Beiträge von TW-Trainer

Du bist noch kein Trainertalker? Registriere dich kostenlos und nehme an unserer Community teil!

Du bist Trainertalker? Zur Anmeldung

    @Andre


    Mal ein weiterer Aspekt:


    Ist räumliches Sehen bei Kindern veränderbar
    Wenn du als Erwachsener die Sichthöhe eines Kindes (z.B. in dem du dich hinsetzt) einnimmst, dann wirst du rasch feststellen, dass sich deine Geschwindigkeitswahrnehmung verändert, weil der Winkel der Flugbahn des Balles kaum noch zu erkennen ist. (Wir kennen soetwas auch aus dem Erwachsenenbereich, wenn der Ball erst über der Mauer vom TW wahrgenommen wird). Jetzt wirst du dir sagen: "Prima, hab ich doch endlich einen unumstößlichen Beweis dafür, dass man am Längenwachstum nichts machen kann!" Das stimmt erst mal nicht, weil vor hundert Jahren die Durchschnittsgröße geringer war und in hundert Jahren vermutlich ebenfalls anders sein wird. Aber was ist, wenn ich dem kleinen TW eine Hilfe (Eselsbrücke) gebe, damit er die Flugbahn und Geschwindigkeit besser einschätzen kann. Man könnte dem Kind beispielsweise ein Hütchen auf den Kopf setzen, dass er während der TW-Aktion auf dem Kopf ballancieren soll. Nun wirft man ihm einen Ball zu. Das Kind wird beim 1. Versuch den Kopf in den Nacken nehmen, sodass das Hütchen herunterfällt. Beim nächsten Versuch wird es rückwärts gehen, sobald es den Ball nicht mehr unter der Hütchenkrempe sehen kann. Ähnlich wird es sich bei den "kurzen Bällen" verhalten. Mit dieser Eselsbrücke lernt er fast nebenbei, dass er mit einem in sich ruhenden Oberkörper aufgrund eines guten Gleichgewichts einen Ball sehr viel besser fangen kann.


    Im Beitrag von @Prof. Dr. Trainer wird ersichtlich, dass schon in der Bebehaltung einer "traditionellen Trainingsmethode" (z.B. permanentes Wiederholen) die Ursache gefunden werden kann, warum man glaubt, es hier mit einem unumstößlichen Naturgesetz zu tun zu haben. Sucht man hingegen nach alternativen Trainingsmethoden, könnten darin Schlüssel für die Verbesserung von Fähigkeiten gefunden werden.


    Diese alternativen Trainngsmethoden gibt es längst! Im TW-Bereich werden sie als "individuelle Anpassung" beschrieben. Soviel darf ich dir dazu wohl sagen, als das zunächst einmal ein Keeper gar nichts von mir lernt, sondern ich erst einmal sehr viel von ihm. Denn erst dann, wenn ich seine individuelle Methode des Lernens erkannt habe, kann ich den "Schlüssel umdrehen" und ihm in sehr kurzer Zeit sehr viel mehr Fähigkeiten vermitteln kann, als wenn ich ohne diese "individuelle Anpassung" im "Giesskannenprinzip" vorgehen würde nach dem Motto "irgendwas wird schon hängen bleiben"


    Zwar gibt es eine Forschungszweig, der sich mit der Frühkindförderung (von 0 - 6 Jahren) beschäftigt. (Diese Altersgruppe war vor 100 Jahren für die Wissenschaft aufgrund der hohen Kindersterblichkeit von geringer Bedeutung.) Obwohl sie noch sehr jung ist, kann auch sie nicht erklären, warum die gesetzten Reize ans Kind unterschiedlich verarbeitet werden.


    Schau doch einfach mal im DFB-Konzept nach, was du aus deinen jetzt neu erworbenen Erkenntnissen im DFB-Konzept findest? Bei den Information sollte man frühere Fehler und Unzulänglichkeiten benannt sehen. Denn die Geschichte des Fussballs wird durch aktuelle Erkenntnisse täglich neu geschrieben. In der Werbung wird das Jetzt und die verheißungsvolle Zukunft beschrieben, ohne das es Verweise über früheres Scheitern udn deren Ursachen gibt. Vermutlich wirst du ernüchternd feststellen, dass dort ganz normale Menschen am Werk waren, die die Neugier von Interressenten wecken möchten?

    Ich kenne die Übung auch. Letztlich geht es dabei ja um das 1 gg. 1. Dass der Ball dabei initial dem Gegner zugespielt werden muss, ist nur die EInleitung der Übung.

    Ich kenne diese Übung auch, wußte jedoch nicht, dass sie immer noch mit einem absichtlichen Fehlpass beginnt? Ich würd die Übung besser finden, wenn der Paß von einem Mitspieler (statt vom Gegner) kommt. Der Rest kann bleiben. Der Zweck der Übung (Flugball, Flugballverarbeitung und 1 vs 1) bleibt gleich, jedoch wird die Aktion nun spielnah ausgeführt.


    Sonst heißt es im Spiel: "... Trainer, den Fehlpaß hast du mir doch beigebracht ... :D !

    Richtig - mit Leuten die ihre Meinung nicht für absolutistisch halten und offen sind für eine sachliche Diskussion und der nötigen Erfahrung.

    Siehst du Björn, es geht doch! Wir haben schon eine Reihe sehr guter Beiträge hierzu lesen dürfen.


    Denn es sind neue Gedanken hinzu gekommen und der ehrliche Kommentar einiger Trainer weder ein Perfektionist zu sein oder werden zu können. Es ware autentische Berichte über eigene Erfahrungen, bei denen man sich wiederfinden kann und der schließlich den Weg zum gegenseitigen Respekt bahnt. Denn ohne Toleranz und Respekt kann mehr weder ehrlich noch kontrovers diskutieren, sondern es endet meist in gegenseitigen Vorwürfen.


    @Grätschehat davon gesprochen, dass es "die Lösung" gar nicht gibt! Das ist eine sehr wichtige Erkenntinis, denn sie beschreibt, dass fast alles nur eine Momentaufnahme mit beschränkter Aussagekraft ist. Ein starker Grund, neugierig zu bleiben, statt lediglich auf seinem Standpunkten zu verharren.


