Beiträge von TW-Trainer

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    Günter
    Vermutlich gibts bei euch nur Super-Sponsoren =) , die sich zu benehmen wissen! Aber es gibt auch die andere Sorte, über die Manu hier schreibt!


    An den Inhalten des Privattrainings kann man erkennen, um was es den Vater geht! Sein Sohn soll aufgrund seiner "Dressur" alle anderen Kinder in Grund und Boden laufen, so dass der Rest der Mannschaft lediglich als Statisten für den Erfolg seines Sohnes benötigt wird. Wenn der Sponsor/Vater etwas vom Fussball verstehen würde, dann würde er wie viele Väter auch, im Garten oder sonstwo mit ihm Fussballspielen und ihm ein paar Tricks beibringen.


    Der Schuß würde vermutlich nach hinten losgehen, wenn man so einen Sponsorvater fragen würde, ob er sich eine Traineraufgabe vorstellen könnte? Denn der würde das nicht als Ehrung für seine Fachkompetenz interpretieren, sondern für fehlende Kompetenz des jetzigen Trainers halten! Das wäre dann für ihn ein Grund mehr, den Sohn noch stärker "an die Kandarre" zu nehmen!


    Ob der Vater bei einer Elternversammlung erscheinen wird, wage ich mal zu bezweifeln. Der glaubt doch schon jetzt mehr Ahnung von Fussball zu besitzen als der Trainer seines Sohnes. Aber selbst, wenn der kommt, ist das Risiko, das der Sponsor/Spielervater die Diskussion ansich reißt sehr groß. Der Aushang dieser Besprechung wäre höchst ungewiss!


    Der Umgang mit dem Sponsor/Spielervater ist deshalb so schwierig, weil es dieser Typ meist gleichzeitig Chef eines Unternehmens es gewohnt ist, das Heft des Handelns selbst in die Hand zu nehmen. Selbst bei seiner eigenen Familie fällt es ihm schwer, nicht den Boss zu spielen und sie nicht wie Angestellte zu behandeln! Seine Kinder, die Jungs besonders, sollen schon früh auf Leistung getrimmt werden. Was die Kinder selbst wollen, interessiert deshalb gar nicht!


    Weil aber viele Vereine in arger Geldnot sind, werden solchen Sponsoren gerne alle Türen geöffnet. Nur wird der ihren Sponsor verlieren, wenn das Kind auch mit 10 Pferden angetrieben nicht mehr zum Fussballspielen kommt! Denn der Vater zahlt ja nur deshalb, weil sein Sohn zufällig in diesem Verein spielt.


    Die Chance über die DFB-Fachliteratur sehe ich deshalb als günstig an, weil dieser Typ Mensch es gewohnt ist auf Basis von relevanten Fakten rasch ein Bild über die Situation zu schaffen und zu entscheiden. Dieser Typ Mensch ist es gewohnt, schon am Tag nach einer Entscheidung mit gleicher inbrünstigen Überzeugung das Gegenteil zu verkünden (nach dem Motto: was stört mich mein Geschwätz von gestern)! Wenn man also das Profil durch längere Beobachtung gut kennt, dann sollte man versuchen, ihm die Änderung seines Verhaltens so leicht und verständlich wie möglich zu machen.

    Zodiak


    Mir ging es überhaupt nicht darum, deine Formulierungen infrage zu stellen. Vielmehr wollte ich meine Beobachtungen zum Thema im untersten Spaßfussballbereich beschreiben! Ähnliche Beobachtungen wurden dann ja auch von anderen Usern beschrieben. Vielleicht hätte ich bei meinen Anmerkungen zu den ergänzenden Übungen noch das eine oder andere :D setzen sollen?


    Fussball ohne eine Prise Humor ist doch auch viel zu langweilig.


    Ernsthaft mit diesem Thema beschäftigend, kann ich lediglich einige Ergänzungen zu den von Günter und TRST schon gegebenen Antworten hinzufügen.



    Während der Kinder- und Jugendzeit sind die Knochen noch weicher und können einen Teil der Aufprallgeschwindigkeit abfedern. Beim Erwachsenen sind Knochen ausgehärtet. Hier dienen die Muskeln u.a. auch zum Schutz vor Knochenverletzungen.


    Die Wahl der Übungen hängt vom Alter, wie auch vom Fitnessgrad der Mannschaft ab. Ferner sollte die zeitliche und inhaltliche Gewichtung während der Saisonvorbereitung und der Saison beachtet werden.


    Ganz vergessen wurde hier die besondere Bedeutung der Stabi-Übungen beim Mädchen- und Frauenfussball. Weil bei den Mädchen bereits im D-Jugend-Alter die Pubertät einsetzt und das Längenwachstum sehr weit fortgeschritten ist, sollten hier die Stabi-Übungen hier schon 1 Jahr früher ins Training integriert werden als bei den Jungen.


    Aufgrund der anatomischen Unterschiede im Beckenbau neigen Mädchen eher zu X-Beinen, Jungen eher zu O-Beinen. Die Gefahr von Bänderverletzungen im Fussgelenkbereich ist bei den Mädchen größer. Ein weiterer Risikofaktor sind die Kreuzbänder, die etwas enger verlaufen als bei den Jungen und Männern. Hinzu kommt, dass Mädchen und Frauen weniger Muskelmasse aufbauen können. Daraus resultiert, das man bei Mädchen und Frauen in jedem Training ca. 10 Minuten Stabi-Übungen integrieren sollte. Gerade beim TW-Training ist die Stabi-Arbeit unerlässlich. Wer das aber zwischen dem, Was vor 10 oder 20 Jahren gemacht wurde, mit den heutigen Methoden vergleich, wird kaum noch etwas wiedererkennen!


