Beiträge von TW-Trainer

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    Leider gibt die komprimierte Fasssung der Forschungsergebnisse keinen umfassenden Überblick. So wäre es schon wichtig zu wissen, wie die Verteilung der Befragten in den jeweiligen Altersgruppen ausgesehen hat. Denn wie bereits angemerkt ist für einen D-Jugendlichen die neue Freudin wahrscheinlich sehr selten ein Grund mit dem Fussballspielen aufzuhören. Auch hätte ich gerne gewußt, ob es zu unterschiedlichen Ergebnissen bei den befragten Mädchen und Jungen gekommen ist. Ob die Anzahl der Befragten (176) ausreicht, um daraus allgemeingültige Aussagen zu bilden, kann ebenfalls bezweifelt werden?


    Wenn jedoch der Trainer (mit großem Abstand) als Hauptgrund für den Vereinsgrund angegeben wird, dann bestätigt es meine Vermutung, dass in weitaus bedeutsamerem Maße der jeweilige Trainer über die weitere Entwicklung jedes einzelnen Spielers Einfluß ausübt.


    Leider gibt die Anlayse recht oberflächlich Ursachen hierfür (langweiliges, immer gleiches Training, läßt immer nur die Gleichen spielen, es geht nur noch ums Gewinnen) Aufschluß, denn es wäre auch wichtig zu wissen, wie (schnell, langsam) sich diese unterschiedlichen Erwartungen entwickeln und in welchem Zusammenhang hierbei die Qualität der Trainer zu sehen ist. Dabei sollte m.E. zwischen fachlicher Kometenz (z.B. Trainerausbildung) und sozialer Kompetenz (z.B. Interaktions- und Kommunikationsfähigkeit, Charaktereigenschaften) unterschieden werden. Kann man alles lernen oder sollten Menschen mit bestimmten Charaktereigenschaften besser die Finger davon lassen, weil nicht nur Gutes, sondern auch Nachhaltig schlechte Erinnerungen bei den Kindern wirken können?


    Es gilt die Frage zu klären, was ein Trainer günstigerweise mitbringen sollte und wie seine Ausbildung aussehen sollte, damit sich Kinder im Verein wohlfühlen? Denn die Quote von 51 % trainerbedingten Vereinsaustritten ist schockierend und zeigt, dass hier nach wie vor ein großer Verbesserungsbedarf vorhanden ist. Einige Antworten in den Erwartungen der Kinder wurden bereits gegeben, doch wer kontrolliert im Verein, ob diese Erwartungen erfüllt werden. Scheinbar kaum jemand, sonst müßte sie eigentlich sehr viel kleiner sein!


    Nun gibt es seit einigen Jahren die DFB-Ausbildung zum Vereinsmanager. Sollte es nicht auch eine Ausbildung zum Jugend-Obmann geben, damit dieser ggf. die Rolle zur Kontrolle der Trainer wahrnehmen kann? Oder wer sonst im Verein sollte rechtzeitig einschreiten, bevor Kinder frustriert austreten. Es steht zu vermuten, dass ein vom Grunde her enttäuschtes Kind auch später kaum Interesse zeigt, zum Vereinsfussball zurück zu kehren.


    Sollte man nicht auch aufgrund des demografischen Wandels mehr Wert auf den Nachwuchsbereich legen, denn nur sie können die Zukunft der Vereine sichern?!?

    petr


    Ich komme ja zu einem ähnlichen Ergebnis wie du. Jedoch vermute ich, dass einige Forumteilnehmer den Begriff der Qualität des Trainers/Trainings anders interpretieren. Das kann beim Trainer in der unteresten Liga jemand sein, der zum Beginn des Trainings seiner Trainingsgruppe einen Ball zuwirft und den Rest der Zeit mit zufällig Anwesende verplaudert. In der gehobenen Liga kann dies ein Trainer sein, der seine Gruppe zum Runden laufen schickt, während er mit seinen Kumpels ein paar Zigaretten raucht und einige Bierchen trinkt. Und das kann in der noch höheren Liga ein Trainer sein, der statt des erwarteten Coaching wieder Befehl und Gehorsam einführt.


    Für mich handelt es sich um einen nicht geeigneten Trainer, wenn dieser die Erwartungen seiner Trainingsgruppe in großen Teilen nicht erfüllen kann. Die wahrscheinliche Folge daraus ist ein Drop-Out der Jugendlichen, die vom Verein diesem Trainer anvertraut wurde, ohne dessen Eignung zu prüfen.


    Sonst würde sich auch nicht erklären lassen, warum die Menge der Jugendlichen, die mit dem Fussball aufhören gar nicht so sehr von der Liga abhängig sind. Zwar mag durch etwas höhere Eigenmotivation die Toleranz ein wenig höher sein. Hier kommt jedoch hinzu, dass bei einer höheren Ligazugehörigkeit auch die Alternativen in der Umgebung deutlich schwinden und die Aufgabe des Hobbies häufig die logische Folge.

    renek


    Uneinigkeit und unterschiedliche Erwartungen von Trainern ist immer eine schwierige Situation, unter der nicht selten die Kinder leiden müssen. Wichtig ist es, regelmäßig über seine Erwartungen mit dem Co-Trainer zu sprechen. Sollten Differenzen auftauchen (die gibt es fast immer), so können nur gute Kompromisse weiterhelfen. Größtes Problem dabei ist häufig, dass eigene Unzulänglichkeiten nur Kavaliersdelikte sind, bei den Fehlern des Partners leicht aus der "Mücke ein Elefant gemacht wird"! Es fängt leider schon damit an, dass man sich nicht gegenseitig zuhört.