    Denn nur dann, wenn ich "offen" für neue Ideen bin, kann ich ein Fingerspitzengefühl dafür entwickeln, was in meiner Mannschaft (die immer ein wenig anders ist als jede andere Mannschaft) gerade das Beste ist. Ob es das dann wirklich ist, wird man wenn überhaupt erst im Nachhinein erfahren. Aber auch die 2. oder 3. beste Idee ist immer noch sehr viel mehr wert als gar keine Idee zu haben.


    Anregungen für seine Mannschaft kann man sich hier reichlich holen, aber die Auswahl muß jeder für sich selbst treffen.

    @Schimanski


    Üblicherweise werden die Gruppen jedoch unterschiedlich aufgebaut. Meist versucht man gleichstarke Teams zu bilden, manchmal spielt man Defensive gegen Offensive, usw. Ob dann mal ein schwächerer Spieler zwischen stärkeren Spielern glänzen kann, spielt nur eine Nebenrolle, weil sie dort im ständigen Wechsel zwischen Einzel-, Partner- und Gruppenübungen trainieren. Ein erfahrener Auswahltrainer wird auch so zu den gewünschten Erkenntnissen gelangen.


    Dann hab ich noch eine Frage zum nachfolgenden Satz:

    Diagonaler Flugball (der wurde ganz speziell gefordert) von der Grundlinie neben dem Tor an die Strafraumgrenze.

    Verstehe ich das richtig, dass die Übung mit einem absichtlichen Fehlpass vom Abwehrspieler zum gegnerischen Angreifer) startet? Frag ihn doch mal, inwieweit er mit dem geübten Fehlpass eine spielnahe Situation verbessern will?

    @Andre


    Aufgrund meiner wissenschaftlichen Vergangenheit habe ich nicht erst seit den ganzen Skandalen um ergaunerte Doktortitel große Skepsis über die Belastbarkeit von wissenschaftlichen Ergebnissen. Auch sie müssen stets hinterfragt werden und haben nur solange eine Gültigkeit, bis das Gegenteil oder eine deutliche Einschränkung bewiesen ist.


    Ich denke mal, das DFB-Jugendkonzept ist ebenfalls keine Beschreibung von Naurgesetzen, sondern lediglich eine Beschreibung von Erfahrungen. Man versucht dabei einen "gemeinsamen Nenner" zu finden, in dem man typische Entwicklungen beschreibt. Jedoch bedarf diese Erfahrungsbeschreibung einer regelmäßigen Erneuerung. Wenn du dir z.B. ältere Trainingseinheiten in DFB-Trainng anschaust, dann wirst du dort Details finden, die in den neueren übungen bereits anders trainiert werden.


    Also ein ganz normaler Vorgang, in dem Theorie und Realität regelmäßig miteinander abgeglichen und angepaßt werden. Es gibt jedoch deshalb keinen Grund ein komplettes Konzept infrage zu stellen.


    Vielleicht interessiert dich ja die Erfahrungsbeschreibung von Soccerbook ein bißchen? Denn er stellt das sich gegenseitige Verstehen in den Mittelpunkt seines Interesses. Er gibt nicht vor, sondern er animiert und wenn ihm etwas anderes auffällt, dann fragt er zunächst, statt direkt seine wahrgenommene Version erneut zu präsentieren. Er braucht dazu keinen wissenschaftlichen Hintergrund, sondern er macht es und sieht, was passiert. Dann aber korrigiert er mal den Torwart und mal sich. Er fordert den Torwart, aber er fordert auch sich dazu auf, genau hinzuschauen und aus den jeweiligen Beobachtungen einen Sinn zu erkennen.
    Er läßt die Eigendynamik dieses Entwicklungsprozesses bewußt zu, weil er weiß, dass ein Einschränken, ein Tabuisieren nicht weiter führt als bis zu dem Punkt, zu dem er sowieso gelangen würde, wenn man lediglich instruiert und ein präzises, ja sogar perfektes Nachmachen verlangt.
    In deinem Beispiel nennst du fehlerhaftes Abspiel und gewinnst als Ursache eine nicht vorhandene geistige Reife. Soccerbook geht jedoch einen anderen Weg, indem er gar seinen Keeper dazu animiert, eigene Entscheidungen zu treffen, wohlwissend das sie auch falsch sein können, weil auch seine Beobachtungen manchmal einen Tugschluß beinhalten!
    Je stärker ein Trainer seine Vorstellungen reglementiert, je geringer wird er den Mut zu eigenen Entscheidungen erzeugen können. Kinder können und wollen gar nicht perfekt sein. Wenn es jedoch ihre Trainer als Maßstab für altersgerechtes Training ansehen, wird der Grad der Interaktion dadurch eingeschränkt.


    ich gebe zu, dass ich vor einigen Jahren selbst der Meinung war, man würde Kinder damit überfordern. Der Grund dafür war mit deiner Begründung identisch. ich habe mich lediglich an der Definition des DFB über Individual-, Gruppen- und Mannschaftstaktik gehalten. Dabei ist mir gar nicht aufgefallen, dass diese Beschreibung von Taktik bereits stark "geformt" wurde, weil jede Form einer Entscheidung bereits einen taktischen Hintergrund hat. Uns fällt es jedoch auf den ersten Blick gar nicht auf, weil wir im Zusammenhang mit Fussball immer auch die Technik sehen. Die technische Ausbildung und die Taktik läßt sich jedoch nicht voneinander lösen, egal wie gut oder wie schlecht sie funktioniert.

    @soccerbook


    Vielen Dank für deinen Beitrag. Das sind sehr einfache taktische Elemente des TW-Abspiels. Wenn man das Wörtchen "muß" noch ein wenig verändert in: "nichts muß, aber alles kann", dann wird auch der kleine Keeper seinen Spaß daran haben, diese interessante Position kennen zu lernen und dafür ein paar Tipps von seinem Trainer zu bekommen.


    Doch statt sind Spiel hinein zu rufen, hast du deine Beobachtung notiert und sie ihm beim nächsten Training erklärt. Dadurch konnte dein Keepers sich ganz aufs Spiel konzentrieren, statt zwischendurch darüber nachdenken müssen, was der Trainer wohl mit Hineinrufen, wie: "das nächste mal früher, den hät`s du aber auch halten können, schon wieder ein Torwartfehler ..." oder auch "klasse, prima ...für die Abwehr und "Mist" für den anschließenden Eckball, der zum Tor führt"!


