Beiträge von TW-Trainer

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    Isoliert, spielfern und furchtbar langweilig. Muss sowas sein?

    Vielen Dank für deine Meinung. Aber ich glaube, du hast den Beitrag nicht ganz zuende gelesen.


    Bevor man TW-Spielformen gestaltet sollten Grundlagen geschaffen werden. Nicht umsonst lernen die Kinder in der Schule zunächst einmal das 1 x 1 bevor es später in die Anwendung mathematischer Grundlagen geht. Doch statt Schultafel sind wir an der frischen Luft und statt stur auf dem Stuhl zu sitzen können sich die Kinder bewegen. Aber es können selbst die besten Übungen langweilig sein, wenn der Trainer langatmige Reden hält, anstatt die Kinder nach 2 - 3 Sätzen am Übungsvorschlag ausprobieren zu lassen. Die Übung zur Ballaufnahme sollte max. 2 Minuten dauern. Danach sollte der Schwierigkeitsgrad erhöht werden können. (Diese Erhöhung hängt jedoch auch von den Fähigkeiten des TW-Trainers ab. Denn wenn die Konzentration bei den Kindern nachlässt und er trotzdem weiter üben läßt, nehmen nicht nur die Erfolgserlebnisse ab, es erhöht sich auch die Verletzungsgefahr.)


    Auch Langeweile konnte ich dabei noch nicht feststellen. Denn da kennen Kinder kein Pardon. Da würde schon rasch die Frage: "können wir nicht mal was anderes machen" kommen! Als Spielfern würde ich die Grundlagenvermittlung auch nicht bezeichnen, denn es gibt zum Aufnehmen eines Balles immer einen "Ball-Absender", eine "Schußdistanz" und eine "Ballaufnahmetechnik", die hier simuliert wird. Worin sollen nach deiner Meinung hier eine spielfremde Übungselemente liegen? Nochmal: ein Vater sollte sein Kind erst dann mit dem Fahrrad in den Verkehr lassen, wenn er sich versichert hat, dass das Kind das Fahrrad beherrscht und sich auf den Verkehr konzentrieren kann. Wenn man den 2. Schritt vor dem 1. machen will, dann produziert man Defizite, die später nur schwer korrigiert werden. (Übrigens hat mich mal jemand gefragt, ob ich ihm mal eben so in 5 Minuten "die Kette" erklären könnte, weil er meinte man könnte mal eben sämtliche Voraussetzungen zum Funktionieren übergehen, um so schneller ans Ziel zu gelangen.)


    Nun möchte ich zu deinem Übungsvorschlag kommen. Der ist gut, allerdings hätte ich da so meine Zweifel, ob er bereits für die F-Jugend taugt? Denn "Ball halten" in der F-Jugend zu bewerten, na das halte ich dann doch ein wenig zu hochgegriffen. Ferner möchte ich keine "festen Torwart" in den Übungen und Spielformen, sondern einen beliebig häufigen Austausch, damit jeder auch jeder Position Erfahrungen sammeln kann. Genau das ist der Grund, warum ich die TW-Übungen und spätere TW-Spielformen mit der gesamten Mannschaft machen möchte und niemand dabei unter- oder überfordert werden soll.



    Meinst du damit ein physisches Training auf Kraft und Schnelligkeit? Das würde ich in der F im besten Fall als sinnlos (Sprints, Situps, Sprungübungen die nicht nur der Koordination dienen) und im schlimmsten Fall als Körperverletzung (Medizinball etc.) betrachten.

    Die Überschrift zu diesem Thema lautete: kein TW-Training in der F-Jugend, sondern TW-Übungen. Weil Kraft-Schnelligkeit ein Teil des TW-Trainings wäre, gehört es nicht in die F-Jugend!
    Zu deinen weiteren Fragen findest du nachfolgend einige Infos:
    Bei einer Torwarttrainingseinheit (für Kliengruppen, Partner oder Einzeltraining) gibt es Athletikelemente. Bei Keepern mit wenig Praxis kann manchmal eine "Trockenübung" ohne Zeitdruck durch den Ball nützlich sein, damit er sich auf die Reihenfolge seiner Koordination konzentrieren kann. Aber die Fazination ist ganz klar der Ball, weshalb er auch beim Torwarttraining im Mittelpunkt stehen soll. die Kraft-Schnelligkeitsübungen sollten jedoch erst dann ins TW-Training integriert werden, wenn der Keeper über eine ausreichende Muskelmasse verfügt und eine ausreichende Handlungsschnelligkeit im Bewegungsablauf dafür Sorge trägt, dass der Keeper seine Gesundheit dabei effektiv schützen kann. Denn es gibt nichts blöderes, als wenn man sich beim Training verletzt und im Spiel das zuvor Erlernte nicht gleich ausprobieren kann. Dazu trägt der TW-Trainer entscheidet durch eine gute Trainingssteuerung bei. (Ich kann mich in all den Jahren lediglich an 3 Verletzungen erinnern, wovon 1 hätte vermieden werden können.)


    Weil wir TW-Trainer Autodidakten sind, wird es 1000 und mehr abweichende Vorstellungen vom TW-Training geben. Das ist auch weiter gar nicht schlimm, weil jeder leidenschaftlich tätige TW-Trainer auf seine Weise eine hervorragende Arbeit leistet. Natürlich wäre es besser, wenn man das vorhandene Know-How konzentrieren könnte wie beim Mannschaftstraining. Aber so weit sind wir leider noch nicht! Deshalb ja auch mein Vorschlag, differenziert (hier für die F-Jugend) darüber zu diskutieren.

    Wir kennen ein TW-Mädchen, da hat die Auswahltrainerin ganz klar gesagt, dass sie raus ist wenn sie in ihrem Verein keinen TW-Trainer hat. Sie müsse sich sonst halt nen anderen Verein suchen.

    Na, dann ist sie wohl bald ohne Torleute! Ich halte diesen Kommentar für eine Schnapsidee, denn in den meisten Stützpunkten findet mangels geeigneten Personals entweder gar kein TW-Training statt oder ist wird so trainiert, wie es die Trainer selbst aus ihrer Aktivenzeit in Erinnerung haben.


    Die Talentförderung der Mädchen hat zwar in den letzten 5 Jahren enorm aufgeholt, aber in einigen Teilen (wie hier) noch ein wenig rückständig. Denn TW-Trainer, die besondere Fähikgkeiten in der Ausbildung von weilblichen Torleuten besitzen, gelten als Exoten. Woher also nehmen wenn nicht stehlen? Der DFB würde sich über eine größere Dichte an weiblichen Torleuten sehr freuen. Realität ist jedoch, dass sie zu seperaten Lehrgängen eingeladen werden (müssen), um diesem Wunsch ein wenig näher zu kommen.


