Beiträge von Follkao

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    Hm, wie alt sollen die denn gewesen sein, wenn er seit 2 Jahren daran arbeitet und die vorher schon jahrelang "auf der Straße" gespielt haben. Und wenn er es 2 Jahre vergeblich versucht hat, dann wird er es wohl nie schaffen oder er will es gar nicht. ;o)

    Andre, Ranwie, Uwe
    Ich habe ihn eher so verstanden, dass sie parallel auf der Straße spielen.
    Es handelte sich um eine Multi-Kulti-Truppe aus - na ja sozialer Brennpunkt wäre übertrieben, aber so richtig schön ist es da auch nicht...
    Ich habe das auch gar nicht als gegeben hingenommen, da ich es ja zu Hause auch anders wahrnehme. Wenn Du aber aus einer Gegend kommst, wo nur der Ellenbogen zählt und Rücksicht keine Rolle spielt, lernst Du sicherlich auch im Straßenfußball andere Dinge...


    Zitat

    Das höre ich ganz oft, ist aber m.E. falsch. Es ist meist ein einzelner Spieler, der so handelt. Dann passiert etwas. Die einen brüllen 'Foul' und die andere Seite winkt ab. Ein Wort ergibt das andere. Es werden Emotionen von außen auf's Spielfeld getragen. Und erst dann kann man von kollektivem Handeln sprechen. Ansich schlimm genug.

    Tom Bombadil
    In diesem Fall war es nicht so. An der Seitenlinie war es vollkommen ruhig und besonnen. Ich hatte den Eindruck, dass der Kollege mit der Reaktion seiner Mannschaft selbst nicht einverstanden war. Könnte mir aber vorstellen, dass es damit zusammenhing, wie er sie vorher eingestellt hatte. Sie hatten einen leichten Gegner erwartet.

    Seit wir in der E-Jugend sind, hatten wir auch ein paar Spiele, in denen es härter zur Sache ging. Ich sehe die Gründe dafür aber differenzierter:


    Unsere Mannschaft besteht zu ca. 3/4 aus 2001ern. Wir spielen in einer Staffel, die zu gefühlten 90% aus 2000ern besteht. Im Schnitt sind wir also körperlich eher unterlegen. Häufig handelt es sich dabei aber um "normalen" Körpereinsatz, der für mich zum Fußball gehört.
    Es gab aber auch Spiele, in denen es anders war: Aufgrund unserer Ergebnisse zu Saisonbeginn sahen wir für den einen oder anderen wie ein leichtes Opfer aus. Nachdem die Jungs aber auf dem größeren E-Jugend-Feld angekommen waren, waren wir kein leichtes Opfer mehr. Der erste Gegner, der das feststellen musste, packte dann recht bald die Sense aus. Ich hatte aber nicht den Eindruck, dass die vom Ergebnis getrieben wurden. Es war mehr die Überraschung, mit der die Spieler dieses Gegners nicht zurechtkamen. Das "System", mit dem sie anfingen, war offensichtlich darauf ausgelegt, reichlich Tore zu schießen...


    Bei einem anderen Gegner war es so wie Andre beschrieb: Vom Ergebnisdruck getrieben ging es mit offener Klinge in den Gegner. Bei einem Foul waren wir froh, dass unser Spieler nichts gebrochen hatte. Foulender war der Sohn des (pfeifenden) Trainers...


    Der Fakten/der Beweis; dazu reicht meiner Ansicht nach eine einzige alles beantwortende Frage:


    Würden die Kids miteinander so brutal sein, wenn sie zu Hause auf der Wiese selbst in gemischten Altersgruppen spielen?

    Da hatte ich ein anderes Erlebnis: Nach einem Turnierspiel gegen eine technisch starke aber auch agressiv und oft unfair spielende Mannschaft sagte ich zu dem Trainer, er habe eine Klasse-Truppe, die aber oft zu agressiv sei. Er sagte: "Das sind alles Straßenfußballer. Auf der Straße pfeift keiner, wenn sie unfair sind. Ich arbeite seit 2 Jahren daran, das rauszukriegen. Geht aber langsam voran..." Ich muss oft an dieses Gespräch denken, wenn ich hier lese, man solle den Kindern den Straßenfußball zurückgeben.

    Der DFB wünscht sich ausdrücklich nicht nur eine Bewegung von "oben", die Initiative muss auch von der Basis kommen.

    Das habe ich schon verstanden. Ich bin ja schon glücklich, wenn es eine Bewegung "auch von oben" über alle Landesverbände gibt. Da hat es bislang nämlich gefehlt.

    Man muss Kinder nicht mit Rotation quälen.