    Du gibst deinem Keeper die Chance den Ball "begreifen" zu lernen. Denn im Training erhält er nicht nur dein Feedback, sondern du kannst es ihm im Dialog so erklären und zeigen, dass er es auch versteht. Und das Schönste ist: ihr könnt sogar sofort üben. So sieht er sofort den Unterschied zwischen der früheren Situation im Spiel und der neu hinzugewonnenen Fähigkeit, die seine Erfolgserlebnisse erhöhen wird.


    Dabei kommt es überhaupt gar nicht darauf an, wie perfekt das Ganze ist! Es kommt zunächst einmal darauf an, dass man nicht nur sich selbst, sondern auch den Kindern Fehlern gönnt (deswegen passt auch das "muss" nicht so gut) und auch die Kinder Fehler machen dürfen. Aber du gibt ihnen in diesem partnerschaftlichen Verhältnis die Chance daraus zu lernen, ohne dass sie sich dabei in die Ecke gedrängt fühlen müssen, weil sie sich für Fehler schämen sollen und weil du als Trainer ja alles besser kannst.


    Die wahre Stärke eines Trainers kann auch darin liegen, seine Schwächen zu kennen, statt sie zu ignorieren, um mit seinen Stärken triumpfieren zu wollen. Ich glaube, das meinte auch Björn mit seiner Bemerkungen zum absolutistischen Trainertpy, für den es nur die eine, nämlich seine Sichtweise gibt?


    Natürlich muß man sich auch nicht dafür schämen, das der Wunsch mit der Verbesserung seiner Spieler auch ein Sieg der Mannschaft einher geht! Insbesondere, wenn der Trainer hierbei im Sinne des Kindes seine Förderung steuert, statt die Bedürfnisse seiner Mannschaft nach altersgerechtem Training zu ignorieren.


    Es macht doch dann auch am meisten Spaß als Trainer, wenn die Spieler Spaß am Fussball haben. So regt man ihre Neugier an und sie wollen mit euch kleine Ziele erreichen! Je jünger sie sind, je kleiner (z.B. vom Spiel zum Training und zum nächsten Spiel) können sie sein. Denn ein Meistertitel ist lang hin, aber schon fast am Tag danach vergessen!

    Na ja "absolutistisch" ist schon ein großes Problem, weil sich ja jeder für den Besten hält und deshalb die anderen ja schlechter sein müssen. Zwar steh auch ich manchmal auf einer langen Leitung, wenn man sich jedoch u.a. als Torwarttrainer weitgehend autodidatisch mit diesem Themenbereich beschäftigt, dann ist man dankbar für jede 'Anregung. Schon deshalb begegnet man sich in aller Regel mit Respekt


    Dieses Forum ist einmalig, weshalb es sich lohnt dafür zu kämpfen, dass es ein lohnenswertes Diskussionsniveau behält. Allerdings steckt sie bei der Frage: wieviel Taktik ist gut für die F-Jugend ein wenig fest in den unterschiedlichen Ansätzen der Fähigkeiten von Kindern und Trainern. Ein schwacher F-Jugend-Jahrgang wird in sehr viel langsameren Schritten Technik und Taktik erlernen, während ein Team im Spitzenniveau bereits Elemente aus dem nächsthöheren Jahrgang sehr gut umsetzen kann.
    Es kommt aber auch sehr auf die passende Trainer an, die ihr Wissen und ihre Fähigkeiten kindgerecht vermitteln können. Da gibt es den Traienrlaien, der vielleicht als Vater vor 20 - 30 Jahren in einer niedrigen Liga oder überhaupt nicht gekickt hat. Fußball hat ihn danach nicht sonderlich interessiert. Erst über sein Kind kommt er erneut in Kontakt mit dieser Sportart und wird als Trainer engagiert, weil es sonst niemand machen will.
    Demgegenüber steht ein Trainer, gegenüber, der aktiv im höheren Leistungsfussball war, bereits mehrjährige praktische Erfahrungen als Trainer in dieser Altersgruppe besitzt und sich permament fortgebildet hat und mit Kollegen kontinuierlich über die Trends mit modernen Fussball austauscht.
    Weil die Unterschiede sowohl bei den Kindern als auch bei ihren Trainern so groß sind, können unterschiedliche Ziele für diesen Altersbereich jeweils die beste Lösung sein. Natürlich wäre es toll, wenn immer die passende Kindergruppe den für sie passenden Trainer findet oder der Trainer auf die für ihn passende Kindergruppe trifft! Aber das ist häufig nicht der Fall, weshalb sich Kinder und Trainer gegenseitig finden müssen, um gemeinsam den Spaß am Fussball zu entdecken. Über allem muß jedoch die gegenseitige Achtung und der Respekt stehen, egal auf welchem Niveau man sich begegnet und wie hoch die Unterschiede, aus denen man argumentiert aus sein mögen.

    Navigation und Landkarte

    Ach, ich finde diesen Vergleich eigentlich hilfreich! Denn darin klärt sich doch die Frage, ob man immer nur zu Fuß gehen soll, damit man jedes Detail auf dem Wege erkennt oder mit dem Rad fahren darf, um schneller von A nach B zu kommen, jedoch dabei nicht mehr jedes Detail erkennt?


    @Zodiak
    Es wird bei jedem neuen Denkansatz die Gruppen der "generellen Ablehner", der "Zweifler" und der "Befürworter" geben. Ich gebe zu anfangs zur Gruppe der Zweifler zu gehören, Kindern im unteren Jugendfussball bereits einfache Gruppentaktik vermitteln zu wollen, weil ich meinte, dies wäre noch die Zeit, um zufuss zu gehen, statt bereits Radfahren zu wollen. Jedoch habe ich mehrfach sehen können, wie sehr gute Trainer ohne Drill oder Zwang talentierten Kindern sinnvolle und deshalb zusammenhängende Optionen der Offensive und Defensive vermitteln konnten. Denn nur, wenn es Opitionen, statt vorgefertigte und lediglich zu wiederholende Aktionen (nachmachen können Affen ja auch), kann es als eine Spielintelligenz bezeichnet werden.


    Dennoch habe ich mich noch nicht von allen Zweifeln lösen können, weil es mir nicht allein darum geht, was man mit "ausgewählten Spielern", die mit besonders hoher Eigenmotivation ausgestattet sind, machen könnte, sondern was in einer nicht homogenen "normalen Mannschaft" passiert? Was macht man, wenn es Kinder gibt, die im Denken langsamer sind und die Impulse des Trainers nicht verstehen? Selbst mit sehr viel Fingerspitzengefühl koppelt sich die Leistung immer mehr vom Rest der Mannschaft ab! An dieser Stelle trennt sich dann wohl die Diskussion zwischen "ausgesuchten Spielern" in einer besonderen Fussballförderung und einer "Spaß statt Leistung-Dormannschaft, wo auch der dicke Paul den selben Anspruch auf Erfolgserlebnisse hat.


