Beiträge von Follkao

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    @ReMigius
    Ich versteh das Problem aus Deiner Sicht nicht so recht. Was spricht denn dagegen, wenn er jüngere (!) Spieler gegen Euch einsetzt? Ist es in der Ausschreibung verboten mit jüngeren Spielern zu spielen? Kann ich mir kaum vorstellen, da die Alterklassenbestimmung immer auf einen Stichtag (01.01.2005) oder jünger lauten.
    Anders sieht es bei den Gegnern der E2 aus. Wenn die sich darüber beschweren, dass sie gegen E1-Spieler spielen, wäre das nachvollziehbar. Je nach Vorhandensein einer Festspielregel wäre das evtl. sogar gegen die Regeln.
    Wenn Du Dich aber darüber beschwerst, dass Dein Gegner sich mit jüngeren Spielern verstärkt, wird das vermutlich auf Unverständnis stoßen.

    Zunächst einmal glaube ich gar nicht so sehr, dass die Jungs Probleme haben gemeinsam mit Mädchen Fussball zu spielen.

    Das stimmt. Wenn sie kicken kann, ist sie von ihren Mannschaftskollegen akzeptiert. Wir teilen ab der E leistungshomogen ein und haben so auch immer wieder Mädchen in den ersten Mannschaften. Das ist für die Jungs kein Problem.
    Da sie aber selbstverständlich nicht Kabine und Dusche teilen, kommen sie allerdings nicht wie die Jungs ins Sozialgefüge.


    Im C-Juniorinnen-Bereich gibt es zwar Bemühungen, jedoch noch kein flächendeckendes Leistungskonzept.

    Wenn ich´s richtig mitbekommen habe, sammelt ein Damenzweitligist mittlerweile C-Juniorinnen in einem großen Umkreis ein...

    Besonders talentierte Mädchen sollten über ein Zweitspielrecht auch bei den Jungen im Leistungsfussball kicken!

    Ja. Macht aus Fördersicht Sinn. Jetzt schau Dir das Ganze mal aus der Sicht des Vereinstrainers bei den Jungs an:
    Montags trainiert er nicht. Da ist schließlich Stützpunkt. Die Verbandstermine kennt er und kann ggf. Spiele verlegen.
    Die Mädchenstützpunkte trainieren an einem anderen Wochentag. Verbandstermine sind auch andere. Wegen des Zweitspielrechtes trainiert und spielt das Mädchen aber auch noch in ihrer Mädchenmannschaft. Es wird wohl deutlich, dass er dieses Mädchen eher unregelmäßig bei Training und Spiel zu sehen bekommt. Wenn sie dann da ist, soll sie aber spielen. Dafür muss er einen anderen, der evtl. immer da ist, auf die Bank setzen.
    Verbandsseitig ist da noch einiges an Abstimmungsarbeit zu erledigen...

    Grundsätzlich glaube ich, dass dies zwar kein reines Mädchenfussball Thema ist, jedoch empfinde ich, dass sich Jungs noch "ungerner" von gleichaltigen/jüngern Mädchen austricksen lassen, als eben von anderen Jungs.

    Das ist sicherlich richtig. Dennoch finde ich es ungewöhnlich, dass die Mädchen dann härter angegangen werden. Nach meiner Beobachtung ist oft eher das Gegenteil der Fall.


    Noch ärgerlicher als von einem Mädchen ausgespielt zu werden, ist es für die entsprechenden Kandidaten übrigens, von einem Mädchen umgehauen zu werden. Kann mich noch gut daran erinnern, wie ein eher kleines Mädchen einen besonders agressiven Spieler in die Bande geschickt hat. Sie schickte dann noch einen "Mehr-kannst-Du-nicht-vertragen?"-Blick hinterher. Er hat sich dann nicht mehr auf´s Feld getraut und stattdessen vielleicht sein Weltbild überdacht...
    Ich will Dir damit jetzt natürlich nicht raten, dass Deine Tochter mehr austeilen soll.


    Wenn wir gegen Gegner mit harter Gangart spielen, sage ich meinen Spielern immer "Jeder Tritt sagt, mit fairen Mitteln kann ich Dich nicht stoppen." Man kann es also auch als Kompliment auffassen.