    Neulich hörte ich, wie jemand zu seinem Freund sagte, er habe schon seit 2 Wochen nicht mehr mit seiner Frau gesprochen! Dieser schaute ihn stutzig an und fragte warum? Die Antwort folgte auf dem Fuße: "na, ich wollte sie auch mal ausreden lassen :P !


    Also, nicht immer "mit dem Kopf durch die Wand", sondern mal etwas zurücknehmen, in einer ruhigen Minute darüber nachdenken, was mittelfristig die beste Lösung ist! Denn wer über einen längeren Zeitraum als Trainer alleine eine Mannschaft betreut hat, weiß die Unterstützung durch eine zweite Person zu schätzen. Meist finden sich gute Lösungen, wenn jeder seine Erwartungen ein Stückchen zurück schraubt. Denn in der E-Jugend geht es noch nicht um Leistungen, sondern ausschließlich um den Spaß am Fussball!

    @FB


    Wenn ein friedliches Fussballspiel unter Kindern nicht möglich wäre, hätte sich der Straßenfussball nicht etablieren können. Auch im "Schülerfussball" früherer Tage gab es zwar die Lehrer-Trainer am Spielfeldrand, die herum kommandieren wollten, aber es gab kaum Eltern, die sich solche Spiele anschauten. Es war weder die Zeit noch die Mobilität vorhanden, an solchen Spielen teilzunehmen. Noch hatte der Schülerfussball früherer Tage die Bedeutung von heute!


    Dazu habe mich mal einige Fragen:


    1. Warum fährt man nicht mehr mit dem Rad zu den Nachbarvereinen?
    2. Warum wurde der Fahrdienst über ortsansässige Personen-Transportunternehmen abgeschafft?
    3. Warum werden die Bulli größerer Vereine nicht für den unteren Jugendbereich eingesetzt?
    4. Warum glaubt man, mit dem Elternfahrdienst besser zu fahren?
    5. Warum sollen überhaupt Eltern an den Fussballspielen ihrer Kinder als Zuschauer teilnehmen?


    Also, ich komme als Antwort immer wieder darauf, dass es entweder für den Verein bequemer oder billiger ist! Aber vielleicht kommt ihr ja zu anderen Ergebnissen?

    @FB


    Hier ging es lediglich um die Beurteilung des Vereinsverschuldens, nicht um die zivil- oder strafrechtliche Beurteiung der Massenschlägerei. D.h. es ging um die Frage, inwieweit das Risiko einer Massenschlägerei bei einem normalen F-Jugend-Spiel vorhersehbar war und welche Sicherheitsmaßnahmen daraus für den Verein erwachsen. Hier hat das Gericht festgestellt, dass eine Massenschlägerei am Rande eines Spiel der F-Jugend keineswegs ins Raster der Planungen fällt und von daher auch nicht vorhersehbar war. D.h. es besteht kein kausaler Zusammenhang zwischen der Ansetzung eines F-Jugend-Spiels und der Massenschlägerei. Hätte dieser bestanden, dann hätte der Verein zumindest eine Mitschuld getragen. Diese Mitschuld hätte in einem weiteren Prozeß evl. zur Prüfung von Schadensersatz- oder Schmerzensgeldansprüchen einzelner Personen aufgrund eines fahrlässigen Handelns oder unterlassener Hilfeleistungen des Vereins oder ggf. der Vereinsverantwortlichen führen können.


    Fest steht, dass als Tatort für Gewaltverbrechen auch eine Vereinssportanlage infrage kommt. Denn man wird soetwas nie ganz ausschließen können, weil hier der Rahmen von üblichen Handeln sehr weit überschritten wurde! Man kann ein Fussballspiel im unteren Jugendbereich jedoch nicht mit einem "Risikospiel" im oberen Amateur- oder Profibereich vergleichen, bei denen sich schon vorher gewaltbereite Gruppen angekündigt haben.


    Der Richterspruch ändert hingegen nichts an der moralischen Verurteilung dieser Massenschlägerei und der daran beteiligten Personen zu tun. Hier haben sowohl der Verein als auch die lokalen Medien sich ganz deutlich von den Tätern distanziert.

    @TTimo


    Ich habe deshalb noch einmal nachgefragt, weil die TW-Positionsverteilung gerade in dieser Altersgruppe, aber auch in späteren Phasen ein großes Problem darstellt. Einem Angreifer wird viel eher einmal verziehen, wenn er einen Ball versenst hat, dem Torwart werden vermeintliche Fehler jedoch angekreidet, weil sie fast immer zu Gegentoren und manchmal auch zu Niederlagen führen. Nicht jeder Trainer kann damit von Anfang an umgehen. Weil aber Kinder eine sensible Antenne dafür haben, wissen sie auch, in welchen Phasen sie bei der Torwartaufgabe besonderes Lob (z.B. Trainingsübung mit Schwerpunkt Torwart) und wann "der Schuß nach hinten" losgehen kann.


