Beiträge von Follkao

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    Ich bin ja schon mächtig stolz darauf, dass einige meiner Spieler so sozial sind, dass sie ihm den Ball zuspielen oder ihn nicht attackieren, wenn er ihn mal hat. Aber auf Dauer bringt es das nicht, weder für ihn noch für die anderen Kids.

    Und an dieser Stelle sieht man dann, dass Deine gesunden Spieler auch etwas von diesem Kind gelernt haben.


    Aber fußballerisch gebe ich Dir natürlich Recht: Auf Dauer bringt´s das nicht.

    Ich kann Deinen Gedankengang verstehen. Wenn die Kinder aber gerne zum Fußball kommen, ist Fußball genau das richtige für sie. Wenn sie nicht mehr gerne Fußball spielen, werden sie es schon äußern. Anders liegt es bei Kindern, die von ihren Eltern zum Fußball geschickt werden.

    Zunächstmal: Was meint Ihr, wenn Ihr den Begriff "System" in der F-Jugend verwendet? Meint Ihr lediglich die Grundformation oder ein System im Sinne von Laufwegen, Spielzügen, positionsgebundenen Aufgaben etc.?


    Wenn eine F-Jugend deutlich verliert, liegt das in meinen Augen nicht an der Grundformation. Eigengewächs hat ja schon erzählt, dass in seinem Verein nur eine F-Mannschaft existiert. Da siehst Du gegen einen Verein, der innerhalb eines Jahrgangs noch auswählen kann, meistens schlecht aus.

    Dinge wie Laufwege, Kreuzen, Standards....wären bei mir out....da kämen meine Spieler von selbst situationsbedingt drauf. Entweder ich bin ein Spinner oder ich habe recht...denke ich über mich selber. ;)

    Ich weiß, dass einige situationsbedingt diese Lösungen finden. Ich weiß aber auch, dass manche sie nicht finden können. Und dann gibt´s noch die, die die Lösung durchaus finden, sie aber nicht anwenden können. Für beides habe ich Beispiele vor Augen.
    Das hat viel mit geistiger Beweglichkeit zu tun. Daran kann ich als Trainer zwar auch mitarbeiten - meine Einflussmöglichkeiten sind aber sehr eingeschränkt.

    Das würde ich auch auf keinen Fall üben in diese Alter (F), ...aber....macht es einer, würde ich loben und innerlich erkennen, dass genau das die Intelligenz ist, die ich erzeugen will. Genau das habe ich hier bei einer E 2 gesehen und ich weiss, dass die Trainerin dass nicht geübt hat, sondern die Koten sind über diese Art der Trainingsphilosophie selber darauf gekommen. DAS, genau das wäre mein Ziel. Gruß Andre

    Kenne diese Mannschaft von Turnieren und einem FS. Da steckt ne Menge Spielwitz und Spielfreude drin.
    Ich habe aber den Eibdruck, dass bei dieser Mannschaft auch das Umfeld passt. Neben dem Platz ist angenehme Ruhe.


    Ich finde die 2-3-1-Grundformation auch besser. Das Wichtigste ist für mich aber die Positionsrotation. Dann hast Du auch nicht die oben beschriebenen Probleme. Das 2-3-1 schließt ja nicht aus, dass alle mit nach hinten arbeiten.
    Wir haben am WE gegen einen Gegner gespielt, der in der 3-1-3 Formation spielte (bei uns spielt die E-Jugend 7+1 auf Halbfeld). Das 3-1-3 baut ja auf dem 3-3 auf. Wir spielen in einer 2-1-3-1-Formation, die sich aus dem 2-3-1 entwickelt hat. Wir hatten offensiv wie defensiv meistens Überzahl, weil die vorderen 4 des Gegners nicht mit zurückkamen und die hinteren 3 nicht mit aufrückten. Was ich damit ausdrücken will: Vorwärts- und Rückwärtsbewegung ist in diesem Alter keine Frage der Grundformation (von System spreche ich in diesem Alter nicht s.o.), sondern eine Frage der Entscheidung des einzelnen Spielers. Wenn er den Sinn des "Gemeinsam Tore schießen und gemeinsam Tore verhindern" verstanden und eingesehen hat, wird er in jeder Formation entsprechend handeln.