    Vielleicht liest hier noch ein Fitness-Trainer mit, der das ganze Thema noch besser beschreiben kann.

    ManuTuRU
    Allerdings ist das Verhalten von ehrgeizzerfressenen Vätern im unteren Jugendbereich gar nicht so selten. Meist gibt sich das dann, wenn der Junge in die C-Jugend wechselt, ohne das ein Bundesligist sich bei ihm telefonisch gemeldet hat!


    Man kann das "Gehabe der Väter" (Mütter sind bei der "Veröffentlichung der Ziele" ihrer Kinder etwas zurückhaltener) bis zu einem gewissen Grad ignorieren. Denn es wird sie immer geben und hat man den einen Vater überzeugt, kommt schon in der nächsten Saison der Nächste.


    Wird allerdings das Kind vom Vater stark benachteiligt, so geht der Freizeitwert des Fussballs für das Kind verloren. Gegen Ende der D-Jugendzeit hören so jährlich einige Tausende, teils talentierte Kinder mit dem Fussball auf. Spätestens, wenn man merkt, dass das Kind nur noch lustlos zum Training kommt, sollte man fragen, was der Grund ist und ggf. versuchen einzugreifen.


    Natürlich kannst du auch versuchen, ihn allein durch dein Trainerwissen zu überzeugen. Aber das hast du bestimmt schon probiert und es hat nicht gefruchtet. Die Meinung Dritter durch die Eigene auszutauschen, das sind "Finanzmagnate" (Sponsoren) nicht gewöhnt, weshalb der Hinweis auf die DFB-Fachlektüre zum altersgerechten Training (du kannst auch die entsprechenden Seiten ausdrucken und dem Vater geben) den Weg zu einem Kompromiss mit dem Vater bahnt! Er wird vermutlich zunächst stutzen, sich aber dann ins Thema einlesen und aufgrund "hochkompetenter DFB-Hinweise" sein Verhalten etwas ändern. Ganz besonders angenehm wird ihm deshalb die Situation in Erinnerung bleiben, weil er sein Gesicht wahren dürfte, denn "man sieht sich immer zweimal im Leben"!

    Derzehner
    Ich bin gewiss kein Idealist, weiß aber, das man Probleme in und um die Mannschaft rasch lösen sollte, denn sonst geht zuerst der Spaß und dann auch der Erfolg verloren. So, wie du es beschreibst, entschuldigt sich die Spielerin permanent bei dir und der Mannschaft für das Verhalten der Mutter. Daraus entnehme ich, dass das Verhalten der Mannschaft auch der Mannschaft auf den Senkel geht!


    Schließlich wirfst du die Brocken dann ein zweites mal hin, weil du keine Lösung gefunden hast!



    Hier haben dir größtenteils sehr erfahrene Trainer einige Ratschläge gegeben, wie man soetwas lösen kann.



    Mach etwas daraus!

    Bitte googelt einmal selbst im Internet nach Fussballschulen und schaut mal auf deren Konzepte!


    Als Beispiel hier mal ein Ausschnitt eines Werbetextes: "... Wir trainieren nach dem Konzept des DFB: Fußball auf höchstem Niveau. D. h. offensiv ausgerichtetes Fußballspiel in höchstem Spieltempo." Na merkt ihr`s?


    Wer ein eigenes Konzept hat, der muß nicht mit dem DFB-Konzept werben!


    Weil aber der "dicke Paule" leider nicht für den DFB-Stützpunkt ausgewählt wurde, gibts hier den Ersatz! Der kostet allerdings! ist "Paule" erst mal da angemeldet und sind die Leute von der Fussballschule so nett, bucht man gleich das Feriencamp mit! Da wird er dann noch intensiver in Richtung Bundesligakarriere getrimmt!


    (Von diesem "Kundentyp" gibt es genügend! Die kaufen auch noch einen 11 Staubsauger, obwohl sie schon 10 im Keller stehen haben, nur weil der Vertreter so nett war!)


    Da vergessen doch die Eltern des dicken Paule für den Moment, was der DFB-Stützpunkttrainer gesagt hat, dass der Paule sich prima im Breitensport wohlfühlen wird, aber Leistungsfussball mit höchstem Spieltempo nichts für ihn ist! Schaut man dem Paule beim Training in der Fussballschule zu, dann wird er nur so gelobt! Und die Trainer haben ja alle eine Lizenz, die müssen es ja wissen!


    Es werden dort Kinder und deren Eltern verarscht, indem man ihnen sportliches Talent und erreichbare Ziele im Leistungs- und Profibereich vorgaukelt, was in der Realität gar nicht vorhanden ist.


    Aus den vorgenannten Gründen sollten Fussballschulen und -Camps nur mit Freizeitspaß, nicht aber mit "Leistungsersatzschulen a la DFB" werben (dürfen)!