    Immer wieder treffe ich bei meinen Beobachtungen im jungeren Jugendbereich auf Trainer, die sich gleich neben dem Torpfosten positioniert haben und ihren Keeper per Joystick dirigieren! Ich habe mal einen Trainer gefragt, warum er sich nicht hinter seinen Mittelstürmer stellt. Er meinte darauf trocken: "weil das verboten ist"! Ich hakte dann nach und wollte wissen, welcher Vorteil denn darin bestehe, sich neben den Keeper zu stellen, worauf diese mit stolzer Brust anwortete: "wenn ich ihm in dem Moment sage, was er tun soll, dann verhindere ich Gegentore und leite durch einen klugen Spielaufbau Tore ein! Das können die Torleute noch nicht alleine!" Ich gab ihm recht, gab jedoch zu bedenken, das man trotz Anweisungsmöglichkeit der Eltern den Kindern das Autofahren noch nicht erlaube! Aber mit dem Fahrrad dürften sie schon alleine fahren! Dementsprechend könne man auch den Torleuten vertrauen, weil ja eigentlich, wie beim Mittelstürmer keinerlei Gefahr von ihm ausgehe!

    Christof1984


    Auch mir hat das Interview gefallen. Zeigt es doch auf, wie einfach Coaching sein kann, wenn man ein paar Regeln beherrscht! Auch zeigt es, dass die Sprache des Sports unabhängig von der Sportart ist.


    Ein wichtiger Hinweis für unerfahrene Trainer fehlt m.E. jedoch noch. Man kann nur dann ein Klima der Angstfreiheit vor Fehlern schaffen, wenn man auch selbst keine Angst vor Fehlern hat. Denn ganz besonders die Sicherheitshinweise (mit der häufig gehörten Begründung: wenn ich es jetzt nicht sage, macht ihr es im Spiel ja auch im Spiel nicht) sind Ausdruck der eigenen Unsicherheit bzw. der fehlenden Erfahrung, wie lange die Kinder brauchen, um selbständig erlernte Fähigkeiten im Training auch im Spiel umzusetzen. Der eine braucht nur wenig Zeit, der nächste etwas länger und der Dritte bekommt es nie richtig hin. Aber, man kann jeden individuell helfen, stetig besser zu werden!


    Das Coaching bietet die richtige Rahmenbedingungen. Es kann übrigens auch auf die Eltern erweitert werden, denn auch dort spielen die Ängste und Sorgen über ihre Kinder, aber auch der Traum, dass Kind solle die eigene nicht so glänzende Karriere übertreffen, eine erhebliche Rolle. Gerade deshalb ist es auch wichtig, immer ein offenes Ohr für die Eltern zu haben.

    Totti76 und 19Danny92


    Es ist doch ganz normal, dass in diesem Alter die Kinder den Fussball nicht als Vorwärtsbewegung im Spielaufbau oder als Rückwärtsbewegung bei gegnerischen Ballbesitz empfinden. Nur besonders hoch veranlagte Talente können in diesem Altersbereich schon 1 - 2 Spielzüge vorher sehen. Deshalb gibt häufig eine Situation, bei der der Torwart einen Abstoß oder Abschlag machen möchte, aber der Gegner sämtliche Anspielstationen zugestellt hat.


    Um überhaupt die Voraussetzung eines Spielaufbaus über Torwart und Abwehr zu schaffen, muß die Möglichkeit eines zügigen Abspiels möglich sein. Typisch hierfür mehrere Situationen:


    1. Rückpass-Verarbeitung oder zu lange, gegnerische Flanke
    Im Training sollte der Torwart das Erkennen und richtige Timing zum Ablaufen von Pässen mit seinen Mannschaftskameraden in spielerisch (in spielnahen Situationen) erlernen. Dazu gehört schon verdammt viel, denn selbst, wenn er den Pass oder die Flanke rechtzeitig erkennt und dorthin startet, benötigt er ein gutes Ballgefühl, damit ihm das Leder nicht wieder weit vom Fuß springt.


    2. Zügiger Abstoß, Abschlag
    Leider wird (selbst auf DFB-Stützpunkten) eine Übung fast immer mit dem Torabschluß beendet. Das ist jedoch deshalb nicht spielnah, weil die meisten Bälle nicht im Tor landen, sondern entweder vom Keeper entschärft bzw. ans Tor vorbei gehen. Spielnah sollte die Situation also mit der Spieleröffnung über den TW fortgesetzt werden. Dabei soll der Keeper lernen, dass die Spieleröffnung dann mit größtmöglichem Torabschluß eingeleitet werden kann, wenn er nicht überhastet, jedoch zügig einleitet. Denn dann sind die Anspielstationen noch frei.


    3. Offene Spielstellung der eigenen Abwehrspieler
    Statt mit dem gesamten Körper in Richtung Torwart zu blicken, sollten 2 Spieler sich so seitlich zum Torwart positionieren, dass sie den Ball, die Mitspieler und Gegenspieler im Blick haben. Spielt nun der Keeper zu einem der beiden an den Außenbahnen positionierten Abwehrspielern, so können diese direkt an der Außenlinie entlang das Spiel aufbauen, indem sie entweder ins Mittelfeld dribbeln oder aber (noch besser) den Ball an der Linie entlang zum vorderen Außenbahnspieler passen. Sollte nun der 1. oder 2. Pass mißlingen, so kann die eigene Mannschaft diese kleine Malleur rasch wieder ausbügeln, weil immer noch die zentralen Mitspieler den Ball vom Gegner zurück erobern können.


