Beiträge von TW-Trainer

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    twmalso


    Wie du schon richtig bemerkst, wird man nicht allein schon deshalb eine Mannschaft, nur weil sich alle Feldspielerin das gleiche Tricot überstreifen. Auch ein sportlicher Aufstieg dank guter Einzelspielerinnen hilft nicht, eine Mannschaft zu werden und sich auch während der gesamten Zeit als Mannschaft zu fühlen.


    Schon allein deshalb, weil jede Spielerin andere Charaktermerkmale mit ins Team bringt, gibt es Kommunikationsbedarf. Wenn ihr euch ca. alle 4 Wochen lockere Treffen gestaltet, dann habt ihr Zeit und Gelegenheit eure Wünsche im Team entweder gemeinsam oder mit den jeweiligen Mannschaftskolleginnen zu besprechen. Man lernt sich so ganz einfach besser kennen und gegenseitig vertrauen.


    Nachfolgende ein kleines Beispiel für die gegenseitige Vertrauensbildung.


    1. Ihr bildet einen engen Kreis, in deren Mitte die mutigste Spielerin aus eurer Mannschaft steht.
    2. diese mutige Spielerin schließt nun ihre Augen, macht ihren Körper ganz steif, bis sie sich entschließt, sich nach hinten, zur Seite oder nach vorne fallen zu lassen
    3. damit sich jedoch nicht hinfällt wird sie von anderen Spielerinnen schon direkt nach dem Abkippen mit ausgestreckten Armen wieder aufgerichtet.


    Das schöne Gefühl für diese Spielerin ist der Moment, indem man nach dem Abkippen von seinen Mannschaftskameradinnen vor dem Umfallen aufgehalten und wieder gerade gestellt wird. Es ist Zeichen dafür, dass man sich aufeinander "blind versteht und blind verlassen kann"! Dieses Verständnis für einander braucht erst einmal Mut den ersten Schritt zu machen. Deshalb soll auch die mutigste Spielerin voran gehen, bis zuguterletzt die ängstlichste Spielerin all ihren Mut zusammen nimmt und sich ebenfalls traut, sich in die Mitte zu stellen und sich fallen zu lassen.


    Natürlich gibt es eine Reihe weiterer Möglichkeiten, mit denen du deine Mannschaftskameradinnen Mut geben kannst. Eine wäre z.B. auch mal mit eurer/m Trainer/in darüber zu sprechen! Denn die gehört schließlich zur Mannschaft und kann meist über ihre Lebenserfahrung einiges dazu beitragen!


    Ansonsten ist es nun einmal auch so, dass die sportlichen Ergebnisse überwiegend von den Gegnern beeinflußt werden. Sonst würde es ja auch gar keinen Spaß machen, in einen gemeinsamen Wettstreit zu treten, wer die meisten Tore schießt! Es ist sehr leicht, gewinnen zu lernen, aber mit dem Verlieren haben manche so ihre Probleme. Doch genau das ist wichtig, um sportliche Fairness zu erlernen und dem Gegner zu seiner Leistung zu gratulieren! 8)

    Andre


    Wie im Wirtschaftsleben ist die Werbung dann nützlich, weil der Kunde nicht wirklich vergleichen kann. Auch soll er immer zu einer sofortigen Entscheidung gedrängt werden. Für den Verein gibt es zwar immer die gleiche Maxime: mit geringen Mitteln einen größtmöglichen Erfolg zu erzielen. Doch die inhaltliche Ausgestaltung ist immer anders. Wenn du jetzt schon den VFL Osnabrück ansprichst, so ist aufgrund des Abstiegs aus der 2. Bundesliga und des Wegbrechens von Sponsoren die Mittel für den Jugendbereich arg zusammen gestrichen worden. Der VFL versucht für den eigenen Bedarf auszubilden. Hin und wieder kommt jedoch auch ein Spieler mit Qualitäten für die 1. Liga dabei heraus. Die Ausbildung bei den Münsteraner Preußen hat durch den Know-How-Austausch mit den Ruhrgebiets-Profi-Clubs bereits eine längere Tradition. Twente geht nun einen ganz anderen Weg und kann deshalb kaum mit den deutschen Maßstäben vergleichen werden. Da gibt es die flächendeckende Talentsichtung im Radius von 70 km Luftlinie um das Trainingsgelände in Hengelo. Denn auch dort ist die Erkenntnis gereift, dass man die besonders hoch veranlagten Talente schon im recht frühen Alter entdeckt. Aber man will es genau wissen und läßt die von den Scouts ausgewählten Talente nach dem ersten "Casting" im "Recall" über eine viertel Jahr lang zu ein, wobei der Kader immer kleiner wird. Man interessiert sich besonders dafür, was das Talent während dieser Zeit auf den unterschiedlichsten Positionen dazu gelernt hat und wie es sich in der Trainingsgruppe verhält. Schießlich entscheidet nicht ein Mannschaftstrainer, sondern das Jugendfördergremium, wer ins Leistungszentrum aufgenommen wird. Hier gibt es die Maxime so viele wie möglich für den obersten Seniorenbereich auszubilden. Zwar nimmt auch hier die Komkurrenz im Laufe der Jugend zu, aber die Entscheidungen über ein Aussortieren eines Talents findet in gemeinsamer Entscheidung statt. Denn nicht jedes Talent entwickelt sich so, wie man es sich gerne wünscht. Aus diesen Eckpunkten ergibt sich eine Konzept, was zwar auch eine "Erfolgsgarantieformel" enthält, jedoch eine größere Sicherheit bietet, dass jährlich eine Reihen von Talente erfolgreich für den Seniorenbereich ausgebildet wurden. In Deutschland gibt es eine andere Gewichtung von Talentförderung und Profitum, weshalb der DFB die Proficlubs seit dem kläglichen Aussscheiden der DFB-Elf im Jahr 2000 in die Pflicht nehmen mußte, NLZ für die Jugendförderung einzurichten. Seitdem hat sich einiges verändert, aber man ist dem gewünschten Ziel deshalb noch weit entfernt, weil es sehr viel einfacher ist, sich von anderen Vereinen in aller Welt fertige Spieler einzukaufen und ggf. mit Gewinn weiterzuverkaufen, als sich die Mühe einer eigenen Ausbildung zu machen. Wenn aber, wie in den Niederlanden soviel Geld nicht vorhanden ist, um sich "den Rahm der jährlcihen international begehrten Jungstars" abzugreifen, dann ist man gezwungen andere Wege zu gehen.