    Hallo Sindi,


    ich hoffe, du hast dich gut von der Geburtstagsparty erholt und magst uns jetzt in die Geheimnisse eurer D-Jugend-Mannschaftstaktik am Beispiel der 3 unterschiedlichen Pressingsituationen einführen. Ich kann mir gut vorstellen, das du eine Menge interessierter Leser hier findest!

    Stefan25


    Darüberhinaus gibt es die Möglichkeit, dass die 4 Spieler vorübergehend über das Zweitspielrecht im Gastverein kicken. Dann bleiben sie Heimatverein-Mitglieder und sind in der nachfolgenden Saison sofort wieder spielberechtigt!


    Diese Lösung hätte gleich 3 Vorteile. Erstens: deine D-Jugend kann am ganz normalen Meisterschaftsbetrieb teilnehmen. Zweitens: Die C-Jugendspieler würden in ihrer Altersgruppe gefordert und gefördert! Für den Heimatverein bietet dies Gewähr, dass ihre Spieler vorübergehend über einen hoffentlich nur kleinen Entfernungsumweg dem Fussball treubleiben. Außerdem kann es auch gar nicht schaden, mal über den Tellerrand hinaus zu blicken, um zu erkennen, dass es auch in Nachbarvereinen nette Kumpels gibt, mit denen man Spaß am Fussball haben kann.

    Bei der o.g. Zulassung mußte ich schmunzeln! Denn alle möglichen Leute können doch auch Fussballer sein, deren geistiger Horizont nicht ausreicht, um eine Mannschaft erfolgreich zu führen! Alle möglichen Leute können auch sein, die irgendwann in den 90-er Jahren ihre Lizenz gemacht haben. Weil man bei einer Lizenzverlängerung jedoch keine weitere Prüfung absolvieren muß, gibt es heute genügend Trainer im Leistungsbereich, für die das ballorientierte Spiel noch ein Buch mit sieben Siegeln ist!


    Früher begann der Fussball mit der C bzw. D-Jugend. Der Leistungsfussball startete mit der C-Jugend. Dementsprechend lag die Hauptaufgabe des Leistungstrainer darin, seinen Spielern technische Fähigkeiten durch eigene Präsentation zu vermitteln. Der heutige C-Jugendspieler hat in der Regel bereits 8 jahrelang eine technische Ausbildung genossen, weshalb deutlich mehr Wert auf individual-, gruppen- und mannschaftstaktisches Verhalten gelegt wird. Wer keine gute technische Grundausbildung genossen hat, wird erst gar nicht in den Leistungskader berufen!


    Früher glaubte man vielleicht, einen guten Spieler ins Team geholt zu haben, wenn der den Ball 50-mal hintereinander hochhalten konnte. Heute weiß man, dass er soetwas im Spiel nicht braucht!


    Weil sich die Trainingsinhalte im modernen Fussball stark von denen der damaligen Schwerpunkte verändert haben, wird es an der Zeit, auch das Lizenzsystem zu reformieren. Jürgen Klopp sagte einmal: "wenn ich früher schon soviel über Fussball gewußt hätte, wäre ich ein viel besserer Spieler geworden!" Hat er vielleicht nicht recht?


    Es gibt weitausmehr Argumente, die gegen eine Schwerpunktselektion von Eigenkönnen als Vorraussetzung für eine Leistungslizenz sprechen als es Gründe gibt, die dafür sprechen. Im niederländischen Ausbildungssystem gibt es soetwas nicht! Vielleicht ein Grund, warum niederländische Trainer weltweit gefragter sind als ihre deutschen Kollegen? Und wenn man mal bedenkt, das die "Käseköppe" nicht mal so viele Einwohner wie NRW haben, dann ist das schon eine beeindruckende Erfolgsbilanz, die zum Nachdenken einlädt!

    Als Fussballcamp-Freizeitangebot in den Ferien gebe ich TomTom durchaus recht! Hier steht das Kindesinteresse im Mittelpunkt, denn man hat es in die Auswahl der Freizeitmöglichkeiten eingebunden.


    Wir sprechen hier jedoch von selbsternannten Fussballschulen! Wer sich als Schule ausgibt, suggeriert beim Interessenten an ernsthaften Plan zur Verbesserung von Fähigkeiten. Nicht umsonst wird häufig mit dem Namen ehemaliger Profis geworben und es werden Verbindungen zu Proficlubs angegeben. Genau diese Kombination der Informationen reagieren von Ehrgeiz zerfressenen Eltern, die meinen das fehlende Talent schon durch genügend Geldeinsatz mit Nachhilfeunterricht hinzubekommen! Leidtragende sind die Kinder, von denen selbst in ihrer Freizeit unbedingter Gehörsam verlangt wird, schließlich gilt es keine Zeit auf dem Weg zum gutbezahlten Fussballstar zu vertrödeln.


    Also ich habe noch keinen Profi kennengelernt, der in Kombination von Dorfverein und Fussballschule den Weg zum Profi geschafft hat! Aber vielleicht kennt ja jemannd von euch so Jemanden?