    4. Langen TW-Abstoß und -abschlag
    Das eigene Spiel ist jedoch erst dann flexibel, wenn der kurze und mittlere Paß trainiert wird. Deshalb dürfen nicht nur die Feldspieler den 15 - 20 Meter-Paß sowie die Ballan- und -mitnahme probieren, sondern auch der Torwart. Aber nur dann, wenn der Gegner sehr weit aufgerückt ist, sodass dieser weite Abschlag einen taktischen Sinn macht! Zu dieser Lauf-/Fusstechnik bzw. Hand-Fuß-Übung sollten jedoch in dieser Altersgruppe alle Spieler eingeladen sein. Wenn der Trainer es nicht vormachen kann, sollte er einem Spieler, der es gut kann, zur Präsentation bitten. (Denn Kinder lernen auch sehr gut von anderen Kindern!)


    Gebt aber nicht nur den Kindern die Zeit, die sie brauchen, um den Fussball besser verstehen zu lernen. Gebt euch ebenfalls die Zeit, des es braucht, um einen winzigen Teil dieses so variantenreichen Sports zu verstehen. Übertreibt es deshalb nicht mit eurem sportlichen Ehrgeiz, alles in kürzestmöglicher Zeit machen zu wollen. Denn niemand verlangt es von euch. Ihr werdet durch den selbstauferlegten Druck euch aber einen Teil der Freude an diesem Trainerjob nehmen!

    @FB
    Wir haben früher täglich auf der Straße Fussball gespielt und dabei nebenbei noch geprügelt! Wäre dann nicht Ringkampf oder Boxen eine gute Ergänzungssportart?


    TTtimo
    Es gibt für einen Trainer kaum eine schönere Belohnung, als wenn die Spieler noch einen Trainngszuschlag möchten! Die Wortklauberei mit dem Pflicht- und Freiwilligtraining würde ich nicht so wörtlich nehmen. Viel bedenklicher würde ich das mit dem "nominellen Torwart" sehen, denn eine zu frühe Positionsfestlegung beeinträchtigt die weitere Entwicklung. Aber zu diesem Thema gibts genug in speziellen TW-Threads zu lesen.
    Weil in diesem Alter nicht nur die Wahrnehmung der Kindern, sondern im wesentlichen Maße auch die ihrer Eltern einen Einfluß an die Trainingsbeteiligung hat, ist die "sorgsame Formulierung" dieser "Sonderschicht" schon Beachtung zu schenken. Sonst wollt ihr nur Gutes, aber das Gewollte kommt nicht wirklich gut bei den Eltern an! Denn dort wird vielfach leider in diesen Kategorien "Pflicht" oder "Freiwillig" gedacht!
    Deshalb kann man es auch so laufen lassen, dass man den Eltern sagt, wir sind zusätzlich in der Woche von .. bis .. da! Es handelt sich jedoch hier nicht um ein Mannschaftstraining, sondern um ein zusätzliches Spaßangebot für alle Kinder. Dann können die Kids auch ihre Kumpels zum "Schnuppertraining" mitbringen und der Fussballplatz wird zum Bolzplatz, in dem man nach Herzenslust kicken kann. Wenn es euch dann noch gelingt, den Kindern zusätzliche Impulse zu geben, wenn sie es wollen und sie mit auf ein immer neues Fussballabenteuer zu nehmen, was kann es da schöneres geben?


    Also denkt auch nicht zuviel nach, sondern macht es einfach! Ihr werdet dann ja schon von selbst das Echo sehen, denn als Trainer sollte man sich rasch an neue Situationen anpassen können. Es ist dann auch eine zusätzliche "freiwillige" Trainer-Lehreinheit für euch!

    Man könnte auf den ersten Blick meinen: endlich werden die "Brüllaffen" am Spielfeldrand "zur Vernunft" gebracht. Denn als Strafe für ihr schlechtes Benehmen müssen sie einen Spieler (vermutlich den Schwächsten, der die meisten Selbsttore schießt) vom Platz nehmen und bekommen obendrein noch Ärger (wenn die Mannschaft trotz der Herausnahme des Selbsttorspezialisten) noch verliert!


    Wer zwischen den Zeilen ließt, sollte erkennen, welche seltsamen bzw. unerwünschten Situationen man dadurch herbeiführen kann.


    Realität wird vermutlich sein, dass die Jungschiedsrichter weiterhin bei solchen unbelehrbaren Trainern hoffnungslos überfordert sind. Denn was macht der Jung-Schiri, wenn sich der Trainer weigert, einen Spieler vom Platz zu nehmen? M.E. wird den Jungschiedsrichter mit dieser Regelung noch mehr Last aufgebürdet, als sie heute schon haben! Wenn man soetwas möchte, dann sollte man zumindest einen erfahrenen SR-Kollegen als Beobachter dazu bestellen, um im Zweifelsfall die notwenidige Unterstützung zu leisten, damit die Siutation nicht eskaliert! Dazu fehlt vermutlich das Personal?


    Ohnehin habe ich bei der Einforderung neuer Strafen das Gefühl, hier geht es weniger um Kinderfussball, dafür aber mehr um die Erwachsenen im Kinderfussball! Denn wenn es heute schon nicht gelingt, mit den vorhandenen Möglichkeiten einen kindgerechten Fussball zu ermöglichen, werden weitere Strafen vermutlich auch nicht zum gewünschten Ergebnis führen.


    Leider gibt es, wenn deutlich seltener, auch im Nachwuchs-Handball überehrgeizige Trainer und Eltern, die sich nicht mit den Schiedsrichter-Entscheidungen einverstanden erklären. Weil jedoch im Handball viel mehr Tore fallen als im Fussball, entschärft sich der Groll meist innerhalb weniger Minuten von ganz alleine.

