Beiträge von Follkao

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    renek

    Eigentlich spielen da bei Dir ja mehrere unterschiedliche Aspekte rein:

    1. Deine aktuelle Mannschaft hat andere Erwartungen an den Fußball als Du. Während Du einen leistungsbezogenen Fußball spielen und insbesondere trainieren willst, wollen sie mit ihren Kumpels etwas kicken.
    2. Vatertrainer in der U15 seit (ich vermute mal) fast 10 Jahren.
    3. Deine Frau findet Deine Trainertätigkeit nur gut, wenn Du sie in Zusammenhang mit Eurem Sohn siehst.

    Zu 1.
    Hier passen Erwartung von Mannschaft und Trainer einfach nicht zusammen. Das kann dauerhaft nicht funktionieren. Entweder spielst Du das Spiel Deiner Mannschaft mit und verlierst selbst den Spaß oder Du ziehst einen leistungsorientierten Ansatz durch und verlierst die Spieler


    Zu 2.
    Ihr geht im Sommer in die B-Jugend. Ich weiß - hier gibt es dazu viele unterschiedliche Meinungen. Meines Erachtens ist ein Vatertrainer spätestens ab der C, vielleicht schon ab der D eine Notlösung. Sein ganzes Fußballerleben hat er diese Sonderstellung. Natürlich bevorzugst Du ihn nicht und behandelst alle gleich. Innerhalb der Mannschaft hat er aber eine Sonderstellung. Oder meinst Du, dass die Jungs in der Kabine über Dich herziehen, wenn er dabei ist? Evtl. tun sie es sogar und das bringt ihn wieder in einen ganz anderen Interessenkonflikt.
    Es wird allerhöchste Zeit, dass er seinen Fußball ohne Dich erleben darf. Dadurch, dass er aus dem leistungsorientierten Bereich herauswollte, merkst Du ja schon, dass sich Eure Motivationskurven voneinander wegbewegen.


    Zu 3.
    Er kommt in die B-Jugend. Er wird sicherlich in der Lage sein, sich um seinen Kram selbst zu kümmern. Und wenn es Dein Hobby ist, Trainer im Kinder- und Jugendfußball zu sein, dann ist es halt Dein Hobby. Manche Leute gehen angeln, fahren Motorrad oder züchten Tauben. Und Du bist Trainer. Ich selbst habe mehr als die Hälfte meiner Trainerzeit ohne eigene Kinder verbracht. Das ist hochinteressant und erweitert den Horizont ungemein.


    Das Problem steht hier wohl außerhalb des Platzes. Incl. der Eltern würde ich vermuten, wenn es nicht die selbe Person ist.

    Wie der Herr, so's Gescherr ;)

    Das, was Du auf dem Platz siehst, ist immer ein Spiegelbild dessen, was Du neben dem Platz siehst.

    Erst gestern wieder erlebt, wie einzelne Väter die Stimmung in einem "entscheidenden Spiel" so aufgepeitscht haben, dass diese Mannschaft immer agressiver wurde. Gipfelte in Body-Checks mit daraus resultierender Zeitstrafe. Worum ging's? Einzug in die Hallenendrunde. Gääääähn... Nein, diese Mannschaft wird sicherlich nicht Kreismeister. Sie wird einfach nur an einem Turnier mit einer extremen Anspannung teilnehmen.

    Das klingt leider sehr ernüchternd.

    Könnt Ihr Euch noch an die Kampagne "Unsere Amateure - echte Profis" erinnern? Man wollte damit das Ehrenamt fördern. 2,5 Mio hat man sich das kosten lassen - oder anders ausgedrückt 100€ pro Verein...

    Wenn es um Basisarbeit geht, sitzt das Portmonnaie beim DFB fest in der Tasche. Insofern ist Deine Forderung vollkommen berechtigt.
    Seltsamerweise ist beim DFB jedem klar, dass der sog. Übergangsbereich von der U19 zu den Senioren schwierig und wichtig ist. Dass wir zwischen der U6 und der U19 aber mindstens zwei weitere Übergangsbereiche haben, wird ignoriert.

    soljos

    Du willst ihm die bestmögliche Förderung zukommen lassen, hast aber Bauchschmerzen dabei, ihn jetzt schon in ein evtl. Haifischbecken zu lassen. Bei Kindern in diesem Alter treffen in aller Regel die Eltern noch die wichtigen Entscheidungen. Dafür hat uns die Natur mit unserem Bauchgefühl ausgestattet. Meistens kann man sich ganz gut auf dieses elterliche Bauchgefühl verlassen...

