Beiträge von Zodiak

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    Mein Statement ging allgemein an die große Runde...nicht gegen eine einzelne Person....wollte ich nochmal ebend klarstellen, Gruß und schönen Tag...Andre

    Wie geschrieben - im großen Durchschnitt wirst du wohl recht haben!

    Wenn du die Möglichkeit hast, leihe dir 2 Spieler aus, nehme 22 Spieler mit und lasse jeden 45 Minuten spielen.
    Dann bekommt jeder seine Einsatzzeit und du greifst durch häufige Wechsel nicht zu sehr ins Spielgeschehen ein.
    Dies muss natürlich mit dem Gegner abgestimmt werden, andernfalls würde ich maximal 15 Spieler mitnehmen.


    Das Aufwärmprogramm gerade im Jugendfußball wird leider sehr stark unterschätzt. Ebenso wie das Auslaufen - aber das nur am Rande.


    Wichtig finde ich persönlich, dass man vor jedem Wettkampf das gleiche Prozedere abspielt um sich geistig auf die Wettkampfphase vorzubereiten. Dies geschieht teilweise unterbewusst bei den Spielern, wenn sie es mehrfach in gleicher Reihenfolge durchgespielt haben.


    Ich hatte in dieser Saison bei meiner U17 folgendes Programm vor dem Aufwäremen.


    Die Spieler haben sich 4 Markierungen aufgebaut in gerader Reihenfolge dann links und rechts davon erstmal das Lauf ABC ohne Ball - je nach Wetterlage zwischen 3-6 Minuten geführt vom Kapitän, der die Übungen ansagt und vormacht. Inbegriffen bei den Laufübungen sind auch immer Lockerungsübungen für den Oberkörper.


    Danach kurz im Kreis gemeinsam die wichtigsten Muskelgruppen andehnen (!) nicht lange halten sondern nur kurz "reindehnen"
    Ggf. jeder noch seine Problemzonen dehnen. Das ganze natürlich auch witterungsbedingt. Bei kalten Temperaturen immer etwas mehr laufen und ggf. auf Dehnen verzichten.


    Danach in 4 möglichst gleiche Gruppen aufstellen und jeweils 2 Gruppen gegenüber aufstellen. Dann mit zwei Bällen möglichst direkt hin und her passen und kurzer Antritt auf die andere Seite.


    Im Anschluss daran haben wir in diesem Jahr 4 gegen 2 mit einem/zwei Kontakten im freien Feld gespielt


    Nach dem "Dehnen" macht der Torwartrainer den Keeper fit und sobald er fit ist, gehen wir circa 10 Minuten aufs Tor und schießen.


    Dann in der Kabine kurze Ansprache, Trikots anziehen - raus 2-3 Sprints und dann einlaufen.


    Grüße
    Zodiak

    Sorry deine Aussage ist leider falsch. Ich kann nicht Flanken und Passen spielgemäß trainieren, wenn ich mir nicht vorher die Situationen auf dem Platz hierfür genauestens überlege. Und das gilt auch für eine U10, natürlich im reduzierten Rahmen.
    Um auf das 1 vs 1 einzugehen:
    Du kannst natürlich zig 1 vs 1 Duelle im Zentrum trainieren, nur sind die in der Realität eigentlich kaum noch existent....

    Natürlich kannst du Passen vernab vom Spiel trainieren - stelle 2 Spieler 5 Meter entfernt voneinander auf und lasse sie hin und her passen und forder sie auf mit der Innenseite im Wechsel zwischen beiden Füßen zu soppen und zu passen.
    Damit trainieren die Kinder die Technik des Innenseitstoßes und hierbei handelt es sich um Individualtaktik.
    Wie kommst du darauf das es im Zentrum keine 1:1 Duelle mehr gibt? Ich sehe in jedem Spiel einen Vielzahl von 1:1 Situationen im Zentrum und auch auf dem Flügel!
    Für mich ist das 1:1 ein elementarer Bestandteil des Fußballspielens und hat für mich einen ähnlich hohen Stellenwert wie sauberes Passspiel.