    Gordinho.
    Zwar gibt es nach wie vor auch F-Jugend-Ligen, die im Punktspielbetrieb Staffelsieger ermitteln und diese dann in einer höheren Liga spielen lassen, aber es handelt sich auch dann nicht um eine homogene Liga. In einer Stadt wie Köln gibt es natürlich sehr viele Vereine, die nicht weit voneinander entfernt liegen. Da kann es zu der von dir beschriebenen Konstellation kommen.


    Ob es Sinn macht, kann man jeweils nur für dieses Gebiet und für die Saison betrachten. Höherklassig jedoch bereits unterhalb der C-Jugend mit Leistungsfussball zu verbinden, ist jedoch abwägig, weil ist dort noch kein zielgerichtetes Training mit entsprechend ausgebildeten Trainern und Rahmenbedingungen gibt. Daran ändert auch nichts, wenn sich mehr Mannschaften um einen Aufstieg im sportlichen Wettstreit bemühen.

    @Uwe
    Mit deinem Satz:

    Wenn man sich vorstellt, die Eltern hätte das Recht in den Klassenräumen anwesend zu sein, dann wäre in der Schule endlich Stimmung ... wie auf dem Fußballplatz.

    hast du schon beschrieben, warum manche Lehrer nach dem jährlichen Elternsprechtag nur knapp einem Nervenzusammenbruch entgehen.


    Ich muß sagen, ich bin sehr froh über die ersten Statements zur Frage, in wieweit man in sporteingreifende Themen Stellung beziehen sollte!


    Für mich ist es immer nur eine persönliche Sichtweise, in der ich mich selbstverständlich auch täuschen kann. Aber man sollte offen dafür sein, um in seinem kleinen, persönlichen Rahmen etwas zum Besseren beizutragen. Gerade deshalb lobe ich den Mut und die Klarheit der Worte von Ralf so sehr. Denn sehr viele, die zu den gleichen Ergebnissen kamen, waren entweder zu feige oder zu bequem. Hätte es nicht Leute wie ihn gegeben, was wäre dort, wo es jetzt friedlicher zu geht, sonst geschehen?


    Jeder sollte für sich entscheiden, was er hier aus diesem Forum für sich mitnehmen möchte. Weil wir jedoch keine Politiker oder Journalisten, sondern was das Formulieren von Beiträgen doch Laien sind, können wir uns auch nicht immer so ausdrücken, wie wir es vielleicht möchten. Selbstverständlich können daraus auch Mißverständnisse entstehen, aber wo ist das nicht so? Deshalb sollte es m.E. auch keine Themen-Tabuliste geben, denn dadurch wird die Breite dieses Sports auf Dauer empfindlich beschnitten.


    Weitaus wichtiger empfinde ich die gegenseitige Achtung und den Respekt vor der Meinung des Anderen. Denn nur dann, wenn es mehr als eine Meinung geben kann, wird man an Wissen dazu gewinnen können. Wenn wir diesen Gewinn mit in unseren Verein hineintragen können, dann werden durch diesen Wissenstransfer auch andere davon profizieren. Gerade, weil es hier unterschiedliche Meinungen gibt, stellt dieses Forum für mich eine bereichernde Ausnahme da!

    @Don


    Ja, die Beurteilung eines Vereinswechsels ist immer eine Einzelfallentscheidung!


    Dabei habt ihr als Eltern die Verantwortung, im Sinne des Kindes richtig zu entscheiden. Weil das jedoch nicht so einfach ist, wäre eine neutrale Beratungsstelle eine gute Unterstützung. Denn dann wäre das Risiko, dass das Kind aufgrund einer falschen Entscheidung sich nicht gut entwickeln kann und vielleicht die Lust am Fussball verliert, etwas geringer!

    @Enno


    Meinst du nicht, das 30 % ganz schön viel ist?


    Klar ist, das der Sport und auch ein Sportforum nicht die gesellschaftlichen Probleme lösen kann. Gäbe es diese Probleme jedoch nicht, dann hätte man die FPL nicht einführen müssen! Hätte man den Kindern nicht ihr Spiel weggenommen, so hätte man es ihnen auch nicht in den Regeln des FPL zurück geben müssen.


    Wie sehr der Sport leider durch die Politik mißbraucht wurde (und immer noch wird) zeigen die kürzlich aufgezeigten Berichte über das durch Steuergelder finanzierte Doping.


    Ich denke, es sollte klar werden, dass es auch mir nicht um die Beschreibung des "persönlichen Weltschmerz" ging, sondern um die Beschreibung von wahrgenommener Realität, die nun einmal in einem Grenzgebiet (Deutschland - Niederlande) anders ist, als z.B. in der Mitte des Landes. Das Recht auf freie Meinungsäußerung sollte jedoch, egal aus welcher Ecke Deutschlands berichtet wird, nicht eingeschränkt werden.


    Der Schwerpunkt dieses Forums sollte, da gebe ich dir recht, der Fussball sein. Hier und da einmal über den "Tellerrand" zu schauen, kann jedoch auch das Wissen im und um den Fussball erweitern!


    Wie sehen das die anderen Forenteilnehmer?

    @Milky


    So wie dir geht es in diesen Monaten Tausende. Entweder (noch) keinen Studienplatz bekommen oder aber keine geeignete Unterkunft. Gerade in den Großstädten wird es besonders schwierig!