    Recht gebe ich ihr allerdings, dass auch Mädchen ein TW-Training verdient haben und sofort sie das große Glück haben, deutlich an Leistung zunehmen.


    Dazu sollte man wissen, dass ca. ab der C-Jugend ein gemeinsames TW-Training von Mädchen und Jungen meist wenig Sinn macht, weil die unterschiedliche körperliche Entwicklung eine andere Steuerung der Trainingsintensität und -schwerpunkte im TW-Training erfordern.


    Jedoch sollte sich m.E. gerade ein Auswahltrainer gegenüber den Vereinen generell neutral verhalten, wenn er/sie für die Talente alle Vereine ihres Gebietes gleichermaßen zuständig fühlt. Sie sollte der Spielerin und den Eltern die Karriereplanung überlassen und allenfalls dann einen Rat geben, wenn sie danach gefragt wird.


    Gerade solche ungebetenen Ratschläge (in den befreundeten oder eigenen Verein zu wechseln) haben die Auswahlförderung in früheren Zeiten großen Schaden zugefügt, sodass manche kleineren Vereine aus Angst vor Abwerbung die Einladungen zu Talentsichtungen bewußt ignorieren. So kommt man dem gewünschten Ziel, möglichst allen Kindern eine faire Chance bei der Präsentation seiner Fähigkeiten zu geben, leider nicht näher. Denn jeder Verein sollte das Recht haben eigene Ziele und Planungen zu gestalten.

    Meine Fragen an die Allgemeinheit und besonders an TW-Trainer:


    1. In welchen Abständen würdest du das TW-Training anbieten?
    2. Ganzes Team oder nur einzelne Spieler?
    3. Kennst du Spielformen zu diesem Thema?
    4. Wenn du dich in meiner Lage befinden würdest, wie würde die nächste TW-Trainingeinheit (Mustereinheit) bei dir aussehen?


    Zunächst einmal gebe ich dir recht, dass die Altersgruppe G-Jugend ein anderes Training benötigt als die F-Jugend. In der G-Jugend spricht man noch nicht von Training, sondern von Bewegungsspielen, in denen der Ball immer mal eine Rolle spielt, jedoch noch nicht den Mittelpunkt darstellt.


    Allerdings gibt es auch innerhalb der F-Jugend Unterschiede zwischen dem jüngeren und älteren Jahrgang, die z.T. sogar recht deutlich sind.


    Wenn man keine Torwartgruppen mit Torwarttrainer im Verein bieten kann, sondern Mannschafts- und Torwarttrainer in Personalunion ist, dann kann ich dir folgende Tipps geben:


    zu 1. und 2. (Saisonplanung)
    Mit der gesamten Trainingsgruppe die Sicherheitsübungen (hab ich an anderer Stelle bereits beschrieben) nach dem Warmmachen ins Training integrieren. Ab diesem Zeitpunkt kann jeder (ohne Handschuhwechsel ins Tor) Danach 1 - 2 mal mtl. Torwartübungen mit der Mannschaft.


    Hier mal ein Beispiel für TW-Übungen im Anschluß an die Sicherheitsübungen mit der gesamten Mannschaft:


    a. Gasse bilden (Abstand: ca. 5 m)
    b. TR bittet einen Spieler mit ihm gemeinsam eine TW-Übung (z.B. Ball zurollen und aufnehmen) in der Mitte der Gasse zu präsentieren
    c. TR startet Übung für Trainingsgruppe
    d. TR beobachtet Gruppe und hift dort, wo Unterstützung benötigt wird und lobt dort, wo es schon gut klappt
    e. TR bittet das Paar, das die Übung schon gut kann in die Mitte, um es der Trainngsgruppe zu präsentieren
    f. TR fragt in die Runde, wer mit ihm die nächste Übung (z.B. Ball mittelhoch werfen und fangen) in der Mitte präsentieren will
    g. danach wie c. - e.


    Jedoch ist das Üben das Eine, das korrigieren das Andere!


    Typische Fehler beim Rollen des Balles sind:


    a. der Ball hoppelt (statt am Boden zu rollen)
    b. der Ball landet nicht im Ziel, sondern seitlich daneben


    Weil ich nicht alles erzählen möchte, würde ich z.B. gern @Libera bitten, die ja TW-Training macht, wie man solche Fehler korrigiert?


    zu 3. In der Rückserie Spielformen mit Torwart-Schwerpunkt, incl. Torwart-Rotation. Wichtig ist dabei, dass die Spielform nicht mit dem Torabschluß endet, sondern mit der TW-Spieleröffnung fortgesetzt wird. Hierfür bieten Wettkampfbeobachtungen die besten Spielformen. (wie schon gesagt sind auch die Unterschiede in der F-Jugend riesig, sodass man seine Spieler möglichst spielnah und leistungsgerecht fordern sollte.)


    zu 4. keine TW-Trainingseinheit, sondern TW-Übungen
    Eine TW-Trainingseinheit gliedert sich im TW-spezifischen Warmmachen nach geplanten TW-Schwerpunkt (z.B. Technik: Fangübungen,). Der Hauptteil startet mit Übungen, die eine hohe Konzentration erfordern, danach geht es in einen Kraft-Schnelligkeitsteil. Beendet wird sie im Gruppentrainng mit TW-spezififschen Spielformen.
    Weil die Konzentrationsphasen in der F-Jugend noch sehr kurz sind, würde ich von einer Trainingseinheit im Allgemeinen abraten, weil der Lerneffekt noch nicht so groß ist. Ohnehin hat du als Mannschafts- und Torwarttrainer kaum die Zeit dazu, für Feldspieler und Torwart eigene Trainingseinheiten auszuarbeiten.


    Wenn es noch mehr ins Detail (mit Übungen) gehen soll, dann benötige ich die Infos über die Quote der älteren F-Jugend-Spieler und den Zeitraum seit ihrem Vereinseintritt. Natürlich gibts auch Unterschiede bei den Mädchen (vorsichtiger, beweglicher) und Jungen (mutiger, dynamischer), aber das sollte im Rahmen einer Leistungsstreuung innerhalb einer Mannschaft zunächst einmal in dieser Altersgruppe unberücksichtigt bleiben.

    Ich würde meinen TWs wirklich gerne ein "gutes" und kindgerechtes TW-Training ermöglichen. Allerdings habe ich null Erfahrung und höchstens theoretisches Halbwissen. Vielleicht kannst du ja ensprechende Literatur empfehlen.

    Ja, so wie euch geht es wohl den meisten Trainern. Man würde gern etwas mit den Torleuten machen. Aber entweder fehlt die Zeit oder man hat "Berühungsängste", weil man nicht weiß, was man wie mit den Keepern machen sollte?