    Kurz zusammen gefasst, bin ich halt der Meinung, dass man im zweiten Jahr der F-Jugend durchaus mit einem System spielen kann, wenn die Jungs die technischen Fertigkeiten dazu besitzen.

    Dabei stellt sich mir immer die Frage, was man unter System versteht (s.o.).
    Ich sehe es wie Du, dass die technischen Fähigkeiten die Grundlage für alles weitere sind.
    Wenn Du Dich mit ihnen hinsetzt und an der Taktiktafel Spielzüge und Laufwege einstudierst, finde ich das in diesem Alter aber unangemessen. Dein Programm für die F-Jugend finde ich größtenteils gut. Aber sag mal - war es wirklich so, dass alle das zum Ende der F-Jugend beherrscht haben?

    ... Das macht also sieben Trainer in diesem Bereich pro Verein, zusammen sind das dann über €325.000,- für die Führungszeugnisse. Und wie viele Fälle durch Wiederholungstäter gibt es aus deiner Sicht?



    Keine Ahnung. Wie viele müssten es aus Deiner Sicht denn sein, damit die € 325.000,-- gut angelegt sind?


    Sieben Trainer pro Verein... Macht bei 13 € pro Trainer also 91 €... Was lassen sich diese Vereine eigentlich ihre 1. Herren im Durchschnitt so kosten...? Ich kann viele Gegenargumente zu diesem Thema nachvollziehen oder zumindest verstehen. Bei einer Kosten-Nutzen-Relation kommen wir aber nicht auf einen Nenner.

    Eben nicht, wenn man die versenkte Kohle an anderer Stelle nutzenbringender hätte investieren können. Oder mit weniger Geld den gleichen Nutzen erzielt hätte.


    ..., worauf der Verein aber keinen Einfluss hat. Stell Dir vor Du bist Vorsitzender eines Sportvereins, in dem es einen Fall von Missbrauch durch einen Wiederholungstäter gab. Würdest Du Dir die Frage stellen, ob Du es hättest verhindern können? Würden andere Dir die Frage stellen?
    Würdest Du antworten "Wir haben nichts gemacht, weil wir die Kosten-Nutzen-Relation unattraktiv fanden."?


    Beide Dokumente haben aber nichts miteinander zu tun. Und nach den Gründen für vermeintliche Selbstverständlichkeiten darf man IMHO durchaus fragen, viele 'Selbstverständlichkeiten' sind doch eher gewohnheitsbedingt als gut begründet. Damit meine ich wohlgemerkt nicht speziell diesen Fall, ich warne nur wieder vor dem Heranziehen ungeeigneter Analogien.


    In unserer Gegend ging vor ein paar Jahren ein Fall durch die Presse, wo ein wegen Kindesmissbrauchs Verurteilter erneut in einer Kindereinrichtung arbeitete und wieder Kinder missbrauchte. Hätte es diese Regelung damals schon gegeben, wären diese Kinder vor diesem Täter geschützt worden. Allein mit diesem Fall finde ich diese Selbstverständlichkeit schon gut begründet.


    Eben, aber nicht mal im Ansatz. Die Größenordnung müsste wohl um mindestens einen Faktor reduziert werden, ich vermute eher noch mehr. Und dann büßt die Maßnahme doch deutlich an Attraktivität ein.


    Würdest Du das so auch den Eltern eines Kindes sagen, das von einem Wiederholungstäter missbraucht wurde?


    Nur auffällig oder rechtskräftig verurteilt? Ersteres würde mich erschrecken, wenn ich so darüber nachdenke, wie schnell und intensiv hier die Gerüchteküche hochkocht, wenn angeblich mal wieder ein Kind nur knapp der Entführung entkommen ist. Und andererseits frage ich, wie viele potenzielle Trainer es gibt, auf die letzteres Kriterium zutrifft.

    Natürlich rechtskräftig verurteilt. Das Führungszeugnis ist doch keine Gerüchtesammlung.


    Bei uns im Verein wird ein solches Führungszeugnis nicht verlangt. Ich hätte aber kein Problem damit.