    Mancherorts ist man so verzweifelt, dass man sich zwar einschreibt, jedoch während des 1. Semesters lieber jobt und sich mit der Suche nach geeignetem Wohnraum zeit läßt. Dieses Verhalten resultiert auch aus der Erkenntnis, dass im 1. Semester ohnehin kaum Klausuren geschrieben werden. Hinzu kommt, das ein Gutteil der Studenten die Uni wieder verlassen, weil der gewählte Studiengang nicht das richtige für sie ist oder aber erkannt haben, dass sie lieber erst mal eine Lehre machen möchten. Manche nervt auch einfach der stets überfüllte Hörsaal! Kommt man dann zum 2. Semester, lernt es sich wesentlich relaxter im nunmehr nur noch halbvollen Hörsaal oder Seminarraum und die Studienkollegen mit Erfahrungen aus dem 1. Semester können bereits gute Tipps geben.


    Ich hoffe, du versteht den Wink mit dem Zaunpfahl und erkennst, dass es immer viele Wege gibt, die nach Rom (oder Stuttgart) führen? Was sollen denn erst die Mainzer Studienanfänger sagen, die kein eigenes Auto besitzen. Die kommen nicht mal dorthin, weil die Bahn derzeit einfach drumrum oder hindurch fährt! :]

    Danke schon mal für eure Beiträge!


    Es deutlich wurde beschrieben, dass beim Austritt eines Jugendlichen nicht nur die Situation im Verein, sondern der gesamten Umgebung des Spielers eine Rolle spielt. Denn nicht selten finden während der Jahre Wechsel von Schule und Freunden statt. Die Situation im Verein (es macht keinen Spaß) kommt dann hinzu!


    Besonders berührt haben mich Andre Worte über das Erfinden von Ausreden fürs Abmelden beim Training. Darin allein spiegelt sich schon ein falsches Verständnis von Menschenführung wider. Denn hier wird der Fussball als Mannschaftssport lediglich als vorgeschobenes Argument eingesetzt. Wer eine geringe Trainingsbeteiligung hat, der sollte sich auch einmal die Frage stellen, ob es eventuell auch an den angebotenen Trainingsinhalten und der Kommunikation mit den Spielern liegt? Oder geht es diesem Trainertyp in Wahrheit um seinen persönlichen sportlichen Erfolg? Dafür sollen gefälligst immer alle Spieler da sein und es werden auch keine Ausfüchte akzeptiert.


    Die Steigerung übersteigerten Ehrgeizes ist allerdings m.E. die "Scheißegal-Stimmung" von Trainern. "Hier habt ihr einen Ball. Macht damit was ihr wollt! Ich hole ihn nach dem Training wieder ab!"
    Dort werden die Erwartungen der Jugendlichen nach dem Erwerb neuer Fähigkeit sowie deren Verbesserung nicht erfüllt und sie reagieren mit dem Austritt aus dem Verein.


    Nach dem Selbstverständnis der Jugendlichen soll ihr Hobby, der Fussball nur Spaß machen! Unter Traineranleitung kann dies jedoch nur gelingen, wenn es keine Zwänge für die Jugendlichen gibt, ein abwechselungsreiches und den Leistungen entsprechendes Training stattfindet und der Trainer weniger Lehrer und mehr der Partner der Jugendlichen ist. Ich stelle jedem Spieler frei, ob er zum Training oder dem Spiel kommt. Auch kann er selbst entscheiden, ob er mir die Gründe dafür sagen möchte. Weil die Trainingsbeteilidung stets sehr hoch ist, überdurchschnittlich viele Spieler persönlichen, sportlichen Ehrgeiz entwickeln, möchte ich es auch gar nicht ändern. Ich möchte die Jugendlichen erst gar nicht in Versuchung bringen. Denn eine Lüge ist stets auch der Mißbrauch von geschenktem Vertrauen. Trainern, denen der Fussball egal ist, denen sind auch die Jugendlichen, die ihr Hobby ausüben möchten, egal!

    @Don


    Sorry, ich meinte natürlich, der DFB möchte nicht in die Kompetenzen der Vereine eingreifen, weil er sich als Partner der Vereine versteht!


    Du möchtest wissen, ob ich Beispiele von Profis kenne, die noch in der C-Jugend im Heimatverein und der entsprechenden Liga gekickt haben. Ja, genügend! Es liegt daran, dass bei diesen Ausnahme-Talenten die Entwicklung niemals genau vorher sagbar ist. Manche entwickeln sich früh, andere erst etwas später. Hinzu kommt auch, dass das Talent als Individuum andere Fähigkeiten als nur fussballerisches Können mitbringen muß. Dazu zählt u.a. ein sehr hohes Maß an Eigenmotivation.


    Nicht jeder, der kann, will auch schon! Das erleben wir Jahr für Jahr! Es ist eher so, dass die, die sehr früh wechseln auch am ehesten wieder zuhause sind. Sie fallen dann in ein "tiefes Loch" voller Enttäuschung und Verunsicherung fallen, aus denen manche gar nicht wieder heraus kommen, was natürlich schade ist.


