Beiträge von TW-Trainer

Du bist noch kein Trainertalker? Registriere dich kostenlos und nehme an unserer Community teil!

Du bist Trainertalker? Zur Anmeldung

    Follkao


    Recht gebe ich dir, dass der DFB diese Änderungen mit Aktionen unterstützen muß. Aber man kann auch vor Ort etwas dafür tun. Wenn du Prävention betreiben möchtest, dann kopiere dir doch den Teil der Jugendordnung, mach noch eine Skizze dazu, wo der Zuschauerbereich ist und lass diesen Zettel vervielfältigen. Der Betreuer oder falls nicht vorhanden, beauftragte Eltern verteilen diese Zettel bei ersten Mal an Alle, danach an die Gäste-Zuschauer.


    Mit dem Gäste-Trainer würde ich dann noch bei der Begrüßung ein Wort darüber wechseln und ihm diesen Zettel und ein paar Erläuterungen dazu geben. Vielleicht findet er die Sache gut und kopiert ihn sich. Dann hast du schon mal mit den Zuschauern dieser Mannschaft beim Rückspiel keine Probleme mehr.


    Außerdem ist es leichter, jemanden zum richtigen Ort zu bitten, als ihn von einen falschen Ort wegzuholen!

    @Schimi


    Ich habe mir mal deine Übungsvorschläge angeschaut und möchte dir ein dickes Kompliment dafür aussprechen. Genau so funktioniert er Weg, den Kindern den Spaß am Fussball zu vermitteln. Denn, weil sich jedes Spiel etwas anders entwickelt, brauchen die Kinder vielseitiges und abwechselungsreiches Training. Die Trainer-Impulse durch solche Übungen helfen ihnen, den Fussball besser begreifen zu lernen.


    isimple
    Während die Bambinies noch im Knäuel hinter dem runden Leder herjagen, soll in der F-Jugend langsam das Verständnis wachsen, dass jeder Spieler auf einer anderen Position Aufgaben im Team erfüllen soll. Das klappt bei Einem schneller, beim Anderen dauert es etwas länger. Beim Dritten möchte man fast verzweifeln. Dieser Kleine hat vermutlich noch nicht verstanden, warum er noch gestern tosenden Applaus von den Eltern erntete, wenn er Haken schlug und so dem gegnerischen Tor näher kam und heute soll das alles falsch sein? Das braucht seine Zeit!


    Bis einschließlich der D-Jugend sollen Grundlagen der Techniken und erste Grundzüge des inidvidual-taktischen Verhaltens trainiert werden. Wenn es mal nicht in der gewünschten Reihenfolge klappt, dann ist das auch nicht so schlimm! :)


    Wenn du mal das Verhalten deiner und der gegenerischen Spieler beobachtest, wirst du feststellen, dass einige das Spiel noch gar nicht lesen können und auch bei den meisten Anderen noch kein Verständnis dafür vorhanden ist, was in welcher Situation zu tun ist. So rennen bei einem gegnerischen Angriff entweder alle zum Ballführenden oder niemand.


    Zwar wird in der F-Jugend zwar schon mit einer 7-er Mannschaft gespielt wird, eigentlich sollten es jedoch nicht mehr als 4 Spieler plus Torwart sein.Weil es für solche kleinen Teams jedoch nicht genügend Trainer und Sportplätze gibt, ist die jetzige Form ein Kompromiß, den Trainer und Spieler "ausbaden" müssen? Auch der DFB hat dies mitlerweile erkannt und weißt deshalb in seiner Jugendordnung auf die Bedeutung von 4 : 4 Spielen hin!


    Also der Tipp:
    Wenn du dein Team etwas schneller ans Paßspiel gewöhnen willst, dann mach im Training auch mal 4 : 4 Spiele! Aber mal keine taktischen Vorgaben (z.B. Raute, 2 : 2) sondern unterstütze es durch spielerisches Erlernen. Bei der Spielform: "Zwillinge" fassen sich 2 Spieler an die Hand und spielen gemeinsam. Will einer nach rechts, links, vorne oder hinten, muß der Andere mit. So wird das Auge, die Koordination geschult. Auch lernen sie als kleinste Gruppe gemeinsam zu agieren. Und vor allen Dingen, es macht ihnen einen Riesenspaß!


    Wenn du altersgerechtes, vielseitiges Training mit ihnen machst, dann wirst du gegen Ende der Saison bei allen Spielern Fortschritte sehen. Sie jedoch besonnen und forderte sich nicht dazu auf, etwas anders zu machen, ohne den Sinn darin zu verstehen!

    Premutos


    Bei der Frage: "Wie würdet ihr die Situation handhaben" war davon auszugehen, dass du der verantwortliche Trainer bist und einen Rat wünscht. Nunmehr ist zu erfahren, dass du als Standby-Betreuer dort tätig bist. Wer sich zu nächst zum verantwortlichen Trainer "erhöht" (als Entscheider der Situation) und nach den nicht erwarteten Antworten als Standby-Betreuer "erniedrigt" (als Betrachter der Situation), der beabsichtigt doch mit dieser Fragestellung etwas?