    In unserem Ort wohnen gut 9.000 Menschen. Das sind also schon nahezu dörfliche Strukturen. Trotzdem haben sich im Umfeld unserer Sportanlage und unserer Grundschule immer wieder Gestalten herumgetrieben, die Kinder belästigt haben. Diese Menschen sind also da - und sie leben mitten unter uns!
    Vor diesen Menschen werden die Kinder natürlich nicht durch ein Führungszeugnis der Trainer geschützt. Sie werden nur in einem bestimmten Lebensbereich vor Wiederholungstätern geschützt. Warum soll man da, wo ein solcher Schutz möglich ist, nicht auch einen solchen Schutz bieten?


    Ach ja - was die Kosten angeht: Dass die Kosten für ein solches Führungszeugnis vom Verein getragen werden, finde ich eigentlich selbstverständlich. Mein Arbeitgeber übernimmt die Kosten dafür auch. Bei meiner Frau ist das nicht so - sie darf selbst zahlen. Wir reden hier übrigens von (bin mir nicht sicher) 13 oder 15 €...

    ...Aber in diesem hypothetischen Fall hast du 500 Führungszeugnisse anfordern müssen, um einen Trainer auszuschließen, hast aber vier problematische Trainer aufgenommen. Die hier entstehende Kosten-Nutzen-Relation halte ich für ungünstig, mit wirklichkeitsnäheren Zahlen dürfte sie sich eher verschlechtern...

    Kosten-Nutzen-Relation ?(
    Diesen Begriff finde ich in diesem Zusammenhang befremdlich...
    Mal angenommen, alle Vereine in Deutschland würden von allen Trainern in allen Sportarten ein Führungszeugnis verlangen und dadurch würde auch nur ein einziges Kind vor Missbrauch bewahrt, hätte sich die Maßnahme in meinen Augen schon gelohnt.


    Auf der einen Seite kann ich die Skepsis mancher schon verstehen. Man hört immer wieder den Begriff "Generalverdacht". Auf der anderen Seite muss man sich aber gar nicht verdächtigt fühlen.
    Meine Frau ist beruflich im pädagogischen Bereich tätig. Ein erweitertes Führungszeugnis ist für sie Pflicht. Das Wort Generalverdacht habe ich da noch nie gehört. Das Führungszeugnis ist da genauso selbstverständlich wie die Lohnsteuerkarte.
    Ich habe in meinem Beruf Zugriff auf sensibelste Daten unserer Kunden. Ich muss jährlich ein Führungszeugnis vorlegen. Ich fühle mich deswegen noch lange nicht generalverdächtigt.


    Das Führungszeugnis bringt natürlich keine 100%-ige Sicherheit. Es stellt aber immerhin sicher, dass man niemanden, der schon einmal in einer bestimmten Richtung auffällig geworden ist, in bestimmten Funktionen beschäftigt. Und das ist doch schonmal was...


    Baustelle 1 - Laufbereitschaft (Fitness):
    ...


    Baustelle 2 - kein Mitdenken
    ...

    Nein, ein Patentrezept habe ich nicht. Aber vielleicht ein paar Anregungen.


    Zu Baustelle 1 - Du kennst es sicherlich auch. Dieses gute Gefühl, Dich sportlich verausgabt zu haben. Dieses Gefühl kannst Du ihnen im Training ja durchaus vermitteln. Da kann z.B. diese Übung helfen http://www.soccerdrills.de/War…seiten/warm%20up%2012.htm
    Ist eigentlich ein lockeres Ding. Wenn Du aber die Variation "Die Gruppen versuchen sich einzuholen" reinbringst und die Vorgabe machst, dass die Gruppe dabei zusammenbleiben muss, gehen sie nach meiner Erfahrung an ihre Grenzen. Weitere Möglichkeiten sind Stationstraining mit 1:1-, 2:1-, 2:2-Situationen. Oder Spiele im 1:1, 2:1, 2:2, bei denen Du über die Feldgröße die Laufnotwendigkeit steuerst. Ist anstrengend - macht aber Spaß
    Oder das natürlich Alle Altersklassen Drei, Zwei, Eins - bei uns als Zahlenfußball bekannt. Da kannst Du über Feldgröße und Duellgröße (1:1, 2:2) ebenfalls die Intensität steuern.
    Also alles Dinge die Spaß machen (o.k. - das erste eher nicht...), aber richtig anstrengend sein können. Wenn sie dann nach dem Training sagen "Ich bin total kaputt - aber das hat richtig Spaß gemacht", hast Du schon ne Menge gewonnen.
    Bzgl. der Ernährung gebe ich Dir Recht: Wenn mir ein 19-Jähriger sagt, was in meiner Familie auf den Tisch kommen soll, zeige ich ihm einen Vogel. Das Thema "Gesunde Ernährung" haben die Kinder aber auch in der Schule mehrfach "durchgekaut". Wenn das da nix bringt, kannst Du als Trainer auch nix machen.


