Beiträge von TW-Trainer

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    Brechstange & Talentfreier Vater


    Also ich finde es vollkommen O.K., wenn "FB" Ansätze aus anderen Bereichen des Lebens versucht auf den "grünen Rasen" zu übertragen. Denn meist ergibt sich erst durch die Kombination von Erkenntnissen eine Optimierungsmöglichkeit, deren endgültige Möglichkeiten einem noch gar nicht erschließen.


    Um es ein wenig praktischer auszudrücken: wenn ich neue Torleute bekomme, dann schaue ich mir zunächst an, wie sie ihr Handwerk verrichten. Hin und wieder kommt es vor, dass ich Ideen von Torleuten entdecke, wie sie bestimmte Aufgaben lösen. Meistens ist es nur Unsinn, jedoch in seltenen Fällen kommt auch mal etwas Neues dabei heraus. Dann versuche ich möglichst viele Details zu analysieren, um die Verbesserung trainierbar zu machen. Weil es jedoch mit den individuellen Fähigkeiten eng in Verbindung steht, gelingt dies jedoch zu meinem Bedauern längst nicht immer. So ist es schon eine Weile her, als ich als Variante zum passiven, gegnerorientierten 1 : 1 (TW verkürzt Distanz mit gleichbleibendem Tempo und reagiert auf Angreifer) das aktive, ballorientierten 1 : 1 (TW verkürzt Distanz durch unterschiedliche Tempophasen und agiert gegen den Ball) vorgestellt hatte. Weil beim aktiven, ballorientierten 1:1 die Aktionsgeschwindigkeit und -dauer verkürzt wird, gibt hierbei eigentlich nur 2 Lösungen: die TW-Aktion hat 100 %-ig funktioniert oder ist zu 100 % in die Hose gegangen. Denn je höhe die Niveau-Ansprüche, je präziser und umfangreicher werden die Anforderungen.


    "FB" möchte jedoch gerne in den Bereich zwischen Breiten- und Leistungsfussball wandern! Das möchten viele engagierte Trainer ebenfalls, weshalb ich seine Anregungen durchaus diskussionswürdig empfinde! Also ruhig mehr davon!

    @Uwe


    Ich finde es schon ungewöhnlich, die Trainer-Suchanfrage in dieses Forum zu stellen, in dem 99 % ehrenamtliche Hobbytrainer unterwegs sind! Es steht zu vermuten, dass der Verfasser nicht genügend Deutschkenntnisse besitzt, um dies realiseren zu können.

    open-minded


    Ein positiver Einfluß des Einzelnen durch den Fussball ist sicherlich vorhanden. Er ist nicht nur der Gesundheit zuträglich, sondern steigert durch stetige Übung die Konzentrationsfähigkeit. Schließlich übt es auch das Sozialverhalten in der Gruppe, sofern dies auch positiv vom Trainer gesteuert wird.


    Sofern sich der Knast nicht mitten in der Stadt befindet, gibt es schon seit Jahrzehnten Turnhallen und auch Sportplätze für die Knackies auf dem Gefängnisgelände. Es gibt sogar Knastmannschaften, die im normalen Ligabetrieb um Punkte und Meisterschaften kicken. Das ist nicht nur für die Aktiven, sondern auch für die Zuschauer eine schöne Abwechselung, weil sonst doch eher tristes Allerlei herrscht. Vor einigen Jahrzehnten durfte man sich sogar über die Ballkünste eines Schalker Spieler (Namen habe ich leider vergessen), der am Juwelenraub beteiligt war, freuen. Nur Auswärtsspiele gibts nicht, weil sonst die erhöhte Gefahr besteht, das nicht die komplette Mannschaft zurück kehrt!


    Man kann dort auch ganz normal als Zuschauer daran teilnehmen. Das ist in jedem Falle eine lohnendwerte Abwechselung. Denn wann sieht man schon mal einen Spieler, der nach einem Foul auf allen Vieren vom Platz kriecht, als hätte ihn eine Kugel ins Bein getroffen. Oder wer hat schon mal im Seniorenbereich beobachtet, dass ein Spieler nach einer viertel Stunde den Platz verläßt, weil er darüber gekränkt ist, dass man ihn trotz ständigen Rufens noch keinen Ball zugespielt hat? Auch die Anfeuerungsrufe der heimischen Zuschauer sind interessant. Die möchte ich jedoch nicht hineinstellen, weil auch Kinder hier mitlesen können.


    Sicherlich trägt der Sport zur Resozialisierung im Knast bei! Jedoch läßt die hohe Rückfallquote vermuten, dass auch der Fussball nur begrenzte "Heilungskraft" verfügt!

    @Daniel


    Es ist gut, dass du fragst! Denn das brennt sicherlich auch den ein oder anderen Leser auf der Zunge!


    Ulkig finde ich jedoch das Argument mit der Werbung nach Fingersafe-Handschuhen. In der Werbung ist nunmal fast alles erlaubt! Weshalb der Wahrheitsgehalt der Werbebotschaften manchmal sehr gering ist.


    Zur besseren Beurteilung möchte ein wenig in der Geschichte zur Entwicklung von Torwart-Handschuhen zurückgehen.


    Erst seit den 70-er Jahren des letzten Jahrhunderts wurden in Zusammenarbeit vom damaligen Nationaltorwart Sepp Maier und der Fa. Reusch spezielle Torwarthandschuhe für den deutschen Markt hergestellt. Maiers Vorgänger, Wolfgang Fahrian brachte allerdings als Erster Torwarthandschuhe in den Handel. Allerdings waren die aus Gummi und der Belag war "Speckbrett", wie bei den Tennisschlägern.


    Mit der Weiterentwicklung von Kunststoff als Protectoren, fand man ein wirksames Mittel mit Fingersafe-Handschuhen, die ein Umknicken der Finger nach hinten verhindern sollten.