    Ursache des frühen Wechsels ist jedoch längst nicht immer das "Süßholzraspeln" der abwerbenden Vereine! So nimmt auch die Zahl der Eltern, die ihre Kinder den größeren Vereinen anbieten, zu! Die in den Zeitungen angekündigten Talentsichtungen erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Darin spiegelt sich die Angst fussballunerfahrener Eltern wieder, ihr Kind könnte sonst den Zug in Richtung Fussballprofi verpassen. Die Kinder lassen sich in diesem Alter sehr leicht von der Euporie ihrer Eltern anstacheln, weshalb viele Väter und Mütter der festen Überzeugung sind, dass auch ihr Kind genau das jetzt möchte!
    Würde man es aber fragen, ob es ein Eis möchte, dann würde es sich in diesem Moment genauso über diesen Vorschlag freuen. Kinder leben für den Moment. Weil jedoch in manchen Erwachsenen genau dieses Kind geweckt wird, können auch sie kaum noch zwischen Traum und Realität unterscheiden. (Wäre das anders, so könnte man sich Werbung sparen!)


    Leider läßt sich nicht präzise vorher sagen, wann der richtige Zeitpunkt eines Talents ist, seinen Heimatverein zu verlassen, um in besseren Rahmenbedingungen sein Glück zu versuchen. Das weiß man fast immer erst hinterher. Allerdings gibt es mitlerweile genügend Erfahrungen in der nunmehr bereits über ein Jahrzehnt durchgeführten Stützpunktförderung des DFB, weshalb die Stützpunkttrainer und DFB-Koordinatoren gleich zu Beginn darauf aufmerksam machen, dass im Regelfall das Kind bis einschließlich der D-Jugend im Heimatverein besser aufgehoben ist, weil es dort lernt, in seiner Mannschaft Verantwortung zu übernehmen. Die Dinge mutig anzugehen ist eine wichtige Voraussetzung, sich späteren wachsenden Herausforderungen zu stellen. Wird es einem Talent zu leicht gemacht, weil die Manschaftskameraden auch ohne ihn jedes Spiel dominieren, dann fehlen ihm genau diese Herausforderungen. Besser also, im Dorfverein verlieren zu lernen, als sich im großen Verein mit der Selbstverständlichkeit des Gewinnens zufrieden zu geben.


    Auch ich weiß, dass noch nicht alle NLZ auf U-Mannschaften verzichten. Jedoch wächst die Zahl der Vereine, die durch eine klare Aufgabentrennung zwischen DFB- und Vereinsförderung keine Konkurrenz, sondern eine partnerschaftliche Förderung wünschen.


    Bei den Vereinen, die sich nach wie zu einer Zusammenarbeit weigern und den DFB-Stützpunkt lediglich als Quelle für Abwerbungen von Talenten sehen, wäre ich vorsichtig! Denn dort steht meist die Realisierung kurzfristiger Saisonziele im Mittelpunkt des Interesses. Dazu heiligen die Mittel häufig den Zweck.


    Es ist jedoch nicht meine Absicht, die Qualität der Trainerarbeit größerer Vereine im unteren Jugendbereich generell infrage zu stellen! Jedoch ist nach der Gliederung der Verantwortlichkeit, wonach erst ab der C-Jugend Ausbildung nach den Bedingungen des Leistungssports aufgenommen wird, diese Aufgaben eher als Imageplege des Vereins zu sehen. Eine Abwerbung findet dort vor der C-Jugend nicht mehr statt.


    Natürlich würde ich mich freuen, wenn eine neutrale Beratungsstelle für die Eltern und Kinder eingeführt würde. Nur müßte diese Initiative von den Vereinen ausgehen! Die aber glauben nach wie vor daran, dass ihr größter Nutzen in der Intrasparenz der Argumente und Verschleierung realer Ziele liegt.


    Ich möchte hier auch gar keine Thesen aufstelllen, sondern viel eher noch überzeugte Eltern zum Nachdenken anregen, zweifelnde Eltern ein breiteres Argumentationsband geben und enttäuschten Eltern vielleicht etwas Trost spenden. Gerade, weil ich seit vielen Jahren in der Talentförderung tätig bin, erlebe ich sehr viel Freude, wenn die Erwartungen sogar übertroffen werden. Ich erlebe aber auch Tränen, weil der selbst bzw. über die Eltern auferlegte Druck großen Schaden im Selbstvertrauen des Kindes angerichtet hat. Fussball sollte viel mehr als nur ein 1 : 0 sein. Genau deshalb sollte man sich sehr besonnen mit den Möglichkeiten des Kindes auseinander setzen und sich nicht einem Zeitdruck aussetzen.

    @Don


    natürlich mag in Ausnahmefällen ein Vereinswechsel sinnvoll sein, wenn Heimatverein so gut wie gar nichts mehr geht!


    Das gilt dann allerdings nicht nur für das Talent, sondern auch für alle anderen Spieler, die unter größtenteils unwürdigen Bedingungen Vereinsfussball spielen sollen. Denn einen Anspruch auf Ausbildung haben alle Nachwuchsspieler eines Vereins.


    Wäre es so, wie du sagst, das Talente einen nicht einholbaren Trainingsrückstand zu verzeichnen haben, warum gibt es dann in den überwiegenden Fällen eine klare Trennung der Talentverantwortlichkeit (Bis einschließlich D-Jugend = DFB Stützpunkt und ab der C - Jugend die NLZ der Leistungs- und Profivereine)!