    Okay du magst recht haben - jedoch setze ich zwei Dinge voraus:


    1. Vereine die ein Fördertraining anbieten und sei es nur alle 14 Tage, lassen das in der Regel nicht von einem x-beliebigen Trainer durchführen, sondern suchen sich hierfür einen Trainer mit den wie du richtig festgestellt hast zwingenden Fähigkeiten


    2. Kennen wir beide Ronaldina nicht und können daher nicht beurteilen, ob Sie zu der von dir beschriebenen Gruppe gehört, oder eben nicht. Daher möchte ich mir darüber kein Urteil erlauben - die Tatsache das sie sich Gedanken macht spricht aber denke ich deutlich für sie


    Schlußendlich stellt sich natürlich noch die Frage - wie viele gehen den regelmäßig zum kicken?!
    Ich sehe da einen extremen Negativtrend, der vom "echten" Fußball wegführt ...


    Ein Beispiel ins andere extrem ist im Winter zu mir gewechselt. Ein U17 Spieler, der fast den ganzen Tag auf dem Hartplatz steht und mit Freunden kickt - in der Vergangenheit aber wohl unter den von dir angesprochenen Trainern gelitten haben muss.


    Tricksen kann er wie ein großer - den ganzen Streetfootballquatsch hat er drauf, aber er hat das taktische Verständniss eines U9 Spielers. Dafür kann der Kerl zwar nichts, aber auch alle anderen entscheidenen Fähigkeiten sind so extrem unterentwickelt, dass er für eine U17 gänzlich unbrauchbar ist.
    Ballan- und mitnahme eine einzige Katastrophe, Zweikampfverhalten das gleiche, elementare Grundtechniken die er halt nie wirklich gelernt hat, aber die ihm heute extrem fehlen. Mag sicher ein heftiges Ausnahmebeispiel sein und zeigen, dass es auch ziemliche unterschiede in der Trainerriege gibt - aber so einem Kerl hätte ein nicht ganz so mieses Training inkl. 30 Minuten Fördertrianing sicherlich nicht geschadet, den "kicken" kann er ja - nur halt nicht so wie man es gerne hätte. Leider kann ich zu seinen vorherigen Trainern nichts genaueres sagen, da ich sie weder kenne, noch würde ich sie ggf. in Misskredit bringen wollen wenn ich sie kennen würde.


    Grüße
    Zodiak

    Wir bentuzen sowas auch ab und an!
    Aber wir haben bisher nicht in Dreiecke geteilt, sondern in etwas 40 cm höhe quer gespannt und ggf. noch eine Stange bei 1 Meter breite um den Torabschluss flach in die Ecken trainieren zu können.
    Wir haben das Problem gehabt, dass die Spieler der Meinung waren, es wäre sinnvoll wenn alle Tore mit roher Gewalt gemacht werden und die Bälle regelmäßig über die Tore geballert haben :)


    Grüße
    Zodiak

    Kann ich Tom nur zustimmen ...
    Darüber hinaus ziehe ich schnelles Kurzpassspiel vor - sollte ich aber hohe Bälle trainieren wollen, kann man diese auch zuwerfen oder zuspielen!


    Aber 330 € pro Stück würde ich im Leben nicht ausgeben!


    Grüße
    Zodiak

    Ich muss dir Recht geben - ich habe zu diesem Thema selbst einiges an Material.
    Aber wie ein System gespielt wird hängt natürlich auch stark von den Vorgaben des Trainers ab - hierbei wäre es interessant gewesen seine eigene Auffassung schriftlich festzuhalten.
    Dann stellt sich aber die Frage - sollte man das Individualtaktische Verhalten und die Grundlagen in der Gruppentaktik als bekannt voraussetzen und eben direkt auf Spielsituationen eingehen, wie sie auftreten können.


    Das von dir genannte Buch habe ich noch nicht, ich habe aber einige andere Bücher zum Thema Ballorientiersts Verteidgen und dem 4-4-2 System. wobei das eher ein Trainingsleitfaden ist, als eine Analyse des Spielsystems.
    Aber Moderne Fussballtaktik habe ich noch nicht - kannst du das Buch empfehlen?


    Grüße
    Zodiak

    Hallo Trainergemeinde,


    ich habe mir überlegt, einen kleinen taktischen Leitfaden für das 4-2-3-1 System zu schreiben und mache mir gerade Gedanken darüber, wie ich diese gliedern soll.
    Mir schwebt ungefähr etwas vor doch noch bin ich mir nicht sicher wie tief ich gehen soll/kann/will.
    Erstmal einige Punkte die ich bisher habe und danach die ein oder andere Frage.