    Wenn es jedoch eine Trennung zwischen Spaß mit/ohne Leistung geben soll, dann muß man offen sagen, was man im Schilde führt und darf es nicht unter allerlei Makulatur verstecken. Ansonsten könnt der Eindruck entstehen, jeder könnte ein "Fussballprofessor" werden!


    Wir müssen da offen drüber sprechen, dem generelle Ablehner, Zweifler und Befürworter miteinander, statt übereinander reden!

    Der Trainer sollte eine Landkarte sein und niemals ein Navi!

    Na, das ist aber mal ne These! :P


    Also ich hab relativ häufig ein neues Navi! Da brauch ich mir den Weg nicht zu merken, denn mich interessiert ja nur, wie ich von A nach B komme. Wozu soll ich es mir auch merken? Deiner These folgend sollte man vielleicht sogar besser zu Fuß gehen, damit man sich jedes Detail des Weges besser einprägen kann, als wenn man mit dem Auto, dem Zug oder gar micht dem Flugzeug diese Strecke in Windeseile schafft.


    Ich glaube, auch hier im Forum gibt es ein paar sehr gute Trainer, die ohne Drill und Instrutieren auch einer E-Jugend bereits eine Reihe von taktischen Fähigkeiten vermitteln können. Das Bild vom überehrgeizigen Kindertrainer (mit Fernseh-Bundestrainerlizenz) sollte man deshalb nicht leichtfertig verallgemeinern. Wenn Kinder etwas nicht wollen, dann geben sie deutliche Signale. Auch läßt die Konzentration deutlich nach, wenn es keinen Spaß mehr macht und die Erfolgserlebnisse fehlen. Oder ist es vielleicht die Angst, sich in neues, unbekanntes Terrrain vorzuwagen?



    Du hast völlig richtig geschlussfolgert. Taktik bedingt Technik, nicht umgekehrt!

    Wenn man Taktik sehr allgemein als Plan erfolgreich Fussball zu spielen beschreibt, dann kann es zunächst einmal gar kein vollkommenes Spiel ohne Taktik geben. Denn der Antrieb zum Gewinnen folgt der Logik eines Erfolgsplanes. Die Frage, wieviel man als Taktik erkennen kann, darf jedoch nicht aus Sicht eines Erwachsenen auf ein Kind getroffen werden, sondern allenfalls aus der Betrachtungsweise eines Kindes. Weil auch wir nicht wissen können, was das Kind in 20 Jahren als Ziel seiner taktischen Fähigkeiten erwerben wird, macht es keinen Sinn, es mit uneren heutigen Maßstäben als relativ gering oder schon weit fortgeschritten zu beurteilen. Wir können allenfalls solche Vergleiche in der Vergangenheit anstellen.


    Kommen wir also zur Technik. Hier gibt es für einen guten Trainer (ähnlich wie bei der Taktik) nicht viel mehr zu tun, als den Kindern dort weiter zu helfen, wo sie es allein nicht so schnell schaffen (bzw. weil man sie ein wenig mit dem Navi vertraut macht, statt ihnen eine altertümliche Landkarte in die Hand zu drücken)


    Natürlich unterliegt auch und gerade der Kinderfussball einer Moral, in der ihre Interessen in den Mittelpunkt zu stellen sind. Kinder aber wollen Spaß und sie wollen heute Antworten und nicht erst in 5 oder 10 Jahren. Unsere Aufgabe als Trainer ist es jedoch nicht, ihnen die fertigen Antworten zu präsentieren, sondern sie von selbst darauf kommen zu lassen. Früher meinte man, jede Technik müsse bis aufs I-Tüpfelchen gleich aussehen, heute weiß man immerhin schon, dass sich das Kind an der Technik ausprobieren darf, um seine Version zu optimieren. Früher durften die Kinder auch nur mit der rechten Hand schreiben. Heute läßt man ihnen die Wahl!


    Was ich damit eigentlich sagen möchte ist, dass wir viel zu viele Dinge übernehmen und uns dadurch selbst Hürden aufbauen, die uns daran hindern, die Sichtweise zu verändern, um neue Erkenntnisse zu gewinnen.


    Jeer sollte es so gut machen, wie er kann! Genauso, wie man es jeden Tag als Vater macht. Mal mit mehr, mal mit weniger Erfolg!

    @Schimanski


    Ich habe mir gerade beim NFV die Ergebnisse des U 13 - Hallencup angeschaut. Hierbei treten Kreisauswahlen gegen NLZ der Proficlubs an.


    Es gewannen 9 x NLZ und 4 x Kreisauswahlen.


    Die Erfolge resultieren aus unterschiedlichen Rahmenbedingungen. Im NLZ trainiert die Mannschaft mehrmals wöchentlich und hat regelmäßige Wettkämpfe. In der Kreisauswahl wird 1 x wöchentlich trainiert und gelegentlich zu Turnieren eingeladen.


    Die Zusammensetzung der Teams ist ebenfalls unterschiedlich. Die NLZ befinden sich in größeren Städten mit einer entsprechend höheren Talentdichte. Hier ist es etwas einfacher, ein homogenes Jahrgangsteam zusammen zu stellen. Die Kreisauswahl befinden sich hauptsächlich auf dem Lande mit einer geringeren Talentleistungsdichte. Hier ist es eher zufällig, mal einen homegenen Team Wettkämpfe zu bestreiten.


    Während im NLZ in aller Regel in der höchstmöglichen Liga gekickt wird, entstammt ein Teil der Kreisauswahlen aus Teams der unteren Ligen.


    Zwar ist das Leistungsverhältnis von 70 - 30 % deutlich, aber man vergleicht hier "Apfel mit Birnen". Daraus lassen sich kaum belastbare Aussagen ableiten, ob sich bereits ein Wechsel zur U 13 lohnt oder ob ein späterer Start in den Leistungsfussball erfolgversprechener ist?


    So mag der Eine zum Ergebnis kommen, dass der Leistungunterschied aufgrund des höheren Aufwands größer sein müßte und der andere sein Fazit darin sehen, dass selbst unter intensiver Frühförderung die Entwicklung des jungen Menschen nicht sigifikant beschleunigt werden kann, sodass das noch Zeit für eine Entscheidung bleibt.