    Trainer E

    Volle Zustimmung. Über eine volle Spiellänge hätten wir mit einer Ausnahme vermutlich keine Chance gehabt. Ihr kennt das sicherlich auch, wenn Ihr gegen einen -auf dem Papier- unterlegenen Gegner spielt: In den ersten 10 Minuten will einfach kein Tor fallen. Vielleicht liegt man durch einen Konter sogar zurück. Ist das erste Tor dann einmal gefallen, fallen die nächsten wie von selbst. Wenn das Spiel aber nur 10 Minuten dauert,...

    Ein wichtiger Aspekt ist auch, dass der Sichtungsradius der NLZ im Grundlagen- und Aufbaubereich deutlich kleiner ist. In diesem Alter sind die späteren NLZ-Top-Spieler oft noch in unseren Vereinen.

    Ich kenne Verein, Team und sogar einen Spieler, will also gar nichts wertend dazu sagen.


    Nur so viel: Im Bereich U11, U12 ist es teilweise wirklich noch möglich, mit den Teams dieser Vereine zwischen NLZ und Breitensport eben die NLZ-Teams zu schlagen, dazu muss man halt eine gute Qualität an Spielern haben, aber gerade auf Turnieren kommt das gar nicht mal so selten vor. Im Testspiel über komplette Spielzeiten ist das dann schon deutlich schwieriger, als bei einem Turnier mal ein 1:0 oder 2:1 zu holen.


    Ab U15 wird das dann zunehmend sehr schwierig bis unmöglich da mitzuhalten.

    In den letzten 10 Jahren hatte ich 3x Mannschaften, mit denen wir NLZ über Turnierspiellänge ärgern und auch schlagen konnten. In der U11 kommt das durchaus noch vor.

    Mit ist aufgefallen das diese Probleme oft nur die Mädels haben. Oder ich lese einfach nicht die Beiträge in dehnen Jungen davon Betroffen sind.

    Ich nehme eher das Gegenteil wahr. Gerade bei den Mädchen gibt es deutlich mehr Fördermöglichkeiten als bei den Jungs und sie werden auch genutzt:

    • Eigener Jahrgang oder Jahrgang drüber bei den Mädchen
    • eigener/einen drüber/einen drunter bei den Jungs
    • Kreisauswahl Jungs
    • Kreisauswahl Mädchen
    • Mädchenstützpunkt eigener Jahrgang / einen drüber
    • Teilbereich
    • Jungsstützpunkt eigener JG / einen drunter
    • Verbandauswahl eigener JG / einen drüber
    • Zweitspieltrecht Juniorinnen NLZ / Heimatverein Jungs
    • Zweittrainingsmöglichkeit Juniorinnen NLZ / Heimatverein Jungs

    Wenn ich mich hier in der Gegend so umsehe, werden alle diese Möglichkeiten in unterschiedlicher Zusammensetzung genutzt. Dabei betreiben Vereine Aufwände, obwohl sie ganz klar wissen, dass dieses Mädchen nie bei ihnen im Damenbereich spielen wird.
    Beispiel: Auch wenn ein Mädchen bei einem Juniorinnen NLZ spielt, möchten die DFB-Trainer, dass es bei den Jungs (z.B. im Heimatverein oder einem heimatnahen Verein) mittrainiert. Natürlich soll dieses Training auch ein gewisses Niveau haben. Insofern kommt da Bezirksliga aufwärts infrage. Der Trainer dieser Jungsmannschaft ist dann aber wieder in Kontakt mit den DFB-Trainern, weil man da auch wissen will, was denn so trainiert wird.


    Also: Die Möglichkeiten individuell zugeschnittener Förderung sind bei Mädchen schon groß.

    Verblüfft hat mich vor allem der Aufwand, der da von den Papatrainern und den beteiligten Eltern getrieben wird. Die Reisen national und international muss man erst mal hinbekommen...

    Zwischen den Zeilen kann man ja lesen, wodurch das ermöglicht wird: Der Trainer ist finanziell unabhängig, die Eltern müssen sich das halt leisten können... Wenn ich's richtig gesehen habe, ist der Verein aber ohnehin nicht unbedingt in einem verarmten Viertel ansässig.

    Das ganze Projekt kann funktionieren, solange der Verein eine adäquate Spielklasse bieten kann. In der C-Jugend können sie aktuell die Spielklasse der NLZ-U14 bieten. Spätestens ab der U15 werden viele dieser Spieler aber in der RL spielen wollen und der Trainer nähert sich ja auch schon dem benachbarten NLZ an ;).

    Da es sich um kein NLZ handelt, kommen diese Spieler für die Stützpunktförderung in Betracht. Bei 3x Vereinstraining werden sie aber vermutlich auf den Stützpunkt verzichten. Hat man in Hessen dann trotzdem die Chance auf Verbandsförderung?

    Heißt, wir haben dann zu viele Kinder für eine Mannschaft und es sollen 5 oder 6 aussortiert werden in eine zweite oder dritte Mannschaft ( wo dann auch die dazu kommen, die hoch kommen)

    Meine Tochter geht schon fest davon aus, dass sie dabei sein wird und will dann aufhören.