    Eng verbunden mit dieser Entwicklungsphase hinein war das damalige Torwartbild als "Torlinien-Artisten". Nach damaligen Verständnis bestand Aufgabe darin, auf oder an der Torlinie blitzschnell zu reagieren und den Ball mit den Händen abzuwehren. Natürlich war dabei das Risiko größer mit den Fingern umzuknicken, als beim heutigen Keeper! Das damalige Torwarttraining darf man sich als eine Art körperlicher Zermürbung vorstellen, weil man glaubte, durch möglichst häufige Wiederholung von Übungen würden sich von selbst korrekte Bewegungsabläufe einschleifen und automatisieren. Ein Torwarttraining zur damaligen Zeit war dann optimal, wenn der Keeper anschließend vom Platz kroch!


    Der moderne Torwart wird umfangreich ausgebildet und besitzt die Fähigkeit durch geschicktes Stellungsspiel sowie verfeinerter Technik weitaus mehr Bälle sicher verarbeiten kann, als es im Zeitraum der Entwicklung von Torwart-Handschuhen der Fall war.


    An die Verwendung von Fingersafe-Handschuhen bei kleineren Handverletzungen hatte man bei der Entwicklung also gar nicht gedacht. Dies geschah erst im Laufe der Jahre und der rasanten Weiterentwicklung der Torhüterfähigkeiten und dessen wachsendes Schutzbedürfnis.


    Sicherlich mag es anfangs auch cool gewesen sein, mit diesen außergewöhnlichen Handschuhen seine Kameraden zu überraschen. Die Werbung mag diese wachsende Nachfrage ebenfalls wirksam gesteuert haben. Ob dies der Hauptgrund ist, warum im Frauenbereich fast alle Torhüterinnen Fingersafe-Handschuhe tragen, entzieht sich allerdings meiner Kenntnis.


    Weil das Sicherheitsbedürfnis des Menschen und insbesondere der besorgten Eltern, die ihre Kinder gerne "in Watte einpacken würden" besonders groß ist, läßt sich mit Fingersave-Handschuhe für den Anfängerbereich sehr gutes Geld verdienen. Und welche Eltern beschäftigen sich schon so intensiv mit dem Thema Nachwuchstorwart, als das sie auf Basis von gewonnenem Wissen eine fundierte Entscheidung treffen könnten.


    Ferner darf man das Interesse von Sportartikel-Unternehmen nach Umsatz und Gewinn immer nur im Zusammenhang mit fachlicher Beratung verstehen. Wenn der Verkäufer erkennt, dass der Kunde auch bereit ist, die teuren Handschuhe zu kaufen, warum soll er ihm dann die billigeren Handschuhe anbieten?


    Fingersafe-Handschuhe sollten von Anfängern nicht getragen werden, weil bei die Vermittlung von Grundtechniken oberste Priorität hat. Für das Erlernen der Techniken: Fangen, Lenken und Fausten wird sehr viel Gefühl im Hand- und insbesondere Fingerbereich benötigt. Dies ist konstruktiv bei den Fingersafe-Handschuhen nur eingeschränkt vorhanden.


    Hat man jedoch aus Unwissenheit so ein Paar fürs den "zukünftigen Nationaltorwart" gekauft, dann muß man sie nicht gleich wegwerfen, sondern im Training oder beim Fussball außerhalb des Vereins "auftragen" und für die Spiele noch einmal, aber nicht so tief ins Portemonaise greifen, um ein Paar "normale Anfänger-Handschuhe" zu erwerben.

    @FB


    O.K. nun verstehen wir uns ein bißchen besser! Du glaubst, dass man die kindlichen Erwartungen auf einen Level bringen sollte, so dass sie als Schwarm interaktiv ihre persönliche Kreativität austauschen.


    Diesen theoretischen Ansatz bedient sich die Wissenschaft ebenfalls, in dem sich auf den aus individueller Kreativität geschaffenen Erkenntnissen aufbaut und diese versucht zu verfeinern bzw. zu erweitern!


    Dennoch gelingt dies immer nur zu einem gewissen Grad. Sei es der von dir kürzlich beschriebene F-Jugendliche, der seinen Gegenspieler per Karatesprung brutal niedertrat, weil er keinen Freistoß aufgrund eines Fouls an ihm zugesprochen bekam, sei es durch die Vortäuschung von Wissen (Plagiate) oder sogar die Manipulation von Wissen, um Ruhm zu erlangen.


    Ein mehr oder weniger großes Konfliktpotenzial beruhend auf egoistische Interessen stecken in uns. Allerdings gehören zur Durchsetzung dieser Machtinteressen immer mindestens Zwei. Einer, der etwas will, was ihm eigentlich nicht erlaubt ist und einer, der sich etwas gefallen läßt, was er sich nicht gefallen lassen muß!


    Das der Fussball eine Brücke dazu bilden kann, zumindest kurzfristig diese Interessen etwas in den Schatten zu stellen, indem jeder einzelne Spieler seine Interessen in den Hintergrund stellt, mag noch angehen. Aber er macht keinen anderen Menschen aus uns!

    betreuer72


    Wenn der Trainer vorher die B-Junioren trainiert hat und jetzt eine Bambini-Mädchen-Mannschaft trainiert, dann sind das schon sehr große Unterschiede, an die er sich erst einmal gewöhnen muß. Bei den B-Junioren ist vermutlich der Lärmpegel deutlich niedriger, dafür die Konzentrationsphasen wesentlich länger. Auch gibt es große Unterschiede in der Kommunikation, sowie in der Übertragung von Verantwortung.


    Viele Trainer im Bambini-Bereich stehen zum ersten mal in dieser Aufgabe. Da habt ihr Glück, dass euer Trainer bereits Erfahrungen im Jugendfussball mitbringt.


    Kurz und gut! Durch die Entschuldigung bei deiner Tochter hat er gezeigt, dass er an einem guten Verhältnis zu allen Spielern (inclusive aller Zicken) haben möchte. Deshalb gibt ihm etwas Zeit, um sich an die neue Umgebung zu gewöhnen.

    @FB


    Zunächst habe ich gedacht, dass du mit deinem Vortrag eine bestimmte Situation in der Mannschaft deines Jungen beschreiben möchtest, die ihn, aber auch die gesaamte Mannschaft daran hindert, sich bestmöglich weiter zu entwickeln. Auch gab es für mich in diesem Zusammenhang irritierende Begriffe, wie ... Schwarmintelligenz züchten ...., die du zum Glück aber aufgeklärt hast.


