Isoliert, spielfern und furchtbar langweilig. Muss sowas sein?
Vielen Dank für deine Meinung. Aber ich glaube, du hast den Beitrag nicht ganz zuende gelesen.
Bevor man TW-Spielformen gestaltet sollten Grundlagen geschaffen werden. Nicht umsonst lernen die Kinder in der Schule zunächst einmal das 1 x 1 bevor es später in die Anwendung mathematischer Grundlagen geht. Doch statt Schultafel sind wir an der frischen Luft und statt stur auf dem Stuhl zu sitzen können sich die Kinder bewegen. Aber es können selbst die besten Übungen langweilig sein, wenn der Trainer langatmige Reden hält, anstatt die Kinder nach 2 - 3 Sätzen am Übungsvorschlag ausprobieren zu lassen. Die Übung zur Ballaufnahme sollte max. 2 Minuten dauern. Danach sollte der Schwierigkeitsgrad erhöht werden können. (Diese Erhöhung hängt jedoch auch von den Fähigkeiten des TW-Trainers ab. Denn wenn die Konzentration bei den Kindern nachlässt und er trotzdem weiter üben läßt, nehmen nicht nur die Erfolgserlebnisse ab, es erhöht sich auch die Verletzungsgefahr.)
Auch Langeweile konnte ich dabei noch nicht feststellen. Denn da kennen Kinder kein Pardon. Da würde schon rasch die Frage: "können wir nicht mal was anderes machen" kommen! Als Spielfern würde ich die Grundlagenvermittlung auch nicht bezeichnen, denn es gibt zum Aufnehmen eines Balles immer einen "Ball-Absender", eine "Schußdistanz" und eine "Ballaufnahmetechnik", die hier simuliert wird. Worin sollen nach deiner Meinung hier eine spielfremde Übungselemente liegen? Nochmal: ein Vater sollte sein Kind erst dann mit dem Fahrrad in den Verkehr lassen, wenn er sich versichert hat, dass das Kind das Fahrrad beherrscht und sich auf den Verkehr konzentrieren kann. Wenn man den 2. Schritt vor dem 1. machen will, dann produziert man Defizite, die später nur schwer korrigiert werden. (Übrigens hat mich mal jemand gefragt, ob ich ihm mal eben so in 5 Minuten "die Kette" erklären könnte, weil er meinte man könnte mal eben sämtliche Voraussetzungen zum Funktionieren übergehen, um so schneller ans Ziel zu gelangen.)
Nun möchte ich zu deinem Übungsvorschlag kommen. Der ist gut, allerdings hätte ich da so meine Zweifel, ob er bereits für die F-Jugend taugt? Denn "Ball halten" in der F-Jugend zu bewerten, na das halte ich dann doch ein wenig zu hochgegriffen. Ferner möchte ich keine "festen Torwart" in den Übungen und Spielformen, sondern einen beliebig häufigen Austausch, damit jeder auch jeder Position Erfahrungen sammeln kann. Genau das ist der Grund, warum ich die TW-Übungen und spätere TW-Spielformen mit der gesamten Mannschaft machen möchte und niemand dabei unter- oder überfordert werden soll.
Meinst du damit ein physisches Training auf Kraft und Schnelligkeit? Das würde ich in der F im besten Fall als sinnlos (Sprints, Situps, Sprungübungen die nicht nur der Koordination dienen) und im schlimmsten Fall als Körperverletzung (Medizinball etc.) betrachten.
Die Überschrift zu diesem Thema lautete: kein TW-Training in der F-Jugend, sondern TW-Übungen. Weil Kraft-Schnelligkeit ein Teil des TW-Trainings wäre, gehört es nicht in die F-Jugend!
Zu deinen weiteren Fragen findest du nachfolgend einige Infos:
Bei einer Torwarttrainingseinheit (für Kliengruppen, Partner oder Einzeltraining) gibt es Athletikelemente. Bei Keepern mit wenig Praxis kann manchmal eine "Trockenübung" ohne Zeitdruck durch den Ball nützlich sein, damit er sich auf die Reihenfolge seiner Koordination konzentrieren kann. Aber die Fazination ist ganz klar der Ball, weshalb er auch beim Torwarttraining im Mittelpunkt stehen soll. die Kraft-Schnelligkeitsübungen sollten jedoch erst dann ins TW-Training integriert werden, wenn der Keeper über eine ausreichende Muskelmasse verfügt und eine ausreichende Handlungsschnelligkeit im Bewegungsablauf dafür Sorge trägt, dass der Keeper seine Gesundheit dabei effektiv schützen kann. Denn es gibt nichts blöderes, als wenn man sich beim Training verletzt und im Spiel das zuvor Erlernte nicht gleich ausprobieren kann. Dazu trägt der TW-Trainer entscheidet durch eine gute Trainingssteuerung bei. (Ich kann mich in all den Jahren lediglich an 3 Verletzungen erinnern, wovon 1 hätte vermieden werden können.)
Weil wir TW-Trainer Autodidakten sind, wird es 1000 und mehr abweichende Vorstellungen vom TW-Training geben. Das ist auch weiter gar nicht schlimm, weil jeder leidenschaftlich tätige TW-Trainer auf seine Weise eine hervorragende Arbeit leistet. Natürlich wäre es besser, wenn man das vorhandene Know-How konzentrieren könnte wie beim Mannschaftstraining. Aber so weit sind wir leider noch nicht! Deshalb ja auch mein Vorschlag, differenziert (hier für die F-Jugend) darüber zu diskutieren.
