Beiträge von TW-Trainer

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    Liebe Fussballfreunde,


    ging man noch vor Jahren davon aus, das Siegmund Freud mit seiner These, der Mensch sei ein Produkt seiner Umwelt, schon alles gesagt wurde, fängt man so langsam an, dessen Theorie einzuschränken. Da ist zum einen der individuelle Wille des Menschen, der ihn nicht unbewußt permanent Dinge tun läßt und da sich Faktoren, die z.B. aufgrund des RAE etwas mit seinem Geburtsmonat zu tun haben und so schon von ganz früh an kleine Unterschiede sichtbar werden.
    Auch andere Wissenschaften beschäftigen sich mit dem Thema RAE. Hier mal ein aktueller Auszug:


    Studie: Geburtsmonat beeinflusst Berufswahl
    Victoria Beckham´s Tochter Harper Seven könnte eines Tages Maurerin werden - oder US-Präsidentin. Denn laut einer aktuellen Studie des britischen Statistikamtes ist die Wahrscheinlichkeit, dass August-Geburtstagskinder diese Berufe ergreifen, besonders hoch. Schuldeneintreiber werden demnach überproportional häufig im Januar geboren und Babys, die im März Geburtstag haben, werden häufiger Piloten als andere Menschen...


    Wenn Sie schon immer davon geträumt haben, dass Ihr Nachwuchs Zahnarzt wird, dann sollten Sie sicherstellen, dass Ihr Kind im Dezember geboren wird. Das besagt zumindest eine aktuelle Studie des britischen Statistikamtes, aus der der "Daily Telegraph" zitiert. Für die Studie hat das Amt die Zahlen der letzten Volkszählung unter die Lupe genommen und die Geburtsmonate von Menschen aus 19 verschiedenen Berufssparten analysiert.


    Die Ergebnisse legen nahe, dass der Geburtsmonat die Wahrscheinlichkeit einer bestimmten Berufswahl erhöht: Werden im Januar beispielsweise vermehrt Hausärzte und Inkassobevollmächtigte geboren, so ist der Anteil von Metallarbeitern in diesem Monat auffallend gering.


    Eine Geburt im Februar scheint laut der Studie die Chancen zu erhöhen, Künstler zu werden, während im März häufig Piloten, geboren werden. Wer in den Sommermonaten auf die Welt kommt, sollte nicht auf eine Fußball-Profi-Karriere hoffen und hat zudem eher geringe Chancen, ein gut verdienender Arzt oder Zahnarzt zu werden.


    Unter denjenigen, die im September Geburtstag feiern, befindet sich laut der Untersuchung hingegen ein überdurchschnittlich großer Anteil an Sportlern und Physikern. Die beiden für September-Geburtstagskinder unwahrscheinlichsten Berufsgruppen sind laut der Studie dagegen Maurer (der wiederum häufig im August geboren werden) und Friseure. Schlechte Nachricht für Novemberkinder: Die Wahrscheinlichkeit, als Serienmörder zu enden, ist bei ihnen laut der Studie höher als bei Menschne mit anderen Geburtsmonaten...


    Bestimmte Berufsgruppen, vor allem Vorstände großer Unternehmen und Makler, werden laut der Analyse hingegen relativ gleichmäßig über das Jahr geboren.


    Einige Forscher sind überzeugt, dass der Einfluss des Geburtsmonats sich auf die Intelligenz eines Menschen und sogar seine potentielle Lebensdauer erstreckt. Obwohl diese Trends schwierig zu begründen sind, gebe es durchaus wissenschaftliche Anhaltspunkte für den Zusammenhang zwischen Geburtsmonat und gesundheitlichen Problemen. Frühlingskinder haben laut der Studie beispielsweise ein höheres Risiko für eine Vielzahl von Krankheiten, einschließlich Asthma, Autismus, Schizophrenie und Alzheimer.


    "Es scheint auf den ersten Blick absurd, dass der Geburtsmonat die Chancen im Leben beeinflussen kann. Aber wie lange Sie leben, wie groß Sie sind, wie gut Sie in der Schule sind, Ihr Body-Mass-Index als Erwachsener, Ihre Morgen-versus-Abends Vorlieben und wie anfällig Sie für gewisse Krankheiten sind, hängt alles zu einem gewissen Grad mit der Jahreszeit zusammen, in der Sie die Gebärmutter verlassen haben", zitiert der "Telegraph" Russell Foster, Neurowissenschaftler der Oxford University.


    Mir ging es beim Thema RAE im Fussball vornehmlich um die Kontrolle einer Chancengleichheit und der Bedeutung für die Talentförderung. Aber Fussball ist ja nur ein kleiner Teil unseres Lebens. Wer sich allerdings darüber hinaus für dieses Thema interessiert, der findet in diversen Wissenschaftszweigen bereits umfangreiche Infos.

    Liebe Fussballfreunde,


    ich habe eine Bitte. Wenn diese Diskussion substanziell gewinnen soll, dann bitte ich darum, sich zunächst in das Thema RAE einzulesen und dann zu kommentieren.


    Also nochmal:


    1. Beim RAE geht es um eine Jahrgangsbeurteilung! Ein Jahr beginnt am 01.01. und endet am 31.12.!


    2. Als Begründung für die besseren geistigen Fähigkeiten wurde der Einschulungsstichtag (bis 30.Juni) genannt. Demnach sind Kinder, die im ersten Halbjahr geboren und ein Jahr früher als die im zweiten Halbjahr Geborenen, auch geistig weiter gereift.


    Vom 01.08. steht da nirgends etwas!


    Was Follkao meint ist, das früher einmal alle nach dem 1.8. geborenen ein Jahr länger in der Jugendklasse bleiben konnten. Das war vielleicht für die Mannschaft, in der er spielte ein Vorteil, aber nicht für den Spieler, dessen Leistungen mit denen verglichen wurden, die vor dem 1.8. geboren sind!

    Ein völlig überbewertetes Thema.
    Wenn die Zahlen stimmen, dann sieht man, dass es bei dem Team, um das sich alles dreht beim DFB, relativ ausgeglichen ist (Herrennationalmannschaft 55% zu 45%).
    Insofern denke ich, sind alle Maßnahmen des DFB im Bereich der Jugend, die 'Frühgeborenen' besonders zu fördern, im Endeffekt für die Katz.


    Hallo Tom,


    selbstverständlich ändert sich das Verhältnis der früher und später im Jahr geborenen Talente im Laufe der Jahre. Sonst müßte man die These, wonach der Geburtsmonat keinen Einfluß auf die körperliche und geistige Leistung eines Erwachsenen hat, infrage stellen. Denn gäbe es einen nachweislichen Zusammenhang, dann würden Firmen sich ihre Spitzen-Fachkräfte bei gleicher Qualifikation nach dem Geburtsmonat aussuchen und lägen dabei überwiegend richtig. Auch an den Hochschulen müßte man seine Professoren nach den Geburtsmonaten selektieren, um die "Geistige Elite" konzentrieren zu können.


