Beiträge von Follkao

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    Andre
    Es bleibt die Frage, WER das Vertreterwahlrecht ausübt.


    Aber ein ganz anderer Aspekt ist für mich der Show-Stopper in dieser Angelegenheit.
    In den meisten Vereinen ist die Jugendabteilung größer als die Seniorenabteilung. Wenn jetzt bei Versammlungen die Jugendabteilung per Vertreterwahlrecht die Mehrheit hat, könnte das dazu führen, dass der Vorstand komplett von Nichtmitgliedern gewählt wird. Das kann kein Verein akzeptieren.


    Ich komme jetzt auf einen Hinweis von Günther zurück. Er sagte, dass die richtige Fragestellung wäre, wie man Eltern angemessen beteiligen kann. Und das ist auch für mich die richtige Herangehensweise. Eine für mich denkbare Variante wäre eine Elternvertretung wie wir sie aus der Schule kennen. Der Vorsitzende der Vereinselternschaft könnte sogar einen Sitz im Vorstand bekommen. Stimmberechtigt wäre er nach meiner Vorstellung im Vorstand aber nicht, da er ja nicht durch ein Mitgliedervotum legitimiert wäre. So wäre aber sichergestellt, dass die Elternschaft in Entscheidungsprozesse involviert wäre.

    Tja, Andre... Du siehst, wenn Du über Details nachdenkst, wird die Geschichte schwierig. Und es bleibt die Frage, nach dem WER.


    Es gibt Lebensbereiche, in denen die Interessen von Kindern deutlich schlechter vertreten sind als im Sportverein. Ich habe 3 minderjährige Kinder. Im September bei der Bundestagswahl haben meine Frau und ich zusammen 2 Stimmen und vertreten damit 5 Personen. Mein Nachbar hat keine Kinder. Zusammen mit seiner Frau hat er auch 2 Stimmen. Sind die Interessen unserer Kinder damit korrekt vertreten? Nach Deiner Logik müsste ich jetzt wollen, dass wir und alle anderen Familien mehr Stimmen bekommen. Aber will ich das wirklich? Glaube ich, dass damit etwas besser wird? Oder würde alles in eine Richtung gehen, die ich gar nicht möchte?


    Ähnlich sehe ich das im Sportverein auch.
    Du möchtest gerne den Jugendleiter abwählen. Dann musst Du aber auch jemanden haben, der den Job gerne hätte. Du möchtest einen Wahlkampf, in dem jeder sagt, was er möchte. Wie viele Kampfkandidaturen um Vorstandsämter hast Du schon erlebt? Ich habe im Verein noch nie eine erlebt und in der Politik wenige. Warum ist das so? Vorstände sind auch ein Team. Wenn Du um jedes Amt eine Kampfkandidatur hättest, säßen plötzlich vollkommen verschiedene Richtungen im Vorstand mit vollkommen verschiedenen Zielen. Auch ein Vorstand muss an einem Strang ziehen.
    Abgesehen davon ist es in de Regel nicht so, dass die Interessenten Schlange stehen...


    Wenn man dann in der Verantwortung steht, sehen die Dinge plötzlich ganz anders aus. Man sieht Rahmenbedingungen, die man vorher nicht gesehen hat. Man muss Auswirkungen beachten, für die man sich vorher nicht interessiert hat.

    Da gibt´s noch mehr Fragen... WER darf die Vertreterstimme abgeben? Ein Elternteil? Welches Elternteil? Was ist mit getrennten Eltern?


    Kompliziert... Wenn Du dieses Thema auch für andere Lebensbereiche (Politische Wahlen!) zu Ende denkst, kommst Du vielleicht zu einem anderen Schluss...


    Wie, Messi hätte es bei Euch nicht mal in die kreisauswahl geschafft 8o ?!? Ihr müsst eine bärenstarke Jugend haben...


    Noch zur Ergänzung: Es gibt (zusätzlich zu den NLZ der Lizenzvereine) 366 Stützpunkte in Deutschland, Da kann man sich leicht ausrechnen, dass dort nicht nur begnadete Ausnahmekönner aufgenommen werden.


