Zunächst einmal finde ich die Videos im Link zum Thema ganz gut!
1. Falsche Position des Standbeines
Weil die Spieler (jeden Alters) jedoch ihre Fehler selbst kaum erkennen, benötigen sie unsere Trainerunterstützung. Aus meiner Erfahrung sind die weitaus größten Fehler bei der Position des Standbeins. Meist ist es seitlich zu weit vom Ball (Schußbein) entfernt. Dann wird nicht die gesamte Körpermasse beim Schuß auf den Ball übertragen, sondern lediglich die des Unterschenkels und dem Fuss. Erschwerend kommt hinzu, dass die Streuung weitaus größer ist, als bei einem direkt neben dem Ball plazierten Standfuß. Denn bei einem Schuß kommt es nicht nur auf die Härte, sondern auch auf die Präzision an. Soll der Ball optimale Flugbahn haben, dann ist darauf zu achten, dass das Standbein wirklich genau neben dem Ball plaziert wird, denn kommt es leicht dahinter zum Stehen, so fliegt der Ball (aufgrund der Rücklage) hoch, aber nicht weit. Kommt das Standbein leicht vor dem Ball zu zum Stehen, so rollt der Ball flach über den Boden.
2. Falscher Anlaufwinkel
Soll ein Ball als Vollspannstoß über eine längere Distanz präzise und der gewünschen Härte geschlagen werden, dann sollte der Anlauf zum Ball möglichst gerade und nicht in einem weiten Bogen ausgeführt werden. So gelingt es, dass Standbein sehr gerade neben dem Ball zu plazieren. Beim Bogenlauf ist ferner die Schußkoordination schwieriger, weil die Fußstellung aufgrund des leichten Körperdrehung schwieriger zu kontrollieren ist.
3. Falsche Bein- und Fußstellung
Als nächstes möchte ich die falsche Beinstellung nennen. Es ist wichtig, dass zum Zeitpunkt des Ballkontakts sich der Körper in einer stabilen Position befindet. Manchmal beobachtet man jedoch, dass ein Spieler das Standbein nicht gerade durchgedrückt hat, sondern leicht anwinkelt. Bei dieser Technik fliegt der Ball zwar hoch, aber nicht weit. Bei der Fßstellung sind 2 Fehler am häufigsten zu beobachten.
In Verbindung mit einem Bogenanlauf ist auch das Fußgelenk beim Schuß nicht versteift. Dadurch wird der Ball meist mit dem Außenrist getroffen und fliegt halbhoch beim Rechtsfuß leicht nach rechts und beim Linksfuß leicht nach links. Bei Veränderung des Anlaufwinkels verschwindet dieser Fußgelenkfehler fast immer.
4. Wann ist der Bogenanlauf vorteilhaft?
Soll ein Ball als Flanke gefühlvoll herein geschlagen werden, so bietet sich der Bogenanlauf an. Wird mit der Ball etwas unterhalb es Mittelpunkts mit einer breiteren Fußfläche getroffen, läßt sich die Höhe und Weite des Schusses sehr gut dosieren.
Wichtig bei allen Schußtechniken ist selbstverständlich, dass der Ball gelegt wird und somit auf dem Gras und nicht im Gras oder sogar in einem Loch liegt und gar nicht mehr präzise mit dem Fuß getroffen werden kann.
Es kann während der Wachstumsschübe zu zwischenzeitlichen Koordinationsproblemen kommen. Diese verschwinden in der Regel jedoch nach wenigen Wochen wieder, weil sich der Spieler an die "neue Körperlänge" gewöhnt hat. Falls Nachhilfe nötig ist, auf das korrekte Durchschwingen des Schußbeins achten. Manchmal hilft auch der Hinweis beim Innenspannstoß die Zehen leicht nach oben zu ziehen, weil dadurch das Fußgelenk versteift und stabiler wird.
Zur besseren Trainerunterstützung ist es von Vorteil, wenn man den Spielern die unterschiedlichen Schußtechniken präsentieren kann. Ich habe mir angewöhnt, es rechts- wie auch linksfüßig zu präsentieren. Zwar hat fast jeder ein stärkeres Schußbein. Vermittelt man es den Kids jedoch, das es mit auch mit beiden Füßen funktioniert, dann braucht der Spieler später nicht mehr den Ball aus Schußbein zu legen. Denn die meisten Tore werden aus einer Distanz von 8 - 12 Metern erzielt. Bei etwas Übung bekommt man das mit beiden Füßen hin.
Bei Kandidaten mit größeren Problemen stelle ich mich neben dem Ball ca. 5 m vor`s Tor (Wer will schon immer Bälle wiederholen, von denen man schon im Ansatz erkennt, dass sie nicht dorthin fliegen, wo sie hin sollen!) Der Kandidat schießt dann aufs Tornetz und ich beobachtete seinen Anlauf, wie auch seine Schußtechnik. Klappt es dann einigermaßen, dann schießen wir auf Distanz. Am Anfang kommt es überhaupt nicht auf die Weite an, sondern lediglich darauf, dass der Kandidat locker anläuft, das Standbein direkt neben dem Ball plaziert und in einer gleichmäßigen Bewegung mit dem Schußbein ausholt.
Zum Abschluß noch ein kleiner Trick! Besonders häufig verkrampfen die schußschwächeren Kandidaten, wenn sie einen ruhenden Ball (z.B. Freistoß) aufs Tor schießen sollen. Legt man den Ball bei einem Rechtsfuß im Halbfeld an der linken Seite (statt frontal), so wird er den Auflaufwinkel von selbst nicht so breit machen und hat aufgrund seines Schußbeines gegenüber der alten Technik mehr Torfläche. Der Schuß wird also deutlich härter und präzise aufs Tor kommen. Bei einem Linksfuß funktioniert das Ganze natürlich von der anderen Seite.
Für euch Trainer ist es wichtig, nicht gleich die Flinte ins Korn zu werfen und zunächst nur grundsätzliche Fehler zu erkennen und zu korrigieren. Es muß nicht alles gleich perfekt klappen!
Schußhärte ist meist nicht das Resultat fehlender Kraft, sondern fehlender Technik (Koordination, Kraftschnelligkeit)! Ich kann mich an eine Frauen-Keeperin erinnern, der ich nach dem 1. Training den Tipp gab, den Ball in der Spieleröffnung wenn möglich zu ihrer Mitspielerin zu rollen. Nach der Hinserie schoß sie den Ball beim Abstoß problemlos in die gegnerische Hälfte und beim Abschlag (mit Drehseitstoßtechnik) bis fast in den gegnerischen 16-er! Die Frau war weder besonders groß noch besonders kräftig!