    · Vorwort
    · Was versteht man unter Taktik im Fussball
    · Spielpositionen im 4-2-3-1 System
    o Torhüter
    o Außenverteidiger
    o Innenverteidiger
    o Defensiver zentraler Mittelfeldspieler
    o Äußere Mittelfeldspieler
    o Offensiver zentraler Mittelfeldspieler
    o Mittelstürmer


    An diesem Punkt erstmal eine kurze Unterbrechung, den bevor ich nun mit dem Verhalten der Mannschaft in Bezug auf Verhalten in Offensive und Defensive eingehe, stellt sich mir die Frage ob ich die auch Individual-, Gruppen- und Manschaftstaktik nach meiner Meinung Auslegung erläutern soll.
    Dabei würde ich selbstredend das Rad nicht neu erfinden, aber ich hätte die Möglichkeit, die generellen Grundlagen für das ballorientierte Verteidigen von klein auf in eigenen Worten zu erklären. Dies würde bei der Individualtaktik mit den verschiedenen Formen des 1:1 beginnen, die Gruppentaktischen Elemente des Verteidigens in Über- und Unterzahl behandeln und abschließend die Zusammenarbeit der Mittelfeldspieler gemeinsam mit dem Mittelstürmer bzw. die 4er Ketten mit den beiden 6ern behandeln.


    Weiterführend könnte ich mir vorstellen eben diese einzelnen taktischen Elemente mit gesonderten Übungs- und Spielformen zu ergänzen, bei denen ich abermals nichts neues erfinde, sondern meine persönliche Meinung einfließen lassen.


    Abschließend würde ich noch auf häufige Fehlerquellen eingehen wollen.


    Jetzt die Frage was ihr davon haltet?
    Das ganze würde ich im Verein verteilen bzw. an befreundete Vereine und Trainer geben um es zu ermöglichen im Großfeldbereich mit einem einheitlichen Spielsystem zu agieren.
    Welche Punkte fehlen aus eurer Sicht?!
    Welche Frage könnte danach noch nicht beantwortet sein?


    Was sind eure Gedanken zu diesem Thema?


    Grüße
    Zodiak

    Das war schon immer so, sollte auch glaub ich nicht das argument sein... sondern: Auch wenn man den Rahmen etwas erweitert wird es immernoch Spieler geben, die knapp nicht reinpassen und sich ärgern.

    Trotz allem wären die Vereine auf Kreisebene flexiblier - die haben meist keinen großen Spielerpool

    Meine Frage an die Trainer im Forum:
    Wie haltet ihr es mit Testspielen?
    Möglichst viele Testspiele (zwei pro Woche mit 3 bis 4 Tagen bzw. je einem Training dazwischen) - oder überfordert das die Spieler?


    Ich halte es bisher so, dass ich Testspiele für eine super Vorbereitung halte. Wie kann man sich fußballspezifischer auf eine Saison vorbereiten als mit Fußballspielen? :]
    Deswegen gestalte ich meine Vorbereitung mit zwei Testspielen pro Woche.

    Das hängt in meinen Augen von 3 Faktoren ab:


    - kennt die Mannschaft sich (spielt sie also schon länger zusammen)
    - kennt der Trainer die Mannschaft und umgekehrt
    - weiß die Mannschaft was der Trainer erwartet (taktische Vorgaben)


    Prinzipiell hast du aber absolut recht - mit deiner gesamte Aussage. Aber hier ging es ja um Breitensport nicht Leistungssport und ich bin von 2-3 Einheiten pro Woche ausgegangen.


    Leistungsmannschaften sollten mit 4 Terminen + Spiel keine Probleme haben, die Intensität darf dabei aber nicht dauerhaft am Limit sein. :)


    Grüße
    Zodiak

    Also ich denke das es ausreichend ist, aber ich merke schon hier scheiden sich die Geister... Es bringt meiner Meinung nur nichts wenn ich jetzt Diagonalläufe oder Staffelläufe ins Training mit einbinde, des ganze Tempo etwas anziehe und dann von beispielsweise 15 Leute 4 nicht mehr können und aufgeben... die fühlen sich wie wenns ie nicht dazu gehören und denken sie sind nichts für diese Mannschaft... Allerdings brauche und möchte ich jeden Spieler in der Mannschaft behalten, denn ich möchte allen die Chance geben Fussball zu spielen und für viele ist es ein Erfolg 20Minuten am stück zu laufen ohne Unterbrechung...