    Wir sind gerade Augenzeuge, wie ein neuer, relativ unerfahrener 42. jähriger Trainer (Pep Guardiola) versucht, das von seinem Vorgänger an Leitwölfe (mit Siegermentaliät) gekoppelte Spiel der Bayern in eine Spiel mit Schwarmintelligenz (ala Barca) umzukrempeln. Dabei müssen wir feststellen, dass das so einfach nicht funktioniert. Denn es treten dabei eine ganze Reihe von "Baustellen" auf und vermutlich hat Pep auch nicht gedacht, dass die deutsche Bundesliga mit ihrem ausgeglicheneren Niveau doch sehr von der spanischen Liga mit ein paar Topclubs und vielen Statisten abwechselt. Wir dürfen gespannt sein, wie weiit die der beiden für sich jeweils sehr gut funktionierenden Systeme miteinander kombiniert werden und ob sie insgesamt einen neuen Qualitätslevel erreichen werden.


    Natürlich möchte man als Trainer keine "selbsternannten Stars" in der Mannschaft, die das soziale Gefüge im Team durcheinander bringen. Allerdings wird man die Mentalitätsveranlagung der Kinder (still oder laut, zurückhaltend oder frech, abwartend oder dominant) nicht dadurch sehr beeinflussen können, dass man dem stillen Kind sagt, es ab sofort laut herum brüllen!


    Gerade, weil es noch sehr viel mehr als Fussball im Leben gibt, sollte man nicht versuchen, jedes Individum zu einem beliebig austauschbaren Mitglied in einem Team zu verändern!


    Leider finden solche "Vereinheitlichungsprozesse" schon sehr früh in Krippen und Kindergärten statt. Spätestens mit der Einschulung bekommt das Kind einen "Stacheldrahtzaun um seine kleine Seele", weil es ab da Schwarmintelligenz erlernen soll und gefälligt in jeder Unterrichtsstunde und Klassenarbeit dei gewünschte Leistung abrufen soll.


    Man sollte deshalb nicht versuchen, die Anzahl der Individuen in einer Gruppe als Summe einer bestimmten Qualität (z.B. Leistungslevel) zu beschreiben. Dies ist nach meiner Meinung ein falscher, theoretischer Ansatz. Vielmehr ist es ein latenter, interaktiver Prozess mit sehr vielen Determinaten. Er kann aufgrund sehr kleiner Veränderungen zu schlagartigen Auswirkungen führen. Ihn möglichst im Gleichgewicht zu halten, kann die Aufgabe eines Trainers sein. Jedoch nicht in Form eines Zirkusdomteurs, der seine Peitsche schwingt oder ein Stückchen Zucker verteilt, sondern auf Basis gegenseitiger Achtung!


    Wenn die menschliche Entwicklung allein auf Schwarmintelligenz beruhen würde, hätte sie vermutlich erst vor ein paar Jahren das Rad erfunden! Denn in der Schwarmintelligenz gibt es kaum Neugierde, dafür sehr viel Anpassung. Aber gerade die Neugier und die Unzufriedenheit mit dem Bestehenden treibt Menschen dazu, sich in immer neue Abenteuer zu wagen. Mit einem guten Schutzengel an der Seite klappt es meistens. Manchmal gehts aber auch in die Hose. Dann braucht es besonders viel Energie! Weil nicht das Hinfallen (oder vermeintliche Versagen) von Bedeutung ist, sondern lediglich die Geschwindigkeit wieder aufzustehen (sich davon zu erholen), aus dem Fehler zu lernen und es besser zu machen.


    Aber wir müssen immer auf der Hut sein und damit klarkommen, wenn eines Tages mal ein Stein nicht von selbst auf den Boden fallen will! Denn im Laufe der Zeit haben schon zu viele "Naturgesetze" keinen dauerhaften Beweis geliefert! Weil wir aber auch kaum etwas über den Fussball wissen, macht es besonders viel Spaß, jeden Tag ein Stückchen mehr darüber in Erfahrung zu bringen!

    @FB
    Natürlich hast du recht, dass auf den Fussballplätzen im unteren Jugendbereich eigentlich nur Laien (Spieler, Schiedsrichter, Trainer, Eltern) handeln.


    Wenn jedoch eine Situation (unabhängig, wo sie stattfindet) soweit eskaliert, dass Eltern zur Haftung wegen der grob fahrlässigen Handlung (z.B. Schmerzensgeld) haftbar gemacht werden müssen, dann hat dies nur am Rande etwas mit dem Fussball zu tun, da dieses Risiko genauso auf dem Schulhof oder dem Busbahnhof besteht. Bei letzterem sind meist noch nicht einmal Erwachsene da, die helfend eingreifen könnten. Je nach Alter des Kindes können sie zur Ableistung von Sozialstunden herangezogen werden.


    Man wird auch nicht durch die Einführung der FPL alle denkbaren und noch nicht einmal vorstellbaren Möglichkeiten der Gewalt präventiv zu 100 % absichern können.


    Es stellt sich bei der von dir beschriebenen Situation jedoch für mich die Frage, inwiefern die Eltern und der Trainer bereits Druck auf dieses Kind ausgeübt haben, bis ihm schließlich auch ein gezielter Karatesprung als Mittel zur Lösung seines Problems recht war!


    Kinder mögen manchmal gemein sein, jedoch gewalttätig werden sie erst, wenn sie in ihrer sozialen Umgebung die Gewalt zur Durchsetzung ihrer Interessen kennengelernt haben!



    So, jetzt noch ein Wort zu den Eltern der beiden Teams! Wenn man den Kindern die Verantwortung auferlebt, über das Spielgeschehen eigenverantwortlich zu entscheiden, impliziert dies ebenfalls Irrtümer! (Ein Schiedsrichter kann sich auch irren, ohne das der Trainer eingreift!) Weil es ein Lernprozess für die Kinder bedeutet, muß man ihnen diese Chance gewären. Natürlich müssen die Trainer unverzüglich einschreiten, wenn sich wie beschrieben ein Kind über die gemeinsame Entscheidung (Foul oder nicht) hinwegsetzt und meint, dass der persönliche Blickwinkel in der Situation sei maßgeblich. Aus den Erfahrungen des Straßenfussballs weiß ich, dass kleinere Fouls im Regelfall partnerschaftlich nicht geahndet wurde, um das Spiel nicht unnötig zu unterbrechen. Hingegen wurden offensichtliche Fouls immer geahndet, wodurch das Vertrauen innerhalb der Spielgruppe wuchs! D.h. auch nach Einführung der FPL braucht es eine Zeit, bis sich alle Beteiligten an die neuen Regeln gewöhnt haben.