    Baustelle 2 - Da spielen ja mehrere Aspekte mit rein. Zum einen sind das die schon von anderen angesprochenen Anschlussaktionen.
    Zum anderen fragt man sich, ob sie die Spielideen gar nicht haben oder ob sie sie zu spät haben. Fehlt also der Spielwitz oder die Kopf-/Handlungsgeschwindigkeit? Für den Spielwitz kannst Du Spiele in kleinen Gruppen mit Provokationsregeln machen. Bzgl. der Kopf-/Handlungsgeschwindigkeit solltest Du Dir evtl. mal die koordinativen Fähigkeiten der Spieler ansehen. Du schreibst, dass viele Deiner Spieler übergewichtig sind. Nach meiner Erfahrung haben die Übergewichtigen auch oft koordinative Defizite. Übergewicht bei Kindern resultiert nämlich neben falscher Ernährung meist aus mangelder Bewegung.


    Aber hast Du evtl. noch eine 3. Baustelle? Wie siehts denn mit der Motivation aus? Haben die Jungs reelle Chancen, irgendwann mal in der C1 zu landen? Liege ich richtig mit der Annahme, dass Eure Jugendmannschaften ab der C-Jugend sehr hoch spielen?

    Vielen Dank für die Info.


    Und wenn wir uns vor diesem Hintergrund den Kader der aktuellen Nationalmannschaft (http://www.fussballdaten.de/vereine/deutschland/2011/ ) ansehen, stellen wir fest, dass 37,5% der Spieler, die 1985 oder später geboren sind, im 1. Quartal geboren sind. 16,67% dieser Spieler sind im 4. Quartal geboren.
    Warum ich gerade mit dem JG 85 angefangen habe? Die waren bei der Stichtagsumstellung ältere D-Jugend, dürften also erst danach in den Genuss irgendeiner Förderung gekommen sein. In der Nationalmannschaft kann man also auch Werte beobachten, die man auf den RAE zurückführen könnte.
    Die Zahlenbasis sind hier aber nur 24 Spieler - insofern könnte es genausogut Zufall sein... :D ?( :sleeping:

    Was Follkao meint ist, das früher einmal alle nach dem 1.8. geborenen ein Jahr länger in der Jugendklasse bleiben konnten. Das war vielleicht für die Mannschaft, in der er spielte ein Vorteil, aber nicht für den Spieler, dessen Leistungen mit denen verglichen wurden, die vor dem 1.8. geboren sind!

    Nö, das meine ich nicht.
    Ich meine, dass das Jahr für die Altersklasseneinteilung früher vom 1.8. bis zum 31.7. ging. Das wurde irgendwann in den späten 90ern oder frühen 00ern geändert auf die heutige Regelung nach Kalenderjahr. Damals hatte also der am 1.8. Geborene die körperlichen Vorteile, die heute der am 1.1. Geborene hat. Warum das damals geändert wurde, weiß ich nicht sicher. Habe aber mal gehört, dass der DFB sich da den anderen Verbänden angepasst hat. Bis dahin galt im Fußball derselbe Stichtag wie in der Schule - nämlich der 1.8.


    Vor diesem Hintergrund hatte ich erklärt, dass man die aktuelle Nationalmannschaft nicht als Beispiel nehmen kann, um Deine Zahlen zu widerlegen (siehe Beitrag von Tom B.). Einige der heutigen Nationalspieler, die in der 2. Jahreshälfte geboren sind, haben demzufolge evtl. sogar ebenfalls vom RAE-Effekt profitiert. Aber eben unter dem anderen Stichtag.
    Oder anders gesagt: Der kleine Philipp Lahm (11.11.83) gehörte damals nicht zu den jüngsten seines Jahrgangs, sondern zu den Älteren, da er nur 2 1/2 Monate nach dem Stichtag geboren ist. Der kleine Bastian Schweinsteiger (1.8.84) hatte ebenfalls Glück....