    Grüße
    Oliver

    :thumbup:
    o.k. - ich präzisiere: Es handelt sich um überdurchschnittlich talentierte Fußballer, die aber noch lange keine Jahrhunderttalente sind. Wer, wie von FB angedacht, für sein talentiertes Kind umzieht, muss aus meiner Sicht heftig einen an der Klatsche haben. Es sei denn, es handelt sich um den 10-jährigen Messi...

    Ich bezog mich mehr auf´s Rennen und weniger auf´s Ackern. Ackern ist für mich eher eine fußballerische Charaktereigenschaft. Insofern sind wir da schon auf einer Linie.


    Follkao


    Nein! er hat nicht Recht, es kann nicht Ziel in einer E sein, einen Spieler zum ackern und rennen zu bringen.

    Ziel einer E ist "gemeinsam Tore schießen und gemeinsam Tore verhindern". Jeder hilft vorne mit und jeder hilft hinten mit. Und das geht nur mit Laufbereitschaft. Förderung der Laufbereitschaft ist demzufolge also ein zentrales Ziel im Kinderfußball.


    Der äußerlich faktischen Entrechtung einer Gruppe von Mitmenschen, hier: von Kindern, entspricht immer innerlich eine Entwertung, die jene erst ermöglicht.

    Grundsätzlich hätte ich kein Problem mit einem Elternwahlrecht. Ich sehe allerdings viele Probleme im Detail. Du musst beispielsweise die getrennt lebenden Elternteile der Kinder zur Versammlung einladen und deshalb auch immer die aktuellen Adressen haben...


    Wenn es sich bei dem fehlenden Wahlrecht für Minderjährige um so eine himmelschreiende Ungerechtigkeit handelt, solltet Ihr in der Politik anfangen...


    Andre: Du hast hier in der Vergangenheit oft ein Zitat benutzt über die "Mutter der Dummen". Diese Mütter würden zukünftig bestimmen können , was im Verein abgeht...


    Derzeit beschäftigt mich besonders ein Spieler unseres Teams. Er ist seit Anfang an einer der Leistungsträger der Mannschaft. Er ist für sein Alter technisch stark, hat einen ordentlichen Schuss und hat vorallem das Auge für den "genialen Pass". Für mich ein klassischer Zentrumspieler ( ZDM , ZM ; ZOM )

    Zunächsteinmal finde ich es immer faszinierend, wenn Kinder in diesem Alter das "alte-Herren-Spiel" schon beherrschen. Grundsätzlich hat dieser Junge aber gelernt, dass er mit dieser Spielweise seiner Mannschaft hilft. Ist auf der einen Seite nicht schlecht; auf der anderen Seite hast Du natürlich Recht: Die Günther-Netzer-Spielweise verschwindet mehr und mehr aus Fußball. Wo setzt Du diesen Jungen ein? Vornehmlich zentral? Ich würde ihn auf jeden Fall auch auf beiden Außenbahnen einsetzen und die gesamte Schiene zu seinem Einsatzgebiet erklären.
    Du findest hier im Forum zahlreiche Spielformen, die die Laufbereitschaft fördern.

    Mal zur praktischen Umsetzung...: Wer nimmt denn das Stellvertreterwahlrecht wahr? Ich vermute die Erziehungsberechtigten. Aber welcher Erziehungsberechtigte? Da es ja sein könnte, dass die sich nicht einingen können, müssten die Eltern jeweils 1/2 Stimme pro Kind bekommen...
    Kompliziert? Hmm - genau so macht das bei uns z.B. die Kirche bei Kirchenvorstandswahlen...


    Ich hätte mit dieser Form des Stimmrechtes kein Problem.

    Ääääääähmmm... Was geht da denn ab?
    Es geht doch um E-Jugend-Spieler, oder...?
    Da wird bei Abgängen in einem "Normalverein" gleich Ersatz für die spezielle Position von außen geholt? Mein Gott, bin ich froh, dass ich da bin, wo ich bin.
    Kann man als gemeinnütziger e.V. eigentlich einen Spieler rausschmeißen?


    Übrigens: Bei unserem benachbarten NLZ gibt es eine Vereinbarung, dass vor einer Ansprache eines Spielers der bisherige Verein informiert wird. Wir wissen also vor dem Spieler, dass das NLZ Interesse an ihm hat. Im Ruhrgebiet mit mehreren NLZ innerhalb eines überschaubaren Raumes ticken die Uhren da offensichtlich anders.