    "Hardcore-Rotation", bei der jeder Spieler auf jeder Position spielt, muss es m.E. nicht sein.
    Wir praktizieren deshalb "Rotation-light". D.h., dass jeder im Laufe einer Saison auf mehreren Positionen spielt. Dabei muss ich aber nicht unbedingt einen kleinen Linksfuß mit der Position hinten rechts quälen. Wenn er hinten links, vorne links, vorne rechts und vllt. auch mal vorne zentral spielt, ist das durchaus genug an Rotation. Die Positionen, auf denen er am wenigsten zurechtkommt, müssen es ja nicht unbedingt sein.
    Ausnahme ist natürlich die "disziplinarische Rotation". Wer einen großen Mund hat, darf ruhig mal lernen, was er nicht kann.

    Interessant finde ich zum jetzigen Zeitpunkt, dass man Hochkaräter aus der DFB-Zentrale für dieses Thema gewinnen konnte. Die Veröffentlichung des Videos auf der DFB-Website spricht ja auch dafür.


    Ich wünsche mir allerdings, dass das Thema vom DFB breit in alle Landesverbände getrieben wird.


    Nur mal zur Erinnerung: Während im FVM schon flächendeckend die Fairplayliga eingeführt wird, wird anderenorts noch ein Kreismeister bei der F- und sogar G-Jugend ausgespielt.

    Die Information ist für mich der Knackpunkt.
    Ich möchte niemanden verurteilen, der aus Unwissenheit in großem Maße gegen KiFu-Prinzipien verstößt. Die Möglichkeiten zur Information hätte der DFB, der sich aber nicht darum kümmert. Der vorhandeme Flyer ist weniger als ein Tropfen auf dem heißen Stein.
    Wäre es möglich die Medien, mit ins Boot zu holen? Ich kann mir gut vorstellen, dass unsere regionale Tageszeitung das Thema aufgreifen würde. Gerade rund um die großen regionalen Kinderturniere im Juni ist der Kinderfußball immer wieder vertreten.
    Würden Kicker und Sportbild evtl. auch über das Thema berichten?


    Und ich habe selber in der Praxis erlebt, dass dies funktioniert. In einem ganz kleinen Rahmen. Auf meinen Wunsch haben die Väter in der Feldsaison immer Montags ein zweites Training organisiert. Immer abwechselnd durch vorheriges Eintragen in eine Liste ( Stichwort Gruppendruck ;) ). Vorher habe ich an einem Abend für zwei Stunden mit den Vätern eine TE absolviert mit abschließendem Bierchen. Dabei habe ich ihnen in Kurzform Wettkampfspiele und Trainingsformen aufgeschrieben und natürlich DFB-Online und Soccerdrills empfohlen. Alle ( Kinder und Väter !! ) haben richtig Spaß an diesem Training. Und auf Wunsch musste ich zwischendurch mit den Vätern für neue Anregungen eine neue TE durch ziehen. Okay. Könnte auch an dem Bierchen liegen :rolleyes: Und ich bin mittlerweile der Überzeugung, dass ein Trainerkoordinator hier qualitativ noch wesentlich mehr raus holen könnte!! Auch bei anderen Vätern / Anwärtern.


    Aber leider ist es so, dass du bei solchen Vorschlägen als Fantast und/oder Miesmacher bezeichnet wirst. Leider.


    Respekt, Steini. :thumbup:

    Keine Ahnung ob die Zahl stimmt, aber in der Zeitung stand, dass ca. 10% aller Fussballprofis nach der aktiven Karriere ausgesorgt haben. Demnach sind die tragischen Fälle nicht die, die sich mit 20 verletzen, sondern die, die bis 35 dabei bleiben, aber immer nur soviel verdienen, wie sie zum Leben brauchen.

    Tragisch sind die Fälle, die das sofort verbrauchen, was sie verdienen.


    Bei diesen 10% muss man halt berücksichtigen, dass auch in der 3. Liga Profis am Werke sind. Die verdienen sicherlich auch teilweise sehr gut - aber so viel, dass man ausgesorgt hat, ist es garantiert nicht.
    Wer 10 Jahre in der 1. Liga als Profi war, dürfte aber ein gutes Polster haben. Wer natürlich sein Einkommen direkt in seinen Hummer, seinen Lamborghini und seine Rolex-Sammlung investiert, hat nicht so ein Polster.

    Den Eltern kann man nur raten das abchecken zu lassen, Psychologe und Neurologe.
    Kenne einen Fall bei dem man herausgefunden hat das das Kind motorische Dyspraxie hat, nichts ansteckendes oder bedrohliches, eine neurologische Störung die die Vernetzung im Gehirn betrifft.
    Das Kind bekommt jetzt ergotherapeutische Betreuung.
    Den Eltern,dem Lehrer und dem Kind geht es jetzt viel besser, alle wissen daß das Kind hochmotiviert ist und sein bestes versucht. Er hat auch durch die Ergotherapie große Fortschritte gemacht.
    Natürlich einem Elternteil zu raten zu einem Psychologen oder Neurologen zu gehen ist sehr mutig und kann auch in die Hose gehen.

