Das Stützpunkttraining ist für das Talent, die Teilnahme des Talent am Punktspiel für die Mannschaft gut.
Wer das Kind in den Mittelpunkt seines Interesses stellt, wird kaum Schwierigkeiten haben, die richtige Entscheidung zu treffen.
Das Stützpunkttraining ist für das Talent, die Teilnahme des Talent am Punktspiel für die Mannschaft gut.
Wer das Kind in den Mittelpunkt seines Interesses stellt, wird kaum Schwierigkeiten haben, die richtige Entscheidung zu treffen.
In Deutschland gilt als Standard für den Breitensport der Trainer ohne Lizenz. Durchschnittlich haben mal gerade 10 - 15 % aller Vereinstrainer im Breitensport eine Lizenz. Der DFB, die Verbände, Bezirke und Kreise sind zwar bemüht, die Zahl der Lizenzinhaber zu erhöhen, diese jedoch mit mäßigem Erfolg. Auch die Kompetenz vieler Dorfvereinsverantwortlichen ist zu gering, um stärker auf die Ausbildung ihrer Nachwuchstrainer zu drängen. Hier kümmert man sich viel zu sehr um das "Aushängeschid" des Vereins und vernachlässigt dabei den Jugendbereich.
Auch wäre es an der Zeit die Basislizenz: "DFB-Trainer C-Breitensport" auf den Prüfstand zu stellen und an die heutigen Verhältnisse anzupassen.
- die 120 Lerneinheiten umfassende C-Breitensportlizenz auf ca. 80 LE zu reduzieren
(es gibt dort Themenüberschneidungen - auf das Fussballspielen der angehenden Trainer kann verzichtet werden, denn wer es bis dahin nicht kann, der wird es auch dort nicht richtig erlernen. Außerdem ist
die Präsentation nicht Prüfungsinhalt.)
- den theoretischen Teil über "E-Learning" anzubieten, wodurch jeder Teilnehmer die Möglichkeit hat, nach seinen Möglichkeiten und Zeitplan zu lernen
- die Reduzierung der Mindestteilnehmerzahl von 15 auf 10 (macht zwar den Kurs ein wenig teurer, dafür kommen aber mehr Kurse zustande)
- Aktualsisierung der Inhalte (z.B. Teilnahme an einem Turnier oder Punktspiel unter realen Wettkampfbedingungen mit anschließenden Analyse. Das erhöht die Trainerqualität, denn während des Wettkampfs
werden die meisten Fehler gemacht.
- "Elterncoaching" in den Teil des unteren Jugendbereichs integrieren
- moderne Trainingsdidaktik und geändertes Trainer-Korrekturverhalten (um das spielerische Erlernen kindgerecht zu gestalten)
Vermutlich habe ich noch das Eine oder Andere vergessen?
Wenn heutzutage mehr als 50 % aller Trainer bereits während ihrer ersten Saison den Trainerjob wieder an den Nagel hängen und weit über 50 % aller Spieler nicht bis in den Seniorenbereich dieses Hobby ausüben, dann scheint es genügend Gründe zu geben, daran etwas zu verändern!
Wenn es nicht so traurig wäre, hätte ich gerne noch gewußt, ab wieviel Rührei mit Speck seine Spieler genügend Kraft haben, um jeden Gegner zu besiegen?
Oder soll seine Mannschaft für die nächste Serie von "the biggest looser" trainieren? Was bringt denn der Trainer auf die Waage? Welchen Dienstgrad hat denn der Mannschaftskapitän? ![]()
Selbst, wenn ich aus deinen Beschreibungen entnehme, dass auch du kaum Erfahrungen im Jugendfussball besitzt, ist es für einen erfahrenen Trainer erkennbar, dass da beim Team dieses Jungen einiges schiefgelaufen ist. Ich hoffe allerdings, das nicht die anderen Eltern auch noch ihre Kinder abmelden. Besser wäre es, wenn der Verein diesen Trainer rasch gegen eine geeignete Person austauscht. Auch würde ich mir wünschen, dass ihr rasch einen Verein mit besseren Bedingungen findet.
Der Hinweis auf die DFB-Richtlinien ist zwar gut gemeint. Aber selbst dem, der sie kennt, werden die Regeln nichts nützen, wenn er sich gar nicht danach richten will.
In einem anderen Thread findet ihr Links zu Video-Clips unserer niederländischen Nachbarn, in der falschen Trainerverhalten mit reichlich Ironie gewürzt dargestellt wird.
Annie
Ich würde eurem Trainer das Video-Filmen nicht verbieten. Erstens wird ein gänzlich unbegabter Mensch kaum verwertbare Bilder aufnehmen, zweitens hat er dann keine Zeit, ins Spiel hineinzubrüllen oder anderen Unfug anzustellen. ![]()
Aber jetzt mal im Ernst: es gibt beim Datenschutz besonders geschützte Informationen. Dazu zählen personenbezogene Daten, die nicht auf andere Weise (z.B. Telefonbuch) erworben werden können. Ferner ist darin das Recht auf informelle Freiheit enthalten. Ein Unterpunkt davon ist das Recht am eigenen Bild. Jeder Trainer muß vorher von den Erziehungsberechtigten eine schriftliche Einverständniserklärung für die Veröffentlichung von Bildern und Namen einholen. Sonst kann es teuer für diese Person werden.
Dein Hinweis in Richtung Verband mag zwar gutgemeint sein. Aber zunächst einmal ist der Verein gefragt, solche Mißstände bei den Trainern selbst zu regeln. Sollte auch dort das widerrechtliche Handeln nicht erkannt worden sein, wäre der Landes-Datenschutzbeauftragte der richtige Ansprechpartner.