    Denn fast überall, wo es Jugendkonzepte gibt, hat man aus den Sünden der Vergangenheit gelernt!
    Aber scheinbar noch nicht überall! Wenn man die Talente zu früh in einer Mannschaft konzentriert, dann gibts in den meisten Fällen keine Gegner mehr auf Augenhöhe und auch keine gute Weiterentwicklung der Talente! Denn die werden in (normalen) Heimatvereinen weitaus mehr im Wettkampf gegen gleichstarke Gegner gefordert. Gerade diese Wettkampfsituationen lassen sich nur schwer im Trainingsbetrieb simulieren!


    Ich denke, dass Trainer, die wie ich schon sehr lange in der Talentförderung tätig sind, dies auch bestätigen können. Leider erhalten wir meist erst dann eine Nachricht, wenn es schon zu spät ist! Denn die Abwerber arbeiten in ihren Argumenten nicht nur mit der Intransparenz von erst nach erfolgtem Vereinswechsel überprüfbaren Aussagen, sie arbeiten auch mit dem Zeitfaktor! Die Aussage: ... wenn das Kind nicht sofort wechselt, dann kann es später nicht mehr im Leistungsfussball spielen..." ist dabei eines der am häufigsten eingesetzen Argumente.


    Selbstverständlich macht es auch einen Unterschied, welchen Weg die meisten Talente nehmen, die es nicht bis in den Profifussball geschafft haben oder irgendwann ein anderes Ziel bekommen haben! Denn, wenn du dir später von deinem dann erwachsenen Kind sagen lassen mußt, dass es nach deiner Vorstellung "funktionieren" sollte, dann wird diese Form der Fremdsteuerung eure zwischenmenschliche Beziehung stören können.


    Wer einem D-Jugendlichen eine Erfolgspronose für den Profibereich ausstellt, der ist in meinen Augen unseriös. Mir ist persönlich kein Fall bekannt, indem ich in dieser Altersklasse einem Talent soetwas hätte vorher sagen können. Eher war es der Fall, dass ich denen, die es später bis in den Profibereich (tw. ins Nationalteam) geschafft haben, soetwas zu diesem Zeitpunkt gar nicht zugetraut hätte. Soviel zum angeblichen Trainingsrückstand von D-Jugendlichen, der später nicht mehr aufholbar wäre.


    Leider gibt es ja keine neutrale Beratungsstelle für Talente und deren Eltern, weshalb Jahr für Jahr die überwiegenden Vereinswechsel von Talenten im unteren Jugendbereich gar nicht nötig wären. Aber vielerorts, wo die Neutralität der DFB-Trainer gewährleistet ist, kann man auf Wunsch eine persönliche Beratung bekommen.


    Ein wesentliches Problem dieser eigentlich sehr sinnvollen Unterstützung von meist unerfahrenen Eltern liegt darin, dass der DFB nur Empfehlungen aussprechen kann, da er sich als Partner der Vereine versteht und deshalb in deren Kompetenzen eingreifen möchte.

    loi


    So wie du entscheiden sich jährlich über Tausend Eltern. Leider schämen sich die meisten Eltern, später zuzugeben, dass sie bei ihrer Entscheidung auf das "Süßholzraspeln" der Trainer des neuen Vereins herein gefallen sind. In diesem Forum kannst du den Beitrag einer Mutter finden, die besonders sensibel und nachvollziehbar die Situation ihres Kindes beschreibt!


    Wie ich aus deinem Beitrag entnehmen kann, nennst du als Hauptgrund zum Wechsel die schlechtere Qualität der Mannschaft im Dorfverein! Genau das ist der Grund, warum diese Talente ein 1 x wöchentliches Zusatztraining auf dem dafür zuständigen DFB-Stützpunkt erhalten!


    Und nochmals: es gibt keine D - Jugend, die nach den Bedingungen des Leistungsfussballs trainiert wird! Oder kennst du eine U 13 Nationalmannschaft?


    Bis auf wenige Ausnahmen in Großstädten, wo man "auf Augenhöhe" gegen in etwa gleichstarke Mannschaften im Ligabetrieb steht, werden in den meisten Gebieten lediglich die Gegner durch das Abwerben ihrer Leistungsträger geschwächt. Ob jetzt dein Sohn beim 15 : 0 dabei ist oder nicht, das spielt überhaupt keine Rolle. Auch sind es genau diese Vereine, die sich Spieler für ihre Reservebank holen, damit man im Falle von Verletzungen, Krankheit oder Schulabwesenheit genügend Alternativen auf der Bank hat. Soetwas mag im Seniorenbereich vielleicht noch legitim sein, weil vorher darüber gesprochen wird. Im Juniorenbereich ist es jedoch nicht akzeptabel, wenn sich ein junger Spieler nicht auf der Reservebank weiterentwickln kann. Denn die im Training erworbenen Fähigkeiten muß er durch ausreichend Einsatzmöglichkeiten im Spiel unter realen Wettkampfbedingungen ausprobieren können.


    Ich würde mich deshalb freuen, wenn du deine Erfahrungen nach ca. einem halben Jahr beim neuen Verein deines Sohnes hier im Forum schilderst!

    Zodiak


    Danke fürs Reinstellen der Antwort.


    Also hat sich in den letzten 2 Jahren nichts geändert!


    Die Ablehnung der Östereicher auch nachvollziehbar. Sonst könnten ja die nicht Grenznähe wohnenden Trainer die jeweiligen Vorteile des Nachbarlandes im Lizenzsystem (Kosten, Zeitdauer, usw.) für sich nutzen und die restlichen Trainer "schauen in die Röhre"!