    Meine Tochter war beim letzten Turnier das einzige Mädchen und bei diesem Turnier der beste Spieler ihrer Mannschaft.

    sie hat in den letzten zwei Jahren eine Riesenentwicklung gemacht und beide Trainer halten große Stücke auf sie.

    Im ersten Spiel hat sie nur wenig gespielt, in den anderen drei dann aber komplett und war unsere Beste.

    Äääähm. Ich verstehe nicht so recht, warum ihr meint, dass sie dann in die Dritte sortiert wird...

    Abgesehen davon: Du glaubst gar nicht, wie oft ich schon gehört habe, dass ein Kind aufhört, wenn es nicht in die "richtige" Mannschaft kommt.
    Einmal habe ich auch gehört, dass ein Mädchen aufhört, wenn wir sie nicht bei den Jungs spielen lassen. Bei uns darf JEDES Mädchen, das es will, bei den Jungs spielen. Wir beraten die Eltern ggf. aber schon, wenn wir es nicht für sinnvoll halten.

    Wer bestimmt das eigentlich in den Moment?

    In der Regel steht das in der Ausschreibung des jeweiligen Wettbewerbs, die der Veranstalter vor dem Wettbewerb veröffentlicht. Bei einer Hallenrunde also vermutlich der Kreis. Da spielt es dann keine Rolle, ob die anderen Trainer ihr o.k. geben.

    Wenn man nicht genügend Spieler hat, sagt man bei uns vor dem Spieltag, dass man (für diese Mannschaft) nicht spielberechtigte Spieler einsetzen wird und deshalb ohne Wertung spielt

    Bei den Mödchen letzte Saison in der Halle durften die Mannschaft aus der 2. nach Ausscheiden in der 1.Mannschaft aushelfen .

    Die Ausschreibung kann jedes Jahr anders aussehen und sie kann sogar für Mädchen- und Jungswettbewerbe unterschiedlich sein.

    Ich habe 10 Kinder im Kader und wir spielen 6+1.

    Jemand stellte noch die Frage, wie erfolgreich wir spielen. Wir sind meist zweiter oder Dritter, ob Turnier oder Liga.

    In Deiner Stelle würde ich gar nichts ändern. Du kannst es Dir bei dieser Kadergröße zum einen nicht leisten und hast es bei diesen Ergebnissen zum anderen auch nicht nötig.

    Provokativ formuliert: Wäre es ab sofort verboten, als Mädchen in Jungsmannschaften zu spielen, würde sich das durchschnittliche Niveau der Mädchenmannschaften erheblich erhöhen.

    Vermutlich würde das erst einmal das Vereinswechseln beschleunigen. Die "Spitzenmädchen", die jetzt evtl. in der männlichen Bezirks- oder Landesliga spielen, müssten dann in ein Mädchen NLZ o.ä.

    wie definiert man überschnittlich talentiert ? Wo ist der Unterschied zwischen einem überdurchschnittlich talentierten Jungen und einem überdurchschnittlich talentierten Mädchen ?

    Jeweils im Vergleich zur Restgruppe. Wenn ein Mädchen aus dem Mädchenteam herausragt oder herausragen würde, macht es Sinn, darüber nachzudenken, in einer Jungenmannschaft zu spielen.
    Das gilt aber nicht im Kleinfeldbereich. Da macht es nur Sinn, zwischen Jungs und Mädchen zu unterscheiden, wenn Mädchen nicht in einer Jungsmannschaft spielen wollen.

    Auch diese Aussage ist viel zu pauschal. Ob ein Mädchen in eine Jungsmannschaft passt, hängt ja durchaus auch von der Qualität der Jungs ab.

    Es geht mir nicht darum, ob das Mädchen in die Jungenmannschaft passt, sondern darum, ob es sie fußballerisch voranbringt. Denn die häufig gehörte Aussage ist ja, bei den Jungs zu spielen, mache Mädchen zu den besseren Fußballerinnen. Also so wie in diesem Zitat:

    Ich bin mir sicher, dass viele Mädchen viel besser wären, würden sie mit oder auch gegen Jungs spielen .

    Es macht ein Mädchen nicht besser, in einer schwachen Jungsmannschaft zu spielen. Im Zweifel hat sie da nur mehr Körperlichkeit. In einer schwachen Mannschaft hat sie evtl. nicht einmal die.

    Damit ein Mädchen von der Jungsmannschaft profitiert, müssen beide schon das passende Niveau haben. Der Trainer der Jungsmannschaft profitiert nahezu immer von einem Mädchen. Aber dass das Mächen immer profitiert, stelle ich infrage.

    es ist wirklich schwer als einziges Mädchrn in einer Jungsmanschaft anzukommen .