Also laßt euch nicht alles gefallen, sondern sprecht mit den Entscheidungsträgern des Vereins darüber. Denn nicht alles, was auf einem großen Sportgelände geschieht, wird vom Vorstand wahrgenommen.
Danke für deinen Beitrag, in dem du ein typisches Beispiel von falschem Elternverhalten aus Trainersicht eindrucksvoll beschreibt.
Um richtig und angemessen darauf reagieren zu können, machen sie Trainer und andere Vereinsverantwortliche Gedanken, sich in die "Haut des Anderen" zu versetzen. Was mag so einen Vater dazu treiben, ohne Rücksicht auf Kinderinteressen ins Spiel hineinzubrüllen. Könnten es dessen Erfahrungen aus den Kindertagen sein, wo dieser Mensch von seinen Eltern und Lehrern herum kommandiert, angebrüllt und sogar geschlagen wurde?
Reste dieser autoritären Erziehung und das damit verbundene Verhalten findet man auch noch heute, meist in den sozialen Unterschichten vor. Aber läßt sich daraus ein Recht auf nonverbale Gewalt, denn nichts anderes ist ja das Gebrüll, ableiten? Ich denke, diese Frage ist mit einem glasklaren Nein zu beantworten. Diese Gesellschaft, jeder Verein ist ein Spiegelbild davon, duldet soetwas nicht! Denn sie bevorzugt ein fürsorgliches, partnerschaftliches Verhalten.
Nun gibt es insbesondere für unerfahrene Trainer das Problem, wie man darauf angemessen reagieren soll?
Hier wurde bereits angemerkt, dass man ja für Unruhe im Verein sorgen könnte, wenn man auf die Einhaltung von Regeln beseht. Könnte dieser Vater dadurch zum Opfer des Vereins werden?
Nachfolgend ein Vorschlag zur Abwicklung:
1. Natürlich sollte man sich der Rückendeckung durch den Verein versichern.
2. Als unerfahrener Trainer sollte man beim ersten Gespräch den Jugendobmann dabei haben. Falls dessen Terminkalender zu voll ist, einen erfahrenen Trainerkollegen dazu bitten. So ist gewährleistet,
das dieser Vater nach dem Gespräch keine falschen Behauptungen aufstellen kann.
3. Kurze, klare Erläuterung, welche negativen Folgen sein Verhalten auf die Mannschaft hat
4. Unmißverständliche Erklärung, das solch ein Verhalten vom Verein unerwünscht ist
5. Appell das Verhalten unverzüglich zu ändern und nicht mehr ins Spiel hineinzubrüllen, andernfalls wird vereinsseitig empfohlen von den Heim- und Auswärtsspielen fernzubleiben. Falls danach keine
Einsicht zur Verhaltensänderung erkennbar ist, sollte der Vereinsaustritt nahegelegt werden.
Damit die Vereinsruhe nicht unnötig lange strapaziert wird, sollte der Gesprächstermin zeitnah erfolgen!
Ich bin mir bewußt, dass man seine Zeit mit angenehmeren Dingen verplanen möchte. Aber soetwas kann vorkommen, weshalb es Lösungen dafür braucht. In den meisten Fällen ist danach die Einsicht vorhanden, weil man die nötigen Informationen dazu bekommen hat. Man muß nicht mit jedem befreundet sein, jedoch ausreichend gegenseitige Achtung haben, um fair miteinander umgehen zu können. Nur in besonders hartnäckigen Fällen geht man danach getrennter Wege.
@FB
Für den Nachwuchs- und Breitensportbereich gebe ich dir mit deiner Beschreibung: "der Trainer hat die Mannschaft nicht genügend vorbereitet" uneingeschränkt recht! Denn dort sollte der Trainer das, was es zu sagen und zu tun gab, im Training erledigt haben.
Im Erwachsenen-Leistungsbereich kann es jedoch bestimmte Situationen geben, in denen der Trainer "von außen" Dinge erkennt, die seine Spieler nicht sehen und deshalb auf seine Unterstützung angewiesen sind.
Liebe Trainerkollegen,
fast in jeder Unterhaltung unter Trainerkollegen hört man Sätze wie: ".. ja den habe ich damals trainiert und jetzt spielt er sogar in Liga ... X!" Gleichbedeutend ist gemeint: hätte ich ihn nicht trainiert, wäre er niemals ein so guter Spieler oder gar Profi geworden! Wenn ich da so zurückdenke, dann waren es eigentlich immer die Talente, die etwas wollten und ich hatte eine ganz bescheidene Rolle, denn ich war nur der Steigbügelhalter für ihre spätere Karriere. Zu wissen, das mich das Talent jetzt nicht mehr braucht, weil es selbständig entscheidet, mal im ersten Moment Wehmut erzeugen, gibt aber doch das Gefühl, an einer guten Zeit beteiligt gewesen zu sein.
Leider fehlt mir der Teil der Trainerkarriere im Breitensport, weshalb ich darüber aus eigener Erfahrung kaum etwas sagen kann. Ich bewundere diese Trainer und habe einen großen Respekt vor ihrer Arbeit. Man kann es sich nicht immer aussuchen.
Ferrit: die Leute fragen immer nach dem, was man nicht hat. Es macht ihnen Spaß, irgendeine eine Schwäche zu finden! Gleichzeitig glauben sie, ihre Kompetenz damit zu erhöhen. Denn nirgendwo gibt es so viele Schlaumeier, wie beim Fussball. Selbst, wenn du übers Wasser gehen könntest, gäbe es noch Leute die sagen würden: "nicht mal schwimmen kann er"!
Deshalb gefiel mir der Beitrag von TRST sehr gut, weil er nicht die Oberfläche des Trainerdaseins, sondern die Realität nachvollziehbar beschrieb. Auch Uwe erinnert daran, das wir es mit Menschen zu tun haben, die wir nicht auf das Abliefern von Leistungen im Fussballspiel reduzieren sollten.