    @addi


    Natürlich fühlt man sich "übers Ohr gehauen", wenn einem der Fachberater im Sportgeschäft die Fingersave-Handschuhe über den Klee lobt und der TW-Trainer dann sagt, die Dinger sind für Anfänger und eigentlich für den Jugendbereich ungeeignet. Aber man wird ja nicht gezwungen, gleich beim erstbesten Verkäufer die Handschuhe zu kaufen. Man kann sich ja auch vorher bei erfahrenen Torleuten oder TW-Trainern erkundigen.
    Wenn man aber die Dinger schon gekauft hat, dann im Training die "Alten aufbrauchen", fürs Spiel die "Richtigen" kaufen. Dann ist der jeweilige Verschleiß nur halb so groß und man hat kein Geld aus dem Fenster geworfen.


    gelbwoschtsemmel
    Dein Argument, die Fingersafe-Handschuhe würden den Torwart beim 1 : 1 besser schützen höre ich zum ersten mal! Ich staune deshalb darüber, weil ja nur die Oberseite durch Protektoren im Handbereich geschützt sind, während die Unterseite weiterhin ungeschützt ist!
    Natürlich sind Verletzungen beim Fussball und speziell auch beim Keeper nie ganz auszuschließen. Jedoch empfehle ich eher den Torwart in die 3 Phasen des 1 : 1 (in einem anderen Thread nachzulesen) auszubilden, denn hierbei beträgt der Abstand des Torwarts zum Gegenspielter in der letzten Phase ca. 1 1/2 Armlängen. Ein Körperkontakt soll auch aus Verletzungsgründen vermieden werden.


    @Nitram
    Ich finde deinen Hinweis sehr wertvoll" Kinder sollten nicht ohne zwei Hinweise, wie sie sich vor Fingerverletzungen schützen können, ins Tor gestellt werden. Denn ein spezielles Torwarttraining brauchen die Knierpse bis einschließlich des jüngeren E-Jugend-Jahrgangs noch nicht.


    Nachfolgend findet ihr die beiden Hinweise:


    1. Die Hände nach oben, zur Seite oder nach unten zur Abwehr des Balles ausstrecken
    2. Zur Abwehr des Balls die Hände niemals mit den Fingern nach vorn (in Ballrichtung) ausstrecken.


    Aber bitte diese Hinweise nicht nur sagen, sondern auch zeigen und sofort korrigierend eingreifen, wenn es mal vergessen wurde.

    Denn wer ohne vermeidbare, schmerzhafte Erfahrungen sich auf der Torwartposition ausprobieren darf, dem macht es gleich doppelt so viel Spaß!


    Fingerkapselverletzungen können übrigens auch mit Fingersafe-Handschuhe bei falscher Fingerstellung (Finger nach vorn ausgestreckt) auftreten. Denn der Ball trifft dann mit voller Wucht auf die Fingerkuppen!

    Stefan70


    Fingersave-Handschuhe sind für den Seniorenbereich für Torleute mit kleinen Fingerverletzungen entwickelt worden. Für den Anfänger- und Ausbildungsbereich (Jugend) sind sie gänzlich ungeeignet, weil:
    - durch die vorgeformte Form das Fangen von Bällen erschwert wird
    - durch die Protektoren auf der Handschuh-Außenseite der Druckpunkt für das Fausten kaum spürbar ist


    Kinder oder Jugendliche mit Handverletzungen gehören nicht ins Tor, sondern geniesen solange Schonung, bis die Verletzung auskuriert ist!


    Fingersave-Handschuhe werden im Juniorenbereich hauptsächlich mit dem Verkaufsargument präsentiert, dass aufgrund der Protektoren die Finger nicht "umknicken" können. Das mag insoweit stimmen, als der Torwart kein geeignetes Torwarttraining erhält und deshalb auch keine Abwehr- und Fangtechniken erlernt.


    Zum Erlernen des "Torwart-Handwerks" bitte ich meine Schützlinge darum, ihre Handschuhe zunächst auszuziehen, damit sie ganz viel Gefühl in den Fingern bekommen. Über die exakte Wahrnehmung des Druckpunkts beim Ballkontakt können sie dem Ball mit der richtigen (angewinkelten) Armstellung die Geschwindigkeit des Balles soweit mindern, dass nahezu jeder Ball sicher gefangen werden kann. (Wer meint, die Ballgeschwindigkeit würde durch die Polsterstärke oder Protektoren genommen, der wird verwundert sein, wie viele Verletzungen, z.B. Handwurzel-Bruch trotzdem passieren.)


    Erst, wenn die Keeper einigermaßen sicher in den Fang-, Lenk- und Fausttechniken sind, bitte ich die Torleute, die Handschuhe wieder anzuziehen. Denn Torwarthandschuhe sind haben ihre Vorteile im Gripp beim Fangen von rutschigen, nässen Bällen. Das ist auch der einzige Grund, denn sonst würden auch Handballtorhüter Handschuhe tragen. Deshalb werden auch die für den Profibereich trainierten Keeper bei Detailverbesserungen ggf. gebeten, ihre Handschuhe vorübergehend neben das Tor zu legen. Erst, wenn Trainer und Torwart das Gefühl haben, das geänderte Detail wäre automatisiert, werden die Handschuhe wieder übergestreift. Aber dies geschieht mit dem Hintergrund, dass der Keeper im Spiel auch Handschuhe trägt.