    Wenn du ein wenig im Forum blätterst, dann wirst du feststellen, dass hier jeder etwas für sich mitnehmen kann! Auch gibt es weitaus schwierigere Situationen als die von dir Beschriebene. Sie werden alle anonym oder wenn du willst per PN beantwortet. Ehrlichkeit ist allerdings eine wichtige Voraussetzung!

    Steini


    Wie du aus der Überschrift des Thread-Erstellers entnehmen kannst, möchte er lieber seinen guten Spieler aufs Spielfeld belassen und dafür einen schlechten Spieler ins Tor stellen.


    Muß ja schließlich nicht verkehrt sein, wenn dummer, träger oder fauler Spieler sich auf die Torlinie stellt, damit er die Anderen nicht beim Fussballspielen stört. Außerdem ist Fussball eine Mannschaftssportart, wo der Trainer bestimmt, wo`s langgeht. Fix noch eine Bestätigung von den Fachleuten einholen, damit man was für die Eltern hat und basta!


    Blöd gelaufen, denn die Bestätigung bleibt aus! Stattdessn hört man was von Rotation oder Spieler auf Wunschpositionen glücklich machen!


    Es gibt bereits einige, sehr gute Erfahrungen mit speziellem Torwarttraining am dem älteren E-Jugend-Jahrgang. Denn kann für diesen Jungen, sofern es sich um eine Bewegungstalent mit rascher Auffassungsgabe ist, ein guter Weg für der Weiterentwicklung auf seiner Lieblingsposition sein.


    Premutos
    Wenn du einen Rat willst, dann laß ihn dort spielen und versuche ihn nicht aus dem Tor zu mobben. Sorge lieber dafür, dass der Jungen auf seiner neuen Lieblingsposition ein angemessenes Torwarttraining bekommt. Denn er hat es genauso gut verdient, wie die Feldspieler. Wenn du erkennst, dass seine Leistungen auch dort überdurchschnittlich sind, dann nimm Kontakt zum zuständigen Kreisauswahl- bzw. Stützpunkttrainer auf, damit er dort eine zusätzliche Förderung erhält.


    Ob nun deine Mannschaft mit ihn auf dem Feld gewinnt oder mit ihm im Tor verliert, dass ist nun wirklich die uninteressanteste Frage bei dieser Angelegenheit! Denn die interessiert vermutlich noch ein paar vor Ehrgeiz zerfressenen Eltern, die unbedingt gewinnen müssen!

    @FB


    Mag sein, das die kleineren Spieler mehr Spaß am Fussball haben. Leider wird ihnen der spätestens mit der Selektion für den Auswahlbereich genommen, weil man sich bei gleichem Talent meist für den größeren und etwas älteren Spieler entscheidet. Fakten und Zahlen nachzulesen im Beitrag: "Wer zu spät kommt, den bestraft der DFB". Sicherlich wird man auch beim Surfen nach Begriffen wie RAE-Effekt oder reale Agent effect weitere Informationen bekommen.


    Dennoch stimme ich dir in einem Punkt zu! Wenn es Kinder in diesem Alter gewohnt sind, täglich ein paar Stunden zu spielen, warum sollte dann mehr als 1 x Training pro Woche für Bambini und F-Jugend so "eingebürgert".


    Weil die Kinder aber mit den "Füßen" abstimmen, entscheiden sich manche dafür, auch beim älteren Bruder mitzutrainieren. Andere sagen sich hingegen: 1 x Schwimmen und 1 x Fussball ist genau richtig und dann gibt noch die "Winston Churchill-Typen". Die dürfen zwar noch nicht Zigarre rauchend in der Badewanne sitzen und jedem mit "no sports" erklären, dass zu viel Bewegung schadet, aber ihnen reicht ein gelegentliches Kicken als Maßstab vollkommen aus, um sich mit Freunden beim Fussball zu treffen.


    UK1967
    Hier stellt sich weniger die Frage nach der Häufigkeit des Fussballtrainings, sondern nach den Trainingsinhalten! Wie du jedoch schreibst, hast du nur irgendwie davon gehört, weshalb sich der geneigte Leser sträubt, ob es vielleicht Kommunikationsschwierigkeiten bei der Informationsweitergabe gegeben hat. In der "Blödzeitung" findet man sowas ja täglich! Man kann das Thema gerne vertiefen, jedoch dann auf Basis eigener Beobachtungen.

    tobn


    Die Frage, was das Beste fürs Kind ist, stellen sich viele Eltern, bei deren Kindern ein Talent festgestellt wird! Zwar behaupten viele, man würde es dem Kind überlassen, aber insgeheim träumt doch eine größere Anzahl davon, dass das Kind einmal ganz groß raum kommen sollte! Genauso, wie Woche für Woche viele Menschen Lotto spielen, obwohl sie wissen, dass die Chance auf 6 Richtige mit Zusatzzahl sehr gering ist, lebt in ihnen die konkreten Hoffnung, sie könnten zu den Auserwählten gehören.