Den Spaß am Fussball zu vermitteln, den Funken der Begeisterung überspringen zu lassen, dabei zu sein und es zuzulassen, wenn Menschen über sich hinauswachsen, aber darüber zu sprechen, um diese Botschaften an sein Umfeld weiterzutragen, sind für mich ein lohnenswertes Ziele, weil es im gleichen Maße der Weg wie auch das Ziel ist! Deshalb ist es wichtig, nicht den eigenen Erfolg von dem der Anderen zu trennen, sondern ihn als Gemeinsamkeit zu beschreiben, weil immer nur dann etwas besonderes daraus werden kann, wenn jeder sein Bestes gibt!
Da will uns jemand verars..., habe ich zunächst gedacht! Eine Trainingseinheit für die zweithöchste Klasse in der C-Jugend in Deutschland sollte doch eigentlich in der Lage sein, einen qualifizierten Trainer zu besitzen, der im Leistungsfussball ausgebildet ist. Denn die Trainerausbildung in der C-Breitensportlizenz ist nun einmal nicht auf diese Zielgruppe: Jugendleistungsfussball fixiert. Da ist die C-Leistungslizenz sowie die speziell auf den Jugendleistungsfussball ausgerichtete B-Lizenz gefragt. Natürlich gibt es auch immer Ausnahmen! So sehe ich es anders als der DFB, der für die Leistungslizenzen nur Trainer ohne körperliche Einschränkungen zuläßt. Denn viele frühere Profis oder Leistungsspieler mußten ihre Karriere aufgrund einer Sportverletzung beenden. Wenn diese Leute entsprechende Praxis-Erfahrungen im Trainngs- und Mannschaftsführungsbeeich erworben haben und sich permanent weiterbilden, dann sehe ich darin einen wertvollen Ersatz für fehlende Leistungstrainer. Zweifelsohne ist diese Erfahrung mehr wert, als die früher angebotenen Crashkurse für Ex-Profis! Das dort erworbene Wissen reichte vielfach nicht aus, um einer Mannschaft auch didatisch die Fähigkeit zu vermitteln. Denn nur das Präsentieren von Erwachsenen-Fussball reicht für den Jugend-Leistungsfussball nicht aus.
Man kann also in diese Aufgabe hinein wachsen. So gibt es auch Beispiele von Quereinsteiger, die z.B. als Physiotherapeut ein Team betreuten und darüber nach und nach Spaß am Trainerjob gefunden haben. Auch gibts Sportpraktikanten oder Ziwis, die ihren Weg über einen Quereinstieg gefunden haben. So manch Trainer hat seine Fussballerkarriere als Balljunge gestartet!
Nirgends auf der Welt sind die Regel der Trainervoraussetzungen so streng wie in Deutschland. So kann man in vielen Ländern direkt eine Profitrainerlizenz erwerben, wenn man den Nachweis als Profispieler erbringen kann. Ersatzspieler oder Mannschaftsbild reicht manchmal sogar auch! Hier in Deutschland kannst du Ex-Nationalspieler sein. Wird jedoch nicht für die jährlich 25 Plätze für die Fussballlehrer-Ausbildung berücksichtigt, weil du derzeit nur Regionalliga trainierst! Wirst du als Ausländer hier in der Bundesliga verpflichtet, fragt dich kein Mensch, welcher Voraussetzungen du für die ausländische Lizenz erfüllen mußtest, nicht mal in wieweit deine Ausbildungsinhalte und Prüfungen mit denen in Deutschland übereinstimmen.
Weil es hier auch um Chancengleichheit für Trainer geht, bzw. warum sich ein Breitensporttrainer mit Ehrgeiz nicht um eine Landesligamannschaft kümmern sollte, wenn sie die Gelegenheit ergibt, gehört es auch m.E. zum Thema.
So, wie ich es verstehe, hat ein Teil der Mannschaft ein völlig anderes Trainingsniveau erfahren. Vermutlich war man auch bei den Spielen mehr oder weniger auf sich allein gestellt, weshalb der Trainer ganz froh war, wenn mal ein Spieler was Eigenes probierte!
Du kommst aus einer Landesligamannschaft, weshalb dort ein hoher Grad an Eigenmotiviation vorhanden war. Auf den kannst du jetzt noch nicht zählen. Auch wirst du deine Erwartungen bezüglich Technik, individual-, gruppen- und mannschaftstaktischem Verhalten vorerst noch weiter herunter schrauben müssen!
Eine Kreisliga-Mannschaft ist zwar keine Kirmestruppe, aber hier geht der Spaß vor dem Punktspielergebnis! Deshalb brauchst du aber nicht gleich die Flinte ins Korn zu werfen! Mache dir erst einmal einen Plan, in welcher Reihenfolge was trainiert werden sollte. Denn auch durch Prioritätsbildung beeinflußt du das Tempo der Weiterentwicklung positiv. Sehe die Weiterentwicklung zunächst unabhängig von den Punktspielresultaten. Das sollte erst wieder geschehen, wenn deine Trainingsarbeit soweit Früchte getragen hat, dass du eine Mannschaft auf dem Spielfeld siehst und nicht ein paar selbsternannte "Stars"!
Das Gespräch mit dem Vorstand war sicherlich ein guter Anfang, denn auch in der B-Jugend geht es ohne die Unterstützung der Eltern nicht! Denn immer nur die Lippen zusammen zu beißen ohne die Hoffnung, das sie etwas zum Positiven ändert, das bringt es nicht! Allerdings sind die Eltern für die Erziehung (z.B. bekommen zu wenig Schlaf) der B-Junioren zuständig. Du kannst allerhöchstens die Spieler, die nicht so zum Spiel erscheinen, wie es von dir und den Mannschaftskameraden erwartet wird, auf die Reservebank schicken und ihnen den Grund dafür sagen.