    Da erscheint es ein sinnvoller Kompromiß zu sein, wenigstens einen Torwarttrainer im Verein zu haben, der sich um diese Aufgaben kümmert. Doch wie bereits erwähnt, interessiert die Verantwortlichen die Ausbildung von Nachwuchs-Torleuten nicht. Es genügt, wenn die 1. Seniorenmannschaft einen Torwarttrainer hat!"


    So bleibt dann doch wieder nur die Möglichkeit, sich selbst mit dem Thema zu beschäftigen.


    Natürlich kann man sich manches aus guten Büchern, Zeitschriften und Videos heraus suchen.


    Das Problem ist jedoch, dass es kaum kompetente Ansprechpartner im eigenen Umfeld gibt, mit denen man seine Beobachtungen beim Training und Spiel diskutieren kann. Auf diese Weise erscheint es außerordentlich schwierig und ein zeitraubender Prozeß, sich autodidaktisch gesicherte Fähigkeiten beizubringen.


    Wenn ihr wollt, dann können wir uns gern mit den Themen: Torwart-Anfänger, Fortgeschrittene, TW-Talente, Unterschiede zwischen Mädchen und Jungen im Tor, usw. beschäftigen.


    Nur Mut!

    @Gunnar1886
    Einerseits freue auch ich mich darüber, dass hierbei sachlich diskutiert wurde. Denn wenn man mal ein paar Jahre zurück blickt, dann gab es durchaus hitzige Debatten darüber, dass ja Trainer und Eltern einem Talent Steine in den Weg legen würden, wenn sie es denn nicht umgehend höherklassigen Vereinen anbieten würden.


    Allerdings scheint mir die Zahl derer, die ihr Kind wie sauer Bier diesen Vereinen anbieten, wo sie schon vom ersten Tag einem Leistungsdruck ausgesetzt werden, stetig abzunehmen, weil in ihnen die Einsicht gewachsen ist, dass dabei ganz schnell der Spaß und damit die freiwillig erbrachte Leistung verloren geht.


    Andersherum geben sich Vereine bei den Kindern, die sie sich selbst ausgesucht haben, scheinbar größere Mühe und üben bei der Ausbildung mehr Geduld aus, was allen Beteiligten insgesamt zu mehr Erfolg verhilft.


    Einerseits ist es von großem Vorteil für die NLZ, wenn dort aufgrund geringerer Unruhe im Umfeld aufgrund sorgfältiger Selektion die jahrelange Arbeit in einem größerem Maße ihre Früchte trägt. Denn welcher NLZ-Trainer ärgert sich nicht darüber, wenn der Sprung in den Seniorenbereich bei fast allen Spielern mißlingt, weil man scheinbar auswärtigen Profis mehr Erfolg zutraut? Andererseits geht man nunmehr auch andere Wege, in denen Talente über einen längeren Zeitraum beobachtet und erst dann geholt werden. Denn auch ihnen dürfte auf Basis eigener Erfahrungen früherer Jahre aufgefallen sein, dass ein "first in - first out" die Mühen einiger Jahre an Ausbildung ein teurer Spaß wird, wenn nicht eine genügend große Anzahl von Talenten sich für höchste Aufgaben empfehlen kann.


    Was noch fehlt ist eine "ganzheitliche Betrachtung als Individuum" im Entwicklungsprozeß, um isolierte Stichtags-Selektionsverfahren zu überwinden. Denn wer, wenn nicht der Trainer selbst, kennt seine Spieler am besten und erkennt, ob sie dabei gerade einen guten oder schlechten Tag hatten. Deshalb sollte in der Arbeit zu den NLZ-Trainern eine größere Vertrauensbasis geben, um so unnötige Unruhe zu vermeiden, Druck aus dem Kessel zu nehmen und sich gemeinsam auf die nächsten Schritte zu konzentrieren. Denn Großes kann nur dann gelingen, wenn man gemeinsam daran arbeitet! Das setzt gegenseitiges Vertrauen und Respekt voraus.


    Wenn auch dieses Forum dazu beigetragen hat hier mehr Transparenz für Hilfesuchende zu schaffen, dann freut es mich besonders!

    Eigentlich wundern mich eure Aussagen nicht! Denn sie spiegeln die Meinungen der Fussballverantwortlichen wieder.


    Ich versuche es mal zusammen zu fassen.


    Man ist davon überzeugt, dass es an der Spitze (Profis) kein Problem mit guten Torleuten gibt. Warum soll man also in der Breite Torleute fördern und ausbilden?
    Zwar ist man sich einig, dass Feldspieler schon ab der G-Jugend einen Traine benötigen, aber wer ist Tor will, der braucht keine Unterstützung.
    Für ein qualifiziertes Torwarttraining braucht man selbst keine Fähigkeiten zu erwerben.
    Einen Torwart zeichnet es aus, dass er zu faul zum laufen ist. Denn sonst würde er lieber auf dem Feld spielen.


    Was würdet ihr eurer Tochter oder eurem Sohn, die nicht dem typischen Denkmuster (faul, träge, dumm) entspricht an Trainingsunterstützung raten, wenn sie/er sich auf der Torwartposition ausprobieren möchte?


    Was würdet ihr einem Torwarttalent in eurem Team raten, der gerade für die Auswahl nominiert wurde, jedoch dort lediglich als Statist fungiert, weil es auch dort kein qualifziertes TW-Training gibt?

    Ich erkenne derzeit 2 Trends. In neuen FPL-Regionen gibt es unter den Trainern große Eiferer der Ideen. Aber dort, wo sie schon länger gelten, gibt es eine tendenzielle Abkehr, wo der Wunsch nach Schiedsrichterentscheidungen wächst, weil man wichtige Teile der FPL wie einen Schweizer Käse durchlöchert hat. Dort hat es keine ausreichende Unterstützung durch die Verantwortlichen gegeben, weil denen entweder der Nachwuchsbereich egal war oder weil man der Überzeugung war, das bei FPL-Regeln zu wenig Kampf und Leidenschaft entstehen würde.


    Wenn jedoch in den Medien die Trainer besonders gelobt werden, die nur mit Hilfe unfairer Mittel Siege und Pokale errungen haben, dann sieht auch der sehr engagierte Trainer schnell den Unterschied zwischen der Theorie und der Praxis.


    Leider ist diese Entwicklung auch dem Fehler geschuldet, als das man es lediglich als "Pflaster" für die F-Jugend verstehen wollte, um danach wieder Freiräume des "Blut und Ehre Fussball" nach traditioneller Drillmethode und vorgehaltenem Leistungsdruck zu schaffen. Man hetzt die Spieler wie Kampfhähne aufeinander, um sich selbst für einen Sieg rühmen zu lassen. Hat man verloren, dann waren es die Spieler.