    Wer das Glück hatte, bei einigen späteren Nationalspielern an der Ausbildung beteiligt gewesen zu sein, weiß jedoch wie gering seine Rolle dabei war. Denn es waren die hochveranlagten und mit besonderen Fleiß und Eigenmotivation ausgestatteten jungen Menschen, die fast ganz allein diesen Weg beschritten haben und das auch so wollten. Man konnte jederzeit an ihrer Körpersprache erkennen, wie viel Spaß es ihnen machte, sich dafür anzustrengen und man konnte am Leuchten in ihren Augen erkennen, das sie für diese Freude einen Rahmen gefunden hatten. Uns Trainern blieb lediglich die Aufgabe, jeglichen Druck von diesem jungen Menschen zu nehmen, damit er den Mut findet, um über sich hinaus zu wachsen. Ohne die richtige Unterstützung aus dem Elternhaus geht es nicht, denn dort ist die Oase für die vielen Höhen und Tiefen, die es auf dem Weg geben kann.


    Deshalb meine Bitte: wenn ihr das Beste für euer Kind wollt, dann setzt es keinem Leistungsdruck aus. Denn es besteht die Gefahr, dass es irgendwann an diesem äußeren Druck zerbrechen wird!


    Die Einschätzung von Talent oder Potenzial ist äußerst schwierig, Irrtümer nicht selten. Auch ist die Entwicklung selten linear! So ist eine seriöse Erfolgsprognose während der Kreisauswahl- oder Stützpunktförderdauer kaum möglich. Das DFB-Nachwuchsfördersystem gleicht einer Stechnadel im Heuhaufen zu suchen.


    Ziel dieser Frühförderung ist es den talentierten Kindern über eine zusätzliche Trainingseinheit pro Woche die Gelegenheit zu geben, mit gleich veranlagten Kinder auf einem höheren Niveau unter Anleitung von gut ausgebildetem Fachpersonal Fussball zu spielen. Erst nach dieser Zeit werden Kinder, die sich für höhere Aufgaben empfehlen, über die gesamte Jugendzeit umfassend und vielseitig in den professionell arbeitenden Nachwuchsabteilungen der Proficlubs ausgebildet. Eine weitere, schwierige Phase ist dann der Übergang vom Junioren- in den Seniorenbereich. Auch dort kann es positive, wie negative Überraschungen geben.


    Für Kinder ist es normal, für den Moment zu leben. Auch Erwachsene dürfen träumen, aber die Realität niemals ganz aus den Augen verlieren! Denn gesunder Menschenverstand schützt auch vor Dummheiten, die man hinterher bereuen muß! Deshalb laßt euren Kindern auch ihren Spaß am Fussball. Denn wann es genug ist, wissen sie am allerbesten!

    Follkao


    Natürlich ergeben sich beim Lesen der Neuerungen in der DFB-Jugendordnung neue Fragen, wie:


    1. Sollten dort nicht statt Empfehlungen konkrete Richtlinien verankert sein, in der es nur einen sehr begrenzten Spielraum geben darf?


    2. Warum sind nicht alle Erfahrungen des KIFU-Projekts 1 : 1 ins Regelwerk übernommen worden (z.B. beim Abstand der Zuschauer zum Spielfeld mit 3 Meter, Trainer beider Mannschaften stehen nebeneinander in der Coachingzone und entscheiden gemeinsam, wenn die Spieler/innen zu keinem Entschluß kommen)?


    3. Werden nicht die Empfehlungen an die Mietgliedsverbände dort noch mehr aufgeweicht, so dass man dem gewünschten Ziel "den Kindern den ihren Fussball zurück zu geben" nach wie vor ein großes Stück
    entfernt bleibt?


    Ich sehe jedoch in der Aufnahme von KIFU-Fairplay-Regeln als Empfehlungen in die DFB-Jugendordnung ein weiteren Schritt für einen besseren Kinderfussball. Denn man darf in diesem Zusammenhang nicht vergessen, dass der DFB lediglich einen groben Rahmen vorgeben möchte, der von den Verbänden je nach Struktur und Bedarf mit konkreten Inhalten gefüllt werden soll. Damit ist man auch in der Vergangenheit meist gut gefahren. Der DFB ist jedoch nicht aus der Pflicht genommen worden, sondern hat zu prüfen, inwieweit der Sinn dieser Empfehlungen in den Verbänden verankert und in den Vereinen gelebt wird?

    @digon


    Es gibt immer zwei Möglichkeiten:


    1. Man interessiert sich für ein Thema und sucht nach Informationen. Die findet man hier reichlich


    2. Man sucht nach einem Rezept und verwendet Begriffe wie "negative Eigenschaften", "austreiben", ect. um. Die Rezepte gibts auch im Fussball nicht, weshalb eine provokante Reaktion kam. Wer jedoch versucht, als Anfänger mit derlei Methoden rasch erfolgreich zu werden, der sollte sich die Frage stellen, ob er nicht zu viel will und lieber erst als Co-Trainer erste Erfahrungen sammeln.


    Man sollte sich bewußt sein, dass einem Menschen anvertraut werden! Dieses Vertrauen sollte man nicht dadurch leichtfertig aufs Spiel setzen, in dem man nach Möglichkeiten sucht, sie als Werkzeuge für private Interessen zu mißbrauchen.

    Super Ideen! Weiter so ..