    Vielleicht erinnert sich ja sogar jemand von Euch, wann diese Stichtagsänderung war.

    Nein, es geht um F-Jugend, also 7-9 Jahre.

    Ging es nicht um G-Junioren, die bei diesem -m.E. auch für eine F zu umfangreichen- Programm mitmachen sollten/wollten?


    Das, was ich oben geschrieben habe, sehe ich unabhängig davon, ob es sich um eine F oder G handelt. Es ist einfach zu oft und dann auch noch zu viel. Den Kindern bleibt zu wenig frei verfügbare Zeit. Ob sie die frei verfügbare Zeit dann auch mit Fußball füllen, steht auf einem ganz anderen Blatt.

    Wir reden hier von 5-6-Jahrigen.


    3x Training (und das sogar je 105 Min.!), 1x FSS, 1x PS: Das sind 5 Fußballtermine pro Woche! Ich halte das in dieser Altersgruppe (und nicht nur in dieser) für zu viel.


    Was die 3x30 angeht: Bei uns wäre das nicht erlaubt. Ein normales G-Spiel dauert 2x20. Bei Turnieren dürfen sie auf eine Maximalspielzeit von 2 normalen Spielen kommen - heißt also max. 80 Min. - somit sind 90 Min.-Spiele nicht erlaubt. Ich kann mir auch kaum vorstellen, dass ein 5- oder 6-Jähriger 90 Minuten bei der Sache sein kann. Und das gilt für die Trainingszeit von105 Min. erst ercht...

    Ein völlig überbewertetes Thema.
    Wenn die Zahlen stimmen, dann sieht man, dass es bei dem Team, um das sich alles dreht beim DFB, relativ ausgeglichen ist (Herrennationalmannschaft 55% zu 45%).

    Wann war eigentlich der Stichtagswechsel vom 1.8. auf den 1.1.?
    Ein Teil der aktuellen Nationalspieler dürfte noch nach alter Regelung angefangen haben. Insofern ist dieser o.g. Wert nicht aussagekräftig. Nach alter Regel war halt der am 1.8. Geborene im Vorteil.

    Bei uns wird ab der E-Jugend weitestgehend leistungshomogen eingeteilt. Für mich überwiegen die Vorteile einer solchen Einteilung. Da sieht man dann Kinder, die in ihrer F-Mannschaft nur mit Mühe mithalten konnten, in ihrer neuen E-Mannschaft plötzlich als "Leistungsträger". Das tut den Kindern sichtlich gut.

    Die Leistungseinteilung muss natürlich nachvollziehbar sein und durch eine Gruppe erfolgen, um den Nasenfaktor auszuschließen.

    Und genau das ist der springende Punkt. Wenn es da hapert, macht man sich angreifbar. Optimalerweise erfolgt die Einteilung sogar durch Neutrale - also nicht durch die Trainer.

    Zitat

    Ich vermute, dass eine Einteilung nach Leistung in den Vereinen, die pro Jahrgang typischerweise eine oder, in guten Jahren, zwei Mannschaften stellen, selten zu stark jahrgangsgemischten Teams führen wird, dazu ist ein Jahr Entwicklungsvorsprung einfach zu viel. D.h. die E1 wird hauptsächlich aus dem Altjahrgang bestehen und die E2 überwiegend aus dem Jungjahrgang.

    Grundsätzlich liegst Du damit sicherlich richtig. Anders sieht es aber bei Vereinen aus, die mehr als 2 Mannschaften je Altersgruppe stellen. Da kann dann eine E2 vornehmlich aus dem jüngeren Jahrgang bestehen, während die E3 vornehmlich aus dem älteren Jahrgang besteht.


