball wird in das Tor- oder Seitenaus gespielt verlässt die verteidigende Mannschaft das Feld. Die Mannschaft, die hinter dem Tor des bisher verteidigenden Teams gewartet hat begiebt sich schnellstens auf das Spielfeld und greift das andere Tor an. Somit wird das vorher angreifende Team sofort nach der Offensivaktion zur verteidigenden Mannschaft.


    Also müssen die Teams schnellstens von Offensive auf Defensive umschalten.

    tobn: die Zusatzregel deines zweiten Absatzes hatte ich schon genannt ( Tor zählt nur, wenn alle Angreifer in der gegnerischen Hälfte sind bzw. Tor zählt doppelt, wenn sich ein Verteidiger in der gegnerischen Hälfte befindet). Was mir aber nicht sofort zum Thema einfiel, und das ist mir eigentlich unverständlich, da ich es oft im Training einsetze, ist die Tschenrolle. Die hast du quasi auch beschrieben. Kenne es unter diesem Namen. Sehr gute Übung/Spielform für das schnelle Umschalten.

    Hallo,


    einen kompletten Trainingsplan kann ich dir auf Anhieb nicht bieten. Mir fällt aber direkt eine Übung ein, die das schnelle Umschalten fördert. Oft ist es ja so, dass sich die Offensivkräfte mit dem Zurückerobern etwas Zeit lassen, nachdem sie den Ball verloren haben.


    Ich vermute, dass der Prüfer auch besonders Wert auf das schnelle Umschalten legen wird. Die Übung von Eckmann zielt da eher auf das Verteidigen zu zweit ab ( Doppeln, Lauf- und Passwege zustellen ). Ist eher eine Vorübung zur ballorientierten Verteidigung.


    Aber nun zu meiner Idee, die am besten für das Abschlußspiel geeignet wäre. Ist eigentlich somit weniger eine Übung, würde aber in den kompletten Trainingsplan passen. "Normales" Spiel Team A gegen B. Ein erzieltes Tor zählt jedoch doppelt, wenn sich die Offensivkräfte des verteidigenden Teams zum Zeitpunkt des Treffers noch in der gegnerischen Hälfte befinden. Dazu solltest du dann auch eindeutig mit Hütchen die Mittellinien markieren. Die Spieler werden also schnellstens zusehen, dass sie sich nach Ballverlust in die eigene Hälfte zurück ziehen. Das garantiert zunächst zwar nicht, dass sie sich auch an der Balleroberung beteiligen, proviziert aber schon, dass die Stürmer nicht in der gegnerischen Hälfte "campen".


    Da fällt mir spontan auch noch eine Möglichkeit ein: man kann z. B. auch für eine Balleroberung einen Punkt vergeben ( und für Tore dann entsprechend zwei ). Das motiviert noch zusätzlich. Somit kann ein Team die Partie rein theoretisch gewinnen ohne ein Tor zu erzielen und wird sich mit der Balleroberung nicht viel Zeit lassen.


    Im Grunde sind es in beiden Fällen Provokationsregeln. Wenn man sich eingehender mit dem Thema beschäftigt fällt einem sicher auch noch mehr dazu ein.


    Wie auch immer: wünsche dir gutes Gelingen für deine Prüfung.

    Tja, da hab` ich`s wohl leichter als TW-Trainer. Wenn sie gut sind, dürfen sie ruhig groß, aber auch klein, schnell oder etwas langsamer, frech, aber auch ein bißchen lieb sein, wenn sie nur ausreichend "durchgeknallt" sind und Spaß daran haben, mit mir einen Weg auf ein noch unbestimmtes Ziel zu gehen. Das, was andere dann als besondere Leistungen feststellen, ist dann einfach nur das Ergebnis von Spaß ohne Leistungsdruck. Positives Feedback kann auch geeigneter sein, als nach den Ergebnissen der akribischen Messungen junge Menschen in 2 Gruppen (geeignet - ungeeignet) einzuteilen. Gerade die jüngsten Resultate der Überforderung im Spitzensport sollten zeigen, das es kein erstrebenswertes Ziel sein kann, den perfekten und fehlerlosen Menschen zu "züchten"! Auch wissenschaftliche Erkenntnisse dürfen nicht einem Selbstzweck dienen, sondern immer in Verbindung mit Werte- und Moralvorstellungen der Gesellschaft stehen.

    Sehr schön :!: :thumbup: