Zunächstmal: Was meint Ihr, wenn Ihr den Begriff "System" in der F-Jugend verwendet? Meint Ihr lediglich die Grundformation oder ein System im Sinne von Laufwegen, Spielzügen, positionsgebundenen Aufgaben etc.?
Wenn eine F-Jugend deutlich verliert, liegt das in meinen Augen nicht an der Grundformation. Eigengewächs hat ja schon erzählt, dass in seinem Verein nur eine F-Mannschaft existiert. Da siehst Du gegen einen Verein, der innerhalb eines Jahrgangs noch auswählen kann, meistens schlecht aus.
Dinge wie Laufwege, Kreuzen, Standards....wären bei mir out....da kämen meine Spieler von selbst situationsbedingt drauf. Entweder ich bin ein Spinner oder ich habe recht...denke ich über mich selber. 
Ich weiß, dass einige situationsbedingt diese Lösungen finden. Ich weiß aber auch, dass manche sie nicht finden können. Und dann gibt´s noch die, die die Lösung durchaus finden, sie aber nicht anwenden können. Für beides habe ich Beispiele vor Augen.
Das hat viel mit geistiger Beweglichkeit zu tun. Daran kann ich als Trainer zwar auch mitarbeiten - meine Einflussmöglichkeiten sind aber sehr eingeschränkt.
Das würde ich auch auf keinen Fall üben in diese Alter (F), ...aber....macht es einer, würde ich loben und innerlich erkennen, dass genau das die Intelligenz ist, die ich erzeugen will. Genau das habe ich hier bei einer E 2 gesehen und ich weiss, dass die Trainerin dass nicht geübt hat, sondern die Koten sind über diese Art der Trainingsphilosophie selber darauf gekommen. DAS, genau das wäre mein Ziel. Gruß Andre
Kenne diese Mannschaft von Turnieren und einem FS. Da steckt ne Menge Spielwitz und Spielfreude drin.
Ich habe aber den Eibdruck, dass bei dieser Mannschaft auch das Umfeld passt. Neben dem Platz ist angenehme Ruhe.
Das Thema ist bei mir gerade auch aktuell weil mein Co in der F2 leiber 2-3-1 spielen möchte (haben sie auch letztes Jahr bei den Minis so gemacht und ich das 3-3 favorisiere). Vorher kurz angemerkt, ich habe in der D-Jugend (7v7) mit dem System 2-3-1 gespielt. Klappte bei uns auch super, und nach meiner Beobachtung ist das Umschaltverhalten der Mittelfeldspieler hier entscheidend. In der F- und E-Jugend ist für mich ausbildungsbezogen jedoch das 3-3 das Maß aller Dinge. Beim 2-3-1 sehe ich nämlich ein großes Problem.
Wie sieht es bei dir denn mit den 2 Abwehrspielern aus? Meine Vermutung ist, dass diese sich sehr selten mit ins Offensivspiel einschalten oder? War zumindest bei mir so. Bei einem 3-3 mit der Vorgabe mindestens ein Spieler der hinteren Reihe muss im Angriff mit unterstützen, werden aus meiner Sicht die Spieler mehr dazu annimiert, selbstständig zu erkennen und zu entscheiden, welcher Spieler sich mit einschaltet, welcher absichert. Das System sieht dann offensiv auch aus wie mit 2 Abwehrspielern, nur wird das den Kindern halt nicht so verkauft um sie von vorneherein in ihren Handlungen einzuschränken.
Und wie siehts mit dem Stürmer aus, wie arbeitet der zurück? Auch hier finde ich das beim 3-3 mit hinterer und vorderer Reihe, und der Maßgabe alle greifen an, alle verteidigen, die Spieler mehr in der Verantwortung sind sich gegenseitig zu helfen, und nicht als Stürmer denken, ich muss der Abwehr ja nicht helfen sondern nur Tore schießen.
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Nochmal in Kürze: Meiner Meinung nach sollte ein Spielsystem immer am Ziel der Ausbildung orientiert sein, und nicht am einfachen Sieg oder der vermeintlichen Stärke der Spieler. Wie sollen sie Defizite aufarbeiten oder Trainingsziele ausprobieren, wenn sie im Spiel nie die Chance dazu bekommen?
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Ich finde die 2-3-1-Grundformation auch besser. Das Wichtigste ist für mich aber die Positionsrotation. Dann hast Du auch nicht die oben beschriebenen Probleme. Das 2-3-1 schließt ja nicht aus, dass alle mit nach hinten arbeiten.
Wir haben am WE gegen einen Gegner gespielt, der in der 3-1-3 Formation spielte (bei uns spielt die E-Jugend 7+1 auf Halbfeld). Das 3-1-3 baut ja auf dem 3-3 auf. Wir spielen in einer 2-1-3-1-Formation, die sich aus dem 2-3-1 entwickelt hat. Wir hatten offensiv wie defensiv meistens Überzahl, weil die vorderen 4 des Gegners nicht mit zurückkamen und die hinteren 3 nicht mit aufrückten. Was ich damit ausdrücken will: Vorwärts- und Rückwärtsbewegung ist in diesem Alter keine Frage der Grundformation (von System spreche ich in diesem Alter nicht s.o.), sondern eine Frage der Entscheidung des einzelnen Spielers. Wenn er den Sinn des "Gemeinsam Tore schießen und gemeinsam Tore verhindern" verstanden und eingesehen hat, wird er in jeder Formation entsprechend handeln.
Kurz zusammen gefasst, bin ich halt der Meinung, dass man im zweiten Jahr der F-Jugend durchaus mit einem System spielen kann, wenn die Jungs die technischen Fertigkeiten dazu besitzen.
Dabei stellt sich mir immer die Frage, was man unter System versteht (s.o.).
Ich sehe es wie Du, dass die technischen Fähigkeiten die Grundlage für alles weitere sind.
Wenn Du Dich mit ihnen hinsetzt und an der Taktiktafel Spielzüge und Laufwege einstudierst, finde ich das in diesem Alter aber unangemessen. Dein Programm für die F-Jugend finde ich größtenteils gut. Aber sag mal - war es wirklich so, dass alle das zum Ende der F-Jugend beherrscht haben?