Seit wir in der E-Jugend sind, hatten wir auch ein paar Spiele, in denen es härter zur Sache ging. Ich sehe die Gründe dafür aber differenzierter:
Unsere Mannschaft besteht zu ca. 3/4 aus 2001ern. Wir spielen in einer Staffel, die zu gefühlten 90% aus 2000ern besteht. Im Schnitt sind wir also körperlich eher unterlegen. Häufig handelt es sich dabei aber um "normalen" Körpereinsatz, der für mich zum Fußball gehört.
Es gab aber auch Spiele, in denen es anders war: Aufgrund unserer Ergebnisse zu Saisonbeginn sahen wir für den einen oder anderen wie ein leichtes Opfer aus. Nachdem die Jungs aber auf dem größeren E-Jugend-Feld angekommen waren, waren wir kein leichtes Opfer mehr. Der erste Gegner, der das feststellen musste, packte dann recht bald die Sense aus. Ich hatte aber nicht den Eindruck, dass die vom Ergebnis getrieben wurden. Es war mehr die Überraschung, mit der die Spieler dieses Gegners nicht zurechtkamen. Das "System", mit dem sie anfingen, war offensichtlich darauf ausgelegt, reichlich Tore zu schießen...
Bei einem anderen Gegner war es so wie Andre beschrieb: Vom Ergebnisdruck getrieben ging es mit offener Klinge in den Gegner. Bei einem Foul waren wir froh, dass unser Spieler nichts gebrochen hatte. Foulender war der Sohn des (pfeifenden) Trainers...
Der Fakten/der Beweis; dazu reicht meiner Ansicht nach eine einzige alles beantwortende Frage:
Würden die Kids miteinander so brutal sein, wenn sie zu Hause auf der Wiese selbst in gemischten Altersgruppen spielen?
Da hatte ich ein anderes Erlebnis: Nach einem Turnierspiel gegen eine technisch starke aber auch agressiv und oft unfair spielende Mannschaft sagte ich zu dem Trainer, er habe eine Klasse-Truppe, die aber oft zu agressiv sei. Er sagte: "Das sind alles Straßenfußballer. Auf der Straße pfeift keiner, wenn sie unfair sind. Ich arbeite seit 2 Jahren daran, das rauszukriegen. Geht aber langsam voran..." Ich muss oft an dieses Gespräch denken, wenn ich hier lese, man solle den Kindern den Straßenfußball zurückgeben.