    Aber dieser "selbstreinigende Irtumsfaktor" funktioniert bei der Talentförderung eben nur zum Teil und das läßt sich durch Daten belegen! Hier wurden ja die Nationalmannschaften auf RAE hin analysiert. Aber selbst bei den aktuellen Nationalmannschaften muß man feststellen, das aufgrund falscher Eliteförderung bei jedem 20. Mann und jeder 8. Frau eine leistungsstärkere Alternative vorhanden gewesen wäre. Wenn aber das RAE hier bereits nachweisbar ist, um wieviel stärker wirkt es sich dann für den gesamten Profibereich der Bundesligen aus?


    Die Jugendförderung dient nicht einem Selbstzweck und darf sich deshalb auch nicht nach kurzfristigen Erfolgsinteressen allein messen lassen. Sie muß eine systematische Ausbildung von Talenten für den späteren Erwachsenen-Leistungssport sicherstellen!


    Mein Beitrag sollte die Augen öffnen, dem Thema RAE mehr Bedeutung zu schenken, weil es durch Daten zu belegen ist. Natürlich kann es zufälligerweise so sein, das bei einem Talentjahrgang der überwiegende Teil in den ersten Monaten des Jahres geboren ist. Aber dann muß es auch Zufälle geben, in denen der überwiegende Teil in der zweiten Jahreshälfte geboren ist. Ansonsten kann man bei der Talentförderung nicht von Chancengleichheit sprechen!


    Wenn man zu einem groben Fazit gelangen kann, dann wohl eher zu dem, dass Leistungsjahrgänge auf RAE hin geprüft werden sollten. Überall dort, wo das Verhältnis nicht stimmt, sollten Verantwortliche eingreifen und ggf. egoistische, uneinsichtige Trainer austauschen.


    Anhand des Beispiels der Jugendförderung bei Twente Enschede wollte ich darlegen, das die Entdeckung des Talentpotentials von einem einzelnen Trainer schwer einzuschätzen ist, weil er den gesamten Jugend- und Erwachsenenbereich nicht gleichermaßen kennt. Ausgewogener ist da ein Entscheiderteam. Ferner braucht es Entscheidungszeitraum, in dem man die Fortschritte eines gesichteten Talents, was auf weitere Förderung geprüft wird, messen kann! Auch ist es bei unseren niederländischen Nachbarn so, das nicht allein für den eigenen Verein, sondern das man sich für 2 Vereine die Jugend-Förderarbeit teilt. Auch diese Regelung ist eher ein Garant dafür, das man keine kurzfristigen Saisoninteressen hat, sondern einer bestmöglichen Talentförderung für das Ende der Jugendzeitraums folgt. In Deutschland haben wir zwar ein gutes Förderkonzept, bei der Talentauswahl folgen wir aber noch altem "Kirchturmdenken"!


    Es gibt in Bayern erste Versuche mit flächendeckenden Jugendleistungszentren. Wenn dort beim Entscheidungsprozeß zur Talentförderung das RAE berücksichtigt wird, so hätte man recht bald auch die Daten, das sich die Leistungsförderung steigern läßt!

    Hallo Steven!


    Vorab mal eine Frage: wo hast du denn deine Torwarttrainerlizenz gemacht? In Deutschland gibts die ja nicht! Lediglich eine C-Breitensportlizenz mit Schwerpunkt Torwart-Training in BWB, die aber im Rest der Republik nicht anerkannt wird. Ansonsten gibt`s die Stufen 1 (von den Verbänden) und 2 (vom DFB), für die es aber ebenfalls keine Lizenz, sondern lediglich eine Teilnahmebestätigung gibt. Letzeres liegt auch daran, das die BuLi-Vereine nicht im Konzept eingebunden wurden und sich von daher auch weigern würden, so eine Lizenz in irgendeiner Form zu würdigen.


    Doch nun zum Thema: in vielen Vereinen ist das TW-Training überhaupt kein Thema, weil sie schon Probleme haben, überhaupt genügend qualifizierte Mannschaftstrainer zu bekommen. Wenn dann aktuelle oder ehemalige Torleute bei den Kindern ein wenig TW-Training machen, ist man schon froh. Im Leistungsbereich ist der TW-Trainer in der Regel für Torleute aus mehreren Mannschaften zuständig. Nur bei den Senioren gibts TW-Trainer, die die Torleute individuell schulen.
    Weil auch im DFB-Stützpunktförderkonzept kein TW-Training vorgesehen ist, erlauben sich die Vereine, diese TW-Trainer als Just-for-Fun Trainer unentgeltlich zu beschäftigen. Und wie das Deutsche Sprichwort: "was nichts kostet, taugt auch nichts", handelt es sich herbei in ihren Augen um bessere Ballaufpumper und Ballwiederholer!


    Wenn du bei einem "normalen Verein" trainierst, mußt du dir schon überlegen, für wen du Torwarttraining machst: für den Verein, für dich oder für die Kinder? Wenn du dich für den TW-Trainer entscheidest, kannst du davon ausgehen, das bei ausreichendem Ehrgeiz, kontinuierlicher Weiterbildung und "Lerning by doing" deine Leidenschaft für diese Aufgabe wachsen wird.


    Wenn dir die finanzielle Anerkennung aber am wichtigsten ist, dann mußt du eben Mannschaftstrainer werden. Ich will damit nicht ausschließen, das es in einzelnen Vereinen Vorstände gibt, die sich über erfolgreiche Torwart-Sprößlinge erfreuen und gern den Geldbeutel aufhalten, wenn ihnen gutes Training versprochen wird. Man erlebt da im Laufe der Jahre schon einiges! So erinnere ich mich daran, mal von einem betuchten Unternehmer gefragt worden zu sein, ob ich seinen nahezu talentfreien Sohn gegen gute Bezahlung Einzel-TW-Training geben könnte?


    Ich hätte da einen Rat für dich: Sag der Mutter dieses Spielers, das sie spinnt! Wenn das Kind z.B. einige Meter von der Bushaltestelle entfernt ist und erkennt, das der Bus gleich ohne ihn losfährt, dann macht es auch keine Dehnübungen, sondern rennt sofort los. Und wenn es den Bus gerade noch rechtzeitig erreicht, dann tut direkt danach bestimmt nix weh!


    Wenn 7 - 8 Jährige nach dem Training Schmerzen haben, dann hat das andere Ursachen als das bißchen Herumgelaufe auf dem Platz. Um das festzustellen, sollte sie einen Facharzt aufsuchen!