    Weil man die meisten Trainer, die glauben, dass Mädchen lieber mit Puppen, statt mit dem Fussball spielen sollen, schwerlich überzeugen kann, gibts für deine Tochter momentan nur die Möglichkeit eines Wechsels in eine höherklassige Jungenmannschaft.

    Leider macht die Mädchentalentförderung einem Trainer das nicht immer einfach:
    Kreisauswahl, Teilbereich, Stützpunkt, Verbandsauswahl... Deswegen müssen Trainer und männliche Mannschaftskollegen auf das talentierte Mädchen bei Training und Spiel oft verzichten.
    Es gibt noch nicht überall beim Verband die Einsicht, dass ein Mädchen in einer guten Kreisliga oder Bezirksligamannschaft bei den Jungs eine bessere Förderung hat als bei der Auswahl oder in einem Mädchenleistungszentrum.

    Folgende Überlegung: Was würdet ihr tun, wenn ein Kind absolut nicht euren Anweisungen folgt

    Es gibt dann ja auch noch die Möglichkeit, dass die Anweisung tatsächlich Blödsinn ist... :huh:

    KLare Konsequenzen Androhen, damit sollte man aber nicht zu leichtfertig umgehen. Denn dann muss man sie auch durchziehen.

    Ganz wichtiger Punkt. Heißt also, Konsequenzen auch tatsächlich durchzuziehen und daraus folgend nur solche Konsequenzen anzukündigen, die man auch wirklich durchziehen will.
    Ansonsten verpufft die Wirkung sehr schnell und die Grenzen werden weiter getestet.
    Ach ja... Da @Sir Alex schon sehr richtig darauf hinweist, wie man mit korrekten Formulierungen die gewünschte Wirkung erzielt...: Eine Anweisung ist keine Bitte. Deswegen kommt das Wort "Bitte" in einer Anweisung auch nicht vor. Wenn ich also sage "Sammelt Ihr bitte die Bälle ein?", kann es auch sein, dass meiner Bitte nicht entsprochen wird...

    Im Laufe der Jahre habe ich reichlich unterschiedliche Feldgrößen in der E-Jugend kennengelernt:

    • 5+1 auf Viertelfeld - NFV-Sparkassencup
    • 7+1 auf Halbfeld - so haben wir bislang gespielt
    • 6+1 auf Halbfeld - NL
    • 6+1 auf Halbfeld mit jeweils 5,50m-Einrückung an beiden Seiten (wie bei @tobn) - Turniere in einem Nachbarkreis
    • 6+1 auf 55x35 (aufgebaut wie bei @Reddinga) - so spielen wir aktuell

    Nach meiner Erfahrung kommt ein Fußballspiel am ehesten beim Halbfeld mit Einrückung zustande.
    Kommt also diesem sehr nahe:

    Bei uns wird quer über die volle Breite des Platzes gespielt, man hat also eine Feldlänge von ca. 68 m. Typischerweise wird in der Breite von 5er bis kurz vor die Mittellinie gespielt

    Ein Ziel der kleinen Felder ist es ja, viele 1:1-Situationen zu schaffen. Das ist auch ganz in Ordnung. Zu kleine Felder machen es für viele Kinder (und leider auch Trainer) allerdings attraktiv, die Distanz mit einem einzigen langen Ball zu überbrücken. 1:1-Situationen hat man dann nur noch kurz vor dem Tor.
    Wenn der Platz etwas länger ist, wird das automatisch korrigiert. Mit der Platzlänge haben Kinder ohnehin selten Probleme - an beiden Enden stehen schließlich Tore, um die es bekanntlich geht. Viel wichtiger ist es einen Blick auf die Breite zu haben. Mir geht es in der E-Jugend darum, Lösungskompetenz für unterschiedliche Spielsituationen zu entwickeln. Dabei soll auch die Breite des Platzes entdeckt und Ideen entwickelt werden, was man mit der Breite anfangen kann. Der Bereich von 16er bis Mittellinie ist auf vielen Plätzen dafür zu eng.