    Zwar wird in Absatz d.) darauf aufmerksam gemacht, dass auch Vereinsverantwortliche mäßigend auf Eltern und Trainer einwirken sollen. Weil es diesen Personenkreis in der Vergangenheit schon kaum interessiert hat, was auf den Nebenplätzen Wochenende für Wochenende abgeht, wird von dieser Klientel wohl auch in Zukunft nicht viel zu erwarten sein.


    Deshalb ist m.E. auch der DFB in der Pflicht über die schriftliche Fixierung seiner Jugendordnung hinaus auch mit Nachdruck auf die Verpflichtung und der daraus erwachsenen Verantwortung hinzuweisen. Das kann im ersten Schritt die Bekanntmachung dieser Veränderung durch den DFB und die Verbände sein. Sicherlich muß es im zweiten Schritt auch zu Konsequenzen bei uneinsichtigen Verantwortlichen (z.B. Geldstrafe, Austausch von ungeeigneten Trainer, Jugendleiter) führen.


    Aber auch jeder verantwortliche Trainer, jedes Elternteil, dem ein unfaires Benehmen auffällt kann unverzüglich mäßigend einwirken! Jetzt kann er sich sogar auf die Jugendordnung des DFB berufen!

    @Digon


    Deine Frage war. Kann man das "Träumen" wegtrainieren? Kann man die Angst vor Ball und Gegner (Training und Spiel) wegtrainieren, austreiben?


    Wenn du Kindern etwas "austreiben" willst, dann soll mein Beitrag daran erinnern, dass du es mit einer Altersgruppe zu tun hast, deren Phanasie und Kreativität du anregen und nicht austreiben sollst. Als Trainer im unteren Fussballbereich ist man in der Hauptrolle der Kümmerer, Tröster und Mutmacher und erst in der Nebenrolle ein Fussballtrainer. Vielleicht liegt dein Problem in der Wahrnehmung deiner Rolle für die Mannschaft? Vielleicht hilft es dir, dich in der Rolle eines Co-Trainers wohler fühlen, bis die dafür erforderlichen Erkenntnisse durch Traineraus- und Weiterbildung deinen Erfahrungsschatz erweitert haben?


    So gibt es viele Gründe, die in dieser Altersgruppe aufgrund noch kurzer Konzentrationsphasen zu Desinteresse führen. z.B. lange Reden des Trainers, langweilige oder immer wiederkehrende Übungen, nicht altersgerechte oder dem Leistungsstand angepaßte Spielformen (TR erkennt noch nicht, ob eine Übung zu leicht oder zu schwer ist)! Auch Eltern, ihre Kinder gegen ihren erklärten Willen zum Training und den Spielen beim Trainer abliefern, um sich auf diese Weise kostengünstig Babysitterdienste für ein paar freie Stunden in der Wochen einzurichten, können Ursachen für Desinteresse am Fussball sein.


    Hast du schon mal deine Spieler nach dem leitzen Spiel und vor dem nächsten Training nach ihren persönlichen Leistungen befragt? Nein? Dann wirst du überrascht sein, dass trotz einer deutlichen Niederlage jeder behauptet, er hätte selbstverständlich gewonnen, die meisten Tore geschossen und das Team wäre sowieso das Beste! Aber wundere dich nicht, dass der Trainer darin nicht vorkommt! Dafür wird bei Einigen auf Nachfrage noch ergänzt, dass man Nationalspieler werden möchte. Würdest du das als Lüge bezeichnen? Nein, das ist es nicht, weil KInder in diesem Alter den Fussball ganz anders erleben als wir Erwachsenen. Für uns Erwachsene zählen die Ergebnisse, für die Kinder ist jede einzelne Aktion ein Erfolg. Aus diesen Beobachtungen können und wollen sie etwas lernen, denn ihre Neugierde ist besonders groß.


    Es wird dir sicherlich helfen, dich mit Fachliteratur für den Jugendfussball (z.B. Horst Wein) oder aber Kurzseminare bzw. eine Trainerlizenz-Ausbildung intensiver mit der Thematik auseinander zu setzen. Denn Patentrezepte gibt es auch im Fussball nicht!

    Liebe Trainerkollegen,


    fast unbemerkt von der Öffentlichkeit findet sich in der aktuellen DFB-Jugendordnung auf der letzten Seite folgender Hinweis:


    "II. Spielbetrieb
    a) Der Spielbetrieb soll wie folgt geregelt werden:

    Bei den F-Junioren und jünger soll kein Meisterschaftsbetrieb stattfinden. Den Mitgliedsverbänden wird empfohlen, dies im allgemeinverbindlichen Teil ihrer Jugendordnung zu verankern. Statt eines Meisterschaftsspielbetriebs sollen ausschließlich Freundschaftsspiele oder Turniere mit verkürzter Spielzeit durchgeführt werden.