    Wenn die Jungs jetzt ALLE bereits seit Jahren Fussball wären oder in der letzten Saison regelmäßig gespielt hätten dann wäre es ne andere Situation, aber die Mannschaft ist komplett neu, es sind nur 3 Spieler dabei die letzte Saison überhaupt wieder gespielt haben und ich denke der Weg ist der richtige.... aber ob das tatsächlich so ist, merke ich erst bei unserem ersten Spiel...

    Wenn du "Beratungsresistent" bist warum fragst du im ersten Post wie du es schaffst in der kommenden Spielzeit ordentlich abzuschneiden?!
    Wie definierst du dann ordentlich? Nicht zweistellig abgeschossen werden?


    Niemand fühlt sich nicht zur Mannschaft zugehörig nur weil er weniger Kondition hat - im Gegenteil, die Spieler sollen/müssen sich gegenseitig pushen.


    Natprlich bringen dir Staffelläufe mit Ball etwas, die Spieler bekommen wieder Ballgefühl und laufen ... und dann mach einen Wettkampf draus und sie werden schon an ihre Grenzen gehen.


    Du erhöhst die Leistungsfähigkeit deiner Spieler nicht indem du nur unter ihrer Schmerzgrenze trainierst. Nur wer über diese hinausgeht, erhöht sein kondtionelles Leistungsvermögen!
    Wer 20 Minuten am Stück laufen kann und das 6 Wochen lang übt, wird danach keine 90 Minuten durchgehend laufen.


    Ganz anderer Punkt ist, dass "laufen" ob nun mit oder ohne Ball - für einen Fussballer nur zweitranging ist, wichtig ist der Antritt, weil wann läufst du denn im Spiel 20 Minuten am Stück im lockeren Traben? Fussball besteht aus Sprints und Erholung im Wechsel um es mal ganz simpel auszudrücken!


    Grüße
    Zodiak

    Die aktuelle Ausgabe Fussballtraining vom Philippkasportverlag ist auch extrem gut !!! Kann ich nur empfehlen!!!

    Also für die erste Vorbereitungswoche ist mir das persönlich zu wenig.
    Ich möchte aber weder deine Trainingsmethoden oder deine Prinzipien in veruch bringen - mag sein, dass der Parcour ein Highlight war und auch an die Substanz ging, was ich mir zwar weniger vorstellen kann, aber ich war nicht dabei.
    Alle von dir oben genannten Übungen empfinde ich eher als "lockere" Übungen bei denen mir Tempo und Belastung fehlt.


    Ich habe vor ein paar Tagen einen ausführlicheren Post zum Thema Vorbereitung im Breitensport (bezogen auf Jugend) geschrieben, welcher aber sicher einige Elemente auch für den Seniorenbereich enthält.


    Hier mal der Link dazu: Vorbereitung im Breitenfussball


    Edit sagt: Zwei mal das gleiche Aufwärmprogramm und danach ein Parcour fänd ich als Spieler langweilig - würde mich nicht wirklich motivieren. Vor allem gibt es für beides ja ein breites Angebot an Übungen.
    Edit sagt auch: "lockerer Kreis" in der Vorbereitung gibts nicht, den gibts bei mir über die ganze Saison nicht - locker kann auslaufen sein, aber keine Übung!!!


    Grüße
    Zodiak

    Das ist aber auch ne Philosophiefrage. Diese zwei Dinge halte ich z.B. - sorry - für Blödsinn, da ohne Ball, bzw. ausschließlich auf Laufen fixiert.

    Ein Staffellauf kann (und wird bei mir) mit Ball durchgeführt. Dabei ist aber nicht das Augenmerk auf eine saubere technische Ausführung, sondern auf möglichst hohes Tempo gelegt.
    Ich bin ein Gegner von Training ohne Ball, bin aber der Meinung das gerade in der Vorbereitung auf eine lange Saison Zeit für etwas arbeit ohne Ball sein muss.
    Diagonalläufe kann man natürlich auch mit Ball duchführen.
    Da man in der 3-4 Woche in der Regel Schnelligkeit traniert, ist hier meist nochmal ein Block bei dem man ohne Ball trainiert, den ein Schnelligkeits-/Sprinttraining mit Ball ist denkbar ineffektiv.