    Günter


    Hast du schon mal eine Mädchen- oder Frauenmannschaft trainiert? Wenn ja, dann müßtest du das besonders fragile Mannschaftsbewußtsein kennen! Wird dort ein Trainer mal lauter oder verhält sich nach Meinung der Mädchen/Frauen unangemessen, dann kann dies innerhalb kürzester Zeit jahrelange Arbeit zerstören. Selbst bis in die 2. Bundesliga hinein entscheiden Faktoren der Zufriedenheit und Harmonie innerhalb der Mannschaft über Wohl und Wehe im Verein. Die Mädchen und Frauen regeln sehr viele Probleme untereinander! Wo das aber nicht klappt, ist Trainerdiplomatie gefragt, denn sonst führt es rasch zur Koalititionsbildung und zur Trennung der Mannschaft in mindestens 2 Lager (Befürworter und Gegner des Trainers)! Da gehts denn nicht mehr um sachliche Klärung, sondern nur noch darum, wer recht behält!


    Eine Mädchen- oder Frauenmannschaft zu trainieren macht auf der einen Seite sehr viel Spaß, weil man rasch größere Fortschritte erzielen kann. Die Mädchen kommen mit einer großen Neugierde, wollen aber keinen Streß und keinen Leistungsdruck. Alles, was sie zu geben bereit sind, soll von ihnen freiwillig kommen! Kritik an sportlicher Leistung kann hier rasch als Kritik an der Persönlichkeit empfunden werden. In einer lockeren Athmosphäre läßt es sich sehr gut mit ihnen arbeiten. Anders, als bei den Jungen, die manchmal gar nicht merken, wie sie von einem Fettnäpfen ins Nächste hat bei den Mädchen nahezu alles, was gesagt wird, eine Bedeutung. Ihre "Antennen" sind sensibler, weshalb auch wie von zentraler Bedeutung! Das ist für uns Männer nicht immer leicht zu verstehen. Da kann man sich nur bemühen, aber wird es nicht komplett richtig machen. Auch deshalb findet man hier sehr gute, weibliche Trainer!


    Andererseits ist es eine Herausforderung, die weit über das Fussballerische hinausgeht! Mal ist man Trainer, mal Kümmerer, mal einfach nur Zuhörer. Sie rasch in der für diese Situation geeignete Rolle hinein und zurecht zu finden, bedarf etwas Fingerspitzengefühl. Man kann mit hier gezieltem Lob besser vorankommen als mit breitgestreuter Kritik. Nur, wenn es gar nicht anders geht, sollte durch die "Stimme des Vereins" verbindlich zu einer besseren Kommunikation zwischen den Interessensgruppen gedrängt werden.

    Günter


    Es heißt: "der Junior", was als geschlechtneutral verstanden werden darf. Denn sonst hätte man an jeder Stelle der/die Junior/Juniorin schreiben müssen!


    Es handelt sich um eine Jugendordnung des NFV. Vielleicht sieht die in eurem Verband anders aus? Wäre ja mal interessant zu erfahren!


    Je nachdem, wie groß der Ligaunterschied ist, kann ein LZ- B-Jugend-Spieler auch eine Verstärkung für die A-Jugend des Heimatvereins sein.


    Was mir bei all dem fehlt ist das Recht des Talents im LZ auf eine angemessene Ausbildung! Es fehlt mir die Garantie die elementaren Inhalte, zu denen die Verpflichtung des LZ zählt, ein einmal ausgesuchtes Talent mindestens alle 2 Spiele einzusetzen, um das im Training Erlernte unter realen Wettkampfbedingungen ausprobieren zu können. Mit dem Abschieben in den Heimatverein macht man es sich leicht! Mir wäre es dann lieber, wenn man die Kaderstärke auf ein gesundes Maß (18 Spieler incl. 2 Torleute) reduziert. Danach sollte die oberste Priorität der Ausbildung aller ausgewählten Talente gelten, um möglichst viele Nachwuchsspieler für höchste Ansprüche auszubilden. Die Erreichung kurzfristiger Saisonziele sowie Auf- und Abstieg sollten mit den mittelfristigen Ausbildungszielen abgestimmt werden. Weil auch ein Talent gerne wissen möchte, zu welcher Mannschaft es gehört, sollte besser geprüft werden, ob die Förderung in Grenzfällen weiterhin im LZ oder lieber wieder im Heimatverein erfolgt. Denn das ständige Hin und Her kann nicht im Sinne der Talentförderung sein, die ja bei LZ im Mittelpunkt des Interesses sein sollte! Oder wie seht ihr das Ganze?

    Derzehner


    Versuche es bitte an einem Ort außerhalb des Trainings- oder Fussballplatzes mit der Mutter sachlich über das Thema zu sprechen. Wenn du danach das Gefühl hast, es hat nichts genützt, dann bleibt nur noch die Variante, ein Schreiben über die Vereinsleitung an die Mutter zu richten, dass ihr Verhalten vom Verein nicht mehr toleriert wird und beim nächsten Zwischenfall eine Stadionsperre droht. Dann sind Fakten geschaffen und die Mutter muß sich überlegen, ob es ihr lieber ist, mit ihrer Tochter zu einem anderen Verein zu gehen, wo ihr ebenfalls gesagt werden wird, was geht und was nicht oder ihr Verhalten anzupassen.


    Es ist ja auch wichtig für dich, das du mit deiner Mannschaft in Ruhe arbeiten kannst und dich diese Frau massig daran hindert! Man wird solche Menschen nie als ganz normale Zuschauer "umerziehen" können, aber man kann es auf ein erträgliches Maß reduzieren!