Das Allerwichtigste ist jedoch, dass du dir über deine eigenen Erwartungen Gedanken machst. Denn, wenn das, was du dort vorfindest und zumindest nicht kurzfristig gravierend ändern kannst, überhaupt nicht deinen Erwartungen entspricht, dann erreicht auch die Mannschaft ihren Trainer nicht! Das hört sich für den ersten Moment vielleicht ein wenig hart an, jedoch ist man bei einem erkennbaren Problem immer auch selbst ein Teil davon. Das zu verstehen, mag nicht einfach, manchmal sogar unangenehm sein. Aber man lernt aus diesen Situationen auch Stärken für sich heraus zu ziehen!
Wie du schon an den ersten Reaktionen bemerkt hast, reduziert sich die wirklich wichtige Frage darauf: wofür machst du den Trainerjob? Für dich und deine Mannschaft oder für die Vereinsverantwortlichen? Denn die Vereinsverantwortlichen, dass hast du ja selbst richtig bemerkt, interessieren sich nur für deine Trainerarbeit, wenn du eine Mannschaft, über die in den Medien berichtet wird, trainierst! Und wer interessiert sich für die E 2, wenn man in der A-Jugend gegen eine Bundesliga-Nachwuchstruppe spielt?
Andererseits ist es wichtig gute Kompromisse zu finden. Dafür sollte man jedoch nicht so lange abwarten, bis "die Hutschnur platzt", sondern bereits frühzeitig verständliche Signale zu setzen, welche Erwartungen man hat! Selbst, wenn nicht immer alles sofort erfüllt werden kann, hat man so doch Zeit in Ruhe über das individuell Machbare zu beraten. Ferner dienen die Trainertreffen dazu, solche Punkte in der Gruppe anzusprechen. Dort wird man mit derlei Anliegen meist auch immer Unterstützer aus den eigenen Reihen finden!
Weil nach Einführung des ballorientierten Spiels noch genügend Trainer (teilweise bis zur A-Lizenz) auf und neben deutschen Fussballplätzen herumlaufen, die das ballorientierte Spiel nur aus dem Fernsehen kennen, gibt`s Wochenende für Wochenende Traineranweisungen, die kaum bis gar nichts mit dem ballorientierten Spiel zu tun haben.
Der Anfängerfehlder mit einer zu hoch agierenden Kette soll nur stellvertretend dafür sein, was so unter dem Motto: "wir spielen jetzt mit Kette" den Zuschauern präsentiert wird. Aber aus Fehlern lernt man bekanntlich.
Deshalb glaubt ich fest an die Verbreitung des ballorientierten Spiels Ich bin mir sicher, dass man es im Breitensportbereich genauso gut hinbekommt, wie das gegnerorientierte Spiel! Denn es kommt hier weniger auf die Perfektion an, sondern auf den Spaß an einem etwas intelligeneren Fussballspiel, bei dem die Knochen auch öfters mal heil bleiben, weil man bewußt auf Zweikämpfe verzichtet und dafür öfters mal zum Mitspieler paßt!
Dazu möchte ich gerne noch einmal den Link von Ralf
https://www.youtube.com/watch?v=PpQSH1BBBk8
in Erinnerung rufen. Natürlich ist der Spot mit reichlich Ironie ausgestattet. Dennoch beschreibt er in knappen Schritten das jeweilige Macht-Verhältnis in den persönlichen Beziehungen.
Genau darum geht es bei den "Brüllaffen" am Spielfeldrand! Sie möchten nur eines! Die absolute Macht über die ihnen anvertrauten Kinder erlangen. Dazu ist ihnen nahezu jedes Mittel recht, was funktioniert!
Im Spot erkennt man, dass die hinter dem Trainer befindlichen Eltern dieser Kinder direkt Einfluß auf den "Brüllaffen" nehmen, indem sie ihm zur Mäßigung auffordern. Das funktioniert allerdings nur dann, wenn nicht auch sie "ins Spiel hineinbrüllen"!
Weil jedoch einige Eltern wie auch Trainer sich hin und wieder daneben benehmen und den Kindern auch über die noch unerfahrenen Jugend-Schiedsrichter keine Möglichkeit bleibt, ihr Spiel friedlich durchführen zu können, wurde der KIFU eingeführt.
Einen KIFU-Trainerführerschein erachte ich für sinnvoll, damit man auch das, was dabei geschieht, wirklich versteht!
Er sollte übrigens auch auf die Jugendobleute ausgeweitet werden, denn den einen Brüllaffen mal schnell durch einen Anderen auszutauschen, ist ja auch kein Fortschritt. Sehr viel wichtiger ist gerade in der Anfangsphase die gute Unterstützung der unerfahrenen Trainer im Verein, damit diese Formen der Eskalation erst gar nicht entsteht.
Kaum jemand weiß, dass man für die grobe Verletzung der informellen Selbstbestimmmung bis zu 1 Jahr in den Knast wandern kann! Gerade, weil Firmen sich in den vergangenen Jahren sehr weit am "grauen Rand" der Legalität immer weiter vorgewagt haben, ist das Ausspähen von Daten ein immer interessanteres Geschäft geworden. Dabei geht es nicht so sehr um die Daten, die man auch aus dem Telefonbuch (Vorname, Nachname, Titel, Adresse) entnehmen könnte, sondern weitere Information, die ein möglichst exaktes Kundenprofil ergeben. Während man früher noch versuche, anhand von Vornamen die Personen einer Altersgruppe zuordneten, ist dies über das Geburtsdatum wesentlich exakter. Auch ist es noch gar nicht so lange her, als Google über die Gesichtserkennung seinen Kunden nicht nur mit den üblichen personenbezogenen Daten versorgen wollte, sondern sogar noch ein Bewegungsprofil (in welche Geschäfte geht Person X zu welcher Uhrzeit) mitliefern, um die Zielgruppe exakter bestimmen und mit den richtigen Werbeangeboten versorgen zu können. Denn bei der breitgestreuten Werbung (z.B. Fernsehspot) wird die allgemeine Nachfrage erhöht, was gleichzeitig auch den Umsatz der Konkurrenzprodukte steigert.
