Leider gibt die komprimierte Fasssung der Forschungsergebnisse keinen umfassenden Überblick. So wäre es schon wichtig zu wissen, wie die Verteilung der Befragten in den jeweiligen Altersgruppen ausgesehen hat. Denn wie bereits angemerkt ist für einen D-Jugendlichen die neue Freudin wahrscheinlich sehr selten ein Grund mit dem Fussballspielen aufzuhören. Auch hätte ich gerne gewußt, ob es zu unterschiedlichen Ergebnissen bei den befragten Mädchen und Jungen gekommen ist. Ob die Anzahl der Befragten (176) ausreicht, um daraus allgemeingültige Aussagen zu bilden, kann ebenfalls bezweifelt werden?
Wenn jedoch der Trainer (mit großem Abstand) als Hauptgrund für den Vereinsgrund angegeben wird, dann bestätigt es meine Vermutung, dass in weitaus bedeutsamerem Maße der jeweilige Trainer über die weitere Entwicklung jedes einzelnen Spielers Einfluß ausübt.
Leider gibt die Anlayse recht oberflächlich Ursachen hierfür (langweiliges, immer gleiches Training, läßt immer nur die Gleichen spielen, es geht nur noch ums Gewinnen) Aufschluß, denn es wäre auch wichtig zu wissen, wie (schnell, langsam) sich diese unterschiedlichen Erwartungen entwickeln und in welchem Zusammenhang hierbei die Qualität der Trainer zu sehen ist. Dabei sollte m.E. zwischen fachlicher Kometenz (z.B. Trainerausbildung) und sozialer Kompetenz (z.B. Interaktions- und Kommunikationsfähigkeit, Charaktereigenschaften) unterschieden werden. Kann man alles lernen oder sollten Menschen mit bestimmten Charaktereigenschaften besser die Finger davon lassen, weil nicht nur Gutes, sondern auch Nachhaltig schlechte Erinnerungen bei den Kindern wirken können?
Es gilt die Frage zu klären, was ein Trainer günstigerweise mitbringen sollte und wie seine Ausbildung aussehen sollte, damit sich Kinder im Verein wohlfühlen? Denn die Quote von 51 % trainerbedingten Vereinsaustritten ist schockierend und zeigt, dass hier nach wie vor ein großer Verbesserungsbedarf vorhanden ist. Einige Antworten in den Erwartungen der Kinder wurden bereits gegeben, doch wer kontrolliert im Verein, ob diese Erwartungen erfüllt werden. Scheinbar kaum jemand, sonst müßte sie eigentlich sehr viel kleiner sein!
Nun gibt es seit einigen Jahren die DFB-Ausbildung zum Vereinsmanager. Sollte es nicht auch eine Ausbildung zum Jugend-Obmann geben, damit dieser ggf. die Rolle zur Kontrolle der Trainer wahrnehmen kann? Oder wer sonst im Verein sollte rechtzeitig einschreiten, bevor Kinder frustriert austreten. Es steht zu vermuten, dass ein vom Grunde her enttäuschtes Kind auch später kaum Interesse zeigt, zum Vereinsfussball zurück zu kehren.
Sollte man nicht auch aufgrund des demografischen Wandels mehr Wert auf den Nachwuchsbereich legen, denn nur sie können die Zukunft der Vereine sichern?!?