    Ich bin der Meinung das man sein Training auch nach seinen Spielern richten sollte... und da etliche dabei sind die jahrelang gar nichts gemacht haben muss man eben langsam beginnen, außerdem ist das Training nach den 15Min ja nicht vorbei... Habe auch überlegt den Parcour mit 2x 15Min zu machen... nur muss ich das Training zu Beginn etwas dosieren da ansonsten viele schnell die Lust verlieren....


    außerdem bin ich selbst auch kein Freund von Läufen ohne Ball, da wir Fussball spielen sollte der Ball - vor allem in der untersten Liga - immer im Vordergrund stehen. Deswegen bin ich auch das es mir nichts nutzt die Jungs den Platz rauf und runter zu scheuchen, wenn 3 - 4 Spieler dabei sind, denen erstmal das Fussball ABC beigebracht werden muss - Passen, Stoppen, etc... - das ist in meinen Augen wichtiger als 90 min rum zu rennen, aber jeder hat da eben seine anderen Vorstellung...

    Natürlich richtet man das Training nach seinen Spielern, aber Spieler die Jahrelang keinen Sport mehr gemacht haben, verfügen in der Regel weder über Grundlagenausdauer, noch über fussballspezifische Ausdauer.
    Natürlich ist das Training nicht nach 15 Minuten vorbei, aber wie oeben schon erwähnt, legt man gerade in den ersten 2 Wochen die Grundlagen für die Saison. Vorbereitungstraining im Seniorenbereich macht in den ersten zwei Wochen wohl den wenigsten Spass, auch im untersten Amateurbereich nicht. Wenn deine Spieler wegen notwendiger Laufarbeit in der Vorbereitung die Lust verlieren, wird ihnen eben diese erst recht verloren gehen, wenn sie nach 60 Minuten keinen Saft mehr haben und der Gegner euch die Bude einrennt.


    Nochmal erwähnt, nirgendwo steht, dass man solche Läufe ohne Ball machen muss. Die Arbeit mit dem Ball steht im Vordergrund ist wohl die am meisten missbrauchteste Phrase im Amateurtrainerjargon ... nur weil man am Beginn der Saison in 2 oder 3 Trainingseinheiten ohne Ball Laufarbeit leistet, steht der Ball doch nicht im Hintergrund. Lässt du die Spieler das ganze Jahr ohne Ball laufen und machst auch sonst wenig mit Ball in deinen Einheiten, dann steht der Ball im Hintergrund.


    Wenn deine Jungs die elementaren fussballerischen Fähigkeiten wie passen und stoppen noch nicht beherrschen, solltest du erst Recht auf die Ausdauer achten, denn die Pässe werden seltenst in den Fuß kommen, und man wird dem Gegner dann auch zweifelslos häufiger nach laufen müssen.


    In meinen Augen braucht dein Team erstmal die Grundlagen für eine lange Saison, das Passspiel und Ballannahme für dich ein Schwerpunkt für das Jahr wird ist dagegen nicht verwerflich. Technische und taktische Elemente kommen aber in der Regel erst ab der 3. Vorbereitungswoche im Training vor.


    Wie sah den das restliche Training aus? Was hast du nach den 15 Minuten Parcour gemacht? Was hast du vor den 15 Minuten Parcour gemacht?


    Grüße
    Zodiak

    Habe nen Parcour aufgebaut, mit verschiedenen Übungen zum Ballführen und die jungs sollen dabei 15 Min lang dauerhaft in Bewegung bleiben so merken sie die Strecke nicht so....


    Das ist dein Ausdauertraining für eine Herrenmannschaft?!
    In meinen Augen klare Unterforderung bzw. deutlich zu wenig.
    Die ersten 2 Wochen dienen dazu Grundlagenausdauer zu legen.


    Staffelläufe, Diagonalläufe, Laufschule, Koordination oder Spielformen mit möglichst großen Feldern


    Parcour oder Stationstraining ist nett, aber da hast du in meinen Augen zu wenig Zug.