    @tobn
    Meines Erachtens ist Hardcore-Rotation (jeder spielt in jedem Spiel auf jeder Position) kontraproduktiv. Gerade den schwächeren Spielern tut man damit keinen Gefallen.
    Ein kleines Beispiel: Nehmen wir einen eher kleinen, koordinativ schwachen Linksfuß. Den kann man auf alle Offensivpositionen und auf eine linke Defensivposition rotieren. Defensiv rechts und defensiv zentral wird man ihm vermutlich Misserfolge bereiten.


    Am Sinn der Roation habe ich keine Zweifel. Für mich heißt das aber: Jeder spielt im Laufe mehrerer Spiele auf mehreren Positionen mit offensiven und defensiven Schwerpunkten.

    Deinen Kader halte ich für eine D9 grundsätzlich für zu groß. Wenn Du auch reichlich Freundschaftsspiele machst - 11/12-Jährige können durchaus zwischen "wichtigen" und "unwichtigen" Spielen unterscheiden.

    Ganz klar möchte ich noch sagen, dass ich die "schwächsten" Spieler nicht aus "Mitleid" mitgenommen habe, sondern weil ich sie gerne formen möchte und davon ausgehen muss, dass wir im Sommer zwei bis sechs leistungsstarke Spieler an größere Vereine verlieren.

    Das war beim Lesen auch mein erster Gedanke: Die meisten Spielzeiten (heißt auch beste Förderung) bekommen die Spieler, die den Verein mit hoher Wahrscheinlichkeit verlassen.
    Wenn es für Euch ganz schlecht läuft, verlassen die ganz starken Spieler Euch wegen besserer Möglichkeiten und die noch nicht so Starken weil sie sich zu wenig wertgeschätzt fühlen.

    Hat sich der betriebene Aufwand rückblickend betrachtet gelohnt?
    Oder wäre das Spiel entspannter gelaufen, wenn Du reihum gewechselt hättest und dabei lediglich darauf geachtet hättest, dass jeder mehr als eine oder zwei Positionen spielt?


    Oder ging es einfach nur darum, ein Problem mathematisch zu lösen und die Lösung in die Praxis umzusetzen?

    Zweistellige Ergebnisse im Kleinfeldbereich ist ja nix Ungewöhnliches. Man muss sich halt klar machen, dass auch das ein Ergebnis der verkleinerten Felder ist. Wenn das Ziel auch heißt, viele Ballkontakte und viele Erfolgserlebnisse zu vermitteln, dann sorgt man bei der unterlegenen Mannschaft aber auch für viele Misserfolgserlebnisse.
    Bis zur vorletzten Saison haben wir bei uns im Kreis in der E auf Halbfeld mit 7+1 gespielt. Ergebnisse im 20er Bereich gab es damals nicht. Sowohl im letzten als auch in diesem Jahr kommen solche Ergebnisse in unserer Herbststaffel allerdings vor.



    Wie gesagt: Ein 10:1 ist im Kleinfeldbereich nichts Dramtisches. Es gibt aber Mannschaften, die gegen Verein A zweistellig verlieren und Verein B dann selbst 20 Stück einschenken. Da mag man sich gar nicht vorstellen, was passiert, wenn A gegen B spielt... Einerseits hat Zodiak natürlich Recht: Ich bin für meine Mannschaft verantwortlich. Andererseits sagt das Fairplay-Engelchen auf meiner Schulter, dass beim Gegner auch 9/10-Jährige Kinder spielen, denen ich den Spaß am Fußball nicht verderben möchte. Ich habe darüberhinaus großen Respekt vor Trainern und Vereinen, die eine solche Truppe bei der Stange halten.



    Die Vorbereitung auf ein solches Spiel, bei dem ich weiß, dass ich rotieren kann wie ich will und wir sie trotzdem zerlegen, sorgt bei mir immer für reichlich Bauchgrummeln.


    Bei allem, was man macht, bewegt man sich auf dem schmalen Grat zwischen Arroganz und Fairplay.

    Abgesehen davon habe ich den Fußball so kennen gelernt, dass man sich da grundsätzlich duzt, völlig egal, mit wem man es zu tun hat.