    Hier noch ein paar Tipps für Trainer und Eltern von TW-Anfängern:


    Die Nähte und das Innenprofil von Torwart-Handschuhen halten selten eine gesamte Saison. Auch wachsen die Hände des Jugendkeepers manchmal so schnell, dass die "Alten" zu eng werden. Wer also glaubt, durch den Erwerb besonders teurer Handschuhe seinem Kind auch etwas besonders Gutes besorgt zu haben und fürs Erste aller Sorgen los zu sein, der wird schon nach einigen Wochen enttäuscht sein, wenn die ersten Abnutzungserscheinungen (im Handinnenprofil) zu erkennen sind.


    Es gibt TW-Handschuhe mit glatter und mit rauher Innenhandfläche. Die TW-Handschuhe mit der glatten Innenfläche muß man vor dem Einsatz "nässen", damit sie Gripp bekommen. Es gibt auch TW-Handschuhe mit rauher Innenfläche. Die muß man nicht nässen. In der kalten Jahreszeit bekommt man in diesen "trockenen" Handschuhen auch nicht so schnell kalte Finger. Gute und geeignete TW-Handschuhe liegen in der Preiskategorie zwischen 15 und 25,- €. Fingerhand-Schuhe sind jedoch nicht nur für Anfänger ungeeignet, sondern auch teurer, weshalb sie besonders gerne von den Sportgeschäften verkauft werden.


    Ich hoffe, die wesentlichen Fragen damit beantwortet zu haben und wünsche viel Spaß beim nächsten TW-Handschuh-Einkauf!

    @Daniel


    Das mit dem "königlich bayrischen Amtsgericht" war natürlich nicht ernst gemeint!


    Der Verzicht auf Schiedsrichter ist ja nur ein Teil der Maßnahmen der FPL. Denn in diese Rolle treten die Spieler und wenn sie sich nicht einigen können, die beiden Trainer. D.h. die Eltern und Trainer müssen zunächst einmal damit "leben", dass sie ihre Kinder fair verhalten! Schon allein das ist für die "Brüllaffen am Spielfeldrand" eine große Kröte, die sie schlucken müssen.


    Treten dann die Trainer in Aktion, weil sich die Spieler ausnahmsweise nicht einigen können, so müssen sie sich absprechen und eine gemeinsame Entscheidung präsentieren. Weil hier nicht der Schiedsrichter, der "wie immer keine Ahnung hat", sondern der eigene Trainer die Entscheidung mitträgt, ist es die nächste Kröte, die geschluckt werden muß!


    War es also bislang einfach, den Schiedsrichter für eine Niederlage, ein Unentschieden oder einen zu niedrig ausgefallenen Sieg verantwortlich zu machen, sind es die eigenen Kinder und ist es die Person des eigenen Trainers. Wer dann als Vater oder Mutter das Gefühl hat, ihm würde nicht der richtige Fussball serviert, der kann sich ja einen anderen Verein suchen. Doch mit der Verbreitung des FPL wird er feststellen, dass Fussball etwas anderes geworden ist, als das Abreagieren seines Alltagsfrusts oder die Aufrechterhalltung persönlichen Machtanspruchs!


    @FB Ein Ehrenkodex ist eine prima Sache. Sie nützt jedoch nur etwas, wenn sich alle daran halten (müssen)! Steht nicht bereits heute am Eingang des Sportgeländes der deutlich sichtbare Hinweis, wonach Beschimpfung und Beleidigung des Schiedsrichters nicht geduldet werden? Hat es genützt? (Offtoppic: wenn es reichen würde, Geschwindigkeitsbegrenzungsschilder aufzustellen, warum braucht man dann noch Radarfallen?)


    Wenn Hinweise nicht mehr wert sind, als das Stück Papier, auf dem sie geschrieben stehen, dann braucht es andere Maßnahmen, die besser wirken. Das Zögern und Zaudern beider Einführung der FPL zeigt gerade, welches Unbehagen beim DFB, den Verbänden und Kreise darin besteht, von der Vergangenheit Abschied zu nehmen und im Kinderfussball allein den Kindern die Entscheidungen auf dem Platz zu überlassen.

    gelbwoschtsemmel


    Wenn es vereinzelt das Interesse gibt, seine Machtpositionen gegenüber vermeintliche Schwächeren durchzusetzen, dann stellt sich die Frage, ob sich diese Personen der Masse anpassen müssen oder ob sich die Masse an diese Ausnahmen anpassen müssen?


    Wären alle Trainer und Eltern friedlich, dann müßten wir uns hier nicht darüber unterhalten, wie wir den Kindern ihren Fussball wieder zurück geben können.


    Zu deinen Zweifeln, ob unbedingt Schiedsrichter nötig sind, kann ich aufgrund eigener Erfahrungen sagen:
    - der Straßenfussball funktionierte sehr gut ohne Schiedsrichter
    (beim Straßenfussball gab es seinerzeit genauso viel Raufereien unter den Kindern als es bei anderen Spielen auch der Fall war. Nur mit dem Unterschied, das man sich gleich wieder vertrug und sogar
    Freundschaften daraus erwuchsen, denn da gabs kaum schlechte Verlierer)
    - im Auswahlbereich wird fast nur ohne Schiedsrichter gespielt
    (die Kinder können die einfachen Regeln des Fussballs sehr gut eigenverantwortlich anwenden. Nur dann, wenn sie sich nicht einigen können, greift der Auswahltrainer ein! Das passiert jedoch selten!)


    Aufgrund deines Nicks vermute ich, dass du aus dem Süden der Republik kommst. Ob dort immer noch "königlich bayrisches Amtsgericht" auf dem grünen Rasen gespielt wird und man meint aufgrund der gewünschten Obrigkeitshörigkeit die Kinder niemals ohne gleichzeitig erhobenen Zeigefinger spielen zu lassen, entzieht sich meiner Kenntnis, weil ich eher selten dort zutun habe?

    @Callahan


    Wenn ich dich richtig verstehe, dann glauben dein Trainerkollege und du, dass eure Gegner aufgrund einer besseren Kondition jeweils zum Ende eines Spiels erfolgreicher spielen als eure Jungs? Zunächst einmal sollte man klären, wie die Altersgewichtung in eurem und den meisten gegnerischen Teams ist. Denn gibt es bei euch sehr viele Spieler des jüngeren Jahrgangs, während die Gegner in der Hauptsache mit Spielern des älteren Jahrgangs antreten, so können die von euch wahrgenommenen konditionellen Unterschiede auch in der altersspezifisch unterschiedlichen Physis zu suchen sein!