    Zwar schließen sich die Interessen einer Jugendförderung und der Bedarfsdeckung der Vereine nicht aus, aber ich gebe Andre recht, dass es auch nach dem heutigen Verständnis weniger um die bestmöglichen Ausbildung jedes einzelnen Talents geht. Der Fussball ist ein großes Geschäft, bei dem es vollkommen egal ist, wer die Stars sind. Alle wollen daran ganz schnell verdienen. Denn sobald sie nicht mehr auf Torejagd gehen, interessiert sich kaum noch jemand für sie!

    Karl


    Es gibt unterschiedliche Formen von "Spezialtraining" als Form von Kleingruppentraining zur besseren individuellen Unterstützung.


    So ist es besonders günstig , wenn sich mehrere Trainer die Arbeit des Mannschaftstrainings in der Form teilen, weil sie Übungen und Spielformen mit Kleingruppen statt mit der gesamten Mannschaft, in Kleingruppen trainieren und dabei besser auf die Belange der Einzelnen eingehen können. In dieser Trainingsform wird niemand bevorzugt und niemand benachteiligt.


    Ist man alleine als Trainer und hat die Zeit und die Lust für ein zusätzliches Training. Dann kann nach eigenen Vorstellungen gestalten. Ob man nun sagt, wer noch mehr Bock auf Fussball hat, der kann ganz unverbindlich einmal in der Woche mehr kommen oder falls alle wollen, entscheidet in welcher Reihenfolge 4 - 6 Spieler der Mannschaft ein zusätzliches Training bekommen sollen, dass hängt von der individuellen Situation ab.


    Aber auch die von Andre beschriebene Variante, in der man sich bei Bedarf bestimmte Kinder kurz aus der Trainingsgruppe herausgreift, um ihnen spezielle Hilfestellungen zu geben, ist möglich. Bei einem effektiven Training sollte immer Zeit für individuelle Unterstützung eingeplant werden.


    Mein Beitrag sollte Alternativen zum "08-15 - Training" aufzeigen und zum Nachdenken anregen.

    Annie


    Als Trainer seit ihr für die Mannschaft verantwortlich, nicht aber für Sozialisation ihrer Eltern!


    Für "beratungsresistente Eltern" gibt es nur eines: klare Anweisung vom Trainer, sich unverzüglich so zu benehmen oder sich einen Verein zu suchen, wo man sich besonders auf "randalierende Eltern am Spielfeldrand freut". Weil die so einen Verein nicht finden werden, wird das Kind sein Hobby sehr schnell in angenehmer und stressfreier Athmosphäre ausüben können.


    Die weitere Duldung ist m.E. falsches Mitleid gegenüber dem Sohn dieses Vaters, da vor allem dieser unter der Situation zu leiden hat. D.h. je eher der Vater die negativen Konsequenzen seines Verhaltens zu spüren bekommt, je eher wird auch der Sohn die positiven Auswirkungen wahrnehmen dürfen.

    Jule


    Ich bin der Meinung, man sollte die wertvolle Trainingszeit dazu nutzen, um Fussball zu trainieren. So mache ich auch das Warmmachprogramm ausschließlich mit dem Ball am Fuß mit steigerndem Tempo. Um mal ein Beispiel zu nennen:


    1. markierte ein Feld von 20 x 20 m (je nach Größe der Trainingsgruppe kann es größer oder kleiner sein) mit Hütchen
    2. Erkläre deiner Trainngsgruppe, das der Ball wie bei einem Auto mit 5 Gängen im unterschiedlichen Tempo am Fuß geführt werden soll.
    3. Auf Trainer-Kommendo "1. Gang" führen die Mädchen den Ball in langsamen Tempo mit dem Fuß. Nach den Trainer-Kommendos 2. 3. 4. und 5. Gang wird das Tempo erhöht.
    3.a. zusätzlich gibts das Trainer-Kommando: "den Ball mit dem linken bzw. rechten Fuß führen"


    Dass der Ball individuell etwas schneller oder langsamer geführt wird, liegt schon an den einzelnen Spielertypen (Sprinter, Dauerläufer, Mixtpyen) begründet und soll euch nicht weiter stören. Denn im Wettkampf bestimmt meist der "Schnellere" das Tempo für den "Langsamen", weshalb man für jeden Typ mit Ball am Fuß beim Training auch Verbesserungen erzielen kann.


    Wenn es um das Erlernen des Timings (z.B. beim Doppelpaß) geht, ist ein abgestimmtes Tempo zwischen mindestens 2 Spielern wichtig. Um gleiches Tempo durch Einhalten von Abständen zu trainieren, kann man folgendes Beispiel mal zum Warmmachen probieren:


    1. Feld von 15 x 15 m (je nach Trainingsgruppe größer oder kleiner) durch Hütchen markieren
    2. Die Trainingsgruppe in 2 gleichgroße Gruppen aufteilen und jeder Spielerin einen Ball geben
    3. beide Trainngsgruppen starten gleichzeitig von der linken, bzw. rechten Seite in die gleiche Richtung zu den jeweils gegenüber liegenden Hütchen
    3.a. der Ball soll eng am Fuß gedribbelt und es soll ein Abstand von ca. 2 m zwischen den Spielerinnen eingehalten werden
    4. nach dem Umkurven des hinteren Hütchens soll diagonal durchs Rechteck zum vorderen Hütchen der anderen Gruppe gedribbelt werden
    4.a. durch Tempo- und Abstandsgleichheit wird im "Reißverschlußverfahren" in der Mitte des Rechtecks die Seite gequert


    5. sind beide Gruppen ball- und laufwegsicher, kann man das Tempo (je nach Leistungsstand der Mannschaft bis ca. 70 % des Max-Tempo der langsamsten Spielerin) erhöhen.


    Ich hoffe, ihr könnt euren Streit jetzt darüber begraben?

    Zunächst einmal finde ich jede Idee, mit der man den Nachwuchsfussball verbessern kann, toll! Ob man es nun Spezialtraining, Fördertraining, usw. nennt, spielt dabei weniger die Rolle. Wichtig hierbei ist die Erkenntnis, dass bei einem Training, welches auf die indiviudellen Bedürfnisse zugeschneidert ist, sehr viel effektiver Fähigkeiten und Wissen vermittelt werden können. Hierfür spielt auch die Gruppengröße eine Rolle. Denn je kleiner die Trainingsgruppe ist, je mehr kann auf den Bedarf jedes Spielers eingegangen werden.