    Zunächst einmal zur Frage, ob ein Spiel unterbrochen werden kann, wenn sich ein Zuschauer daneben benimmt. Ja, das kann ein Schiri! Man braucht auch nicht gleich die "Keule auszufahren", sondern in Richtung der Zuschauer, die sich gegenüber den Spielern unfair verhalten, klarzustellen, dass man das Spiel erst wieder anpfeift, wenn Ruhe herrscht! Ich habe so einen Fall einmal mitbekommen: es hat unverzüglich gewirkt!


    Nach meinen Erfahrungen kommt der Tpy "Fussballmutti" im unteren Jugendbereich vor. Dabei handelt es sich um Mütter, die unverzüglich ins Spielgeschehen eingreifen, sobald die eigene Tochter den Rasen betritt oder in Ballnähe gelangt und sofort wieder Ruhe gibt, bzw. sich Kaffee trinkend und Kuchen essend ins Gespräch vertieft, sobald die kleine Prinzessin ausgewechselt wird. Die Kenntnisse im Fussball sind meist nicht sehr groß, man möchte aber die Tochter erfolgreich sehen und sie dabei bestmöglich unterstützen.


    Dann gibt es den Typ: "Eiskunstlauf-Mama", der über Fachwissen verfügt. Man kennt den Weg, mit dem die Tochter perfektioniert werden soll. Wiederstände durch Dritte sind dazu da, um überwunden zu werden. Versagen ist nicht erlaubt. Hin und wieder werden die Töchter dann auch wie ihre Mütter.


    Hier mal ein paar typische Szenarien:
    1. Vor dem Spiel:
    15-jährige Tochter will die neuen Schienbeinschoner, den Sport-BH, den Mutti (selbstverständlich ohne Tochter) gekauft hat, nicht anziehen, weil die nicht hübsch genug sind. Mutter beharrt darauf und schließlich werden die neuen Sachen auch angezogen!


    2. Während des Spiels
    Tochter verdribbelt den Ball und brüllt anschließend eigene Torhüterin an, weil nach ihrer Meinung der gegnerische Schuß haltbar war! Der Trainer wechselt die Spielerin aus, worauf die Mutter der Tochter eine Szene macht!


    3. Nach dem Spiel
    Mutter geht zum Trainer und will ihre Tochter auf einer anderen Position spielen sehen als sie vom Trainer aufgestellt wurde


    Nun kann man nicht sagen, dass soetwas bei Jungen nicht vorkommen kann, aber doch wesentlich seltener! Hier kommen eher Sprüche z.B. "du must den Ball auch haben wollen", nach dem Verlust eines Zweikampfs. In beiden Fällen bedeutet der Fussball den Eltern manchmal mehr als den Kindern! Nur können sie die Leistungen ihrer Kinder nicht wirklich einschätzen. Bei den Mädchen kommt erschwerend hinzu, dass sie ihr Mütter in solchen Situationen "voll peinlich" finden und so ein vielleicht sonst gutes Verhältnis aufs Spiel gesetzt wird! Bei den Jungen beruhigt sich das Verhältnis, wenn der Zug in Richtung Bundesliga und Nationalmannschaft abgefahren ist.


    Diese Eltern mit falscher Interpretation von sportlichem Ehrgeiz investieren sehr viel mehr Zeit im Sport ihrer Töchter. Sie in einer Phase emotionaler Erregung durch "Überschreien" mundtot zu machen, wäre das falsche Signal. Wichtig für die angemessene Trainerreaktion ist in allen Fällen der Überreaktion zunächst einmal Distanz zum Ort der Agressionen zu schaffen. Dafür wären die heimischen Vierwände der Eltern ideal. Es kann aber auch ein anderer, neutraler Ort sein! Das Vereinslokal ist dafür ungeeignet. Denn es könnte mit den leuchtenden Pokalen und Mannschaftsbilder unterschwellige Emotionen wecken, die in einem sachlich geprägten Gespräch vermieden werden sollten.


    Fussball, das sind zwar Emotionen pur - wenn sie jedoch fehlgeleitet werden, dann führen sie manchmal zu falschen Zielen!


    Gesprächsinhalt könnte z.B. sein, von Jugendlichen Risikobereitschaft zu verlanden. Dazu gehöre es, Fehler zu machen, um daraus zu lernen! Zeit zu brauchen, um genügend eigene Erfahrungen zu sammeln, die später noch wichtiger werden. Den Jugendlichen die Zeit zu gönnen, die sie für ihre sportliche und persönliche Reife benötigen. Mit Themen wie Freude an Siegen oder Wut bei Niederlagen ist man auf dem falschen Dampfer!

    Günter
    Möglich ist es dennoch, in 2 Vereinen zu spielen! Wenn auch nicht gleichzeitig, dann doch abwechselnd. Denn es sind lediglich die Ligen und die üblichen Festspielregelungen zu beachten.