    Als Trainer würde ich den Rat nie geben. Dafür bin ich nicht qualifiziert. Ich kann den Eltern sagen, was ich beobachte. Was sie mit der Information machen, ist ihre Sache. Falls das Kind sich in anderen Lebensbereichen ähnlich verhält, werden Lehrer bzw. Erzieherinnen im KiGa den Eltern die entsprechenden Ratschläge geben. Und die sind auch entsprechend qualifiziert.

    Ich kann diese Frage nicht mit einem klaren 1 oder 2 beantworten.
    Was würden Kinder antworten, wenn man sie fragen würde "Möchtest Du lieber gar nicht im Verein Fußball spielen oder bei einem doofen Trainer im Verein Fußball spielen?"
    Es gäbe sicherlich welche, die dann lieber gar nicht spielen. Es gäbe aber auch viele, denen das egal wäre.


    Gibt es Trainer, die gegen alle KiFu-Prinzipien verstoßen? Zwischen dem perfekten Kindertrainer und dem, der gegen alles verstößt, gibt es reichlich Zwischenstufen.


    Ich tendiere dazu, dass die meisten Zwischenstufen besser sind als gar kein Trainer.

    @ Uwe
    nur ganz kurz zu Punkt 2.
    hier erklärt sich eine ganze Menge. Leider sieht man auch wieder einmal die Macht der Provinzfürsten.
    Ich fasse es einfach nicht.


    http://www.dfb.de/uploads/media/Antraege_Bundestag_01.pdf (Seite 78 Antrag 32)

    Da bleibt mir die Spucke weg. Da soll noch einer sagen, dass beim DFB Fachleute sitzen...

    Was ist schlimmer?
    Ein Kindertrainer, der die Philosophie Kinderfußball nicht verstanden hat und die Kinder trotzdem trainiert oder kein Trainer?


    Ich würde mich über Antworten freuen.

    Ich habe darauf keine Antwort. Bezogen auf den obigen Link von Dirk aber eine Ergänzung: Was ist mit dem Funktionär, der die Philisophie Kinderfußball nicht verstanden hat... :?:

    Nach Deiner Logik müsste ich die Lehrer meiner Kinder wegen Körperverletzung anzeigen. Sie quälen sie nämlich mit Mathematik. Meine Tochter sitzt manchmal weinend bei den Hausaufgaben...

    Ach nochwas, ich bin mir ziemlich sicher, dass auch in deinem Landesverband keine Platzierungen im G- und F-Ling-Bereich mehr bekannt gegeben oder noch schlimmer ausgespielt werden dürfen.
    Diese DFB Richtline ist, wenn mich nicht alles täuscht, von allen Landesverbänden umgesetzt worden.

    Naja, Andre - wenn das genau so umgesetzt wäre, gäbe es diese Diskussion nicht. Es gäbe keine "wichtigen Spiele", es gäbe keine Halbfinals und Finals und es gäbe auch keine Veranlassung, ein bestimmtes Spiel gewinnen zu wollen. Ob ich das vom "Geist des Spiels her" besser fände, steht auf einem anderen Blatt - aber ich könnte damit leben.
    Dass der DFB Dinge, die ihm wichtig sind, verbandsweit umsetzen kann, hat D9 gezeigt. Dieses Thema wird nicht verbandsweit umgesetzt...

    Jüngst habe ich vernommen, dass es einen DFB-Parteitag oder so ähnlich gibt. Dort wurde die 9èrFeld-Geschichte von allen Verbänden beschlossen.


    Weil das dort so geschehen ist -alle ziehen an einem Strang- bricht sich das nun bis in den kleinsten Verein hinunter und wird Bundesweit umgesetzt.


    Ich erhebe nicht den Anspruch, das meine Ausführung so exakt ist....so habe ich es aber verstanden. Vorrausgesetzt das stimmt so....muß ich sagen....dass das eine wahnsinns Sache ist, das die mal alle an einem Strang zogen. Ist doch klasse und läßt auf weitere gute Zusammenarbeit hoffen.

    Und da frage ich mich dann, warum das, was bei der D9-Entscheidung geht, bei den wichtigen Themen im KiFu nicht geht.
    Ich könnte jetzt behaupten, dass dem DFB und den Landesverbänden alles unterhalb der D-Jugend am A***h vorbei geht. Ich weiß es nicht... Könnte aber sein.

    Ach nochwas, ich bin mir ziemlich sicher, dass auch in deinem Landesverband keine Platzierungen im G- und F-Ling-Bereich mehr bekannt gegeben oder noch schlimmer ausgespielt werden dürfen.
    Diese DFB Richtline ist, wenn mich nicht alles täuscht, von allen Landesverbänden umgesetzt worden.