    Selbst im Leistungsbereich finden nunmehr Trainer wieder tritt, die sich wenig für nachhaltige Ziele interessieren, weil ihnen die eigene Karriere nur dann sicher erscheint, wenn sie den Meistertitel erringen. Denn wie diese Siege letzendlich zustande kommen, das interessiert doch die Entscheidungsträger nicht, die gar nicht dabei waren! Zahlen sprechen die einzige Sprache, die die Verantwortlichen verstehen! Ich hätte das nie für möglich gehalten, weil es z.B. im Auswahl-Bereich schon sehr lange, gute Erfahrungen mit dem Spiel ohne Schiedsrichter gibt.


    Ich bin nach wie vor davon überzeugt, das mit der FPL ein besserer Start in den Kinderfussball möglich ist. Allerdings muß es zu einem System für den Jugendfussball wachsen, dessen Fairness-Grundgedanken sich durch schließlich durch den gesamten Fussball zieht. Schon heute gibt es einen großen Dropout, weil sich Kinder und Jugendliche nicht mehr tradionellen Regeln unterwerfen wollen und auch in ihren Trainer keine Vorbilder mehr sehen. Wer als Trainer ein Foul als clever bezeichnet, der kann nicht ganz bei Trost sein, weil er sich ins eigene Fleisch schneidet. Denn er tolleriert gleichzeitig, dass auch seine Spiele durch solche Fouls am Torerfolg gehindert werden. Gerade weil die Medien einen immer größeren Raum in der Berichterstattung einnehmen, fehlt es an Vorbildfunktionen.


    Vielleicht kann ja der "Videobeweis" im Profibereich eine Besserung bringen. Denn wenn es keinen Vorteil durch ein Foul mehr gibt, weil jedes Foul erkannt wird, dann kann man es besser sein lassen und sich statt auf den trainierten Ellbogencheck mit Nasenbeinbruch beim Zweikampf auf andere, faire Möglichkeiten konzentrieren!

    @Das_Huhn


    Bei Manuel Neuer hast du recht! Auch wenn manche es gern anders sehen würden, hatte er das große Glück, dass sein damaliger TW-Trainer sich durchsetzte, anstatt den eher laienhaften Einschätzungen des Mannschaftstrainers über sein Potenzial einfach nachzugeben. Allerdings entscheidet in der Masse der Mannschaftstrainer, weshalb es leider auch eine Talentverschwendung zu beklagen gibt. Denn für den ist meist die Größe und Sprungkraft, weil er es als Spieler selbst nicht anders kennengelernt hat. Wenn der Ball im Netz zappelt, dann war es ganz einfach ein Torwartfehler oder der Ball war unhaltbar. Aber von diesem Kommentar hat ein Keeper gar nichts!


    Mit deiner Einschätzung zu den TW-Qualitäten möchte ich dir gerne recht geben. Hab mir vor kurzem Mal ein Hallenturnier mit Teams von Kreisklasse bis Oberliga angeschaut. Der Unterschied war gering. Die waren einfach alle grottenschlecht, weil sie gar keine Bindung zu ihrer Mannschaft fanden, sondern meinten den Zuschauern durch wilde Sprünge etwas zeigen zu wollen!!! Für Laien mag das natürlich toll ausgesehen haben. Insofern kann schon mal der Eindruck entstehen, es gäbe dort super Keeper.


    Gern würde ich an dieser Stelle auch über die Unterschiede zwischen einem Kreisliga-Keeper und einem Profi-Keeper diskutieren. Aber das würde sicherlich zu lang werden. Deshalb in aller Kürze: die Anlagen haben sich gegenüber früher teilweise verändert, werden jedoch m.E. weiterhin überschätzt. Wichtig ist die Motivationsfähigkeit und die Lerngeschwindigkeit. Dennoch werden sie allzuleicht zu Opfern mangelhafter Kenntnisse von Mannschaftstrainern, weshalb es schwierig ist, eine rein leistungsorientierte Bewertung vorzunehmen. Theoretisch kann jeder Torwart werden. Denn egal ob er groß, klein, dick oder dünn ist, solange er schlauer ist als der Gegner, wird er seine Trainer nie enttäuschen, weil er immer schon dort ist, wo andere erst noch hinlaufen müssen.


    @Grätsche


    1. Sie haben tatsächlich noch Angst vor den Bällen
    2. Sie wollen nicht diejenigen sein, die an den Gegentoren Schuld sind
    3. Als Torwart können sie i.d.R. keine Tore schießen


    zu 1. Angst
    Auch heute gilt der 1. Punkt als Ausschlußkriterium, wenn sich ein Torwart zum Schutz vor einem schmerzhaften Ballkontakt wegdreht bzw. nicht in ein 1 vs 1 seinen Gegner anläuft. Dabei ist Angst ein wertvoller Helfer der Vernunft. Keine Angst zu haben ist deshalb törricht und hat mit reinem Mut nur wenig zu tun. Denn auch ein muter Mensch sollte eine Abwägung des Risikos als Maßstab seiner Entscheidungen wählen. Leider passieren immer wieder schlimme Verletzungen (Sehnenabrisse, Knochenbrüche), weil Torleute ohne entsprechende Grundkenntnisse, wie man sich schützt, ins Tor gestellt werden.
    Man kann einem Torwart nur dadurch die Angst nehmen, indem man ihm vermittelt, wie er sich effektiv schützt. Die Grundkenntnisse kann man in 10 - 15 Minuten seiner gesamten Mannschaft vermitteln, sodass danach jeder auf dieser Position schmerzfrei Spaß erleben darf. (Hab ich an anderer Stelle bereits beschrieben)


    zu 2. Schuld an Gegentoren
    Weil Mannschaftstrainer (die meist Laien als TW-Trainer sind) diese Einschätzungen vornehmen, kommt es häufig zu Fehleinschätzungen. Aber selbst, wenn die Einschätzung des Trainers korrekt war, fehlen ihm meist die Fähigkeiten von einem nicht korrekten zu einem korrekten Bewegungsablauf zu gelangen oder mit dem Keeper in der jeweiligen Situation andere Lösungsaternativen zu trainieren. Einen Torwartfehler als Ursache zu konsternieren ist genauso wie einem Angreifer als "Chancentod" zu titulieren. Beide würden es gern besser machen, haben jedoch keine Trainer, die es ihnen erfolgreich vermitteln können. Insofern trägt der Trainer hier die Hauptschuld an Gegentoren. Denn er besitzt keine entsprechenden Trainerkompetenzen für die Torwartausbildung.