    Grüße
    Zodiak


    Was ich nicht verstehe ist, dass einige einer zusätzlichen Übungseinheit alle 2 oder 4 Wochen den nutzen absprechen ...
    Wir haben früher 7 Tage die Woche gekickt, ob Training, Hartplatz oder Bolzplatz - selbst im Winter auf geräumten Hartplätzen ... das tun die Kids im Playstation Zeitalter nicht mehr und da ist ja wirklich jede Minute Sport und Betreuung super, den im Gegensatz zu früher müssen die tausenden Ballkontakte nachgeholt werden.
    Daher nochmal ganz klar, jede Minute Training unter den Augen des Trainers sind ein Schritt in die richtige Richtung - egal wie klein die Schritte sind, diejenigen werden wohl eher ans Ziel kommen, als jene, die eben nur das "normale" Training anbieten und es ist hier auch wie bei allem anderen, das dieses ominöse Talent auch noch eine entscheidende Rolle spielt.


    Grüße
    Zodiak

    Eine Frage dich ich mir zu diesem Thema grundsätzlich Stelle ist, wieso man gerade im Goldenen Lernalter davon abrät eine ordentliche Saisonvorbereitung auch im Breitensport durchzuführen?
    Gerade in den Sommerferien haben die Kids doch Zeit und das Wetter ist hervorragend und lädt zum spielen ein. Solange man die Kids nicht Waldläufe oder mit Medizinbällen trainieren lässt ist das ganze doch mehr als sinnvoll, den jede Einheit in diesem Alter ist von immenser Wichtigkeit.


    Ich würde grundsätzlich immer ein kleines "Trainingslager" am eigenen Sportplatz anbieten, wenn möglich mit Übernachtung und Grillabend bei U17 und U19 auch mit einem Bierchen. Ich bin mir sicher, dass wir hier eine ewige Diskussion allein über das Bierchen führen könnten, aber mal ehrlich die trinken doch alle ab und an was - und meine Meinung zu dem Thema ist, das die Jugendlichen in einem ordentlichen Umfeld den Umgang mit Alkohol lernen können/sollen. Spieler unter 16 dürfen natürlich kein Bier trinken! Sorry für das kurze Off-Topic - zurück zum Trainingslager.


    Ich versuche in der Regel zwischen 4-6 Wochen Vorbereitung zu spielen, wie wohl die meisten hier. Das ganze geht in der ersten Einheit mit einem lockeren Spielchen los um die Burschen nicht gleich völlig zu überfahren. In der zweiten Einheit führe ich in der Regel einen Ausdauerleistungstest (Cooper Test oder ähnliches) und eine kurze Leistungsüberprüfung an 5 Stationen bei denen die elementaren Fertigkeiten geprüft werden. Dieser Leistungstest orientiert sich stark an den Leistungsüberprüfungen des Stützpunktes, ist aber auf ein für mich besser zu organisierendes System umgebaut, so das ich mir jeweils 2 Spieler schnappe die im Wechsel den Test durchführen, während der Rest in einer Spielform auf großem Raum die fussballspezifische Kondition pushen - sofern ein zweiter Trainer vorhanden ist, sind auch ein Ausdauerparcour (mit Ball) oder Laufschule/Koordination möglich.
    In der ersten Woche verzichte ich gerne auf ein Testspiel und trainiere am Wochenende nochmal, wobei hier der Schwerpunkt auf Spielformen mit möglichst großen Feld bei Teamgrößen von max. 5 Spielern auf dem Plan stehen. Hier achte ich besonders auf eine hohe Belastung während den Übungen, gebe aber bei einer Belastungsdauer von 12x4 Minuten jeweils 2-3 Minuten Pause. Sollten einige Spieler wider erwarten kein Gas geben, ziehe ich sie aus der Spielform und lasse gesondert ein paar Sprints/Diagonalläufe oder ähnliches machen - spätestens nach dem zweiten gehen alle an ihr Limit.