    Wenn ich das richtig verstehe, so vermutet Paule systematisches Doping in der Bundesliga, speziell bei Borussia Dortmund?


    Es wechseln Spieler durchschnittlich alle 2 - 3 Jahren den Verein. Beim Trainerstab findet der Wechsel meist in noch kürzeren Abständen statt. Wenn man im Zusammenhang von Doping überhaupt von Know-How sprechen sollte, dann hätte ich da mal eine Frage: Warum halten die denn alle dicht? Wenn ich als Spieler, Trainer, Sportarzt, Mananger usw. auf meinen alten Verein sauer bin, weil man gerade rausgeschmissen wurde. Welche Skrupel sollte ich da haben, deren Dopingmethoden an die Öffentlichkeit zu bringen? Oder bekommen die zusätzliches "Doping-Schweigegeld"?


    Es mag sehr wohl das eine oder andere im Dunkeln passieren, von denen die Öffentlichkeit nichts erfahren soll, aber von systematisch gedopten Spielern beim BVB zu sprechen, nur weil die Bayern gerade mal in einer Saison nicht Meister wurden und deren Spielweise als unattraktiv empfunden wurde .... ich weiß nicht...?!? Also mir ist es egal, gegen wen die Bayern gerade verlieren ... ! Und was kann es für einen normalen Fan schöneres geben, wenn dem Höneß nach einem verlorenen Spiel der Kamm schwillt, der "Töppi" in der Nähe ist, seine Fragen nach dem kollektiven Versagen der Mannschaft stellt und dem Ulli das Mikro solange vor die Nase hält, bis der "fertig hat"?

    Willkommen TW-Greenhorn!


    Ich möchte dich einmal mit einen Klischee`s konfrontieren:


    1. Je älter man ist, je langsamer und schwieriger lernt es sich?
    2. Der Trainer entscheidet, wo man spielt!
    3. Torleute gewinnen sehr viel über ihre Erfahrungen!


    Nun zu den Gegenargumenten:
    1. Wenn das mit dem Lernen so schwierig wäre, dann sollte man am besten die meisten Uni-Professoren rausschmeißen, weil die schon viel zu alt zum lernen sind und keine neuen Forschungserkenntnisse gewinnen.
    2. Was ist, wenn man aber auf der neuen Position besser ist?
    3. Zu den Erfahrungen zählen auch fehlerhafte Abläufe, die man schwer wieder loswird!


    Mach also das, wozu du am meisten Lust hast, aber mache deine Maßstäbe nur an dir selbst fest. Also versuche nicht so gut wie Person "X" zu werden, sondern versuche deine Fähigkeiten kontinuierlich zu verbessern. Dein früherer Ansatz, die Postion von der Kompetenz deines TW-Trainers abhängig zu machen und dann lieber Feldspieler zu werden, war schon mal verkehrt. Nun kannst du dir selbst beweisen, ob du mehr Spaß an der neuen Position hast.


    Viel Erfolg und vor allen Dingen viel Spaß dabei!!!

    Tja, wie soll ich anfangen? Natürlich ist es einfacher bestehene Zustände zu beschreiben, als aus den Fehlern des Ist-Zustands Vorschläge für einen Soll-Zustand zu entwicklen! Fangen wir also zunächst einmal mit den Erfahrungen aus anderen Bereichen der Talententwicklung an. Wenn man über die Frühförderung im Kindergarten einmal in den Schulbereich wechselt, so wird man feststellen, das die dort tätigen Pädagogen eine Ausbildung für alle Altersstufen der Schulform besitzen und viele Lehrer tagtäglich Erfahrungen bei jüngeren wie auch älteren Schülern sammeln, sie mit ihren eigenen Vorstellungen abgleichen und nach Verbesserungen streben. Auch, wenn es sich hierbei meist um Beamte mit gesicherten Arbeitsplätzen handelt, möchte doch jeder als guter Lehrer Anerkennung bei den Kindern, deren Eltern, Kollegen und Fortgesetzten finden.


    Wie sieht es nun im Fussball aus? Da gibt es zunächst einmal eine uneinheitliche Ausbildungsstruktur, wodurch sich bereits Unterschiede in der Qualität der zu entdeckenden und zu fördernden Talente ergibt. Aufgrund des Selektionsdrucks gibt es in den DFB-Stützpunkten ferner eine Fluktuationsquote, die einer gleichmäßigen Sicherstellung der jährlichen Fördermaßnahmen entgegen wirkt, weil auch die Stützpunkttrainer zunächst einmal eine Zeit benötigen, um sich auf diesem hohen Niveau zu aklimatisieren.
    Ein nicht zu vernachlässigender Faktor ist sicherlich, das das Ausbildungziel, vielseitig geschulter, "fertiger Spieler" vielfach nicht im Fokus steht, sondern der Trainer an den Ergebnissen seiner Probanten gemessen wird. Diese Leistungsorientierung gestaltet sich in der Art, das der Talentausbilder immer nur für ein paar Jahrgänge, nicht aber für die gesamte Jugend-Ausbildungszeit zuständig ist und von daher auch nur seinen momentanen Ausbildungsabschnitt reflektieren kann.


    Wenn man als Fazit des RAE feststellt, das aufgrund der Abweichung von der Normalverteilung eines Geburtsjahrgangs im gesamten Ausbildungszeitraum ca. 18 % von nicht förderungswürdigen Talenten (also mehr als jeder Sechste) eine Sonderausbildung erhalten und im Umkehrschluß dies förderungswürdigen Talenten verwehrt bleibt, dann lohnt es sich schon mit Alternativen zu beschäftigen. Gleichwohl wissend, das es so gut wie keine praktischen Erfahrungen darüber gibt, wie sich die RAE bei der späteren "Endselektion" im Erwachsenenbereich entwickelt?