    Es gibt da aber noch ein anderes Problem: Ihr kennt sie sicherlich alle - die Kleinen, Dicken, Unbeweglichen, Hölzernen, Langsamen, Undisziplinierten, Hibbeligen usw... Irgendwo zwischen 10 und 20 % passen in diese Schublade. Wenn ein Verein also 5 oder mehr Mannschaften in einer Altersgruppe hat, landen die ggf. alle in einer Mannschaft. Da nur wenige Vereine so viele Mannschaften stellen, haben die Gegner dieser Mannschaften immer ein paar dabei, die was können. Und so kriegen diese Mannschaften Woche für Woche was auf die Mütze. Spieler mit diesen Fähigkeiten spielen in den anderen Mannschaften auch. Sie werden aber von ihren Mitspielern mit durchgezogen. In einer solchen F oder E5 sind sie unter sich.
    Ein Trainer einer solchen Mannschaft sagte mal zu mir "Die Hälfte meiner Jungs hat ADHS; die andere Hälfte hat Übergewicht." Und das meinte er gar nicht abwertend - das war eine rein sachliche Information.
    Ich habe großen Resekt vor Trainern, denen es gelingt, diese Kinder beim Fußball zu halten. Diese Leistung ist in meinen Augen höher einzuschätzen als manch Pokalsieg oder Kreismeisterschaft.


    Und wenn man eine solche Mannschaft trainiert, und dann sieht, wie sich die 1. Mannschaft für ihre "Erfolge" feiert, kann ich mir gut vorstellen, dass einem der Kamm schwillt, wie es beim Threadersteller offensichtlich der Fall ist.

    An Paul. Du meinst der DFB gibt vor das Training spielerisch zu gestalten. So sind zum Beispiel auch Dribbelwettkäpfe Spielfomen und zählen zu den 50 %, richtig verstanden?

    Ich verstehe das so, dass das Gelernte und Geübte in einer Spielform angewandt wird. Das kann per Provokationsregel in einem "normalen" Spiel passieren oder durch eine bestimmte Spielform. Dribbelwettkämpfe würde ich nicht zu diesen Spielformen zählen. Das ist für mich die Kategorie "Üben". Wenn Du danach durch eine Provokationsregel im Spiel zum Dribbeln animierst, ist das die Spielform.

    Vor einihgen Jahren war ich mal zu einem Länderspiel auf Schalke.
    Ein paar Reihen schräg vor mir meinte auch jemand, einen Becher Richtung Spielfeld werfen zu müssen.
    Es dauerte keine Minute bis ein Security-Mitarbeiter (ich kann mich nicht erinnern, ob es ein Polizist oder ein Privater war) erschien, per Headset zum Werfer geleitet wurde, und ihn gleich mitnahm. Man hat dort also die Technik und die Möglichkeiten, bei solchen Vorfällen direkt zu reagieren. Man muss halt auch den Willen haben.


    Was den Gästeblock dort angeht: Dieser Plexiglaskäfig sieht aus wie ein nicht artgerechtes Affengehege. Manchmal benehmen sich die Insassen dann auch so...

    Ist es tatsächlich ein Konzept? Ich sage nein.


    Zumindest steht das nicht so in der Überschrift. Hier steht Konzeption. Somit ist es zunächst ein Werkzeug - eine Leitidee - zur Erstellung eines eigenen Konzepts. Mehr als einen ersten Überblick über die Eckdaten des behandelten Themengebietes gibt sie ja nicht. Für einen aktiven Trainer ist das ja zunächst zu wenig. Darauf verweist auch M. Sammer in seinen einleitenden Worten, in denen er auf "zukünftige Medien mit detaillierten Informationen über Inhalte und Methoden in den einzelnen Ausbildungsstufen." verweist. In der Konzeption findet man das also nicht - wo dann? Z.B. kann man in dem Büchern "Fußball von Morgen" Bd. 1 Kinderfußball. solche detaillierten Infos und Methoden finden. Ich hab das Buch - es ist nicht schlecht. Gefällt mir.


    Was man weiter nicht überbewerten darf: Das Ding ist ein Flyer! Zumindest lt. Dateiname - wir kennen ihn alle: dfb_rtk_flyer_A4_quer_01.pdf Also im Endeffekt eine Werbebotschaft auf Papier.