    Ich würde mir deshalb wünschen, dass es für jede Mannschaft mehrere Trainer gibt, sodass man nach gemeinsamen Warmmachübungen ins Kleingruppentraining (mit ca. 4 - 6 Teilnehmern) übergeht, um widerum mit der gesamten Trainingsgruppe das Abschlußspiel zu bestreiten.

    Andre
    Ich finde es eine prima Idee, dieses Thema kurz vor Saisonende wieder zu beleben. Denn sonst sieht man nur die, die das große Glück hatten, sich in dieser Saison im Erfolg zu sonnen! Wie schnell man aber sehr hart auf der Reservebank landen kann, dass wird so manchen überraschen, der sich jetzt noch freut und glaubt, so würde es weitergehen!


    Dass selbst und vielleicht gerade im Leistungsbereich die Ausbildung vor Ergebnis stehen muß, haben heutzutage die Wenigsten begriffen! Auch kommen sich die meisten Jugendleistungsträger vor wie der Fleischklops vom Hamburger. Von oben üben die Vereinsverantwortlichen Druck aus, damit das Image des Vereins poliert wird und von unten drücken die Spieler, die ganz einfach beim sportlichen Erfolg sehr viel Spaß haben wollen und nicht gleich bei einem Leistungstief aussortiert werden wollen.


    Solange die Scouts jedoch genügend "Frischfleisch" für die Talentschmieden der NLZs von Proficlubs heranschaffen, wird sich kaum etwas daran ändern. Es fehlt das Wissen darüber, das man bei einem partnerschaftlichen Umgang die Leistungssteigerung viel besser hinbekommt, weil es so, wie es jetzt ist, sehr viel einfacher für die Vereinsverantwortlichen ist!


    Leider hat bis heute niemand den Versuch gewagt, das Recht auf freie Ortswahl seines Hobby Fussball gerichtlich einzuklagen. Denn solange wird vermutlich das "Bankdrücken", "Aussortieren" und "Sperren" weitergehen!

    addi73


    Wen meinst du denn damit? Etwa Ulli Höneß, weil er für sein Schwarzgeld einen Gelbschwarzen gekauft und ihn zum Roten umfunktioniert hat und jetzt dem Götze einen Muskelfaserriss verschrieben hat, damit Bayern morgen nicht so hoch gegen Dortmund verliert? Dem Levandowski soll er ja auch schon eine "Selbsttorprämie" angeboten haben, denn wer das eine Tor trifft, der trifft dann auch das Andere besonders gut!


    Oder vielleicht sogar Angie Merkel, weil sie auf der VIP-Tribüne sitzt, obwohl sie sich gar keine Eintrittskarte gekauft hat und doch wissen müsste, dass alles, was über 35, - € kostet, nach Korruktionsversuch riecht. Mit Ex-Bundespräsident ist man sogar "Schlitten gefahren" weil er auf dem Oktoberfest umsonst Karussel gefahren ist! Also, wenn ich die da morgen abend in die Kamera winken sehe, dann ist aber was los!


    Fussball wird ja nun mal auf der grünen Wiese gespielt. Was läge näher, um sie auch von Schwarzen Schafen abweiden zu lassen? Aber die Borussia besitzt für solche Fälle mit Roman Weidenfäller eine Geheimwaffe, die auf alle Schwarzen Schafe losgelassen werden darf.


    Mein Tipp für morgen: Dortmund gewinnt 1 : 0 und Ulli tritt zurück!

    @FB


    Meist sehen Aussenstehender (manchmal sogar Schweizer) mehr als die "Betriebsblinden", die sich schon seit Jahren in einem Getriebe eines großen Molochs, Namens DFB befinden. Da kommen einem hin und wieder die DFB-Koordinatoren wie die "Heiligen Inquisitoren" vor, die ohne Rücksicht auf die praxisnahen Vor- und Nachteile einer Situatation von der "reinen Lehre des Kinderfussballs nach dem Dogma des DFB" sprechen.
    Weil sich der DFB jedoch in eine Reihe von Interessensgemeinschaften aufteilt, von der jeder für sich in Anspruch nimmt, die Wichtigste zu sein, kommen wir momentan beim Kinderfussball ganz einfach nicht genügend schnell vorran!
    Ja, ich gebe dir recht, dass ein Teil der Lehrprobenkorrekturen durch die DFB-Ausbilder deshalb für die Katz sind, weil sie altbacken sind und nicht mehr heutigen Verständnis der partnerschaftlichen Kommunikation, sondern nach wie vor einem fremdbestimmten Muster von Loben und Bestrafen entsprechen.


    Gerade, weil es in der eigentlich doch so wichtigen Nachwuchsarbeit hakt, wollte man sich Fachthemen, wie z.B. dem Konzept einer Torwarttrainerausbildung widmen. Jedoch gibt es nach wie vor kein verabschiedetes Konzept und die Lehrbeauftragten des DFB rennen mit halbfertigen Präsentationsmaterialien durch die Gegend.


    Robin Dutt sollte es machen, weil er sich als "moderner Trainer" einen Namen gemacht hatte. Doch schon nach kurzer Zeit scheint er zu spüren, dass das so rasch nichts wird und sich lieber wieder Aufgaben widmet, in denen er etwas bewegen kann. Dies sollte Allarmzeichen genug sein, das nicht nur der ohnehin vernachlässigte Breitensport, sondern die DFB-Vorstellungen über die Nachwuchs-Leistungsförderung insgesamt einer Reformierung bedarf.


    So gebe ich FB gerne recht, das man auch verstehen muß, was in der Vergangenheit und der Gegenwart passiert, um die richtigen Erkenntnisse für zukünftige Veränderungen zu finden.


    Doch, wie bereits in anderen Beiträgen zum Thema angeklungen: man muß nicht warten, bis der große DFB seine Theorien mit zeitgemäßen Inhalten gefüllt hat. Denn große Organisationen sind wie Ozeanriesen. Die brauchen für eine Kurskorrektur lange Strecken und wollen sie in einen Hafen zum Stillstand kommen, so müssen die Motoren bereits 40 km vorher abgestellt werden.


    Jeder kann etwas in seinem persönlichen Umfeld machen, nicht im blinden Aktionsmus, sondern im kleinen Try and Error sich gemeinsam mit den Kindern auf Fussball-Abenteuerreisen begeben.