    Um überhaupt an Erkenntnisse zu gelangen, braucht ein Ausbilder Erfahrungen über den gesamten Bereich sowie die Möglichkeit zu Vergleichen mit anderen Ausbildungsformen. Da ich das Ausbildungssystem von Twente Enschede ein wenig kenne, möchte ich gern ein wenig über die Unterschiede dieser äußerst erfolgreichen Nachwuchsausbildung berichten.
    a. Sichtungsverfahren:
    Twente: erfahrene Scouts sichten permanent auf den Fussballplätzen in einem Radius von 70 km um den Vereinssitz
    Kreise u. DFB-Stützpunkt: 1-malige Sichtung für die Kreisauswahl, 1-malige Sichtung für die Stützpunktauswahl
    Verband: Sichtung der von den DFB-Stützpunkten und Leistungszentren ausgewählten Talente
    DFB: jährliche Sichtung über den Verbandsauswahlvergleich (Duisburg Wedau)


    b. Selektion der Talente:
    Twente: durch Trainerteam (aus gesamten Jugendbereich) anhand eines ca. halbjährlichen permamenten Vergleichsprozesses mit Spielertests auf unterschiedlichen Positionen
    Stützpunkt, Verband, DFB: Sichter (mit Jahrgangserfahrungen) tragen Talentergebnisse in Formulare ein. Der jahrgangsverantwortliche Stützpunkttrainer, DFB-Trainer wählt Talente aus


    c. Förderung der Talente:
    Twente: Talente werden ihrem momentanen Leistungsvermögen in Abhängigkeit mit dem festgestellten und immer wieder durch Tests bestätigten Potential in den jeweiligen Mannschaften trainiert. Dabei kann es z.B. vorkommen, das bei 2 Spielern, die fast am selben Tag geboren sind, einer momentan z.B. im jüngeren B-Jugend-Jahrgang und der andere im älteren A-Jugend-Jahrgang gefördert wird.
    Verbände/DFB: Weil die Leistungsbestätigung am Jahrgang gemessen wird, hütet jeder seine Talente. Eine RAE-unabhängige oder gar jahrgangsunabhängige Förderung findet nicht statt.


    Abschließend noch ein paar persönliche Erfahrungen mit Torleuten. Wie ich bereits an anderer Stelle erklärt habe, hat mich die Ansicht des DFB über die Ausbildung von Torleuten nicht sonderlich überzeugen können, weshalb ich bereits mit Bambinies Übungen gemacht habe. Dabei habe ich festgestellt, das die Kleinen sehr gerne durch die Luft fliegen und sehr viel Freude am abwechselungsreichen Übungstraining empfinden. Das aus Spaß dann auch Leistung werden kann, konnte ich feststellen, als aus den 4 Keeper-Knirpsen 3 Torleute für die Kreis- und Stützpunktauswahl eingeladen wurden. Da es sich um die einzigen Keeper dieser Altersjahrgänge handelte lag kein Selektionsdruck vor und weil in den letzten 20 Jahren in diesem Verein kein Keeper für die Kreis- oder Stützpunktauswahl ausgewählt wurde, lag auch ein Abgleich mit früheren Erfolgen vor.
    Wie an anderer Stelle ebenfalls erläutert, trainiere ich seit geraumer Zeit im Leistungsbereich. Und zwar sowohl im Jugend-, wie auch im Erwachsenenbereich, sowohl männliche als auch weibliche Talente. Ich habe mir nur ein einziges Ziel gesteckt, das ich gern Herausforderungen wahrnehme, solange die Torleute genauso viel Spaß am Fussball haben wie ich. Ob und wieviele und wieweit diese Talente dann zu sportlichen Höchstleistungen heranreifen, liegt an ihrem Ehrgeiz, sich ständig verbessern zu wollen. Dazu gehört eine mächtige Portion Verrücktheit Nichts ist unwichtig, aber nicht ist absolut notwenig. So verlange ich von meinen Torleuten ein hohes Maß an Experimentierbereitschaft. Denn statt irgendwelcher Kommandos erhalten sie lediglich Animationsvorschläge, aus denen sich "ihr Ding" machen können. Jeder ist da anders. Was beim einen nur die zweitbeste Lösung auf eine Aufgabe ist, kann beim anderen die Beste sein. In der Welt der Statistik und Stochastik sind solche Dinge kaum zu messen, denn durch die Individualität gibt es kaum einen Vergleich!


    Es gehört also in erster Linie auch als Trainer Mut dazu, etwas zu verändern in der Hoffnung, das Gute noch ein klein wenig zu bessern. Das gelingt am besten mit einer positiven Einstellung, denn nach dem "murphischen Gesetz" fällt das Brot ja immer mit der beschmierten Seite auf den Boden, wenn man beide Seiten geschmiert hat! Also gilt es aus dieser Schwäche seine Stärken zu ziehen. So sollte ein Trainer schon wissen, das sich die junge deutsche Nationalmannschaft nicht ausschließlich von "Nutella" ernährt, sondern mutliche Leute im DFB und den Vereinen Veränderungen in Form eines Nachwuchsfördersystems auf den Weg gebracht haben. Sich mit dem Guten zufrieden zu geben, hieße aber auch, Unzulänglichkeiten wie RAE-Effekt stillschweigend zu dulden, statt nach Optimierungsmöglichkeiten zu suchen.

    Liebe Sportsfreunde,


    wo einiger Zeit wurde schon einmal etwas über den RAE-Effekt geschrieben. Dieser Effekt besagt, das die in den ersten Monaten eines Jahres geborenen Kinder aufgrund geringer physischer Vorteile gegenüber denen, die in den letzten Monaten eines Jahres geboren werden, bevorzugt für Fördermaßnahmen ausgewählt werden. Weiterhin findet unser Kindergarten- und Schulsystem Berücksichtigung in dieser These, wonach Kinder, die vor dem Juli geboren werden und 1 Jahr früher als die in der 2. Jahreshälfte geborenen, einen Vorteil in der geistigen Entwicklung besitzen.
    Ferner könnte von Interesse sein, ob es aufgrund der unterschiedlich einsetzenden und abgeschlossenen Pubertätsphase Unterschiede bei der Reifung von männlichen und weiblichen Talenten geben könnte?


    Dieser These entgegen steht, das es nach dem Erwachsenwerden keinen Unterschied in der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit mehr geben sollte.


    Hier nun die Ergebnisse mit Stand vom August 2011:
    % - Anteil aller Spieler/innen von deutschen Nationalmannschaften (von U 15 DFB-Auswahl bis Männer/Frauen)
    In den Monaten 1 - 6 geboren 68,09 %, in den Monaten 7 - 12 geboren: 31,91 %


    Männlich, in der 1. Jahreshälfte geboren: 69,06 %, weiblich, in der 1. Jahreshälfte geboren: 67,90 %
    männlich, in der 2. Jahreshälfte geboren: 30,94 %, weilblich, in der 2. Jahreshälfte geboren: 32,10 %


    Männer-Nationalmannschaft, in der 1. Jahreshälfte geboren: 54,55 %, in der 2. Jahreshälfte: 45,45 %
    Frauen-Nationalmannschaft, in der 1. Jahreshälfte geboren: 52,38 %, in der 2. Jahreshälfte: 47,62 %.