    Kondition ist zwar eine wichtige Voraussetzung für den Einsatz von Technik und Taktik, aber man kann sie fussballspezifisch (d.h. mit Ball am Fuss) trainieren. Denn der Fussball schreibt hierfür auch die besten Übungen.


    Spieltypisch findet ein Großteil der Bewegung entweder mit 80 % -iger Maximalgeschwindigkeit (bei Ballführung) oder 100 %-iger Geschwindigkeit (beim Laufduell mit dem Gegner) statt. Ferner ist die Distanz von Belang. So gibt es selten Distanzen von mehr als 50 Metern zurück zu legen. Wird auf dem Kleinfeld gespielt, sind die typischen Distanzen noch kürzer. Schließlich ist der häufige Richtungswechsel (situative Anpassung an eigenem oder gegnerischen Ballbesitz) von Bedeutung.


    Wenn dein Kollege und du also das Training so gestaltet, dass in den Übungen und Spielformen diese typischen Laufgeschwindigkeiten und mit den jeweiligen Richtungsänderungen vorkommen, dann sollte dies eurer Mannschaft helfen, konditionell besser zu werden. Wenn du einen Trainerkollegen hast, dann bieten sich auch die Aufteilung der Trainingsgruppe in kleinere Teams an. Obwohl es im Internet mitlerweile genügend Ideen für ein solches Training gibt, erwähne ich es deshalb, weil man immer noch Trainer sieht, deren Trainingsgruppe zu einem Großteil vor irgendwelchen Aufgaben in Reih und Glied aufgestellt warten.

    Gordinho


    In den typischen Wohngebieten der Großstädte wird es vermutich auch in den nächsten Jahren keine Nachwuchsprobleme geben. Denn dort ist die Zahl der Kinder schon vor Jahrzehnten zurück gegangen. Auf dem Lande hat die ein- oder zwei Kinder-Famlie länger gedauert, weshalb sich dieser demografische Wandel erst in den letzten Jahren bemerkbar macht.


    Über die vermeintlichen Ursachen, warum es für den unteren Jugendbereich kaum (geeignete) Trainer findet, wird in anderen Threads bereits umfassend diskutiert.


    Mich würde auch interessen, was aus den Plänen geworden ist. Insbesondere aus dem Wunsch nach einem Kunstrasenplatz? Solche Wünsche werden bei unseren Nachbarn, den Niederlanden wohlwollend durch die Komune unterstützt, jedoch verbunden mit der Zusammenlegung von kleineren Vereinen. Denn es kostet nun einmal mehr Geld, für 4 Vereine den Rasen zu pflegen als für Einen! Die Niederländer freuen sich auch darüber, wenn wir Deutsche denen Winter für Winter durch Mietzahlung für die Nutzung der Kunstrasenplätze einen Teil der Anschaffungskosten abzahlen. Will sagen: dort sind Kunstrasenplätze fast schon Standard, hier hingegen Ausnahme!

    Martin E.

    st schon schlimm das man die Eltern stellenweise auch
    noch Trainieren muss ;(


    Nur ganz selten sind die Eltern im unteren Jugendfussball erfahrener als ihre Kinder im Kinderfussball!


    Wenn Kinder in den Vereinsfussball eintreten, sind sie meist in einem Alter, in dem sie im Rahmen einer überschaubaren Gruppe kleinere Aufgaben übernehmen können und darin im Training und Spiel routinierter werden.


    Sich als Vater daran zu gewöhnen, dass es gar nicht allein auf die Leistungen des Sohnes ankommt, fällt manchem schwer. Das Motiv ist ein falscher Ehrgeiz. Das Kind soll glänzen und die Mannschaft soll ihm den Steigbügel dafür halten. Es soll das entscheidende Tor schießen bzw. abwehren und als Held gefeiert werden.


    Gelingt dem Sohn das nicht, dann übermannt dem Vater zunächst der Frust und schließlich packt ihn die pure Wut! Denn, weil der "dumme, unfähige Trainer" dem Sohn nicht beigebracht hat, wie man richtig Fussball spielt, muß er es jetzt seinem KInd augenblicklich klarmachen! In eindringlichem Ton"... du mußt jetzt sofort ...." werden ihm jetzt die Leviten gelesen, denn Vater ist schließlich nicht die ganzen Kilometer gefahren, um sich durch das Versagen des Sohnes und das Debakel der Mannschaft das Wochenende versauen zu lassen! "Mann" fühlt sich persönlich betroffen und muß sich zur Wehr setzen! Wenn das keine Früchte trägt, dann muß man die "Arena" verlassen. Mag es den Frauen auch um die Belustigung gehen, aber hier geht es nicht allein um Sieg oder Niederlage, sondern um Triumpf und totale Vernichtung des Gegners. Denn Fussball ist nicht Spiel, Fussball ist Krieg, bei dem es nur Gewinner und Verlierer geben darf! Wer sich derart in eine Hysterie versteigt, der wird im Moment seiner Wut kaum kluge Ratschläge des Trainers annehmen, geschweige denn überhaupt wahrnehmen.


    Versetzt man sich in die Lage eines solchen Vaters, kann man entsprechende Präventiv-Maßnahmen (von denen hier schon einige genannt wurden) ergreifen, um solche Situationen möglichst erst gar nicht entstehen zu lassen. Sicherlich gehört auch das regelmäßige Treffen mit den Eltern vor, während und nach einer Saison dazu, damit auch die Zeit für notwendige Hinweise sowie die Verarbeitung von Erfahrungen geschaffen wird.


    Auch ist ein Elterncoaching durch den Trainer nötig. Man sollte das Gespräch in ruhiger Minute und angenehmer Athmosphäre suchen. Denn ganz wichtig ist, dass sowohl Trainer als auch Vater genügend zeitlichen und räumlichen Abstand zur eskalierten Situation bekommen, bevor der Dialog gesucht wird.