    Der §14, Abs. 6 gibt dazu Auskunft:
    "Soweit beantragt und die Voraussetzungen gem. Abs. 2 erfüllt sind, ist das Zweitspielrecht auch für höhere Altersklassen des Gastvereins zu erteilen. Mit der Erteilung des Zweitspielrechts im Gastverein verliert ein Junior grundsätzlich die Spielmöglichkeit in den Mannschaften der Altersklassen im Stammverein, für die ein Zweitspielrecht besteht. In den Mannschaften einer höheren Altersklasse ist der Einsatz im Stammverein weiterhin möglich. In beiden Fällen sind die Festspielregelungen des NFV und der Spielinstanzen zu beachten"


    Ursprünglich sollte das Zweitspielrecht kleinere Vereine unterstützen, die nicht mehr "aus eigener Kraft" für jede Altersklasse eine Nachwuchsmannschaft stellen konnte. Dort sollten die Spieler nicht mit dem Vereinsfussball aufhören müssen, sondern über mit Gastspielerstatus weiterkicken können. Insbesondere für den Mädchenfussball schien diese Regelung besonders vorteilhaft. Denn während die Mädchen ohne Probleme sportlich bis einschließlich D-Jugend mit den Jungs mithalten konnten, war dies ab der C-Jugend nur noch in Ausnahmefällen möglich. Weil aber nicht jeder Verein Mädchenmannschaften in dieser Altersgruppe hat, konnte man über das Zweitspielrecht Lösungen im Sinne der fussballbegeisterten Mädchen schaffen.


    Wie man aber erkennen kann, hat am sich damit auch ein "Hintertürchen" für andere Zwecke geöffnet.


    Nunmehr wird es auch dafür eingesetzt, um unliebsame Nebengeräusche bei der Forderung nach dem Recht auf Ausbildung beim aufnehmenden Verein, wieder etwas einzudämmen, wenn die Talente für die Reservebank auch bei ihrem Stammvereinen spielen können!

    Karl


    Stimmt, nicht alle Fussballschulen und Champs sind gleich. Ich habe mal in all den Jahren 2 Seriöse kennengelernt. Die sind mitlerweile beide am Existenzminimum anbelangt. Die eine Schule existiert nur noch, weil sie sich von den Inhalten her an die Unseriösen angepaßt hat und die Andere befriedigt eine Marktnische, arbeitet gerade so kostendeckend und überlebt, weil alle Trainer mit sehr viel Herzblut bei der Sache sind!


    Wer aber diese Fussballschulen verteufelt, der muß sich die Frage nach ihrer Existenzberechtigung stellen. Da findet man die erfolgsgierigen Eltern, die meinen, sich sportlichen Erfolg kaufen zu können. Sie glauben, das unter besonderem Einsatz von reichlich Geld fehlendes Talent per "Nachhilfeunterricht" ausgeglichen werden könne. Sie sind es gewohnt, dass sie und ihre Kinder überall ganz oben auf der Bestenliste stehen, weshalb Mittelmaß nicht geduldet wird. Dann sind es die Eltern, die ihrem Beruf hinterher jagen. Kinder passen eigentlich nicht in ihre Freizeitgestaltung. Sie sind aber nun eimal da und müssen irgendwie beschäftigt werden. Da kommt so eine Schule oder ein Champ gerade recht. Und wenn die dann noch mti berühmten Namen werben, dann muß es ja gut sein. Wenn allerdings Dieter Bohlen dort eine Castingshow macht, bei der man das Kind gegen eine Gebühr mitmachen lassen kann, dann würde sie dieses Angebot ebenfalls prüfen.


    Wer Fussballschulen und Champs verteufelt muß sich auch mit den Fragen zu den Alternativen beschäftigen. Er wird feststellen, dass es immer mindestens Zwei sind, die mitmachen müssen: Der Anbieter, der die Kundenwünsche ganz genau kennt und deshalb weiß, wie er sein Lockangebot gestalten muß. Der Nachfrager, der glaubt, für sein Geld etwas besonders Gutes zu bekommen. Mit Fussball hat das Ganze nur am Rande zu tun, weil es um das Geschäft geht. Dieses Geschäft ist wie jedes Andere! Wer hier "barmherzige Samariter" erwartet, wird enttäuscht werden müssen!

    Derzehner


    Ich kann dich sehr gut verstehen und möchte dich zur Besonnenheit ermutigen, denn zum Eskalationszeitpunkt kannst du das Verhalten dieser Person kaum nachhaltig verändern. Das funktioniert dann besser in mehreren Schritten.


    1. Schritt:
    Wenn die Mädels vor dem Spiel zum Umziehen in der Kabine verschwunden sind, gehts du zu den Eltern, bittest abseits der Mannschaft ihre Plätze einzunehmen, sich einen schönen Nachmittag zu machen und die Mannschaft durch Applaus bei guten Aktionen zu unterstützen. Dann bittest du noch kurz um Verständnis, das für die Dauer des Spiels der Trainer der richtige Ansprechpartner der Mannschaft ist. Mit dem Versprechen, die Mädchen nach dem Spiel in die Hände ihrer fussballbegeisterten Eltern zurück zu geben, verläßt du die Elterngruppe wieder.


    Reaktion:
    Natürlich werden das nicht alle machen! Sobald das Spiel angepfiffen wird, aber spätestens beim ersten Fehlpass wird gebrüllt. Ist der dritte Ballkontakt nicht mit erfolgreichem Torabschluß gekrönt, kümmert man sie etwas persönlicher um den sportlichen Erfolg der Tochter. Dazu wechselt man zur Position der Tochter und und gibt präzise Anweisungen an die Tochter. Scheitert nun die Tochter immer noch an der Doppeldeckung durch die Gegnerinnen, trabt man wild gestikulierend auf "Mannhöhe der Tochter" auf und ab. Nach dem Spiel gehts mit hoch rotem Kopf direkt zum Trainer. "Meine Tochter hat wieder nichts geleistet, weil sie viel zu wenig angespielt wird", hört man sie sagen! Das Kopfschütteln der anderen Eltern nimmt sie schon gar nicht mehr wahr, nur noch die Trainerblicke, von dem sie jetzt sofort eine Antwort will!