    Renéry


    Leider hat sich bereits in der Überschrift meines letzten Beitrags ein Tippfehler eingeschlichen. Er sollte lauten: "Sind unterschiedliche Regeln sinnvoll?" Auf diese Frage aufbauend hatte ich gemeint, das B-Junioren weitgehend allein entscheiden könnten und der Trainer fast ausschließlich mit ihnen kommuniziert. Weitaus schwieriger sei jedoch die Dreieckskommunikation im unteren Jugendbereich (alson icht der B-Jugend, sondern von G - D-Jugend), wo die Interessen zwischen Trainer, Kinder und Eltern abgeglichen würden müßten. Gerade im unteren Jugendbereich dürfte es jedoch nur ganz wenige Regeln geben, weil sonst (unnötiger) Stress entsteht, denn diese Kinder müssen meist von den Eltern gebracht und abgeholt werden. Hinzu kommt, dass durch die frühe Verschulung schulischer Stress einen Teil der Kindheit frist, der jedoch nicht auch noch auf eine sportliche Verschulung in der Freizeit ausgeweitet werden dürfe. Denn, wenn der Spaß durch allzuviele und deshalb teilweise unnötige Regeln verloren geht, dann ist trotz anfänglichem Interesse am Fussball damit zu rechnen, dass spätestens in der D-Jugend die Fussballaktivitäten im Verein aufgegeben werden. Bei Abweichung von einer Regel sei zunächst einmal nach der Ursache zu prüfen. Ein Strafenkatalog brauchte demnach eigentlich nur der, der kein Vertrauen in seine Partner habe. Denn, wenn Training und Spiele so interessant für die Kinder gestaltet werden, dass sie höchste Priorität bei ihnen erlangen, könne man sich fast zu 100 % dem Fussball widmen und habe aufgrund dieses Vertrauensverhältnisses trotzdem noch ein offenes Ohr für die Sorgen und Nöte der Kinder und Eltern.


    Wie bereits in der Überschrift angedeutet, war er vornehmlich an den unteren Jugendbereich gerichtet, wo aufgrund mangelnder Erfahrung häufiger Probleme auftreten können.
    Ferner habe ich versucht, den Wandel in der Gesellschaft über die Bedeutung des Kindes vom Befehlsempfänger früherer Tage hin zum kindlichen Partner zu beschreiben. Wenn man die Dinge nicht versteht, werden altherkömmliche Handlungsweisen häufig übernommen, obwohl man bei näherer Betrachtung zu anderen Entscheidungen gelangen müßte.


    Anders formuliert: früher wurde jede Menge Quatsch beim Fussball von Jugendtrainern gemacht. Das muß man nicht alles übernehmen, sondern hinterfragen, was sinnvoll ist und was "in die Tonne gehört"!


    Ich hoffe, es ist nun klarer geworden, was Kern meiner Aussagen war!

    Renéry


    Aus deinen Angaben entnehme ich, dass du eine B-Junioren-Mannschaft trainierst (denn 4 - 6 jährige Bambinies haben im Regelfall noch kein Handy dabei.)! Hierbei handelt es sich um Jugendliche, denen man aufgrund ihres Alters bereits einen deutlich höheren Anteil an Selbstentscheidungskraft zumuten kann. Dennoch erachte ich es auch hier für wichtig, dass man die Jungs von Anfang an "ins Boot" holt und nur solche Regeln für verbindlich erklärt, bei denen die ausdrückliche Zustimmung von der Mannschaft eingeholt wurde. Andernfalls wird die von dir aufgestellte Regel "unpersönlich"! Denn du allein bestimmst und andere sollen sich daran halten!


    Für den unteren Jugendbereich (von 4 - 12 Jahren) sind noch vielfach die Eltern dabei und entscheiden für ihre Kinder! Hier ist auch Überzeugungskraft erforderlich. Sind sie anfänglich noch zurückhaltend, gibt es bald lautere Töne ihr Richtung "erfolgsorientierte Mannschaftsführung"! Da ist der Trainer besser dran, der nicht nur Vereinbarung gemeinsam mit den Eltern trifft, weil dann auch die Eltern verstehen, was gemeint ist.


    Findet dieses wichtige Steuerungsinstrument nicht statt und gibt es deutliche Meinungsverschiedenheiten zwischen Trainer und Eltern, dann läuft es auf eine Eskalation hinaus, bei der fast immer die Kinder die negativen Auswirkungen zu spüren bekommen. Hier wurde z.B. mehrfach erwähnt, das Kinder, die von ihren Eltern nicht rechtzeitig gebracht werden, vorübergehend ihren Anspruch auf die Teilnahme an Wettkampfspielen verlieren. Die Strafe (Sperre wegen Zuspätkommens) und Rehabilitierung (wenn man pünktlich ist) trifft jedoch das Kind. Deshalb darf man durchaus die Frage stellen, ob es gerechtfertigt ist, seine Enttäuschung über die Unpünktlichkeit der Eltern an das Kind auszulassen oder ob nicht ein Gespräch mit den Eltern von Vorteil ist?


    Gerade die "alten Haudegen im Trainergeschäft" kennen nur allzugut die Zustände, in denen die Kinder nahezu rechtlos waren und ihr Umgang nebst Prügel beliebig war. Es interessierte doch niemand, woher der blaue Fleck stammt! Das Kind selbst hätte auch eher gelogen, weil es befürchten mußte, noch mehr Prügel zuhause zu bekommen, weil es nicht befolgt hatte, was ihm ein anderer Erwachsener befolgen hatte. Heute wird jedoch Prügel durch psychischen Druck, der nur auf den ergebnisorientierten Erfolg ausgerichtet ist, ersetzt! Kindlicher Lernerfolg und Entwicklung kann jedoch nur dann einsetzen, wenn genügend Freiraum und Risikobereitschaft von den Erwachsenen eingeräumt werden.


    Im Fussball-Fachchinesisch findet man noch genügend Begriffe, die ursprünglich für den Erwachsenenbereich gedacht waren, aber für die Kinder gar nicht die Bedeutung haben. Mannschaftsaufstellung und Postionsspiel haben bei den Bambinies nur eine Randbedeutung. Im gesamten Jugendbereich bedarf es keiner strengen und nur auf den Spielerfolg hin ausgerichteten Vorgaben. Diese sollten durch Trainerimpulse ersetzt werden, welche Möglichkeiten der Aufgabeninterpreation es geben kann. Das Lob gilt auch dann, wenn die Idee gut war und nicht allein der erfolgreiche Torabschluß.