    Gibts einen Unterschied beim Spezialisten, dem Torwart?
    Gesamt in der 1. Jahreshälfte geboren: 64,71 %, in der 2. Jahreshälfte geboren: 35,29 %


    Wie verteilen sich die Talente insgesamt auf die Geburtsmonate?
    Januar = Rang 1; April = Rang 2, Februar = Rang 3, März = Rang 4, Juni = Rang 5, Mai = Rang 6, September = Rang 7, Juli = Rang 8, August, November, Dezember = Rang 9, Oktober = Rang 10


    Wie verteilen sich die Talente bei den Torleuten auf die Geburtsmonate?
    März = Rang 1, Februar, Juni, Juli = Rang 2, Oktober = Rang 3, November = Rang 4, Januar, Dezember = Rang 5, August, September = Rang 6


    Versuch einer Zusammenfassung und Interpretation:
    Das Thema RAE ist sehr komplex, weshalb man aufgrund der vorgenannten Daten lediglich grobe Schlüsse ziehen kann. Dennoch kann nachgewiesen werden, das sich die Auswahl an geringfügigen körperlichen und geistigen Vorteilen von früher im Jahr geborenen orientiert. Dies würde dem eigentlichen Zweck einer Eliteförderung über den gesamten Ausbildungszeitraum widersprechen und als Motivation dieser Selektionsform den kurzfristigen Interessen der Nationaltrainer nach Bestätigung ihrer Arbeit und dem beruflichen Fortkommen wiederspiegeln. Keine große Rolle zu spielen scheinen die biologisch unterschiedlichen Entwicklungsprozesse von männlichen und weiblichen Talenten während der Jugendzeit. Das es selbst in den Erwachsenen-Nationalteams noch leichte Unterschiede in den Geburtsmonaten gibt, ist insofern logisch, als die früh ausgewählten Talente sich über positives Feedback insgesamt besser entwickeln als die in der 2. Jahreshälfte Geborenen, denen mehrheitlich weniger Talentpotential zugetraut wird.
    Betrachtet man schließlich die Torleute in Relation zu den Feldspielern, so gibt es bei der anteiligen Gewichtung nach Geburtsjahreshälte kaum Unterschiede, jedoch fällt die stark abweichende Verteilung in den Geburtsmonaten auf. Aufgrund der geringeren Grundmenge dürfen Zufälligkeiten nicht außer Acht gelassen werden. Dies allein kann jedoch noch nicht die Erklärung für die unterschiedliche Leistungsinterpretation sein.


    Dennoch gibt es international renomierte Trainer, die lediglich zwischen guten und weniger guten Spielern unterscheiden. Sie behaupten: man muß gut Fussballspielen können und nichts anderes wollen als das! Nur dann werde man es zu etwas bringen. Somit werden Geburtsmonat, Alter, soziale Herkunft usw. ausgeschlossen, denn man wäre selbst seines Glückes Schmied!


    Immer,wenn etwas nicht so funktioniert, wie man es sich gedacht hat, wird etwas Neues ausprobiert. Als ziemliche Pleite wird das frühzeitige Ausscheiden der deutschen Frauennationalmannschaft in der WM bezeichnet. Als Ursachen werden individuelle, technische und taktische Schwächen, unpräzises Kombinationsspiel im hohen Tempo, sowie zu geringer körperlicher Einsatz herangeführt. Bereits früher angedacht, aber nunmehr forciert wird ein Leistungsunterbau in Form einer B-Juniorinnen-Bundesliga. Bereits bei den ersten Testspielen dieser neu formierten B-Juniorinnen-Teams, stellte man fest, das diese Mädchen der Jahrgänge 95 - 97 bereits so gut Fussballspielen können, das sie es locker mit Frauenteams der Oberliga aufnehmen können.


    An diesem Wochenende läßt der NFV seine Mädchenjahrgänge 97 - 98 gegen ein Frauen-Oberliga-Team und ein C-Junioren-Team testen. Man darf gespannt sein, zu welchen Erkenntnisse die Verantwortlichen gelangen.

    Liebe Trainerkollegen,
    ich hatte vor kurzem ein Gespräch mit einem Ausbilder, indem es über das Problem ging, das man auch sozial unkompetenten Leuten Trainerlizenzen erteilt. Sozial unkompetent meint, das diese Leute, sobald sie ein Traineramt bekleiden so stark unter Strom stehen, das sie sich selbst nicht mehr im Griff haben und eine Zumutung für Spieler und Zuschauer sind. Wenn die Trainerausbildung den Fussball in vielfältiger Weise fördern soll, so stellen diese Leute eine "Anti-Sport-Werbung" dar!
    Die besondere Schwierigkeit dies bei der Trainerausbildung zu erkennen, liege wohl darin, das ja nur im Simulationsmodus praktiziert würde, so das, anders wie im Punktspielbetrieb, beim Trainer ja kaum Emotionen entstehen. Selbst bei denen, die sich während der Trainerausbildung guten Willens zeigen, ihr Verhalten zu ändern, könne man nicht davon ausgehen, das sie danach nicht in alte Gewohnheiten verfallen.
    Zwar gebe es in den Vereinen bereits einen "Selbstreiningungseffekt", in dem man solche Trainer nicht weiter beschäftigt. Doch auch das funktioniert nicht immer, weil entweder keine Alternativen zur Verfügung stehen oder diese Leute, die auch die Fernsehbundestrainerlizenz besitzen, in anderen Vereinen ihr Unwesen treiben. Es fokussierte sich die Frage, ob ein Verband seinen Katalog in der Form erweitern sollte, das sozial unkompetente Personen von Traineraufgaben ausschließt. D.h. verbandsseitig gesperrt sind. Denn nur so könnten Vereine gezwungen werden, sind auch bei der Auswahl ihrer Trainer sich für deren soziale Kompetenz zu interessieren. Denn ob Kinder Fussball erlernen, hängt wohl in erster Linie davon ab, ob es ihnen Spaß macht. Das der Spaß nicht aufkommen kann, wenn ein "Brüllaffe" den Kindern Befehle erteilt, wird kaum wegzudiskutieren sein.


    Nach meiner Meinung besteht Hoffnung, wenn sich die Fairplay-Liga etablieren kann. Denn dort wird die soziale Komeptenz des Trainers im besonderen Maße gefordert.


    Die Trainerlizenzausbildung kann die Prüfung der sozialen Kompetenz nur dann leisten, wenn sie prüfbar ist. Dazu müßte die Ausbildung, wie bereits geschildert geändert werden. Vielleicht ist das ja mal möglich, wenn es deutlich weniger Kinder gibt, die Fussball lernen möchten und die begrenzte Zahl an Trainern auch praxisnah ausgebildet werden können?