Weil in den Industriestaaten fast in allen Branchen ein Verdrängungswettbewerb herrscht, ist ein Informationsvorsprung gegenüber den Mitbewerbern ein Maßstab für erfolgreiches, unternehmerisches Handeln! Alle Welt regt sich über Wirtschaftsspionage auf! Worin liegt der Unterschied, ob ich heimlich ein Foto mache oder mir heimlich die gewünschten Daten aus dem Netz ziehe! Wenn alle jederzeit nahezu gleiche Bedingungen haben, liegt darin auch ein gewisser Schutz vor einer Monopolbildung und seine negativen Auswirkungen aufgrund der Zunahme an Wirtschaftsmacht!
Auch Personalentwickler größerer Unternehmen bedienen sich gerne im Internet, um weitere Informationen über Bewerber-Kandidaten zu erhalten. Und weil das Internet "nie vergisst", wird auch der Müll aus früheren Tagen, den man gedankenlos ins Netz gestellt hat, gleich mitabgegriffen! Nur durch die rapide Zuname der Datenfluß macht es den "Berufsschnüfflern" etwas schwerer als noch vor einigen Jahren.
Leider gibt es jedoch auch "schwarze Schafe", deren einige Absicht es ist, personenbezogene Daten legal oder illegal zu beschaffen und frü kriminelle Zwecke zu mißbrauchen. Besonders gefährdet ist das Ausspähen von sensiblen Daten (z.B. Online-Banking)!
Zur Speicherung personenbezogener Daten gehört eine zusätzliche, schriftliche Einverständniserklärung, in der auch der Zweck der Datenspeicherung aufgeführt ist. Ist darin nicht die Weitergabe an Dritte vorgesehen, so ist diese Weitergabe bereits strafbar.
Wer Zweifel an der Rechtmäßigkeit der erworbenen Daten über seine Person hat, der kann:
- verlangen, unverzüglich eine schriftliche Auskunft über seine gespeicherten, personenbezogenen Daten erhalten
- eine schriftliche Löschungsbestätigung seiner Daten verlangen, sofern es keinen gesetzlichen Grund zur rechtmäßigen Datenspeicherung gibt
Weigern sich Unternehmen oder wollen sie das Recht auf die informelle Selbstbestimmung für ihre Zwecke einschränken, so ist der für den Firmenwohnsitz zuständige Landesdatenschutzbeauftragte der Ansprechpartner, der ggf. entsprechende juristische Schritte gegen das Unternehmen prüfen läßt!
Hilfe, da will wieder einer mit Bundesliga-Taktik eine E-Jugend-Mannschaft trainieren, dachte ich bei der überschrift! Denn der Begriff des Pressings paßt nun gar nicht in den Zeitraum der E-Jugend, wo es um die Entwicklung von individuellen technischen und taktischen Fähigkeiten liegt.
Vermutlich, so dachte ich, wird es der Verfasser bereits mit dem "Forechecking" aus seiner eigenen aktiven Zeit als Spieler bei gegnerorientierten Spiel probiert haben. Doch schnell bemerkten seine Spieler, das die Sache rasch ermüdet und wenig erfolgversprechend ist!
Weil beim Pressing, insbesondere beim Angriffspressing (ohne Pressingopfer) mindestens 3 Spieler in der richtigen Reihenfolge wissen müssen, wann sie wohin zu laufen haben, sollte man dieses Thema noch ein wenig aufschieben. Aufgeschoben heißt jedoch nicht aufgehoben. So kann man seiner Mannschaft schon mal einen kleinen Vorgeschmack davon geben, wie man mit der gesamten Mannschaft angreift und der gesamten Mannschaft verteidigt.
Für die nachfolgende Übung sollte man:
1. Das Spielfeld je nach Größe (gutes Verhältnis von Lauf- und Passwegen) der seiner Trainingsgruppe mit Hütchen markieren
2. Die Spielfeldmitte zusätzlich mit Pylonen deutlich sichtbar markieren.
3 seine Trainingsgruppe in 2 in etwa gleich großen und starken Teams aufteilen und zwecks besserer Übersicht Leibchen verteilen
4. Tore zählen nur dann, wenn das eigene Team beim erfolgreichen Torabschluß komplett in der gegnerischen Hälfte befindet
Mit dieser relativ einfachen Übung kann man folgende Fähigkeiten verbessern:
1. schnelles Umschalten der gesamten Mannschaft von Abwehr auf Angriff bei Balleroberung
2. schmelles Umschalten der gesamten Mannschaft von Angriff auf Abwehr bei Ballverlust
Im Vergleich zum typischen Spiel, bei dem sich maximal noch 1 - 2 Spieler neben dem ballführenden Spieler bewegen und der Rest auf "Zuschauermodus" umgeschaltet hat, bewegt sich nunmehr die gesamte Mannschaft in die eine, wie in die andere Richtung.
Aufgrund der Altersstufe weitere Vorgaben (z.B. Anzahl der Ballkontakte) zu geben, wäre vermessen, weil dann das Spiel für diese Altersgruppe zu schwierig und nicht mehr durchschaubar wird. Denn auch so werdet ihr bei dieser Übung beobachten, dass es erst einmal eine zeit braucht, bis alle Spieler begriffen haben, dass ein Stehenbleiben fast immer ein Nachteil der eigenen Mannschaft darstellt.