    zu 3. TW kann i.d.R. keine Tore schießen
    Defensivspieler sind allgemein weniger an Torchancen beteiligt. Dennoch macht auch ihnen diese Aufgabe sehr viel Spaß, weshalb sie sich hierfür entschieden haben. Dennoch sollten alle Defensivspieler, also auch der Torwart während ihrer Ausbildungszeit regelmäßig auf Torjagd gehen. Denn nur dort können sie eigene Erfahrungen sammeln, wie man eine Abwehr erfolgreich überlisten kann. Diese Erfahrungen werden ihm helfen, sein Aufgabengebiet im 1 vs 1 zu erweitern. Auch wird er/sie lernen können, warum ein schnelles Umschalten nach Balleroberung sehr effektiv ist. (Das Spiel lebt von der Dynamik: In der Tendenz wurde selbst im Profibereich vor ca. 15 Jahren ein Ballkontakt ca. 2,5 Sekunden, während vor 5 Jahren bereits nach 1,1, Sekunden ein Ball gepaßt oder geschossen wurde)
    Weil jeder Spieler auf jedem Flecken des Rasens eine gute Antwort finden soll, benötigt er auch eine entsprechende Ausbildung, damit es gelingen kann.


    Der Torwart ist Teil der Mannschaft. Leider ist er häufig dann ein Spezialist, wenn er das 1. Tor kassiert hat! Diese rückwärts orientierte Denkweise zu überwinden wird wohl in Deutschland noch einige Jahre dauern!

    Der Hauptgrund, warum sich Kinder weigern ins Tor zu gehen ist die Einsicht der Chancenlosigkeit auf dieser Position den gleichen Spaß zu erleben wie auf jeder anderen Position. Dafür verantwortlich ist in erster Linie der Verein, weil Torwarttraining im Nachwuchsbereich vernachlässigt wird und ein "normaler Mannschaftstrainer" weder Zeit noch die Fähigkeiten besitzt, Kindern auf dieser Position die notwendigen Fähigkeit und das Wissen zu vermitteln, die Voraussetzung dafür geben, auf dieser Position überwiegend Erfolgserlebnisse zu bekommen.


    Allein positive Erfahrungen im Spiel zu sammeln, das ist schwierig! Ist der das eigene Team überlegen, so ist der Keeper zum Nichtstun verdammt. Ist der Gegner überlegen, so hat der Keeper häufig chancenlos.


    Aber auch im Mannschaftstraining hat der Keeper häufig eine Statistenrolle. Mal dürfen die Spieler dem Torwart aus nähester Nähe den Ball per Vollspann ins Gesicht oder andere Körperteile schießen, ohne das ihr Trainer die missliche Situation der Chancenlosigkeit erkennt, mal ist er sich minutenlang Ballbatterien ausgesetzt, bei der er zunächst seine Kraft und kurz darauf auch die Konzentration verliert.


    Seien wir mal ehrlich: wer hat dazu schon große Lust?


    Hinzu kommt, dass der DFB nach wie vor dem Irrtum unterliegt, man könne ein Torwarttraining nicht so gestalten, als das der Torwart eine gleichgroße Rolle spielt wie die Feldspieler. Denn was nützt allein eine Positionsrotation, wenn auf der Torwartposition keine bzw. keine ausreichende Unterstützung erfolgt?


    Es gibt in Deutschland einige, wenige Torwartschulen, die sich die Torwartausbildung zum Ziel gemacht haben. In der Anfängergruppe (G - F-Jugend) erlernen die Kinder zunächst einmal, wie sie sich schützen können, damit nicht schon zu Beginn schmerzhafte Berührungen mit Ball und Gegner den Spaß auf dieser Position beenden. Anschließend erlernen sie einfache Techniken der Ballabwehr. Ab der E-Jugend wird in Kleingruppen TW-Technik und TW-Taktik geübt. Je nach Wunsch findet dieses TW-Training 1 x im Monat bis 1 x wöchentlich statt. Wie ich erfuhr, ist die Zahl der Keeper, die dadurch in Auswahlen und später in den Leistungs- und Profibereich wechseln deutlich höher als die, die einen anderen Weg eingeschlagen haben. Ich vermute die Anzahl wird in dem Maße steigen, als das der DFB in dieser Frage weiterhin konzeptlos die Aufgabe auf die NLZ verlagert. Doch dort können jeweils pro Jahrgang nur ein paar Keeper ausgebildet werden, weshalb diese Torwartschulen eine sinnvolle Ergänzung darstellen. Leider gibt es viel zu wenige von ihnen, weshalb man hin und wieder Versuche beobachtet, dies in Fussballschulen zu integrieren. Doch hier fehlt es meist an geeignetem Personal.


    Wie sieht es mit Hilfe vor Ort aus? Man möchte meinen, dass eigene erfahrene Keeper hier eine sinnvolle Unterstützung leisten könnten. Aber durch den Einzug der TW-Taktik ist der Torwart vom Torlinienartisten früherer Tage zum mitspielenden Torraumspieler geworden. Gerade, was das Mitspielen anbelangt, können viele Ex-Keeper wenig Unterstützung leisten, weil sie keine beidfüssige Ballverarbeitung gelernt haben. Selbst beim Fangen, Fausten und Lenken gibt es große Veränderungen. Denn früher wurde dieser Bereich fast ausschließlich in Torliniennähe erlernt. Heute soll der Keeper selbst Druck auf den Ball ausüben, weshalb ein Teil dieser Techniken weiter ins Spielfeld in Form eines differenzierten Stellungsspiels verlagert wurde.


    Nun wird sich der interessierte Leser fragen: muß das ein Anfänger schon können? Nein, natürlich nicht! Aber wie soll es nach dem Start weitergehen, wenn im Verein niemand weiß, wie man einen guten Anfang macht und wie es danach weitergehen soll?


    Interssant fand ich die Äußerung der Torwartschulen gegenüber den Vereinen. Viele Vereinsverantwortliche sehen die Torwartschulen als vollkommen überflüssig an, weil die Torwartausbildung nach ihrer Meinung von ganz allein über das Sammeln von Erfahrungen stattfindet. Dabei wundern sie sich nicht einmal, dass selbst talentierte Keeper nach der D-Jugend entweder den Verein oder die Sportart wechseln, weil ihnen ein entsprechendes Ausbildungsangebot im Heimatverein fehlt. Welcher Vater und welche Mutter will sich schon immer wieder mit seinem frustrierten Kind anhören müssen: "... die haben heute im Training wieder nichts mit mir gemacht ...ich habe langsam keine Lust mehr ..."!?


    Leider gibt es viel zu wenig Torwartschulen, was sich jedoch schon allein daraus erklären läßt, als das das wenige Personal meist in den NLZ ausgebildet wird und häufig dort verbleibt.