    Die zweite Woche beginnt mit einem Training bei dem Staffelwettkämpfe mit Ball (Augenmerk auf Tempo, nicht auf saubere Technik) im Fokus stehen. Gerne lasse ich die Jungs auch 7 gegen 7 auf Ballhalten in einem großen Feld spielen. Hierbei ziehe ich die Belastung auf 3x10 Minuten mit circa 4 Minuten aktiver Erholung. Wenn hier die Laufbereitschaft fehlt, besteht die Möglichkeit mit einer Reglementierung der Ballkontakte das Spiel schneller zu machen - zieht das auch nicht, dann die Teams auf 5 gegen 5 bei gleicher Feldgröße und den Rest Laufschule/Koordination trainieren lassen.
    Die zweite Einheit der Woche besteht dann aus einem Kraftzirkel oder einem Stationstraining mit ersten Technikübungen, die Wege zwischen den Stationen werden natürlich mit Ball am Fuß zurückgelegt. Diesen "Rundlauf" dann 2x20-25 Minuten mit 10 Minuten Pause. 5 Minuten davon sind Auslaufen und Dehnen, die anderen 5 Minuten aktive Erholung. Abgeschlossen wird dann wieder mit einer Spielform. Gerne mit seitlichen Tabuzonen bei sehr breitem Feld um mehr Laufarbeit zu erreichen.
    Am Wochenende dann das erste Testspiel, zum Anfang erstmal einen möglichst gleichstarken Gegner um weder zu überfordern noch zu unterfordern.


    Woche 3 wird dann die Großkampf woche mit einer Einheit unter der Woche sowie einem Trainingswochenende. Wie genau das abläuft erkläre ich gleich.
    Nach dem ersten Spiel lasse ich gerne Sonntag, Montag, Dienstag Trainingsfrei und lasse am Mittwoch dann mehrere Sprints mit und ohne Ball sowie Diagonallufe auf Großfeld ebenfalls mit und ohne Ball in gesteigerten Tempo oder Steigerung bis auf Sprinttempo trainieren. Nach dieser Einheit gibt es wie immer eine Spielform auf ein möglichst großes Feld als Belohnung und im Anschluss nutzen wir die Sauna am Sportheim zur Regeneration.
    Das Wochenende beginnt Freitag mit einer Trainingseinheit. Ich habe mir tradiotionell als Inhalt für diese 4 Einheiten + Spiel (gesamtes Wochenende) vorgenommen mein taktisches Konzept in Theorie und Praxis zu vermitteln. Die Intensität der Einheiten sind an der unteren Grenze, dafür wird erstmals ein hohes Augenmerk auf Technik und taktisches Verhalten gelegt. Am Samstag trainieren wir morgens gegen 10 Uhr und am Nachmittag gegen 16 Uhr. Zwischendurch gibt es im Sportheim ne große Portion Nudeln mit Bolognese Sauce und eine kurze Taktikschulung für die einzelnen Mannschaftsteile (jeweils 10-15 Minuten) der Rest ist Erholung, aber alle Spieler bleiben zusammen. Um 16 Uhr fangen wir an über Kombinationen/Spielzüge die Grundlagen des taktischen Konzepts zu erarbeiten. Hier unterbreche ich an diesem Wochenende am häufigsten um allen zu verdeutlichen worauf zu achten ist. Am Abend besteht die Möglichkeit zu Grillen und ggf. zu Zelten. Sonntag haben wir um 10 Uhr nochmal eine vergleichbare Einheit wie Samstag Nachmittag bevor wir am späten Nachmittag dann ein Testspiel gegen einen eher schwachen Gegner spielen, um gerade die Spieleröffnung sowie den Aufbau überprüfen zu können.


    In der 4. Woche geht es dann neben Koordination, Technik und Passspiel um die Schnelligkeit. Eine breite Treppe mit vielen Stufen ist hier eins meiner Lieblingstrainingsgeräte, da hier jeder Spieler gezwungen ist kurze Schritte zu machen und somit die richtige Muskelkontraktion bekommt. Hier ist ein Saunagang nach dem Training durchaus möglich. Am Ende der Woche kommt dann ein Spiel gegen ein Team, das 1-2 Klassen höher spielt um die Defensive der Mannschaft zu prüfen. Ab diesem Zeitpunkt werden die Spielformen auf zunehmend kleineren Felder durchgeführt. Der Grund ist hierbei die Technikschulung unter stetig steigendem Druck


    In der vorletzten Woche verlange ich bei Staffelläufen mit Ball eine möglichst schnelle Ausführung bei sauberer Ballführung. Passpiel und Positionstechnik wird ebenfalls verstärkt trainiert. Ein Block in der Woche (circa 30-45 Minuten) wird nochmal für Sprints genutzt. Der Gegner in dieser Woche ist eher stärker um es beiden Mannschaftsteilen nicht zu leicht oder schwer zu machen.