    Weil jedoch die Rahmenbedingungen auch in den NLZ wie in den größeren Heimatvereinen sehr unterschiedlich sind, ist es eine sehr individuelle Entscheidung mit vielen Unwägbarkeiten. Dessen sollte man sich klar sein.


    Man sollte sich aus den vorgenannten Gründen beim Eintritt in den Leistungsfussball immer wieder neue, realistische Ziele setzen, statt bereits in einer Phase, in der Erfolgsprogosen noch nicht möglich sind, statt sich ein unrealistisches Ziel (z.B. Profi, Nationalspieler) zu setzen. Diese Informationen hätte ich mir bei der Präsentation des DFB und mancher NLZ gewünscht. Denn mit kurzfristigen und realen Zielen lassen sich Talente wie auch Eltern sehr viel besser in die neue Fussballwelt einführen und die Zeit darin mit dem Gefühl etwas besonderes erlebt zu haben auch im Nachhinein genießen.

    @Grätsche


    Danke für den Hinweis. Die Turniere hatte ich glatt vergessen! Was ich euch aber auch fragen wollte ist, ob man sich in einem so großen Kader noch als Mannschaft fühlt, wenn in den "wichtigen Spielen" die Besten und in den anderen Spielen die Anderen spielen?


    @Chris
    Die räumliche Nähe zu einem NLZ mag zunächst einmal ein signifikanter Entscheidungsfaktor sein. Denn das Talent benötigt zunächst noch seine Eltern, um den Alltag gut bewerkstelligen zu können.


    Diese Frage, ob und wann der Absprung richtig ist, kann man nur individiduell beantworten. Einige Profi-NLZ sind dazu übergegangen, die Positionsausbildung erst in der B-Jugend-Zeit zu gestalten. Vorher sollen die Talente auf allen Positionen gefördert werden. Die HSV-Statistik läßt mit ihrer niedrigen Fluktuationsquote in der U 17 und U 19 auf intensivere Planung schließen.


    Der Hinweis auf die Intensivtät im oberen Jugendbereich "für den letzten Schlitt" ist ein besonderes Merkmal. Aber auch zwischen der U 17 und U 19 kann nicht nicht gesagt werden, wer es danach mal in die 1. - 3. Liga schafft?


    Natürlich nimmt die Professionalität in den NLZ im Rahmen ihres Budget zu. Aber auch das NLZ kann schon allein aus eigenen wirtschaftlichen Interessen nicht sagen, wann der richtige Zeitpunkt für einen Wechsel optimal ist. Denn es steht ja in Konkurrenz zu anderen NLZ.


    @Sir Alex
    Ich hab da so meine Schwierigkeiten bei einem langfristigen statistischen Vergleich der Daten. Zwar werden diese auch vom DFB regelmäßig gemacht, um eine Kontrolle der Planziele zu verfolgen. Aber man gewinnt nur wenig belastbare Aussagen. Das liegt daran, dass wir versuchen in einer Mannschaftssportart einzelner Spieler zu beurteilen. Bei einer Einzelsportart ist das hingegen einfacher. Hinzu kommt, dass sich kaum eine andere Sportart wie der Fussball seit Gründung der Bundesliga (später kamen die 2. und die 3. Liga hinzu) im Laufe der Jahre so gewandelt hat.


    Auch die Rahmenbedingungen (Ganztagsschulen, Turbo-Abi, finanzielle Unterstützung, usw.) zwischen heute und vor 10 oder gar 20 Jahren unterscheiden sich deutlich, sodass sie kaum Aussagen für heutige und zukünftige Verhätnisse zulassen. Dass unter denen, die schon früh gestartet sind, immer auch welche sind, die es später bis nach ganz oben schaffen, sollte unbestritten sein. Aber damit klärt sich nicht die Frage, ob es denn für jeden Interessenten die individuell bestmögliche Karriereplanung ist, damit frühestmöglich zu beginnen? Gerade wenn man bedenkt, das ein Plan B für 99,5 % irgendwann erforderlich ist, wenn man irgendwann durch Selektionsraster fällt. Da paßt dein Beispiel des Jura-Studenten sehr gut dazu. Denn in kaum einem Studenfach gibt es mehr Abbrecher, weshalb kaum jemand bereits während des Studiums ernsthafte Gedanken darüber verschwendet, mal Bundesrichter zu werden. Wenn es aber sehr unwahrscheinlich ist, einen bestimmten Wunsch zu erreichen, dann kann man doch erst einmal mit der konkreten Herausforderung beschäftigen. Irgendwann sagtest du einmal: man sollte sie auf ein Ausscheiden besser vorbereiten. Ich denke mal, da hast du recht, denn sehr viele sehen es als ein persönliches Scheitern eines großen Lebenszieles an. Bleibt nur noch die Frage, wer es ihnen sagt?

    @Gratsche und Follkao


    Vielen Dank für eure Erläuterungen. Klar macht die Veränderung von 7-er auf 9-er einen Unterschied. Wenn ich allerdings die Erhöhung der Mannschaftsstärke von 15 (U 11) auf 17 (U 12) nehme, dann bin ich immer noch bei ca. 30 % an Spielern der U 12, die weniger als 1 Jahr im Verein sind. Denkt ihr, es ist O.k. wenn man sich schon so früh für einen Abbruch der Talentkarriere entscheidet? Mir scheint die Skala zwischen "himmelhochjauchzender und zu Tode betrübter Entwicklung" in so frühen Jahren etwas zu klein zu sein. In Anbetracht dessen, dass immer weniger Kinder geboren werden, könnte man es auch "Talentverschwendung" nennen?


    Wie empfindet ihr denn die Relation der Mannschaftsstärke zur Teamstärke im Wettkampf in Verbindung mit dem Ausbildungsauftrag im NLZ?