    ZIel des Elterncoaching sollte es sein, das Eltern mit ihren Kinden den Fussball als Event erleben, bei dem der gemeinsam erlebte Spaß jederzeit im Mittelpunkt steht.

    open-minded


    Was glaubst du, warum man erfahrene Trainer nicht erreicht?


    Glauben sie, schon alles über den Fussball zu wissen oder müßte man sie eigentlich auch zu den unerfahrenen Trainern zählen, weil sie in all den Jahren ihrer Trainertätigkeit doch kaum an Wissen über Menschenführung (komisches Wort) hinzugelernt haben? Oder müßten die Inhalte der Schulungen in den Vereinen dahingehend angepaßt werden, dass nicht immer nur neue Übungen und Spielformen gezeigt werden, sondern auch mal "Tacheles" geredet wird! Dazu könnte man Videos von Trainern, die sich beim Spiel nicht benehmen können zeigen. Material dafür sollte es genügend geben. Die Gesichter kann man unkenntlich machen und die Stimmen verändern!


    Würde soetwas helfen oder wie müßte das Ausbildungsangebot aussehen, damit man mehr unerfahrene und erfahrene Trainer erreicht? Oder sind uns das unsere Kinder gar nicht wert?

    soccerbook


    Ja, du hast vollkommen recht! Zwar kannst du durch Weiterbildung anhand von Büchern, Videos dein Training bereichern, aber selbst auf der Trainerlizenz-Ausbildung lernst du fast nichts über Mannschaftsführung. Denn wie du aus der als Link bereitgestellten wissenschaftlichen Analyse nachlesen kannst, war ein Hauptgrund für den Austritt der Kinder: "es ging nur noch ums Gewinnen", d.h. der Sieg oder die Meisterschaft wurde vor der Nachwuchsausbildung gestellt.


    Gerade im unteren Bereich ist der Trainer zu einem weitaus größerem Maße der "Kümmerer" der Mannschaft. Er ist der Tröster der Kinder, wenn`s mal weh und er ist der Zuhörer, wenn jemand (Kinder, Eltern) etwas auf dem Herzen hat. Wenn Fussball mehr als nur ein 1 : 0 sein soll, dann zählt die gegenseitige Achtung und der Respekt auch ausserhalb des Rasens dazu!


    Kurz und gut: er/sie ist der Mensch mit dem großen Herz für Kinder! Natürlich ist man das nicht von Anfang an, aber man kann es lernen, indem man sich für das "Neue" öffnet, statt nur das bisher Gekannte (Erfahrungen als Aktiver im Seniorenbereich bzw. Zuschauer) als Maßstab zu nehmen. Dabei ist es wichtig, sich wie auch Anderen Fehler zuzugestehen. Denn aus dieser vermentlichen Schwäche erweckt eigentlich die spätere Stärke, besonnener auf alle Veränderungen zu reagieren. Denn er wird immer wieder vor Situtionen stehen, in der Entscheidungen gefragt sind, die man weder aussitzen kann, noch voreilig treffen sollte. So ist es auch wichtig bei aufkommender Kritik immer beide Seiten zu hören, bevor man sich ein Urteil bildet. Manchmal hilft die eigene Lebenserfahrung, aber sie hilft nicht immer. Wenn einem jedoch mal "die Gäule durchgehen", so hilft eine Entschuldigung danach sehr. Denn Kinder sind eigentlich nicht nachtragend und Eltern fühlen sich dann wohl, wenn sich ihre Kinder dort wohlfühlen. Die Geborenheit hat jedoch nichts mit einem Meisterschaftstitel zu tun.


    Natürlich könnte man noch ein ganzes Buch darüber schreiben! Wichtig ist jedoch dabei, das man sein Herz nicht nur für den Fussball, sondern insbesondere auch für die Kinder öffnet. Denn dann liegt man meistens bei seinen Entscheidungen richtig!

    @FB
    Gut das es dich hier im Forum gibt, denn es zeigt, dass ein Austausch von Argumenten und Meinungen notwendig ist! Denn wer etwas ändern möchte, sollte sich mit möglichst vielen positiven wie negativen Auswirkungen auseinander setzen. Alles wird man nie berücksichtigen können.
    Die in der Schweiz gemachte Studie läßt sich sicherlich auch auf Deutschland übertragen. Auch das Argument, manche Sportarten sind erst ab einem bestimmten Alter zugängig, läßt sich nachvollziehen. Jedoch ist dies kein Rückschluß dafür, das ein Wechsel auch ohne Frust über den Trainer in so deutlichem Maße stattgefunden hat. Auf Kinder im unteren Jugendbereich wirkt der Moment, nicht eine mögliche spätere Perspektive, weshalb sie bei den Interaktionen mit den erwachsenen Eltern und Trainer kaum zu unterscheiden wissen. In diesem Alter wünschen sich manche Kinder auch andere Eltern (insbesondere in einer Trennungssitution)! Deshalb ist der Wunsch nach anderen Trainern für Kinder durchaus realistisch und die Frage danach, was im Trainerbereich verbessert werden kann, durchaus legitim!


    Steini
    In deinem Beitrag läßt sich sehr gut erkennen, das es Grenzen gibt, die nicht überschritten werden dürfen. Auch werden von den Vereinen Chancen (z.B. erfahrener und gut ausgebildeter Trainer möchte den Trainer-Neulingen helfen, bekommt jedoch kein Feedback vom Verein dafür) vertan, weil für viele Vereinsverantwortlichen der Nachwuchsbereich insgesamt, aber der untere Jugendbereich insbesondere vernachlässigungswürdig ist. Dass es auch Ausnahme davon gibt, in denen sich Trainer dann auch sehr viel wohler fühlen, sollte besondere Erwähung finden. Weil es andere Vereine animieren kann, ihre Defizite zu beheben und den Verein wieder für die Zukunft "fit" zu machen!