    Ja Paul, das sehe ich auch so. Nach dem Lesen dieses Konzeptes machte ich mich auf die Suche nach dem Rest. Bislang habe ich ihn nicht gefunden. Gibt es die "zukünftigen Medien mit detaillierten Informationen über Inhalte und Methoden in den einzelnen Ausbildungsstufen" schon...?
    "Fußball von Morgen" Bd. 1 Kinderfußball ist älter als dieser Flyer. Zumindes mein Exemplar (vor einigen Monaten gekauft) ist von 2005. In einigen Punkten widerspricht es sogar dem sammerschen Flyer.


    Dieser Flyer lässt Interpretations- und Gestaltungsspielraum. Vielleicht ist das sogar gewollt. Ich sehe ihn als "roten Faden" an. Nicht mehr und nicht weniger.


    Wo weichen wir ab? Dem Vorschlag, beim 7er-Fußball 3:3 bzw. beim 8er-Fußball daraus folgend 3:1:3 zu spielen, folgen wir nicht. Wenn beide Mannschaften solche symmetrischen Grundformationen spielen, führt das nach meiner Beobachtung oft automatisch zu Pärchenbildung. Wenn in meinem Hinterkopf das Ziel BOS heißt, kann ich es m.E. den Kindern mit einer asymmetrischen Grundformation leichter machen.



    Willi
    Diese Art der Terminzusammenstellung finde ich richtig gut. Da wäre ich auch dabei.

    ...Hat er denn gefragt, wie ich das gestalten möchte? NEIN:_ Es ging gleich und einzig darum , das Vorbereitung totaler Schwachsinn ist- Anstatt ruhig und Sachlich zu bleiben wurde sofort wieder schikanöse Leistungsnichtausbildung vermutet, wie eigentlich hinter allem.

    Diese Frage wurde durchaus gestellt. Und die Beantwortung durch Dich hätte den Thread sicherlich in eine andere Richtung gelenkt:

    Zitat

    Verstehen hier wirklich alle das gleiche unter "Vorbereitung"?


    Wenn ich den Begriff höre, denke ich an Konditionseinheiten und später evtl. an mannschaftstaktische Dinge. Ist für mich in der E-Jugend aus verschiedenen Gründen beides überflüssig.


    Wenn der Threadersteller damit allerdings lediglich den Start des "normalen" Trainings zum Ferienende meint, ist es natürlich etwas anderes.

    Ich gebe Dir allerdings Recht, dass Dir Gewinndenken aufgrund der unglücklichen Formulierung "Vorbereitung" unterstellt wurde.
    Ich finde Gewinndenken übrigens nicht verwerflich. Dass ein Kifu-Trainer mit seiner Mannschaft gewinnen WILL, hat noch niemandem geschadet. Schaden kann es erst, wenn er auch sein HANDELN danach ausrichtet. Das kann man durchaus trennen.

    ohja,heute wars soweit! wir haben unsere knallharte Vorbereitung begonnen. Wir waren mit 6 Kindern im Stadtwald wandern. Ohja,und auffem Spielplatz waren wir auch und nein ,wir haben sogar gekickt. Und das Beste,morgen bin ich gleich wieder gebucht. Muss ich jetzt bedken habe,das die Kinder einen irreperablen Schaden haben?

    Ich glaube, wenn Du von vornherein gesagt hättest, was Du unter "Vorbereitung" in der E-Jugend verstehst, wäre diese Diskussion nicht so ausgeufert...

    Noch eins zum "funkick", dafür braucht man keinen Trainer, dafür braucht aber auch kein Spieler einen Verein.

    Stimmt. Für den Funkick braucht man keinen Trainer. Aber der Trainer braucht den Funkick.
    Bei diesen Funkicks -wenn die Kinder mit ganz anderen Kinder spielen- kannst Du manchmal mehr sehen als beim offiziellen Training.


    Wenn zwei Kinder ansonsten nicht in einer Mannschaft spielen, und dann beim Funkick einen sauberen Doppelpass spiele, ist das für mich ein Zeichen von sich entwickelnder Spielintelligenz. Manchmal lohnt es, da heimlich zuzuschauen...


    Ich weiß ja nicht wie das anderenorts so ist - aber während der Ferien treffen sich die Kinder bei uns regelmäßig zum Funkick. Selbst wenn ich Konditionseinheiten in der E-Jugend wichtig fände, bräuchte ich sie nicht. Die Kinder spielen die ganzen Ferien intensiv Fußball.