    Durch die frühzeitige Verschulung unserer Kinder wird ihnen bereits ein "Stacheldraht um die kleine Seele" gelegt! Sollen sie in Ihrer Freizeit auch zu Elitekämpfern, die jeden Gegner vernichtend schlagen, dressiert werden? Wenn ja, worauf begründet ihr, dass das die Kinder auch so wollen?


    Hier schließt sich der Kreis bei der Frage des partnerschaftlichen Vertrauens. Wer einen Strafenkatalog aufstellt zeigt, das er kein ausreichendes Vertrauen hat. Wenn aber Vertrauen zwischen Trainer, Kinder und Eltern entstehen soll, dann am besten in einer stress- und agressionsfreien Umgebung. Gern komme ich dabei auf die Notwendigkeit zur Einführung der Fairplayliga zurück!

    Günter und Karl


    Die alten "Haudegen" unter den Trainern haben für sich meist gute Wege gefunden. Häufig sind sie auch nicht mehr im unteren Jugendbereich tätig, weshalb die eventuell aufkommenden Probleme direkt mit dem Spieler besprechen können.


    Jedoch gibt es gerade im unteren Jugendbereich hauptsächlich unerfahrene Trainer, die auf fussballunerfahrene Eltern treffen. Um Erfahrungen zu sammeln brauchen sie eure Unterstützung durch Tipps. Denn wenn die Nebenschauplätze immer größer werden, dann kann der Spaß am Traineramt ganz rasch verloren gehen.


    Leider gibt es in vielen Dorfvereinen noch die Einstellung, dass man für den unteren Jugendbereich genügend Trainereltern gibt, sodass man sich nicht besonders um sie kümmern muß. Auch glaubt man, dass die sowieso aufhören, sobald ihr Kind aufhört (wobei das eine vom anderen abhängen kann)!


    Wenn sie sich hier im Forum an erfahrene Trainer wenden, dann sollten sie auch etwas für sich mitnehmen können.


    Gerade bei Trainerneulingen können Situationen eskalieren, weil sie sich selbst unter Erfolgsdruck setzen und meinen, sie müßten sich so verhalten, weil es die Eltern und Vereinsverantwortliche erwarten. Verkürzt gesagt: wer die Tabelle anführt, hat alles richtig gemacht und wer ganz unten steht, ist eine Trainerpflaume!


    Um also die Erwartungen zu erfüllen, soll sich das Team schon mal gleich an "Drillmethoden" gewöhnen! (Ich Kaiser und Gottheit bestimme, dass die Kinder 1. 2. und 3. ..., weil sonst ein geregelter Trainingsbetrieb nicht möglich ist.) Wer zu spät kommt, soll am besten gleich wieder gehen, denn es ist keinem Trainer zuzumuten, eine Übung zu wiederholen. (Dabei werden viele Übungen selbst im Senioren-Trainingsbereich wiederholt. Selbst Nationalspieler wiederholen bestimmte Bewegungsabläufe, um "nicht aus der Übung zu kommen". Wenn sich Nationaltrainer dazu herablassen, dann muß sich ein Dorftrainer doch auch nicht dafür schämen!)


    Das bemühen um den Status "Quo Vadis" eignet sich besonders gut, um ein Szenario eines negativen Chaos zu beschreiben, sobald jemand gegen selbstaufgestellte Regeln verstößt. Wo kommen wir denn hin, wenn jeder ....! Ordnung ist das halbe Leben ..., daran müssen sich die Kinder und ihre Eltern ganz schnell .... Damit man die Guten von den Bösen besser trennen kann, gibt es folgende Paragraphen: 1. 2. und 3. ....


    Halt, war da nicht noch irgendetwas mit Spaß, Hobby und Freizeitgestaltung? Sollte man nicht probieren, Kindern wie Eltern den Spaß am Fussball mit möglichst wenig Stress zu vermitteln? Es ist dann ein Anrennen gegen die Uhr, um Termine zu schaffen. Sobald man zu spät kommt, wird man schon blöd angeschaut, als müßte man sich schämen! Die Strafen bekommen die Kinder durch weniger Beachtung, z.B. in Form von internen Spielsperren. Wer aber glaubt, man könne dies Kindern im untersten Jugendbereich nachvollziehbar erklären, der kann sich irren.Denen kann man noch alles erzählen und die werden auch alles glauben, selbst wenn es der größte Stuss ist!


    Gegen ein paar Regeln, die mit den Eltern gemeinsam vereinbart werden, ist nichts einzuwenden. Regeln können aber störend wirken, wenn es darum geht ein offenes Ohr für die Sorgen und Nöte der Kinder bzw. deren Eltern im Zusammenhang mit dem Fussball zu haben. Denn wer traut sich schon, die Wahrheit zu sagen, wenn er als Hürde einen Haufen an Regeln findet, die ihm die Mitteilung menschlicher Schwächen fast unmöglich macht.


    Jeder sollte seine Meinung vertreten dürfen. Dennoch darf man seine Meinung ändern, wenn sich herausstellen sollte, dass es bessere Möglichkeiten gibt. Wer dies Schwäche, sich irren zu dürfen für sich erkennt, der erst beweißt wahre Stärke und nicht der Prinzipienreiter, der immer gleich die verbale Peitsche des "Quo Vadis" schwingt, ala "wo kommen wir denn hin, wenn jeder ... eigene Vorstellungen hat"!

    Alcibie


    Erst einmal Glückwunsch zum Entschluß. Ich denke mit dem Erwerb der Breitensportlizenz liegst du auch richtig.


    Ihr werdet mit dem Fussball für die ganz Kleinen (Bambinies, F-Jugend) beginnen und euch dann Schritt für Schritt weiter hoch arbeiten. Unterstützend dazu werden die jeweiligen DFB-Folien präsentiert. Einige bringen dazu Kopien für die Teilnehmer mit. Modernere Ausbilder bitten die Teilnehmer, ihre E-Mail-Adressen mitzuteilen, um alles Wichtige über diesen Weg zu kommunizieren.


    Falls man darüberhinaus Literatur wünscht, so kann ich die Fachbücher von Horst Wein empfehlen, da sie sowohl inhaltlich sehr verständlich auch Fussball-Trainer-Neulingen einen guten Überblick vermittelt. Natürlich kann man sich auch hier im Forum eine eigene Meinung über diverse Themengebiete verschaffen. Insbesondere zu speziellen Themen (z.B. Mannschaftsführung, Elterncoaching, Umgang mit Trainerkollegen und Jugendobmann) über die es kaum etwas in der Literatur zu finden gibt.