    Der arme Junge, der jetzt von einem Probetraining zum nächsten geschickt wird...

    Ich habe etwas Probleme, nachzuvollziehen, warum man dem Jungen das nicht sagen sollte...
    Was ist denn das "schlimmste", was passieren kann? Er landet nicht im Stützpunkt. Schlimm? Eigentlich nicht...


    Vielleicht macht er sich Druck, verkrampft und zeigt nicht, was er kann. Falls er im Stützpunkt landet, wird er solche Sichtungssituationen aber laufend erleben. Bezirkssichtungen, Verbandssichtungen, Funktionsspieltage... Und immer stehen wichtige Leute mit Notizblock am Rand. Ganz zu schweigen von geheimnisvollen Scouts...


    Was kann aber passieren, wenn Du es ihm nicht sagst? Höchstwahrscheinlch wird er es von irgendjemandem erfahren. Und dann bist Du der, der ihn für dumm verkauft hat.
    Einem 10-Jährigen kannst Du nix mehr vormachen.

    Die Erfahrungen von tobn kann ich 1:1 bestätigen.
    Zu Saisonbeginn habe ich ebenfalls Spieler aus 4 unterschiedlichen Mannschaften übernommen. In zwei Mannschaften war rotiert worden. Die Untschiede in Bezug auf Spielverständnis und Spielwitz sind eklatant!


    Wichtig Hostix: Wenn wir über Rotation sprechen, muss das nicht heißen jeder Spieler auf jeder Position. Aber doch jeder Spieler auf unterschiedlichen offensiven und defensiven Positionen.
    Den kleinen, koordinativ schwachen Linksfuß musst Du also nicht Rechtsverteidiger spielen lassen...

    Dann darfst Du Dichauchnicht beklagen darüber........

    Kann man nicht mit den aktuellen Gegebenheiten unzufrieden sein und trotzdem an dem Verein hängen? Kann man nicht auch versuchen, mit den aktuellen Gegebenheiten klarzukommen, um langfristig an einer Verbesserung mitzuwirken?
    Ein Verein ist doch nicht der Vorstand oder der Jugendleiter oder der 1.Herren-Trainer oder der G5-Trainer. Ein Verein ist schon ein größeres Gebilde. Und wer sich da zu Hause fühlt, der wechselt nicht gleich wegen einer fehlenden Koordinationsleiter.


    Es ist nach Marcels Schilderungen offensichtlich, dass hier einiges schiefläuft.
    Marcel ist 19 und seit ein paar Monaten im Trainerjob. Sich da unter widrigen Umständen durchbeißen zu wollen, spricht schon einmal für Charakter.


    Mir wird hier zu oft und schnell der Rat gegeben "Wenn der Verein dies, das und jenes nicht erfüllt, musst Du Dir einen neuen Verein suchen."

    Ganz stark das Verhalten der Dortmund-Fans gegenüber Götze. Sie sind wirklich die besten.


    gg

    Meinst Du, sie sind die Besten, weil sie einen eigenen Spieler während einen CL-1/2-Finals NICHT auspfeifen?
    Wenn man das schon bemerkenswert findet, zeigt das, wie sehr wir uns schon an Fanbeschimpfungen gewöhnt haben...

    Dass Spieler mit Bundesliga-Potential nicht auf ewige Treue im Kreisklassenverein kicken u. sich im Potential dafür mutwillig zerstören sollten, auch u. grad in der Jugend, das dürftest du doch wohl noch einsehen, oder? Zwischen Bayern und BVB liegt der Unterschied aber nur in einem: im Geld.

    ...und Profis mit Weltklassepotential wechseln entsprechend auch zu Weltklasseclubs, damit sie unter Weltkassetrainern ihr Potential ausschöpfen können... Wo ist da der Unterschied?

    @Kicker
    Warum soll Götze ein Vorbild für die Kinder sein und Arbeitgebertreue zeigen, wenn diese Kinder von ihren Eltern andererseits zu irgendwelchen Probetrainings bei selbsternannten Leistungszentren geschleppt werden? Und das, obwohl diese Kinder lieber Vereinstreue zeigen und mit ihren Freunden im Verein kicken wollen...