Natürlich gibt es noch eine Reihe anderer Übungen, denn der Fussball ist vielfältig und schreibt selbst die besten Übungen. So viel könnt ihr gar nicht falsch machen, denn mit ein wenig Geduld bringt man fast jede "Übung zum Laufen"!
Der Hauptgrund, warum Trainer sich früher gesträubt haben, die "Kette" einzuführen lag in der für sie seinerzeit nachvollziehbaren Sicherheit, dass der Libero das Fehlverhalten von Verteidigern noch korrigieren konnte.
Jedoch war die "Kette" in den Anfangsjahren auch noch viel zu statisch, d.h. die standen immer nur auf einer Linie und waren durch einen einzigen Pass in die Schnittstellen auszuspielen. Wenn man sich Bundesliga oder auch Nationalmannschaftsspiele aus den Anfangsjahren des ballorientierten Spiels anschauen, dann kann man erkennen, wie die "Kette" noch mit dem Gesicht zum eigenen Tor verteidigen muß, weil sie zu hoch steht und ein rechtzeitiges Fallenlassen bzw. Absetzen noch nicht erfolgte.
Kommentare sollten auch immer mit dem zeitlichen Aspekten betrachtet werden.
Auf den aktuellen Fussball betrachtet war ich lange zeit skeptisch, ob sich im Breitensport ein ballorientiertes Spiel realisieren läßt! Heute glaube ich, dass es möglich ist, weil die Jugend besser ausgebildet wird, als noch vor 1 - 2 Jahrzehnten. Das liegt insbesondere an engagierten Trainerkollegen, wie euch!
Nur verstehen würde es nachwievor kauim einer, warum die absolute Kampfmaschine nun plötzlich auf der Bank sitzt.
@FB
Du kennst sicherlich den Spruch: "Das Spiel dauert 90 MInuten und am Ende gewinnt immer Deutschland"! Die Bereitschaft, im Kampf über sich hinaus zu wachsen und nicht vor dem Schlußpfiff aufzugeben, hat jahrzehntelang deutsche Erfolge auf internationaler Bühne garantiert!
Seitdem nicht mehr Mann gegen Mann gekämpft, sondern ballorientiert mit "Köpfchen" um Punkte und Siege gerungen wird, sitzen diese "Kampfmaschinen" nicht einmal mehr auf der Reservebank. Denn dieser Spielertyp Marke "Neanterthaler", bei dem zwar 1000 Volt in Armen und Beinen pulsieren, aber die Muskeln verhindern, dass im Hirn genügend mit Sauerstoff angereichertes Blut ankommt, ist dafür nicht mehr zu gebrauchen. Der Ex-BuLi-Trainer Hans Meyer meinte einmal dazu: "Wenn unsere Spieler nicht so gut Fussballspielen könnten, würde die Hälfte wohl unter einer Brücke schlafen müssen"! Auch heute zupfen sich die Spieler noch beim Interview am Ohr, fahren sich durchs Haar und beginnen jeden zweiten Satz mit "Ich denke .." (als würde man ihnen das Denken gar nicht zutrauen), aber es kommt nicht mehr soviel Blödsinn heraus, wie noch vor 1 - 2 Jahrzehnten! Manchem wird auch Lernfähigkeit nachgesagt, so hat der aktuelle U 21 Natinonaltrainer mal auf die Frage des Zustandekommens einer Niederlage geantwortet: "... das muß ich erst mal paroli laufen lassen ..!"
Über Intelligenz wird behauptet, jeder habe davon genug in die Wiege gelegt bekommen. Also liegt es an uns, ob wir jeden Tag dümmer oder auch klüger werden.
Wenn jemand 15 Jahre lang nichts anderes kennengelernt hat als "das ist dein Mann! Den verfolgst du überall hin", dann ist ein Umdenken für ihn schwierig!
Aber kein Mensch verlernt das Lernen. Allenfalls wird es schwieriger, dauert länger, kostet mehr Geduld! Unabdingbar ist jedoch die Bereitschaft, etwas Neues lernen zu wollen. Denn im Seniorenbereich gibt es fast immer auch einen Teil, der lediglich zwecks Fitness zum Training kommt und gar nichts mehr dazu lernen möchte. Auch diese Leute müssen bereits sein, denn im ballorientierten Spiel verändert sich das gesamte Mannschaftsspiel, nur nur das von den 4 Leuten in der "4-Kette"
Wenn der Trainer jedoch zu einer Kreisklassen-Mannschaft sagt: "Ab morgen spielen wir mit Kette", dann wird vermutlich nicht sehr viel mehr dabei herauskommen, als das da 4 Leute hinten auf einer Reihe stehen. Weil sie nicht so recht wissen, was sie da sollen, wird der Gegner mit klassischer Taktik mit ihnen sportlich kurzen Prozess machen und das ganze endet im Desaster. Als Fazit wird gesagt: "man muß die richtigen Spieler dafür haben." Manchmal hört man auch: "wir haben dafür nicht die richtigen Schiedsrichter."
Der Grund ist jedoch ein anderer: Der Trainer hat zu wenig Wissen! So erkennt er vielleicht nicht, dass individuelle, technische Defizite (z.B. geht nicht auf den gepaßten Ball zu, hat Probleme bei der Ballan- und mitnahme, kann keinen technisch sauberen Paß schlagen) die Ursache für einen schlechten Spielaufbau sind.
Das bedeutet: man muß zunächst die Grundelemente des ballorientierten Spiels mit Schwerpunktverlagerung vom Dribbling, bzw. Manndeckung hin zum Paßspiel sowie Paß- und Laufwegdeckung trainieren. Dazu gehört ferner das Trainieren von Angriffs- und Abwehrdreiecken, denn nur wenn die ballnahen Spieler wissen, das und wohin sie laufen sollen, gibt es permanente Anspielmöglichkeiten.