    Natürlich wäre es schön, wenn ein Stützpunkttrainer ganz neutral arbeiten und ausschließlich Stützpunktaufgaben übernehmen könnte. Dazu würde dann nicht nur das bisher häufige Verwalten von Talenten, sondern auch das permanente Sichten von Talenten vor Ort (also bei den Punktspielen) gehören. Dadurch könnte man einigermaßen gewährleisten, das die hohen Ansprüche nach einer frühzeitigen Eliteförderung effektiver realisiert würden. Wer glaubt, er würde als ausserordentliches Talent irgendwann von allein entdeckt, der irrt. Denn ohne das Glück, den Zufall frühzeitig gefördert zu werden, wird er kaum die Möglichkeit finden, an seine Grenzen zu gelangen. Es gibt sogar Statistiken darüber, wonach die Erfolgsbestätigung durch frühe Berücksichtigungen in Auswahlteams die Wahrscheinlichkeit eines späteren erfolgreichen Fussballkarrierewegs erhöhen. Es läßt sich auch nachvollziehen, das Nichtberücksichtigung als Mißerfolg gedeutet eher dazu führt, das Talente irgendwann die Flinte ins Korn werfen.


    Mir sind erfolgreich tätige Stützpunkttrainer ebenso bekannt wie solche, die zusätzlich Vereinsarbeit betreiben. Ja, selbst erfolgreiche Verbandstrainern mit einer engen Vereinsbindung sind keine Seltenheit. Und würde der DFB dies verbieten, so wäre die flächendeckene Nachwuchsförderarbeit nicht mehr sichergestellt.


    Was ist also die Lösung? Man hat schon versucht, irgendwie einen Weg zu finden, indem ein Stützpunkttrainer zwar zusätzlich Vereinsmannschaften traineren darf. Die aber sollten dann in einer anderen Altersklasse spielen. Das funktioniert ein Jahr, dann aber im nächsten Jahr wieder nicht! Soll man dann den Stützpunkttrainer entlassen?


    Die Lösung sollte eher die sein, eine Unabhängigkeit bei der Auswahl der Talente zu gewährleisten. Dazu müßte es eine Trennung zwischen Talentsichtung und -förderung geben. Denn wenn der Förderer sich die Talente aussuchen und die, die nicht wechseln wollen, wieder wegschicken kann, dann ist die Neutralität nicht gewährleistet.


    Aus eigenen Erfahrungen kann ich allen Trainern von hoch veranlagten Talenten nur den dringenden Rat geben, sich nicht von einer Meinung eines Stützpunkttrainers beeinflussen zu lassen. Auch die hochveranlagten Talente benötigen eine gewisse Reifezeit, damit ihr körperliches Ausnahmetalent sich mit der geistigen Entwicklung, selbst frei darüber zu entscheiden zu können, was man will, vereinigt. Druck durch Trainer und Eltern wirken fast immer kontraproduktiv, weil der Spaß irgendwann auf der Strecke bleibt. Ist die Zeit für einen Wechsel reif, dann sollten die Verantwortlichen gemeinsam mit dem Kind beraten, was das Beste ist. Dazu bedarf es auch keiner Rückversicherung durch einen vermeintlichen bockigen und nicht neutralen Stützpunkttrainer. Es mag für den einen oder anderen ein Widerspruch darin liegen, das diese Entscheidung schon zeitlich zu spät wäre, um das Glück zu erzwingen. Ist sehe das nicht so, weil ich das Glück nicht darin erkennen kann, in welchem Team oder welcher Auswahl ein Kind zum Zeitpunkt X spielt, sondern wie seine Entwicklung während der gesamten Jugend- und Ausbildungszeit verläuft und ob diese im Einklang mit dem Willen des Kindes steht!

    Andre
    Da bin ich ganz bei dir!
    Vor dem Spiel:
    Volksreden machen vielleicht nur dem Spaß, der sie hält, nicht aber dem, der zuhören und gar noch etwas daraus lernen soll.
    Mehr als 2 - 3 Punkte kurz und knackig verpackt, mehr behält sowieso keiner unmittelbar vor dem Spiel. Und das auch nur, wenn Aussagen mit der richtigen Mimik und Gestik unterstützt wird.


    In der Halbzeitpause
    Die Halbzeitpause dient zur Erholung und Aufmunterung, nicht der Manöverkritik und Generalabrechnung. Also erst mal alle Akteure "abkühlen" und zur Ruhe kommen lassen. Dann 1 - 2 aufmunternde Sätze und das wars!



    Unmittelbar nach dem Spiel
    Mit viel Lob die Kinder verabschieden. Auf keinen Fall auf das Spiel konkret eingehen. Weder mit überschwänglichem Lob noch Kritik. Gewesenes, was im unmittelbaren Nachhinein nicht zu ändern ist, zu kommentieren? Was soll das?


    Beim nächsten Training
    Vor dem eigentlichen Training eine Runde bilden und:
    a. die wesentlichen positiven und negativen Punkte des abgelaufenen Spiels konstruktiv und sachlich ansprechen
    b. besondere Fortschritte herausheben
    c. Dinge, die im Spiel noch nicht so gut funktionieren, ins Training einbauen
    d. Je nach Thema mit Mannschaft, Mannschaftsteil oder einzelnen Personen besprechen und direkt mit ihnen üben


    Vom "Learning by doing" haben die Kids mehr, als von einer ellenlangen Ansprache. Es spielt dabei auch keine Rolle, ob die Übertäter, die die Niederlage herbei geführt haben, namentlich genannt werden oder nicht. Jeder weiß, das er als nächster dran sein kann. Dadurch wird ein "Angstklima" geschaffen, was dem Hobby der Kinder (Spaß am Fussball und Spaß in einer Mannschaft) nachträglich ist.

    Wie mein Nick schon sagt, kümmere ich mich mit ganz viel Herzblut um die meist stark vernachlässigten Torleute. Lt. DFB-Konzept sollte ein Torwart erst ab einem bestimmten Alter (C-Jugend) spezielle Informationen in Trainingsformen erhalten. So gibt es lt. DFB-Konzept auch keine TW-Trainer auf den Stützpunkten.


    Seit mehr als 10 Jahren setze ich mich darüber hinweg. Ich bin mir allerdings nicht ganz genau im Klaren darüber, ob ich das eher deshalb mache, weil es mir so viel Spaß macht oder weil es den Kids so viel Freude bereitet? Leider habe ich kaum Erfahrungen im Breitensport, weshalb ich auch nicht sagen kann, ob das eher nützt als schadet, was ich mache. Für den Leistungsbereich kann ich jedoch aus eigener Erfahrung sagen, dass eine gute Kombination zwischen Feldspieler- und TW-Ausbildung eher nützlich ist.


    Ich habe meine Überschrift "DFB-konzeptfreie Zone" so gewählt, weil unsere oberste Fussballsport-Denkzentrale noch so strukturiert ist, als ob es erst ab der C-Jugend richtigen Fussball gäbe. Die Realitäten in den Vereinen sehen aber Fussball ab den Bambinies vor. Dazu gehört nach meiner Meinung auch, das den Kids (ohne Positionsfestlegung) ein Training für alle Positionen angeboten wird.