    Hi Dirk,


    ich befürchte, dass Dich in diesem Punkt wohl doch alles täuscht. Wenn Du Dir auf fussball.de die unterschiedlichen F-Jugend-Modi anschaust, findest Du reichlich Tabellen. Und wenn Du auf die Homepages der KFV gehst, findest Du sie sogar in der G-Jugend. Es ist dem DFB immer noch nicht gelungen, in diesem Punkt an einem Strang zu ziehen. Das Thema D9 zeigt aber, dass der DFB es grundsätzlich kann. Warum tut er es bei diesem Thema nicht? Keine Lobby? Kein Interesse? Nicht wichtig genug?

    Mal ´ne ganz blöde Verständnisfrage:


    Hier wird immer wieder vom Bankdrücker gesprochen. Redet Ihr vom "Jede-Woche-Bankdrücker" oder vom "Ausnahmsweise-mal-bei-einem-Turnierspiel-Bankdrücker"?


    Gehen wir mal von Letzterem aus: Was ist, wenn sich jetzt ein Kind beim wichtigen F-Jugend-Hallenturnier in den "Dienst der Mmannschaft stellt", und die Mannschaft das Finale verliert? Macht man das dann so lange, bis es klappt?


    6 F-Jugendmannschaften , gesichtet, so habe ich als Trainer der F3 annähernd Jungs mit gleicher spielstärke und Einstellung.
    Einsatz, Wechselerei, Trainingsgestaltung wäre für mich traumhaft gewesen.

    Stell Dir mal vor, Du trainierst in diesem Verein nicht die F3 sondern die F6. Da hast Du dann nur die Kleinen, die Dicken, die Unbeweglichen usw. Die kriegen Woche für Woche was auf die Mütze, weil selbst in der untersten Staffel die Gegner immer einen oder zwei haben, die etwas können. Wird in solchen Fällen gerne übersehen. Vor Trainern, die eine solche Mannschaft bei der Stange halten, habe ich großen Respekt.


    Nichts desto trotz macht eine leistungshomogene Einteilung das Training leichter.

    Aber jeder definiert "wichtig" anders.
    Endspiel um die Kreismeisterschaft? Ja, wahrscheinlich könnte ich auch schwach werden.


    So ein Vorgehen sieht man aber bei jeden Feld-Wald-Wiesen-Turnier. Ich kann mich noch gut an eine Situation erinnern: Wir hatten gegen eine der stärksten Mannschaften auf einem Turnier knapp verloren. War so ein richtig packendes Spiel mit wechselnder Führung. Ein Trainer einer anderen Mannschaft, sagte danach zu mir, was für ein tolles Spiel das war und wieviel Pech wir doch hatten. Ich antwortete, wir hätten halt komplett durchgewechselt während der Kollege auf der anderen Seite seine beiden Besten durchspielen ließ. Er sah mich mit einem Blick an als wolle er sagen "Ja und? Selbst Schuld".


    Ach übrigens: In solchen Fällen frage ich mich immer, ob sich diese Trainer gar nicht daran erinnern, wie kräftezehrend Hallenfußball ist. Wenn ich in der Halle 5 Min Gas gebe, bin ich gar. Manche Trainer lassen ihre Topleute an einem Tag 6 x 12 Min in der Halle durchspielen. Das sollten die mal selbst machen...

    Ich möchte ich hier den Gedanken anbringen, dass


    -man -gem. Dfb- Philosophie- unterscheiden sollte, bis zu welchem Alter man diesen Satz....."man den Eigensinn fördert"....benutzt. Solange das Passspiel (nicht der technische Pass)...sondern das Passspiel in der Gruppe oder gar Mannschaft nicht als Ziel hat, ....so ist es -aus meiner Sicht- sogar Sinnvoll, den Eigennutz besonders zu fördern. Also F und E und Minis.....alles o.k.....Torschützenkönig ist....und feiern.

    Ich habe auch kein Problem mit einer gesunden Portion Eigensinn in diesem Alter. Trotzdem freue ich mich nochmehr, wenn sie den Mitspiler sehen und anspielen.
    Was ist denn genau der Unterschied zwischen einer Torprämie von Opa, Papa oder wem auch immer und der Torjäger-Auszeichnung durch den Veranstalter? Für die Kinder gibt´s da keinen Unterschied.
    Für die Kinder geht es eher in die Richtung, dass sie nicht mehr denken "Wir wollen das Spiel gewinnen" sondern stattdessen "Ich will Tore schießen."
    Dass die Kinder lernen, sich als Mannschaft zu verstehen, ist auch ein Teil der fußballerischen Ausbildung...