    Viel Spaß dabei!

    Willi


    Zwar achte ich nicht immer auf die Herkunft der Lehrgangsteilnehmer, aber deine Schilderung höre ich zum ersten mal!


    Ich will es nochmals kurz erläutern! Weil man immer nur 1 Torwart hat und lt. Fussballregel nicht 2 oder 3 Torhüter gleichzeitig in den Kasten stellen darf, braucht es keine zusätzliche Erwähnung, das es 1 Torwart gibt. Bei den anderen Positionen kann es eine unterschiedliche Anzahl an Reihen (z.B. 4 : 4 : 2 = 3 Reihen oder 4 : 2 : 3 : 1 = 4 Reihen) geben. Auch können die bei gleicher Anzahl von Reihen diese unterschiedlich stark besetzt sein
    (z.B. 4 : 4 : 2 oder 3 : 5 : 2)


    Über die Definition "Torspieler" und "Torwart" läßt sich trefflich streiten. Ich halte an der alten Definition "Torwart" fest, denn trotz der Zunahme an offensiven, spielerischen Aufgaben mit der Mannschaft liegt der Schwerpunkt seiner Arbeit nach wie vor in der Torverhinderung. Zwar dirigiert und verteidigt der Keeper gemeinsam mit seiner Defensive, aber nur er hat spezielle Rechte im Strafraum. Er ist ein Spezialist und bedarf einer weitgehend anderen Ausbildung als seine Mannschaftskameraden. Allerdings habe ich auch kein Problem damit, wenn jemand meint, aufgrund inhaltlicher Veränderungen der Position es mit "Torspieler" zu umschreiben. Auch beim DFB war/ist man sich nicht einig, ob nun Torwart oder Torspieler richtig ist. Denn gerade aus dem Problem, (noch) kein richtiges TW-Training anbieten zu können, gab es den aus dieser Not heraus geborenen Begriff: "Die Mannschaft trainiert den Torwart, der Torwart trainiert die Mannschaft"! Jedoch findet sich nach wie vor in sehr vielen Beschreibungen der Begriff Torwart.


    Bei deinen Aussagen zum taktischen Niveau stimme ich dir zu. Denn gerade im Grenzbereich zum Leistungssport sind meist die stärksten Spieler des Gegners im Zentrum. Die möchte man möglichst gar nicht an den Ball kommen lassen. Deshalb wird beim "Passivpressing" der gegnerische Außenbahnspieler vom AV nicht ins Zentrum auf den 6-er getrieben. Denn, wenn dabei die Gasse für einen Pass zum Mittelstürmer vorhanden ist, denn geht es 20 mal "schief" und 1 x "gut". Dann glauben dir auch deine Spieler diese Variante nicht mehr, weshalb es aufgrund der begrenzten Trainingszeit einfacher und sicherer ist, den gegnerischen Außenbahnspieler nach außen abzudrängen, sein Tempo zu verlangsamen, ihn zu stellen, entweder zu Doppeln oder wenigstens am gefährlichen Pass in den torgefährlichen Bereich zu hindern.


    Man kann mit Einzelspielern zwar Übungen machen, die sollten dann aber entweder individual-taktischer Natur sein (z.B. richtiges Anlaufen bei gegnerischem Ballbesitz oder richtiges Timing beim Kopfball) aber nicht Gruppentaktisches, weil dazu mindestens die Mitspieler der Reihe benötigt werden. Der praktische Nutzen oder diese Mitspieler wäre sonst zu gering, weil sich keine Fehlerbilder ergeben, in denen sich situativ korrektes Verhalten beschreiben läßt.

    Alcibie
    Für den Breitensportbereich wird generell keine Trainerlizenz vorausgesetzt. Dennoch ist sie nützlich, um sich in die jeweiligen Anforderungen des Altesbereichs vertraut zu machen. Im Leistungsbereich gibt es unterschiedliche Auflagen, verbunden mit unterschiedlichen Qualifikationen. Nachzulesen ist das Trainerausbildungssystem u.a. in


    http://www.dfb.de/index.php?id=11289



    Ideal ist die Teilnahme am Lizenz-Lehrgang, wenn man schon etwas Vorkenntnisse mitbringt. Für die Teilnahme am Breitensportbereich genügend es, für den praktischen Teil ein wenig fit zu sein, um die recht einfachen Übungen mitmachen zu können. Eine Eingangsprüfung ist nicht erforderlich. Allerdings wird auf regelmäßige Teilnahme geachtet. Sollte dies einmal aus wichtigem Grund nicht möglich sein, kann man alternativ ein Thema zuhause ausarbeiten und beim nächsten mal vortragen. Der theoretische und praktische Teil umfaßt den kompletten Jugendbereich und streift den Seniorenbereich. Für die selbst oder mit Kameraden ausgearbeiteten Lehrproben bekommt man Kinder- bzw. Jugendtrainingsgruppen. Nach den jeweils ca. 10 minütigen Übungen bekommt man ein Feedback vom Lehrgangsleiter. Ferner ist eine Erste-Hilfe-Schulung Pflicht, falls man nicht gerade einen Kurs besucht hat. Doch selbst dann lohnt es sich, weil insbesondere auf typische Sportverletzungen eingegangen wird.


    Die Prüfung besteht aus einem theoretischen Teil (Beantwortung von Fragen) und einem praktischen Teil (Lehrprobe)!


    Die Breitensportausbildung beinhaltet 120 Lehreinheiten und wird im Regelfall dezentral in den Vereinen (bei mindestens 15 Bewerbern) angeboten. Dann dauert sie ca. ein 1/4 Jahr. Wer es schneller möchte, kann es auch als Kompaktlehrgangsangebot im Verband nutzen. Spezielle Frauengruppen gibt es nicht. Genauso wenig wird auf die Unterschiede zwischen dem Jungen-Senioren und Mädchen-Frauenfussball eingegangen. Wer sich spezielle Kenntnisse aneignen möchte, kann dies in dezentralen Kurzschulungen über die DFB-Stützpunkte oder die Verbände wahrnehmen.


    Im Regelfall werden vom Vereine die reinen Lehrgangskosten übernommen. Fahrt- und ggf. Übernachtungskosten sind in den meisten Fällen selbst zu tragen.