    In den Benelux-Ländern, der Schweiz und Österreich ist man da schon ein gutes Stück weiter. Denn dort gibt es eine Torwarttrainerausbildung mit standardisierten Inhalten und Prüfung. Das hiesige 3-Stufen-Konzept zeichnet sich in erster Linie durch hohe Gebühren aus. Jeder Teilnehmer erhält eine Urkunde, die in den Vereinen jedoch nicht anerkannt wird, weshalb man sich das Geld häufig sparen kann. Denn der Interessent ohne spezielle Vorkenntnisse wird das Seminar mit mangelhaften Kenntnissen und Fähigkeiten wieder verlassen. Es kann also nur besser werden! Wer nicht warten will und in Grenznähe wohnt, der kann im nahegelegenen Ausland zu günstigeren Konditionen eine wertvolle Ausbildung erhalten, über die sich jeder Verein freuen würde.


    Ein Torwart ohne Torwarttrainer ist zur Schießbudenfigur verdammt. Denn jeder läßt die Wut über nach seiner Meinung überflüssige Gegentore an ihn aus. Jeder kennt "Torwartfehler", aber nur wenige wissen, wie man Keeper so ausbildet, als dass die Zahl seiner Fehler kontinuierlich verringert werden.


    Wer sich nur mal 10 Minuten Gedanken über seine Torleute machen will, der kann es auch gleich ganz sein lassen, denn mehr als Alibi-Argumente (wie sie derzeit auch noch beim DFB nachzulesen sind), werden dabei nicht heraus kommen.


    Sorry, ich habe wirklich länger überlegen müssen, ob ich es in sehr deutliche Worte kleide! Es geht mir nicht darum, die vielen Breitensporttrainer, die sich Woche für Woche große Mühe geben, ihre Mannschaften zu trainieren. Es geht mir darum, die Vereine, Verbände und den DFB wach zu rütteln, endlich ein vernünftiges Konzept für die breite Masse zu entwickeln, anstatt hier und dort ein paar Videoclips als Puzzleteile anzubieten.

    Irgendwie witzig, dass ich zurück zu meinen Wurzeln komme.

    Ja, du hast recht! Es zeigt einmal mehr, wie wenig wir über den Fussball wissen!


    Ich finde deinen Plan für die Rückrunde prima! Denn wie schon Vorredner erklärt haben, sind statisch aufgebaute Übungen nicht sinnvoll, weil sie sich in dynamischen Situationen immer etwas anders gestalten. Es gibt also immer nur eine relativ gute oder schlechte Aktion, die dir Aufschluß über weitere Trainingsinhalte geben können.


    Solltest du einmal Probleme haben Übungen zu finden, dann schau einfach mal in den "Multi-Tasking-Übungen" von Matthias Nowak nach. Es bietet darüberhinaus wichtige Grundlagen, den Kinder während des Laufens gleichzeitig zum Denken zu animieren.
    Denn es ist ein Trugschlug, dass aus vielen Ballkontakten (Einschleifen von Automatismen) automatisch auch gute Ballkontakte werden. Besser etwas genauer hinschauen und dort durch geeignete Übungen und Spielformen unterstützen, wo die Kinder Hilfe benötigen.


    Deine Videoaufnahmen können die helfen, dank eines längeen Zeitraums die mit bloßem Auge nicht wahrnehmbaren Fortschritte festzustellen, um weiter an Defizite arbeiten zu können. Weil sich jedoch nicht alle Kinder kontinuierlich in kleinen Schritten entwickeln, sondern durch äußere Umstände sprunghafte Veränderungen stattfinden, wird dir das Video längst nicht überall auch eine ausreichende Erklärung für deine Trainerarbeit liefern.


    In jedem Falle finde ich dein Engagement prima! Aber übertreib es nicht, denn "Rom wurde ja auch nicht an einem Tag erbaut"! Es braucht viel Geduld und ein großes Herz für Kinder, wenn du mithelfen möchtest, wie aus noch schwachen Kindern starke Kinder werden, die selbständig richtige Entscheidungen treffen können.

    @mahe


    Ich weiß nicht, warum dir der verlinkte Artikel so gut gefällt? Schließlich enthält er den entscheidenden Satz: "Natürlich muss der Trainer vor allem dafür sorgen, dass Siege eingefahren werden", der Auslöser vieler Mißverständnisse zwischen Trainer, Mannschaft und Eltern sein kann! Denn der Jugendzeitraum sollte für eine nachhaltige, individuelle Ausbildung genutzt werden, weshalb die Resultate jeweils eine begrenzte Aussagekraft haben, weil nunmal der Gegner ebenfalls respektable Leistungen erbringen kann. Schließlich aber handelt es sich nicht um einen Profitrainer, der erfolgsabhängig beschäftigt ist, sondern um einen Hobbytrainer!


    Sofern ausreichende Trainerfähigkeiten vorhanden sind, kann man den Versuch unternehmen, die potenziellen Unruhestifter während des Spiels zu sich zu holen, um ihnen das Fussballspiel ein wenig näher zu bringen, in denen man kurze Hinweise zu den jeweiligen Situationen gibt. Auf diese Weise wird nicht das Kind, sondern der Trainer zum ersten Ansprechpartner. Man gewinnt das Vertrauen er Eltern, holt sie Eltern ins Boot und kann ggf. auch nach dem Spiel noch ein wenig über das sprechen, wozu während des Spiels keine Zeit war.


    Denn es wird leider allzuoft über einander, statt miteinander gesprochen. Eltern sind jedoch dank zunehmender Mobilität und Freizeit ein Faktor für die Jugendarbeit geworden. Sie zu ignorieren oder ihnen gar einen Maulkorb zu verpassen wird zusätzliche Unruhe ins Umfeld der Mannschaft und des Vereins bringen. Man muß nicht mit allen Eltern Freundschaft schließen, jedoch sollte ein breiter Pfad angelegt sein, in der man sich mit gegenseitigem Respekt begegnet. Wenn man über ein Stadionverbot diskutieren muß, dann sind m.E. auf beiden Seiten schon Chancen vertan worden, nach vernünftigen Kompromissen zu suchen.

    @Spieler-papa


    Wenn du deiner Tochter helfen willst, dann nimm ihre Signale ernst, bevor ihr weitere nicht mehr so leicht zu korrigierende Schäden, die ihr späteres Leben beeinträchtigen können, entstehen. Nimm sie bis zum Sommer aus dem Spielbetrieb und lass sie lediglich am Training teilnehmen.


    Die Beschreibung für deine Tochter tritt leider sehr viel häufiger auf. Während man in Schulen weitaus sorgfältiger mit einer Bewertung über besondere Fähigkeiten umgeht und das Überspringen einer Klasse sehr selten zugestimmt wird, glauben Eltern und leider manchmal auch Trainer daran, dass man beim Fussball ruhig an Wunder glauben kann. Deine Tochter braucht jetzt einfach eine Pause, um die Dinge aus jüngster Vergangenheit vernünftig verarbeiten zu können. Denn wie du sagst, kann sie derzeit gar nicht das, was sie bewegt beschreiben.