    Bei den E-Junioren kann ein Meisterschaftsbetrieb mit kleinen Gruppen und einer geringen Anzahl von Spielen aufgenommen werden. Die Meisterschaftsspiele sollen sich auf Kreisebene beschränken. Es wird
    empfohlen, im Herbst und im Frühjahr getrennte Spielrunden durchzuführen, wobei die Gruppeneinteilung im Frühjahr nach dem Leistungsstand der Herbstrunde vorgenommen werden kann.


    b) Zusätzliche Spiel- und Übungsformen mit Spielen Vier-gegen-Vier werden in allen Altersklassen empfohlen.


    c) Das Betreten des Spielfeldes ist ausschließlich Betreuern und Trainern gestattet.


    d) Der Fair-Play-Gedanke steht bei Trainern, Betreuern und Familienmitgliedern im Vordergrund. Die Mitgliedsverbände werden gebeten, besondere Verhaltensregeln für Trainer, Betreuer und von Begleitpersonen von Mannschaften der Altersklassen D-Junioren und jünger zu erlassen. Die Verantwortlichen der Vereine sollen darin verpflichtet werden, mäßigend auf Familienmitglieder und andere Zuschauer einzuwirken.


    III. Kindgerechtes Fußballspiel
    Bei Spielen der F-Junioren und jünger, gegebenenfalls auch bei den E-Junioren, sollen zur Ermöglichung eines kindgerechten Fußballspiels nachfolgende Grundsätze der sogenannten „Fair-Play-Liga“ beachtet werden:


    a) Die Spiele werden ohne Schiedsrichter ausgetragen. Die Spielerinnen und Spieler treffen die Entscheidungen auf dem Platz selbst.


    b) Die Trainer geben nur die nötigsten Anweisungen und halten sich zurück. Sie unterstützen die Spielerinnen und Spieler unter Berücksichtigung ihrer Vorbildfunktion aus einer gemeinsamen Coaching-Zone.


    c) Alle Zuschauer halten mindestens 3 Meter Abstand zum Kleinspielfeld ein, wobei das Großfeld nicht betreten werden darf. Dies gilt insbesondere auch für Familienmitglieder der Spielerinnen und Spieler."


    Hierzu mein kurzer Kommentar:
    Vermutlich wird es noch Jahre dauern, bis diese Regeländerungen flächendeckend wahrgenommen und umgesetzt werden? Es sei denn, der DFB unterstützt es mit einer wirksamen öffentlichen Kampagne, in der auch um das Verständnis für diese Regeln geworben wird!

    dikon


    Also wenn deine Truppe nach wie vor nicht mit der nötigen Agressivität in die Zweikämpfe geht, dann solltest du die Vertrauensfrage stellen. Wenn alle Maßnahmen, wie Rundenlaufen, Kniebäugen, Liegestütz sowie Anschreihen nichts gefruchtet haben, dann haben die auch keinen erfolgsorientierten Trainer verdient! Soll doch diese "Weicheier" trainieren wer will, aber verwende du doch deine kostbare Freizeit nicht mit dieser Gurkentruppe :thumbup: !

    coach84


    Nun sind deine Infos ja wirklich spärlich, weshalb ich vermute, dass ihr mit Innen- und Außenverteidigern spielt? Auch finde ich keinen Hinweis auf die Liga?


    Deshalb würde ich gerne noch vor den Tipps erfahren, ob deinen Außenverteidigern soetwas nicht passiert? Das vermute ich nämlich, denn es gibt beim Versuch ballorientiert zu spielen 3 sehr häufig vorkommende Fehler in der Kette:


    1. Die Kette steht zu hoch (an der Mittelfeldlinie), sodass der Gegner sehr leicht darüber hinweg oder zwischen die Schnittstellen von IV und AV spielen kann. Die Abwehr muß in solchen Fällen
    mit dem Gesicht zum eigenen Tor verteidigen und keinen Druck auf den Ball ausüben.


    2. Als weitere Folge einer zu hohen Kette werden die 6-er nach außen abgedrängt. D.h. lange Bälle (gegnerische Abschläge oder Flugbälle) werden nicht von den 6-ern, sondern von den IV attackiert. Weil
    dabei natürlich auch die gegnerische Offensive stört, kann es passieren, dass die IV nicht an den ersten Ball kommen und eine unmittelbare Torchance daraus entsteht.


    3. Umschaltspiel dauert zu lange. Bei gegnerischer Balleroberung wird zulange für das Umschalten benötigt. Statt den Gegner bereits beim Spielaufbau zu stören, bleiben die Offensivspieler stehen oder traben
    langsam zurück. Das Mittelfeld kommt ebenfalls nicht hinter den Ball und die Abwehr läßt sich nicht fallen, sondern versucht vergeblich in ein 1 : 1 in Mittelfeldhöhe zu gelangen. Ein geschickt agierender
    Gegner kann diese ungeordnete Formation durch einen geschickten Pass aushebeln.


    Bei einer guten Staffelung werden kleinere Umschaltfehler verziehen. Auch sollte Jugendspieler noch nicht in ein zu enges taktisches Korsett bei der Aufgabenerfüllung stecken. Tore werden nun einmal aufgrund von Fehlern erzielt. Ein 5 : 5 ist dabei meistens spannender als ein 0 : 0!

    open-minded


    Klar muß man im Haus spielen, wenn es draußen mal nicht geht. Wir stehen 3 : 2 + 1. + 1 ist der Hund, der sich immer nicht entscheiden kann, mit wem er zusammen spielen will und manchmal einfach mit dem Ball abhaut und wir hinter ihm herjagen sollen.