    Zunächst einmal sollte man nur den Statistiken vertrauen, die man auch selbst gefälscht hat. So mag die KM-Zahl stimmen, der Topspeed wird sicherlich wohlwollend aufgerundet sein. Aber befassen wir uns ruhig einmal mit den Männern hinter Kloppi, denn heutzutage ist der Chefcoach der Dirigent, für den wichtige Spezialisten am Werke sind, damit man auf alle Eventualitäten eine Antwort hat und in der Saison nichts dem Zufall überlassen bleibt.
    Da wären zunächst einmal die beiden Fittness- und Konditionstrainer Bartlett und Wrangler. Für die hat sich bereits im vergangenen Jahr die polnische Nationalmannschaft interessiert und hätte sie gerne ganz für sich. Seit kurzem ist mit Dr. Schlumberger ein Trainingswissenschaftler hinzugestoßen, der dafür sorgen soll, das die verletzten Spieler schneller wieder zum Team zurück kehren können.
    Dann wäre da noch die beiden fussballverrückten Co-Trainer Buvac (Jg. 1961) und Krawitz (Jg. 1980) zu nennen. Erster gilt als Taktikgenie und der Zweitgenannte hat Kloppi bereits während seiner Trainerzeit in Mainz erfolgreich assistiert.


    Man muß als Cheftrainer seinen Experten schon bedingungslos vertrauen können, sonst reicht es eben nicht für die oberste Spitze. Bis dahin haben es die Borussen auf nationaler Ebene geschafft, international stehen sie jedoch noch meilenweit hinter den Bayern zurück, um mal die Kirche im Dorf zu lassen. Es gehören viele Dinge dazu, um erfolgreich zu sein, eine Portion Glück aber auch! Sonst gäbe es weitaus mehr Fussballwettkönige, weil anhand messbarer Daten die Ergebnisse eher voraussagbar wären!

    Also Paule,
    du meinst, seitdem die Dortmunder nicht mehr die Tönnies Würstchen, sondern die von Sprehe essen, gehen die ab wie "Schmitz Katze"? Weil aber Kloppi mit seiner Philosophie von herzerfrischendem Fussball bereits den Mainzer Karnevalsverein in die erste Bundesliga schoß, könnte es vielleicht auch daran liegen, das ihm besonders die jungen Spieler als heilsbringenden Guru zu Füßen liegen. Die Gläubigkeit statistisch zu messen ist natürlich unheimlich schwerm gelle?


    So, jetzt aber mal ernsthaft! Allein über die Physis einige Prozente heraus zu holen ist nicht neu. Vor einigen Jahren hat Felix (Quälix) Magath demonstriert, das mit absoluter Fitness ein kurzfristiger Erfolg möglich ist. Leider hatten die hochbezahlten Profis aber irgendwann keine Lust mehr sich dem militärischem Drill bedingungslos zu unterwerfen und die Besten wechselten in Vereine, wo wieder mehr Fussball gespielt wurde.
    Kloppi hat mehr als einmal gezeigt, das er auch ein Taktikfuchs ist. Auch seine Willensbekundungen, für die Nachwuchs-Profis eine Akademie in Dortmund einzurichten, wo sie nach ihrer Ausbildung mehr über Fussball erfahren, dokumentiert seine Denkrichtung. Jeder Spitzentrainer möchte gerne neue Maßstäbe setzen. Das geht am besten mit jungen Leuten, weil die am schnellsten lernen und allem Neuen zunächst einmal positiv gegenüber stehen. Freuen wir uns ganz einfach darüber, das wir mit Kloppi einen Trainer in Deutschland besitzen, der uns etwas Neues gebracht hat. Aber wer weiß, wie lange Kloppis Buben noch die besten sind und vielleicht mit Tuchel schon der nächste Kandidat lauert, der mit seiner Philosophie möglicherweise noch einen Tick effektiver spielen lassen kann?

    Liebe Fussballfreunde,


    zunächst einmal möchte ich "MilkyWay" für ihren Mut, in einem Alter, wo die meisten schon ihre "Fernseh-Nationaltrainerlizenz" erworben haben, selbst noch einmal die Fussballschuhe zu schnüren, beglückwünschen. Als Ziel des Hobbies sollte einzig und allein der Spaß Vorrang vor allem andern haben. Ob und wieviel man vom optimalen "Kampfgewicht" abweicht spielt nur dann eine Rolle, wenn man sich selbst in seiner Haut nicht wohlfühlt. Und wie Paul schon richtig sagte: der Maßstab wird nur durch einem selbst gelegt und nicht anhand der Leistungen anderer (20-jähriger)! Wer sich aber ein wenig mit der Frauenfussballszene beschäftigt, der trifft hin und wieder auch auf 40-jährige, die es den Küken an Schnelligkeit, aber auch an Technik und an Cleverness sowieso zeigen! Auf der anderen Seite ist es aber auch nicht selten, das 11 Spielerinnen die Umkleidekabine verlassen und die mit der Figur in aerodynamischen Tropfenform die Torhüterin ist. Warum auch nicht, denn sie hat doch den gleichen Spaß am Fussball, hat lediglich durch ihr Gewicht ein kleines, aber unbedeutendes Handycap!
    MilkyWay schwimmt sogar auf der Milch heißt es in der Werbung! Wenn du meinst, du müßtest ganz oben schwimmen, dann versuche dein Gewicht zu reduzieren und athletischer zu werben. Wenn du dich in erster Linie wohlfühlen willst, dann versuche einfach solange es irgendwie geht, Spaß am Fussball zu erleben!

    Es kann doch durchaus Vorteile haben, etwas früher als erwartet von der WM nach Hause zu kommen! So kommen sie doch viel schneller zum Abwasch?


    Obwohl sich auch bei Silvia Neid zuhause das Geschirr (hat ja auch mal eine Kaffee-Service als Prämie für einen WM-Sieg bekommen) bereits türmt, hat sie Theo Zwanziger für einen Fünfziger versprochen, das sie noch bis 2016 als Nationaltrainerin weitermacht!


    Na wartet, ihr Lästermäuler! Wartet, bis eure Frauen von euren dubiosen Ansichten Wind bekommen ...! Ich sehe Andre und Paul schon mit einer weißen, gestärkten Küchenschürze mit Rüschenrand beim Abwasch! Recht geschieht`s euch!