    Wichtig ist bei der Besprechung mit deiner Tochter ist, dass versteht, dass es niemals ein "Alles oder Nichts" gibt, sondern sehr vieles dazwischen großen Spaß machen kann. Jederzeit diese Wahl zu haben bedeutet eine Herausforderung zu genießen, anstatt sie als eine notwendige Qual wahrzunehmen, die es zu bestehen gilt.


    Ich denke, dass deine Tochter mit dem notwendigen Abstand selbst erkennen kann, welche Möglichkeiten (die ihr bislang immer von den Erwachsenen vorgegeben wurden) sie hat, wieder mehr Freude bei Wettkämpfen zu erleben.

    ber das beschreibt eh nur einen theoretischen Fall. Und in der Praxis funktioniert es hervorragend. 60% der Gegner sind mehr oder weniger ebenbürtig.

    Was ist mit den schwächeren Spielern, wenn 80 % der Gegner in eurer Staffel stärker sind als dein Team? Wie sieht es in diesem Fall für die Spielteilnahme deiner schwächeren Spieler aus?
    Was, wenn 80 % der Gegner schwächer als euer Team ist? Dürfen dann die stärkeren Spieler weniger spielen?


    Nur, weil es vielleicht im Moment in dieser Staffel mal so hinkommt, kann man es doch nicht als allgemeine Lösung des Problems der Spielteilnahme betrachten?


    Leistungsmerkmale als präzise und fair zu beurteilen, das ist selbst für ausgebildete Trainer im Leistungs- und Profifussball sehr schwierig. Zumal sich Leistungen fortwährend verändern können. Sich damit im Kinderfussball des Bretensport zu beschäftigen, kann m.E. zu mehr Problemen guten Lösungen führen.


    Anstatt wie ein "einsamer Wolf" umher zu laufen, sollte man sich ein gutes Netzwerk im eigenen Jugendbereich zulegen. Denn unter diesen Trainerkollegen findet man meist auch gute Berater, die in den meisten Fällen helfen können, langfristig gute Regeln zu finden. Da ist mir sogar eine restiktive Regel, wie sie von @onkel1978 beschrieben wurde lieber, sofern sie denn wirklich auch für den "selbsternannten Messi" gilt!


    Aber ich kann dich nur zu gut verstehen. Denn wie dir geht es vermutlich Tausenden von Kindertrainern? Ein großes Problem gibt es sicher auch, weil einerseits davon gesprochen wird, dass Breitensport reiner Spaßfussball wäre und einige Zeilen weiter liest man denn doch etwas von Leistungsträgern. Da ist der Gedanke, dass der Rest lediglich Statistikenrollen zu erledigen hat, ja nicht weit weg! Wir übernehmen einfach zu vieles ohne sie zu hinterfragen.


    Hier wird die Vorbildfunktion der Verbände und des DFB nicht korrekt wahrgenommen. Als Beispiel finden hier allenfalls die Torschützen eine persönliche Anerkennung. Der Rest interesiert lediglich in der Fairness-Tabelle. Auch die Presse- und Vereinsberichte treffen meist nicht den Sinn des Kinderfussballs, weil auch hier lediglich die Maßstäbe des Seniorenfussballs textlich präsentiert werden.


    Wie weit wir noch zurück liegen läßt sich schon allein darin erkennen, als das der DFB gerade einmal den RAE-Effekt entdeckt hat. Falls du nichts damit anfangen kannst. Damit wird der Unterschied zwischen den früh und spät im Jahr geborenen Kindern beschrieben. Bei dir sind vermutlich die früh im Jahr geborenen deine starken Spieler und die Spätgeborenen die schwachen Spieler. Weil der RAE-Effekt durch die biologische Entwicklung in der Jugend abnimmt, ist auch die frühe Einteilung ohne Berücksichtigung des RAE-Effekts falsch.

    Hier E wird nicht nach Trainings Beteiligung aufgestellt und auch nicht nur nach Leistung, sondern z.T. danach, wie gut man mit den Eltern kann oder ob die Kinder einem den Hals fallen, weil sie einen so lieb haben

    Dieser Bereich wird meist in dem Zusammenhang diskutiert, wenn Trainer gleichzeitig Eltern sind und dabei das Kind, dessen Freunde und elterliche Kontakte neutrale Spielanteile und Spielerbeurteilungen behindern.


    Allerdings paßt es widerum auch zu diesem Thema, weil auch hier die "heile Welt" des Trainers Einfluß nimmt, wobei Prioritäten sowie andere Freizeitaktiviten der Kinder und die Berufe der Eltern unberücksichtigt bleiben sollen.


    Aber was ist besser? Wenn ein Kind nicht mitspielen darf oder wenn beim Spiel vom Trainer fortwährend beschimpft wird? Vermutlich wird es sich in beiden Fällen über kurz oder lang entweder ein anderes Hobby oder einen anderen Verein suchen, wenn keine besseren Trainer in Aussicht sind?

    Gegenbeispiel: mein Sohn knickt sonntags um und kann dienstags nicht trainieren. Donnerstags schont er den Fuß lieber noch weil er am Samstag für das Spiel fit sein will.


    Nach deiner Logik muss er zugucken
    Nach meiner Logik spielt er weil er da ist
    Nach der Logik seiner Trainer spielt er weil er einer der Leistungsträger ist.


    @onkel1978 Deine Antwort darauf lautete:

    Habe ich genug Spieler bleibt er Zuhause.

    Also gibt es doch die Einschränkung, das er dann mitkommt, wenn du nicht genügend Spieler hast, obwohl er in der gesamten Wochen nicht beim Training war.

    Aber das wissen auch alle Eltern, und haben von uns Trainer vor der Saison ein Merkblatt bekommen, das alle Eltern vorbehaltslos respektiert haben.

    Erst einmal vielen Dank für deine ehrlichen Antworten. Wenn man ein Konzept hat, dann mag es hier oder da Lücken haben, aber es ist immre noch besser als konzeptlos sich mit jedem Einzelfall lang und breit beschäftigen zu müssen. Ferner wird alle Beteiligten durch Übergabe des Merkblatts und anschließender Beitrittserklärung eine Willensübereinstimmung erzielt.