    Die letzte Woche steht dann ganz im Zeichen von Koordination und Spielformen. Hier reglementiere ich auch gerne auf 2 Kontakte oder One-Touch Fussball um auch im kleinen Feld den Druck auf die Spieler noch ein wenig zu steigern. In dieser Woche gibt es meist noch ein Teambuildingevent wie Bowlen, Kino, Stadionbesuch oder ähnliches, bevor man am Wochenende in die Saison startet.


    Viel Text ... aber so würde ich ab der D Jugend eine Sommervorbereitung durchführen. Natürlich auf die Mannschaft, die Trainingsanlage und das Leistungsniveau des Kaders angepasst.


    Ich hoffe ich konnte mit diesem Beitrag ein wenig helfen.


    Grüße
    Zodiak

    eismann
    ja das mag sein das ich im falschen Verein bin - aber es ist auch meine erste Station als Trainer. Ich selbst bin ja erst 25 und gehe nun in meine dritte Saison. Ich selbst habe als aktiver nur 2 Jahre den Genuss des 4-4-2 haben dürfen, bin mit dem System aber auch mit dem 4-5-1 durch Selbststudium ganz gut vertraut. Bei dem Verein bleibe ich noch maximal die beiden Jahre U19 mit meiner aktuellen Mannschaft, den neben dem kleinen Bruder meiner Frau spielen dort noch 4-5 überambitionierte Spieler, die - und hier möchte ich nicht eingebildet klingen - einen starken Trainer brauchen - was hier bei uns am Land leider mangelware ist und ich erachte mich persönlich als solchen. :)
    Meine Versuche am Anfang der letzten und dieser Saison eine Viererkette einzuführen wurde leider von allen erdenklichen Seiten blockiert.
    Unser Herrentrainer hat leider absolut keine Ahnung und fungiert mehr als überforderter Spielertrainer, der mehr mit seinen eigenen Fehlern beschäftigt ist. Leider ist der neue Trainer im Seniorenbereich 60 Jahre alt und hat auch auf sämtlichen Fortbildungen das Thema Viererkette boykottiert. Hier wird stur am 3-5-2 mit Libero fest gehalten.
    Pro Jahrgang haben wir 2 Mannschaften bei welchen es blöd wäre in unterschiedlichen Spielsystemen zu aggieren, denn somit ist es unnötig sich Spieler auszuleihen bzw. zu verschieben, da die taktiscke Ausrichtung grundverschieden ist.


    Warum spiele ich 3-5-2?!
    Um in der Offensive bzw. mit den ersten Reihen die Vorteile eines 4-2-3-1 Systems zu nutzen. Und die nötige Flexibilität im Spiel zu haben. Einer meiner 6er hat zumeist mehr defensive Aufgaben und kann temporär situationsbedingt mit in die Abwehr gehen. Ding Jungs haben in den vergangenen Jahren ein 3-5-2 mit Libero ohne taktisches Konzept gespielt und kommen mit dieser Variante sehr gut zurecht.
    Das Team wurde am Beginn des Jahres aus 3 Stammvereinen zusammengewürfelt mit Spielern die sich vorher nicht kannten. Der Lohn für die harte Arbeit und die Einführung einer taktischen Vorgabe haben uns die Vizemeisterschafft, das Landkreispokalhalbfinale (diesen Donnerstag) und bis gestern die Relegation (Niederlage im 2. Spiel) beschert.


    Ich würde nichts lieber als mit einer Mannschaft arbeiten, die Kette spielt oder bei der ich Kette ohne Gegenwind einführen könnten ... :)


    Thomas86 mehr dazu später - ich habe jetzt leider etwas zu tun :)


    Grüße
    Zodiak

    Über solche Siege freuen wir uns wohl alle, zumindest dann, wenn es sportlich bleibt. Der Begriff "Demütigung" bleibt dennoch deplatziert.


    Dann wäre das Missverständnis wohl ausgeräumt :)
    Demütigen würde ich keinen Gegner und akzeptiere dies auch nicht von meinen Spielern - den ich empfinde Fair Play als wichtigen Bestandteil des Breitensports.


    entscheidend wäre aber dann ob ein Gegner da ist oder nicht - also doch ein Unterschied :)