    Das Ergebnis sind unzählige zerbrochene Vasen, eine Fensterscheibe, ein zerbrochenes Regal. Aber was ist das gegen die Leidenschaft, hinter einen kleinen Ball herzujagen?


    Wenn jemand aus der Familie (aus welchen Gründen auch immer) ausnahmsweise nicht mobil ist, gibt es die Luftballon-Variante! Dabei werden die Fussballschuhe in die Hand genommen. Der immoble Mitspieler greift sitzend oder liegend als Anspielpartner ins Spielgeschehen ein. Kaktusse oder andere spitze Gegenstände sollten zwecks sparsamen Verbrauch von Luftballons jedoch vorsichtshalber in sicherer Entfernung verwahrt werden! Wer es noch lustiger mag, der fülle neben reichlich Luft noch einen runden Kaugummi oder eine Murmel in den Ballon. Dann fliegt er noch unkalkulierbarer!

    Weil auch Trainer den Querschnitt der Bevölkerung bilden, wird es Fehlverhalten (eigene Fehler sind Kavaliersdelikte, Fehler anderer dank Machtübertragung bestrafbar) geben.


    Der Umgang mit Fehlverhalten innerhalb der Gruppe verlangt Fingerspielengefühl, gerade im unteren Jugendbereich. Das bekommen nicht alle gleich hin!


    Vielleicht sollte man den "Kampfhund-Erlass" für Trainer im unteren Jugendbereich einführen? :thumbup:

    @pegasus77


    Richtig ist, dass jeder im Rahmen einer Ausbildung soviel mitnehmen kann, wenn er kann. Wenn ihm jedoch aufgrund fehlender Erfahrungen und Fähigkeiten wesentliche Teile des Grundwissens fehlen, wird er entsprechend weniger Nutzen daraus ziehen können, da er die Theorie noch nicht mit der Praxis abgleichen kann. Darin stimme ich voll mir dir überein. Deshalb ist es wichtig, die Erwartungen der Trainer und Vereine zu kennen!


    Ich denke, für den Breitensportbereich ist das aktuelle DFB-Angebot genau richtig. Ich bin sogar davon überzeugt, dass es im Laufe der Zeit noch besser werden wird. Für den Leistungsbereich bin ich hingegen skeptisch, ob man in 40 LE bereits die Erwartungen der Leistungsvereine erfüllen kann, wenn als Voraussetzung zur Teilnahme lediglich eine Mannschaftstrainerlizenz erforderlich ist. Hier weiß ich, dass auch der DFB mit Ergebnissen aus dieser Bewerbergruppe unzufrieden ist.


    Wie ich aber bereits schrieb, scheint der DFB entweder seine Klientel der TW-Trainer (in der Regel ein paar Jahre älter, jedoch mit umfangreichem Wissen und Erfahrungen ausgestattet) nicht zu kennen, sonst hätte sie die Anforderungen speziell darauf ausgerichtet, statt lediglich eine Kopie ihrer Mannschaftstrainerausbildung anzubieten. Wenn es für einen Profiverein keine Rolle spielt, ob ein TW-Trainer aufgrund seines Alters oder Sportverletzungen nicht alles selbst zeigen, dafür jedoch alles analysieren, erklären und korrigieren kann, warum zweifelt der DFB an diesem Profil und stellt andere Anforderungen?


    Für mich fängt beim Konzept spätestens an der Stelle an lächerlich zu werden, wo der DFB nicht einmal registriert und analysiert, warum wir seit vielen Jahren ohne Hilfe des DFB Torleute mit Weltklasseformat ausbilden! Wäre das der Fall, so hätte man von einer Kopie des Mannschaftstrainer-Lizenzkonzepts Abstand genommen. Die Begründung: fehlendes taktisches Verständnis ist für mich deshalb vorgeschoben, weil auch viele der heutigen Profi-TW-Trainer während ihrer aktiven Zeit noch nicht mit "Kette" gespielt haben. Der taktische Teil, ballorienitere Abwehr und Spieleröffnung sollte in die Trainerausbildung integriert werden. Für mich sind die 40 LE der Versuch, in einem "Crashkurs" TW-Trainer auf eine Abenteuerreise zu schicken. Denn diese TW-Trainer dürfen dann, wenn sie keine entsprechenden Erfahrungen besitzen, die Kritik ausbaden, die eigentlich dem DFB aufgrund ihres noch unausgegorenen Ausbildungsangebots gebührt!


    Richtig ist, dass man im Breiten- und manchmal auch im Leistungsbereich auf "TW-Trainer alter Schule trifft", die genauso ein TW-Training machen, wie sie es früher kennengelernt haben. Es dient hauptsächlich der Fitness. Auch findet man spielfremde Übungen (z.B. sitzend auf einen gegnerischen Ball zu warten) darin.


