Eigentlich spielen da bei Dir ja mehrere unterschiedliche Aspekte rein:
- Deine aktuelle Mannschaft hat andere Erwartungen an den Fußball als Du. Während Du einen leistungsbezogenen Fußball spielen und insbesondere trainieren willst, wollen sie mit ihren Kumpels etwas kicken.
- Vatertrainer in der U15 seit (ich vermute mal) fast 10 Jahren.
- Deine Frau findet Deine Trainertätigkeit nur gut, wenn Du sie in Zusammenhang mit Eurem Sohn siehst.
Zu 1.
Hier passen Erwartung von Mannschaft und Trainer einfach nicht zusammen. Das kann dauerhaft nicht funktionieren. Entweder spielst Du das Spiel Deiner Mannschaft mit und verlierst selbst den Spaß oder Du ziehst einen leistungsorientierten Ansatz durch und verlierst die Spieler
Zu 2.
Ihr geht im Sommer in die B-Jugend. Ich weiß - hier gibt es dazu viele unterschiedliche Meinungen. Meines Erachtens ist ein Vatertrainer spätestens ab der C, vielleicht schon ab der D eine Notlösung. Sein ganzes Fußballerleben hat er diese Sonderstellung. Natürlich bevorzugst Du ihn nicht und behandelst alle gleich. Innerhalb der Mannschaft hat er aber eine Sonderstellung. Oder meinst Du, dass die Jungs in der Kabine über Dich herziehen, wenn er dabei ist? Evtl. tun sie es sogar und das bringt ihn wieder in einen ganz anderen Interessenkonflikt.
Es wird allerhöchste Zeit, dass er seinen Fußball ohne Dich erleben darf. Dadurch, dass er aus dem leistungsorientierten Bereich herauswollte, merkst Du ja schon, dass sich Eure Motivationskurven voneinander wegbewegen.
Zu 3.
Er kommt in die B-Jugend. Er wird sicherlich in der Lage sein, sich um seinen Kram selbst zu kümmern. Und wenn es Dein Hobby ist, Trainer im Kinder- und Jugendfußball zu sein, dann ist es halt Dein Hobby. Manche Leute gehen angeln, fahren Motorrad oder züchten Tauben. Und Du bist Trainer. Ich selbst habe mehr als die Hälfte meiner Trainerzeit ohne eigene Kinder verbracht. Das ist hochinteressant und erweitert den Horizont ungemein.