    Auch dem Verein muß klar sein, dass man ggf. bei alternativen Freizeitangeboten den Kürzeren ziehen kann, weil sich Eltern und Kinder anderweitig entscheiden. Leider gibt es seit Jahren ein Vereinssterben und die Notwendigkeit zur Bildung von Spielgemeinschaften. Dies resuliert nicht allein aus schrumpfenden Jahrgangszahlen, sondern auch, weil manche Vereine vergessen haben, ihren Verein für die heutigen Wünsche fit zu machen und mit Lösungen, die vor 10 oder 20 Jahren realisierbar waren, operieren.


    Hab noch eine letzte Frage dazu: woher kam die Initiative dieser strikten Regelungen für den gesamten Jugendbereich? Aus dem Vorstand, von der Jugendleitung oder von Trainern? Wie haben die anderen Mitglieder (z.B. Eltern) darauf reagiert? Gab es auch Austritte beim Inkraftreten dieser Regelung. Seid ihr nach wie vor der mitgliederstärkste Verein oder gibts Tendenzen zu anderen Vereinen? Mich interessiert es auch deshalb, weil ich viele Vereine kenne, die sich soetwas gar nicht trauen würden!



    So bleiben gegen stärkere Gegner die schwächeren Spieler mehr draußen, gegen schwächere Gegner schauen die stärkeren mehr zu. Das hat nichts damit zu tun, dass wir unbedingt gewinnen sollen, sondern hat einen Ausbildungshintergrund. Was macht es für einen Sinn gegen starke Gegner unsere "schwachen" Spieler völlig zu überfordern und zu demotivieren.

    Die Begründung hab ich so auch noch nicht gehört. Dem Sinn nach sollen also die schächeren Spieler beim Spiel gegen stärkere Teams geschützt werden, weil sie sonst überfordert und frustriert werden können, richtig? Dieser Logik folgend müßtet ihr zum Schutz eurer Spieler dann ein Spiel abbrechen, wenn ersichtlich ist, dass der Gegner so stark ist, dass auch eure stärkeren Spieler überfordert und frustriert werden könnten, richtig?


    Warum nicht gleich ehrlich zugeben, dass man lediglich aus ergebnisorientierten Gründen so handelt?

    Anwesenheit beim Training.

    Scheinbar denkt der überwiegende Teil in diesem Zusammenhang anders als du. Aber das macht eigentlich nichts, denn jeder sollte seinen Weg, den er für richtig hält gehen. In aller Regel fühlt man sich abseits der Wege wohl. Allerdings ist es dann günstig, wenn die eigenen Entscheidungen mit nachhaltigem, sportlichen Erfolg gekröhnt ist. Sich in die Erziehungsmethoden oder gar den Terminkalender der Eltern, die ihre Kinder zum Training/Spiel fahren einzumischen, kann m.E. leicht zu einer neverending Story werden. Denn hier besteht die Gefahr, dass Eltern anders als der Trainer darüber denken und sich andere, parallele Kommunikationskanäle suchen. Weil für die Kinder in diesem Alter jedoch Eltern wie Trainer gleichermaßen Autoritätspersonen sind, geraten sie leicht zwischen die Fronten unterschiedlicher Ansichten. Denke mal, mit Kompromissen kann man den sozialen Frieden leichter aufrecht erhalten, als wenn jeder auf seinen Standpunkt beharrt.



    Wie sorgt ihr für Rotation?


    1. Rotation erklären
    Um ein Verständnis für die Rotation zu entwickeln, sollte man Eltern und Kinder vor der Saison über die Vorteile informieren. Dies vermeidet Mißverständnisse bei der Mannschaftsaufstellung und kann den Eltern helfen mit zeitweilig negativen Ergebnissen der Spiele ihrer Kinder besser umzugehen, wenn sie die Zuversicht haben, dass ihr Kind perspektiv besser ausgebildet wird als Kinder in Teams, wo es nur nach Leistung im Moment geht.


    2. Rotation trainieren
    Bei mir dürfen und sollen alle Spieler auf allen Positionen spielen. Dazu zählt selbstverständlich auch die des Keepers. Als Voraussetzung, nicht gleich bei den ersten Bällen aufs Tor schmerzhafte Ballkontakte zu erleben, die den weiteren Spaß verhindern, erhalten alle Trainingsteilnehmer in Form von Partnerübungen alle relevanten Sicherheitshinweise. So kann ich auch den Keeper während des Spiels beliebig oft wechseln.


    3. Rotation mit "Fingerspitzengefühl"
    Manchmal ist Fingerspitzengefühl notwendig, wenn ein Spieler besonders viel Freude an einer Position hat oder aber eine andere Position nicht so gern mag. Hier nimmt man dem Kind die Freude, wenn man es per Taktstock des Trainers von seiner geliebten Position mobbt. Besser ist es mit ein wenig Geduld diesem Kind den Spaß an anderen Positionen schmackhaft zu machen.


    4. Reden ist silber - schweigen ist Gold
    Der Rotationsgrundsatz sollte über kurzfristige Spielentscheidungen gehen. Zwar werden die Trainerentscheidungen hier und dort Siege kosten. Dies wird sich jedoch in dem Maße verringern, als dass alle Kinder im Team aufgrund gleicher Spielanteile auf allen Positionen intensivere Erfahrungen sammeln und sich daraus ein homogenes Team entwickeln kann. Wichtig dabei ist, dass Trainer nicht nur über die Rotation reden, sondern auch stets danach handeln.


    5. Wie häufig auswechseln
    Je jünger die Spieler, je häufiger können Wechsel erfolgen. (Nach 2 - 3 Min. wechseln) Denn je weniger technische und taktische Fähigkeiten damit verbunden werden, je rascher können Erlebnisse und Erfahrungen wahrgenommen werden. Denn die Konzentrationsphasen sind noch sehr kurz. Muß ein Kind lange auf seinen Einsatz warten, so wird es sein Interesse am Spiel verlieren. Dies wäre das Risiko, wenn man erst zur Spielmitte die gesamte Mansnchaft wechselt.


    6. Wie viele Spieler gleichzeitg wechseln
    Diese Entscheidung hängt auch davon ab, mit wievielen Spielern man angereist ist? Denn werden die Spielzeiten nach Leistung/Trainngsanwesenheit vergeben, so geht die Entwicklungsschere schon relativ schnell in der Weise auseinander, als das der Leistungsunterschied zwischen den Viel- und Wenigspielern immer weiter auseinander geht. Manchmal nehmen Trainer diese Leistungschere als Begründung ihrer Entscheidungen.
    Ansonsten kann man auch hier die Regel anwenden: je jünger die Spieler, je mehr sollten gewechselt werden.


    7. Fehler eingestehen
    Weil niemand perfekt ist, können Fehler bei der Rotation passieren. Dann sind ein paar erklärende Worte und eine kurze Entschuldigung wichtig, um den sozialen Frieden mit der Elternschaft und die Harmonie im Team wieder herstellen.