    Meint ihr, alle aufgenommenen Talente bekommen dort genügend Spielzeit, um das im Training Erlernte im Wettkampf auszuprobieren? Haben


    Haben die lizensierten NLZ einen Ausbildungsauftrag oder gehts mehr um die Beobachtungsentwicklung von Talenten im eigenen und fremden NLZ und um damit verbundene günstige Transfer? Ist ein ausreichend veranlagtes Talent eine Handelsware für die Ein- und Verkaufsabteilung des Profi-Unternehmen mit angeschlossenem NLZ, deren Ziel die Gewinnmaximierung ist? Oder befinden wir uns hier im breiten grauen Rand des Gesetzes, das einerseits Kinderarbeit verbietet, andererseits jedoch keine juristischen Einwände gegen eine stetig ausufernde Trainings- und Wettkampfzeiten zusätzlich zum Schulalltag hat?
    Wieviel am kindgerechtem Konzept wird tatsächlich gelebt? Gibt es eine effektive Kontrolle, wenn die Ausnahme zur Regel erklärt wird? Natürlich ist man schnell mit einer Lösung der Kontrolle durch die Eltern bei der Hand! Ich befurchte nur, dass sie rasch überfordert sind? Wie lässt es sich sonst erklären, dass eine Vielzahl von überehrgeizigen Eltern ihre Kinder als vermeintliche Talente jährlich wie sauer Bier den Vereinen aufdrängen? Welcher Vater oder welche Mutter traut sich den Mund aufzumachen, wenn ihm/ihr etwas spanisch vorkommt? Muß man doch gleizeitig befürchten, dass das Kind sofort seine Sachen packen darf?
    Braucht die immer professioneller aufgebaute Nachwuchsförderung Gesetze, die das Wohl des Kindes besser in den Mittelpunkt des Interesses stellt, sodass niemand Gedanken damit verschwenden muß, sein 7-jähriges Kind aus der gewohnten Umgebung heraus in dein Wirtschaftsunternehmen zu geben?

    @Talentfreier Vater


    Es ist sicher nicht immer einfach zwischen Informationen und Werbebotschaften zu trennen, zumal meist Vergleiche fehlen. Deshalb hab ich mir mal die Mühe gemacht, am Beispiel des HSV nachfolgend einige statistische Zahlen zu sammeln:


    Jahrgang: Anzahl Spieler: davon im 2. Halbjahr geboren: Quote in % davon weniger als 1 Jahr im Verein: Quote in %
    U 11 15 3 20 % 5 33 %
    U 12 17 3 18 % 8 47 %
    U 13 20 3 15 % 4 20 %
    U 15 20 3 15 % 5 25 %
    U 16 22 4 18 % 5 23 %
    U 17 24 2 8 % 2 8 %
    U 19 25 6 24 % 2 8 %


    Bei der Datenaufnahme kamen allerdings bestimmte Zweifel auf. So glaubte ich bislang, dass die 5. Jahreszeit dem Karneval vorbehalten sei. Jedoch gibt es in der U 19 einen Spieler, lt. Angaben am 11.13. geboren wurde.


    Aber jetzt wollen wir uns mal ein wenig mit den Daten beschäftigen. Zunächst einmal fällt auf, dass ab der U 17 eine intensive Ausbildung erfolgt und man sich dafür gewissenhaft die Spieler mit den größten Erfolgsprognosen ausgesucht hat. Ein Beleg hierfür ist die niedrige Quote ( 8 % ) der Vereinszugehörigkeit von unter einem Jahr in der Mannschaft. Vorher ist die Fluktuationsquote deutlich höher, weshalb weitaus eher von einer Talent-Entwicklungsbeobachtung als von einer -ausbildung gesprochen werden kann. Wie läßt sich sonst die Qoute von 47 % mit weniger als 12 Monaten Zugehörigkeit (für die Andere gegangen sind/wurden) erklären? Weil das Scouting jedoch schon früh beginnt, kommen die Neuen zu einem guten Teil auch aus NLZ von niedriger spielenden Vereinen. Auch dies wurde bereits von einem Kollegen mit Erfahrungen im Nachwuchs-Leistungsfussball beschrieben.


    Der RAE-Effekt läßt sich in allen Mannschaften nachweisen. Denn bei einer "Normalverteilung" hätten jeweils ca. 50 % aller Spieler der Mannschaft im ersten und im zweiten Halbjahr geboren sein müssen. Wer es erst gar nicht in ein Team schafft, weil er als Spätgeborener u.a. physische Nachteile gegenüber den früh im Jahr geborenen Kindern hat, der bekommt also meistens erst gar keine Chance, sich mit "Seinesgleichen" zu messen. Die Chancengleichheit wird jedoch besonders in der Vereinsdarstellung wie in der allgemeinen Leistungspräsentation in der Talentförderung präsentiert. Nachgewiesen werden kann dieses Merkmal jedoch nicht!


    Wer Lust hat, kann diese Daten ja mal mit seinem nächstgelegenen NLZ vergleichen und ggf. Abweichungen und deren Ursachen beschreiben.

    @raicoon


    Wie alt sind denn deine Kinder überhaupt?


    Also irgendwas geht immer! Wenn du statt Taktiktafel Hütchen oder Leibchen nimmst, dann kannst du mit den Kindern enfache Situationen auf dem Spielfeld simulieren und dazu Fragen stellen, wie:
    Ballführende Mannschaft: "wohin würdest du den Ball spielen (Begründung) oder zur anderen Mannschaft: was hat der Gegner vor, wie kann ich seinen Plan durchkreuzen? Wichtig ist, die Fragen zunächst offen zu stellen, um die Phanasie der Kinder anzuregen und sie zur Teilnahme zu bewegen.



    "Bierdeckel"-fussball
    Als Tore werden 2 Papierkörbe geholt, die an jedem Ende der Kabine aufgestellt werden. Dann werden 2 gleichgroße Teams gebildet Jeder Spieler bekommt einen Bierdeckel (aus Pappe, findet ihr sicher im Vereinsraum.). Als Ball dient ein Tischtennisball (zur Not tuts ein Papierknäuel).


    Kabinen-Spiel: "Rentner-Fussball"
    Als Tore werden 2 Papierkörbe geholt. Die beiden Teams ziehen ihre Fussballschuhe aus und sitzen sich (wie Rentner) auf den beiden Bänken gegenüber und versuchen den Ball ins Tor des Gegners (Papierkorb) zu befördern.


    Kabinen-Spiel: Baby-Fussball
    Die Regeln sind ähnlich, allerdings wird statt eines Fussballs ein Luftballon aufgepustet. Wenn vorhanden, zusätzlich einen runden Kaugummi hineingeben, sodass der Ballon kaum vorhersehbare Sprünge und Flugkurven macht und deshalb nicht so leicht ins Tor (Papierkorb) fällt. Das erhöht den Spaß und die Spannung der Kinder noch ein wenig.