    Wenn man eine C-Breitensport-Lizenz erworben hat, gilt diese für 3 Jahre. Innerhalb dieser Zeit benötigt man insgesamt 20 Lehreinheiten, um seine Lizenz für weitere 3 Jahre verlängern zu lassen.

    Günter


    Jetzt hast du mich tatsächlich erwischt! Denn ich übertrete manchmal die Regeln. Wenn das Training den Kindern so viel Spaß macht, das sie nach einem "Nachschlag" fragen, dann mache ich gerne mit und überziehe! Nur dann, wenn es die Eltern ganz eilig haben und ihr Kind sofort mitnehmen wollen, können sie es vom Platz direkt wegholen, ansonsten hoffe ich, dass auch sie etwas vom gemeinsamen Spaß spüren.


    Ähnlich halte ich es mit "Zuspätkommern"! Die kommen sofort in die jeweilige Übung!


    Weil es bei mir keine identischen Trainingseinheiten gibt, sollen auch die Kinder vor Überraschungen nie sicher sein. Denn dann haben sie das Gefühl, sie hätten etwas verpaßt, wenn sie nicht (pünktlich) dabei sind. So gibt es einige Kandidaten, die schon eine halbe Stunde vorher da sind, obwohl ich ihnen bereits mehrfach sagte, dass sie gar nicht so weit vorher kommen brauchen. Aber sie wollen mir beim Aufbau der Trainingsübungen helfen und dann sollen sie es auch.


    Etwas anderes ist es, wenn z.B. "die Oma schon zum dritten mal Geburtstag" hatte! Da gibts dann ein meist sehr kurzes, klärendes Gespräch! Denn weil ich im Leistungsbereich arbeite, sind allseits bekannte Rahmenbedingungen daran geknüpft. Wer dies nur scheinbar akzeptiert, darf sich über die Konsequenzen nicht wundern.


    Wer hingegen gerne und freiwillig mehr trainieren möchte, den unterstütze ich dabei, weil ich mein Zeitfenster etwas flexibel gestalte. Dies auch aus der Erfahrung heraus, dass es sich an manchen Tagen leichter und an anderen widerum schwerer lernen läßt. Darauf nehme ich Rücksicht bzw. setzte entsprechende Impulse!


    Wer im Jugendfußball als Trainer tätig ist, sollte in erster Linie ein großes Herz für Kinder haben. Daraus ergibt sich Nachsicht und Verantwortung! Das Handling mit abweichendem Verhalten bedingt widerum Erfahrungen und Fingerspitzengefühl! Denn wenn alles immer so wäre, wie man es sich wünscht, wäre es ja auch irgendwie langweilig!

    Günter


    Vermutlich ist es anders gemeint, aber man sollte über jeden Verdacht erhaben sein, den "schwarzen Peter" einfach allein auf Eltern und Kinder zu schieben.


    Wenngleich diese Forenteilnehmer vermutlich deutlich mehr Engagement im Jugendtrainerbereich besitzen als der Durchschnitt, kann eine Trainereinstellung ohne Feedback dazu führen, den Kontakt zu den Eltern und Kindern mehr und mehr zu verlieren. Denn es genügt nicht: Verordnungen, Ordnungen oder Strafenkataloge zu erlassen, sondern zunächst einmal über das Verständnis bestimmter Regeln eine weitgehene Einigung der Interessen zu erzielen.
    Denn, wenn deine Regeln nicht anerkannt werden, wirst du es auch nicht! Diese Autoritiät muß man sich über ein interessantes, abwechselungsreiches Training und einer angenehmen Kommunikationsebene erarbeiten.


    Auch muß man sich die Zeit gönnen, auf seine Art damit umzugehen. Da ist der ruhige Trainertyp, der es besser sachlich kommuniziert; der Witzige, der es locker rüberbringt und der Emotionale, der die Bedürfnisse in den Vordergrund stellt. Den "Spieß mit der Trillerpfeife" oder den "Brüllaffen am Spielfeldrand" will aber heute keiner mehr!

    Günter


    Ich entnehme aus deinen Ausführungen, das du aus ähnlichen Gründen wie sicherzeit Gomez von der Laufsportart zum Fussball gekommen bist, wenngleich mit deutlich größerem Potenzial! :D
    Es gibt doch gar keinen Grund beleidigt zu sein! Du hast doch sogar eine interessante These über eine differenzierte Betrachtungsweise eines Sprintverhaltens ins Thema hinein gebracht.



    In der Tat gibt es unterschiedliche Typen (Sprinter, Dauerläufer, Mix-Typen), woraus sich unterschiedliche Positionseignung ergeben könnten. So könnte ein "Sprinter" ein guter Mittelstürmer sein, weil er auf den ersten Metern meist schneller am Ball ist wie ein nicht so schneller "Dauerläufer"! Ein "Mixtyp" könnte ein guter Abwehrspieler sein, weil er mal kurze Sprints mit gegnerischen Angreifern und mal längere Laufwege zum Ablaufen von gegnerischen Flanken bewältigen können muß. Ein "Dauerläufer" könnte sich gut als Mittelfeldspieler eignen, weil er besonders viele und lange Wege zwischen Abwehr- und Angriffsdrittel gehen können muß.


    Weil jedoch im modernen Spiel ein Angreifer immer auch Abwehraufgaben und ein Abwehrspieler sich auch in den Angriff einschalten können muß, ist die Verbesserung der jeweiligen Fähigkeiten von anderen "Lauftypen" auch Aufgabe des Trainers. Je nach Alters- und Leistungsstufe jedoch mit unterschiedlichen Ausprägungen. Dennoch wird man aus einem Sprinter keinen Dauerläufer und aus einem Dauerläufer keinen Sprinter machen können. Wenn aber der Sprinter etwas mehr Kondition bekommt und der Dauerläufer ein bißchen besser sprintet, dann wird es sich positiv auf die Möglichkeiten der Mannschaft auswirken.

    Liebe Trainerfreunde,


    in jeder Altersgruppierung kann es zu Nachlässigkeiten innerhalb der Mannschaft kommen. Sind bei den Kindern im unteren Jugendbereich noch häufig deren Eltern die Verursacher, liegt die Unzuverlässigkeit mit dem Älterwerden im Ermessen der Vorstellungen von Selbstständigkeit bei den Jugendlichen.


    Was kann, was soll man tolerieren? Wo ist die Grenze erreicht?


