Günter
Vermutlich gibts bei euch nur Super-Sponsoren
, die sich zu benehmen wissen! Aber es gibt auch die andere Sorte, über die Manu hier schreibt!
An den Inhalten des Privattrainings kann man erkennen, um was es den Vater geht! Sein Sohn soll aufgrund seiner "Dressur" alle anderen Kinder in Grund und Boden laufen, so dass der Rest der Mannschaft lediglich als Statisten für den Erfolg seines Sohnes benötigt wird. Wenn der Sponsor/Vater etwas vom Fussball verstehen würde, dann würde er wie viele Väter auch, im Garten oder sonstwo mit ihm Fussballspielen und ihm ein paar Tricks beibringen.
Der Schuß würde vermutlich nach hinten losgehen, wenn man so einen Sponsorvater fragen würde, ob er sich eine Traineraufgabe vorstellen könnte? Denn der würde das nicht als Ehrung für seine Fachkompetenz interpretieren, sondern für fehlende Kompetenz des jetzigen Trainers halten! Das wäre dann für ihn ein Grund mehr, den Sohn noch stärker "an die Kandarre" zu nehmen!
Ob der Vater bei einer Elternversammlung erscheinen wird, wage ich mal zu bezweifeln. Der glaubt doch schon jetzt mehr Ahnung von Fussball zu besitzen als der Trainer seines Sohnes. Aber selbst, wenn der kommt, ist das Risiko, das der Sponsor/Spielervater die Diskussion ansich reißt sehr groß. Der Aushang dieser Besprechung wäre höchst ungewiss!
Der Umgang mit dem Sponsor/Spielervater ist deshalb so schwierig, weil es dieser Typ meist gleichzeitig Chef eines Unternehmens es gewohnt ist, das Heft des Handelns selbst in die Hand zu nehmen. Selbst bei seiner eigenen Familie fällt es ihm schwer, nicht den Boss zu spielen und sie nicht wie Angestellte zu behandeln! Seine Kinder, die Jungs besonders, sollen schon früh auf Leistung getrimmt werden. Was die Kinder selbst wollen, interessiert deshalb gar nicht!
Weil aber viele Vereine in arger Geldnot sind, werden solchen Sponsoren gerne alle Türen geöffnet. Nur wird der ihren Sponsor verlieren, wenn das Kind auch mit 10 Pferden angetrieben nicht mehr zum Fussballspielen kommt! Denn der Vater zahlt ja nur deshalb, weil sein Sohn zufällig in diesem Verein spielt.
Die Chance über die DFB-Fachliteratur sehe ich deshalb als günstig an, weil dieser Typ Mensch es gewohnt ist auf Basis von relevanten Fakten rasch ein Bild über die Situation zu schaffen und zu entscheiden. Dieser Typ Mensch ist es gewohnt, schon am Tag nach einer Entscheidung mit gleicher inbrünstigen Überzeugung das Gegenteil zu verkünden (nach dem Motto: was stört mich mein Geschwätz von gestern)! Wenn man also das Profil durch längere Beobachtung gut kennt, dann sollte man versuchen, ihm die Änderung seines Verhaltens so leicht und verständlich wie möglich zu machen.