    Günter
    Du sprichst ein zwar nicht ganz neues Problem der Vereinbarung von Sport mit Schule, Studium und Beruf an, was für den älteren Jugendbereich zutrifft. Denn durch das "Turbo-Abi" stehen die Spieler des älteren Jahrgangs, die ein Studium aufnehmen möchten, dem Heimatverein u.U. nicht mehr zur Verfügung. Das kann im Leistungsfussball mal eine halbe Mannschaft sein, die nach dem jüngeren A-Jugend-Jahrgang austritt. Auch bei den Azubis, kann es problematisch sein, wenn der Arbeitsort weit vom Trainingsort entfernt liegt. Ob und wie sich die Prioritäten verändern liegt zum einen an dem Wert/Spaß, den der Fussball für den Jugendlichen hat und wie der Heimatverein mit der Situation umgeht. So ist es heutzutage gar nicht selten, dass in solchen Fällen dem Spieler die Möglichkeit gewährt wird, sich nach Feierabend im kleinen Dorfverein in der Nähe fit zu halten, wenn es keine bessere Möglichkeit gibt.


    Vorläufiges Fazit: Weil es scheinbar eine Gruppe von engagierten Trainern gibt, die ähnliche Beobachtungen gemacht haben, dass ein Teil der Kinder aufgrund der schlechten Trainerqualität mit dem Fussball der dem aktiven Sport aufhören, bedarf es zusätzlicher Anstrengungen der Vereine, Verbände und des DFB zu einer besseren Trainerausbildung. Die bisherigen Maßnahmen (DFB-Mobil, Kurzseminare) erreichen scheinbar ein Großteil der unerfahrenen Trainer nicht.


    Gerne hätte ich gewußt, was die Gründe dafür sind, warum das so ist und wie man das verbessern kann?


    Ich halte die Beantwortung dieser Frage nach einer notwendigen Verbesserung der Trainerqualität deshalb für wichtig, weil es sonst in einigen Jahren (aufgrund des demografischen Wandels) kaum noch kleinere Dorfvereine geben wird und ein am Fussball-Hobby interessiertes Kind dann abseits seiner Freunde in einem größeren Verein den Fussball erlernt!

    open-minded


    Zwar ist Fussball (im Gegensatz zu Tennis) ein Volkssport, jedoch bildet die Spezies "Trainer" sicherlich einen Querschnitt unserer Gesellschaft. Es steht zu vermuten, dass auch in anderen Sportarten Trainer arbeiten, die diesem Querschnitt entsprechen, weshalb es nicht sonderlich verwundet, warum der Dropout dort ähnlich groß ist.


    Zwar gibt es im D-Jugend-Alter eine etwas größere Zahl an Spielern, die entdecken, dass Fussball nicht ihr Sport ist und deshalb in eine andere Sportart wechseln. Wenn jedoch die Abmeldung vom Fussball erfolgt, weil das Kind von seinem Trainer in größerem Umfang enttäuscht wurde, dann wird es vermutlich gar keinen Vereinssport mehr betreiben wollen. Es es gibt für ihn keinen Grund zur Annahme, das es dort besser zugeht!


    Wer also bei seinem Kind zunehmend Frust bei seinem Hobby entdeckt, der sollte sich die Zeit nehmen, um nachzuhaken, woran es liegt! Zwar kann man sagen, dass Sport den körperlichen und geistigen Zustand fördert, jedoch nicht um jeden Preis. Denn wenn falsch trainiert wird oder grobe Fehler bei der Mannschaftsführung begangen werden, kann der dabei entstehende Stress sich auch kontraproduktiv auf die Gesundheit auswirken. Die Aussage: - was man anfängt, muß man auch zuende machen - führt längst nicht immer zum gewunschten Ziel. Dann sollte man lieber mit dem Kind darüber sprechen, die Mannschaft oder den Verein zu wechseln, wenn der Heimatverein keinen kurzfristigen Traineraustausch durch eine geeignete Person in die Wege leitet.

    @FB


    Eigentlich ist es doch typisch Deutsch, aufgrund einer schlechten Beurteilung erst einmal alles von sich zu weisen und den Anderen die Schuld in die Schuhe zu schieben!


    Bei einer empirischen, wissenschaftlichen Ausarbeitung muß davon ausgegangen werden, dass der zu beurteilende Professor nur dann Analyseergebnisse zuläßt, wenn alle Voraussetzungen für die Stichprobenanalyse vorliegen! D.h., die von dir angeführten Punkte müssen auszuklammeren sein, weil dies sonst die Ergebnisse verfälschen würde.


    Dass die von dir beobachteten Punkte über die Rahmenbedingungen im Verein Einfluß auf Trainer und Kinder haben, bleibt trotz der Aussagen ja unbestritten.


    Hingegen müssen wir Trainer uns mit der fatalen Aussage, wonach wir in der Hauptsache für den vorzeitigen Austritt von Kindern ursächlich verantwortlich sind, auseinander setzen. Denn auf die Idee, die Kinder, die Eltern und Vereine dafür verantwortlich zu machen, sind sicherlich schon Andere vor uns gekommen!


    Wenn ich allein schon darüber nachdenke, was ich in meinen Anfängen als Trainer für einen Mist gemacht habe und sicherlich auch Kinder deshalb aufgehört haben! Jeder sollte sich auch mal an seine Nase fassen, statt die Schuld immer nur bei den Anderen zu suchen! Aber gerade die erfahrenen Trainer sollten gemeinsam mit den Jugendobleuten mehr darauf achten, das unerfahrene Trainer sorgfältig und behutsam auf ihre Aufgaben vorbereitet werden.


    Für mich steht fest, dass sich da etwas ändern muß! Denn auch wir Trainer tragen eine Schuld daran, dass der KIFU zwecks Verhinderung weiterer Gewaltexkalation eingeführt werden muß!


    Die von dir beschriebenen, nahezu idealen Vereinsrahmenbedingungen treffen m.E. für 2 - 3 % der deutschen Vereine zu und können deshalb weder eine Basis noch ein kurzfristig erreichbares Ziel bilden. Es muß jeder engagierte Trainer im Rahmen seiner Möglichkeiten dafür etwas tun, dass es im Nachwuchsbereich besser läuft. Wenn denn ein junger Trainerkollege fortlaufend Bockmist macht, dann darf man nicht einfach wegschauen und sich sagen, damit habe ich nichts zu tun. Denn auch durch das Wegschauen macht er sich mitverantwortlich für den Dropout des Nachwuchses in seiner Umgebung!