    Willi
    Mir scheint es nach wie vor so, als ob bei aller berechtigter Kritik eine Perfektion Maßstäbe wie beim Senioren-Profifussball angesetzt werden. Dabei gibt es schon sehr früh Unterschiede, weshalb der DFB momentan auch darauf drängt, besonders talentierte Mädchen bei den Jungenmannschaften spielen zu lassen. So wird bei den Jungen ab der C-Jugend bereits auf hohem Niveau trainiert. Bei den Mädchen fehlt der Leistungsunterbau zu den Bundesligen ganz. So wird z.B. erst im nächsten Jahr eine B-Juniorinnen-Bundesliga eingeführt.
    Die japanische "Kampfterriertruppe" hat in der Vorrunde ebenso verloren, wie die brasilianische Fussball-Samba-Truppe im Viertelfinale. 3 der 4 Halbfinalisten konnten so nicht erwartet werden. Wer hätte das voraussehen können? Deshalb bleibe ich auch bei meiner These, das trotz aller phsychologischer Betreuung die Spielerinnen in extremen Stress-Situationen dann am ehesten nicht an ihr gewöhnliches Leistungspotential herankommen, wenn die Schiedsrichterleistung eher zufällige, denn nach dem Regelwerk zuverlässige Entscheidungen hervorbringt.
    Silvia Neid denkt in dem Maße, in dem ihr vordergründig den Rücken gestärkt wird, über einen Rücktritt nach. Was und wer sollte es besser machen? Wo sind die Alternativen? Weiß doch jeder Bekenner des Frauenfussballs, das es kaum vergleichbare Rahmenbedingungen gibt? Die deutsche Herren-Nationalfussball hat sich nicht durch die Austausch von Nationaltrainern verbessert, sondern durch eine bessere Nachwuchsarbeit, die zunächst einen größeren Anteil von Bundesligaspielern bescherte und schließlich auch in den Nationalteams seine Früchte trägt.
    Das frühzeitige Ausscheiden der Frauennationalmanschaft kann ähnlich wie bei den Männern vor Jahren, nach dem ersten Frust Kräfte für eine intensivere Jugendarbeit freisetzen, denn nur dadurch lassen sich auch in Zukunft Erfolge in der Weltspitze erzielen.

    Erst mal herzlichen Dank bis hierher für eure Meinungen. Ich glaube, da spielt teilweise auch ein bißchen die momentane Enttäuschung über das vorzeige Aus in der WM eine Rolle.


    Sicherlich stimmt auch die Aussage, das es gereicht hätte, wenn man trotz der vielen individuellen, technischen Fehler in den Standards (die es reichlich gab) dank der deutlichen Überlegenheit in der Körpergröße das eine oder andere Kopfballtor gemacht hätte. Und bei all der berechtigten oder unberechtigen Kritik an Silvia Neids Spieltaktik: Es Tage, da steht man als Trainer da und weiß dem Spiel keine entscheidenden Impulse zu geben, weil man die Tore nicht selbst schießen kann! Was nützen die überwiegenden Spielanteile und der deutlicher Zweikampfgewinn, wenn die entscheidenden Duelle verloren werden?


    Teilweise kann ich die Kritik an unserer Torhüterin Nadine Angerer auch nachvollziehen. Nadine hätte beim Angriff, der zum Tor des Tages führte, nur 1 - 2 Meter vorrücken müssen und ihre Position aus der TW-Grundstellung heraus halten können. So hätte sie ausreichend Torfläche verkleinert. Aus diesem spitzen Winkel wäre vermutlich dann kein Tor mehr möglich gewesen. Nadine hat ihre Stärken auf der Linie und im 1 : 1 Spiel. Patzer aufgrund grober Stellungsfehler passieren ihr hin und wieder, sodas sie nicht ganz an die Leistung ihrer Vorgängerin, Silke Rottenberg heran kommt. Während einer WM jedoch einer Torhüterin das Vertrauen zu entziehen und zu argumentieren, das man bei diesem Gegner (Japan) eine stellungssichere Keeperin benötigt, halte ich für nicht für ratsam. Eine Mannschaftsbaustelle (Birgit Prinz) reicht schon! Auch kann Nadine nichts dafür, das ihre Mannschaftskameradinnen in der Offensive an diese Tage nichts gebacken bekommen haben!


    Aus der Enttäuschung des Ausscheidens heraus wurde dann auch so manches Pauschalurteil (z.B. technische Unzulänglichkeiten) ausgesprochen. Ich gebe zu bedenken, dass das technisch wohl beste Team aus Brasilien ebenfalls ausgeschieden ist! Das technische Kabinettstückchen, bei dem "Martha" gleich 2 Gegnerinnen im 16-er vernascht, wird sicherlich noch in einigen Jahren gezeigt werden. Auch gebe ich zu beachten, das die hier gelobte, japanische Mannschaft ihr letztes Gruppenspiel verloren!


    Noch ein Letztes: es wird ja niemand gezwungen Frauenfussball zu schauen, genauso wenig wie Frauentennis oder Frauenboxen. Die beiden letztgenannten Sportarten lösten jeweils einen Boom aus, weil sie auch medienwirksam präsentiert werden konnten. Bei dieser WM hat es teilweise unwürdige Schiedsrichterleistungen gegeben, die Frauenfussball in ein schlechtes Licht gerückt haben. Für die Wahl geeigneter Schiedsrichterinnen war nicht Deutschland, sondern die FIFA verantwortlich! Der Schaden für den deutschen Mädchen- und Frauenfussball ist noch nicht absehbar! Es wird sich zukünftig jedes fussballverrückte Land überlegen, eine Frauen-WM auszutragen, wenn derart hohe Risiken inkauf genommen werden müssen.


    Vermutlich hätte ein Nationaltrainer im Herrenbereich in so einer Situation kein Blatt vor den Mund genommen und ganz offen die Schiedsrichterleistungen schonungslos beschrieben. Die in diesen Dingen noch unerfahrene Silvia Neid gab sich bescheiden, in dem sie sagte, es seien lediglich sehr kleine Unterschiede gewesen, die über Sieg und Niederlage entschieden hätten.


    Mich würde mal interessieren, wie ihr die unterschiedlichen Schiedsrichterleistungen und ihre Auswirkungen auf die Spielerinnen beurteilen würdet? Wie reagieren Spielerinnen, die als WM-Favoriten gelten, wenn vor ungewohnter großer Kulisse von einem Schiedsrichtergespann ganz offensichliche Fehler gemacht werden?

    Liebe Fussballfreunde,


    am Samstag schied unser deutsches Frauenteam vorzeitig und unerwartet bereits im Viertelfinale aus. Das ist das schlechteste Turnierergebnis einer Welt- oder Europameisterschaft seit Jahren! Ein herber Rückschlag für den Mädchen- und Frauenfussballboom in Deutschland!?! Was glaubt ihr, was die Gründe für die Niederlage waren?