Wenn diese Vorarbeit zur Verbesserung der individuellen Fähigkeiten geleistet wurde, kann man mit den gruppentaktischen Elementen des ballorientierten Spiels beginnen. Zweckmäßigerweise beginnt man in der Defensive.
Manche Trainer nehmen Absperrband, um das seitliche Verlagern zu trainieren. (Man könnte auch jedem dieser Hornochsen einen Ring durch die Nase ziehen!) Ich verzichte auch nicht ganz auf Hilfsmittel. So positioniere ich 4 gleichfarbige Hütchen auf der einen Spielfeldseite im gleichen Abstand untereinander. An jeder Aussenseite positioniere ich ein andersfarbiges Hütchen. Am Mittelkreis steht dann ein Spiel mit Ball. Der soll den Gegner spielen und mal seitlich nach links bzw. rechts dribbeln. Die Aufgabe der 4 Spieler besteht erst einmal darin, den Gegner mit Ball zu beobachten und dabei im gleichen Tempo seitlich zum nächsten Hütchen zu laufen.
An der anderen Spielfeldhälfte sind ebenfalls 4 Spieler. Ihre Aufgabe ist es, ohne Markierungen (Hütchen) die Bewegungen der anderen Gruppe nachzumachen. (Während andere Trainer noch ihr Absperrband ausrollen, es an Spieler befestigen, sie wieder losbinden und andere daran festbinden, in ihrer Verzweiflung das Band schließlich immer wieder flicken, ist man mit der "Hütchenmethode" schon fertig.
Im zweiten Laufwegprozess wird das Verengen und Erweitern der Kette trainiert. Dazu werden ca. 6 - 8 m vor dem Strafraum 4 Hütchen im gleichen Abstand untereinander so positioniert, dass die beiden äußeren Hütchen in Höhe der Strafraumecken stehen. Desweiteren werden an der Mittellinie 4 Hütchen im gleichen Abstand untereinander so positioniert, dass je nach Spielfeldbreite zwischen den äußeren Hütchen noch ca. 10 m Platz bis zur Außenlinie ist.
In diesem Laufwegprozeß wird zunächst das "Verdichten" in der Rückwärtsbewegung trainiert. Hierbei soll die Laufrichtung zum hinteren Hütchen, jedoch der Blick weiterhin auf den Ball gerichtet bleiben. Nur kurze Schulterblicke sowie die Beobachtung der Mitspieler steuern die gleichmäßige Rückwärtsbewegung. Die Initierung dieser Bewegung erfolgt durch einen Gegenspieler, der mit dem Ball aus der eigenen Hälfte nach vorne startet und das eigene Team sich zunächst fallen läßt!
Bei der Spieleröffnung vergrößern sich die Abstände untereinander. Dazu wird ein Ball zwischen den 4 Abwehrspielern zirkuliert, bis die vorderen Hütchen an der Mittellinie erreicht sind!
Die hier beschriebenen Übungen sind jedoch nur der allererste Anfang! Wer Apetit auf mehr bekommen hat, dem sei die Fachliteratur, die Videos oder noch besser die C-Leistungslizenz ans Herz gelegt! Dann was man selbst nicht versteht, kann man auch nicht weitergeben! Ferner gehört schon etwas Erfahrung hinzu, um nicht nur Fehler zu erkennen, sondern Maßnahmen für Korrekturen zu kennen.
Im Seniorenbereich kann mein ein ordentliches Spiel ab der Regionalliga sehen, im Jugendbereich sind dank guter Ausbildung in den letzten Jahren schon gute Umsetzungen ab der Landesliga zu finden.
Für den Anfang bietet sich ein 4 : 2 : 3 : 1 Spielsystem an, weil es gegenüber dem 4 : 3 : 3 nicht so offensiv und gegenüber dem 4 : 4 : 2 nicht so defensiv ausgerichtet ist. Ferner läßt sich die Spielfeldgröße gut beim 4 : 2 : 3 : 1 ausnutzen. Aber das ist lediglich eine Empfehlung, denn man kann durchaus auch mit anderen Konstellationen gute Erfahrungen sammeln.
Wie ich aus den Beiträgen erkennen kann, glaubt die Mehrzahl der Trainer, dass zwar ein Foul nicht gut ist, aber Robustheit beim körperbetonten Spiel von Vorteil! Wie ich weiterhin erkenne, bewegt man sich weitestgehend im gegnerorientierten Spiel, in denen Zweikämpfe auf dem Feld gesucht werden, um durch Dominanz an Körperkraft auch das Spiel zu gewinnen. Der Torwart und die Innenverteidiger wurden jedoch als Verteidigungsbollwerk hervorgehoben! Wie schnell jedoch diese Vorstellung wie ein Kartenhaus zusammenbricht, erkennt man daran, wenn ein nach solchen Merkmalen zusammengestelltes Team gegen eine Mannschaft mit schnelllen, wenigen, technisch und taktisch versierten Spielern spielt und hoffnungslos unterlegen ist.
Wären nicht unsere spanischen Kollegen auf die Idee gekommen, ihre ernährungsbedingte körperliche Unterlegenheit durch technische und insbesondere taktische Überlegenheit zu kompensieren, wir würden vermutlich immer noch im "Steinzeit-Fussball" spielen. Man würde weiterhin nur nach phisischer Dominanz Ausschau halten und die Selektion würde ihnen recht geben, das sie die Schwächeren auf der Reservebank ja kaum weiterentwickln können.