    Jegliche Versuche, alle Möglichkeiten pauschal abhandeln zu wollen versagen schon allein deshalb, weil die Ansprüche unterschiedlich sind, ja sogar wechselseitig unterschiedlich sein können. Deshalb kann es auch von Nutzen sein, sich nicht mehr Unzuverlässigkeiten, sondern mit deren Ursachen zu befassen. Fast immer liegt die Ursache einer Unzuverlässigkeit an einer niedrigen Priorität begründet. Denn man steht mit dem Fussball in Konkurrenz zu anderen Freizeitaktivitäten. Gelingt es dem Trainer nicht, seine Sportart so interessant zu gestalten, dass es bei allen Mannschaftsmitgliedern eine so hohe Freizeitpriorität genießt, das jeder, der unpünktlich oder gar nicht regelmäßig daran teilnimmt, das Gefühl hat, etwas für ihn persönlich Wichtiges zu verpassen, so wird er mehr oder weniger Enttäuschungen erleben.


    Prioriäten können unterschiedlich sein. Denn je nach den Erwartungen der Mannschaftsmitglieder gibt es unterschiedliche Gewichtungen im indiviudellem Erfolg. Erfolg ist jedoch nicht allein als Sieg über den Gegner zu werten, sondern als Befriedigung von Neugier und daraus resultierend immer wieder neuen Erfahrungen.


    Um sich möglichst viel Zeit mit Fussball und wenig mit einem Strafenkatalog beschäftigen will, der sollte die Erwartungen seiner Mannschaftsspieler mit den Eigenen abgleichen und einen möglichst großen, deckungsgleichen Bereich dabei feststellen.


    Im unteren Jugendbereich (G - D - Jugend) ist es jedoch schwierig, genügend eigene Erwartungen und Wünsche der Kinder festzustellen. Zum einen, weil sie von ihren Eltern in den Verein geschickt wurden und zum anderen, weil die Wünsche und Erwartungen sich rasch wandeln. Weil dem so ist, gilt es sich genauso um die Erwartungen der Eltern zu kümmern. Gerade der Teil der Kinder, die zum Fussball geschickt werden, ist problematisch, weil die zunächst kaum Interesse am Fussball haben. Werden sie dann noch unpünktlich zum Training und den Spielen gebracht, müssen sie unter der Unpünktlichkeit ihrer Eltern weitere Nachteile erleiden.


    Weil es sich nicht um einmalige, sondern in jeder Saison wiederkehrende Probleme handelt, sind Eltern-Informationsveranstaltungen gute Gelegenheiten, diese Punkte zu erläutern und weitestgehend einvernehmliche Einigkeit zu erzielen. Wird dies versäumt, so kann es zu Konflikten mit dem Trainer oder auch anderen (pünktlichen) Eltern kommen.


    Auch im mittleren und oberen Jugendbereich kann es zu unterschiedlichen Erwartungshaltungen kommen. Doch dort gibt es Mannschaftskapitän, später auch Mannschaftsrat, die zunächst einmal die Dinge, die die Mannschaft betreffen, untereinander regeln. Auch in Konfliktsituationen zwischen Trainer und Mannschaft können sie gemeinsam mit den Betreuern als Moderatoren fungieren.

    Günter


    Natürlich hat ein Antritt aus dem Stand (z.B. bei Standards) seine Vorteile. Dabei kommt es nicht allein auf die Antrittsschnelligkeit, sondern auch auf das richtige Timing an. Denn rennt man zu früh los, hat einem der Gegner schon vor dem Ballkontakt eingeholt und ist der Gegner handlungsschneller, wird er trotz einer etwas langsameren Antrittsgeschwindigkeit als Erster am Ball sein.


    Plötzliche Tempowechsel kommen im modernen Spiel deshalb weitaus häufiger vor, weil auch die ballentfernten Spieler besonders rasch in die Umschaltbewegungen (eigener und gegnerischer Ballbesitz) kommen müssen.


    Natürlich kann man die Fähigkeiten und Erfahrungen aus dem Springbereich der Leichtathletik nutzen. Aber allein das bringt es noch nicht. Ich hatte mal einen Mitspieler im Seniorenbereich, der war wahnsinnig schnell (um die 11 Sec auf 100 m). Leider konnte er kein vernünftiges Dribbling. Auch im Torabschluß war er nicht sonderlich erfolgreich, weil er keine gute Schußtechnik besaß. Wenn er aber genug platz hatte und sich den Ball nicht allzuhäufig vorlegen mußte, der gegnerische Torwart schön im Kasten blieb, dann war er durchaus gefährlich! Heute würden diese Fähigkeiten vermutlich nicht mal mehr für die Kreisliga reichen?


    Worauf es mir aber weitaus mehr ankommt ist, dass wir hier über den unteren und mittleren Jugendbereich sprechen, in der die Grundelemente des Fussballs möglichst praxisnah vermittelt werden sollen. Da werden noch wenig Standards trainiert, weshalb vorwiegend aus der Bewegung heraus Sprints vorkommen (sollten)! Dementsprechend überholt sind auch Paßfolgen aus dem Stand heraus. Denn im Spiel wird, falls man nicht auf den Ball zugeht, ein Gegenspieler den Ball erlaufen. Wenn ich aber häufig erst gar nicht an den Ball komme, weil ich stehen bleibe und auf ihn warte, dann nützen mir die im Training erlernten Paßfolgen aus dem Stand heraus auch nicht sehr viel! Gerade deshalb hatte ich das Beispiel angeführt, in dem der Ball zunächst "abgeholt", danach gedribbelt und eng um den Gegner (hinteres Hütchen) herum präzise (am vorderen Hütchen) zum Mitspieler gepaßt wird. Dies alles findet in unterscheidlichem Tempo und zu unterschiedlichen, aber spielnahen Zwecken statt.


    Bei den Laufdisziplinen der Leichtathleten gibt es einen Geradeaus und einen Kurvenlauf. Richtungswechsel kommen gar nicht vor. Tempowechsel, verbunden mit einem raschen Richtungswechsel sind jedoch feste Bestandteile der Fussball-Ausbildung! Damit die Übung für die Gruppe immer auch nachvollziehbare Ziele hat, sollte möglichst wenig auf den Ball verzichtet werden.


    Trainingszeit ist wertvolle Zeit, die man so effektiv wie möglich gestalten sollte. Denn man darf nur das, was man gut trainiert hat, auch von seiner Mannschaft im Spiel erwarten!