    2. Schritt
    Die Antwort soll sie auch haben. Hier mal ein Beispiel für eine besonnene Reaktion:
    Trainer: "Die Anderen haben einfach zu viel Angst, das du einen Ball an den Kopf bekommst, weil du ja immer ganz in der Nähe bist", lächelt und verschwindet mit dem gegnerischen Trainer und Schiedsrichter in die Kabine. Auf keinen Fall in eine Diskussion einlassen, sondern der Mutter zeigen, das jetzt nicht die Zeit ist, um darüber zu sprechen. Denn die zeitumabhängige Verfügbarkeit hat bei ihr den Eindruck erweckt, der Trainer benötige ihre Unterstützung, weil er es allein nicht könne!


    3. Schritt:
    An einem der nächsten Tage ruft man bei besagter Mutter an und fragt, ob man nicht in kleiner Runde über die besonderen sportlichen Fortschritte Mannschaft und der Tochter ein kurzes Schwätzen in geselliger Runde halten kann. Es wäre ohnehin an der Zeit, die Eltern ein bißchen besser kennenzulernen.


    Reaktion:
    Diese Mutter hat die "Gene einer Alpha-Wölfin", die ernst genommen werden will. Undenkbar, dass sie dieses Ansinnen eines Meinungsaustauschs auf höchster Kompetenzebene ausschlägt. Lediglich über den Termin muß man sich einig werden.


    4. Schritt:
    Beim Besuch nicht gleich "mit der Tür ins Haus fallen", sondern die gute Laune dazu nutzen, um die Fortschritte der Mannschaft und der Tochter zu loben. Aber natürlich darf das Lob der Eltern nicht zu kurz kommen. Indirekt nachfragen, ob man sich den Trainerjob selbst vorstellen könne, denn ein besseres Kompliment kann man sich kaum vorstellen.


    Reaktion:
    Um angemessen darauf zu reaktiern, wird die Mutter in die Traineraufgaben versetzt. Unweigerlich beschäftigt sie sich mit der dann übertragenen Kompetenz, ohne die keine sportlichen Ziele erreicht werden können. Nun ist man am Problemkern angelangt, denn diese Mutter überträgt die Kompetenz bis auf Widerruf, d.h. solange es nach ihrer Meinung gut läuft! Sonst greift sie in unterschiedlichen Phasen ein. In der Beschäftigung mit den Trainerfunktionen lassen sich die Phasen beschreiben, in der die Trainerkompetenz erforderlich ist!


    Ganz wichtig beim Gespräch darauf zu achten, allen Argumenten des Gesprächspartner den nötigen Respekt zu zollen und dadurch Toleranz zu zeigen, nicht in enges Entscheidungsgitter verfallen zu müssen, sondern immer das Große-Ganze als Ziel im Blick zu haben. Denn Dialog niemals in eine Ecke rängen, zu der dann nur noch mit Ja oder Nein geantwortet werden kann, sondern ihm eine Wahl zu geben und ihm damit die Antwort leicht zu machen.


    Natürlich wird man nicht jeden Vater oder Mutter missionieren können. Ich habe aber im Laufe der Jahre mit dieser Methode sehr gute Erfahrungen gemacht! Denn letzendlich vereint alle Beteiligten eins: sie wollen alle ihren Spaß beim Fussball!

    Günter


    Um die Frage zu beantworten, muß man Theorie mit der gängigen Praxis vergleichen.


    In der Theorie wird verlangt, man soll durch genügend Eigenkönnen alle technischen Übungen präsentieren können. Darüberhinaus soll man so fit sein, dass man jederzeit genügend Tempo und Ausdauer bereitstellen kann, um als Leistungsträger seiner Mannschaft alles Notwendige vormachen zu können.


    In der Praxis sieht man immer weniger Trainer auf, sondern neben dem Platz. Auch in den Besprechungsräume stehen heute Beamer, mittels dessen man Spielanalyse und/oder taktische Varianten bespricht. Der moderne Fussball ist zwar immer noch ein körperbetonter Wettstreit, hat sich jedoch um ein Vielfaches an taktischen Elementen erweitert. Dieser Veränderung wurde im DFB-Lizenzsystem nur zu einem Teil Rechnung getragen.


    Nur ein kleines Beispiel:
    Für nahezu jede geistig anspruchsvolle Aufgabe wird heutzutage ein Abitur als Vorbedingung zur Studiumaufnahme benötigt. Für die Trainerstufen im Leistungsbereich ist die Schulausbildung jedoch bis einschließlich der A-Lizenz völlig unerheblich. Erst ab dem Fussballlehrer wird die Fachoberschulreife verlangt. Ich weiß gar nicht, ob diese Quali heute noch ausreicht, um bei Aldi oder Mc Doof die Ladentür auf und zuschließen zu dürfen? Um es ein wenig seriöser zu fomulieren: nimmt die Trainingsgruppe ihrer Trainer noch ernst, wenn der ihnen den Auftrag gibt. so ihr 4 spielt jetzt 3 gegen 2!