    Bis zur E ist das nach meiner Erfahrung kaum ein Problem. Ab der C wird das sehr problematisch. Die Akzeptanz ist höher, wenn das Mädchen mindestens zur mittleren Leistungsstärke des Teams gehört.

    Die D Juniorinnen Manschaft meiner Tochter war jetzt auf verschiedenen Hallenturnieren anderer Bezirke in der Hoffnung auf starke Gegner zu treffen .

    Es gab vereinzelt einigermaßen gute Mannschaften , aber alle waren gut besiegbar .

    Es gibt nur 2 richtig gute C Manschaften bei uns im Kreis , wobei die eine davon mit Leichtigkeit Kreismeister und dann Bezirksmeister(teilweise die Spiele mit 8:0 gewonnen )wurden .Alles Mädchen die mit Jungs spielen und aufgrund der mangelnden Konkurrenz in einer Jungenliga spielen .

    Ich bin mir sicher, dass viele Mädchen viel besser wären, würden sie mit oder auch gegen Jungs spielen .

    Man muss sich dabei immer die Frage nach der Henne und dem Ei stellen.
    "Spielen sie besser, weil sie mit Jungs spielen oder spielen sie mit Jungs weil sie bessere Fußballerinnen sind?"

    Ich habe in der Vergangenheit immer wieder Eltern erlebt, die aufgrund der landläufigen Aussage, es sei besser für Mädchen möglichst lange bei den Jungs zu spielen, ihre Tochter in einer Jungenmannschaft haben wollten. Ich finde diese Aussage in dieser Pauschalität falsch. Meines Erachtens ist sie nur für überdurchschnittlich talentierte Mädchen richtig.

    Libra

    Nur zum Verständnis: Verliert Ihr viel - egal gegen wen? Oder verliert Ihr eher nur gegen die Topteams? Geht's also darum, auch mal um einen "großen Titel" mitzuspielen oder geht's darum, überhaupt mal ein Erfolgserlebnis zu haben?


    Unabhängig davon: Im Laufe der Jahre im Kleinfeldbereich habe ich zahlreiche Trainer kennengelernt, die so handeln wie die "Erfolgstrainer" in Deiner Nachbarschaft. Wenn man das über mehrere Jahre (vielleicht sogar bis in den Großfeldbereich hinein) beobachtet, erkennt man aber, dass diese "Erfolge" selten von Dauer sind. Du hast richtig erkannt, dass in der U10 der eine Topspieler, der in der F-Jugend noch ausreichte, schon nicht mehr ausreicht. Bis es auf das Großfeld geht, sind es für Deine Truppe noch 3,5 Saisons. Mehr nicht.
    Na klar: Wenn Du Deine 2009er neben einen C-Jugendlichen stellst, sind das Welten. Aber überleg Dir mal, wie schnell die letzten 3 Jahre vergangen sind... Wenn ich unsere Großfeldmannschaften sehe, denke ich manchmal "Waren die nicht gestern noch bei mir in der E...?"
    Auf dem Großfeld braucht man mindestens 15 -besser 18- Spieler, die nicht nur nebenherlaufen. Auch die 3 Topleute Deiner Nachbarn reichen dann nicht mehr.

    Wenn es Dir also um die langfristige Entwicklung der Mannschaft geht, musst Du das den Eltern genau so erklären.


    Das man sich damit nicht nur Freunde macht, vor allem bei einigen Eltern, dürfte klar sein.

    Es hilft, wenn man in diesem Punkt ein gewisses Standing hat und da natürlich die Rückendeckung der Jugendleitung hat. Wenn ich Trainerkollegen erzähle, dass ich diesbzgl. noch nie Diskussionen mit Eltern hatte, höre ich oft "Bei Dir wissen sie ja auch, dass es nichts nützt. Dafür bist Du im Verein bekannt."


    Ja, auch mir juckt es manchmal in den Fingern. Mit 50% unseres aktuellen Kaders könnte man NLZ ärgern, mit 2/3 des Kaders spielt man noch in den Top 5 unseres Kreises. Aber: Stehen uns die Topspieler in 2,5 Jahren auf dem Großfeld überhaupt noch zur Verfügung? Wenn ich langfristig denke, darf ich also auch die anderen nicht verlieren.

    Falls das Teufelchen auf meiner einen Schulter mal lauter als das Engelchen auf der anderen Schulte spricht, habe ich eine Frage, die ich mir selbst stelle: "Kann ich mir morgen früh beim Rasieren im Spiegel selbst in die Augen schauen?"


    Der einzige Grund, aus dem ich mir vorstellen kann, Spielzeiten deutlich ungleich zu verteilen, ist eine mangelhafte Trainingsbeteiligung. Und mit mangelhaft meine ich wie in der Schule <50%.