    Kabinenbowling
    Es werden 2 gleichgroße Teams gebildet, die sich jeweils in einer Reihe aufstellen und die Beine so weit auseinander stellen, das ein Ball hindurch gerollt werden kann. Nach jedem Rollen werden die Positionen getauscht. Sieger ist, wer am schnellsten mit allen Spielern den Ball durch die Gruppe rollen konnte. Je nach Alter und Fähigkeiten kann man statt Rollen auch hindurchpassen. Wenn die Kids ein wenig älter sind, kann man am Ende einen 2. Ball positionieren, der "gebowlt" wird und in ein Hütchentor am Ende der Kabine für einen Zusatzpunkt sorgt.


    "Trottel?"
    Dazu werden 3 Spieler vom Trainer ausgewählt. Sie begeben sich kurz in einen Nebenraum. Ihre Aufgabe ist es nun, sich eine Fussballgeschichte auszudenken. Jedoch lügt einer der 3 das "Blaue vom Himmel" Nun kehren sie in die Kabine zurück und erzählen ihre Geschichte. Einen Punkt bekommt der Spieler, der die gelogene Geschichte zuerst bemerkt und laut "Trottel" ruft. Er darf sich anschließend 2 Kameraden aussuchen und sich ebenfalls im Nachbarraum 3 kleine Geschichten ausdenken, von der Eine gelogen ist.


    Je nach Alter eignen sich manche Spiele besonders. Einige Spiele sind "zeitlos"! Der Phantasie sind kaum Grenzen gesetzt. Eigentlich mal eine Kabine nicht, so kann man auch den Flur nehmen. Es sollten jedoch solten keine spitzen Gegenstände im Spielraum sein, an denen man sich böse verletzen kann.

    @Schimanski


    Zunächst einmal finde ich es gut, dass endlich auf den RAE-Effekt bei der Selektion zur Talentförderung reagiert wird. Das ist längst noch nicht überall der Fall. Eine weitere Schwierigkeit der Talentsichtung besteht darin, die gute oder weniger gute Ausbildung im Heimatverein von den Talentanlagen zu trennen. Ferner gilt es die Aktionen dahin gehend zu prüfen, ob sie zufällig gut oder schlecht ausgingen oder ob Regelmäßigkeiten zu erkennen sind. Hingegen sind aktives Verhalten und sich ins Spiel einbinden wollen Merkmale einer ausgeprägten Motivation. Diese Motivation ist Grund zur Neugier, sodass man guter Hoffnung sein kann, sehr gute Fortschritte in der Ausbildung zu erzielen. Natürlich erkennt man die "Überflieger eines Jahrgangs rasch". Was aus ihnen wird, dann weiß man aber noch nicht! Da sollte man sich mit Prognosen zurück halten. Es macht sehr viel Spaß mit ihnen zu arbeiten, weil sie sich vieles selbst erarbeiten können, wofür andere immer wieder Hilfe benötigen. Ihr Lerntempo kann so hoch sein, dass sie einen "Leistungsschatten" hinterlassen, indem es für andere schierig ist, sich für ihre Verhältnisse gut zu entwickeln. Zwar gibt es schon früh Verbandsauswahlen. Aber dort gibt es schon allein aufgrund der Entferungen keine Möglichkeiten diese jungen, hochtalentierten Spieler analog der Auswahl zu fördern. Weil jedoch die geistige Entwicklung nicht von der körperlichen Leistungsfähigkeit getrennt werden kann und gerade die geistige Entwicklung immer wertvoller für die Ausbildung wird, darf man den Fussball nicht isoliert betrachten, sondern in einer guten Kombination zur schulischen Entwicklung sowie dem sozialen Alltagsumfeld sehen. Hierüber findet man jedoch kaum wissenschaftliche Erkenntnisse, die als Entscheidungshilfen dienen könnten.


    Ein perfektes Sichtungssystem wird es wohl nicht geben. Auch der Sparkassencup hat seine Schwächen. Kann mich da an einen Fall erinnern, in dem deshalb ein Talent nicht teilnahm, weil es sich gerade den Arm gebrochen hatte. Es ist dann per Zufall später entdeckt worden und spielt heute in der B-Jugend-Bundesliga.


    Auch gibts nach wie vor Vereine, die es mit der "Pflichtveranstaltung" für die Talentsichtung anlääslich des Sparkassencup nicht so genau nehmen. Der Prozentsatz ist sicherlich von Stützpunkt zu Stützpunkt unterschiedlich. Hier spielt auch die Kommunikation und die Kontinuität in den Förderleistungen eine Rolle.


    @Steini
    Wenn es um einen Vereinswechsel geht, dann sollte es dabei möglichst keine Verlierer geben. Den für mich schlimmsten Fall sehe ich darin, wenn das Kind der Verlierer ist! Den leider probieren es die wenigsten ein zweites Mal, nachdem sie schlechte Erfahrungen gemacht haben. Dass mit den "schlechten Trainern", denen der eigene Verein mißtraut und deshalb lieber die besten Talente holt, war natürlich ironisch gemeint. Aber das Ligasystem gibt bis auf wenige Ausnahmen gar keine Möglichkeit, sich bereits ab der D-Jugend mit gleichstarken Teams auf "Augenhöhe" zu messen. So ist der Vereinswechsel häufig damit verbunden, das man gleichzeitig die Vereine schwächt, gegen die man anschließend in der Liga um Punkte kämpft. Da reicht es dann, wenn das Team, welches hauptsächlich aus Auswahlspielern besteht, auf die Fehler des Gegners wartet. Abwehrspieler oder Torleute können sich in so einer Mannschaft kaum entwickeln, weil sie im Wettkampf vielleicht ein paar Rückpässe bekommen und ansonten kaum gefordert werden.


    Aber ich würde an dieser Stelle ungern über die Möglichkeiten von negativen Nebenerscheinungen sprechen, weil man sonst die vielen positiven Elemente der Talentförderung zu schnell aus den Augen verliert. Wenn es recht ist, dann sollten wir @Schimi die Gelegenheit geben, hier sein Tagebuch fortzusetzen, um damit Taussenden von Eltern und Trainern Hinweise für die eigenen Kinder zu geben!

    @Schimanski


    Alles klar! Dann drück ich dir mal die Daumen, das ein oder vielleicht mehrere deiner Kandidaten sich für die Auswahl empfehlen können.


