Ich bin felsenfest davon überzeugt das es falsch ist den TW per Kommando aus seinem Tor zu steuern! Frage an alle:
Ist es falsch dem TW zu zeigen, oder zu erklären dass es die Möglichkeit des Herauslaufens auch gibt?
Für mich fast logisch findet eine Diskussion über Taktik im Kinderfussball irgendwann auch beim Keeper statt. Weil man in diesem Bereich wenig gesicherte Erkenntnisse findet, gibt es sehr viele unterschiedliche Ansichten darüber.
Versuchen wir uns also langsam durch eigene Beobachtungen diesem Thema der TW-Taktik in dieser Altersgruppe zu nähern. In der F-Jugend sind die meisten Kinder in der Lage selbst zu entscheiden, wann sie die Distanz zum ballführenden Angreifer verkürzen. Man kann es bei den Feldspielern beobachten.
Doch die Frage, die uns beschäftigt ist, würde es auch auf der Torwartposition ohne Trainereinfluß selbständig handeln und nach welchen Kritieren wird das Kind handeln?
Man gelangt schließlich zur Frage, was das Motiv gewesen sein könnte, warum sich ein Kind für diese Position besonders interessiert? Könnte ein besonderer Anreiz in der TW-Postion in der "spektakulären" Hechtparade zu finden sein? Wenn ja, wäre es vielleicht blöd, dem Ball entgegen zu rennen? Würde man sich doch der Freude und des Lobs eines gehaltenen Balls selbst berauben?
Doch gibt es auch Situationen, in denen der Gegner aus nähester Nähe aufs Tor schießt. Daruf sucht es nach anderen Lösungen, weil hier eine erfolgreiche Hechtparade aussichtslos erscheint. Ferner muß es sich entscheiden, wann es dem Ball entgegen geht. Wenn der Ball vor seinem Tor liegen bleibt, ist die Entscheidung einfach, aber woran soll es erkennen, ob es sich lohnt, einem geflanken oder gedribbelten Ball entgegen laufen kann?
Die Ballabwehr und die Spieleröffnung nimmt es zunächst als unterschiedliche Aufgaben wahr. Man erkennt es daran, dass es sich zeit läßt und die Situation vor seinem Tor zunächst beobachtet. Ein großer Anreiz besteht darin, den Ball besonders weit zu schießen. Einerseits verschafft es sich dadurch eine kleine Pause, bis es für die nächste Aktion bereit ist und andererseits will es für diese Fähigkeit weiter zu schießen als Andere besonders gelobt werden. Denn die Feldspieler dürfen ja nicht aus der Hand ausschießen!
Weil es das Spiel ausschlißelich vor sich hat, sieht sich der TW in einer besonderen Rolle. Er empfindet ncht nur die Reize in seinen Einzelaktionen, sondern in der Belohnung durch Lob von Trainer, Mitspielern und Zuschauern! Das wird auch in den kommenden Jahren so bleiben, weil es für sein Hobby die permanente Selbstbestätigung braucht, um zusätzliche Anreize zur Entwicklung und Verbesserung seiner Fähigkeiten benötigt.
Für uns selbstverständlich ist die Ausbildung und das Lob der Kinder. Aber bei der TW-Position verzichten wir größtenteils auf Ausbildung und belassen es beim Lob! Ja, wir gehen manchmal sogar noch einen Schritt weiter, indem wir ohne tiefere Fachkenntnisse in die Aufgaben eines Torwarts eingreifen und ihn dadurch zusätzlich verunsichern. Das kann z.B. geschehen, indem wir ihm per Kommando vorgeben, was es gerade tun soll! Zusätzlich stellen wir uns neben das Tor, damit es "den Druck im Nacken spürt" und nicht auf andere Gedanken kommt, als den Trainerbefehlen gehorsam zu folgen.
Wie aber kann man einen Lernprozeß in Gang setzen, in dem jeder Kicker, der sich auf der TW-Position ausprobieren möchte, diese Entscheidung eigenständig trifft?
Doch mit der Entscheidung das Tor zwecks erfolgreicher Abwehr zu verlassen ist es ja nicht immer getan?
1. Wann soll der Keeper den Ball mit dem Fuß verarbeiten und weiterleiten?
2. Wann und wie soll der Keeper den Ball aufnehmen?
3. Wann und wie soll er den Ball fangen, lenken, fausten
3. Wie soll er sich im 1 vs 1 verhalten? (Technik und Taktik bei Fussabwehr, Abtauchen)
3. Wie und wohin soll er beim ruhenden/nicht ruhenden Ball das Spiel eröffnen?
Kann man überhaupt verlangen, dass die Aufgaben von Feldspielern sehr simpel starten, während der Torwart komplexere Bewegungsabläufe und Handlungsweisen verinnerlicht haben muß?
Schließlich stellt sich die Frage: sollen das alle Spieler erlernen oder lohnt sich eine Vertiefung der Torwartaufgaben nur für solche Kinder, die entweder eine besondere Begagbung oder einen besonderen Spaß daran haben?
Wie ihr seht, sind das eine ganze Menge von Fragen, die sich gar nicht so einfach beantworten lassen.
Auch erscheint es lohnenswert nach Alternativen zu suchen, denn viele Kinder, die sich im unteren Jugendbereich für die TW-Position interessieren, hängen den Fussball an den Nagel, weil man sie im Training "links ligegen läßt"!
Wäre es vielleicht ein kleiner Anfang, wenn ihr eine Übung nicht mit dem Torabschluß beendet, sondern erst mit einer Spieleröffnung? Würde sie dadurch nicht sogar spielnah, weil doch die meisten Aktionen dank eures Keepers nicht mit dem Torerfolg des Gegners enden, sondern mit der eigenen Spieleröffnung? Könnte man die Mannschaftsentwicklung dadurch verbessern, in denen man sie nicht daran gewöhnt, nach einem gegnerischen Torabschluß abzuschalten, sondern sich sofort für die Spieleröffnung vorzubereiten?
Was sind eure Ideen dazu, wieviel Taktik eine U 8 im tornahen Bereich verträgt?