    So kenne ich das auch. Im Umfeld des Fußballplatzes beherrsche ich das "Sie" gar nicht. Ausnahmen sind da lediglich wenige Schiedsrichter.


    Ich weiß aber auch, dass das regional durchaus unterschiedlich gehandhabt wird.

    Im vierten Spiel wollte ich wechseln aber die kleinen waren so
    enthusiastisch, das Sie nicht runter wollten.

    Wie habe ich mir das vorzustellen? Hast Du einem gesagt, dass Du wechseln willst und der hat sich geweigert?
    Erklär das mal genauer. Sonst entsteht der Eindruck, dass dieser Vater (der sich natürlich vollkommen daneben benommen hat) nicht Dein einziges Problem ist.

    Beim Warmmachen geht es ja darum, auf Betriebstemperatur zu kommen. Es geht dabei sowohl um die Betriebstemperatur des Körpers als auch des Kopfes. Je kleiner die Kinder sind, desto unnötiger ist ein Warmmachen des Körpers. Körperlich können Deine F-Jugend-Kinder direkt von 0 auf 100 gehen. Eine Zerrung gibt´s bei denen normalerweise nicht.
    Wenn Du aber den Kopf auf Betriebstemperatur bringen willst, musst Du beim Warmmachen spielnahe Elemente einfügen. Das kann eine Zweikampfübung oder eine kleine Spielform sein.

    Meine Besprechung dauert 20 Minuten vor dem Spiel, plus 10 Minuten in der Halbzeit - ergibt 30 Minuten. Ich glaube, es wir klar, wie die Gewichtung ist.

    Na ja... Du spielst mit Deiner U11 in einer D-Jugend-Staffel? Heißt also 60 Minuten Spielzeit und 30 Minuten Besprechung. Oder anders ausgedrückt: Eine dritte Halbzeit ist Besprechung...
    Du hast es -je nach Geburtshalbjahr- mit Viert- oder Fünftklässlern zu tun.


    Als ich die Frage nach der Besprechungsdauer stellte hatte ich allerdings durchaus Schlimmeres erwartet. Ich bin schon seit ein paar Jahren in dieser Altersgruppe unterwegs und habe bei Turnieren auch schon einige Deiner NLZ-Kollegen aus ganz Deutschland getroffen (mit einigen Jahrgängen konnten wir sie sogar "ärgern"). Stolze Eltern erzählen einem da so Einiges. 45 Minuten Besprechung vor dem Spiel sind keine Ausnahme... Und da frage ich mich manchmal, ob diese Kollegen wissen, in welcher Altersgruppe sie tätig sind.
    Für viele Eltern bist Du mit der Tafel in der Hand übrigens der König. "Endlich lernen die Kinder mal taktisches Verhalten. In dem Bereich wurde im alten Verein ja nix gemacht." Dass der Idiot im alten Verein bewusst darauf verzichtet hat, und genauso nach Horst-Wein-Ideen vorgeht wie Ihr es tut, sehen die aber nicht.

    Du hast Recht, der erste Schritt sollte das Vormachen und Erklären auf dem Trainingsplatz sein.

    Warum nur der erste Schritt? Auf dem Platz erklären und auf der Tafel festigen? Klappt das bei 9/10-Jährigen?
    Mag ne Phrase sein - aber Fußball lernt man m.E. auf dem Platz leichter als in der Kabine. Und das gilt für Technik gleichermaßen wie für Individualtaktiken.


    Gerne möchte ich wissen, wie du z.B. in der Kabine nochmals auf die offene Stellung hinweist, verschiedene Positionen/Situationen abfragst und die Laufwege, in eine offene Stellung sich frei zulaufen, simulierst?


    Ich habe das jetzt so verstanden, dass Du in der Kabine vor (?) dem Spiel all diese Dinge besprichst. Wie lange dauert eine Besprechung bei Dir?
    Mein Ziel ist es, in dieser Altersklasse diese Themen in Spielformen zu automatisieren. Da kann dann auch mal eine kurze Frage-Antwort-Session auf dem Platz vorkommen.
    Aber als Theoriestunde in der Kabine? Ist nach meiner Erfahrung in dieser Altersklasse nicht sinnvoll.