    Im Regelfall ist es so, als das die Ergebnisse im Sichterteam ausgetauscht werden und der jahrgangsverantwortliche Stützpunkttrainer mit den Eltern der Gesichteten Kontakt aufnimmt. Die "Wackelkandidaten" werden ebenfalls eingeladen. Nach ca. 3 Trainingseinheiten entscheidet man sich erst mal für ein festes Auswahl-Team, was sich danach kaum noch ändert.


    Gute Talente entwickeln sich prima in einem harmonischen Umfeld zwischen Eltern, Trainern, Verein und Stützpunkt. Denn Stress will auf Dauer niemand. Wenn eure Eltern gut "geerdet" sind, dann ist anzunehmen, dass sich auch deren Kinder sehr wohl bei euch fühlen und kein Grund zum hektischen Vereinswechsel besteht. Unterstützen ja, aber einmischen nicht. Interesse zeigen ist O.K. Auch die Stützpunkttrainer haben meist ein offenes Ohr. Was jedoch nervig sein kann, wenn Eltern oder Trainer allzuhäufig nachfragen, wie es denn nun gerade um den Jungen steht!


    Bei den Mädchen entwickeln sich in der Talentfrühphase gerade die aus den kleineren Vereinen häufig am besten. Denn bei den größeren Vereinen dürfen sie leider nicht immer in der 1. Mannschaft spielen und werden weder im Training noch in den Spielen des Heimatvereins regelmäßig gefordert. Erschwerend kommt hinzu, dass hier das Fördertraining meist nur 1 - 2 mal monatlich stattfindet. Solange die Mädchen in einem Jungenteam mit ausreichender Liga-Qualität mitkicken dürfen, läuft es in aller Regel gut. Ab der C-Jugend sollte man schauen, wie es bestmöglich in seiner Umgebung gefördert werden kann.


    Aber du stehst ja noch ganz am Anfang. Lass es einfach als neue Herausforderung auf dich zukommen!

    @Schimanski


    Da hast du ja mal wieder ein "heißes Eisen" angepackt!


    ich nehme mal an, dass dein Sohn nicht an der E-Jugend-Kreisauswahl teilgenommen hat und nunmehr direkt zum DFB-Stützpunkt (ab D-Jugend) gelangt ist? Als Trainer kannst du die Aussagen der Abwerber sicher besser einschätzen und direkt erkennen, warum der Abwerber-Verein der Qualität seiner Jugendtrainer nicht vertraut, sodass er sich gezwungen sieht, die Jungs aus anderen Vereinen dadurch abzuwerben, in denen er euch das erzählt, was ihr gerne hören wollt.


    Ich kann ja die Nervösität verstehen, aber viele deiner Fragen werden sich im ersten halben Jahr von ganz allein beantworten. Da würde ich mich gar nicht aus der Ruhe bringen lassen. Allerdings kann es sich lohnen einen Notizblock mitzunehmen, um so gleich mal interessante Übungen und Spielformen für die eigene Mansnchaft für sich mitzunehmen und vom Niveau her ein wenig anzupassen.


    Immer, wenn ein neuer Jahrgang kommt, ist die Elternschaft groß vertreten und euphorisch! Aber das gibt sich mit der Zeit. Auch hört man von den ersten Vereinswechseln und manchmal wird zeitnah davon berichtet, dass dort auch nur mit Wasser gekocht wird und zuvor vereinsgefärbte Werbung statt echte Inforationen gehandelt wurden.


    Setz also deinen Jungen erst gar nicht unter Druck, den er sich höchstwahrscheinlich schon selbst macht, weil er ja weiterhin zu den Besten gehören will. Unterstütze ihn lediglich und schaue regelmäßig in ihn hinein, ob es ihm Spaß macht oder ob er mit Ängsten kämpft. Seht die Auswahl als Bonus für seinen Fleiß und seine Anlagen im Fussball an. Auf diese Weise könnt ihr die Zeit beide genießen, in dem nicht muß, aber alles kann!

    @Andre


    Kannst wieder runterkommen! Die Inflationsrate betrug 2014 gerundet 0,9 und 2015 gerade mal 0,3 %. Also damit ist der Verein auch nicht zu retten! Wenn man aber über Jahrzehnte seine Vereinsbeiträge nicht erhöht (weil man andere Einnahmequellen ausgemacht hat), der darf sich nicht wundern, dass sich Widersprüche melden, wenn denn ansonsten keine Verbesserung eintritt. Hätte man seinerzeit wie auch alle anderen gemeinnützigen Einrichtungen seine Beiträge angepaßt, dann gäbe es dieses Problem heute vermutlich nicht!


    @davidizzle


    Da ist nun die andere Seite der Medaille! Auch die Jugendlichen haben ihre Ansichten zum Vereinsfussball geändert. Was ich aber nicht so ganz nachvollziehen kann ist, welche Nachhaltigkeit ihr in der Betragsfreiheit und kostenloser kompletter Ausrüstung seht? Mittelfristig schadet ihr euren Verein doch eher damit, als das ihr einerseits mithelft, das sich die Kostenschraube immer schneller dreht und andererseits offensichtlich zu wenig leistet, damit die Jungs auch ohne "Begrüßungsgeld" zu euch kommen! Was sagen denn eigentlich die Jugendlichen dazu, die aufgrund bereits vorhandener Mitgliedschaft nicht beitragsfrei gestellt werden und keine Klamotten bekommen?


    Ein Verein sollte m.E. immer langfristige Ziele haben und sein Konzept stets dahingehend prüfen, ob es im Rahmen der Möglichkeiten zukunftsfähig ist. Leider sind viele Vereine durch die alternativen Geldquellen in den vergangenen Jahrzehnten aus dem Gleichgewicht geraten. Ihre Handlungsfähigheit wird mit der Abhängigkeit von Dritten immer weiter eingeschränkt und bedarf dringender Korrektur. Mein Wunsch wäre es, wenn der Verein ein Treffpunkt der Generationen wäre, wo man sich nicht nur über den Fussball austauscht, sondern miteinander kommuniziert, statt übereinander zu reden. Dazu sollten die sportlichen Ambitionen eines Dorfvereins wieder etwas heruntergeschraubt und dafür der gesellschaftliche Nutzen wieder höher bewertet werden. Im Moment habe ich das Gefühl, dass im untersten Jugendbereich schon viel kaputt gemacht wird, was später kaum noch wieder gut zu machen ist. Daran sind wir alle ein stückweit beteiligt, wenn wir den leichten, bequemen Weg stets dem vorziehen, bei denen Steine aus dem Weg geräumt werden müssen.