    Die überwiegende Anzahl der TW-Trainer im Leistungs- und erst recht im Profibereich haben in den vergangenen Jahren aufgrund der deutlichen Zunahme und sich verändernden Anforderung der Torleute im modernen, ballorientierten Spiel enorm dazu gelernt. Gerne hätte man die Unterstützung des DFB dafür in Anspruch genommen. Hier wurden auch Chancen vertan. Bereits bei der Bildung des Anforderungsprofils und der Definition der Inhalte hätten diese Vereine mit ins Boot geholt werden sollen, um das vorhandene Know-How zu nutzen.


    Für den Breitensportbereich ist die jetzige DFB-Ausbildung sicherlich eine Bereicherung. Für den Leistungsbereich werden andere Anforderungen gestellt, die derzeit leider nur teilweise abgedeckt werden.


    Ganz zu schweigen von der noch fehlenden Differenzierung der Zielgruppen nach ihrem späteren Einsatz. So lese ich aus deinen Daten, dass du im Frauen-Leistungsfussball als TW-Trainer aktiv bist. Selbst in der Landeliga wirst du vermutlich kaum auf spezielle TW-Trainer-Kollegen treffen? Jedoch brauchen Frauen teilweise ein anderes TW-Training als Männer. So haben viele Torfrauen Probleme mit hohen Bällen. Aufgrund geringerer Körperlänge und Muskelkraft ein umfangreiches Stellungsspiel und spezielles Sprungtechniken erlernen. Auch in der Spieleröffnung macht es Männern dank größerer Kraftreserven weniger Probleme den Ball auf kurze, mittlere oder größere Entfernung zu plazieren. Aufgrund der etwas gerineren Reichweite ist das beidfüssig TW-Training bei den Frauen noch wichtiger, weil sie sonst nicht schnell und sicher genug den Ball ablaufen können. Denn dort ist der Hechtsprung nur noch ein letztes Mittel, wenn alle anderen Möglichkeiten ausscheiden!
    In der Ausbildung der Mannschaftstrainer wird immerhin schon zwischen Breiten- und Leistungssport unterschieden. Auch gibt es immerhin schon zwischen Jugend- und Seniorenbereich unterscheidet, wird bei der TW-Trainerausbildung aufgrund nicht vorhandener Fachkenntnisse noch nicht zwischen Männer- und Frauen-TW-Training unterschieden. Ab dem Einsetzen der Pubertät gibt es signivikante Unterschiede, denen in der Ausbildung Rechnung getragen werden sollte. Hier werden lediglich im Mannschaftstrainerbereich erste, zarte Versuche unternommen und Trainer bis einschließlich der Frauen-Bezirksliga zu Kurzseminaren eingeladen. An alles, was darüber hinaus geht, traut man sich derzeit noch gar nicht heran.

    StG


    Zurück zum Straßenfussball meint, das Kinder sehr gut voneinander lernen und das Spiel nicht fortwährend durch den Trainer unterbrochen wird. Während vor 5 - 10 Jahren die angehenden Trainer noch so ausgebildet wurden, dass sie bei jedem erkennbaren Fehler das Spiel unterbrechen und korrigieren sollen, wird heute erst dann korrigiert, wenn Zufälligkeiten ausgeschlossen werden können. Denn genau, wie ein Spieler etwas zufällig richtig machen kann, kann er es auch zufällig falsch machen.


    Bitte schau dir das Thema nochmals unter www.dfb.de an, dann wirst du sicherlich erkennen können, das etwas anderes als du glaubst darunter verstanden wird.


    Zum Thema: keine Aufstellung nach Leistung im unteren Jugendfussball, Positionsrotation findest du dort ebenfalls genügend Informationen. Aber auch hier im Forum geben teils erfahrene Trainer gute Tipps, in denen jeder etwas für sich mitnehmen kann.


    Ich finde es super, dass du den Mut gefunden hast, hier deinen Beitrag zu leisten. Denn nicht immer ist es als Außenstehender einfach, auf Basis einer Information sich eine Meinung zu bilden und damit auch wirklich eine Hilfe zu leisten. Falls es allerdings "privat" wird, klärt es bitte nicht hier im Forum.

    togo


    Leider findet sich in jedem zweiten Satz ein Widerspruch. So sprichst du einerseits von wiederholten, unvorhersehbaren Situationen " ... so ist es auch heute wieder ...". In einem anderen Thread beschreibst du: "Der Trainer erreicht die Mannschaft nicht mehr" von deinen Erwartungen an die Mannschaft.


    Der Erwerb einer Trainerlizenz bietet noch keine Gewähr dafür, anschließend erfolgreich tätig zu sein. Gerade die Basis-Trainerlizenz zeigt er einen Weg vor, der noch durch Erfahrungen gefüllt, gegangen werden soll.


    Wenn du einen Rat möchtest, dann solltest du zunächst einmal deine Erwartungen zu Ziele sortieren und sie erst dann mit den Aufgaben eines Trainers in Verbindung bringen. Sonst wird es bei einer Krisensitzung nicht bleiben.


    Ich kann deshalb den Worten von "Zodiak" nur zustimmen, das Zweifel darin bestehen, was Regel und was Ausnahmen bei dir sind!