Wir haben gerade erst erkannt, dass wir auch in unserer nationalen Elite in einer Sackgasse stecken, weil wir mit unseren Fähigkeiten im internationalen Vergleich nur noch die zweite Geige spielen.
Hierzulande ist man gerade erst dabei, das Spiel der Spanier zu analysieren!
War man es bislang gewohnt, das sich nur die 2 - 3 Spieler in Ballnähe bewegen und der Rest auf Zuschauermodus umschaltet, bzw. die Pupillen auf "unendlich" stellt, soll nunmehr die gesamte Mannschaft in Bewegung sein, um sehr schnell von Abgriff auf Abwehr und umgekehrt umschalten zu können!
Fussball wird nicht mehr nur gespielt, er soll nunmehr nicht nur von den Trainern, sondern auch von den Spielern verstanden werden! Dabei ist Robustheit für ein mögliches taktisches Foul keine sonderlich große Hilfe. Denn man war zu langsam, ist zu spät gekommen und wird dafür vom Gegner bzw. Schiedsrichter bestraft!
Für Trainer im unteren Jugendbereich bedeutet das:
Kümmert euch nicht um Faktoren, die ihr als Trainer nicht beeinflussen könnt. Dazu gehört das Geburtsdatum und die Körpergröße. Dadurch bleibt mehr Zeit, um sich der Optimierung beeinflußbarer Faktoren zu widmen. Die Entwicklung von Spielintelligenz steht dabei an vorderster Linie, nachdem die Defizite in der Feinmotorik abgearbeitet wurden.
Hier noch die fussballspezifische Variante des "Fangenspielens"
Variante A.: "Hase" und "Jäger"
1. Markiere ein Feld von ca. 20 x 20 m mit Hütchen.
2. Bestimme die "Hasen" (jeder Hase erhält einen Ball und ein Leibchen, das locker hinten in die Hose gesteckt sind). Die "Hasen" positionieren sich an einem Ende des Feldes mit Ball am Fuss
3. Bestimme einen "Jäger", den du in der Mitte des Feldes positionierst
4. Die Aufgabe besteht darin, dass die "Hasen" auf Trainerkommando mit dem Ball von der einem Ende des Feldes zum anderen dribbeln
4.a. Der "Jäger" darf ab der Feldmitte versuchen, dem "Hasen" seinen Ball abzujagen.
4.b. Auf der anderen Seite des Feldes angekommen darf der "Hase" ohne Ball nur noch auf einem Bein zurück hopsen.
4.c. Gelingt es dem "Jäger", dem "Hasen" das Leibchen aus Hose zu ziehen, wird der Hase zum Jäger
5. Im Laufe des Spiels bekommen die Jäger immer mehr Übergewicht und entwickeln Taktiken (z.B. Angriff auf den Hasen von 2 Seiten), die ihre Jagd erfolgreicher machen.
Variante B: "Zwillinge"
1. Zwei in etwa gleich große Gruppen bilden und Leibchen verteilen.
2. Innerhalb der Mannschaft bilden Jeweils 2 Kinder ein Team. Dazu fassen sich an die Hand und nehme jeden Richtungswechsel gemeinsam vor. Auch beim Dribbling, Pass oder Torabschluß müssen sie sich jeweils einig sein.
2.a. dito, jedoch mit "Drillingen"
In beiden Spielformen wird sowohl der Bewegungstrieb, als auch die Orientierung und die Einführung in die Sportart Fussball positiv angesprochen. Die Kinder verstehen diese Spiele ohne längere Beschreibungen und können sich darin ausprobieren. Dem Trainer bleibt so genügend Zeit, den Kindern Mut zuzusprechen und gute Aktionen zu loben!
Am Schluß des Spiels werden Kinder, Eltern und auch Trainer sehr viel Spaß erlebt haben. Denn obwohl es jeweils auch um sportliche Ziele geht, gibts hierbei eigentlich nur Gewinner!
Hallo Sami,
vielen Dank für deine Infos! Die in der Überschrift aufgeführten Mannschaftsspielsysteme lassen sich zeitlich in dieser Reihenfolge zuordnen. Die unterschiedliche Ausprägung (eher defensiv, eher offensiv oder neutral) ist davon nahezu unabhängig zu sehen.
Nun ist der Wandel vom gegner- zum ballorientierten Spiel nicht von einen auf den anderen Tag erfolgt, sondern es gab Zwischenstufen. So gibt es gewisse Ähnlichkeiten zwischen dem "Forechecking" im gegnerorientierten Spiel und einem Teil des "Angriffspressing" (z.B. mit Pressingopfer) im ballorientierten Spiel.
Die Raumdeckung läßt sich als Zwischenstufe zwischen dem gegner- und ballorientierten Spiel verstehen. Weil jedoch ein Teil des Raumes (die Höhe) fast gar nicht für die Offensive oder Defensive nutzen läßt, hat man sich dazu entschlossen, das System als ballorientiert zu bezeichnen. Zwar wird es heutzutage auch unter dem Synonym "Kette" verwandt, jedoch meint es nicht allein die Umstellung vom Abwehrspiel mit Libero, zum Abwehrspiel in einer Kette, sondern die Umstellung des gesamten Spielsystems mit ballorientierter Fokussierung, in der nicht Mann gegen Mann, sondern in jeweilgen Blöcken mit bzw. gegen den Ball agiert wird.
Natürlich ist dies nur eine sehr oberflächliche Beschreibung, weshalb ich dir den Rat geben möchte, in der Fachliteratur mehr über die Details zu erfahren. Es wird dir für deine C-Lizenzausbildung, zu der ich dir sehr viel Erfolg wünsche, helfen dich in das Thema Taktik hinein zu finden. Denn das Thema Taktik bereits den angehenden C-Leistungstrainern erfahrungsgemäß das größte Kopfzerbrechen!