    Es hat jedoch seinen besonderen Grund, warum die Schulbildung nicht ins DFB-Lizenzsystem eingeflossen ist! Denn junge Talente müssen sich irgendwann für den Beruf oder die Fussballkarriere entscheiden! Gerade aus dem Profibereich möchte man später einmal seine Trainergarde rekrutieren. Wenn die aber 5 - 6 Trainingseinheiten plus Wochenend-Spiele haben, dann bleibt eben weniger Zeit für Schule und Studium!


    Das ist ja soweit auch alles O.K. Dennoch wäre es nach meiner Meinung vorteilhaft, das DFB-Trainerlizenzsystem an die Erfordernisse des modernen Leistungsfussballs anzupassen. Ich denke, wir sind uns einig, das körperliche Fitness und technik-taktische Fähigkeiten aus der aktiven Spielerzeit für das Traineramt nicht schaden können. Die Frage ist jedoch, ob sie Voraussetzung für das Traineramt im Leistungsfussball ist?


    Da habe ich eine abweichende Meinung! Denn für mich macht es keinen Unterschied, ob der Lizenztrainer selbst, sein Co-trainer oder ein Mitspieler die technische Übung präsentiert.
    Bei der Torwartausbildung benötigt der TW-Trainer lediglich die Fähigkeit, ein paar Standards präsentieren zu können. Der weitaus überwiegende Teil der TW-Nachwuchs-Ausbildung läßt sich sehr viel besser im Detail erklären. Denn "nobody is perfect", weshalb der Schützling die eigenen Fehler erst gar nicht erlernen soll. Wenn ich Fahrschullehrer bin, sitze ich ja auch nicht hinter dem Lenkrad und der Fahrschüler soll sich mein Fahren abschauen! Als Schwimmlehrer schwimme ich auch nicht vor meine Gruppe! Warum soll ich der Fussball-Trainingsgruppe alles selbst vormachen? Selbst dann, wenn ich es gut mache, dann ist das im modernen Fussball nur ein kleiner Teil meiner Aufgaben, wenn ich im Leistungsfussball erfolgreich sein will!

    Karl


    Nein, es werden 20 Talente ins LZ abgeworben. Alle nehmen am Trainng teil. Am Spielwochenende entscheidet der LZ-Trainer, wer spielt, wer die Reservebank drückt. Die Spieler Nr. 16, 17, 18, 19 und 20 sollen an diesem Spieltag in ihrem Heimatverein spielen.


    Wenn sie für ihren Heimatverein spielen, sollte ihre Teilnahme dort als Leistungsträger spielgewinnentscheidend sein. Dafür muß dann jemand anderes dort auf die Reservebank wandern. Dort könnten u.U. sportliche Ziele erreicht werden, wenn der LZ-Spieler bei den wichtigen Spielen dabei ist.


    D.h. insgesamt gewinnen beide Vereine (LZ und Heimatverein) an sportlichen Möglichkeiten durch die variable Gestaltung ihrer Spielereinsätze. Aber ist das auch im Interesse der Spieler? Oder dürfen die nur theoretisch auf ein Ausbildungsrecht pochen, weil sich letzendlich alles ums Gewinnen oder Verlieren in der Meisterschaft dreht?

    Tyas


    Zunächst einmal wünsche ich dir viel Glück für deine C-Lizenz. Zur Präsentation deines Eigenkönnens solltest du wirklich konditionell topfit sein, denn Leute mit "Feinkostgewölbe", die schon nach kurzer Zeit vor Erschöpfung herumtaumeln, werden es schwer haben, den Eignungstest zu bestehen.


    Immer wieder wird in diesem Zusammenhang die Frage nach der Sinnhaftigkeit des Eigenkönnens im Zusammenhang mit der Trainereignung gestellt. Als das DFB-Trainerlizenzsystem auf den Weg gebracht wurde, gab es in der Maße der Vereine einen Trainer, der alles machen mußte. Heute gibt es Trainerstäbe, in denen man sich diese Arbeit teilt. Der Chefcoach kontrolliert, korrigiert und zeigt Verantwortung für den Trainings- und Spielbetrieb.


    Welche Bedeutung hat die sportliche Fitness und das Eigenkönnen im modernen Fussball für den Leistungstrainer? Wird sie zwangsläufig gebraucht und muß deshalb vorausgesetzt werden? Wer diese Frage mit Ja beantwortet, der muß auch die Frage stellen, warum der DFB die Trainerlizenz nicht entzieht, wenn durch Verlust des Eigenkönnens diese wichtige Funktion verloren gegangen ist! Oder hat sich der moderne Fussball soweit von den früheren Vorstellungen einer technischen Kampfsportart entfernt, dass die ballorieniterte Taktik immer mehr Raum in der Trainerpraxis einnimmt?


    Wer häufig an Fortbildungsmaßnahmen teilnimmt, kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Ausbilder die Teilnehmergruppe nicht als Trainer, sondern als ihre Mannschaft betrachten, mit der sie allerlei praktische Übungen veranstalten und nicht deren Trainerleistung, sondern deren spielerische Leistungen verbessern wollen!


    Wie sind eure Eindrücke? Gehört das DFB-Trainerlizenzsystem auf den Prüfstand, weil nicht mehr zeitgemäß?