    Frühlingsonne


    Das, was du beschreibst, kommt jährlich mehr als Tausend Mal vor! Einem jungen Talent werden vom Heimatverein Steine aus unterschiedlichen Motiven in den Weg gelegt. Wobei der Hauptgrund nicht einmal kurzfristiger Natur (z.B. Nichtteilnahme an einem Meisterschaftsspiel) ist, sondern ein späteren Wechsel zu einem größeren Verein mit Leistungsabteilung befürchtet wird. Leider fehlt es an ausgewogener und fachlich fundierter Informationsquelle, weshalb sowohl der Heimatverein als auch Abwerbervereine den Eltern das Erzählen, was am besten wirkt. So agiert der Heimatverein mit der Angst der Eltern, dass das Kind im Falle eines Mißerfolgs nicht zum Heimatverein zurück kehren könnte und somit endgültig aus der Mannschaft, in der seine Freunde kicken, ausgestoßen wird. Der Abwerberverein mal den Eltern und Talenten die Karrieremöglichkeiten in rosaroten Farben aus, wohlwissend, dass dieses Ziel sehr, sehr schwer zu erreichen ist.


    Unabhängig von den jeweiligen Vereinsinteressen steht das Interesse des Talents und seiner Eltern als Stellvertreter an einer bestmöglichen Ausbildung. Dafür gibt es die zusätzliche Förderung in der Kreisauswahl, dem DFB-Stützpunkt, der Verbands- und schließlich der DFB-Auswahl. Den Eltern zur Seite gestellt sind die Regelungen zur Teilnahmeberechtigung.


    Es ist allen Kreisen und Staffelleitungen bekannt, dass das Stützpunkttraining in ganz Deutschland generell montags nachmittags stattfindet, Funktionsspieltage, Turniere und Sichtungen sonntags vormittags stattfinden. Sie können also ihre Planungen für Spielansetzungen dementsprechend planen. Weil auch die Vereinsverantwortlichen Kenntnis über die zeitlichen Abläufe haben, kann auch dort die Trainingsgestaltung zuverlässig geplant werden.


    In den wenigen Fällen von zeitlicher Überschneidung wird es dem Talent anheim gestellt, ob es lieber an der Fördermaßnahme oder dem dem Spiel der Mannschaft seines Heimatvereins teilnehmen möchte.


    Bei all dem sollte das interesse der Beteiligten sich jedoch um die Vorteile des Kindes drehen. Deshalb die Aussage: "Das Stützpunkttraining ist für das Talent, die Teilnahme des Talents am Punktspiel für die Mannschaft gut."

    Ich denke, wir sind uns alle darüber einig, das im unteren Jugendbereich der Fussball reines Hobby ist und für die meisten auch ein Hobby bleibt.


    Damit das Kind den Fussball als Hobby wahrnimmt, muß es den Spaß dabei fortwährend erleben.


    Werden die Erwartungen (Spaß am Fussball) nicht erfüllt, wird das Kind je nach Altersstufe nach kurzem oder längerem Warten, sanft oder heftig reagieren.


    Weil die Ursachen dafür vielfältig sein können, gilt es zunächst eine Checkliste aus den Bereichen:
    - Training: altersgerecht, abwechselungsreich, insbesondere Vermeidung von Wartezeiten, angemessenen Regenerationspausen,
    - Mannschaftsführung: positives Coaching, Wohlfühlen im Team (u.a. Kommunikationsschnittstellen zu den Spielern, Eltern)
    - Berücksichtigung gesundheitlicher Einschränkungen einzelner Kinder (z.B. ADS)


    zu erstellen. Da dies für unerfahrene Trainer noch etwas schwierig ist, empfiehlt sich dabei einen erfahrenen Trainerkollegen oder Jugendleiter zu Rate zu ziehen.


    Bevor aus einer situativen Überforderung, die fast jeder Trainer schon einmal erlebt hat, eine aus der eigenen Kindheitserinnerung resultierende Bestrafung als Antwort erwogen wird, möchte ich zu bedenken geben, das Kinder noch vor nicht allzulanger Zeit rechtlos waren und es an der Zeit ist, sie nicht nur als Iniduviduen, sondern als gleichberechtige Partner wahrzunehmen.


    Während ein Kind aus Langeweile oder Frust stört, fallen uns weitaus fiesere Methoden einer Demütigung Anderer ein. Auch kann ich mir kaum vorstellen, dass die Bestrafung einem normalen Trainer wirklich Spaß macht! Sie ist lediglich Ausdruck einer situativ bedingten emotionalen Überforderung. Ein besonderer Reiz in dieser Situation besteht dann darin, seine besondere Machtposition als Erwachsener wie auch als Trainer dazu zu mißbrauchen, die Taten der Kinder zu bestrafen, jedoch gleichzeitig diese eigene Unzulänglichkeit als Kavaliersdelikt zu betrachten.


    Wenn du ein Problem mit der Mannschaft oder einem Spieler dieser Mannschaft hast, dann bist du immer auch ein Teil dieses Problems. Löse es oder die Sichtweise darauf! Aber bestrafe nicht dich oder die Anderen! Ohne gewonnene Erkenntnisse aus solchen Situaitonen wirst du sie fortwährend fürchten und vermutlich den Spaß am Trainerjob irgendwann verlieren!